In einer Vielzahl von Laborversuchen konnte der Nachweis der Wirksamkeit von ausgewaehlten Tensiden unter vereinfachten in situ-Verhaeltnissen erbracht werden. Die Arbeiten wurden mit real kontaminierten Boeden (IR-KW, PAK und Phenole) durchgefuehrt. Als Tenside wurden nichtionogene und anionische Tenside eingesetzt. Das Sorptionsverhalten der untersuchten Tenside am Boden wurde bestimmt. Es lag in Bereichen, wo eine Gefaehrdung des Bodens ausgeschlossen werden konnte. Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass die vorhandene Bodenbiologie nicht negativ beeinflusst wird.
Realisierung eines Pilotprojektes zur in situ Bodensanierung unter Verwendung von Tensiden. Mit dem erprobten Verfahren konnte die Waschwirksamkeit von Tensiden auf die Entfernung von IR-KW, PAK und Phenolen in der Praxis nachgewiesen werden. Durch die Gestaltung des Feldes konnten Einfluesse sowohl auf Grundwasserleiter als auch auf benachbartes Erdreich ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Bodenart und Sanierungseffektivitaet. Die Ergebnisse lassen sich durch weitere Variation physikalisch-chemischer Parameter optimieren.
In der Bodensanierung koennen bisher feinkoernige, mit hydrophoben Schadstoffen (PAK, IRKW) kontaminierte Bodenmaterialien nur unzureichend saniert werden. Zur Marktreife gelangten verschiedene in-situ und ex-situ Verfahren, vor allem leichtdurchlaessige Boeden wurden erfolgreich behandelt. Ziel des Projektes war die Entwicklung einer Verfahrenskombination zur in-situ-/ex-situ Sanierung, wobei biologische Techniken mit physikalisch-chemischen kombiniert wurden. Ergaenzend dazu wurde Schall als mechanische Energiequelle zur verbesserten Schadstoffeliminierung untersucht. Die Ergebnisse aus den Laboruntersuchungen wurden im Rahmen eines Grossversuches ueberprueft. Folgende Erkenntnisse wurde gewonnen: - Es wurden in Screeningtests mehrere Tenside ausgewaehlt, die sich aufgrund der Solubilisierung der hydrophoben Schadstoffe und einer verzoegerten biologischen Abbaubarkeit fuer eine biologische Bodensanierung eigneten. - Der Einsatz von Schall als mechanische Energiequelle wurde ueberprueft. Die anfaenglichen positiven Effekte konnten bei Versuchsende nicht nachgewiesen werden, so dass von weiteren Untersuchungen zum Einsatz von Schall abgesehen wurde. - Es standen mehrere, real kontaminierte Boeden zur Verfuegung, die sich im Schadstoffinventar und der Bodenmatrix unterschieden. Nachdem die prinzipielle biologische Sanierbarkeit dieser Boeden festgestellt wurde, folgten Untersuchungen in Saeulen zu verschiedenen Verfahrensvarianten (zB offener-, geschlossener Prozesswasserkreislauf, max 20 Prozent Feuchte). Zusaetzlich wurde ein Bioreaktor entwickelt. Es stellte sich heraus, dass Sauerstoff der limitierende Faktor bei der biologischen Verwertung der Schadstoffe war. Ob ein Tensideinsatz (einmalige/mehrmalige Dosierung) den biologischen Abbauprozess unterstuetzt, ist abhaengig vom Bodentyp und dem Schadstoffalter. Die Ergebnisse zeigten, dass ein Tensideinsatz eher dann von Vorteil ist, wenn der Boden zu Beginn einer Untersuchung mit Tensid gespuelt werden konnte (offener-, geschlossener Kreislauf). Bei einer anschliessenden biologischen Nachbehandlung des Bodens sind Tenside nicht von Vorteil. Die geschlossene Verfahrensweise wurde in einem Pilotvorhaben (Reinigung von 110 Tonnen kontaminiertem Bodenmaterial) in einer Bodenbehandlungsanlage realisiert. Bei Versuchen mit dem Bioreaktor, in dem die fuer den biologischen Abbauprozess notwendigen Bedingungen optimal eingestellt werden konnten, erhoehte ein Tensideinsatz den biologischen Schadstoffabbau. Die Ergebnisse verdeutlichen die Komplexitaet des Themas. Die einzelnen Boeden mit ihrem unterschiedlichen Schadstoffinventar unterschieden sich sehr in der biologischen Abbaubarkeit der Kontaminanten. Ein Tensideinsatz ist nicht immer von Vorteil.