Das Ziel des beantragten Projektes ist es, ein völlig neuartiges, elektrochemisches Behandlungssystem zur TBT-Entgiftung von Baggergut durch seine Erprobung in einer dreijährigen Pilotphase an die Schwelle zur Marktreife zu bringen. Im Großmaßstab angewandt, soll dieses Verfahren einen kostengünstigen Beitrag zur Erhaltung natürlicher Lebensräume bei gleichzeitiger Bewirtschaftung von Küstengebieten liefern. Die Elektro-TBT-Entgiftung von Baggergut hebt sich durch seine einfache und äußerst kostengünstige Funktionsweise deutlich von den bisher bekannten technischen Lösungsansätzen, der Wäsche oder Klassierung sowie einer thermischen Nachreinigung ab. Der Prozess besteht darin, dass das Baggergut polarisierte Elektroden überströmt, an deren Oberflächen nascierender Wasserstoff (an den Kathoden) bzw. OH-Radikale (an den Anoden) entstehen, die das TBT, aber auch andere organische Schadstoffe (z. B. AOX) reduktiv bzw. durch Substitution zerstören. In Vorversuchen wurden Abreicherungen bis auf 6 mg Zinn/kg erzielt. Im Rahmen dieses Projektes soll eine Pilotanlage mit einem Anlagenvolumen von 160 m durch den Antragsteller und Entwickler (Technische Universität Hamburg-Harburg) in modularer Containerbauweise erstellt und im Dauerversuch durch zwei Anwender (Hafenämter von Bremerhaven und Hamburg) erprobt werden. Innerhalb der Projektlaufzeit soll diese Anlage hinsichtlich Prozessführung, Materialfragen, Konstruktion und Kosten optimiert werden. Angestrebt wird der erwartbare Preis von 15 ECU pro Tonne behandeltes Baggergut. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Anlage leicht in den Hafenbetrieb integrierbar sein, z. B. durch Montage auf einem schwimmendem Untersatz. Damit eine spätere Anwendbarkeit garantiert ist, werden die Entwicklungsarbeiten in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden erfolgen.