Das Mittelzentrum Aalen mit rund 68.000 Einwohner:innen und acht Ortsteilen zeichnet sich durch eine hohe Wirtschaftskraft und Lebensqualität aus. Im Sinne einer vorausschauenden Strukturpolitik setzen Kommunalpolitik und -verwaltung seit Jahren verstärkt auf die Nutzung von Potenzialen der Innenentwicklung, und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen besteht in Aalen eine konstant hohe Nachfrage nach Wohnraum für alle Generationen. Zum anderen besteht bei einem Teil der Wohnbausubstanz Verbesserungsbedarf, denkt man an Wohnungsgrundrisse und -ausstattung sowie an einen zeitgemäßen Schall- und Wärmeschutz. Kennzeichnend für Aalen ist ein kleinteiliger Grundbesitz. Insbesondere viele Wohngebäude aus der Nachkriegszeit sind in die Jahre gekommen und somit umbaubedürftig. Im Aalener Wohngebäudebestand besteht ein großes Potenzial für eine qualitätvolle Nachverdichtung, um so bestehenden Wohnraum zu verbessern und neue Wohnungen zu schaffen. Zwar haben viele Eigentümer:innen ein großes Interesse an der Modernisierung oder an einem Umbau ihrer Bausubstanz. Die Kosten einer Modernisierung von Gebäuden aus der Nachkriegszeit belasten viele Immobilieneigentümer:innen bzw. -erwerber:innen immens. Darüber hinaus stellen leer gefallene Hofstellen in Innerortslage ein wichtiges Neubaupotenzial dar. Jedoch sind die Abbruchkosten für nicht mehr benötigte Gebäude ein Aktivierungshindernis. Daher hat die Stadt Aalen bereits vor geraumer Zeit verschiedene Aktivitäten entwickelt, um die Innenentwicklung voranzubringen und Aktivierungshemmnissen im baulichen Bestand zu begegnen. Das Aalener Förderprogramm für Innenentwicklung Am 1. Januar 2017 trat daher das Förderprogramm „Flächen gewINNEN für Aalen“ in Kraft. Über die Jahre hinweg wurde das Förderprogramm in seinen Schwerpunkten immer wieder angepasst, derzeit sind folgende Förderbedingungen festgelegt: Abbruchkosten nicht ortsbildprägender, ehemals landwirtschaftlich genutzter Gebäude zur Schaffung von neuem Wohnraum. Der Fördersatz beträgt 50 Prozent der Nettoabbruchkosten, jedoch maximal 10.000 Euro. Kosten für umfassende Modernisierungen von Wohngebäuden, die vor 1980 entstanden sind, zur Schaffung von zeitgemäßen Wohnverhältnissen und zusätzlichem Wohnraum: Der Fördersatz beträgt 10 Prozent der Nettomodernisierungskosten, maximal 10.000 Euro. Bei Familien mit minderjährigen Kindern erhöht sich die Förderung um 1.000 Euro je Kind. Kosten für Aufstockungen und Ausbauten von Dachgeschossen von Wohngebäuden, zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum: Der Fördersatz beträgt 10 Prozent der Ausbaukosten, maximal 10.000 Euro. Bei Familien mit minderjährigen Kindern erhöht sich die Förderung um 1.000 Euro je Kind. Ausnahmsweise wird die umfassende Modernisierung von historisch bedeutsamen und ortsbildprägenden Gebäuden ohne Wohnnutzung mit 10 Prozent der Nettomodernisierungskosten, jedoch mit max. 10.000 Euro gefördert. Maßnahmen, die vor dem Eingang des Zuwendungsbescheids umgesetzt wurden, sind nicht förderfähig. Das kommunale Förderprogramm speist sich sowohl aus dem Kommunalhaushalt als auch über eine Abgabe, die Häuslebauer beim Erwerb von Neubaugrundstücken von der Stadt in einer Höhe von 7,5 Prozent des Verkaufspreises zu entrichten haben. Die sogenannte Innenentwicklungsumlage wird jedoch mindestens 10 Euro/m² und höchstens 25 Euro/m² betragen. Innenentwicklungsmanagerin der Stadt Aalen Ebenfalls am 1. Januar 2017 nahm erstmalig eine Innenentwicklungsmanagerin in der Aalener Verwaltung ihre Arbeit auf. Sie wurde anfangs für zwei Jahre im Rahmen des Förderprogramms "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung" des Landes Baden-Württemberg finanziert. Seit dem Jahr 2019 wird eine Innenentwicklungsmanagerin, die beim Stadtplanungsamt verankert ist, aus dem städtischen Haushalt bezahlt. Das Aufgabespektrum der Innenentwicklungsmanagerin ist breit gefächert. Sie unterstützt Grundstückseigentümer, die ein Umbau- bzw. Modernisierungsprojekt realisieren möchten. Weiterhin spricht sie Eigentümer:innen von Immobilien, die für eine bestandsorientierte Stadtentwicklung von besonderer Bedeutung sind, gezielt an. Dadurch sollen verwaltungsinterne Prozesse verkürzt sowie die Betreuung und Umsetzung des städtischen Innenentwicklungsprogramms optimiert werden. Sie ist weiterhin zuständig für die Erhebung von Innenentwicklungspotenzialen, die Betreuung des Baulandkatasters aus städtebaulicher Sicht, für städtebauliche Entwürfe zu Innenentwicklungspotenzialen, für B-Pläne der Innenentwicklung sowie für die diesbezügliche Öffentlichkeitsarbeit. Bürger*innenbeteiligung: PINmit! - Innenentwicklung neu denken Im Rahmen des Innenentwicklungsmanagements der Stadt Aalen wurde im Jahr 2021 in sieben Ortsteilen ein Kommunikations- und Beteiligungskonzept durchgeführt. Das Konzept bestand aus einem digitalen Baustein sowie aus Ortsspaziergängen mit Workshop. In den Workshops diskutierten je etwa 30 bis 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger vor Ort über Themen wie Baukultur, Infrastruktur und Grün sowie über soziale Belange der Ortsentwicklung. Dabei wurden verschiedene private und öffentliche Baulichkeiten, Sportanlagen, Grün-, Erholungs- und Freizeitflächen, ortsbildprägende Bereiche sowie Straßen, Wege und Plätze und Wege in den Blick genommen. Diesbezüglich wurden Veränderungsbedarfe und mögliche Maßnahmen der Umsetzung erörtert. Förderprogramm „Flächen gewINNEN für Aalen“ Innenentwicklungsumlage Beschäftigung einer Innenentwicklungsmanagerin Kommunikations- und Beteiligungskonzept “ PINmit! - Innenentwicklung neu denken “ Förderprogramm "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung" des Landes Baden-Württemberg Förderprogramm „Flächen gewINNEN für Aalen“ Förderprogramm "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung" des Landes Baden-Württemberg Förderprogramm „Flächen gewINNEN für Aalen“ Kommunikations- und Beteiligungskonzept “PINmit! - Innenentwicklung neu denken“ Förderprogramm "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung" des Landes Baden-Württemberg
Die Große Kreisstadt Crailsheim im Nordosten Baden-Württembergs (circa 36.000 Einwohner:innen, Landkreis Schwäbisch Hall) hat einen anhaltend hohen Bedarf an Wohnraum. Besonders die Wohnraumversorgung für Haushalte mit niedrigem Einkommen, vor allem Singlehaushalte und Familien, wird vor dem Hintergrund steigender Wohnungsnachfrage schwieriger. Es stehen nur in begrenztem Umfang Mietwohnungen beziehungsweise öffentlich geförderter Wohnraum im Bestand von Wohnungsgesellschaften zur Verfügung. Mit einem Stadtentwicklungsplan, einem Wohnbauflächenentwicklungskonzept, mit Neuordnungskonzepten für verschiedene Stadtteile oder einer Wohnraum-Bedarfsanalyse hat die Stadt verschiedene Pläne und Konzepte erstellt, die sich explizit oder im Kontext mit anderen Themen der Stadtentwicklung mit Fragen des Wohnens in Crailsheim befassen. Mit einer Wohnraumoffensive wurden die Aktivitäten zur Wohnraumversorgung verstärkt. Diese zielt sowohl auf Geflüchtete, die in städtischen Unterkünften leben und in privaten Wohnraum vermittelt werden sollen. Zugleich geht es um Wohnraum für wohnungslose Menschen, deren Integration, Teilhabe und Stabilität gefördert werden soll. Die Stadt setzt bei der Lösung des Wohnungsproblems auf eine konsequente Innenentwicklung, um bestehende Potenziale wie zum Beispiel Baulücken für eine Bebauung mit Wohnungen zu aktivieren. Hierdurch soll die Ausweisung neuen Baulands auf der grünen Wiese vermieden werden. Um Baulücken sowie wenig oder nicht mehr genutzte Grundstücke, für die ein Baurecht besteht, einer Bebauung zuzuführen, braucht es die Bereitschaft und Motivation der privaten Grundstückseigentümer:innen. Ein Faktor, der die adäquate Nutzung von Grundstücken für den Bau von Wohnungen bremst, sind Restnutzungen oder Baulichkeiten, deren Beseitigung hohe Abbruchkosten verursacht. Hierauf zielt das städtische Förderprogramm "Innen vor Außen", das es bereits seit dem Jahr 2012 in Crailsheim gibt. Mit diesem Programm werden Abbruchmaßnahmen gefördert, die ein Grundstück für eine neue Wohnbebauung freiräumen. Die Förderung beträgt 40 Prozent der Abbruchkosten bis zu einem Maximalbetrag von 10.000 Euro. Außerdem können Grundstückseigentümer:innen für eine Erstberatung durch ein Architektur- oder Ingenieurbüro bis zu 500 Euro in Anspruch nehmen. Die Stadt finanziert das Förderprogramm derzeit mit jährlichen Haushaltsmitteln in Höhe von 100.000 Euro. Förderprogramm „Innen vor außen“ der Stadt Crailsheim Wohnraumoffensive Förderprogramm „Innen vor außen“ der Stadt Crailsheim Förderrichtlinie „Innen vor Außen“ der Stadt Crailsheim
In der leicht wachsenden Universitätsstadt Landau in der Pfalz mit etwa 48.000 Einwohner:innen werden zusätzliche Wohnungen benötigt, zugleich stehen alte Immobilien leer. Seit Mai 2023 besteht die Landauer Leerstandsinitiative e.V. Als gemeinnütziger Verein widmet sie sich der Nutzbarmachung leerstehender Immobilien insbesondere zum Wohnen. Ziel der Initiative ist es, möglichst vielfältige und nachhaltige Nutzungen im leerstehenden Gebäudebestand zu etablieren. Damit diese Vision Wirklichkeit wird, knüpft der Verein zahlreiche Kontakte mit örtlichen Akteuren in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Außerdem vernetzt sich der Verein mit bestehenden nationalen und internationalen Initiativen. Einer der zentralen Schwerpunkte der Initiative ist die Akquirierung von Leerstandsobjekten, die Kontaktaufnahme mit Eigentümer:innen sowie die Beratung und Vermittlung an Interessent:innen. Im Rahmen des innerstädtischen Verfügungsfonds für Maßnahmen zur Aufwertung, Attraktivitätssteigerung und Belebung der Innenstadt wurde eine hauptamtliche Personalstelle im Verein gefördert und die zusätzliche Ansprache von gewerblichen Leerstandseigentümer:innen intensiviert. Seit 2023 wurden mehrere Projekte auf den Weg gebracht: Im Pilotprojekt „Kiwihof“ konnte von Anfang Oktober 2023 bis Ende April 2024 eine leerstehende Immobilie erfolgreich zwischenbewohnt werden. Ein ehemaliger Winzerhof wurde von vier Personen belebt. Die Dauer der Zwischennutzung wurde hierbei entgegen ursprünglicher Planungen zum beiderseitigen Vorteil verlängert. In einem Projekt in der Herrmann-Sauter Straße wird das Zwischenwohnen in einer Wohnung eines großen Landauer Immobilienunternehmens erfolgreich praktiziert. Geplant ist diese bis voraussichtlich für ein Jahr bis Oktober 2026. Die betreffenden Räumlichkeiten wurden vor der Nutzung von der Leerstandsinitiative teilrenoviert. Seit Herbst 2024 hat eine leerstehende Gewerbeeinheit im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses eine Nutzung, indem hier durch Vermittlung der Leerstandsinitiative drei junge Therapeutinnen eine Praxis in gut erreichbarer Lage einrichteten. Die Eigentümer profitieren dabei durch eine Aufwertung des Gebäudes und einer gestiegenen Attraktivität für den Verkauf beziehungsweise die Vermietung der übrigen Wohnungen. Der Trifels-Hub, ein historisches dreigeschossiges ehemaliges Wohn- und Gasthaus in zentraler Stadtlage, bildet den mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten den Vereinsmittelpunkt. Kunstschaffende teilen sich Räume, treffen sich in einer Schreibwerkstatt und bespielen eine Bühne. Darüber hinaus dient das Gebäude als Versammlungsort für Vereine, Selbsthilfegruppen sowie als Veranstaltungsraum für kulturelle Angebote. Das sogenannte Kultur- und Vereinsfenster steht für zwei leerstehende Ladenfläche, die seit Anfang 2025 für mehrere Monate für Kunststudierenden und Vereinen zum Beispiel für die Eventreihe „Landau liest ein Buch“ oder einen Tanzsportclub öffentlichkeitswirksam zur Verfügung gestellt werden. Ebenso kamen die Kunststudierenden und Vereine in die Position, mitten in der Stadt ihre Inhalte zu präsentieren. Die Landauer Leerstandinitiative e.V. ist Bestandteil eines Bündels von Maßnahmen gegen der Leerstand in der Stadt. Die Stadt Landau ihrerseits mietet mit ihrem Leerstandsprogramm „LeLa – It’s a match“ vorübergehend strukturelle oder absehbare Leerstände an, um diese für neue Nutzerinnen und Nutzer mit attraktiven Konzepten zugänglich zu machen. Sie hat eine Zweckentfremdungsverbotssatzung entwickelt, die am 1. Januar 2024 in Kraft trat. Deren Umsetzung wird von der Landauer Leerstandsinitiative positiv begleitet. Leerstandberatung Kollektives Wohnprojekt als Reallabor Offene Treffen des Landauer Leerstandsinitiative e.V. Themen-Arbeitsgruppen Sta(d)tt Leer – Die Leerstandskonferenz, 28. bis 30. Juni 2024 in Landau/Pfalz Newsletter der Landauer Leerstandsinitiative Leerstandskino Mittel aus dem Verfügungsfonds der Wirtschaftsförderung (bis September 2025) Landauer Leerstandsinitiative „ Hand in Hand gegen Leerstand “ Pilotprojekt Kiwihof Beitrag in ZDF aspekte „ Hört auf zu Bauen “ Sta(d)tt Leer – Die Leerstandskonferenz, 28. bis 30. Juni 2024 in Landau/Pfalz
Die Gemeinde Hiddenhausen, bestehend aus den sechs Gemeindeteilen Lippinghausen, Eilshausen, Schweicheln-Bermbeck, Hiddenhausen, Oetinghausen und Sundern hat 19.700 Einwohner:innen. Die Gemeinde war vor über 15 Jahren stark von Leerstand, Überalterung und Wegzug betroffen und stand vor der Aufgabe, junge Familien im Ort zu halten, den Gebäudeleerstand zu reduzieren und die Quartiere mit Leben zu füllen. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen hat die Gemeinde Hiddenhausen im Jahr 2007 ein innovatives Förderprogramm mit dem Titel "Jung kauft alt" aufgelegt und im Jahr 2022 zuletzt angepasst. Es bietet damals wie heute jungen Paaren und Familien finanzielle Anreize, um vor Ort eine Bestandsimmobilie zu erwerben und zu sanieren. Zusätzlich wird die Erstellung eines Altbau-Gutachtens gefördert, das Aufschluss über den Sanierungsaufwand einer älteren Immobilie gibt. Außerdem wird seit 2019 die energetische Sanierung eines Altbauwohngebäudes gefördert. Das Förderprogramm "Jung kauft alt" kann Familien in Hiddenhausen mit folgenden Beträgen unterstützen: Beim Erwerb einer mindestens 25 Jahre alten Immobilie können für den Abbruch eines Altbaus und die Errichtung eines Ersatzneubaus an gleicher Stelle eine maximale Förderung von 9.000 Euro, verteilt auf 6 Jahre, in Anspruch genommen werden. Die Erstellung eines Altbaugutachtens (Ortsbegehung/Bestandsaufnahme mit Modernisierungsempfehlung und Kostenschätzung) wird mit bis zu 1.500 Euro gefördert. Je nach Energieeffizienzstufe, gestaffelt von „Effizienzhaus Denkmal“ bis „Effizienzhaus 40 Erneuerbare-Energien-Klasse“, werden bei der zur energetischen Sanierung oder für Neubau nach Abriss einmalig jeweils 600 Euro pro erreichter Effizienzhausstufe bezuschusst. Ersatzneubauten müssen mindestens als Effizienzhaus 70 eingestuft sein. Somit ist hier eine maximale Förderung von maximal 4.200 Euro je saniertem Gebäude möglich. Zwischen 2007 und 2025 förderte Hiddenhausen den Erwerb von 896 Altbauten sowie die Erstellung von 85 Altbaugutachten. 13 Anträge auf einmalige Förderung zur energetischen Sanierung wurden positiv beschieden. Das Programm sorgte dafür, dass nicht nur junge Familien im Ort gehalten, sondern auch junge Neubürger gewonnen wurden: 59 Prozent der geförderten Haushalte sind zugezogen. Die Fördermaßnahme hat dazu beigetragen, die Leerstände von Altimmobilien im Ort zu reduzieren. Insbesondere junge Familien haben ältere Häuser erworben und gewachsene Quartiere wieder belebt. Die vorhandene Infrastruktur - Kindergärten und Schulen eingeschlossen – wird wieder besser ausgelastet und die voranschreitende Alterung in der Kommune abgemildert. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet und gilt als Vorbild für viele Kommunen in Deutschland. „Jung kauft alt“ machte Schule. Das 2007 in Hiddenhausen entwickelte Zuschuss Programm diente als Vorbild für viele andere Gemeinden. Schließlich stand „Jung kauft alt“ Pate für die die kreditbasierte Bundesförderung von Wohneigentum für Familien (Bestandsförderung) „Jung kauft alt“, die seit dem Jahr 2024 von der KfW im Auftrag des Bundes durchgeführt wird. Förderprogramm „Jung kauft alt“ Hiddenhausen Förderprogramm „Jung kauft alt“ Hiddenhausen Förderprogramm „Jung kauft alt“ Hiddenhausen KfW-Kredit Nr. 308 “Jung kauft Alt“ Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb
Die Wohnfläche pro Kopf steigt in Deutschland seit Jahren kontinuierlich an – mit erheblichen Folgen für Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Flächenverbrauch. Wohnungen sind in Freiburg knapp. Viele Haushalte, besonders von älteren Personen, wohnen in Ein- oder Zweifamilienhäusern. Die Kinder sind längst aus dem Haus und die Bewohner:innen haben mehr Platz als sie brauchen beziehungsweise tatsächlich nutzen können. In anderen Altersgruppen bekommen Familien Zuwachs und die Wohnbedarfe ändern sich. Die Herausforderungen oder Hürden, diesen Wohnraum an neue Bedürfnisse anzupassen, sind vielfältig und individuell. Das Projekt „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ möchte hier niederschwellige Alternativen aufzeigen. Ziel ist es, Bürger:innen für ein flächeneffizientes Wohnen zu sensibilisieren und sie dabei zu unterstützen, ihre Wohnfläche sinnvoll zu reduzieren – etwa durch Umbaumaßnahmen, Wohnraumteilung oder alternative Formen der Raumnutzung. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zu einer sozial ausgewogenen Wohnraumnutzung und zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Das Beratungsangebot im Projekt „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ richtet sich insbesondere an Eigentümer:innen von Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern in Freiburg. Neben Menschen in der sogenannten Nachfamilienphase werden seit 2025 auch junge Familien angesprochen, die einen Immobilienkauf planen und frühzeitig flexible Wohnkonzepte für unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigen möchten. Auch Haushalte, die bei Familienzuwachs clevere Raumaufteilungen oder multifunktionale Lösungen benötigen, können eine Beratung in Anspruch nehmen. Die Umsetzung erfolgt durch die Energieagentur Regio Freiburg und wird über den Zukunftsfonds Klimaschutz der Stadt Freiburg finanziert. Kern des Projekts ist ein kostenfreies Beratungsangebot durch qualifizierte Architekt:innen, ergänzt durch eine breit angelegte Informationskampagne und verschiedene Informationsveranstaltungen. Besonders gelungene Umsetzungen und kreative Ansätze werden in der Best-Practice-Galerie vorgestellt und erhöhen die Sichtbarkeit des Themas in der Öffentlichkeit. Ein Schwerpunkt der aktuellen Projektphase ist die geplante Umbauprämie: Haushalte, die neuen Wohnraum schaffen, sollen eine finanzielle Unterstützung von bis zu 10.000 Euro erhalten, um konkrete Umbaumaßnahmen realisieren zu können. Die Unterstützung soll finanzielle Hürden abbauen, die in der Vergangenheit häufig ein entscheidender Engpass auf dem Weg zu flächeneffizientem Wohnen waren. In den vorangegangenen Projektphasen wurde ein breites Netzwerk aufgebaut und durch zahlreiche mediale Beiträge bundesweite Aufmerksamkeit erzielt. Rund 230 Haushalte konnten bereits erfolgreich beraten werden. Mehrere Best-Practice-Beispiele zeigen, wie individuelle Beratung zu kreativen, alltagstauglichen und flächenreduzierten Wohnlösungen im Bestand führen kann. Mit der bevorstehenden Aufnahme des Themas Wohnraumsuffizienz in das Klimaschutzkonzept der Stadt Freiburg ist zudem eine langfristige strukturelle Verankerung erreicht. In der aktuellen Projektphase sollen vor allem die Sichtbarkeit und der praktische Nutzen für Bürger:innen weiter gestärkt werden – unter anderem durch die geplante Umbauprämie und neue öffentlichkeitswirksame Formate wie die Ansiedlung einer temporären Ausstellung. Kampagne „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ für effizientere Gestaltung des Wohnraums Kostenfreie, individuelle Beratungen für Bürger*innen mit Wohneigentum im Stadtkreis Freiburg Begleitbroschüre „ Wie wohne ich kleiner besser? Alles auf einen Blick “ Das Projekt „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ wird seit dem Jahr 2024 finanziert über den Zukunftsfonds Klimaschutz der Stadt Freiburg . Projekt „ Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg “ im Internet (inkl. Darstellung von Best-Practice-Beispielen) Begleitbroschüre „ Wie wohne ich kleiner besser? Alles auf einen Blick “
Das Land Schleswig-Holstein möchte bis 2030 die tägliche Flächenneuinanspruchnahme auf unter 1,3 Hektar pro Tag zu senken. Im Jahr 2021 wurde hierfür das Projekt „Nachhaltiges Flächenmanagement Schleswig-Holstein“ unter der Federführung des Innenministeriums eingerichtet. Dieses beinhaltet ein zweistufiges Förderprogramm, den so genannten „Baulandfonds SH“ mit einem Kreditvolumen von bis zu 100 Millionen Euro bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Der Fonds stärkt die Rolle von Städten und Gemeinden in der Flächenentwicklung und unterstützt diese bei der aktiven Baulandentwicklung insbesondere im Innenbereich und auf Konversionsflächen. Auf bisher brach liegenden oder untergenutzten Flächen sollen künftig bezahlbarer Wohnraum und gemischt genutzte Quartiere entstehen. Ziel ist die qualitative Aufwertung des Siedlungsraums sowie eine Reduktion der Neuinanspruchnahme von Flächen. Potenzialanalyse erleichtert Einschätzung von Bauvorhaben Der Baulandfonds besteht aus zwei Programmteilen, einer Potenzialanalyse und einem Darlehen. Die Potenzialanalyse untersucht die Erschließungs- und Bebauungsoptionen und berechnet die Kosten für die Flächenmobilisierung. Sie beinhaltet eine Analyse der künftigen Bedarfe, die Art der Nutzung, die Wirtschaftlichkeit, die Hemmnisse und Risiken sowie ein erstes Nutzungsszenario. Die Kommunen werden somit bei der Entscheidungsfindung über eine Flächenentwicklung unterstützt, darüber hinaus werden die dafür notwendigen nächsten Schritte festgelegt. Im zweiten Programmteil und aufbauend auf der Potenzialanalyse, können die Gemeinden ein Darlehen für den Grunderwerb, die Entwicklung und die Erschließung der untersuchten Fläche beantragen. Entstehen der Gemeinde bei der Entwicklung der Fläche Mindererlöse, kann das Darlehen in einen anteiligen Zuschuss umgewandelt werden. Der Baulandfonds ist die Basis für eine intelligente Innenentwicklung und bietet die Möglichkeit zum sensiblen Umgang mit Bestandsstrukturen. Bis September 2025 wurden 19 Potenzialanalysen in verschiedenen Gemeinden Schleswig-Holsteins durch die IB.SH bewilligt und größtenteils bereits fertig gestellt. Informationen zum Baulandfonds auf dem Landesportal SH Bericht im DASL-Blog (03.09.2025) Landesentwicklungsplan Schleswig-Holstein (2021)
Klimaschutz bedeutet unter anderem, CO 2 -Senken zu bewahren sowie deren Funktion wiederherzustellen oder zu verbessern. Darauf zielt das im Jahr 2023 beschlossene „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) ab, in dessen Rahmen Maßnahmen in Wäldern und Auen, Böden und Mooren, Meeren und Gewässern oder auf naturnahe Grünflächen in der Stadt gefördert werden. Das ANK sieht 69 Maßnahmen in insgesamt zehn Handlungsfeldern vor. Für die Umsetzung stehen bis 2028 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Ein Bestandteil dieses großen Programms ist die Förderung der Entsiegelung und der Wiederherstellung von Bodenfunktionen. Mit den Förderprogrammen „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen (ANK-NKK)“ (Umsetzung der Fördermaßnahme durch KfW) und „Natürlicher Klimaschutz in ländlichen Kommunen (ANK-LK)“ (Umsetzung der Fördermaßnahme durch Projektträger Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH) werden Kommunen adressiert, die Flächen entsiegeln und begrünen möchten. Die Fördergegenstände wie unter anderem die Entfernung versiegelnder Schichten, die Verbesserung des Bodens sowie die naturnahe und biodiversitätsfördernde Begrünung sind in Förderrichtlinien der oben genannten Programme geregelt. Im Auftrag Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) wurde außerdem das Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz (KNK) eingerichtet, das über Fördermöglichkeiten informiert, Fachinformationen bereitstellt sowie Akteur*innen und Interessierte in Veranstaltungen miteinander vernetzt. Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK), Kabinettsbeschluss vom 29. März 2023 Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ (ANK-NKK) Förderprogramm „Klimaschutz ländlichen Kommunen“ (ANK-LK) Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz (KNK) Informationen des Umweltbundesamts (UBA) zur Bodenversiegelung Informationen des Gesamtverbands der Versicherer (GDV)
Bereits seit dem Jahr 2009 werden mit dem Förderprogramm Projekte in den Kommunen Baden-Württembergs unterstützt. Hierzu zählen zum Beispiel innovative Konzepte und städtebauliche Entwürfe, Projekte zur Information und Bürgerbeteiligung oder der Einsatz einer kommunalen Flächenmanagerin beziehungsweise eines kommunalen Flächenmanagers. Im Jahr 2014 wurden so durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen neunzehn Projekte sowie ein neuer Flächenmanager mit einer Gesamtsumme von rund 941.000 Euro gefördert. Die Projekte fokussierten die Aufwertung und effizientere Nutzung bestehender Gewerbegebiete in den vier Kommunen Neckartailfingen, Offenburg, Rottenburg am Neckar und Pfullingen. In der letztgenannten Stadt nimmt ein kommunaler Flächenmanager die örtlichen Gewerbegebiete in den Blick. Die Schaffung von Wohnraum durch Nachverdichtung im Bestand ist Thema unter anderem in Bad Urach, Rietheim-Weilheim, Sindelfingen, Schluchsee und Überlingen, während in Albstadt, Bad Waldsee, Freiburg und Ostfildern effiziente Nutzungskonzepte für Flächen und Gebäude in gemischten Bestandsquartieren entwickelt werden sollen. Auch im Jahr 2025 werden Projekte gefördert, die auf eine verbesserte Flächeneffizienz im bestehenden Siedlungsgefüge abzielen. Die aktuelle Förderrichtlinie sieht darüber hinaus wieder den Einsatz kommunaler Flächenmanagerinnen und -manager vor. Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ 2025 , Bekanntmachung des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen Pressemitteilung vom 24.11.2024 des Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen
| Organisation | Count |
|---|---|
| Kommune | 1 |
| Weitere | 7 |
| Type | Count |
|---|---|
| Text | 8 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 8 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 8 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Keine | 8 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 4 |
| Lebewesen und Lebensräume | 8 |
| Luft | 2 |
| Mensch und Umwelt | 8 |
| Wasser | 2 |
| Weitere | 8 |