Das interdisziplinäre Forschungsprojekt European Union Action to Fight Environmental Crime (EFFACE) befasst sich mit den Auswirkungen von Umweltkriminalität und möglichen Ansätzen zu ihrer Bekämpfung, mit Schwerpunkt auf der EU. Das Projekt wird aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU (FP7) finanziert. Das Ecologic Institut koordiniert die Arbeit der 11 an dem Projekt beteiligten europäischen Universitäten und Think Tanks.
Ziel des Projektverbundes:
Innerhalb des Rahmenprogramms 'Forschung für nachhaltige Entwicklungen' (FONA3) wurde vom BMBF eine 12 monatige Vorphase zur Vorbereitung eines F&E Projektes zum Thema 'Kaskaden-Kipppunkte in Wald-Ökosystemen in Madagaskar' (TippForM) gefördert. Ziel von TippForM ist die Entwicklung modellbasierter Entscheidungshilfen für ein verbessertes Ökosystemmanagement in Madagaskar. An der Forschung und Umsetzung sind deutsche und madagassische Universitäten sowie mehrere internationale und madagassische NGOs beteiligt.
Hintergrund:
Biodiversität bildet die Grundlage der für den Menschen wichtigen Ökosystemdienstleistungen. Aufgrund des rapide ansteigenden Artenverlustes durch Ressourcenübernutzung, Klimawandel und andere anthropogene Einflüsse ist damit nicht nur der Artenreichtum selbst, sondern auch das menschliche Wohlergehen gefährdet. Madagaskar ist ein globaler Biodiversitätshotspot, aber gleichzeitig eines der von Bevölkerungswachstum, Armut und Klimawandel am stärksten betroffenen Länder der Erde. Die Bevölkerung hängt mehrheitlich von Subsistenzwirtschaft und Produkten der Natur ab. Nicht nachhaltige Landnutzugsaktivitäten, u.a. illegaler Holzeinschlag und Brandrodung für Ackerflächen, haben zu einer drastischen Zerstörung und dem Rückgang von Waldflächen geführt. Mit fortschreitendem Waldverlust gehen auch für die Bevölkerung wichtige Waldressourcen und waldabhängige Ökosystemdienstleistungen verloren.
Inhalt und Methode:
Unter Berücksichtigung globaler, institutioneller und sozioökonomischer Faktoren will TippForM dahingehend zunächst die Dynamik von Landnutzungsveränderungen während der letzten fünf Jahrzehnte und deren Auswirkung auf Artenvielfalt und Ökosystemdienstleistungen in vier Untersuchungsgebieten in Madagaskar untersuchen. Im Fokus stehen dabei die durch Entwaldung und Waldfragmentierung entstandenen Verluste von wichtigen natürlichen Ressourcen und Schlüsselarten (Tiere und Pflanzen) und die dadurch ausgelösten Kaskaden- und Rückkopplungseffekte auf das menschliche Wohlergehen. Um ein Kippen dieses komplexen sozio-ökologischen Systems durch den Verlust kritischer Ökosystemdienstleistungen zu vermeiden bzw. das System zu stabilisieren, braucht es Strategien, welche eine nachhaltige Ressourcen- und Landnutzung unter Einbeziehung unterschiedlicher gesellschaftlicher Interessen gewähren. Mithilfe der Auswertungen von (Langzeit-) Daten und einer partizipativen Szenarienentwicklung sollen im Projekt Indikatoren für Kipppunkte bestimmt und verschiedene Managementstrategien hinsichtlich ihres Potentials sozioökonomische Kipppunkte umzukehren oder zu vermeiden untersucht werden.
Verlauf der Vorphase:
Die vergleichende Betrachtung von Wechselwirkungen und Dynamiken innerhalb sozio-ökologischer Systeme über mehrere Studienregionen hinweg erfordert ein inter- und transdisziplinäres Forschungsdesign. (Text gekürzt)
Die wichtige ökologische Funktion des tropischen Regenwaldes für die gesamte Erde ist allgemein anerkannt. Der Schutz dieses Ökosystems soll unter anderem durch eine nur eingeschränkte, reglementierte Forstnutzung gewährleistet werden, wozu auch die EU-Holzhandelsverordnung dient, die seit März 2013 vollständig in Kraft getreten ist. Zur Überprüfung der Regelungen ist es notwendig, dass in Holzprodukten, zu denen auch Zellstoff, Papier und Karton gehören, Tropenholz nachgewiesen werden kann. Ziel dieses Projektes ist die Erarbeitung fasermorphologischer Merkmale typischer Tropenhölzer unter dem Lichtmikroskop, damit diese in Papier- und Kartonprodukten nachgewiesen werden können. Eine Verifizierung und Ergänzung erfolgt mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops. Des Weiteren soll geprüft werden, ob trotz erheblicher mechanischer und chemischer Beanspruchung der Fasern die Chemotaxonomie an Zellstoffen noch zu nutzbaren Ergebnissen führt.
Die heutigen Faseratlanten können um die im Projekt bearbeiteten Hölzer erweitert werden. Ein Abgleich unbekannter Proben mit den Referenzen dieser Gattungen und Untergattungen ist somit zur Identifikation dieser Hölzer in Papier möglich. Zudem können durch den Einsatz der Rasterelektronenmikroskopie weitere Details erfasst werden. Die bildanalytische Auswertung erlaubt eine Identifikation der untersuchten Hölzer mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit, das gewünschte Werkzeug ist somit geschaffen. Der erstmalige Einsatz der Chemotaxonomie zur Identifizierung von Gattungen und Untergattungen in Papier hat sich als erfolgversprechende Methode erwiesen, für deren Etablierung nun weiterführende Untersuchungen nötig sind.
Ziel des hier beschriebenen Vorhabens ist es, die Kombination der Stabilisotopen-Methode zur Überprüfung einer Herkunftsdeklaration bei Holz mit der DNA-Analyse zur Artidentifizierung anhand von beispielhaften Anwendungen einzuführen. Als Initiator verfolgt der WWF das Ziel, allen interessierten Gruppen (Unternehmen, Behörden, NGOs etc.) eine einfache, schnelle und verhältnismäßig günstige Möglichkeit an die Hand zu geben, mit der die Angaben zur Herkunft von Holz überprüft werden können. Damit könnte ein national wie international überaus bedeutsamer Beitrag zur Unterbindung des illegalen Handels von Holz und damit zur nachhaltigen Nutzung verbliebener Waldressourcen bzw. Primärwälder geleistet werden.
Durch das Projekt 26452 konnten wesentliche Fortschritte bei der Weiterentwicklung der Isotopenmethode und der genetischen Artidentifizierung erreicht werden. Die Ergebnisse tragen wesentlich dazu bei, dass das Thema Fingerprinting in Europa und international diskutiert und möglicherweise zukünftig eine zentrale Rolle bei der Kontrolle der internationalen Holzströme spielen werden.
(...) Die Entwicklung von Anreizsystemen zur Vermeidung von Emissionen aus Entwaldung und Degradierung in Entwicklungsländern (REDD) ist eines der wichtigsten Themen im aktuellen Verhandlungsprozess der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) für ein Kyoto-Folgeabkommen nach 2012. Dieser Mechanismus sieht vor, dass Gelder, die von CO2-Emittenten in Industrieländern bezahlt werden, in Waldprojekte in Entwicklungsländern investiert werden. REDD soll somit Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe ausgleichen. Darüber hinaus wird der Mechanismus als viel versprechender Weg angesehen, Entwicklungsländer in die internationale Klimapolitik zu integrieren. (...) Darüber hinaus sind positive Auswirkungen auf die sozioökonomische Situation lokaler und indigener Bewohner der Waldgebiete möglich. Jedoch generiert ein allein auf die Reduktion von Emissionen basierender REDD-Mechanismus diese sog. co-benefits nicht automatisch. Wenn die Menschen, deren Lebensunterhalt direkt oder indirekt von der Nutzung der Waldressourcen abhängt, nicht von REDD profitieren, sind räumliche und zeitliche Verlagerungen von Entwaldung, eine weitere Zunahme von illegalem Holzeinschlag und Walddegradierung zu befürchten. Eine große Herausforderung in der Ausgestaltung des REDD-Mechanismus wird somit die Regelung der Zusammenarbeit von der lokalen bis hin zur internationalen Ebene sein. (...) Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das grundsätzliche Ziel, die potentiellen Risiken verschiedener REDD-Optionen mit Blick auf das CBD-Ziel zum Schutz der Biodiversität der Wälder und die Situation lokaler und indigener Bevölkerungsgruppen zu analysieren. Darauf aufbauend soll eine gute fachliche Praxis für die Implementierung von REDD in Bezug auf Klima-, Biodiversitäts- und Entwicklungsziele formuliert werden. Dabei wird das Thema von zwei Seiten aus angegangen. Teilprojekt 1 (TP1) analysiert und bewertet die Waldschutzstrategien auf der Ebene internationaler Politikregime - also aus der 'Top-Down-Perspektive. Das am Institut für Landespflege bearbeitete Teilprojekt 2 (TP2) soll mit seinem 'Bottom-Up-Ansatz die Frage beantworten, wie auf der konkreten Projektebene die Klimaschutzziele unter Sicherstellung von Biodiversitäts- und Entwicklungszielen erreicht werden können. Die Untersuchungen in TP2 basieren auf der Analyse von REDD-Pilotprojekten (z.B. in Madagaskar, Indien, Äthiopien oder Bolivien) in Bezug auf ihre Zielsetzungen und den Umsetzungsprozess. Am Anfang des Projektes steht eine ausführliche Literaturrecherche und Analyse des bestehenden Wissens. Innerhalb dieser Projektphase soll im Rahmen von TP2 ein Kriterienkatalog erstellt werden, anhand dessen eine Auswahl geeigneter Projektregionen, 'demonstration activities und REDD-Pilotprojekte für die durchzuführenden Fallstudien erfolgen soll. Diese Fallstudien werden im zweiten und dritten Projektjahr durchgeführt werden und umfassen Felduntersuchungen und Interviews mit Akteuren vor Ort. Etc.