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s/herne/Henne/gi

Der Sauerstoffverbrauch von Gefluegelembryonen als Indikator fuer Fitness, Reproduktionsleistung und Verhalten

Sauerstoffverbrauch und mitochondriale Atmungsaktivitaet verschiedener Gewebe koennen als Kenngroessen des konstitutionellen Leistungsniveaus von Tieren dienen.Das Forschungsvorhaben soll Zusammenhaenge zwischen dem embryonalen Energiemetabolismus und dem Leistungsvermoegen im adulten Stadium aufzeigen. Das Interesse gilt insbesondere den Zusammenhaengen mitVitalitaet, Lege- und Mastleistung von Huehnern und Fasanen, aber auch den Beziehungen zu genetisch fixierten Verhaltensmerkmalen bei Japanischen Wachteln. Schliesslich dienen die Studien der Etablierung eines Systems zur Evaluierung der Einwirkung externer, chemischer und physikalischer Noxen toxikologischer und produktionstechnischer Natur auf den Gefluegelembryo. Die Untersuchungen werden an Bruteiern von Huehnern, Fasanen und Japanischen Wachteln durchgefuehrt. Die Erfassung des embryonalen Sauerstoffverbrauchserfolgt mit Hilfe einer eigens hierfuer entwickelten Variante der polarographischen Sauerstoffmessung mittels Clark- Zellen. Die Ergebnisse zeigen signifikante Zusammenhaenge zwischen embryonalem Sauerstoffverbrauch und den Schlupfraten, sowie den zu erwartenden Legeleistungen der adulten Tiere. Auch ein Zusammenhang mit genetisch determinierten Verhaltensmerkmalen bei Japanischen Wachteln konnte nachgewiesen werden. Moegliche Anwendungsbereiche der Methodik liegen in einer vorgezogenen und verkuerzten Leistungspruefung fuer Legehennen. Diese Moeglichkeit wird derzeit ueberprueft. Darueber hinaus laesst das System Moeglichkeiten zur Beurteilung chemisch- physikalischer Noxen und zur Optimierung von Produktionstechniken erwarten.

Karte der oberflächennahen Rohstoffe der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (KOR200) - CC 4702 Düsseldorf

Die Karte oberflächennaher Rohstoffe 1:200.000 (KOR 200) ist ein Kartenwerk, das gemeinsam von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und den Staatlichen Geologischen Diensten der Länder (SGD) im Auftrag des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit auf Beschluss der Länderwirtschafts­minister vom 22. Juni 1984 erarbeitet wird. Das Kartenwerk folgt dem Blattschnitt der topographischen Übersichtskarte 1:200.000 (TÜK 200) und besteht aus 55 Kartenblättern mit jeweils einem Erläuterungsheft. Es erfolgt eine Bestandsaufnahme, Beschreibung, Darstellung und Dokumentation der Vorkommen und Lagerstätten von mineralischen Rohstoffe, die üblicherweise im Tagebau bzw. an oder nahe der Erdoberfläche gewonnen werden. Im Besonderen sind dies Industrieminerale, Steine und Erden, Torfe, Braunkohle, Ölschiefer und Solen. Die Darstellung der oberflächennahen Rohstoffe und die zusätzlichen schriftlichen Informationen sind für die Erarbeitung überregionaler, bundesweiter Planungsunterlagen, die die Nutzung oberflächennaher mineralischer Rohstoffe berühren, unentbehrlich. Auf der Karte sind neben den umgrenzten, je nach Rohstoff farblich unterschiedlich dargestellten Lagerstätten- bzw. Rohstoffflächen "Abbaustellen" (=Betriebe) bzw. "Schwerpunkte mehrerer Abbaustellen" mit je einem Symbol dargestellt. Die Eintragungen in der Karte werden ergänzt durch Texterläuterungen. Die Erläuterungsbände haben üblicherweise einen Umfang von 40 - 80 Seiten und sind derzeit nur in der gedruckten Ausgabe der Karte verfügbar. Der Text ist gegliedert in: - Einführung - Beschreibung der Lagerstätten und Vorkommen nutzbarer Gesteine - Rohstoffwirtschaftliche Bewertung der Lagerstätten und Vorkommen oberflächennaher Rohstoffe im Blattgebiet - Verwertungsmöglichkeiten der im Blattgebiet vorkommenden nutzbaren Gesteine - Schriftenverzeichnis - Anhang (u. a. mit Generallegende und Blattübersicht) Die KOR 200 stellt somit die Rohstoffpotentiale in Deutschland in bundesweit vergleichbarer Weise dar und liefert eine Grundlage für künftige Such- und Erkundungsarbeiten sowie einen Beitrag zur Sicherung der Rohstoffversorgung.

Mit Nützlingen gärtnern

<p> So gärtnern Sie mit Nützlingen <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, so dass Nützlinge angelockt werden und darin Nahrung und Wohnraum finden.</li> <li>Tolerieren Sie Schädlinge als Teil der Nahrungskette, solange sie nicht massenhaft auftreten.</li> <li>Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>⁠. Diese können der Umwelt und Ihren Gartenmitbewohnern schaden.</li> </ul> Gewusst wie <p>Werden <strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a></strong> gegen Schädlingsbefall eingesetzt, kann das gravierende Auswirkungen auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Denn Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Zudem schaden sie indirekt auch anderen Lebewesen, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Beispielsweise können Marienkäfer durch bestimmte Insektizide nicht nur direkt getötet werden, sondern sie werden auch durch den Nahrungsmangel gefährdet, wenn Blattläuse vernichtet werden. In der Folge fehlen die Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer wieder an anderer Stelle, ein Teufelskreislauf. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.</p> <p>Auch chemisch-synthetische <strong>Düngemittel</strong> können negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben indem sie beispielsweise Bodenlebewesen beeinträchtigen. Zudem resultiert aus der Herstellung und dem Transport synthetischer Düngemittel eine negative Klimabilanz. Nutzen Sie stattdessen organischen Dünger, der Ihnen vor Ort zur Verfügung steht, z.B. Kompost, Mist, Grünschnitt, Laub. Organisches Material "füttert" die Bodenlebewesen, welche wiederum an der Humusbildung beteiligt sind. Lebendiger, humoser Boden bietet Ihren Pflanzen wertvolle Nährstoffe und ist somit ein bedeutender Baustein für die Pflanzengesundheit.</p> <p><strong>Respekt vor jedem Lebewesen:</strong> Alle Organismen haben ihren Platz in der Nahrungskette und wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Nur aus der Perspektive des Menschen erscheint der eine als "nützlich" und der andere als "schädlich". Bedenken Sie, dass Lebewesen nicht nur "schlechte" oder nur "gute" Eigenschaften haben. Zum Beispiel verursachen nur wenige Arten der Gallmücke Schäden an Ihrer Ernte. Dagegen sind viele Gallmücken-Arten nützlich. Weil ihre Larven Blattläuse vertilgen, werden sie gezielt im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Zudem bestäuben sie Pflanzen und dienen Vögeln als Futter. Reißt der Mensch ein kleines Loch in das komplexe Netz der Natur, hat das weitreichende Auswirkungen.</p> <p><strong>Jeder Quadratmeter zählt: </strong>Nützlinge können sich nur dann im Garten ansiedeln und vermehren, wenn sie langfristig Futter und Wohnraum finden. Selbst wenn Ihnen nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, lohnt sich die Anlage eines Mini-Biotops. Da viele Arten nur einen relativ kleinen Bewegungsradius haben, können solche Trittsteine für deren weitere Ausbreitung sehr wertvoll sein. Vielleicht können Sie auch Ihre Nachbarn von einer naturnahen Gartengestaltung überzeugen, so entsteht in der Summe ein vernetzter, artenreicher Lebensraum.</p> Tipps zur Bepflanzung <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kornblume_biene_melani_marfeld_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Pflanzen Sie heimische, insektenfreundliche Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an. </strong> Quelle: Melani Marfeld / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/sonnenhut_ungefuellte_bluete_marek_studzinski_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten. </strong> Quelle: Marek Studzinski / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/fruehblueher_krokus_annette_meyer_from_pixabay_0.jpg"> </a> <strong> Notration: Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten. </strong> Quelle: Annette Meyer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pfaffenhuetchen_ingrid_und_stefan_melichar_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> "Tiere pflanzen": Besondere Partnerschaften zwischen Pflanzen und Tieren </strong> Quelle: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schnittlauch_bluete_marius_kristensen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen. </strong> Quelle: Marius Kristensen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenschere_carlotta_silvestrini_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Rückschnitt: Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück. </strong> Quelle: Carlotta Silvestrini / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/mahd_sense_emi_lija_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Mahd: Mähen Sie Wiesen nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. </strong> Quelle: emi lija / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/laub_herbst_garten_peggychoucair_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall). </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/efeu_fassade_garten_bernhard_schuermann_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Vertikales Gärtnern: Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terrassen. </strong> Quelle: Bernhard Schürmann / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hyazinthe_mulch_cornell_fruehauf_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bodenschutz: Bedecken Sie den Boden mit Bodendeckern, Untersaaten oder organischem Mulch. </strong> Quelle: Cornell Frühauf / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/permakultur_jan-kraus-co2sflwwnrm-unsplash.jpg"> </a> <strong> Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten. </strong> Quelle: Jan Kraus / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einpflanzen_garten_delynn_talley_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Klimaschutz. </strong> Quelle: Delynn Talley / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Pflanzen Sie heimische Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an.</strong> Eine Vielfalt an heimischen Stauden und Gehölzen bietet Insekten, Vögeln, aber auch Fledermäusen und Kleinsäugern, Nahrung und Lebensraum. Insbesondere dichte Hecken und stachelige Sträucher bieten Vögeln Schutz vor Katzen und anderen Beutegreifern. Auch Vogelfutter sollte nicht gekauft, sondern selbst angepflanzt werden (z.B. Sonnenblumen, Mohn, Holunder, Sanddorn). Hier finden Sie Empfehlungen für <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">bienenfreundliche Pflanzen</a>, für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">insektenfreundliche Pflanzen</a> und für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/voegel/22389.html">vogelfreundliche Gehölze</a>.</li> <li><strong>Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten.</strong> Bei gefüllten Blüten haben sich die Staub- und / oder Fruchtblätter zu Blütenblättern umgebildet. Dadurch produzieren diese Blüten weniger oder gar keinen Nektar und keinen Pollen mehr. Zudem können solche Blütenblätter den Tieren den Weg zu den Staubgefäßen und zum Nektar versperren.</li> <li><strong>Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten.</strong> Das sind z.B. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, und Spätblüher wie Fette Henne, Sonnenblume und Ringelblume. Frühblüher bieten vielen Nützlingen, z.B. Schwebfliegen und Florfliegen, ein erstes Nahrungsangebot und sind somit entscheidend für deren weitere Entwicklung.</li> <li><strong>Auch Vögel brauchen ganzjährig Futter.</strong> Im Winter fressen sie z.B. gern Hagebutten sowie Früchte vom Holunder und Weißdorn. Besonders wertvoll ist der Efeu: er blüht im Herbst, wenn Insekten wenig andere Nahrung finden, und trägt Früchte im zeitigen Frühjahr, was Amseln, Drosseln und Stare anlockt. Um zu blühen und Früchte zu tragen muss der Efeu aber mindestens acht Jahre alt sein.</li> <li><strong>"Tiere pflanzen": </strong>Mit der Wahl von ganz bestimmten Pflanzen können Sie ganz bestimmte Tiere anlocken, da diese sich über Jahrmillionen aneinander angepasst haben. Pflanzen Sie z.B. ein Pfaffenhütchen, dann können Sie bestimmt im Herbst Rotkehlchen an den rot leuchtenden Früchten beobachten. Pflanzen Sie einen Blasenstrauch, werden dessen große gelbe Blüten bald die Blauschwarze Holzbiene anlocken.</li> <li><strong>Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.</strong> Solche Pflanzen öffnen ihre Blüten erst abends und verströmen einen besonderen Duft. Beispiele hierfür sind die Nachtkerze, Borretsch, Wegwarte und Schnittlauch. Nahrungspflanzen für Nachtfalter oder deren Raupen sind z.B. Himbeeren, Brombeeren, Berberitze und Hartriegel. Finden nachtaktive Insekten ausreichend Nahrungspflanzen, dann profitieren davon auch die Fledermäuse.</li> <li><strong>Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück.</strong> Viele Insekten, wie auch Eier und Puppen von Schmetterlingen, überwintern in oder an den Stängeln. Durch einen Rückschnitt im Herbst würden Sie die Überwinterungsformen zerstören.</li> <li><strong>Hecken, Büsche und Bäume dürfen nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar zurückgeschnitten oder gerodet werden. </strong>Diese Regelung dient dem Schutz brütender Vögel und ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 festgelegt. Bevor Sie Gehölze im Winter roden sollten Sie unter diesen unbedingt nach winterschlafenden Igeln suchen, um diese nicht zu stören oder gar zu verletzen.</li> <li><strong>Mähen Sie Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen.</strong> Nutzen Sie dafür schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Sie können beispielsweise um besonders nützliche Pflanzen drumherum mähen oder hübsche Muster in die Fläche hineinschneiden. Oder Sie mähen einfach nach dem Prinzip „Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang). Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Wertvoll sind auch Altgrasstreifen, also Teilflächen, die ein Jahr lang gar nicht gemäht werden. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden. Sie können es kompostieren, als Mulch auf Beeten, unter Gebüschen oder auf Baumscheiben ausbringen, oder als Tierfutter verwenden. Verzichten Sie auf eine Düngung Ihrer Wiese - je magerer desto artenreicher!</li> <li><strong>Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall).</strong> Laub dient Bäumen und Bodenlebewesen langfristig als Nahrung, trägt zur Humusbildung bei, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Soll Laub von bestimmten Flächen, wie z.B. Wegen und Einfahrten, entfernt werden, kann es an anderer Stelle wieder ausgebracht werden (z.B. als Mulch auf Beeten, unter Hecken und Sträuchern). Ganz wichtig sind Laubhaufen als Winterquartier für z.B. Igel und Amphibien. Laub kann auch als Einstreu und Winterfutter für Haustiere dienen.</li> <li><strong>Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terassen. </strong>Insekten und Vögel finden hierin Futter und Wohnraum. Das sogenannte "vertikale Gärtnern" hat auch viele andere Vorteile. Es kann die Wärmedämmung von Gebäuden verbessern und als Lärmschutzbarriere dienen, es spart Platz und sorgt für Abkühlung im Sommer. Bei richtiger Pflanzenwahl und intaktem Mauerwerk sind keine Gebäudeschäden zu erwarten. Lassen Sie sich vorher von <a href="https://www.gebaeudegruen.info/wissen-und-ressourcen/gebaeudebegruenung/">Experten</a> beraten!</li> <li><strong>Bedecken Sie den Boden ganzjährig, z.B. mit Mulch, Untersaaten oder Bodendeckern.</strong> Mulch kann aus den verschiedensten Materialien bestehen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielweise als Düngung: durch Mist und Rasenschnitt wird viel Stickstoff zugeführt. Oder zum Pflanzenschutz: Schafwolle und Sägespäne halten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> fern. Oder als Lebensraum: Holzhackschnitzel dienen als Brutstätte für Käfer, welche wiederum die Leibspeise von Igeln sind. Mit Rindenmulch oder Tannennadeln kann der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens gesenkt werden, z.B. für den Anbau von Heidelbeeren. Mulch dient außerdem als Verdunstungsschutz, reguliert die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodentemperatur">Bodentemperatur</a>, schützt vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> und hält unerwünschten Bewuchs fern.</li> <li><strong>Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten.</strong> Sie werden viele Vorteile entdecken, z.B. eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Der Begriff <a href="https://www.permakultur.de/was-ist-permakultur">Permakultur</a> leitet sich von "permanent agriculture" ab und steht für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensweise. Diese Philosophie nimmt natürliche Ökosysteme als Vorbild und leitet daraus Bewirtschaftungsweisen ab, die zu langfristig stabilen, sich selbst erhaltenden Systemen führen.</li> <li><strong>Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>.</strong> Kaufen Sie nur solche Erden und Substrate, die als „<a href="https://www.torffrei.info/?gad_source=1">torffrei</a>“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Sogar Heidelbeeren, die in saurer Erde angebaut werden müssen, kann man torffrei anbauen. Im Gartenfachhandel finden Sie torffreie Erden speziell für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.</li> </ul> Kleine Biotope gestalten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/steinhaufen_garten_ron_porter_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bausteine im Naturgarten: Totholz, Steine und wilde Ecken bieten Lebensraum für viele Tiere. </strong> Quelle: Ron Porter / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kompost_manfred_antranias_zimmer_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Komposthaufen an. </strong> Quelle: Manfred Antranias Zimmer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/eidechse_totholz_katja_fissel_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Totholz: Lassen Sie alte und abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong> Quelle: Katja Fissel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenteich_david_seifert_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Gartenteich an. </strong> Quelle: David Seifert / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/regentonne_werner_augustin_jukel_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Klimafit: Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser. </strong> Quelle: Werner Augustin Jukel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brombeeren_m._h._auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong> Quelle: M. H. / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Integrieren Sie kleine Biotope in Ihrem Garten: Trockenmauern, viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, Laubhaufen, ein Sandarium, dichtes Gestrüpp und ein paar wilde Ecken. </strong>Diese <a href="https://www.mein-biotop.de/biotop-bausteine">Bausteine</a> bieten vielen Tierarten Nahrung und Wohnraum.</li> <li><strong>Legen Sie einen Komposthaufen an.</strong> Hier entsteht nicht nur wertvolle Gartenerde, sondern auch ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a> für zahlreiche Kleinstlebewesen. Auch Igel, Ringelnattern und Erdkröten mögen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/nachhaltig-gaertnern-kompost-komposterde">Komposthaufen</a>. Nicht nur wegen des reichen Nahrungsangebotes, sondern auch wegen der Wärme, die bei der Verrottung entsteht.</li> <li><strong>Lassen Sie alte bzw. abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong>Dort finden z.B. Fledermäuse und Höhlenbrüter Nahrung und Wohnraum. Totholz ist auch für viele gefährdete Insektenarten sehr wertvoll. Die wertvollsten ökologischen Nischen bietet besonntes, aufrechtstehendes Totholz (mit Rinde) von Laubbäumen. Abgestorbene Gehölze lassen sich auch mit Kletterpflanzen verschönern. Mit den richtigen Schnitttechniken können so über die Jahre kreative Figuren entstehen. Auch die Wurzelballen abgestorbener Bäume sind ein wertvoller Lebensraum, z.B. für Käfer. Als Ersatz dafür können Sie auch einen "<a href="https://keep-it-gruen.de/kaeferkeller/">Käferkeller</a>" bauen.</li> <li><strong>Legen Sie einen Gartenteich an. </strong>Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen, denn die fressen den Laich von Amphibien sowie zahlreiche Insekten und deren Larven. Ein naturnah gestalteter Teich zieht auch Fledermäuse an. Sie kommen in der Dämmerung, um Beute zu jagen und ihren Durst zu stillen.</li> <li><strong>Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser.</strong> So können Sie die Folgen extremer Wetterereignisse wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> über das Jahr etwas abfedern. Außerdem mögen Pflanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung">Regenwasser</a> viel lieber als das Wasser aus dem Hahn.</li> <li><strong>Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong>Ein <a href="https://www.urbane-waldgaerten.de/das-projekt/#was">Waldgarten</a> ist ein Garten, der, wie ein Wald, in mehreren Höhenstufen aufgebaut ist. Waldgärten dienen der Nahrungserzeugung, leisten aber auch einen großen Beitrag zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Schutz der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>. Durch die Vielfalt eines Waldgartens entwickelt sich ein stabiles System, in dem Nahrungsmittel auch unter zukünftigen schwierigen Bedingungen angebaut werden können.</li> </ul> Hilfe für tierische Gartenbewohner <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/vogeltraenke_wasserschalejohn-apps-0p7p3gm5g_u-unsplash.jpg"> </a> <strong> Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere im Garten bereit. </strong> Quelle: John Apps / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/nistkasten_rotschwanz_juergen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse lassen sich kaufen oder auch selbst bauen. </strong> Quelle: Jürgen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/katze_garten_sandra_kapella_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen. </strong> Quelle: Sandra Kapella / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pool_abgedeckt_alexa_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen und nicht allein herauskommen. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/garten_abends_ivan-prokhorov-g90swyfphgy-unsplash_2-min.jpg"> </a> <strong> Licht aus: Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten. </strong> Quelle: Ivan Prokhorov / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hedgehog-1759027_1920_alexa_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Igel brauchen Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken im Garten. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/maulwurf_dirk_beekir_schumacher_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Respektieren Sie Maulwürfe – sie sind geschützt und dürfen nicht gestört oder getötet werden. </strong> Quelle: Dirk Schumacher / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/spitzmaus_rpn_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser. </strong> Quelle: RPN / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Bild1.jpg"> </a> <strong> Eidechsen brauchen sonnige Stein- oder Totholzhaufen. Ihre Eier legen sie im Sand ab. </strong> Quelle: Boloria / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Insektenhotel_A.%20Krebs_Pixabay.jpg"> </a> <strong> Insektennisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong> Quelle: A. Krebs / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hummel_hermann_kollinger_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Blüten als Nahrungsquelle. </strong> Quelle: Hermann Kollinger / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/marienkaefer_valentin_bouvet_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind. </strong> Quelle: Valentin Bouvet / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brennnessel_raupe_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. </strong> Quelle: Helga / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ameisen_tworkowsky_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. </strong> Quelle: Tworkowsky / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwanze_peggychoucair_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht. </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere bereit.</strong> Eine größere Schale auf dem Boden dient Igeln als Tränke und Vögeln als Badestelle. Für Vögel besteht allerdings eine hohe Ansteckungsgefahr an stark frequentierten Wasserstellen. Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß gereinigt werden. Hängende Tränkeflaschen sind für Vögel eine keimarme Alternative. Und auch Insekten haben Durst! Legen Sie Steine, Hölzchen oder Moos in eine kleine Wasserschale, damit die Insekten darin nicht ertrinken.</li> <li><strong>Auch im Winter schätzen Vögel eine eisfreie Wasserstelle sehr.</strong> Damit das Wasser nicht gefriert, können Sie es mehrmals täglich wechseln oder eine beheizbare (Vogel-)Tränke im Handel kaufen. Aus einem runden Pflanzstein, in den Sie eine Grabkerze stellen und ein nicht-brennbares Gefäß darauf stellen, können Sie auch selbst eine winterfeste Vogeltränke basteln.</li> <li><strong>Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse können Sie kaufen oder auch selbst bauen. </strong>Beachten Sie dabei genau die <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/">Bauanleitungen </a>und die Empfehlungen zum Aufhängen der Kästen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind alle heimischen Vogelarten „besonders geschützt“ und alle Fledermausarten „streng geschützt“. Der Schutz bezieht sich auch auf ihre Nester. Es ist also ganzjährig verboten, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.</li> <li><strong>Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen.</strong> Katzen töten jährlich viele Millionen Vögel und andere Kleintiere wie z.B. Eidechsen. Insbesondere verwilderte Hauskatzen sind problematisch, weil sie ihren Nahrungsbedarf ausschließlich über die Jagd decken müssen. Lassen Sie Ihre Hauskatze kastrieren und unterstützen Sie Tierschutzverbände bei Kastrationsprogrammen für verwilderte Katzen. Eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern hilft nicht nur den Vögeln, sondern auch den Katzen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Katze zumindest von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, denn dann sind die meisten hilflosen Jungvögel unterwegs. Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden.</li> <li><strong>Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen können und nicht mehr allein herauskommen. </strong>Das sind z.B. Kellertreppen, Lichtschächte, Gruben, Gullys, Gartenteiche und Swimmingpools. Decken Sie solche Todesfallen ab (z.B. mit engmaschigem Drahtgitter), verschließen Sie die Zugänge, oder bauen Sie kleine <a href="https://www.infofauna.ch/de/nationale-koordinationsstellen/amphibien-karch/gefaehrdung-und-schutz/schutzmassnahmen#uebersicht">Ausstiegshilfen</a> für die Tiere (z.B. Ausstiegsrampen, Krallmatten). Auch Fledermäuse können in Regentonnen ertrinken oder sich durch angekippte Fenster in Räume verirren, aus denen sie nicht mehr herausfinden.</li> <li><strong>Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten.</strong> Manche Insekten werden davon magisch angezogen und umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Dabei werden sie von der Nahrungsaufnahme und Partnersuche abgehalten. Beispielsweise können Glühwürmchen bei künstlichem Licht ihre leuchtenden Partner nicht finden, stattdessen fliegen sie orientierungslos von Lampe zu Lampe. Lichtverschmutzung beeinträchtigt auch die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen. Nutzen Sie im Freiland keine UV-"Insektenkillerlampen".</li> <li><strong>Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Klebefallen</a> verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über einem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen.</li> <li><strong>Igel brauchen Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und wilde Ecken im Garten. </strong>Igel benötigen mehrere Sommerschlafplätze und einen besonders geeigneten Platz für den Winterschlaf. Dafür nutzen sie gerne Komposthaufen, Reisighaufen, große Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Im Handel angebotene Igelhäuser sind dagegen nicht ohne Weiteres als Winterschlafplatz geeignet. Igel sind reine Insektenfresser, am liebsten fressen sie Käfer. Diese finden sie unter anderem im Totholz, unter Laub, im dichten Gestrüpp und unter Holzhackschnitzeln. Schnecken werden nur in Ermangelung von geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Wenn Sie Igel zufüttern wollen, erkundigen Sie sich unbedingt vorher über <a href="https://www.pro-igel.de/template/elemente/395/original/IWK4.5_Ernaehrung.pdf">geeignete Futtermittel</a>. Bedenken Sie, dass Zufütterung nur eine Notlösung ist. Langfristig können Sie dem Igel nur durch eine naturnahe Gartengestaltung helfen. Verzichten Sie auch auf Schneckenkorn und Rattengift. Die Nahrungssuche gestaltet sich für den Igel immer schwieriger. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der Internationalen Roten Liste erstmals als "potenziell gefährdet". Die Gründe sind vielfältig: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>, Insektensterben, Pestizideinsatz, naturferne Gartengestaltung und der Straßenverkehr. In den letzten Jahren gab es zudem sehr viele schwerstverletzte Igel durch Mähgeräte, insbesondere durch Mähroboter. Mähen Sie nicht unter dichten Hecken und Gebüschen, dort richten sich Igel gern ihre Sommerschlafplätze ein und ziehen ihre Jungen auf. Schalten Sie Mähroboter unbedingt ab, sobald der Abend dämmert und Igel auf Futtersuche gehen. Igel müssen weite Strecken zurücklegen um Nahrung und Partner zu finden. Gestalten Sie deshalb Ihre Grundstücksgrenzen so, dass Igel hindurchwandern können. Ein Durchlass für Igel muß mindestens 10 x 10 cm groß sein. Maschendrahtzäune, Gitterzäune und stromführende Weidenetze können für Igel zur Todesfalle werden! In Zäune können Sie beispielsweise ein <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/media/pages/naturschutz/igel-bahn-frei-fur-stacheltrager/09433991f7-1718186035/2024-igeltor-v7-druck-web.pdf">Igeltor</a> bauen. Stromführende Litzen von Weidezäunen sollten mindestens 20 cm hoch hängen. Bevor Sie einen Holzhaufen anzünden (z.B. Osterfeuer) besteht die Pflicht, diesen am Tag des Feuers umzuschichten. <a href="https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/">Igel gefunden:</a> Immer, wenn Sie tagsüber Igel finden, immer, wenn Sie verletzte Igel oder verwaiste Jungigel finden, und immer, wenn Sie im Spätherbst Igel finden, die weniger als 600 Gramm wiegen, brauchen diese fachkundige Hilfe! Wenden Sie sich an Igelstationen, Wildtierauffangstationen oder an einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt! Anlaufstellen und Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie in der <a href="https://www.wildtier-sos.de/">App "Wildtier SOS"</a>.</li> <li><strong>Respektieren Sie Maulwürfe! Sie sind nach Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“ und dürfen somit weder gestört, gefangen noch getötet werden.</strong> Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Weil der Maulwurf in vielen Gärten vertrieben und illegal getötet wird, findet er inzwischen in Deutschland kaum noch Lebensraum. Experten gehen von einem <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/maulwurf">starken Bestandsrückgang</a> aus. Dabei sind Maulwürfe sehr nützlich. Sie belüften den Boden und fressen z.B. Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Dulden Sie das kleine Tier bei sich und freuen Sie sich, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><strong>Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser.</strong> Sie fressen keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln, sondern Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Wenn sie nur zwei Stunden keine Nahrung finden, verhungern sie. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><strong>Eidechsen sind selten geworden – mit wenig Aufwand schaffen Sie passenden Lebensraum im Garten.</strong> Errichten Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IAvyVCQSKb0">Burgen</a> aus Totholz oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle. Eidechsen brauchen diese zum Sonnenbaden. Katzen sind gefährliche Eidechsen-Jäger. Als Schutz dienen kleine Versteck-Nischen, Sie können auch Dornenäste oder notfalls Maschendraht verwenden. Zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Aoiq9eHkUU">Eiablage</a> brauchen Eidechsen eine sonnige Sandstelle. Diese sollte ganz in der Nähe der Wohnstätte liegen, denn Eidechsen sind ortstreu und bewegen sich nur wenige Meter. Schaffen Sie Lebensraum für Insekten, denn davon ernähren sich Eidechsen. Beim Mähen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Mähen Sie deshalb zu den Zeiten, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen).</li> <li><strong>Kröten und Molche sind </strong><a href="https://www.bielefeld.de/amphibien"><strong>vielen Gefahren</strong></a><strong> ausgesetzt. Betrachten Sie Ihr Grundstück mal aus der Froschperspektive! </strong>Amphibien profitieren von einem Gartenteich, auch wenn er nur klein ist. Wichtig sind flache Uferbereiche und der Verzicht auf Fischbesatz. Schaffen Sie viele Versteckmöglichkeiten, z.B. Laubhaufen, Totholz, dichtes Gestrüpp. Fördern Sie Insekten, denn davon ernähren sich Amphibien. Beachten Sie die oben genannten Hinweise zur Mahd und zur Absicherung von Todesfallen (z.B. Kellerschächte, Gullys). Amphibien müssen jährlich zu ihren Laichgewässern wandern. Gestalten Sie Ihre Grundstücksgrenzen dementsprechend so, dass sie passierbar sind. Verzichten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>. Amphibien reagieren aufgrund ihrer speziellen Haut ganz besonders empfindlich auf Chemikalien. Hier finden Sie <a href="https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/amphibien-im-keller-oder-lichtschacht-gefunden#publication">praktische Tipps zum Amphibienschutz im Garten</a>.</li> <li><strong>Insekten-Nisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong>Viele im Handel angebotenen Insektenhotels sind aufgrund des verwendeten Materials oder der Bauweise <a href="https://www.wildbienen.info/artenschutz/untaugliche_nisthilfen_A.php">ungeeignet</a>! Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf oder <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html">Bau von Insekten-Nisthilfen</a>. Die Mehrheit der Wildbienenarten nistet übrigens gar nicht in Insektenhotels. Für <a href="https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/wildbienen-nisthilfe-anleitung-materialien-tipps/">Wildbienen</a> können Sie ein <a href="https://www.wildbienen-und-co.de/hilfe-fuer-wildbienen/sandarium/">Sandarium</a> an einem sonnigen Platz anlegen.</li> <li><strong>Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein </strong><a href="https://www.nabu-suedbaden.de/app/download/7949326363/HundertHummelpflanzenScrift.pdf?t=1658492575"><strong>geeignete Nahrungspflanzen</strong></a><strong>.</strong> Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten sind Hummeln schon im Februar unterwegs. Pflanzen Sie deshalb eine Kornelkirsche, denn die blüht bereits im Februar. Klee und Taubnesseln bieten dagegen bis weit in den Herbst hinein Pollen und Nektar. Finden Sie im Februar oder März eine erschöpfte Hummel, dann ist das vielleicht eine Königin, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und noch kein Futter findet. Mit einem Löffel lauwarmen Zuckerwasser können Sie das Tier in so einem Notfall retten - und damit auch ihr ganzes Volk.</li> <li><strong>Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind.</strong> Insbesondere nach der Winterruhe ist das ihre wichtigste Nahrungsquelle. Bieten Sie Marienkäfern geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li><strong>Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.</strong> Schmetterlinge locken Sie in Ihren Garten, wenn Sie nicht nur den erwachsenen Faltern <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">geeignete Nahrungspflanzen</a> anbieten, sondern vor allem auch deren Raupen. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten. Sie saugen auch gern an fauligem Obst. Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Fetthenne, Ampfer, Weiden, Schlehen und Heidelbeeren. Die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten ist jedoch die Brennnessel. Einige Raupen sind aber auch Nahrungsspezialisten. So sind die Raupen des Schwalbenschwanzes beispielsweise auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Petersilie spezialisiert.</li> <li><strong>Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. </strong>Sie lockern den Boden, sind an der Humusbildung beteiligt und vertilgen Aas. Außerdem dienen sie vielen Tieren als proteinreiche Nahrung. So ist beispielsweise der auf Obstwiesen vorkommende Grünspecht auf Ameisen spezialisiert. Einige Pflanzen sind sogar bei ihrer Vermehrung auf Ameisen angewiesen, zum Beispiel Schneeglöckchen. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest und vertilgen dort deren fetthaltige Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Die Samen selbst werden danach von den Arbeiterinnen als Abfall in der Umgebung entsorgt – und so entstehen neue Schneeglöckchen.</li> <li><strong>Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht.</strong> Die geselligen Tiere lieben die Samen von Linden und Malven und sonnen sich gerne unter diesen Pflanzen. Auch das Paarungsritual, bei dem zwei Tiere an den Hinterteilen viele Stunden zusammenhängen, vollziehen sie gerne in großer Gesellschaft. Die Mütter kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs. Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren und kommunizieren über Duftstoffe. Laub, Totholz und Steinhaufen bieten ihnen Unterschlupf.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1-min-min.png"> </a> <strong> Nützlingsfreundliche Gartengestaltung </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) Kommerzieller Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus und Garten <p>Zusätzlich zu den Nützlingen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, können Sie einige Arten auch im Fachhandel kaufen und gezielt zum Pflanzenschutz ausbringen. Viele Nützlinge lassen sich gegen mehrere Schädlingsarten einsetzen und vermehren sich oft selbst weiter, solange noch Schädlinge als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Fast 90 Nützlings-Arten (2016) stehen in Deutschland zum kommerziellen Einsatz im Pflanzenbau (insbesondere Obst, Gemüse und Zierpflanzen) zur Verfügung. Die meisten Arten werden im Gewächshaus eingesetzt. Der Einsatz im Freiland ist vergleichsweise dazu teurer und weniger effizient.</p> <p><strong>Doch Vorsicht:</strong> Setzen Sie gekaufte Nützlinge nur ein, wenn Sie sicher sind, dass die jeweiligen Arten und Unterarten hier heimisch sind und wenn die Tiere frei von Krankheiten sind. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für den Einsatz im Garten sondern auch für den Einsatz im Haus und im Gewächshaus, weil die Tiere unter Umständen daraus entweichen können. <strong>Bestenfalls verzichten Sie ganz auf den Kauf von Nützlingen.</strong> Fördern Sie stattdessen die natürlich vorkommenden Arten indem Sie Lebensraum schaffen. Das schont den Geldbeutel, verursacht weniger Aufwand und ist langfristig die sinnvollste Methode.</p> <p>Am Beispiel des <strong>Asiatischen Marienkäfers</strong> (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) wird deutlich, wie gut gemeinter Nützlingseinsatz langfristig großen Schaden an der heimischen Tierwelt anrichten kann. In den 80er Jahren wurde er zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt. Doch er konnte den Gewächshäusern entkommen und vermehrt sich seitdem rasant im Freiland – sowohl in den USA, wie auch in Europa und vor allem auch in Deutschland. In der USA ist er inzwischen die am häufigsten vorkommende Marienkäferart und auch in Deutschland hat er sich flächendeckend ausgebreitet. Dabei verdrängt er heimische Marienkäfer und andere Käferarten. Was macht ihn so "erfolgreich"? Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, <a href="https://www.mpg.de/7245718/asiatische-Marienkaefer">dass die Hämolymphe (eine Flüssigkeit, welche die Käfer bei Bedrohung absondern) des Asiatischen Marienkäfers besondere Inhaltsstoffe enthält</a>. Diese machen ihn nicht nur resistent gegen Parasiten, sondern können zudem heimische Käferarten infizieren und zu deren Tod führen. Außerdem hat der Asiatische Marienkäfer eine viel höhere Vermehrungsrate als heimische Marienkäfer und kann zudem bei Blattlausmangel auf andere Beute umstellen.</p> <p>Ein weiteres Beispiel für die Problematik des kommerziellen Nützlingseinsatzes sind <strong>Zuchthummeln</strong>. Diese werden im professionellen Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung eingesetzt und sind inzwischen auch für Hobbygärtner*innen erhältlich. Die Vorfahren der Zuchthummeln stammen aus der Türkei und aus Griechenland (z.B. die Unterart <em>Bombus terrestris dalmatinus</em>). In der Natur können die speziell gezüchteten Tiere nachhaltig Schaden anrichten. Zum einen konkurrieren die Zuchthummeln mit heimischen Hummelarten und verdrängen diese langfristig. <a href="https://www.researchgate.net/publication/51422333_Does_Pathogen_Spillover_from_Commercially_Reared_Bumble_Bees_Threaten_Wild_Pollinators">Zum anderen können sie ihre wilden Verwandten mit Krankheitserregern infizieren.</a> In der kommerziellen Hummelzucht werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten, dadurch wird die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Gelangen die Zuchthummeln dann ins Freiland, können sie auf ihre Artgenossen Krankheiten übertragen, gegen die letztere nicht gewappnet sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage</strong></p> <p>Das Ausbringen von Tieren wird in Deutschland im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__40.html">Bundesnaturschutzgesetz § 40</a> geregelt. Grundsätzlich bedarf das Ausbringen von Tieren, mit einigen Ausnahmen, der Genehmigung der zuständigen Behörde. Werden Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes ausgebracht, ist keine Genehmigung notwendig, wenn die Arten "in dem betreffenden Gebiet in freier Natur in den letzten 100 Jahren vorkommen oder vorkamen". Für nicht-einheimische Arten ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) notwendig. Die Genehmigung wird jedoch versagt, wenn durch die beantragte Art eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten nicht auszuschließen ist.</p> <p>Eine Zulassungspflicht, so wie sie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> besteht, gibt es für Nützlinge derzeit nicht. Auch besondere Auflagen oder Vorschriften für die Anwendung von Nützlingen bestehen nicht. Anbieter von Nützlingen sind auch nicht verpflichtet, ihre Absatzmengen zu melden. Somit fehlt den Behörden eine Übersicht über die tatsächlich eingesetzten Mengen und Arten von Nützlingen.</p> <p>In regelmäßigen Abständen erhebt das Julius Kühn-Institut (JKI) in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und veröffentlicht diese in einem Statusbericht. Darin enthalten sind auch Informationen zur kommerziellen Anwendung von Nützlingen. Aus den oben beschriebenen Gründen sind die Daten jedoch lückenhaft. Der aktuellste Statusbericht ist von 2018 und kann <a href="https://www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/pflanzenschutzmassnahmen/biologischer-pflanzenschutz">HIER</a> eingesehen werden.</p> </p><p> So gärtnern Sie mit Nützlingen <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, so dass Nützlinge angelockt werden und darin Nahrung und Wohnraum finden.</li> <li>Tolerieren Sie Schädlinge als Teil der Nahrungskette, solange sie nicht massenhaft auftreten.</li> <li>Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>⁠. Diese können der Umwelt und Ihren Gartenmitbewohnern schaden.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Werden <strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a></strong> gegen Schädlingsbefall eingesetzt, kann das gravierende Auswirkungen auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Denn Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Zudem schaden sie indirekt auch anderen Lebewesen, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Beispielsweise können Marienkäfer durch bestimmte Insektizide nicht nur direkt getötet werden, sondern sie werden auch durch den Nahrungsmangel gefährdet, wenn Blattläuse vernichtet werden. In der Folge fehlen die Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer wieder an anderer Stelle, ein Teufelskreislauf. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.</p> <p>Auch chemisch-synthetische <strong>Düngemittel</strong> können negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben indem sie beispielsweise Bodenlebewesen beeinträchtigen. Zudem resultiert aus der Herstellung und dem Transport synthetischer Düngemittel eine negative Klimabilanz. Nutzen Sie stattdessen organischen Dünger, der Ihnen vor Ort zur Verfügung steht, z.B. Kompost, Mist, Grünschnitt, Laub. Organisches Material "füttert" die Bodenlebewesen, welche wiederum an der Humusbildung beteiligt sind. Lebendiger, humoser Boden bietet Ihren Pflanzen wertvolle Nährstoffe und ist somit ein bedeutender Baustein für die Pflanzengesundheit.</p> <p><strong>Respekt vor jedem Lebewesen:</strong> Alle Organismen haben ihren Platz in der Nahrungskette und wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Nur aus der Perspektive des Menschen erscheint der eine als "nützlich" und der andere als "schädlich". Bedenken Sie, dass Lebewesen nicht nur "schlechte" oder nur "gute" Eigenschaften haben. Zum Beispiel verursachen nur wenige Arten der Gallmücke Schäden an Ihrer Ernte. Dagegen sind viele Gallmücken-Arten nützlich. Weil ihre Larven Blattläuse vertilgen, werden sie gezielt im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Zudem bestäuben sie Pflanzen und dienen Vögeln als Futter. Reißt der Mensch ein kleines Loch in das komplexe Netz der Natur, hat das weitreichende Auswirkungen.</p> <p><strong>Jeder Quadratmeter zählt: </strong>Nützlinge können sich nur dann im Garten ansiedeln und vermehren, wenn sie langfristig Futter und Wohnraum finden. Selbst wenn Ihnen nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, lohnt sich die Anlage eines Mini-Biotops. Da viele Arten nur einen relativ kleinen Bewegungsradius haben, können solche Trittsteine für deren weitere Ausbreitung sehr wertvoll sein. Vielleicht können Sie auch Ihre Nachbarn von einer naturnahen Gartengestaltung überzeugen, so entsteht in der Summe ein vernetzter, artenreicher Lebensraum.</p> Tipps zur Bepflanzung <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kornblume_biene_melani_marfeld_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Pflanzen Sie heimische, insektenfreundliche Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an. </strong> Quelle: Melani Marfeld / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/sonnenhut_ungefuellte_bluete_marek_studzinski_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten. </strong> Quelle: Marek Studzinski / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/fruehblueher_krokus_annette_meyer_from_pixabay_0.jpg"> </a> <strong> Notration: Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten. </strong> Quelle: Annette Meyer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pfaffenhuetchen_ingrid_und_stefan_melichar_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> "Tiere pflanzen": Besondere Partnerschaften zwischen Pflanzen und Tieren </strong> Quelle: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schnittlauch_bluete_marius_kristensen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen. </strong> Quelle: Marius Kristensen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenschere_carlotta_silvestrini_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Rückschnitt: Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück. </strong> Quelle: Carlotta Silvestrini / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/mahd_sense_emi_lija_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Mahd: Mähen Sie Wiesen nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. </strong> Quelle: emi lija / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/laub_herbst_garten_peggychoucair_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall). </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/efeu_fassade_garten_bernhard_schuermann_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Vertikales Gärtnern: Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terrassen. </strong> Quelle: Bernhard Schürmann / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hyazinthe_mulch_cornell_fruehauf_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bodenschutz: Bedecken Sie den Boden mit Bodendeckern, Untersaaten oder organischem Mulch. </strong> Quelle: Cornell Frühauf / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/permakultur_jan-kraus-co2sflwwnrm-unsplash.jpg"> </a> <strong> Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten. </strong> Quelle: Jan Kraus / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einpflanzen_garten_delynn_talley_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Klimaschutz. </strong> Quelle: Delynn Talley / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Pflanzen Sie heimische Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an.</strong> Eine Vielfalt an heimischen Stauden und Gehölzen bietet Insekten, Vögeln, aber auch Fledermäusen und Kleinsäugern, Nahrung und Lebensraum. Insbesondere dichte Hecken und stachelige Sträucher bieten Vögeln Schutz vor Katzen und anderen Beutegreifern. Auch Vogelfutter sollte nicht gekauft, sondern selbst angepflanzt werden (z.B. Sonnenblumen, Mohn, Holunder, Sanddorn). Hier finden Sie Empfehlungen für <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">bienenfreundliche Pflanzen</a>, für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">insektenfreundliche Pflanzen</a> und für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/voegel/22389.html">vogelfreundliche Gehölze</a>.</li> <li><strong>Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten.</strong> Bei gefüllten Blüten haben sich die Staub- und / oder Fruchtblätter zu Blütenblättern umgebildet. Dadurch produzieren diese Blüten weniger oder gar keinen Nektar und keinen Pollen mehr. Zudem können solche Blütenblätter den Tieren den Weg zu den Staubgefäßen und zum Nektar versperren.</li> <li><strong>Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten.</strong> Das sind z.B. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, und Spätblüher wie Fette Henne, Sonnenblume und Ringelblume. Frühblüher bieten vielen Nützlingen, z.B. Schwebfliegen und Florfliegen, ein erstes Nahrungsangebot und sind somit entscheidend für deren weitere Entwicklung.</li> <li><strong>Auch Vögel brauchen ganzjährig Futter.</strong> Im Winter fressen sie z.B. gern Hagebutten sowie Früchte vom Holunder und Weißdorn. Besonders wertvoll ist der Efeu: er blüht im Herbst, wenn Insekten wenig andere Nahrung finden, und trägt Früchte im zeitigen Frühjahr, was Amseln, Drosseln und Stare anlockt. Um zu blühen und Früchte zu tragen muss der Efeu aber mindestens acht Jahre alt sein.</li> <li><strong>"Tiere pflanzen": </strong>Mit der Wahl von ganz bestimmten Pflanzen können Sie ganz bestimmte Tiere anlocken, da diese sich über Jahrmillionen aneinander angepasst haben. Pflanzen Sie z.B. ein Pfaffenhütchen, dann können Sie bestimmt im Herbst Rotkehlchen an den rot leuchtenden Früchten beobachten. Pflanzen Sie einen Blasenstrauch, werden dessen große gelbe Blüten bald die Blauschwarze Holzbiene anlocken.</li> <li><strong>Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.</strong> Solche Pflanzen öffnen ihre Blüten erst abends und verströmen einen besonderen Duft. Beispiele hierfür sind die Nachtkerze, Borretsch, Wegwarte und Schnittlauch. Nahrungspflanzen für Nachtfalter oder deren Raupen sind z.B. Himbeeren, Brombeeren, Berberitze und Hartriegel. Finden nachtaktive Insekten ausreichend Nahrungspflanzen, dann profitieren davon auch die Fledermäuse.</li> <li><strong>Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück.</strong> Viele Insekten, wie auch Eier und Puppen von Schmetterlingen, überwintern in oder an den Stängeln. Durch einen Rückschnitt im Herbst würden Sie die Überwinterungsformen zerstören.</li> <li><strong>Hecken, Büsche und Bäume dürfen nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar zurückgeschnitten oder gerodet werden. </strong>Diese Regelung dient dem Schutz brütender Vögel und ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 festgelegt. Bevor Sie Gehölze im Winter roden sollten Sie unter diesen unbedingt nach winterschlafenden Igeln suchen, um diese nicht zu stören oder gar zu verletzen.</li> <li><strong>Mähen Sie Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen.</strong> Nutzen Sie dafür schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Sie können beispielsweise um besonders nützliche Pflanzen drumherum mähen oder hübsche Muster in die Fläche hineinschneiden. Oder Sie mähen einfach nach dem Prinzip „Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang). Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Wertvoll sind auch Altgrasstreifen, also Teilflächen, die ein Jahr lang gar nicht gemäht werden. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden. Sie können es kompostieren, als Mulch auf Beeten, unter Gebüschen oder auf Baumscheiben ausbringen, oder als Tierfutter verwenden. Verzichten Sie auf eine Düngung Ihrer Wiese - je magerer desto artenreicher!</li> <li><strong>Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall).</strong> Laub dient Bäumen und Bodenlebewesen langfristig als Nahrung, trägt zur Humusbildung bei, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Soll Laub von bestimmten Flächen, wie z.B. Wegen und Einfahrten, entfernt werden, kann es an anderer Stelle wieder ausgebracht werden (z.B. als Mulch auf Beeten, unter Hecken und Sträuchern). Ganz wichtig sind Laubhaufen als Winterquartier für z.B. Igel und Amphibien. Laub kann auch als Einstreu und Winterfutter für Haustiere dienen.</li> <li><strong>Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terassen. </strong>Insekten und Vögel finden hierin Futter und Wohnraum. Das sogenannte "vertikale Gärtnern" hat auch viele andere Vorteile. Es kann die Wärmedämmung von Gebäuden verbessern und als Lärmschutzbarriere dienen, es spart Platz und sorgt für Abkühlung im Sommer. Bei richtiger Pflanzenwahl und intaktem Mauerwerk sind keine Gebäudeschäden zu erwarten. Lassen Sie sich vorher von <a href="https://www.gebaeudegruen.info/wissen-und-ressourcen/gebaeudebegruenung/">Experten</a> beraten!</li> <li><strong>Bedecken Sie den Boden ganzjährig, z.B. mit Mulch, Untersaaten oder Bodendeckern.</strong> Mulch kann aus den verschiedensten Materialien bestehen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielweise als Düngung: durch Mist und Rasenschnitt wird viel Stickstoff zugeführt. Oder zum Pflanzenschutz: Schafwolle und Sägespäne halten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> fern. Oder als Lebensraum: Holzhackschnitzel dienen als Brutstätte für Käfer, welche wiederum die Leibspeise von Igeln sind. Mit Rindenmulch oder Tannennadeln kann der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens gesenkt werden, z.B. für den Anbau von Heidelbeeren. Mulch dient außerdem als Verdunstungsschutz, reguliert die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodentemperatur">Bodentemperatur</a>, schützt vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> und hält unerwünschten Bewuchs fern.</li> <li><strong>Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten.</strong> Sie werden viele Vorteile entdecken, z.B. eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Der Begriff <a href="https://www.permakultur.de/was-ist-permakultur">Permakultur</a> leitet sich von "permanent agriculture" ab und steht für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensweise. Diese Philosophie nimmt natürliche Ökosysteme als Vorbild und leitet daraus Bewirtschaftungsweisen ab, die zu langfristig stabilen, sich selbst erhaltenden Systemen führen.</li> <li><strong>Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>.</strong> Kaufen Sie nur solche Erden und Substrate, die als „<a href="https://www.torffrei.info/?gad_source=1">torffrei</a>“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Sogar Heidelbeeren, die in saurer Erde angebaut werden müssen, kann man torffrei anbauen. Im Gartenfachhandel finden Sie torffreie Erden speziell für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.</li> </ul> Kleine Biotope gestalten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/steinhaufen_garten_ron_porter_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bausteine im Naturgarten: Totholz, Steine und wilde Ecken bieten Lebensraum für viele Tiere. </strong> Quelle: Ron Porter / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kompost_manfred_antranias_zimmer_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Komposthaufen an. </strong> Quelle: Manfred Antranias Zimmer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/eidechse_totholz_katja_fissel_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Totholz: Lassen Sie alte und abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong> Quelle: Katja Fissel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenteich_david_seifert_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Gartenteich an. </strong> Quelle: David Seifert / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/regentonne_werner_augustin_jukel_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Klimafit: Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser. </strong> Quelle: Werner Augustin Jukel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brombeeren_m._h._auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong> Quelle: M. H. / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Integrieren Sie kleine Biotope in Ihrem Garten: Trockenmauern, viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, Laubhaufen, ein Sandarium, dichtes Gestrüpp und ein paar wilde Ecken. </strong>Diese <a href="https://www.mein-biotop.de/biotop-bausteine">Bausteine</a> bieten vielen Tierarten Nahrung und Wohnraum.</li> <li><strong>Legen Sie einen Komposthaufen an.</strong> Hier entsteht nicht nur wertvolle Gartenerde, sondern auch ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a> für zahlreiche Kleinstlebewesen. Auch Igel, Ringelnattern und Erdkröten mögen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/nachhaltig-gaertnern-kompost-komposterde">Komposthaufen</a>. Nicht nur wegen des reichen Nahrungsangebotes, sondern auch wegen der Wärme, die bei der Verrottung entsteht.</li> <li><strong>Lassen Sie alte bzw. abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong>Dort finden z.B. Fledermäuse und Höhlenbrüter Nahrung und Wohnraum. Totholz ist auch für viele gefährdete Insektenarten sehr wertvoll. Die wertvollsten ökologischen Nischen bietet besonntes, aufrechtstehendes Totholz (mit Rinde) von Laubbäumen. Abgestorbene Gehölze lassen sich auch mit Kletterpflanzen verschönern. Mit den richtigen Schnitttechniken können so über die Jahre kreative Figuren entstehen. Auch die Wurzelballen abgestorbener Bäume sind ein wertvoller Lebensraum, z.B. für Käfer. Als Ersatz dafür können Sie auch einen "<a href="https://keep-it-gruen.de/kaeferkeller/">Käferkeller</a>" bauen.</li> <li><strong>Legen Sie einen Gartenteich an. </strong>Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen, denn die fressen den Laich von Amphibien sowie zahlreiche Insekten und deren Larven. Ein naturnah gestalteter Teich zieht auch Fledermäuse an. Sie kommen in der Dämmerung, um Beute zu jagen und ihren Durst zu stillen.</li> <li><strong>Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser.</strong> So können Sie die Folgen extremer Wetterereignisse wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> über das Jahr etwas abfedern. Außerdem mögen Pflanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung">Regenwasser</a> viel lieber als das Wasser aus dem Hahn.</li> <li><strong>Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong>Ein <a href="https://www.urbane-waldgaerten.de/das-projekt/#was">Waldgarten</a> ist ein Garten, der, wie ein Wald, in mehreren Höhenstufen aufgebaut ist. Waldgärten dienen der Nahrungserzeugung, leisten aber auch einen großen Beitrag zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Schutz der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>. Durch die Vielfalt eines Waldgartens entwickelt sich ein stabiles System, in dem Nahrungsmittel auch unter zukünftigen schwierigen Bedingungen angebaut werden können.</li> </ul> Hilfe für tierische Gartenbewohner <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/vogeltraenke_wasserschalejohn-apps-0p7p3gm5g_u-unsplash.jpg"> </a> <strong> Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere im Garten bereit. </strong> Quelle: John Apps / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/nistkasten_rotschwanz_juergen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse lassen sich kaufen oder auch selbst bauen. </strong> Quelle: Jürgen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/katze_garten_sandra_kapella_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen. </strong> Quelle: Sandra Kapella / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pool_abgedeckt_alexa_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen und nicht allein herauskommen. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/garten_abends_ivan-prokhorov-g90swyfphgy-unsplash_2-min.jpg"> </a> <strong> Licht aus: Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten. </strong> Quelle: Ivan Prokhorov / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hedgehog-1759027_1920_alexa_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Igel brauchen Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken im Garten. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/maulwurf_dirk_beekir_schumacher_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Respektieren Sie Maulwürfe – sie sind geschützt und dürfen nicht gestört oder getötet werden. </strong> Quelle: Dirk Schumacher / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/spitzmaus_rpn_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser. </strong> Quelle: RPN / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Bild1.jpg"> </a> <strong> Eidechsen brauchen sonnige Stein- oder Totholzhaufen. Ihre Eier legen sie im Sand ab. </strong> Quelle: Boloria / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Insektenhotel_A.%20Krebs_Pixabay.jpg"> </a> <strong> Insektennisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong> Quelle: A. Krebs / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hummel_hermann_kollinger_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Blüten als Nahrungsquelle. </strong> Quelle: Hermann Kollinger / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/marienkaefer_valentin_bouvet_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind. </strong> Quelle: Valentin Bouvet / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brennnessel_raupe_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. </strong> Quelle: Helga / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ameisen_tworkowsky_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. </strong> Quelle: Tworkowsky / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwanze_peggychoucair_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht. </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere bereit.</strong> Eine größere Schale auf dem Boden dient Igeln als Tränke und Vögeln als Badestelle. Für Vögel besteht allerdings eine hohe Ansteckungsgefahr an stark frequentierten Wasserstellen. Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß gereinigt werden. Hängende Tränkeflaschen sind für Vögel eine keimarme Alternative. Und auch Insekten haben Durst! Legen Sie Steine, Hölzchen oder Moos in eine kleine Wasserschale, damit die Insekten darin nicht ertrinken.</li> <li><strong>Auch im Winter schätzen Vögel eine eisfreie Wasserstelle sehr.</strong> Damit das Wasser nicht gefriert, können Sie es mehrmals täglich wechseln oder eine beheizbare (Vogel-)Tränke im Handel kaufen. Aus einem runden Pflanzstein, in den Sie eine Grabkerze stellen und ein nicht-brennbares Gefäß darauf stellen, können Sie auch selbst eine winterfeste Vogeltränke basteln.</li> <li><strong>Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse können Sie kaufen oder auch selbst bauen. </strong>Beachten Sie dabei genau die <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/">Bauanleitungen </a>und die Empfehlungen zum Aufhängen der Kästen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind alle heimischen Vogelarten „besonders geschützt“ und alle Fledermausarten „streng geschützt“. Der Schutz bezieht sich auch auf ihre Nester. Es ist also ganzjährig verboten, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.</li> <li><strong>Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen.</strong> Katzen töten jährlich viele Millionen Vögel und andere Kleintiere wie z.B. Eidechsen. Insbesondere verwilderte Hauskatzen sind problematisch, weil sie ihren Nahrungsbedarf ausschließlich über die Jagd decken müssen. Lassen Sie Ihre Hauskatze kastrieren und unterstützen Sie Tierschutzverbände bei Kastrationsprogrammen für verwilderte Katzen. Eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern hilft nicht nur den Vögeln, sondern auch den Katzen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Katze zumindest von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, denn dann sind die meisten hilflosen Jungvögel unterwegs. Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden.</li> <li><strong>Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen können und nicht mehr allein herauskommen. </strong>Das sind z.B. Kellertreppen, Lichtschächte, Gruben, Gullys, Gartenteiche und Swimmingpools. Decken Sie solche Todesfallen ab (z.B. mit engmaschigem Drahtgitter), verschließen Sie die Zugänge, oder bauen Sie kleine <a href="https://www.infofauna.ch/de/nationale-koordinationsstellen/amphibien-karch/gefaehrdung-und-schutz/schutzmassnahmen#uebersicht">Ausstiegshilfen</a> für die Tiere (z.B. Ausstiegsrampen, Krallmatten). Auch Fledermäuse können in Regentonnen ertrinken oder sich durch angekippte Fenster in Räume verirren, aus denen sie nicht mehr herausfinden.</li> <li><strong>Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten.</strong> Manche Insekten werden davon magisch angezogen und umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Dabei werden sie von der Nahrungsaufnahme und Partnersuche abgehalten. Beispielsweise können Glühwürmchen bei künstlichem Licht ihre leuchtenden Partner nicht finden, stattdessen fliegen sie orientierungslos von Lampe zu Lampe. Lichtverschmutzung beeinträchtigt auch die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen. Nutzen Sie im Freiland keine UV-"Insektenkillerlampen".</li> <li><strong>Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Klebefallen</a> verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über einem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen.</li> <li><strong>Igel brauchen Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und wilde Ecken im Garten. </strong>Igel benötigen mehrere Sommerschlafplätze und einen besonders geeigneten Platz für den Winterschlaf. Dafür nutzen sie gerne Komposthaufen, Reisighaufen, große Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Im Handel angebotene Igelhäuser sind dagegen nicht ohne Weiteres als Winterschlafplatz geeignet. Igel sind reine Insektenfresser, am liebsten fressen sie Käfer. Diese finden sie unter anderem im Totholz, unter Laub, im dichten Gestrüpp und unter Holzhackschnitzeln. Schnecken werden nur in Ermangelung von geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Wenn Sie Igel zufüttern wollen, erkundigen Sie sich unbedingt vorher über <a href="https://www.pro-igel.de/template/elemente/395/original/IWK4.5_Ernaehrung.pdf">geeignete Futtermittel</a>. Bedenken Sie, dass Zufütterung nur eine Notlösung ist. Langfristig können Sie dem Igel nur durch eine naturnahe Gartengestaltung helfen. Verzichten Sie auch auf Schneckenkorn und Rattengift. Die Nahrungssuche gestaltet sich für den Igel immer schwieriger. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der Internationalen Roten Liste erstmals als "potenziell gefährdet". Die Gründe sind vielfältig: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>, Insektensterben, Pestizideinsatz, naturferne Gartengestaltung und der Straßenverkehr. In den letzten Jahren gab es zudem sehr viele schwerstverletzte Igel durch Mähgeräte, insbesondere durch Mähroboter. Mähen Sie nicht unter dichten Hecken und Gebüschen, dort richten sich Igel gern ihre Sommerschlafplätze ein und ziehen ihre Jungen auf. Schalten Sie Mähroboter unbedingt ab, sobald der Abend dämmert und Igel auf Futtersuche gehen. Igel müssen weite Strecken zurücklegen um Nahrung und Partner zu finden. Gestalten Sie deshalb Ihre Grundstücksgrenzen so, dass Igel hindurchwandern können. Ein Durchlass für Igel muß mindestens 10 x 10 cm groß sein. Maschendrahtzäune, Gitterzäune und stromführende Weidenetze können für Igel zur Todesfalle werden! In Zäune können Sie beispielsweise ein <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/media/pages/naturschutz/igel-bahn-frei-fur-stacheltrager/09433991f7-1718186035/2024-igeltor-v7-druck-web.pdf">Igeltor</a> bauen. Stromführende Litzen von Weidezäunen sollten mindestens 20 cm hoch hängen. Bevor Sie einen Holzhaufen anzünden (z.B. Osterfeuer) besteht die Pflicht, diesen am Tag des Feuers umzuschichten. <a href="https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/">Igel gefunden:</a> Immer, wenn Sie tagsüber Igel finden, immer, wenn Sie verletzte Igel oder verwaiste Jungigel finden, und immer, wenn Sie im Spätherbst Igel finden, die weniger als 600 Gramm wiegen, brauchen diese fachkundige Hilfe! Wenden Sie sich an Igelstationen, Wildtierauffangstationen oder an einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt! Anlaufstellen und Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie in der <a href="https://www.wildtier-sos.de/">App "Wildtier SOS"</a>.</li> <li><strong>Respektieren Sie Maulwürfe! Sie sind nach Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“ und dürfen somit weder gestört, gefangen noch getötet werden.</strong> Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Weil der Maulwurf in vielen Gärten vertrieben und illegal getötet wird, findet er inzwischen in Deutschland kaum noch Lebensraum. Experten gehen von einem <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/maulwurf">starken Bestandsrückgang</a> aus. Dabei sind Maulwürfe sehr nützlich. Sie belüften den Boden und fressen z.B. Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Dulden Sie das kleine Tier bei sich und freuen Sie sich, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><strong>Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser.</strong> Sie fressen keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln, sondern Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Wenn sie nur zwei Stunden keine Nahrung finden, verhungern sie. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><strong>Eidechsen sind selten geworden – mit wenig Aufwand schaffen Sie passenden Lebensraum im Garten.</strong> Errichten Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IAvyVCQSKb0">Burgen</a> aus Totholz oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle. Eidechsen brauchen diese zum Sonnenbaden. Katzen sind gefährliche Eidechsen-Jäger. Als Schutz dienen kleine Versteck-Nischen, Sie können auch Dornenäste oder notfalls Maschendraht verwenden. Zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Aoiq9eHkUU">Eiablage</a> brauchen Eidechsen eine sonnige Sandstelle. Diese sollte ganz in der Nähe der Wohnstätte liegen, denn Eidechsen sind ortstreu und bewegen sich nur wenige Meter. Schaffen Sie Lebensraum für Insekten, denn davon ernähren sich Eidechsen. Beim Mähen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Mähen Sie deshalb zu den Zeiten, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen).</li> <li><strong>Kröten und Molche sind </strong><a href="https://www.bielefeld.de/amphibien"><strong>vielen Gefahren</strong></a><strong> ausgesetzt. Betrachten Sie Ihr Grundstück mal aus der Froschperspektive! </strong>Amphibien profitieren von einem Gartenteich, auch wenn er nur klein ist. Wichtig sind flache Uferbereiche und der Verzicht auf Fischbesatz. Schaffen Sie viele Versteckmöglichkeiten, z.B. Laubhaufen, Totholz, dichtes Gestrüpp. Fördern Sie Insekten, denn davon ernähren sich Amphibien. Beachten Sie die oben genannten Hinweise zur Mahd und zur Absicherung von Todesfallen (z.B. Kellerschächte, Gullys). Amphibien müssen jährlich zu ihren Laichgewässern wandern. Gestalten Sie Ihre Grundstücksgrenzen dementsprechend so, dass sie passierbar sind. Verzichten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>. Amphibien reagieren aufgrund ihrer speziellen Haut ganz besonders empfindlich auf Chemikalien. Hier finden Sie <a href="https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/amphibien-im-keller-oder-lichtschacht-gefunden#publication">praktische Tipps zum Amphibienschutz im Garten</a>.</li> <li><strong>Insekten-Nisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong>Viele im Handel angebotenen Insektenhotels sind aufgrund des verwendeten Materials oder der Bauweise <a href="https://www.wildbienen.info/artenschutz/untaugliche_nisthilfen_A.php">ungeeignet</a>! Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf oder <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html">Bau von Insekten-Nisthilfen</a>. Die Mehrheit der Wildbienenarten nistet übrigens gar nicht in Insektenhotels. Für <a href="https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/wildbienen-nisthilfe-anleitung-materialien-tipps/">Wildbienen</a> können Sie ein <a href="https://www.wildbienen-und-co.de/hilfe-fuer-wildbienen/sandarium/">Sandarium</a> an einem sonnigen Platz anlegen.</li> <li><strong>Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein </strong><a href="https://www.nabu-suedbaden.de/app/download/7949326363/HundertHummelpflanzenScrift.pdf?t=1658492575"><strong>geeignete Nahrungspflanzen</strong></a><strong>.</strong> Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten sind Hummeln schon im Februar unterwegs. Pflanzen Sie deshalb eine Kornelkirsche, denn die blüht bereits im Februar. Klee und Taubnesseln bieten dagegen bis weit in den Herbst hinein Pollen und Nektar. Finden Sie im Februar oder März eine erschöpfte Hummel, dann ist das vielleicht eine Königin, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und noch kein Futter findet. Mit einem Löffel lauwarmen Zuckerwasser können Sie das Tier in so einem Notfall retten - und damit auch ihr ganzes Volk.</li> <li><strong>Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind.</strong> Insbesondere nach der Winterruhe ist das ihre wichtigste Nahrungsquelle. Bieten Sie Marienkäfern geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li><strong>Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.</strong> Schmetterlinge locken Sie in Ihren Garten, wenn Sie nicht nur den erwachsenen Faltern <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">geeignete Nahrungspflanzen</a> anbieten, sondern vor allem auch deren Raupen. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten. Sie saugen auch gern an fauligem Obst. Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Fetthenne, Ampfer, Weiden, Schlehen und Heidelbeeren. Die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten ist jedoch die Brennnessel. Einige Raupen sind aber auch Nahrungsspezialisten. So sind die Raupen des Schwalbenschwanzes beispielsweise auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Petersilie spezialisiert.</li> <li><strong>Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. </strong>Sie lockern den Boden, sind an der Humusbildung beteiligt und vertilgen Aas. Außerdem dienen sie vielen Tieren als proteinreiche Nahrung. So ist beispielsweise der auf Obstwiesen vorkommende Grünspecht auf Ameisen spezialisiert. Einige Pflanzen sind sogar bei ihrer Vermehrung auf Ameisen angewiesen, zum Beispiel Schneeglöckchen. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest und vertilgen dort deren fetthaltige Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Die Samen selbst werden danach von den Arbeiterinnen als Abfall in der Umgebung entsorgt – und so entstehen neue Schneeglöckchen.</li> <li><strong>Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht.</strong> Die geselligen Tiere lieben die Samen von Linden und Malven und sonnen sich gerne unter diesen Pflanzen. Auch das Paarungsritual, bei dem zwei Tiere an den Hinterteilen viele Stunden zusammenhängen, vollziehen sie gerne in großer Gesellschaft. Die Mütter kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs. Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren und kommunizieren über Duftstoffe. Laub, Totholz und Steinhaufen bieten ihnen Unterschlupf.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1-min-min.png"> </a> <strong> Nützlingsfreundliche Gartengestaltung </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> Kommerzieller Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus und Garten <p>Zusätzlich zu den Nützlingen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, können Sie einige Arten auch im Fachhandel kaufen und gezielt zum Pflanzenschutz ausbringen. Viele Nützlinge lassen sich gegen mehrere Schädlingsarten einsetzen und vermehren sich oft selbst weiter, solange noch Schädlinge als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Fast 90 Nützlings-Arten (2016) stehen in Deutschland zum kommerziellen Einsatz im Pflanzenbau (insbesondere Obst, Gemüse und Zierpflanzen) zur Verfügung. Die meisten Arten werden im Gewächshaus eingesetzt. Der Einsatz im Freiland ist vergleichsweise dazu teurer und weniger effizient.</p> <p><strong>Doch Vorsicht:</strong> Setzen Sie gekaufte Nützlinge nur ein, wenn Sie sicher sind, dass die jeweiligen Arten und Unterarten hier heimisch sind und wenn die Tiere frei von Krankheiten sind. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für den Einsatz im Garten sondern auch für den Einsatz im Haus und im Gewächshaus, weil die Tiere unter Umständen daraus entweichen können. <strong>Bestenfalls verzichten Sie ganz auf den Kauf von Nützlingen.</strong> Fördern Sie stattdessen die natürlich vorkommenden Arten indem Sie Lebensraum schaffen. Das schont den Geldbeutel, verursacht weniger Aufwand und ist langfristig die sinnvollste Methode.</p> <p>Am Beispiel des <strong>Asiatischen Marienkäfers</strong> (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) wird deutlich, wie gut gemeinter Nützlingseinsatz langfristig großen Schaden an der heimischen Tierwelt anrichten kann. In den 80er Jahren wurde er zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt. Doch er konnte den Gewächshäusern entkommen und vermehrt sich seitdem rasant im Freiland – sowohl in den USA, wie auch in Europa und vor allem auch in Deutschland. In der USA ist er inzwischen die am häufigsten vorkommende Marienkäferart und auch in Deutschland hat er sich flächendeckend ausgebreitet. Dabei verdrängt er heimische Marienkäfer und andere Käferarten. Was macht ihn so "erfolgreich"? Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, <a href="https://www.mpg.de/7245718/asiatische-Marienkaefer">dass die Hämolymphe (eine Flüssigkeit, welche die Käfer bei Bedrohung absondern) des Asiatischen Marienkäfers besondere Inhaltsstoffe enthält</a>. Diese machen ihn nicht nur resistent gegen Parasiten, sondern können zudem heimische Käferarten infizieren und zu deren Tod führen. Außerdem hat der Asiatische Marienkäfer eine viel höhere Vermehrungsrate als heimische Marienkäfer und kann zudem bei Blattlausmangel auf andere Beute umstellen.</p> <p>Ein weiteres Beispiel für die Problematik des kommerziellen Nützlingseinsatzes sind <strong>Zuchthummeln</strong>. Diese werden im professionellen Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung eingesetzt und sind inzwischen auch für Hobbygärtner*innen erhältlich. Die Vorfahren der Zuchthummeln stammen aus der Türkei und aus Griechenland (z.B. die Unterart <em>Bombus terrestris dalmatinus</em>). In der Natur können die speziell gezüchteten Tiere nachhaltig Schaden anrichten. Zum einen konkurrieren die Zuchthummeln mit heimischen Hummelarten und verdrängen diese langfristig. <a href="https://www.researchgate.net/publication/51422333_Does_Pathogen_Spillover_from_Commercially_Reared_Bumble_Bees_Threaten_Wild_Pollinators">Zum anderen können sie ihre wilden Verwandten mit Krankheitserregern infizieren.</a> In der kommerziellen Hummelzucht werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten, dadurch wird die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Gelangen die Zuchthummeln dann ins Freiland, können sie auf ihre Artgenossen Krankheiten übertragen, gegen die letztere nicht gewappnet sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage</strong></p> <p>Das Ausbringen von Tieren wird in Deutschland im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__40.html">Bundesnaturschutzgesetz § 40</a> geregelt. Grundsätzlich bedarf das Ausbringen von Tieren, mit einigen Ausnahmen, der Genehmigung der zuständigen Behörde. Werden Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes ausgebracht, ist keine Genehmigung notwendig, wenn die Arten "in dem betreffenden Gebiet in freier Natur in den letzten 100 Jahren vorkommen oder vorkamen". Für nicht-einheimische Arten ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) notwendig. Die Genehmigung wird jedoch versagt, wenn durch die beantragte Art eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten nicht auszuschließen ist.</p> <p>Eine Zulassungspflicht, so wie sie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> besteht, gibt es für Nützlinge derzeit nicht. Auch besondere Auflagen oder Vorschriften für die Anwendung von Nützlingen bestehen nicht. Anbieter von Nützlingen sind auch nicht verpflichtet, ihre Absatzmengen zu melden. Somit fehlt den Behörden eine Übersicht über die tatsächlich eingesetzten Mengen und Arten von Nützlingen.</p> <p>In regelmäßigen Abständen erhebt das Julius Kühn-Institut (JKI) in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und veröffentlicht diese in einem Statusbericht. Darin enthalten sind auch Informationen zur kommerziellen Anwendung von Nützlingen. Aus den oben beschriebenen Gründen sind die Daten jedoch lückenhaft. Der aktuellste Statusbericht ist von 2018 und kann <a href="https://www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/pflanzenschutzmassnahmen/biologischer-pflanzenschutz">HIER</a> eingesehen werden.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Pflanzenschutz im Obstgarten: Kernobst

<p> So gelingt die Ernte in Ihrem Obstgarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und vielfältige Arten.</li> <li>Achten Sie auf einen passenden Standort, am besten sonnig und luftig.</li> <li>Lichten Sie die Bäume regelmäßig aus.</li> <li>Kontrollieren Sie die Bäume regelmäßig, um frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p><strong>Schädlingen und Krankheiten vorbeugen:</strong></p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Bäume gerecht zu werden. Prüfen Sie, ob die gewünschten Obstarten zum ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>⁠ in Ihrer Region passen.</li> <li>Kümmernde Kernobstgehölze sind nicht in jedem Fall krank. Dafür kann auch Bodenmüdigkeit verantwortlich sein. Vermeiden Sie deshalb, Kernobstgehölze an einen Platz zu pflanzen, an dem schon zuvor verwandte Arten standen.</li> <li>Pflanzen Sie nicht zu eng und entfernen Sie zu dicht stehende oder ins Bauminnere hineinwachsende Äste. Das sorgt für eine gute Durchlüftung.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen an den Bäumen (z.B. beim Mähen), denn diese erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Achten Sie beim Baumschnitt auf saubere, fachgerechte Schnittflächen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah, so dass sich viele Nützlinge darin wohl fühlen. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.<strong>&nbsp;</strong></li> </ul> Die wichtigsten Schädlinge im Überblick <p><strong>Apfelwickler: </strong>Der Apfelwickler (<em>Cydia pomonella</em>) ist ein eher unauffälliger Falter, dessen Larven einen erheblichen Schaden anrichten können. Sie erkennen den Befall an den braunen Kotkrümeln, die rund ums Bohrloch an der Apfelschale haften. Apfelwickler befallen gelegentlich auch Birnen, Quitten, Aprikosen und Pfirsiche.</p> <ul> <li>Die Larven des Apfelwicklers überwintern gerne in rissigem Holz und in Fruchtmumien. Entfernen Sie deswegen Fruchtmumien und vermeiden Sie Verletzungen des Baumes. Lagern Sie Altholz nicht in der Nähe des Baumes.</li> <li>Hängen Sie Bambusstäbe in den Baum und entfernen Sie diese im Winter mit den eingesponnenen Larven. So lässt sich der Befall im nächsten Jahr reduzieren.</li> <li>Bringen Sie im Juni etwa zehn Zentimeter breite Wellpappenringe am Baumstamm an. Ende Juni wandern die Larven aus dem Obst und verstecken sich darin. Bürsten Sie diese Pappmanschetten wöchentlich über einem Eimer ab oder erneuern Sie diese. Die Larven können Sie an anderer Stelle gut sichtbar in Ihren Garten legen – als Delikatesse für die Vögel.</li> <li>Pflücken Sie befallene Früchte bereits im Juni / Juli und entsorgen Sie diese.</li> <li>Setzen Sie am Stamm und unter der Baumkrone Nematoden der Art&nbsp;<em>Steinernema feltiae</em>&nbsp;ein. Die winzigen Fadenwürmer dringen in die Larven ein und geben ein Bakterium ab, an dem die Schädlinge sterben. Rühren Sie die Nematoden in Wasser ein und spritzen Sie diese abends oder an einem bedeckten Tag im Herbst bei mindestens 12 Grad.</li> <li>Ebenfalls nützlich sind Schlupfwespen der Art&nbsp;<em>Trichogramma cacoeciae</em>, die ihre Eier in die Eier der Apfelwickler legen. Verteilen Sie die Kärtchen mit den Schlupfwespen ab Mai in vier Durchgängen im Abstand von drei bis vier Wochen im Baum. Die Temperatur sollte möglichst bei über 15 Grad liegen.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um den Apfelwickler von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Fördern Sie natürliche Gegenspieler des Apfelwicklers wie Vögel, Ohrwürmer und Wanzen. Bieten Sie zum Beispiel Ohrwürmern kleine Häuschen an. Befüllen Sie dazu Blumentöpfe mit Stroh und hängen Sie diese kopfüber in Ihre Bäume.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen tragen zur Reduzierung der Schädlinge bei indem sie heruntergefallene Früchte mitsamt den Larven fressen.</li> </ul> <p><strong>Sägewespen:</strong>&nbsp;Die Apfel- und die Birnensägewespe (<em>Hoplocampa testudinea</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa brevis</em>) sowie die Schwarze und die Gelbe Pflaumensägewespe (<em>Hoplocampa minuta</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa flava</em>) fressen sich durch das Fleisch der Früchte. Die Fraßgänge unterscheiden sich optisch vom Apfelwickler.</p> <ul> <li>Achten Sie auf die Sortenwahl. Apfelsorten werden umso stärker befallen, je weißer ihre Blüten sind. Entsprechend sind reinweiß blühende Sorten stärker gefährdet als rosa blühende.</li> <li>Gehen Sie nicht in jedem Fall gegen den Befall vor. In Jahren, in denen die Bäume sehr viele Blüten ansetzen, kann ein leichter Befall durch Sägewespen nützlich sein und so die ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a>⁠ ersetzen. Schütteln Sie die befallenen Früchte nach der Blüte ab und entsorgen Sie diese.</li> <li>Zur Apfelblüte schlüpfen die ausgewachsenen Sägewespen aus dem Boden und im Juni begeben sich die Larven wieder in den Boden zurück, wo sie den Sommer und Winter verbringen. Werden Hühner in diesem Zeitraum (April bis Juni) unter den Obstbäumen gehalten, vertilgen sie einen Großteil der Schädlinge.</li> <li>Auch Singvögel sind natürliche Feinde der Sägewespen. Unterstützen Sie Vögel mit Nisthilfen und einer naturnahen Gartengestaltung.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um Sägewespen von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Sie können weiße Leimtafeln in den Baumkronen aufhängen. Diese dienen jedoch eher der Befallskontrolle als der direkten Bekämpfung. Die Sägewespen halten die weißen Tafeln für große Blüten und bleiben daran kleben. Doch Vorsicht, auch Nützlinge, <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können daran kleben bleiben</a> und verenden. Die Flugzeit der Sägewespen beginnt etwa eine Woche vor der Blüte und endet eine Woche nach der Blüte. Ist sie vorbei sollten die Leimtafeln schnellstmöglich abgenommen werden. Besser wäre, ganz darauf zu verzichten.</li> </ul> <p><strong>Kleiner Frostspanner:</strong>&nbsp;Die Larven des Kleinen Frostspanners (<em>Operophtera brumata</em>) hinterlassen Fraßschäden an einigen Obstbaumarten und anderen Laubgehölzen. Oft sind die Schäden jahrelang gering, dann plötzlich treten die Frostspanner in Massen auf. Die grasgrünen etwa 2,5 Zentimeter langen Räupchen bewegen sich vorwärts, indem sie zunächst einen hohen Katzenbuckel machen und sich dann strecken.</p> <ul> <li>Frostspanner haben viele Fraßfeinde. Je mehr Nützlinge in Ihrem Garten vorkommen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines massenhaften Auftretens von Frostspannern. Allein 77 Vogelarten fressen die Raupen des Frostspanners. Insbesondere zur Brutzeit sind die Raupen eine wertvolle Nahrung für Vögel. Bieten Sie Nisthilfen an, zum Beispiel für Kohlmeisen. Auch Schlupfwespen, Käfer, Spinnen und Ameisen sind Gegenspieler des Frostspanners.</li> <li>Wenn Sie im Frühjahr zur Zeit des Blattaustriebs sehr viele frischgeschlüpfte Raupen finden, kann ein Präparat mit <em>Bacillus thuringiensis</em> helfen. Das Präparat wird ins Wasser einrührt und auf die Bäume gespritzt.</li> <li>Das Anbringen von Leimringen am Stamm im Oktober soll die Weibchen des Frostspanners daran hindern, den Baum hochzukriechen und ihre Eier dort abzulegen. Doch Vorsicht, auch <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können am Leim kleben bleiben</a> und sterben. Wer nicht auf Leimringe verzichten will kann eine Drahtmanschette um den Ring anbringen, damit Vögel und Fledermäuse nicht daran kleben bleiben. Eine andere Möglichkeit ist, die Leimringe relativ niedrig, 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden, anzubringen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/einbohrung.jpg"> </a> <strong> Apfelwickler (Cydia pomonella) </strong> <br>Am Bohrloch und den anhaftenden Kotkrümeln sind vom Apfelwickler befallene Früchte gut zu erkennen. Quelle: Lampe | www.greencommons.de | Apfelwicklereinbohrung Sorte Rubinette | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespebefall_4.jpg"> </a> <strong> Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) </strong> <br>Die gut sichtbaren bogenförmigen Fraßgänge verraten, dass hier eine Apfelsägewespe am Werk war. Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.hortipendium.de | Apfelsägewespe Hoplocampa testudinea - Fruchtbefall | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespe_made_001.jpg"> </a> <strong> Larve der Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) in befallener Frucht </strong> Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.greencommons.de | Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) - Made (Larve) in befallener Frucht | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata01.jpg"> </a> <strong> Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata) </strong> <br>Der Kleine Frostspanner legt seine Eier im Spätherbst an jungen Trieben ab. Zum Knospenaufbruch im Frühjahr schlüpfen die Larven. Quelle: Jeffdelonge | www.wikimedia.org | Operophtera brumata | https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:Attribution_Entomart <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata_larva.jpg"> </a> <strong> Raupe des Kleinen Frostspanners (Operophtera brumata) </strong> <br>Die grasgrünen Raupen des Kleinen Frostspanners bewegen sich in katzenbuckelartigen Bewegungen vorwärts. Quelle: Gyorgy Csoka Hungary Forest Research Institute Hungary | www.wikimedia.org | English Operophtera brumata larva | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/us/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> Die wichtigsten Krankheiten im Überblick <p><strong>Apfelschorf:</strong>&nbsp;Flecken mit einer rauen, oft rissigen Oberfläche sind charakteristische Symptome eines Befalls mit Apfelschorf (<em>Venturia inaequalis</em>). Spät befallene Früchte zeigen lediglich kleine schwarze Punkte. Auf den Blättern erkennen Sie den Befall jedoch schon früh an den dunkelgrünen bis braunen Flecken. Apfelschorf ist eher ein optischer Makel, die Früchte können bedenkenlos gegessen werden. Allerdings ist die Lagerfähigkeit durch den Schorf verringert. Es können sich dunkle, eingesunkene Flecken während der Lagerung bilden.</p> <ul> <li>Der Pilz überwintert auf den heruntergefallenen Blättern, lassen Sie deshalb bei Befall kein Laub liegen. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompostieren</a> Sie das Laub oder bringen Sie es an anderer Stelle wieder aus, z.B. als Überwinterungsquartier für Igel unter einer Hecke.</li> <li>Durch das Ausbringen von Vinasse oder von Bierhefeextrakt auf das Falllaub können Sie die schnellere Verrottung des Falllaubs anregen. Das fördert eine vermehrte Ansiedlung von Mikroorganismen, wodurch das Laub für Regenwürmer attraktiver wird. Zusätzlich reduziert das die Sporen des Schorfpilzes. Eine zwei- bis dreimalige Ausbringung zwischen Laubfall und März ist zu empfehlen.</li> <li>Nutzen Sie ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a>⁠ wie Gesteinsmehle, Schwefelsaure Tonerde, Schachtelhalm und Algenextrakte.</li> <li>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundstoff">Grundstoff</a> Calciumhydroxid kann vorbeugend eingesetzt werden.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen helfen bei der Befallsregulation, sie fressen das abgefallene Laub mitsamt der Pilzsporen. Achten Sie auf eine artgerechte Haltung.</li> <li>Achtung Verwechslungsgefahr: Eingesunkene braune Flecken an Äpfeln können auch durch einen Calcium-Mangel hervorgerufen werden, der sogenannten Stippe. Bei tatsächlichem Calcium-Mangel sollten Sie den Boden kalken oder Calcium über eine Blattdüngung zuführen. In Jahren mit übermäßigem Blüten- oder Fruchtansatz können Sie der Stippe auch mit einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a> vorbeugen.</li> </ul> <p><strong>Obstbaumkrebs:&nbsp;</strong>Für den sogenannten Obstbaumkrebs ist ein Pilz namens <em>Neonectria ditissima </em>verantwortlich. Er ist ein Wundparasit, bei feuchtem ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>⁠ dringt er über Risse und Wunden in die Rinde ein.</p> <ul> <li>Machen Sie schwere Böden schon bei der Pflanzung mit gewaschenem Sand durchlässiger. So vermeiden Sie Staunässe.</li> <li>Schneiden Sie die Bäume fachgerecht und nur bei trockener ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen des Baumes, zum Beispiel beim Rasenmähen.</li> <li>Beugen Sie Frostrissen bei jungen Obstbäumen mit einem Weißanstrich vor.</li> <li>Vermeiden Sie übermäßige Stickstoff-Düngung.</li> <li>Befallene junge Triebe sollten Sie etwa 30 Zentimeter unterhalb der befallenen Stelle kappen. Schneiden Sie die Befallsstellen bei größeren Ästen bis ins gesunde Holz zurück. Befallenen Baumschnitt sollten Sie nicht kompostieren, sondern entsorgen.</li> </ul> <p><strong>Feuerbrand:</strong>&nbsp;Die hochansteckende Bakterienkrankheit (<em>Erwinia amylovora</em>) kann diverse Obst- und Ziergehölze, wie Birnen, Quitten, Äpfel, Rot- und Weißdorn innerhalb kurzer Zeit erheblich schädigen. Vor allem bei feucht-warmer ⁠Witterung⁠ verbreitet sich der Erreger explosionsartig. Die infizierten Blätter, Blüten und Früchte färben sich rotbraun bis schwarz und schrumpeln lederartig zusammen. Feuerbrand gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. Seit 2019 ist die Krankheit nicht mehr meldepflichtig. Tritt sie in der Nähe von Baumschulen oder Obstanlagen auf, sollten Sie sich dennoch an den <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">in Ihrem Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst</a> wenden.</p> <ul> <li>Pflanzenstärkungsmittel aus schwefelsaurer Tonerde können vorbeugend ausgebracht werden.</li> <li>Sind nur einzelne Triebe betroffen, sollten Sie diese 50 Zentimeter unter der Befallsstelle abschneiden. Tragen Sie danach ein Wundpflegemittel auf.</li> <li>Ist der Befall stark, sollten Sie das Gehölz roden.</li> <li>Überprüfen Sie auch benachbarte mögliche Wirtspflanzen (z.B. Vogelbeere, Mehlbeere, Cotoneaster, Eberesche, Felsenbirne) auf Befall.</li> <li>Vorsicht bei der Entsorgung! Melden Sie sich bei der Kommune! Befallene Pflanzenteile auf keinen Fall kompostieren!</li> <li>Tragen Sie Einmalhandschuhe und desinfizieren Sie die Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelschorf_ojl_fotolia_45577456_m.jpg"> </a> <strong> Apfelschorf (Venturia inaequalis) </strong> <br>Nicht schön, aber auch nicht gesundheitsschädlich. Mit Schorf befallene Äpfel können bedenkenlos verzehrt werden. Quelle: ojl / de.fotolia.com <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfel-nectria1-hoyer.jpg"> </a> <strong> Obstbaumkrebs (Neonectria ditissima) </strong> <br>Obstbaumkrebs tritt vor allem an Apfelbäumen auf, seltener auch an Birnbäumen. Quelle: Christoph Hoyer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerbrand_ninjatacoshell_wikimedia_cc_by-sa_3.0.png"> </a> <strong> Feuerbrand (Erwinia amylovora) gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. </strong> Quelle: Ninjatacoshell / Wikimedia / CC BY-SA 3.0 Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Pflanzenschutzmittel⁠&nbsp;nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Entscheiden Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel, wählen Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> So gelingt die Ernte in Ihrem Obstgarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und vielfältige Arten.</li> <li>Achten Sie auf einen passenden Standort, am besten sonnig und luftig.</li> <li>Lichten Sie die Bäume regelmäßig aus.</li> <li>Kontrollieren Sie die Bäume regelmäßig, um frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p><strong>Schädlingen und Krankheiten vorbeugen:</strong></p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Bäume gerecht zu werden. Prüfen Sie, ob die gewünschten Obstarten zum ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>⁠ in Ihrer Region passen.</li> <li>Kümmernde Kernobstgehölze sind nicht in jedem Fall krank. Dafür kann auch Bodenmüdigkeit verantwortlich sein. Vermeiden Sie deshalb, Kernobstgehölze an einen Platz zu pflanzen, an dem schon zuvor verwandte Arten standen.</li> <li>Pflanzen Sie nicht zu eng und entfernen Sie zu dicht stehende oder ins Bauminnere hineinwachsende Äste. Das sorgt für eine gute Durchlüftung.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen an den Bäumen (z.B. beim Mähen), denn diese erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Achten Sie beim Baumschnitt auf saubere, fachgerechte Schnittflächen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah, so dass sich viele Nützlinge darin wohl fühlen. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.<strong>&nbsp;</strong></li> </ul> Die wichtigsten Schädlinge im Überblick <p><strong>Apfelwickler: </strong>Der Apfelwickler (<em>Cydia pomonella</em>) ist ein eher unauffälliger Falter, dessen Larven einen erheblichen Schaden anrichten können. Sie erkennen den Befall an den braunen Kotkrümeln, die rund ums Bohrloch an der Apfelschale haften. Apfelwickler befallen gelegentlich auch Birnen, Quitten, Aprikosen und Pfirsiche.</p> <ul> <li>Die Larven des Apfelwicklers überwintern gerne in rissigem Holz und in Fruchtmumien. Entfernen Sie deswegen Fruchtmumien und vermeiden Sie Verletzungen des Baumes. Lagern Sie Altholz nicht in der Nähe des Baumes.</li> <li>Hängen Sie Bambusstäbe in den Baum und entfernen Sie diese im Winter mit den eingesponnenen Larven. So lässt sich der Befall im nächsten Jahr reduzieren.</li> <li>Bringen Sie im Juni etwa zehn Zentimeter breite Wellpappenringe am Baumstamm an. Ende Juni wandern die Larven aus dem Obst und verstecken sich darin. Bürsten Sie diese Pappmanschetten wöchentlich über einem Eimer ab oder erneuern Sie diese. Die Larven können Sie an anderer Stelle gut sichtbar in Ihren Garten legen – als Delikatesse für die Vögel.</li> <li>Pflücken Sie befallene Früchte bereits im Juni / Juli und entsorgen Sie diese.</li> <li>Setzen Sie am Stamm und unter der Baumkrone Nematoden der Art&nbsp;<em>Steinernema feltiae</em>&nbsp;ein. Die winzigen Fadenwürmer dringen in die Larven ein und geben ein Bakterium ab, an dem die Schädlinge sterben. Rühren Sie die Nematoden in Wasser ein und spritzen Sie diese abends oder an einem bedeckten Tag im Herbst bei mindestens 12 Grad.</li> <li>Ebenfalls nützlich sind Schlupfwespen der Art&nbsp;<em>Trichogramma cacoeciae</em>, die ihre Eier in die Eier der Apfelwickler legen. Verteilen Sie die Kärtchen mit den Schlupfwespen ab Mai in vier Durchgängen im Abstand von drei bis vier Wochen im Baum. Die Temperatur sollte möglichst bei über 15 Grad liegen.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um den Apfelwickler von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Fördern Sie natürliche Gegenspieler des Apfelwicklers wie Vögel, Ohrwürmer und Wanzen. Bieten Sie zum Beispiel Ohrwürmern kleine Häuschen an. Befüllen Sie dazu Blumentöpfe mit Stroh und hängen Sie diese kopfüber in Ihre Bäume.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen tragen zur Reduzierung der Schädlinge bei indem sie heruntergefallene Früchte mitsamt den Larven fressen.</li> </ul> <p><strong>Sägewespen:</strong>&nbsp;Die Apfel- und die Birnensägewespe (<em>Hoplocampa testudinea</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa brevis</em>) sowie die Schwarze und die Gelbe Pflaumensägewespe (<em>Hoplocampa minuta</em>&nbsp;und&nbsp;<em>Hoplocampa flava</em>) fressen sich durch das Fleisch der Früchte. Die Fraßgänge unterscheiden sich optisch vom Apfelwickler.</p> <ul> <li>Achten Sie auf die Sortenwahl. Apfelsorten werden umso stärker befallen, je weißer ihre Blüten sind. Entsprechend sind reinweiß blühende Sorten stärker gefährdet als rosa blühende.</li> <li>Gehen Sie nicht in jedem Fall gegen den Befall vor. In Jahren, in denen die Bäume sehr viele Blüten ansetzen, kann ein leichter Befall durch Sägewespen nützlich sein und so die ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a>⁠ ersetzen. Schütteln Sie die befallenen Früchte nach der Blüte ab und entsorgen Sie diese.</li> <li>Zur Apfelblüte schlüpfen die ausgewachsenen Sägewespen aus dem Boden und im Juni begeben sich die Larven wieder in den Boden zurück, wo sie den Sommer und Winter verbringen. Werden Hühner in diesem Zeitraum (April bis Juni) unter den Obstbäumen gehalten, vertilgen sie einen Großteil der Schädlinge.</li> <li>Auch Singvögel sind natürliche Feinde der Sägewespen. Unterstützen Sie Vögel mit Nisthilfen und einer naturnahen Gartengestaltung.</li> <li>Ein Einsatz der Grundstoffe Fruktose oder Saccharose als Blattspritzung im Frühjahr kann hilfreich sein, um Sägewespen von der Eiablage auf den Blättern abzuhalten.</li> <li>Sie können weiße Leimtafeln in den Baumkronen aufhängen. Diese dienen jedoch eher der Befallskontrolle als der direkten Bekämpfung. Die Sägewespen halten die weißen Tafeln für große Blüten und bleiben daran kleben. Doch Vorsicht, auch Nützlinge, <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können daran kleben bleiben</a> und verenden. Die Flugzeit der Sägewespen beginnt etwa eine Woche vor der Blüte und endet eine Woche nach der Blüte. Ist sie vorbei sollten die Leimtafeln schnellstmöglich abgenommen werden. Besser wäre, ganz darauf zu verzichten.</li> </ul> <p><strong>Kleiner Frostspanner:</strong>&nbsp;Die Larven des Kleinen Frostspanners (<em>Operophtera brumata</em>) hinterlassen Fraßschäden an einigen Obstbaumarten und anderen Laubgehölzen. Oft sind die Schäden jahrelang gering, dann plötzlich treten die Frostspanner in Massen auf. Die grasgrünen etwa 2,5 Zentimeter langen Räupchen bewegen sich vorwärts, indem sie zunächst einen hohen Katzenbuckel machen und sich dann strecken.</p> <ul> <li>Frostspanner haben viele Fraßfeinde. Je mehr Nützlinge in Ihrem Garten vorkommen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines massenhaften Auftretens von Frostspannern. Allein 77 Vogelarten fressen die Raupen des Frostspanners. Insbesondere zur Brutzeit sind die Raupen eine wertvolle Nahrung für Vögel. Bieten Sie Nisthilfen an, zum Beispiel für Kohlmeisen. Auch Schlupfwespen, Käfer, Spinnen und Ameisen sind Gegenspieler des Frostspanners.</li> <li>Wenn Sie im Frühjahr zur Zeit des Blattaustriebs sehr viele frischgeschlüpfte Raupen finden, kann ein Präparat mit <em>Bacillus thuringiensis</em> helfen. Das Präparat wird ins Wasser einrührt und auf die Bäume gespritzt.</li> <li>Das Anbringen von Leimringen am Stamm im Oktober soll die Weibchen des Frostspanners daran hindern, den Baum hochzukriechen und ihre Eier dort abzulegen. Doch Vorsicht, auch <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Vögel und Fledermäuse können am Leim kleben bleiben</a> und sterben. Wer nicht auf Leimringe verzichten will kann eine Drahtmanschette um den Ring anbringen, damit Vögel und Fledermäuse nicht daran kleben bleiben. Eine andere Möglichkeit ist, die Leimringe relativ niedrig, 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden, anzubringen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/einbohrung.jpg"> </a> <strong> Apfelwickler (Cydia pomonella) </strong> <br>Am Bohrloch und den anhaftenden Kotkrümeln sind vom Apfelwickler befallene Früchte gut zu erkennen. Quelle: Lampe | www.greencommons.de | Apfelwicklereinbohrung Sorte Rubinette | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespebefall_4.jpg"> </a> <strong> Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) </strong> <br>Die gut sichtbaren bogenförmigen Fraßgänge verraten, dass hier eine Apfelsägewespe am Werk war. Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.hortipendium.de | Apfelsägewespe Hoplocampa testudinea - Fruchtbefall | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelsaegewespe_made_001.jpg"> </a> <strong> Larve der Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) in befallener Frucht </strong> Quelle: Uwe Harzer DLR Rheinpfalz | www.greencommons.de | Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) - Made (Larve) in befallener Frucht | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata01.jpg"> </a> <strong> Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata) </strong> <br>Der Kleine Frostspanner legt seine Eier im Spätherbst an jungen Trieben ab. Zum Knospenaufbruch im Frühjahr schlüpfen die Larven. Quelle: Jeffdelonge | www.wikimedia.org | Operophtera brumata | https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:Attribution_Entomart <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/operophtera_brumata_larva.jpg"> </a> <strong> Raupe des Kleinen Frostspanners (Operophtera brumata) </strong> <br>Die grasgrünen Raupen des Kleinen Frostspanners bewegen sich in katzenbuckelartigen Bewegungen vorwärts. Quelle: Gyorgy Csoka Hungary Forest Research Institute Hungary | www.wikimedia.org | English Operophtera brumata larva | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/us/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> Die wichtigsten Krankheiten im Überblick <p><strong>Apfelschorf:</strong>&nbsp;Flecken mit einer rauen, oft rissigen Oberfläche sind charakteristische Symptome eines Befalls mit Apfelschorf (<em>Venturia inaequalis</em>). Spät befallene Früchte zeigen lediglich kleine schwarze Punkte. Auf den Blättern erkennen Sie den Befall jedoch schon früh an den dunkelgrünen bis braunen Flecken. Apfelschorf ist eher ein optischer Makel, die Früchte können bedenkenlos gegessen werden. Allerdings ist die Lagerfähigkeit durch den Schorf verringert. Es können sich dunkle, eingesunkene Flecken während der Lagerung bilden.</p> <ul> <li>Der Pilz überwintert auf den heruntergefallenen Blättern, lassen Sie deshalb bei Befall kein Laub liegen. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompostieren</a> Sie das Laub oder bringen Sie es an anderer Stelle wieder aus, z.B. als Überwinterungsquartier für Igel unter einer Hecke.</li> <li>Durch das Ausbringen von Vinasse oder von Bierhefeextrakt auf das Falllaub können Sie die schnellere Verrottung des Falllaubs anregen. Das fördert eine vermehrte Ansiedlung von Mikroorganismen, wodurch das Laub für Regenwürmer attraktiver wird. Zusätzlich reduziert das die Sporen des Schorfpilzes. Eine zwei- bis dreimalige Ausbringung zwischen Laubfall und März ist zu empfehlen.</li> <li>Nutzen Sie ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a>⁠ wie Gesteinsmehle, Schwefelsaure Tonerde, Schachtelhalm und Algenextrakte.</li> <li>Der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundstoff">Grundstoff</a> Calciumhydroxid kann vorbeugend eingesetzt werden.</li> <li>Auch Schafe und Ziegen helfen bei der Befallsregulation, sie fressen das abgefallene Laub mitsamt der Pilzsporen. Achten Sie auf eine artgerechte Haltung.</li> <li>Achtung Verwechslungsgefahr: Eingesunkene braune Flecken an Äpfeln können auch durch einen Calcium-Mangel hervorgerufen werden, der sogenannten Stippe. Bei tatsächlichem Calcium-Mangel sollten Sie den Boden kalken oder Calcium über eine Blattdüngung zuführen. In Jahren mit übermäßigem Blüten- oder Fruchtansatz können Sie der Stippe auch mit einer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fruchtausdunnung">Fruchtausdünnung</a> vorbeugen.</li> </ul> <p><strong>Obstbaumkrebs:&nbsp;</strong>Für den sogenannten Obstbaumkrebs ist ein Pilz namens <em>Neonectria ditissima </em>verantwortlich. Er ist ein Wundparasit, bei feuchtem ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>⁠ dringt er über Risse und Wunden in die Rinde ein.</p> <ul> <li>Machen Sie schwere Böden schon bei der Pflanzung mit gewaschenem Sand durchlässiger. So vermeiden Sie Staunässe.</li> <li>Schneiden Sie die Bäume fachgerecht und nur bei trockener ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen des Baumes, zum Beispiel beim Rasenmähen.</li> <li>Beugen Sie Frostrissen bei jungen Obstbäumen mit einem Weißanstrich vor.</li> <li>Vermeiden Sie übermäßige Stickstoff-Düngung.</li> <li>Befallene junge Triebe sollten Sie etwa 30 Zentimeter unterhalb der befallenen Stelle kappen. Schneiden Sie die Befallsstellen bei größeren Ästen bis ins gesunde Holz zurück. Befallenen Baumschnitt sollten Sie nicht kompostieren, sondern entsorgen.</li> </ul> <p><strong>Feuerbrand:</strong>&nbsp;Die hochansteckende Bakterienkrankheit (<em>Erwinia amylovora</em>) kann diverse Obst- und Ziergehölze, wie Birnen, Quitten, Äpfel, Rot- und Weißdorn innerhalb kurzer Zeit erheblich schädigen. Vor allem bei feucht-warmer ⁠Witterung⁠ verbreitet sich der Erreger explosionsartig. Die infizierten Blätter, Blüten und Früchte färben sich rotbraun bis schwarz und schrumpeln lederartig zusammen. Feuerbrand gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. Seit 2019 ist die Krankheit nicht mehr meldepflichtig. Tritt sie in der Nähe von Baumschulen oder Obstanlagen auf, sollten Sie sich dennoch an den <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">in Ihrem Bundesland zuständigen Pflanzenschutzdienst</a> wenden.</p> <ul> <li>Pflanzenstärkungsmittel aus schwefelsaurer Tonerde können vorbeugend ausgebracht werden.</li> <li>Sind nur einzelne Triebe betroffen, sollten Sie diese 50 Zentimeter unter der Befallsstelle abschneiden. Tragen Sie danach ein Wundpflegemittel auf.</li> <li>Ist der Befall stark, sollten Sie das Gehölz roden.</li> <li>Überprüfen Sie auch benachbarte mögliche Wirtspflanzen (z.B. Vogelbeere, Mehlbeere, Cotoneaster, Eberesche, Felsenbirne) auf Befall.</li> <li>Vorsicht bei der Entsorgung! Melden Sie sich bei der Kommune! Befallene Pflanzenteile auf keinen Fall kompostieren!</li> <li>Tragen Sie Einmalhandschuhe und desinfizieren Sie die Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfelschorf_ojl_fotolia_45577456_m.jpg"> </a> <strong> Apfelschorf (Venturia inaequalis) </strong> <br>Nicht schön, aber auch nicht gesundheitsschädlich. Mit Schorf befallene Äpfel können bedenkenlos verzehrt werden. Quelle: ojl / de.fotolia.com <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/apfel-nectria1-hoyer.jpg"> </a> <strong> Obstbaumkrebs (Neonectria ditissima) </strong> <br>Obstbaumkrebs tritt vor allem an Apfelbäumen auf, seltener auch an Birnbäumen. Quelle: Christoph Hoyer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerbrand_ninjatacoshell_wikimedia_cc_by-sa_3.0.png"> </a> <strong> Feuerbrand (Erwinia amylovora) gilt als gefährlichste Krankheit des Kernobstes. </strong> Quelle: Ninjatacoshell / Wikimedia / CC BY-SA 3.0 Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel⁠&nbsp;nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Entscheiden Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel, wählen Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Erhebung über die Viehbestände

Ermittelt werden die Bestände an Rindern, Schweinen, Schafen, Pferden und Geflügel allgemein oder repräsentativ. 1. allgemein alle vier Jahre, beginnend 2003, zum Berichtszeitpunkt 3. Mai : Rinder, Schweine, Schafe, Pferde und Geflügel 2. repräsentativ in jedem Jahr (mit Ausnahme der Jahre, in denen die Erhebung nach Nummer 1 stattfindet), beginnend 2002, zum Berichtszeitpunkt 3. Mai: Rinder, Schweine und Schafe 3. repräsentativ in jedem Jahr zum Berichtszeitpunkt 3. November: Rinder und Schweine.

Risikoabschaetzung von Umweltchemikalien. Pharmakokinetik und Biotransformation von 2,2',4,5'-Tetrachlorbiphenyl beim Huhn

Pharmakokinetische Eigenschaften, Verteilung und Ausmass der Biotransformation von 2,2',4,5'-Tetrachlorbiphenyl im Huhn wurden bestimmt. Das die Metaboliten dieses Chlorbiphenyls ueber Kot und Eier ausgeschieden werden, soll nach einer Neusynthese der 14C-markierten Substanz ((14C)-TCB) diese wiederum an Huehner verabreicht werden. Es ist geplant, ihre Metaboliten aus Kot und Eiern zu isolieren und ihre Struktur aufzuklaeren. Weiterhin soll geprueft werden, ob das mikrosomale Enzymsystem der Huehnerleber sowie isolierte Huehnerhepatocyten (14C)-TCB biotransformieren und welche Metaboliten gebildet werden. Im Rahmen dieser Experimente soll auch geklaert werden, ob (14C)-TCB an DNA und RNA der Huehnerleber bindet. Kann dies im in-vitro Experiment gezeigt werden, soll der entsprechende in-vivo Versuch durchgefuehrt werden, indem DNA und RNA aus der Leber von Huehnern isoliert werden, denen (14C)-TCB oral verabreicht wurde.

Transformation of organic carbon in the terrestrial-aquatic interface

The overarching goal of our proposal is to understand the regulation of organic carbon (OC) transfor-mation across terrestrial-aquatic interfaces from soil, to lotic and lentic waters, with emphasis on ephemeral streams. These systems considerably expand the terrestrial-aquatic interface and are thus potential sites for intensive OC-transformation. Despite the different environmental conditions of ter-restrial, semi-aquatic and aquatic sites, likely major factors for the transformation of OC at all sites are the quality of the organic matter, the supply with oxygen and nutrients and the water regime. We will target the effects of (1) OC quality and priming, (2) stream sediment properties that control the advective supply of hyporheic sediments with oxygen and nutrients, and (3) the water regime. The responses of sediment associated metabolic activities, C turn-over, C-flow in the microbial food web, and the combined transformations of terrestrial and aquatic OC will be quantified and characterized in complementary laboratory and field experiments. Analogous mesocosm experiments in terrestrial soil, ephemeral and perennial streams and pond shore will be conducted in the experimental Chicken Creek catchment. This research site is ideal due to a wide but well-defined terrestrial-aquatic transition zone and due to low background concentrations of labile organic carbon. The studies will benefit from new methodologies and techniques, including development of hyporheic flow path tubes and comparative assessment of soil and stream sediment respiration with methods from soil and aquatic sciences. We will combine tracer techniques to assess advective supply of sediments, respiration measurements, greenhouse gas flux measurements, isotope labeling, and isotope natural abundance studies. Our studies will contribute to the understanding of OC mineralization and thus CO2 emissions across terrestrial and aquatic systems. A deeper knowledge of OC-transformation in the terrestrial-aquatic interface is of high relevance for the modelling of carbon flow through landscapes and for the understanding of the global C cycle.

Untersuchungen zum Leistungsniveau und Gesundheitsstatus in Legehennenhaltungen verschiedener Haltungssysteme - Teilprojekt Mecklenburg-Vorpommern

Geflügelpest: Weiter erhöhte Wachsamkeit in Rheinland-Pfalz

Die Klassische Geflügelpest (hochpathogene Aviäre Influenza oder HPAI) breitet sich in Rheinland-Pfalz wesentlich langsamer, aber nach wie vor weiter aus. Seit 21. Oktober 2025 gibt es gesicherte Nachweise des Landesuntersuchungsamtes (LUA) bei 100 Wildvögeln und bei zwei Geflügelhaltungen, eine im Kreis Südliche Weinstraße und eine im Rhein-Pfalz-Kreis. Der massive Eintrag dieser Virusvariante geht hauptsächlich zurück auf den ersten großen Kranichzug Ende Oktober. Auch wenn die Vogelzüge ins Winterquartier vorbei sind: Der Erreger ist in Rheinland-Pfalz noch immer in der Umwelt und wird jetzt in toten heimischen Vögeln nachgewiesen - vor allem in Wassergeflügel wie Graureihern, Schwänen oder Kanadagänsen. Zudem lassen Geflügelpest-Nachweise bei Rotfüchsen, beim Bussard oder sogar beim Waschbären erkennen, dass mit Klassischer Geflügelpest infizierte tote Vögel in der Umwelt weiter zu finden sind. Da das Nahrungsspektrum dieser tot aufgefundenen Raubtiere kranke und tote Vögel umfasst, dienen sie der Tierseuchenüberwachung als zusätzlicher Indikator . Eine konkrete Gefahr f ür den Menschen oder für andere Tiere geht von ihnen nicht aus, sie sollten aber nicht angefasst werden. Welche Auswirkungen der Erregereintrag in die hiesigen Wildvogelpopulationen haben wird und welche Risiken für die Geflügelhaltungen bestehen, muss über fortlaufende Untersuchungen weiter beobachtet und beurteilt werden. Die Bevölkerung ist deshalb auch nach wie vor aufgerufen, tot aufgefundene Vögel den Veterinärämtern zu melden. Berührt werden sollten tote Vögel aber auf keinen Fall, um möglicherweise vorhandene Viren nicht weiterzuverbreiten. Übersicht über vom FLI bestätigte Fälle bei Wildvögeln, Privathaltungen und Geflügelbetrieben seit 21.10.2025 (Stand: 19.12.2025 10:30 Uhr) Landkreis Tierart(en) Kreisweite Aufstallpflicht Aufstallpflicht zurzeit terminiert bis Kreis Ahrweiler 1x Kranich Nein Kreis Altenkirchen 1x Kranich Nein Kreis Alzey-Worms Worms (kreisfreie Stadt) 1x Wildgans 1x Wildgans Aufstallpflicht für alle Geflügelhaltungen in den Ortsgemeinden Eich, Gimbsheim und Hamm sowie in der kreisfreien Stadt Worms ( zur Allgemeinverfügung ). bis auf Weiteres unbefristet Kreis Bad Dürkheim Neustadt (kreisfreie Stadt) 3x Kranich, 1x Wildgans Ja ( zur Allgemeinverfügung ) 15.01.2026 Kreis Bad Kreuznach 1x Kranich Nein Kreis Bernkastel-Wittlich 7x Kranich, 1x Wildgans Nein Kreis Birkenfeld 1x Kranich, 1x Graureiher Nein Eifelkreis Bitburg-Prüm 3x Kranich, 3 x Wildgans Nein Kreis Cochem-Zell 1x Kranich Nein Donnersbergkreis 4x Kranich Nein Kreis Germersheim 1x Wildgans Nein Kreis Kaiserslautern Kaiserslautern (kreisfreie Stadt) 6x Kranich 1x Kranich Nein Kreis Kusel 1x Kranich Nein Kreis Mainz-Bingen Mainz (kreisfreie Stadt) 2x Kranich, 1x Schwan 1x Schwan Nein Kreis Mayen-Koblenz Koblenz (kreisfreie Stadt) 9x Kranich Nein Kreis Neuwied 3x Kranich, 1x Wildgans Nein Rhein-Hunsrück-Kreis 4x Kranich, 1x Waldschnepfe, 1x Graureiher, 1x Greifvogel Nein Rhein-Lahn-Kreis 4x Kranich, 1x Graureiher, 2x Schwan Nein Rhein-Pfalz-Kreis Ludwigshafen (kreisfreie Stadt) Frankenthal (kreisfreie Stadt) Speyer (kreisfreie Stadt) 3x Wildgans 1x Graureiher Geflügelbetrieb mit Gänsen und Enten 1x Schwan, 1x Wildgans Ja ( zur Allgemeinverfügung ) 15.01.2026 Kreis Südliche Weinstraße Landau (kreisfreie Stadt) Privathaltung Hühner und Gänse Nein Kreis Südwestpfalz Pirmasens (kreisfreie Stadt) Zweibrücken (kreisfreie Stadt) 4x Kranich 1x Kranich 1x Kranich, 1x Graureiher Nein Kreis Trier-Saarburg Trier (kreisfreie Stadt) 7x Kranich, 1x Graureiher 4x Kranich Nein Kreis Vulkaneifel Nein Westerwaldkreis 5x Kranich, 1x Wildgans Nein

Allergien in einem Großbackbetrieb durch Hühnereiaerosol

Ziel: Hühnerei-Aerosol ist in Bäckereien - im Gegensatz zu Mehlstaub - eher selten zu finden, hat aber eine hohe allergisierende Potenz. In einem Großbackbetrieb zeigten vier Beschäftigte allergische Reaktionen bis hin zu asthmatischen Attacken, kurz nachdem eine Druckluft-Sprühstation zur Beschichtung von Backwaren mit flüssigem Hühner-Vollei in die Produktion eingeführt worden war. Ziel des Projektes war, die Exposition und die Lungenfunktion der Beschäftigten zu bestimmen. Methodik: Eingesetzt wurden - personenbezogen und ortsfest - Streulichtmessgeräte, um den Zeitverlauf der Exposition zu erfassen und Probenahmepumpen mit Impingern für die Ermittlung der mittleren Aerosolbelastung. Ergebnisse: Personenbezogene, kontinuierliche Messungen während einer vollständigen Produktionsphase ergaben 4,7 mg/m3 für den Arbeitsplatz an der Sprühstation. Auffallend waren hohe räumliche Gradienten (großer Arbeiter - 35 Prozent, kleine Arbeiterin plus 57 Prozent, ortfeste Messung seitlich - 75 Prozent), hohe Spitzenkonzentrationen (bis 21 mg/m3) und eine Verschleppung des Aerosols über große Hallenbereiche durch die Lüftungsanlage, einer der sensibilisierten Arbeiter reagierte sogar in 30 m Entfernung mit einem Abfall des Einsekundenvolumens um 30 Prozent. Alle vier betroffenen Personen mussten die Tätigkeit beenden, zwei waren schließlich sogar auf Nahrungsmittel allergisch, die Hühnerei enthielten. Das für alle Arbeitnehmer in der Halle bestehende Risiko einer Allergisierung wurde mit Stilllegung der Sprühstation und Ersatz durch Airless-Handpritzpistolen erheblich verringert.

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