Ausgangslage / Zielstellung / Methodik des Vorhabens: EG WRRL und Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) erfordern die Festlegung des guten Zustands als Zielformulierung. Im Rahmen der MSRL ist bis 2012 eine ökologische Bewertung des aktuellen Meereszustands, sowie die Festlegung des guten Zustand und von Umweltzielen erforderlich. Hierauf basiert die anschließende Formulierung von Maßnahmen, um den guten Zustand zu erreichen/erhalten. Das Vorhaben dient hinsichtlich der Eliminierung anthropogener Eutrophierung der Umsetzung der vorgenannten bis 2012 erforderlichen Schritte für die (deutschen) Küsten- und Meeresgewässer im Rahmen der fachlichen Erfordernisse von MSRL, WRRL, OSPAR und HELCOM. Zentrales Ziel ist die wissenschaftliche Weiterentwicklung des hierzu erforderlichen Multi-Parameter Verfahrens zur Bewertung des Eutrophierungszustandsfür die deutschen Übergangs- und Küstengewässer sowie die angrenzenden Meeresgebiete. Wichtige Arbeitsschwerpunkte (Produkte) des Vorhabens sind: - Weiterentwicklung und europäische Harmonisierung der Eutrophierungsbewertung (WRRL, OSPAR, HELCOM, MSRL, Nitrat-RL, Kommunalabwasser-RL); - Darstellung (QSR 2010) sowie dritte OSPAR-Bewertung des Eutrophierungszustands; - Bewertung Eutrophierungszustand der Ostsee und diesbzgl. Beitrag Umsetzung Ostseeaktionsplan; - Beschreibung des 'guten Zustands' bzgl. Eutrophierungsparametern mit Ableitung v. Umweltzielen - Identifizierung möglicher Maßnahmen zur Erreichung der Umweltziele.
A) Problemstellung: Die WRRL fordert die Beurteilung des durchschnittlichen chemischen Zustands von Wasserkörpern auf der Basis der Analyse von 12 Einzelproben pro Jahr. Eine solche Probenahmefrequenz ist für Küsten- und Territorialgewässer aus Kostengründen praktisch nicht realisierbar. Darüber hinaus bestehen Zweifel, ob mit der genannten Probenahmestrategie tatsächlich der durchschnittliche Zustand eines Gewässers adäquat abgebildet werden kann. Als innovative und preiswertere Alternative bietet es sich an, Passiv-Sammler einzusetzen. Sie bestehen z.B. aus Silikon-Folien, die für eine gewisse Zeit (2 bis 6 Wochen) an stationären Messbojen im Gewässer deponiert werden und dabei aus dem Wasser Schadstoffe integrativ anreichern. Die angereicherten Schadstoffe werden anschließend im Labor extrahiert und analysiert. Aus den angereicherten Stoffmengen können durchschnittliche Stoffkonzentrationen im Gewässer berechnet werden. B) Handlungsbedarf (BMU; ggf. auch BfS, BfN oder UBA): Seitens des Bundes besteht insbesondere vor dem Hintergrund der Umsetzung der Meeresstratgie-Rahmenrichtlinie ein hohes Interesse, zuverlässige und vor allem kostengünstige Systeme zur Überwachung von Schadstoffen im Meer zu etablieren. Es ist deshalb dringend notwendig, in einem UFOPLAN-Projekt die vorliegenden Erfahrungen mit Passiv-Sammlern einer kritischen Prüfung zu unterziehen und den Einsatz für die routinemäßige Überwachung von prioritären Stoffen in Küsten- und Meeresgewässern zu optimieren. C) Ziel des Vorhabens ist, derartige Systeme zu testen und ihre Tauglichkeit für die rountinemäßige Überwachung von organischen Schadstoffen zu prüfen. In dem vorgeschlagenen Projekt sind die folgenden Aufgaben zu bearbeiten: - Etablierung der Passiv-Sammler auf BLMP-Messstationen und in ausgewählten Fließgewässer (z.B. Mulde, Elbe) - Optimierung der Sammler im Routine-Einsatz und Anpassung der notwendigen analytischen Verfahren - Validierung des Verfahrens/Vergleich der Ergebnisse mit... usw.
A) Problemstellung: Die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) sowie der in Verhandlung befindlichen Meeresstrategie-Richtlinie verlangen eine biologisch-ökologische Bewertung der Küsten- Übergangs- und Meeresgewässer. Da bis Ende 2006 (EG-WRRL) die dafür erforderlichen Messprogramme zu etablieren sind, ist eine rasche Harmonisierung des Bund/Länder-Messprogramms Nord- und Ostsee (BLMP) für biologische Parameter, die bisher nicht oder nicht in dem nun erforderlichen Umfang in der Meeresumwelt erfasst wurden wie z.B. Makrophyten/Phytobenthos, erforderlich. Für die Bewertung des ökologischen Zustands der verschiedenen Lebensraum- und Gewässertypen ist die korrekte taxonomisch Artansprache entscheidend, da unterschiedliche Arten verschiedene ökologische Nischen besetzen und damit unterschiedliche ökologische Zustände anzeigen. Es besteht die Notwendigkeit für problematische bzw. neu in das Messprogramm aufzunehmende Gruppen allgemeinverbindliche Arbeitshilfen (Bestimmungsschlüssel) zu entwickeln. B) Handlungsbedarf (BMU; ggf. auch BfS, BfN oder UBA): Zur methodischen Absicherung des Bund-Länder-Messprogramms Nord- und Ostsee hat die QS-Stelle des Umweltbundesamtes die Qualitätsanforderungen zu entwickeln. Voraussetzung dafür sind einheitliche Bestimmungsschlüssel für marine Arten, die u.a. auch zur Überwachung des Ballastwasserabkommens dienen. C) Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung von Bestimmungsschlüsseln und Handlungsanweisungen für das marine Monitoring im Rahmen des BLMP (einschließlich EG-WRRL, HELCOM, OSPARCOM, TMAP, FFH-Richtlinie etc.) für folgende Bereiche, um eine ländereinheitliche Bewertung sicher zu stellen: Taxonomie der Grünalgengattung Ulva (Enteromorpha) an der deutschen Ostseeküste, Taxonomie der Chironomiden in alpha-, beta- oligohalinen und mesohalinen Küstengewässern und Ästuaren (Nord- und Ostsee), Morphologische und molekularbiologische Untersuchung der Gattung Marenzelleria (Polychaeta).
Problemstellung: Die WRRL fordert die Aufstellung der Bewirtschaftungspläne als Grundlage für die Wasserbewirtschaftung und OSPAR und HELCOM die Erarbeitung von Maßnahmeplänen zur Erreichung des 50-prozentigen Reduktionsziels der Stickstoffeinträge in die Oberflächengewässer. Dafür werden Werkzeuge benötigt, mit denen verschiedene Szenarioberechnungen durchgeführt werden können. Mit dem Modell MONERIS erfolgten bereits erste Szenarioanalysen über mögliche Veränderungen der Stoffeinträge. Handlungsbedarf: Im Ergebnis eines LAWA-Projektes, wurde das Modell MONERIS im Vergleich der Einzelkriterien 'Prozessbeschreibung', 'Vergleich mit den Messwerten' und 'Datenverfügbarkeit' am besten bewertet und wird gegenwärtig erfolgreich zur Quantifizierung der Nähr- und Schadstoffeinträge in die Oberflächengewässer im internationalen Rahmen angewendet: Allerdings wurden Defizite bezüglich der Einzelkriterien 'Szenariofähigkeit' und 'räumliche Auflösung' festgestellt, die mit Hilfe dieses Projekts beseitigt werden sollen. Ziel: Das Modell MONERIS soll als Mangementtool sowohl zur Quantifizierung der Stoffeinträge als auch zur Durchführung von Szenarioberechnungen in der EU, OSPAR, HELCOM und den internationalen Flussgebietskommissionen ausgebaut werden. Deshalb sind die im o.g. LAWA-Projekt aufgeführten Schwachstellen des Modells konsequent zu beseitigen. Des weiteren sind Modellerweiterungen notwendig, so dass mit dem Modell die für die Aufstellung der Bewirtschaftungspläne der WRRL benötigten Szenarioberechnungen (z.B. Änderungen in der Landwirtschaft) durchführbar sind. Außerdem soll das Modell auf den Flussgebietseinheiten der WRRL aufbauen, um die Nährstoffemissionen aus diffusen und punktuellen Quellen in die Oberflächengewässer Deutschlands bundesweit auf der Basis der 100 qkm großen Flusseinzugsgebiete für das Bilanzjahr 2005 berechnen zu können. Dies wird zur Erfüllung der Berichtspflichten der Bundesrepublik Deutschland für die EU (WRRL), OSPAR, HELCOM (Erfüllung der Eintragsminderungsziele) und der internationalen Flussgebietskommissionen, insbesondre der IKSD benötigt.