Die Geodatenebene „Mittlerer Grundwassertiefstand (Modellfläche)“ stellt den modellierten mittleren Grundwassertiefstand des obersten Grundwasserstockwerks für Sachsen-Anhalt in klassifizierter Form dar. Die Angaben beziehen sich auf den Abstand des Grundwassers zur Geländeoberfläche in Metern. Die Modellierung beschreibt potenzielle natürliche Grundwasserverhältnisse und dient der Unterstützung der bodenkundlichen Landesaufnahme. Sie beruht auf einem deduktiv-empirischen Verfahren und stellt keine Grundwassermodellierung im hydrogeologischen Sinn dar. Grundlage ist ein digitales Geländemodell mit 10 Metern Rasterweite, das aus dem Laserscan-Geländemodell der Landesvermessung Sachsen-Anhalt mit einem Meter Rasterweite und Stand 2009 abgeleitet wurde. Ergänzend wurden Reliefparameter, Fließgewässerdaten, Angaben zur Moorverbreitung und Landnutzungsdaten herangezogen. Die Fließgewässerdaten stammen aus ATKIS sowie ergänzend aus dem Gewässernetz des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt mit Stand Mai 2013. Das Verfahren geht davon aus, dass die Wasserspiegel der Fließgewässer unter mitteleuropäischen, humiden Klimabedingungen die örtlichen Grundwasseroberflächen wiedergeben. Ausgehend von den Gewässern wird zwischen diesen eine unterhalb der Geländeoberfläche liegende Grundwasseroberfläche als Näherung an den Grundwasserhöchststand interpoliert und anschließend empirisch angepasst. Daraus werden die Grundwassertiefststände anhand empirischer Beziehungen abgeleitet, die auf Tabellen der Bodenkundlichen Kartieranleitung, 5. Auflage, beruhen und für das Verfahren modifiziert wurden. Dabei werden Talauen, außerhalb der Talauen liegende Bereiche und Übergangszonen unterschieden. Für Moorflächen werden im Modell keine jahreszeitlichen Schwankungen des Grundwasserspiegels angenommen. Für die bodenkundliche Landesaufnahme wurden die Ergebniswerte in fünf Tiefenklassen eingeteilt: 0,2 bis unter 1,3 Meter (Klassenwert 1), 1,3 bis unter 1,6 Meter (Klassenwert 2), 1,6 bis unter 2,0 Meter (Klassenwert 3), 2,0 bis unter 3,0 Meter (Klassenwert 4) und mindestens 3,0 Meter (Klassenwert 5), jeweils unter Geländeoberfläche. Bei der Nutzung sind die Grenzen des Modellansatzes zu beachten. Künstliche Grundwasserabsenkungen der neueren Zeit, beispielsweise durch Tagebau oder Trinkwassergewinnung, werden nicht berücksichtigt. Das Verfahren geht grundsätzlich von durchlässigen Lockergesteinen im Untergrund aus. In Gebieten mit Festgesteinen im Bereich der Grundwasseroberfläche ist seine Aussagekraft deshalb stark eingeschränkt. Nach der Verfahrensdokumentation liefert die Modellierung bei oberflächennahen Grundwasserständen von weniger als etwa fünf Metern unter Geländeoberfläche gute Ergebnisse; mit zunehmender Tiefe steigt die Unsicherheit. In stark reliefiertem Gelände können insbesondere an den Oberläufen von Flüssen und Bächen inkonsistente modellierte Grundwasserfließrichtungen auftreten. Die methodische Grundlage ist in der „Kurzdokumentation Modellierung von Grundwasserständen für die Landesfläche von Sachsen-Anhalt“ der scilands GmbH mit Stand vom 10. Dezember 2014 beschrieben.