Dieser Datensatz beschreibt die Grundwassermessstelle Halle/S. (45370897) in Sachsen-Anhalt. Der Datensatz enthält mehrjährige Monats-Mittelwerte aller Monate. Der Datensatz enthält Extremwerte der Pegelstände. Die Messstelle ist ein GW-Beobachtungsrohr. Die Bodenzustandserhebung entspricht: 5 - Pleistozäne Hochflächen, bedeckter GWL. Die Probennahmehäufigkeit ist wöchentlich.
Die Umweltprobenbank des Bundes (UPB) mit ihren Bereichen Bank für Umweltproben und Bank für Humanproben ist eine Daueraufgabe des Bundes unter der Gesamtverantwortung des Bundesumweltministeriums sowie der administrativen und fachlichen Koordinierung des Umweltbundesamtes. Es werden für die Bank für Umweltproben regelmäßig Tier- und Pflanzenproben aus repräsentativen Ökosystemen (marin, limnisch und terrestrisch) Deutschlands und darüber hinaus für die Bank für Humanproben im Rahmen einer Echtzeitanalyse Blut-, Urin-, Speichel- und Haarproben studentischer Kollektive gewonnen. Vor ihrer Einlagerung werden die Proben auf eine Vielzahl an umweltrelevanten Stoffen und Verbindungen (z.B. Schwermetalle, CKW und PAH) analysiert. Der eigentliche Wert der Umweltprobenbank besteht jedoch in der Archivierung der Proben. Sie werden chemisch veränderungsfrei (über Flüssigstickstoff) gelagert und somit können auch rückblickend Stoffe untersucht werden, die zum Zeitpunkt ihrer Einwirkung noch nicht bekannt oder analysierbar waren oder für nicht bedeutsam gehalten wurden. Alle im Betrieb der Umweltprobenbank anfallenden Daten und Informationen werden mit einem Datenbankmanagementsystem verwaltet und aufbereitet. Hierbei handelt es sich insbesondere um die biometrischen und analytischen Daten, das Schlüsselsystem der UPB, die Probenahmepläne, die Standardarbeitsanweisungen (SOP) zu Probenahme, Transport, Aufbereitung, Lagerung und Analytik und die Lagerbestandsdaten. Mit einem Geo-Informationssystem werden die Karten der Probenahmegebiete erstellt, mit denen perspektivisch eine Verknüpfung der analytischen Ergebnisse mit den biometrischen Daten sowie weiteren geoökologischen Daten (z.B. Daten der Flächennutzung, der Bodenökologie, der Klimatologie) erfolgen soll. Ausführliche Informationen und eine umfassende Datenrecherche sind unter www.umweltprobenbank.de abrufbar.
Mit den Verfahren der analytischen Pyrolyse (Pyrolyse-Gaschromatographie / Massenspektrometrie und Pyrolyse-Feldionisation Massenspektrometrie) sind bisher qualitative Aussagen über molekulare Bausteine der gebundenen organischen Bodensubstanzen (OBS) und relative quantitative Vergleiche ihrer Anteile und thermischen Stabilität in Proben mit ähnlicher Herkunft möglich. Ein Ziel des Projektes ist es, die Verfahren im Hinblick auf ihre quantitative Aussagefähigkeit weiterzuentwickeln. Dazu wird für einzelne wichtige Verbindungsklassen wie Lipide, N-Verbindungen, Kohlenhydrate und Ligninbausteine geprüft, inwiefern durch interne Eichung und Korrelation mit den Ergebnissen komplementärer naßchemische und spektroskopische Untersuchungen verbesserte quantitative Aussagen über die molekulare Zusammensetzung gewonnen werden können. Die Untersuchungen werden an GesamtBodenproben und den mineralisch gebundenen Anteilen der OBS (Partikelgrößenfraktionen) aus den Extremvarianten der Feldversuche in Halle und Bad Lauchstädt durchgeführt, um neue Erkenntnisse über die Ursachen für die Stabilisierung von Fraktionen der OBS zu erarbeiten. Die verbesserten Verfahren werden den anderen AGs im Schwerpunkt kooperativ verfügbar gemacht.
Die öffentliche Auslegung des Entwurfs zur Änderung der Verordnung für das Naturschutzgebiet „Ohre-Drömling“, das Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Drömling ist, läuft derzeit. Ziel der Änderung ist es, den Erlebnisweg I „Runde der Kernzone“ für Besucherinnen und Besucher zugänglich zu machen. Bisher war das Betreten der sogenannten Kernzone „Böckwitz-Jahrstedter Drömling“ (§ 4 Absatz 3 der geltenden Verordnung) untersagt. Mit der geplanten Änderung soll dieser Weg vom Betretungsverbot ausgenommen werden – ein Schritt, der den Naturtourismus und die Umweltbildung in der Region stärkt. Darüber hinaus soll in der Verordnung festgeschrieben werden, dass die Bildung und Umweltbildung gleichwertiger Bestandteil der Aufgaben und Ziele im Schutzgebiet sind. Auch die Zuständigkeiten werden aktualisiert: Neben der oberen Naturschutzbehörde werden künftig auch die Verwaltung des Biosphärenreservates Drömling, das Landesamt für Umweltschutz und die untere Naturschutzbehörde offiziell benannt, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Die Auslegungsunterlagen können in den folgenden Kommunen eingesehen werden: sowie im Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt (obere Naturschutzbehörde), Dessauer Str. 70, 06110 Halle/S. Die Einsichtnahme ist während der jeweiligen Dienst- und Sprechzeiten möglich. Zusätzlich stehen die Unterlagen selbstverständlich auch online zur Verfügung unter: https://lsaurl.de/nsgverfahren Ihre Meinung zählt! Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte haben die Möglichkeit, bis zum 6. Oktober 2025 schriftlich Stellung zu den geplanten Änderungen zu nehmen und diese an das Landesverwaltungsamt zu senden. Hintergrund: Das Referat Naturschutz und Landschaftspflege ist als obere Naturschutzbehörde in Sachsen-Anhalt zuständig für die Ausweisung und Betreuung der Naturschutzgebiete. Naturschutzgebiete (NSG) sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen nach § 23 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist. Der Schutzstatus eines Naturschutzgebietes bedeutet den höchsten Schutz nach bundesdeutschem Naturschutzrecht (streng geschützte Gebiete). Gründe zur Ausweisung von Gebieten als Naturschutzgebiet können sein: Mit der Ausweisung von Naturschutzgebieten sollen die in Sachsen-Anhalt vorkommenden naturräumlichen Landschaften und dort insbesondere die wertvollen und schutzbedürftigen Ökosysteme repräsentiert werden. Ausweisung von Naturschutzgebieten Teile von Natur und Landschaft in denen mindestens einer der oben genannten Gründe zutrifft, werden durch eine Verordnung des Landesverwaltungsamtes als NSG erklärt. Vor der Erklärung zum NSG werden in einem Ausweisungsverfahren Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigte sowie Träger öffentlicher Belange, Landesbehörden, die anerkannten Naturschutzverbände, Berufsvertretungen und die betroffenen Gemeinden einbezogen. Impressum: Landesverwaltungsamt Pressestelle Ernst-Kamieth-Straße 2 06112 Halle (Saale) Tel: +49 345 514 1244 Fax: +49 345 514 1477 Mail: pressestelle@lvwa.sachsen-anhalt.de
Biomonitoring Nitrat 2024 in Sachsen-Anhalt (unter Berücksichtigung früherer Daten) Endbericht Proasellus slavus (REMY 1948) - November 2024 - Biomonitoring Nitrat 2024 in Sachsen-Anhalt (unter Berücksichtigung früherer Daten) Endbericht Im Auftrage des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, Halle/s. LHW-Auftragsnummer: HN00028/2021 IGÖ GmbH Auftragsnummer: 269-23 Bearbeitung: Dr. Heide Stein Dr. Sven Berkhoff Dr. Andreas Fuchs Anne Jäger PD Dr. Hans Jürgen Hahn Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH Im Niederfeld 15 D-76829 Landau/Pfalz Landau, im November 2024 Inhaltsverzeichnis 1Veranlassung / Zielsetzung .................................................................................2 2Ökologisches Grundwassermonitoring in Deutschland....................................3 3Das Biomonitoring Nitrat .....................................................................................4 4Material und Methoden ........................................................................................8 4.1Methodik der Probennahme .................................................................................. 8 4.2Datenaufbereitung und -analyse ............................................................................ 9 5 Ergebnisse und Diskussion...............................................................................12 5.1Abiotik, organisches Material und Mikrobiologie ...................................................12 5.2Fauna ...................................................................................................................14 5.2.1Fauna - Allgemeine Befunde .............................................................................14 5.2.2Die Bedeutung der Landnutzung für die Besiedlung des Grundwassers ...........18 5.2.3Biologische Bewertung ......................................................................................23 5.2.4Schwellenwertanalysen Nitrat und Kalium .........................................................25 5.3 6 Wissenschaftliche und praktische Anschlussfähigkeit ...................................32 6.1 Das Biomonitoring Nitrat .......................................................................................32 6.1.1Indikatoren für die Landnutzungsintensität ........................................................32 6.1.2Verweilzeiten des Sickerwassers & Vulnerabilität..............................................32 6.2 7 Zeitlicher Verlauf April 2021 bis April 2022 ...........................................................28 Das BMBF-Projekt Regulate.................................................................................32 Zusammenfassung .............................................................................................34 Literaturverzeichnis ...........................................................................................................36 Anhang 1 Steckbriefe der Messstellen des Grundwasser-Biomonitorings Nitrat .........37
Biomonitoring Nitrat 2023 in Sachsen-Anhalt (unter Berücksichtigung früherer Daten) Endbericht Proasellus slavus (REMY 1948) - November 2023 - Biomonitoring Nitrat 2023 in Sachsen-Anhalt (unter Berücksichtigung früherer Daten) Endbericht Im Auftrage des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, Halle/S. LHW-Auftragsnummer: HN00028/2021 IGÖ GmbH Auftragsnummer: 247-22 Bearbeitung: Dr. Heide Stein Dr. Sven Berkhoff Dr. Andreas Fuchs PD Dr. Hans Jürgen Hahn Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH Im Niederfeld 15 D-76829 Landau/Pfalz Landau, im November 2023 Inhaltsverzeichnis 1VERANLASSUNG / ZIELSETZUNG ......................................................................2 2ÖKOLOGISCHES GRUNDWASSERMONITORING IN DEUTSCHLAND .............3 3DAS BIOMONITORING NITRAT ...........................................................................5 4MATERIAL UND METHODEN ...............................................................................9 4.1METHODIK DER PROBENNAHME ............................................................................... 9 4.2DATENAUFBEREITUNG UND -ANALYSE ......................................................................10 5 ERGEBNISSE & DISKUSSION ...........................................................................13 5.1ABIOTIK, ORGANISCHES MATERIAL UND MIKROBIOLOGIE...........................................13 5.2FAUNA ...................................................................................................................15 5.2.1Fauna - Allgemeine Befunde....................................................................................... 15 5.2.2Die Bedeutung der Landnutzung für die Besiedlung des Grundwassers ............ 18 5.2.3Biologische Bewertung................................................................................................. 23 5.2.4Schwellenwertanalysen Nitrat und Kalium ................................................................ 25 6 WISSENSCHAFTLICHE UND PRAKTISCHE ANSCHLUSSFÄHIGKEIT ............29 6.1 DAS BIOMONITORING NITRAT ..................................................................................29 6.1.1Indikatoren für die Landnutzungsintensität ............................................................... 29 6.1.2Verweilzeiten des Sickerwassers & Vulnerabilität ................................................... 29 6.2 DAS BMBF-PROJEKT REGULATE .........................................................................29 7ZUSAMMENFASSUNG .......................................................................................31 8LITERATURVERZEICHNIS .................................................................................33 9ANHANG 1 STECKBRIEFE DER MESSSTELLEN DES GRUNDWASSER- BIOMONITORINGS NITRAT ...............................................................................34
Rote Listen Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Halle, Heft 1/2020: 849–852 68 Bearbeitet von Daniel Rolke und Wieland Röhricht* (3. Fassung, Stand: März 2020) Einleitung und Datengrundlagen Von dieser kleinen Insektengruppe sind in Deutsch- land 10 Arten bekannt. Acht davon wurden bisher in Sachsen-Anhalt gefunden. Die Ordnung umfasst in Deutschland die drei Familien Panorpidae (Skorpions- fliegen, Abb. 1), Boreidae (Winterhafte, Abb. 2) und Bittacidae (Mückenhafte, Abb. 3), Seit den letzten Bearbeitungen der Roten Liste der Schnabelfliegen Sachsen-Anhalts (Röhricht 1995, 2004) sind weitere Aufsammlungen erfolgt (u. a. Röh- richt 2000) und es ergaben sich Möglichkeiten weitere Sammlungen auszuwerten (z. B. Coll. J. Müller, Mag- deburg), die allerdings bis auf zwei Ausnahmen (s. u.) nicht zu einer Neubeurteilung der Gefährdungssituati- on der Gruppe führten. Die Nomenklatur der Mecopte- ra folgt im Wesentlichen Kleinsteuber & Röhricht (2000). Das Taxon Panorpa alpina Rambur, 1842 wurde inzwi- schen in die Gattung Aulops Enderlein, 1910 gestellt (s. a. Willmann 2019). Bemerkungen zu ausgewählten Arten Gebirgs-Skorpionsfliege – Aulops alpina (Rambur, 1842) Nachweise der Gebirgs-Skorpionsfliege erfolgten während der zurückliegenden Jahre kaum (vgl. Röhricht 2000). Daher muss die aus älterem Material abgeleitete Häufigkeit der Art revidiert werden. Die wenigen Vorkommen von A. alpina im Lande werden als „Gefährdet“ eingestuft. Schnabelfliegen (Mecoptera) Hagens Mückenhaft – Bittacus hageni Brauer, 1860 Das Vorkommen von Bittacus hageni wurde erstmals von Victor von Röder bei Hoym im Jahr 1869 entdeckt (Abb. 3). Erfreulicherweise konnte Herr Prof. Dr. R. Willmann (Göttingen) die Spezies im Sommer 2003 wiederfinden (Trost, in litt.). In ganz Mitteleuropa ist diese Art sehr rar. Die Art ist in Sachsen-Anhalt vom Aussterben bedroht, das Vorkommen akut gefährdet. Gefährdungsursachen und erforderliche Schutzmaßnahmen Beide Arten der Familie Bittacidae sind entweder „Ausgestorben bzw. verschollen“ oder „Vom Ausster- ben bedroht“, zwei Skorpionsfliegen „Gefährdet“. Ins- besondere die beiden Mückenhafte (Bittacus spp.) be- dürfen während der Larvalentwicklung wohl feuchten Bodens. Als mögliche Schutzmaßnahmen bieten sich daher am trocken gefallenen Fundort die Zulassung stärkerer Vernässung durch einfache und vorsichtige Renaturierungsmaßnahmen des Wasserlaufes an. Danksagung Für die Übermittlung von Daten wird ganz herz- lich den Herren Dr. M. Trost (Halle/S.) und Prof. Dr. R. Willmann (Göttingen) gedankt. Daneben gilt ebenso besonderer Dank für die geduldige und großzügige Bereitstellung von Material den Herren Dr. T. Karisch (Dessau), W. Bäse (Lutherstadt Wittenberg), Dr. P. Sa- cher (Abbenrode) und Dr. E. Stolle (Halle/S.). Tab. 1: Übersicht zum Gefährdungsgrad der Schnabelfliegen Sachsen-Anhalts. Taxa Artenzahl (absolut) Anteil an der Gesamtartenzahl (%) 0 1 12,5 Gefährdungskategorie R 1 2 - 1 - - 12,5 - Art (wiss.) Aulops alpina (Rambur, 1842) Bittacus hageni Brauer, 1860 Bittacus italicus (O. F. Müller, 1766) Panorpa cognata Rambur, 1842 3 2 25,0 Art (deutsch) Gebirgs-Skorpionsfliege Hagens Mückenhaft Italienischer Mückenhaft Kenntliche Skorpionsfliege Rote ListeGesamt 4 50,08 Kat. 3 1 0 3 Bem. 1881 01) Nomenklatur nach Kleinsteuber & Röhricht (2000) sowie Willmann (2019). Abkürzungen und Erläuterungen, letzter Nachweis/Quelle (Spalte „Bem.“) 01) - s. Rostock (1881) * Auf Herrn W. Röhricht geht die Fassung der Roten Liste der Schnabelfliegen 2004 zurück. Der Autor stand für eine grundlegende Aktuali- sierung der aktuellen Fassung der Liste nicht mehr zu Verfügung. Neben der Einarbeitung von nomenklatorischen Änderungen wurden weitere, seinerzeit nocht nicht zugängliche Aufsammlungen von Schnabelfliegen gesichtet (z. B. coll. J. Müller, Magdeburg, ZNS Halle). Daraus ergaben sich keine Veränderungen im Status der Arten dieses Taxons in ST, so dass ein Vergleich zur Roten Liste 2004 gegen- standslos ist. 849 Schnabelfliegen 1 2 Abb. 1: Die Gemeine Skorpionsfliege (Panorpa communis) ist die häufigste der drei in Sachsen-Anhalt vorkommenden Arten dieser Gattung. Während die Bittacus-Arten aktiven Beutefang betreiben, ernähren sich die Skorpionsfliegen vornehmlich von toten Insekten (Byers & Thorn- hill 1983). Hier frisst ein Männchen an einer durch Bekämpfungsmaßnahmen mit Bacillus-thuringiensis-Präparaten gestorbenen Raupe des Eichen-Prozessionsspinners (Foto: A. Stark). Abb. 2: Die Taxonomie der Boreiden ist immer noch mit Unsicherheiten behaftet. In Sachsen-An- halt kommen die Arten Boreus hyemalis (Linnaeus, 1767) und B. westwoodi Hagen, 1866 vor. Am fotografischen Beleg aus dem Freiland sind beide nicht unterscheidbar (Foto: A. Stark). 850 Schnabelfliegen Abb. 3: Hagens Mückenhaft (Bittacus hageni) kann mit Fug und Recht als eine der größten faunistischen Besonderheiten der Insektenfauna Sachsen-Anhalts bezeichnet werden. Sein Vorkommen in unserem Bundesland ist nach heutigem Kenntnisstand von der Bewahrung eines einzigen kleinflächigen Biotops im nördlichen Harzvorland abhängig. Die Kenntnis von diesem Fundort geht auf die Aktivitäten des Dipteren- sammlers Victor von Röder zurück, der – wie er in einem kurzen Artikel ausführt (v. Röder 1870), hier mehrfach zahlreiche Individuen des schna- kengroßen Insekts gefunden hat. Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts weltweit größte Privatsammlung von Dipteren wurde nach dem Tod von Röders zusammen mit seiner Bibliothek dem damaligen Zoologischen Institut der Universität Halle übereignet (Stark 1995). Hier ist das einzige verbliebene Exemplar aus der von Röderschen Sammlung am heutigen Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen abgebildet. Da das Abdomen fehlt, kann das Geschlecht des Exemplars nicht mit letzter Sicherheit benannt werden. Die Tarsen aller drei Beinpaare sind zu Fangklauen umgebildet, die beim Männchen etwas kräftiger sind. Möglicherweise handelt es sich beidiesem Individuum um ein Männchen (vgl. Willmann 1986) (Foto: A. Stark). Literatur Byers, G. W. & Thornhill, G. (1983): Biology of the Mecoptera. – Annual Review of Entomology 28: 203 –228. Kleinsteuber, E. & W. Röhricht (2000): Mecoptera – Schnabelfliegen. – In: Hannemann, H.-J., Klausnit- zer, B. & K. Senglaub (Hrsg.): Exkursionsfauna von Deutschland. Bd. 2: Wirbellose: Insekten. – 9. neubearb. Aufl. Heidelberg, Berlin, Spektrum Aka- demischer Verlag: 687–689. Röder, V. von (1870): Ueber Bittacus Hageni Brauer. – Berliner entomologische Zeitschrift 13 (1869) 1870: 446. Röhricht, W. (1995): Rote Liste der Schnabelfliegen des Landes Sachsen-Anhalt. – Berichte des Landesam- tes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt 18: 35–36. Röhricht, W. (2000): Netzflügler und Schnabelfliegen aus Mitteldeutschland (1. Nachtrag). – Naturwis- senschaftliche Beiträge des Museums Dessau 12: 82–92. 851
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 15 |
| Land | 27 |
| Wissenschaft | 3 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 1 |
| Förderprogramm | 6 |
| Text | 5 |
| unbekannt | 29 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 32 |
| Offen | 8 |
| Unbekannt | 1 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 41 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 1 |
| Dokument | 32 |
| Keine | 7 |
| Webseite | 4 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 20 |
| Lebewesen und Lebensräume | 41 |
| Luft | 12 |
| Mensch und Umwelt | 41 |
| Wasser | 17 |
| Weitere | 38 |