Das Amphibien- und Reptilienkataster wird als shape-Datei erfasst und verwaltet. In dieser Datengrundlage werden alle Meldungen über Reptilien und Amphibien in Form von Messtischblattquadranten (6x6km) dargestellt. Hier kann die vorkommende Art, der Kartierer und das Jahr der Erfassung ermittelt werden. Bei Fragen und Interesse bitte an die Naturschutzstation in Linum wenden. Das Amphibien- und Reptilienkataster wird als shape-Datei erfasst und verwaltet. In dieser Datengrundlage werden alle Meldungen über Reptilien und Amphibien in Form von Messtischblattquadranten (6x6km) dargestellt. Hier kann die vorkommende Art, der Kartierer und das Jahr der Erfassung ermittelt werden. Bei Fragen und Interesse bitte an die Naturschutzstation in Linum wenden.
Das Amphibien- und Reptilienkataster wird als shape-Datei erfasst und verwaltet. In dieser Datengrundlage werden alle Meldungen über Reptilien und Amphibien in Form von Minutenrastern (1,2 x 1,6km) dargestellt. Hier kann die vorkommende Art, der Kartierer und das Jahr der Erfassung ermittelt werden. Bei Fragen und Interesse bitte an die Naturschutzstation in Linum wenden. Das Amphibien- und Reptilienkataster wird als shape-Datei erfasst und verwaltet. In dieser Datengrundlage werden alle Meldungen über Reptilien und Amphibien in Form von Minutenrastern (1,2 x 1,6km) dargestellt. Hier kann die vorkommende Art, der Kartierer und das Jahr der Erfassung ermittelt werden. Bei Fragen und Interesse bitte an die Naturschutzstation in Linum wenden.
Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit dem Kölner Zoo und Partnern in Vietnam hat das Projekt das Ziel, die Herpetodiversität in Vietnam zu erfassen und verschiedene Naturschutzprojekte zu realisieren.
Seit August 1977 ist die Herpetofauna der Forschungsstation Panguana (Rio Llullapichis, Pachitea, Peru) (vergleiche Ufordat-DS-Nr. 45606, Datenbank des Umweltbundesamtes Berlin) zeichnet sich seit etwa 15 Jahren ein partieller Wechsel der Artzusammensetzung auf. Umfangreiche Rodungen, kontinuierlich sinkende Niederschlaege und andere Faktoren kommen als moegliche Ursachen in Frage. Die Untersuchungen erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Museo de Historia Neutral de la Universidad San Marcos, Lima.
Andine Trockenwaldtäler gehören zu den am wenigsten untersuchten Biotopen der Welt. Bisher sind keine Schutzgebiete im Maranon-Tal ausgewiesen. Wenn nicht schnellstmöglich Schutzstrategien entwickelt und eingeführt werden, wird die Zerstörung dieses einzigartigen Lebensraumes weiter voranschreiten und zu einem irreversiblen Rückgang der Artenvielfalt führen. Das Projekt beinhaltet eine Bestandsaufnahme der Herpetofauna sowie beispielhafte phylogeographische Analysen anhand ausgewählter Gruppen.
This project comprises a variety of smaller studies assessing movement ecology and habitat use patterns as well as food composition, feeding habits and thermal ecology of selected amphibian and reptile species. In addition this project includes a number of macroecological approaches evaluating the potential distribution patterns of Indochinese reptiles and amphibians for conservation priority setting and climate change risk assessments.
Die Reise verfolgt mehrere Ziele: (1.) Klärung der Identität der Froscharten, die bisher von Mayotte nachgewiesen sind (durch Rufanalysen und DNA-Sequenzierungen). Froschlurche sind nach vorherrschender Meinung kaum in der Lage, Meeresbarrieren zu überqueren. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass die Mayotte-Arten nicht mit den madagassischen Arten identisch sind (also nicht durch menschliche Verschleppung dorthin gelangt sind), wäre dies ein sehr deutliches Indiz für eine frühere Landbrücke zwischen Madagaskar und Mayotte. (2.) Sammeln von Gewebeproben und Belegexemplaren von Reptilien und Amphibien auf den Komoren und in Madagaskar, um die Beziehungen zwischen den Herpetofaunen dieser Gebiete anhand von DNA-Sequenzierungen untersuchen zu können. (3.) Sammeln von Schaumnestern des madagassischen Zwergfrosches (Stumpffia pygmaea), um Jungtiere für eine geplante elektronenmikroskopische Studie über Miniaturisierungsphänomene zu erhalten. Die Jungtiere dieser Art sind mit weniger als 3 mm Länge und nur 0,002 g Gewicht die kleinsten vierfüßigen Wirbeltiere, die jemals gefunden wurden. (4.) Sammeln von Kaulquappen der Art Mantidactylus corvus, die ein komplexes Territorialverhalten mit akustischer Kommunikation (bei Amphibien bisher einzigartig.) zeigen. Das Verhaltensrepertoire dieser Larven, das auch optische Signale mit einschließt, soll im Rahmen einer Diplomarbeit untersucht werden. (5.) Abschließen eines neuen Kooperationsabkommens zwischen der Zoologischen Staatssammlung und der Universität Antananarivo und Schaffung der administrativen Voraussetzungen für den reibungslosen Verlauf zukünftiger Forschungsprojekte.
Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Heft 4 (2015), ISSN 0941-7281 Einband (PDF) Impressum, Zitiervorschläge (PDF) Titel, Zusammenfassung, Vorwort, Vorbemerkungen, Inhaltsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, Verzeichnis der im Text erwähnten Tiere (PDF) Kapitel 1 Einleitung und Grundsätze (PDF) Kapitel 2 Methodik (PDF) Kapitel 3 Bearbeitungsgebiet (PDF) Kapitel 4 Ergebnisse 4.1 Artenspektrum der Lurche und Kriechtiere Sachsen-Anhalts (PDF) 4.2 Naturraumbezogene Artenverbreitung innerhalb Sachsen-Anhalts (PDF) 4.3 Artbesprechungen heimischer Arten 4.3.1 Feuersalamander – Salamandra salamandra (Linnaeus, 1758) (PDF) 4.3.2 Bergmolch – Ichthyosaura alpestris (Laurenti, 1768) (PDF) 4.3.3 Nördlicher Kammmolch – Triturus cristatus (Laurenti, 1768) (PDF) 4.3.4 Fadenmolch – Lissotriton helveticus (RAZOUMOWSKY, 1789) (PDF) 4.3.5 Teichmolch – Lissotriton vulgaris (Linnaeus, 1758) (PDF) 4.3.6 Nördliche Geburtshelferkröte – Alytes obstetricans (Laurenti, 1768) (PDF) 4.3.7 Rotbauchunke – Bombina bombina (Linnaeus, 1761) (PDF) 4.3.8 Westliche Knoblauchkröte – Pelobates fuscus (Laurenti, 1768) (PDF) 4.3.9 Erdkröte – Bufo bufo (Linnaeus, 1768) (PDF) 4.3.10 Kreuzkröte – Epidalea calamita (Laurenti, 1768) (PDF) 4.3.11 Wechselkröte – Bufotes viridis (Laurenti, 1768) (PDF) 4.3.12 Europäischer Laubfrosch – Hyla arborea (Linnaeus, 1758) (PDF) 4.3.13 Moorfrosch – Rana arvalis (Nilsson, 1842) (PDF) 4.3.14 Springfrosch – Rana dalmatina (Fitzinger in Bonaparte, 1838) (PDF) 4.3.15 Grasfrosch – Rana temporaria (Linnaeus, 1758) (PDF) 4.3.16 Teichfrosch – Pelophylax esculentus (Linnaeus, 1758) (PDF) 4.3.17 Seefrosch – Pelophylax ridibundus (Pallas, 1771) (PDF) 4.3.18 Kleiner Wasserfrosch – Pelophylax lessonae (Camerano, 1882) (PDF) 4.3.19 Europäische Sumpfschildkröte – Emys orbicularis (Linnaeus, 1758) (PDF) 4.3.20 Westliche Blindschleiche – Anguis fragilis (Linnaeus, 1758) (PDF) 4.3.21 Zauneidechse – Lacerta agilis (Linnaeus, 1758) (PDF) 4.3.22 Waldeidechse – Zootoca vivipara (Lichtenstein, 1823) (PDF) 4.3.23 Mauereidechse – Podarcis muralis (Laurenti, 1768) (PDF) 4.3.24 Schlingnatter – Coronella austriaca (Laurenti, 1768) (PDF) 4.3.25 Ringelnatter – Natrix natrix (LINNAEUS, 1758) (PDF) 4.3.26 Kreuzotter – Vipera berus (Linnaeus, 1758) (PDF) 4.4 Eingebürgerte und gebietsfremde Arten (PDF) 4.4.1 Eingebürgerte Art - Europäischer Grottenolm - Proteus anguinus (Laurenti, 1768) 4.4.2 In Sachsen-Anhalt gebietsfremde Lurche und Kriechtiere 5 Bewertung und Ausblick 5.1 Herpetofauna innerhalb der FFH-Kulisse des Landes (PDF) 5.1.1 Artenspektrum und Repräsentanz innerhalb der FFH-Gebiete 5.1.2 Kennzeichnende Arten der FFH-Lebensraumtypen 5.2. Gefährdung und Schutz 5.2.1 Gesetzlicher Schutz von Lurchen und Kriechtieren (PDF) 5.2.2 Herpetofauna in der behördlichen Planung (PDF) 5.2.3 Schutz der Herpetofauna in der Praxis (PDF) 5.2.3.1 Schutz der Herpetofauna im Straßenverkehr 5.2.3.2 Schutz der Herpetofauna im Siedlungsbereich 5.2.4 Feinde und Krankheiten heimischer Lurche und Kriechtiere (PDF) 5.3 Weiterer Handlungsbedarf uns Ausblick 5.3.1 Weiterer Handlungsbedarf zu FFH-Aspekten (PDF) 5.3.2 Fachlicher Ausblick und Forschungsbedarf (PDF) 5.3.3 Konzept für eine neue Rote Liste des Landes (PDF) 6 Literatur- und Quellenverzeichnis und Bibliographie zur Herpetofauna des Landes Sachsen-Anhalt (PDF) Nachsatz (PDF) Letzte Aktualisierung: 11.07.2019
Vollzug der Wassergesetze und des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung; Standortbezogene Vorprüfung gem. § 7 Abs. 2 UVPG Die Bayerischen Staatsforsten beabsichtigen die Renaturierung des Richtbaches auf dem Grundstück mit der Fl.Nr. 768 der Gemarkung Hannersgrün. Nach den eingereichten Unterlagen soll mit dieser Gewässerrenaturierung der begradigte Richtbach durch aktive Schaffung von Mäandern wieder in sein ursprüngliches Bachbett zurück geführt werden. Zusätzlich sollen im Umfeld des Bachs mehrere Biotoptümpel neu angelegt werden. Im Bachverlauf sollen mehrere Kolke als Laichhabitate für den Feuersalamander neu geschaffen werden. Die Maßnahme dient laut den Antragsunterlagen sowohl dem Wasserrückhalt in der Landschaft als auch in erster Linie als Artenschutzmaßnahme für den Makrozoobenthos im Bach, den Feuersalamander und den im Umfeld brütenden Schwarzstorch. Es werden Biotümpel als Nahrungshabitat durch Förderung verschiedener Arten der heimischen Herpetofauna geschaffen.
Rote Listen Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Halle, Heft 1/2020: 345–355 13 14 Bearbeitet von Wolf-Rüdiger Grosse, Frank Meyer und Marcel Seyring (4. Fassung, Stand: März 2019) Einleitung Traditionell werden Lurche und Kriechtiere auch heute noch zu einer Gruppe zusammengefasst, obwohl es taxonomisch dafür keine Begründung gibt. Trotzdem behält auch die moderne Herpetologie als Wissen- schaftsgebiet diese Gliederung bei. Lurche (Amphibia) besitzen sehr komplexe Habitatansprüche. Die meis- ten von ihnen suchen für unterschiedlich lange Zeit Gewässer auf, um sich zu reproduzieren und die Larval- entwicklung zu vollziehen. Nach einer Metamorphose schließt sich der Landaufenthalt an. Die Tiere wandern in den Sommerlebensraum und später im Jahr bezie- hen sie das Winterquartier. Zwischen den einzelnen Teillebensräumen finden oft ausgeprägte saisonale Wanderungen mit standort- und artabhängig variab- len Distanzen statt. Das komplizierte Gefüge von Habi- tatkomplexen und Verhaltensweisen macht die Lurche sehr anfällig für vielfältige Beeinträchtigungen wie die derzeitigen drastischen Lebensraumveränderungen oder den Klimawandel. Damit sind sie aber auch ein Gradmesser des Zustandes unserer Umwelt, wie sie der Mensch verändert hat. Die Verbreitungsmuster der Kriechtiere (Reptilia) orientieren sich weitgehend an den thermoökologischen Gegebenheiten der Land- schaft. Eine ausreichend lange Aktivitätsperiode mit der Möglichkeit des erfolgreichen Abschlusses des Fortpflanzungszyklus muss zum dauerhaften Überle- ben gewährleistet sein. Gerade bei eierlegenden Arten ist der Erfolg der Fortpflanzung wesentlich von den Temperatur- und Feuchteverhältnissen des Eiablage- platzes abhängig. Zu tiefe Temperaturen verzögern den Schlupf und verringern die Chancen der Jungtiere, vor der Winterperiode Reserven anzulegen. Die Lebens- raumansprüche der Kriechtiere werden in der Kultur- landschaft in immer geringerem Maße erfüllt, so dass die negativen Folgen von Zerschneidungs- und Isola- tionseffekten nicht ausbleiben. In Deutschland kommen 20 Arten von Lurchen vor, von denen 18 in Sachsen-Anhalt anzutreffen sind (Günther 1996, Glandt 2014). Von den 14 bundesweit nachgewiesenen Kriechtierarten sind sechs in Sach- sen-Anhalt heimisch. Die erste Rote Liste der Lurche und Kriechtiere Sachsen-Anhalts (Buschendorf & Uthleb 1992) basierte auf den Beobachtungsdaten von 1978 bis 1989 aus den Bezirken Halle und Magdeburg der ehemaligen DDR. Diese wurden im Rahmen der Be- zirksarbeitsgruppen für Feldherpetologie im Kultur- bund der DDR erhoben („Schiemenzdatei“, veröffent- licht in Schiemenz & Günther 1994). Damals wurden Lurche (Amphibia) und Kriechtiere (Reptilia) 13 Lurch- und sechs Kriechtierarten in die Rote Liste aufgenommen. Die wesentliche Datengrundlage der zweiten Roten Liste der Lurche und Kriechtiere Sach- sen-Anhalts (Meyer & Buschendorf 2004) bildeten die Daten eines ehrenamtlichen Projektes im Zeitraum von 1995 bis 2001 durch den Landesfachausschuss Feldherpetologie des Naturschutzbundes Deutsch- lands zur landesweiten und flächendeckenden Kartie- rung der Herpetofauna Sachsen-Anhalts, veröffent- licht in Meyer et al. (2004). Die zweite Rote Liste führte 14 Lurch- und fünf Kriechtierarten auf. Datengrundlagen Der nunmehr vorgelegten dritten Rote Liste der Lur- che und Kriechtiere Sachsen-Anhalts liegt der Daten- fundus der zweiten Herpetofauna Sachsen-Anhalts zugrunde (Grosse et al. 2015). Für diese existierte eine umfassende Datenbank, die sämtliche histori- schen und aktuellen (bis zum Jahr 2014) Funddaten von Lurchen und Kriechtieren unseres Bundeslandes vereint. Die Datenbank umfasst insgesamt 75.977 für Rasterfrequenzen auswertbare Datensätze (Ein- zelbeobachtungen), wobei 65.792 Datensätze auf die Meldung von Amphibien und 10.185 Datensätze auf Reptilienfundpunkte entfallen. Für die Einschät- zungen der Gefährdungssituationen und der daraus resultierenden Einstufung in die dritte Rote Liste des Landes wurden die aktuellen Verbreitungsdaten aus dem Erfassungszeitraum von 2001 bis 2014 herangezogen. Zudem erfolgte eine Beurteilung der Bestandsveränderungen anhand eines Vergleiches der Erfassungsdaten beider Landesherpetofaunen (Zeiträume: 1990er Jahre bis 2000 und 2001 bis 2014). Dieser war besonders interessant und natur- schutzfachlich relevant, da in beiden Zeiträumen eine nahezu flächendeckende Erfassung feldherpe- tologischer Daten in unserem Bundesland stattfand und somit eine gute Vergleichsbasis vorlag. Ein- schränkend ist anzumerken, dass die Erfassungen zur aktuellen Herpetofauna stark auf die FFH-Arten fokussiert waren und somit ausgewählte „Nicht- FFH-Arten“, wie z.B. die Waldeidechse oder der Feuersalamander, in den Daten des Erfassungszeit- raums 2001 bis 2014 unterrepräsentiert sind. Bemerkungen zu ausgewählten Arten Für die in der vorliegenden Roten Liste aufgeführten Arten wird im Folgenden näher auf die aktuelle Situ- ation in Sachsen-Anhalt sowie die jeweiligen Gefähr- dungsfaktoren und die sich im Vergleich zur zweiten Fassung der Roten Liste (Meyer & Buschendorf 2004) ergebenden Änderungen eingegangen. 345 Lurche und Kriechtiere Streichungen aus der Roten Liste Seit Beginn der systematischen Erhebung von her- petologischen Daten wurden immer wieder Funde der Europäischen Sumpfschildkröte gemeldet (z. B. Buschendorf 1984, Gassmann 1984). Bisher wurde die Art als ausgestorben (Kategorie 0) in der Roten Liste unseres Bundeslandes geführt (Meyer & Buschendorf 2004). Da es sich bei einem Teil der bisher beobachte- ten Tiere nachweislich um südosteuropäische Exem- plare handelte, ist bis dato fraglich, ob die Art jemals in unserem Land autochthon vorkam. Selbst durch intensive Recherchen konnte nach wie vor kein Beleg für ein früheres indigenes Vorkommen der Art erbracht werden, weshalb ein solches nach Einschätzung der Autoren nahezu auszuschließen ist. Die Europäische Sumpfschildkröte wird daher in der vorliegenden Roten Liste nicht mehr aufgeführt. Alle Hinweise auf Vorkom- men von Sumpfschildkröten sollten dennoch intensiv verfolgt und festgestellte Tiere nach Möglichkeit mole- kulargenetisch getestet werden. Einstufung in die Gefährdungskategorie 1 Die Kreuzotter ist in Sachsen-Anhalt schon seit langem nicht nur die seltenste, sondern auch die am stärksten gefährdete Reptilienart. Sie ist aktuell nur noch in 12 Messtischblättern (TK25) nachgewiesen (Westermann 2015a). Trotz intensiver Nachsuche in Regionen bekannter Altvorkommen konnte die Kreuz- otter seit dem Jahr 2001 mit nur noch 32 Nachwei- sen für das gesamte Bundesland bestätigt werden. Immerhin wurden im Kartierzeitraum 1990 –2000 noch 70 Fundmeldungen erfasst, wonach die Art bereits in der zweiten Fassung der Roten Liste als seltenste Schlangenart Sachsen-Anhalts galt (Meyer & Buschendorf 2004). Die Gründe für den alarmierenden Rückgang der Vorkommen, welcher klar mit einem bundesweiten Trend korrespondiert, sowie die nur noch sehr geringen Individuendichten im jüngsten Erfassungszeitraum seit 2001 sind bisher unbekannt. Diskutiert werden u. a. Faktoren wie der Klimawandel (v. a. bezogen auf die Austrocknung von Feuchtgebie- ten und Mooren) sowie die verstärkte Prädation durch Schwarzwild und den Waschbären. Durch die sehr geringen Individuendichten in den verbliebenen Vor- kommen sind das Fortbestehen der einzelnen Popula- tionen und der Austausch zwischen den Vorkommen sehr stark gefährdet. Auf Grund dieser alarmierenden Situation wird die Kreuzotter in die Kategorie 1 („vom Aussterben bedroht“) hochgestuft. Einstufung in die Gefährdungskategorie 2 Die Kategorie 2 („stark gefährdet“) hat in der vorlie- genden neuen Roten Liste den größten Zuwachs er- halten, was ein klarer Hinweis auf die sich verschlech- ternde Bestandssituation der Lurche und Kriechtiere im Land ist. Unter den als „stark gefährdet“ eingestuften Arten stellt sich die Situation bei der Kreuzkröte inzwischen als besonders dramatisch dar. Zwar ist sie bei Aus- wertung der Rasterfrequenz 2001–2014 grundsätzlich noch weiter verbreitet, innerhalb der Populationen gab es seit der Veröffentlichung der letzten Roten Liste allerdings gravierende Bestandseinbrüche und zahlrei- che lokale Aussterbeereignisse. Die Kreuzkröte findet in Sachsen-Anhalt nahezu keine geeigneten Primär- habitate mehr vor und besiedelt fast ausschließlich Sekundärstandorte. Dabei sind vor allem die noch aktiv genutzten und kürzlich stillgelegten Abbaustandorte (Ton-, Sand-, Kiesgruben, Braunkohletagebaue etc.) und militärische Übungsplätze sowie flache, tempo- räre Kleingewässer in agrarisch genutzten Gebieten (Acker- und Grünlandsenken) von besonderer Rele- vanz für den Erhalt der Art. Gute Quellpopulationen befinden sich fast nur noch im Bereich von aktiven Abbaustandorten. Durch die weitere Intensivierung des Abbaus sowie die Nutzungsaufgabe der Standorte mit anschließender Flutung (v.a. Kohletagebaue), Ver- füllung, Aufforstung oder Nutzung als Deponie gehen auch aktuell noch zahlreiche dieser für den Erhalt der Art wichtigen Habitate verloren. Der häufig zu beob- achtende Besatz von Restgewässern mit Fischen be- schleunigt die Aussterbeprozesse an solchen Standor- Abb. 1: Habitatverluste durch großflächige Freiflächenphotovoltaikanlagen auf zuvor nutzungsaufgelassenen Konversionsstandorten - hier ehemaliger Militärflugplatz Allstedt (FFH-Gebiet „Borntal, Feuchtgebiet und Heide bei Allstedt“; FFH0135LSA) (Foto: F. Meyer). Abb. 2a, b: Großflächige Aufforstungen sowie Restlochflutungen – wie hier in der Goitzsche bei Bitterfeld – führen in der Bergbaufolgelandschaft zu dramatischen Habitatverlusten, v. a. für die Besiedler von Pioniergewässern wie die Kreuzkröte (Foto: F. Meyer). Abb. 3: Der landesweit an- haltende Rückgang der Hüteschäferei erschwert immer stärker die schutzverträgliche Pflege wertvoller Trockenlebensräume, wovon ins- besondere Zauneidechse und Glattnatter betroffen sind – hier Dissaugraben bei Karsdorf (Foto: F. Meyer). Abb. 4: Die Sukzession ehemaliger Freiflächen stellt einen der Hauptgefährdungsfaktoren für die Kreuzotter dar – hier ehemals individuenreiche, heute vollkommen verwaiste Habitatfläche im nordwestlichen Zeitzer Forst (Foto: F. Meyer). Abb. 5: Die Zerschneidung von Amphibienlebensräumen durch Verkehrswege und der damit einhergehende Tod durch Überfahren ist nach wie vor in allen Landesteilen ein wichtiger Gefährdungsfaktor; Wechselkröte im Gewerbegebiet Queis (Foto: M. Seyring). Abb. 6: Der zunehmende Fischbesatz in Amphibienlaichgewässern stellt für zahlreiche Arten und deren Populationen eine hohe Gefährdung dar; hier: Goldfischbesatz in der Sandgrube Eckberg bei Warnstedt, einem bedeutenden Habitat für Kreuz-, Wechsel- und Geburtshelferkröte sowie den Kammmolch (Foto: A. Westermann). Abb. 7: Ein inzwischen typisches Bild an den Laichgewässern im Frühjahr: Prädation eines Grasfrosches (Foto: W.-R. Große). Abb. 8: Lebensraumverlust durch großflächige Gewerbe- ansiedlungen, hier Gewerbegebiet Halle-Neustadt mit früheren Vorkommen von Kammmolch, Teichmolch, Knoblauchkröte, Wechselkröte und Erdkröte (Foto: F. Meyer). 346 Lurche und Kriechtiere 2a 1 2b 3 4 5 6 7 8 347
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 14 |
| Land | 16 |
| Wissenschaft | 1 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 12 |
| Umweltprüfung | 2 |
| unbekannt | 14 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 14 |
| Offen | 13 |
| Unbekannt | 1 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 27 |
| Englisch | 2 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Dokument | 11 |
| Keine | 15 |
| Webseite | 2 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 15 |
| Lebewesen und Lebensräume | 28 |
| Luft | 7 |
| Mensch und Umwelt | 28 |
| Wasser | 14 |
| Weitere | 27 |