Other language confidence: 0.6340607776731005
<p> Diese Maßnahmen helfen gegen Nacktschneckenplagen <ul> <li>Beugen Sie Schneckenplagen mit pflanzenbaulichen Maßnahmen vor.</li> <li>Schaffen Sie Lebensräume für die Fressfeinde der Schnecken.</li> <li>Nutzen Sie Barrieren wie Schneckenzäune, Schneckenkragen oder Schafwolle.</li> <li>Wählen Sie bestimmte, bei Schnecken unbeliebte Pflanzenarten.</li> <li>Locken Sie Schnecken in Fallen, wo Sie die Tiere gezielt absammeln können.</li> <li>Ein Verzicht auf Schneckenkorn ist gut für die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p>Mit erstaunlichem Appetit fressen sich manche Schneckenarten durch den Garten und hinterlassen dabei Fraßschäden an Blättern, Blüten und Früchten sowie silbrig glänzende Schleimspuren. Insbesondere nach jungen Gemüsepflanzen, Salaten, Erdbeeren und einigen Zierpflanzen haben sie ein großes Verlangen. Es gibt, geschätzt, 250 bis 300 heimische Schneckenarten, doch nur die Wenigsten von ihnen richten nennenswerten Schaden an. Zu den Schadschnecken gehören die Spanische Wegschnecke sowie die Garten-Wegschnecke und die Genetzte Ackerschnecke. Gehäuseschnecken, wie auch die meisten anderen Schneckenarten, sind dagegen nicht schädlich. Sie leben vorwiegend von totem Pflanzenmaterial und erfüllen wichtige Funktionen im natürlichen Kreislauf. Einige (Nackt-) Schneckenarten sind auch deshalb nützlich, weil sie die Eier problematischer Schneckenarten fressen. Die ebenfalls nützliche Weinbergschnecke ist zudem geschützt nach der <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bartschv_2005/BJNR025810005.html">Bundesartenschutzverordnung</a> und der <a href="https://www.bfn.de/abkommen-richtlinie/fauna-flora-habitat-richtlinie-ffh-richtlinie-richtlinie-9243ewg-des-rates-vom">FFH-Richtlinie</a>.</p> <strong>Galerie: Schnecken im Garten</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2113/bilder/800px-arion_distinctus_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2113/bilder/deroceras_reticulatum.png"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/rote_wegschnecke_gabriela_fink_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hellbraune_wegschnecke.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gelbstreifige_wegschnecke.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/wurmschnegel.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/tigerschnegel_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/weinbergschnecke_th_g_auf_pixabay.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption Wo kommen all die Schnecken her? <p>Schneckenplagen haben in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit zugenommen. Die Ursachen dafür sind vielfältig, wirken in der Summe, und sind zum großen Teil menschengemacht. Diese Ursachen sollten Sie kennen:</p> <ul> <li><u><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>:</u> Die Vermehrung von Schnecken ist stark von der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a> abhängig. Ein mildes, feuchtes Frühjahr und ein regenreicher Sommer fördern insbesondere die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>. Auch ein milder Winter mit nur wenigen Frosttagen erhöht die Überlebensrate der Nacktschnecken und ihrer Eier. Durch den Klimawandel nehmen in Deutschland <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-niederschlagshoehe#teilweise-sehr-regenreiche-jahre-seit-1965">durchschnittliche Niederschlagsmengen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-lufttemperatur#mildere-herbste-und-winter-in-deutschland">milde Winter</a> zu, was die Nacktschnecken weiter begünstigen wird.</li> <li><u>Verlust von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>:</u> Viele Fressfeinde der Nacktschnecken sind in Gärten nur noch selten anzutreffen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Durch die unnatürliche Gestaltung und Bewirtschaftung vieler Gärten finden heimische Tiere, und damit auch Fressfeinde der Nacktschnecken, kaum noch Nahrung und Lebensraum. Ein weiterer Grund ist der Einsatz von Pestiziden. Beispielsweise tötet Schneckenkorn nicht nur die Schadschnecken, sondern auch nützliche Schnecken, welche Schadschnecken und deren Eier vertilgen.</li> <li><u>Pflanzenzüchtung:</u> Wildpflanzen schützen sich mit allerlei Abwehrstoffen vor Fressfeinden. Sie verderben mit Bitterstoffen, Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Toxinen den Schnecken den Appetit. Mit der Kultivierung durch den Menschen wurden solche Stoffe jedoch zunehmend aus dem Gemüse herausgezüchtet, um es genießbar und schmackhaft zu machen. Die fehlenden Abwehrstoffe machen die Pflanzen nun anfällig für Schädlingsbefall, und auch die Schnecken sind auf den guten Geschmack gekommen.</li> <li><u>Enge Fruchtfolgen</u>: Eintönige Fruchtfolgen mit schneckenanfälligen Kulturen fördern das Schnecken-Vorkommen, indem sie durchgehend ein sicheres Nahrungsangebot zur Verfügung stellen.</li> <li><u>Hohe Stickstoffgaben:</u> Schnecken mögen Pflanzen, welche durch ein hohes Angebot an leicht löslichen Stickstoffdüngern schnell gewachsen sind. Viel Stickstoff erhöht zwar den Ertrag, schwächt aber die Pflanzengesundheit insgesamt und fördert auch Schnecken.</li> <li><u>Lichtverschmutzung</u>: Nächtliche Beleuchtungen im Garten sind für viele Insektenarten tödliche Fallen, z.B. für Leuchtkäfer ("Glühwürmchen"). Diese vertilgen während ihrer dreijährigen Larvenzeit ausschließlich Schnecken, insbesondere Nacktschnecken. Doch wegen der vielen künstlichen Lichter können sie sich nicht mehr erfolgreich vermehren, weil sie die Lampen nicht von ihren Geschlechtspartnern unterscheiden können. In ihrer kurzen Paarungszeit vergeuden sie somit alle Energie, indem sie orientierungslos von Lampe zu Lampe fliegen.</li> <li><u>Gebietsfremde Schneckenarten:</u> Weltweit, aber auch in Deutschland, breiten sich nicht-heimische Schneckenarten aus. Befördert wird das durch den globalen Warenverkehr und den Klimawandel. Einige gebietsfremde Arten gelten als invasive Arten. Das heißt, sie können sich, mangels natürlicher Feinde, stark vermehren und langfristig heimische Arten verdrängen. Laut Bundesamt für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) gibt es in Deutschland etwa <a href="https://neobiota.bfn.de/invasivitaetsbewertung/weichtiere.html">90 nicht-heimische Weichtierarten</a> (Mollusken), darunter auch Schadarten wie die Garten-Wegschnecke und einige Ackerschnecken-Arten. Keine der eingeschleppten Land-Schneckenarten wurde jedoch als invasiv eingestuft (BfN-Skripten 626, 2022). Die Spanische Wegschnecke gilt dagegen als invasive Art. Inzwischen wurde zwar durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dna">DNA</a>-Analysen festgestellt, dass diese nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Spanien stammt, sondern <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/eva.12177">in Mitteleuropa heimisch</a>. Dennoch hat sie sich in den letzten Jahrzehnten aus obengenannten Gründen extrem vermehrt und über den ganzen Kontinent, insbesondere nach Nord- und Ost-Europa, ausgebreitet. Auch in Nord-Amerika sind bereits Funde bestätigt.</li> </ul> Warum gerade die Spanische Wegschnecke? <p>Gründe für die extreme, aus Schnecken-Sicht "erfolgreiche" Ausbreitung der Spanischen Wegschnecke liegen auch in ihren artspezifischen Merkmalen:</p> <ul> <li><u>Hohe Reproduktionsraten</u>: Eine einzige Wegschnecke kann in ihrem normalerweise einjährigen Leben bis zu 400 Eier legen. Weil sie, wie fast alle Land-Schnecken, Zwitter sind, kann jedes Tier befruchten und befruchtet werden.</li> <li><u>Breites Nahrungsspektrum</u>: Spanische Wegschnecken ernähren sich von 100 verschiedenen Pflanzenarten und fressen auch, im Gegensatz zu anderen Schneckenarten, Aas, Kot, Artgenossen und kleine Tiere. Sogar <a href="https://nsojournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jav.01189">Nestlinge</a> von bodenbrütenden Singvögeln sind nicht vor ihnen sicher.</li> <li><u>Wenige Fressfeinde</u>: Ausgewachsene Wegschnecken haben nicht viele Fressfeinde. Und selbst von diesen werden sie mit wenig Vorliebe gefressen, weil sie so groß und schleimig sind. Jungtiere und Eier der Wegschnecken sind da weitaus beliebter.</li> <li><u>Biologische <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassungsfaehigkeit">Anpassungsfähigkeit</a></u>: Das Genom dieser Schnecke enthält sehr viele sogenannte <a href="https://zsm.snsb.de/gesamtgenom-spanische-wegschnecke/">"springende Gene"</a>. Dadurch kann sie sich besonders gut an veränderte Lebensbedingungen anpassen.</li> <li><u>Konkurrenz für andere Schnecken:</u> Spanische Wegschnecken fressen nicht nur kranke und tote Artgenossen und deren Ei-Gelege, sondern auch andere Schneckenarten. Zudem paaren sich Spanische Wegschnecken mit anderen Arten. Es wird angenommen, dass die dabei entstehenden Hybriden vorteilhafte Genversionen ihrer Verwandten übernehmen. Das <a href="https://idw-online.de/de/news746597">führt langfristig dazu</a>, dass die Spanische Wegschnecke noch konkurrenzstärker wird und andere Schneckenarten, wie die Rote Wegschnecke, verdrängt werden.</li> <li><u>Physiologisches Multitalent:</u> Wegschnecken können hervorragend klettern, sich bei Gefahr zusammenrollen, und relativ weite Strecken zurücklegen: bis zu 25 Meter pro Nacht. Ihre Nahrung riechen sie noch aus einer Entfernung von 50 Metern und erinnern sich zudem an Orte mit Leckerbissen. Über Licht-, Geruchs- und Vibrationswahrnehmungen haben sie eine ausgezeichnete räumliche Orientierung. Über Gerüche kommunizieren Schnecken zudem mit ihren Artgenossen. Sie können in kurzer Zeit große Mengen Nahrung zu sich nehmen: pro Tag brauchen sie nur eine Stunde für die Ernährung. Etwa 70 Prozent des Tages ruhen sie in ihren Verstecken.</li> </ul> Mit pflanzenbaulichen Maßnahmen beugen Sie Schneckenplagen vor <ul> <li><u>Sonniger Standort:</u> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> mögen es feucht. Legen Sie Beete mit schnecken-empfindlichen Pflanzen deshalb an möglichst sonnige Standorte.</li> <li><u>Geschützter Bereich:</u> Schnecken verstecken sich gern in Wiesen, Brachen, Hecken, Feuchtbiotopen und im Kompost. Pflanzen Sie empfindliche Kulturen deshalb möglichst weit davon entfernt. Auch ein Schutzstreifen kann das Einwandern der Schnecken aus solchen Bereichen mindern. Das kann ein Streifen aus schwer zu überwindendem Material sein (z.B. Kies, Sand, Sägespäne) oder ein Grasstreifen, der sehr kurz und oft gemäht wird.</li> <li><u>Vielfältige Fruchtfolgen:</u> Wechseln Sie den Standort schneckenanfälliger Kulturen jährlich. So verhindern Sie, dass Schnecken sich im Beet dauerhaft ansiedeln.</li> <li><u>Durchdachte Bewässerung:</u> Gießen Sie Ihre Pflanzen nur punktuell, anstatt die ganze Fläche zu bewässern. Gießen Sie am besten früh morgens. So können die Pflanzen das Wasser tagsüber nutzen, und bis zum Abend ist das Beet wieder trocken. Das erschwert den nachtaktiven Nacktschnecken das Vorankommen.</li> <li><u>Wachstumsvorsprung schaffen:</u> Schnecken mögen am liebsten zarte Jungpflanzen. Ziehen Sie deshalb Gemüse und andere empfindliche Pflanzen im geschützten Bereich (z.B. Fensterbank, Gewächshaus) vor. Pflanzen Sie diese erst relativ spät raus, am besten bei trockenem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Vor dem Auspflanzen sollten Sie die jungen Pflänzchen erst ein paar Tage an die neuen Klimabedingungen gewöhnen.</li> <li><u>Gründliche Bodenbearbeitung:</u> Nacktschnecken verkriechen sich tagsüber gern in Hohlräumen im Boden. Zur Vermeidung solcher Hohlräume sollten Sie die Erde nach einer Aussaat oder Pflanzung fest andrücken. Regelmäßige Bodenbearbeitung macht den Boden feinkrümelig und zerstört die Verstecke. Umgraben, Hacken oder Grubbern legt die Schnecken und ihre Ei-Gelege frei und setzt sie damit der Sonne bzw. dem Frost sowie ihren Fressfeinden aus. Bedenken Sie jedoch, dass eine intensive Bodenbearbeitung das Bodenleben und die Bodenstruktur schädigen kann. Sie sollten deshalb nur in bestimmten Fällen, z.B. bei empfindlichen Kulturen, oder bei tatsächlichem hohen Schneckenbefall, zu solchen Maßnahmen greifen.</li> <li><u>Vorsicht mit Mulchmaterial:</u> Auch beim Mulchen müssen Vor- und Nachteile abgewogen werden. Mulch hat sehr viele positive Effekte, aber bestimmte Materialien sind bei Schnecken als Versteck und Ei-Ablageplatz beliebt. Dazu gehören z.B. Rasenschnitt, Stroh, aber auch Folien und Vlies. Bei starkem Schneckenbefall kann es deshalb sinnvoll sein, auf Mulch zu verzichten, bzw. diesen, samt Schnecken und Eiern, zu entfernen. Auch Erntereste sollten bei Schneckengefahr entfernt oder rasch eingearbeitet werden.</li> <li><u>Ausgewogene Düngung:</u> Schnecken mögen Pflanzen, die durch hohe Stickstoffgaben schnell gewachsen sind und somit kein festes Pflanzengewebe ausbilden konnten. Mäßigen Sie deshalb das Stickstoffangebot. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> aus Ackerschachtelhalm unterstützen die Pflanzen bei der Ausbildung von festem Gewebe.</li> <li><u>Gewächshäuser schützen:</u> Aufgrund des feuchtwarmen und frostfreien Klimas sind Gewächshäuser ein beliebter Ort für Schnecken. Deshalb sollten die Folien keine Löcher haben und am Boden dicht abschließen. Lüften Sie nur tagsüber, wenn die nachtaktiven Schnecken nicht unterwegs sind. Der Bewuchs rund um das Gewächshaus sollte stets kurzgehalten werden.</li> <li><u>Ausbreitung vermeiden:</u> Entsorgen Sie Gartenabfälle und auch Erde nicht in der freien Natur, es können Spanische Wegschnecken oder deren Ei-Gelege darin versteckt sein. Das würde eine weitere Ausbreitung der Schnecken in bisher weniger besiedelten, naturnahen Flächen beschleunigen. Es besteht die Gefahr, dass andere heimische Schneckenarten, die in solchen Gebieten noch vorkommen, durch die Spanische Wegschnecke verdrängt werden. Unabhängig davon ist das Entsorgen von Gartenabfällen in der Natur illegal und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.</li> </ul> So locken Sie Fressfeinde der Nacktschnecken an <p>Wegschnecken haben eine ganze Reihe von Fressfeinden. Die ausgewachsenen Schnecken sind zwar, aufgrund ihrer Größe und des hohen Schleimgehalts, nicht bei allen sonderlich beliebt. Doch Jungschnecken und Schneckeneier stehen bei vielen heimischen Tieren auf der Speisekarte. Entscheidend ist eine vielfältige und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">naturnahe Gartengestaltung</a>, so dass viele Nützlinge darin einen geeigneten Lebensraum finden. Auch ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a> ist förderlich für Ihre Gartenmitbewohner und deren Nahrungsgrundlagen.</p> <ul> <li><u>Vögel:</u> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-KGBqkedzqw">Amseln</a>, Drosseln, Stare, Hausrotschwänze und andere Vögel fressen Schnecken und deren Eier. Die Amsel im verlinkten Video rollt die Schnecke hin und her, um den Schleim zu reduzieren, bevor sie diese frisst. Helfen Sie Vögeln mit einem Angebot entsprechender Nistkästen und der Pflanzung heimischer Vogelnährgehölze. Stellen Sie außerdem Vogeltränken und Wasserstellen zum Baden bereit.</li> <li><u>Igel</u>: Schnecken werden von Igeln in Ermangelung von besser geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Igel sind eigentlich Insektenfresser, am liebsten mögen sie Käfer. Futter finden Igel in Laub-, Reisig- und Totholzhaufen sowie im Kompost. Stellen Sie außerdem eine Schale mit sauberem Wasser bereit.</li> <li><u>Spitzmäuse:</u> Spitzmäuse sind weder Mäuse, noch Nagetiere. Es sind nützliche Insektenfresser, die gern auch Würmer und Schnecken vertilgen. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><u>Maulwürfe:</u> Maulwürfe sind nützliche Tiere. Sie belüften den Boden und fressen Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Maulwürfe sind nach Bundesnaturschutzgesetz "besonders geschützt" und dürfen somit weder gestört, gefangen, noch getötet werden. Respektieren Sie das kleine Tier, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><u>Amphibien & Reptilien:</u> Verschiedene Amphibien (<a href="https://youtu.be/yL9LLkGC7tg">Kröten</a>, Frösche, <a href="https://youtu.be/cyt7aODrX8I">Salamander</a>) und Reptilien (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=s3DYdqzj1q8">Blindschleichen</a>, Eidechsen) fressen (junge) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>. Legen Sie, wenn möglich, einen Gartenteich für Frösche an. Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen. Errichten Sie Burgen aus <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle für wärmeliebende Reptilien. Laubhaufen dienen Kröten als Sommerversteck und Winterquartier.</li> <li><u>Käfer:</u> <a href="https://youtu.be/MrFuhelfpKs">Laufkäfer</a>, Weichkäfer, Aaskäfer, <a href="https://youtu.be/WP55yUB1pyw">Moderkäfer</a> und deren Larven fressen Schnecken bzw. deren Eier. Käfer mögen Totholz besonders gern. Belassen Sie deshalb tote Bäume, oder zumindest Teile davon, in Ihrem Garten. Alternativ können Sie einen <a href="https://schneckenhilfe.de/kaeferkeller-kaeferburg-anlegen-anleitung/">Käferkeller oder eine Käferburg</a> Auch Leuchtkäfer ("Glühwürmchen") brauchen Totholz, um ihre Eier abzulegen. In ihrem dreijährigen Larvenstadium fressen sie ausschließlich Schnecken. Die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MMNk1Sko1e0">Larven der Glühwürmchen</a> spüren die Schnecken anhand ihrer Schleimspur auf, injizieren ihnen ein Gift und fressen sie innerhalb weniger Stunden auf. Den selten gewordenen Glühwürmchen helfen Sie, indem Sie auf künstliches Licht im Garten verzichten.</li> <li><u>Spinnen:</u> Verschiedene Weberknecht-Arten fressen Schneckeneier. Weberknechte mögen dunkle, feuchte Verstecke wie Baumrinden, Keller oder Spalten im Gestein. Gönnen Sie den Tieren ihren Rückzugsort.</li> <li><u><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/gliederfuesser">Gliederfüßer</a>:</u> <a href="https://www.youtube.com/shorts/7hMGekThfHQ">Hundertfüßer</a> fressen Schneckeneier und Jungschnecken. Auch Hundertfüßer mögen es dunkel und feucht. Man findet sie unter Laub, Steinen und Borken.</li> <li><u>Schnegel</u>: Ob <a href="https://www.youtube.com/watch?v=PLi3Zwbv1Go">Tigerschnegel</a> tatsächlich ausgewachsene Wegschnecken fressen, ist in Fachkreisen umstritten. Bestätigt ist, dass sie diese zumindest angreifen und verdrängen, sowie auch deren Eier und Jungtiere fressen. Schnegel sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber gern an feuchten, kühlen Orten. Komposter, Stein- und Holzhaufen bieten ihnen Lebensraum. Tigerschnegel haben ein <a href="https://youtu.be/SjNHvTlInJE">spektakuläres Paarungsritual</a>. Ihre <a href="https://youtu.be/f4ivpQIA548">Eier</a> sind transparent, im Gegensatz zur Spanischen Wegschnecke, deren Eier weiß sind. Damit Schnegel und andere nützliche Schnecken in Ihrem Garten leben können, sollten Sie auf den Einsatz von Schneckenkorn verzichten. Denn Schneckenkorn tötet nicht nur Schadschnecken, sondern auch nützliche Schnecken.</li> <li><u>Laufenten</u>: <a href="https://youtu.be/bfwPUH1Wm9Q">Laufenten</a> sind eifrige Schneckenjäger, die meiste Beute machen sie morgens und abends sowie bei feuchtem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Doch Achtung, sie fressen genauso viele Nützlinge und machen auch vor Ihren Gemüsepflanzen nicht halt. Am besten, Sie lassen die Enten nach der Bodenbearbeitung – aber vor der Bepflanzung auf den entsprechenden Beeten weiden. Oder Sie koppeln den Gemüsegarten ein und lassen die Enten auf den umliegenden Grünflächen weiden. Beachten Sie, dass für die Haltung von Laufenten Fachkenntnisse und eine entsprechende räumliche Ausstattung notwendig sind. Die schwierigste Hürde ist, den Laufenten eine ausreichende Wasserfläche zur Verfügung zu stellen, welche sie für die Auslebung arteigener Verhaltensweisen benötigen. Ein großer Gartenteich kann diese Anforderungen unter Umständen erfüllen. Kleinere, künstliche Wasserflächen (z.B. Badewannen, Wassercontainer) sind nur geeignet, wenn sie täglich gereinigt und neu befüllt werden können.</li> <li><u>Hühner</u>: Für Hühner sind Schneckeneier eine Delikatesse, aber ausgewachsene Nacktschnecken mögen sie nicht. Zudem bringt die Hühnerhaltung jede Menge Arbeit mit sich. Bevor Sie sich Hühner anschaffen, sollten Sie sich unbedingt die nötigen Fachkenntnisse für eine artgerechte Haltung aneignen.</li> </ul> So schützen Sie Ihre Pflanzen mit Barrieren <p>Einige Hindernisse aus bestimmten Materialien können von Schnecken nur schwer oder gar nicht überwunden werden. Damit können Sie einzelne Pflanzen oder ganze Beete vor Schneckenbefall schützen. Zu beachten ist, dass dabei nur die von außen einwandernden Schnecken abgehalten werden. Schnecken, die sich bereits in den zu schützenden Bereichen befinden, müssen abgesammelt werden.</p> <ul> <li><u>Schutzstreifen:</u> Legen Sie um Ihre Beete Schutzstreifen an, die für Schnecken nur schwer zu überwinden sind. Das können z.B. Wege oder Ränder aus Kies sein, oder sehr kurz gemähte Rasenstreifen. Bereiche aus Sand oder Sägespänen zwingen die Weichtiere, besonders viel Schleim zu bilden. Auch das erschwert ihr Vorankommen.</li> <li><u>Abwehrende Mulchmaterialien:</u> Pflanzen können mit frischer <a href="https://youtu.be/P1DKfqknsBs">Schafwolle</a> oder aufgequollenen <a href="https://youtu.be/9bhneGBP_TM">Schafwollpellets</a> vor Schnecken geschützt werden. Das klappt jedoch nur, wenn die Materialien (wieder) trocken sind. Deshalb eignen sie sich besonders gut an Stellen, wo sie vor Regen geschützt sind (z.B. Gewächshaus). Ein weiterer Vorteil der Schafwoll(pellets) ist, dass sie den Pflanzen als Langzeitdünger dienen.</li> <li><u>Schneckenkragen:</u> Kaufen oder basteln Sie einen <a href="https://youtu.be/qDVuxF57X7w">Schneckenkragen</a> für einzelne empfindliche Pflanzen. Insbesondere Setzlinge können damit über einen empfindlichen Zeitraum geschützt werden. Sind die Pflanzen größer, dann bilden sie härteres Gewebe aus, welches für Schnecken weniger schmackhaft ist. Ein Schneckenkragen sollte einen breiten, überstehenden Rand haben und aus robustem, transparentem Material bestehen.</li> <li><u>Pflanzenhüte & Anzuchtglocken:</u> Diese sind insbesondere für den Schutz von Jungpflanzen geeignet. Sie halten nicht nur Schnecken fern, sondern schützen auch vor ungünstiger <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>. Man kann sie kaufen oder selbst basteln, z.B. aus großen Einweckgläsern, Plastikflaschen, Schüsseln oder Eimern. In den Boden der Gefäße wird zunächst ein Luftloch gebohrt. Danach werden die Gefäße mit dem Boden nach oben über die Pflanzen gestülpt.</li> <li><u>Schneckenzaun:</u> Auch ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0aS_F8ohLt0">Schneckenzaun</a> kann das Einwandern der Schnecken stark reduzieren. Da die Zäune relativ teuer sind und das Aufstellen einigen Aufwand verursacht, lohnen sie sich insbesondere für Beete mit empfindlichen Kulturen. Wählen Sie beim Kauf nur Schneckenzäune mit einem großen Überhang, also einem breiten, nach außen gebogenen Rand. Achten Sie beim Aufstellen darauf, dass die einzelnen Stücke ohne Lücken zusammengesetzt werden und nutzen Sie an Ecken spezielle Eckstücke. Halten Sie den Zaun von überhängenden Pflanzen frei, denn Schnecken können diese zur Überwindung der Zäune nutzen.</li> <li><u>Kupferband:</u> Schnecken mögen kein Kupfer, denn dieser <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/stoff">Stoff</a> löst bei Berührung eine chemische Reaktion aus. Beeteinfassungen, Hochbeete und Pflanzgefäße können dementsprechend mit einem (selbstklebenden) <a href="https://youtu.be/MLqippC-LDY">Kupferband</a> geschützt werden. Entscheidend ist, dass das Kupferband mindestens 5 Zentimeter breit ist.</li> <li><u>Schutzanstrich:</u> Senkrecht stehende Materialien können mit einem speziellen <a href="https://youtu.be/uTRRvOHOSk8">Schutzanstrich</a> aus Ölen und Tensiden behandelt werden. Der Anstrich verhindert, dass Schnecken an der Fläche haften bleiben. Sie rutschen ab und können die Fläche somit nicht überwinden. Ein solcher Anstrich kann zum Schutz von Hochbeeten, Pflanzgefäßen und Beeteinfassungen genutzt werden. Er sollte etwa 10 Zentimeter breit aufgetragen werden.</li> </ul> Diese Pflanzenarten sind bei Schnecken unbeliebt <p>Einige Pflanzenarten werden von Schnecken gemieden. Grund dafür sind bestimmte Inhaltsstoffe (z.B. Bitterstoffe, Gerbstoffe, Toxine, ätherische Öle) oder bestimmte Eigenschaften der Pflanzen (z.B. behaarte oder ledrige Blätter, Stacheln und Dornen). Häufig wird empfohlen, solche Arten zwischen empfindliche Kulturen zu setzen, oder als Beetumrandung anzulegen. Doch Vorsicht, auf die abschreckende Wirkung solcher Pflanzungen ist nicht immer Verlass. Schnecken können sehr gut riechen, sie navigieren sich problemlos zwischen unbeliebten Pflanzen hindurch, hin zu den Leckerbissen. Welche Pflanzen sie letztendlich (nicht) fressen ist zudem von der Sorte, dem Alter der Pflanze und deren Gesundheitszustand abhängig.</p> <p>Beispiele für Pflanzenarten, die bei Schnecken eher unbeliebt sind:</p> <ul> <li><u>Kräuter:</u> Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop, Kerbel, Oregano, Bohnenkraut, Estragon</li> <li><u>Gemüse:</u> Tomaten, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Feldsalat, Topinambur, Zuckerhut, Mangold, Rettich, Rote Bete, Porree, Fenchel, Artischocken</li> <li><u>Zierpflanzen:</u> Bartnelken, Ringelblumen, Beinwell, Fingerhut, Eisenhut, Maiglöckchen, Pfingstrosen, Storchenschnabel, Nelkenwurz, Hauswurz, Wolfsmilch, Bergenien, Flockenblumen, Immergrün, Kapuzinerkresse, Königskerze, Rosen, Nachtkerzen, Primeln, Akelei, Ehrenpreis, Kornblumen, Vergissmeinnicht, Wollziest, Traubenhyazinthen, Hortensien</li> <li><u>Zwischenfrüchte:</u> Bitterlupinen, Sommerwicken, Serradella, Phacelia, Ölrettich, Sareptasenf, Gelbsenf, Buchweizen, Sommerlein</li> <li><u>Pflanzen für schneckenabweisende Mulchmaterialien:</u> <a href="https://youtu.be/PUykObZNzV8">getrocknete Minze</a>, Farnblätter, Buchsbaumblätter, Lavendel, frisch gehäckselte Nadelholzrinde</li> <li><u>Pflanzen für schneckenabweisende Jauchen:</u> Brennnessel, Knoblauch, Schafgarbe, Wermut, Efeu, Rainfarn</li> </ul> <strong>Galerie: Bei Nacktschnecken eher unbeliebt</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/eisenhut-blauer_eisenhut_xaver_klaussner_fotolia_67084623_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/akelei_perlphoto_fotolia_93077130_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/sterndolde_astrantia_lila_zwoffel_fotolia_41480235_m_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/bergenien_m.schuppich_fotolia_84983525_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/schwertlilien_christian_mueller_fotolia_67332227_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/lambs_ear_kazakovmaksim_fotolia_42330068_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/blauer_fruehblueher_mallivan_fotolia_50779378_m.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption Diese Pflanzenarten mögen Schnecken besonders gern <p>Einige Pflanzenarten mögen Schnecken besonders gern. Solche Pflanzen sollten Sie entweder gut schützen oder gar nicht erst anbauen. Sie können diese Pflanzenarten auch ganz gezielt als Ablenkfütterung nutzen, indem Sie ein sogenanntes "Opferbeet" an entfernter Stelle anlegen. Damit sollen die Schnecken aus den Gemüsebeeten in andere Gartenbereiche gelockt werden. Auch direkt im Gemüsebeet können Ablenkfütterungen mit bestimmten Pflanzen, auch Unkräutern, helfen, Ihre Kulturpflanzen zu schützen. Doch auch hier gilt: was tatsächlich gefressen wird, ist von Sorte, Alter und Gesundheitszustand der Pflanzen abhängig.</p> <p>Beispiele für Pflanzenarten, die bei Schnecken besonders beliebt sind:</p> <ul> <li><u>Kräuter:</u> Basilikum, Dill, Beifuß</li> <li><u>Gemüse:</u> alle Salatsorten und Kohlarten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Möhren</li> <li><u>Obst:</u> Erdbeeren, Melonen</li> <li><u>Zierpflanzen:</u> Sonnenblumen, Studentenblumen, Rittersporn, Dahlien, Astern, Tulpen, Narzissen, Hyazinthen</li> </ul> So können Sie Schnecken effektiv absammeln <p>Schnecken aus den Beeten abzusammeln, klingt zunächst aufwändig. Tatsächlich ist es aber eine sehr effektive Methode. Zudem ist es die einzige Möglichkeit sicherzustellen, dass wirklich nur Schadschnecken, und keine anderen Arten, entfernt werden. Bevor Sie loslegen: prüfen Sie deshalb, ob Sie wirklich den Schadschnecken auf der Spur sind. Bestimmungs-Bücher oder -Apps können dabei helfen. Die meisten anderen Schneckenarten richten keine nennenswerten Schäden in Ihrem Garten an, sie sollten in ihrem Lebensraum belassen werden. Diese Arten ernähren sich vornehmlich von totem Pflanzenmaterial. Sorgen Sie dementsprechend dafür, dass die harmlosen Schneckenarten zumindest in einigen Bereichen Ihres Gartens totes Pflanzenmaterial finden (z.B. Ernterückstände, Mulchmaterialien).</p> <p>Je besser Sie die Lebensweise der Schadschnecken kennen, desto effektiver können Sie die Schneckenjagd gestalten:</p> <ul> <li><u>Schnecken sind nachtaktiv und lieben hohe Luftfeuchtigkeit</u>: Sie finden die Schnecken deshalb am besten, wenn Sie früh morgens, spät abends, oder bei Regenwetter nach ihnen suchen. Mit einem Schneckengreifer, einer Grillzange oder einem Gartenhandschuh lassen sich die Tiere leicht absammeln. Verwenden Sie gegebenenfalls eine Taschenlampe.</li> <li><u>Verstecke erkennen:</u> Schnecken verstecken sich tagsüber gern an Orten, die feucht, kühl und dunkel sind. Schauen Sie unter Steinen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und großen Pflanzenblättern nach. Sie können auch extra Verstecke anlegen, um sie von dort bequem abzusammeln. Als Verstecke eignen sich Bretter, Karton, Tontöpfe, umgedrehte Pflanzgefäße oder andere licht- und wärmeundurchlässige Materialien.</li> <li><u>Köder auslegen</u>: Sie können unter so einem Versteck eine "Futterstelle" für die Schnecken anlegen. Das lockt die Schnecken von Ihren Pflanzen weg und erhöht die Effizienz Ihrer Schneckenjagd. Als Köder eignen sich beispielsweise Salatblätter, Weißbrot, Haferflocken, Hunde- oder Katzenfutter. Achten Sie darauf, die Verstecke so anzulegen, dass wirklich nur die Schnecken hineinfinden und keine Ratten oder andere Tiere angelockt werden. Legen Sie die Futterstellen nicht dauerhaft an, sondern erst wenige Tage vor dem Absammeln.</li> <li><u>Ei-Gelege entfernen</u>: Sammeln Sie die Schnecken am besten gleich im Frühjahr, nachdem sie aus ihren Eiern geschlüpft sind. Damit gar nicht erst so viele Schnecken schlüpfen sollten Sie insbesondere nach den Ei-Gelegen suchen. Die weißlichen, stecknadelkopfgroßen Eier der Spanischen Wegschnecke findet man in feuchten Verstecken, z.B. im Kompost, unter Bodenplatten und Pflanzkübeln, oder oberflächlich in der Erde vergraben. Da jedes Gelege bis zu 400 Eier enthalten kann, ist deren Entfernung sehr effektiv. Sie können die Eier zerstören oder im Hausmüll entsorgen. Es reicht auch, die Eier einfach freizulegen, so dass sie von Fressfeinden gefunden werden, und der Sonne bzw. dem Frost ausgesetzt sind.</li> <li><u>Erneutes Einwandern verhindern</u>: Am sinnvollsten ist das Absammeln der Schnecken auf solchen Flächen, die mit einer Barriere gegen neu einwandernde Schnecken gesichert sind.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/schneckeneier.jpg"> </a> <strong> Schneckeneier </strong> <br> <p>Die weißlichen, stecknadelkopfgroßen Eier der Spanischen Wegschnecke findet man in feuchten Verstecken. Sie können zerstört oder im Hausmüll entsorgt werden. Alternativ können sie einfach freigelegt werden, so dass Nützlinge sie fressen können.</p> Quelle: David W. | www.wikimedia.org | Schneckeneier in einer Mulde | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 Was tun mit den eingesammelten Schnecken? <p>Die Frage nach dem weiteren Vorgehen mit den abgesammelten Schnecken bleibt häufig unbeantwortet, und auch das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> hat keinen wirklich guten Rat hierfür. Es bestehen zwei Möglichkeiten: die Schnecken zu töten oder sie an anderer Stelle wieder freizulassen. Doch beide Optionen werfen Fragen bezüglich der korrekten Umsetzung auf. Es ist schwierig, eine Lösung zu finden, die für Gärtner*innen praktikabel ist, den Tieren unnötig langes Leiden erspart und nicht zur weiteren Verbreitung der Wegschnecke in der freien Natur beiträgt.</p> <p><u>Schnecken töten:</u> Schnecken verfügen über ein zentrales Nervensystem und zeigen Schmerzreaktionen. Wenn Sie Schnecken töten, sollten Sie den Tieren Leid ersparen und den Tod zumindest schnell und sicher herbeiführen. Welche Methoden dafür tatsächlich geeignet sind, dazu gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Häufig werden folgende Methoden empfohlen:</p> <ul> <li>Zerschneiden mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere. Der Schnitt sollte am ersten Drittel des Körpers angesetzt werden.</li> <li>Die Tiere in einem Eimer mit kochendem Wasser übergießen. Die Wassermenge muss dabei mindestens so groß sein, dass alle Schnecken davon bedeckt sind.</li> <li>Schnecken einzufrieren versetzt sie in einen schlafähnlichen Zustand bevor sie sterben. Diese Methode ähnelt ihrem natürlichen Tod in einem strengen Winter.</li> <li>Töten Sie die Tiere <u>nicht</u> durch Gift, Salz, Essig, Ertränken oder Ersticken.</li> <li>Beachten Sie, dass <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> auch (tote) Artgenossen fressen und von deren Geruch angezogen werden. Die getöteten Schnecken sollten deshalb vergraben oder im Hausmüll entsorgt werden.</li> <li>Der Gedanke, die eingesammelten Schnecken an Enten und Hühner zu verfüttern, liegt nahe. Doch Vorsicht! Hausgeflügel, welches an die großen schleimigen Schnecken nicht gewöhnt ist, kann beim hastigen Verzehr leicht daran ersticken. Testen Sie zuerst mit einzelnen Schnecken, ob diese angenommen und vertragen werden!</li> </ul> <p><u>Schnecken an anderer Stelle freilassen</u>: Bedenken Sie, dass Spanische Wegschnecken recht ortstreu sind. Sie werden sich an das gute Buffet in Ihrem Garten erinnern und einige Mühen auf sich nehmen, dahin zurück zu kehren. Ihr Lieblingsfutter finden sie noch aus einer Entfernung von 50 Metern. Bei einer Freilassung sollten Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen dementsprechend weit entfernt sein. Auch Wald und Naturschutzgebiete sollen sich nicht in der Nähe befinden, um die Ausbreitung der Spanischen Wegschnecke in der freien Natur nicht noch weiter zu beschleunigen. Welche Fläche nun tatsächlich für die Freilassung geeignet ist, um weiteren Schaden möglichst gering zu halten, muss vor Ort verantwortungsbewusst entschieden werden. Von Asphalt umgebene, ungenutzte Wiesen im siedlungsnahen Raum, in denen möglichst viele natürliche Feinde der Wegschnecken vorkommen, sind denkbar. Da Spanische Wegschnecken Hundekot fressen, sind auch städtische Hundewiesen eine Option.</p> Auf diese Methoden zur Schneckenabwehr sollten Sie verzichten <ul> <li><u>Bierfallen:</u> Der Geruch lockt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> aus der ganzen Umgebung an, doch nur die wenigsten ertrinken tatsächlich in der Bierfalle. Dagegen landen viele Nützlinge in den Fallen. Der Tod durch Ertrinken ist für die Tiere langsam und qualvoll.</li> <li><u>Fadenwürmer</u> (<em>Phasmarhabditis hermaphrodita</em>): Spanische Wegschnecken sind gegen diese Parasiten unempfindlich! Wirksam sind Fadenwürmer gegen Genetzte Ackerschnecken, doch diese kommen in Gärten eher selten vor. Dagegen werden auch nützliche Schneckenarten (z.B. Tigerschnegel) von den Parasiten befallen. Der Tod dauert mehrere Tage. Beim Einsatz der Fadenwürmer gibt es zudem Einiges zu beachten, sie sind sehr empfindlich gegen Licht, Hitze, Kälte, Trockenheit und UV-Strahlung. Der Erfolg der Behandlung ist nur von kurzer Dauer.</li> <li><u>Asche: </u>Verzichten Sie darauf, Asche zu streuen, da sie Schwermetalle und andere Schadstoffe enthalten kann. Die schneckenabweisende Wirkung ist zudem auf wenige Holzarten beschränkt und hält nur im trockenen Zustand an.</li> <li><u>Kaffee(satz) / Koffein:</u> Die Wirkung hält nur sehr kurz an. Manche Pflanzenarten vertragen keinen Kaffee(satz), und insbesondere Jungpflanzen reagieren empfindlich auf das Koffein. Größere Mengen Kaffee(satz) können zudem den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens beeinflussen.</li> <li><u>Verbotene "Hausmittel" wie Salz und Natron:</u> Solche Mittel können nicht nur Schnecken, sondern auch anderen Gartenmitbewohnern schwerwiegenden Schaden zufügen. Salz schädigt zudem die Pflanzenwurzeln und den Boden, außerdem gelangt es ins Grundwasser.</li> </ul> Schneckenkorn nur im Ausnahmefall <p>Als Schneckenkorn werden verschiedene Schneckengifte (Molluskizide) mit unterschiedlichen Wirkstoffen bezeichnet. Die granulatförmigen Fraßköder führen nach der Aufnahme zum Tod der Tiere. Obwohl die zugelassenen Produkte nur gegen Nacktschnecken eingesetzt werden dürfen, können bei der Anwendung genauso harmlose Gehäuseschnecken, nützliche Schnegel und streng geschützte Weinbergschnecken sterben. Da einige Schneckenarten viel empfindlicher auf die Gifte reagieren als die robusten Spanischen Wegschnecken, kann der Einsatz langfristig gerade die harmlosen Schneckenarten in Bedrängnis bringen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schneckengift_hans_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Schneckengift </strong> <br> <p>Schneckenkorn kann auch harmlose Gehäuseschnecken, nützliche Schnegel und streng geschützte Weinbergschnecken töten.</p> Quelle: Hans / pixabay <p>Welche Schneckengifte für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind, können Sie in der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/">Datenbank</a> des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einsehen. Wählen Sie hierfür die Suchbegriffe "<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>" und "Haus- und Kleingarten (HuK)". Schneckenkorn kann zwei verschiedene Wirkstoffe enthalten: <em>Eisen-III-phosphat</em> oder <em>Metaldehyd</em>. Ein weiterer Wirkstoff, <em>Methiocarb,</em> ist aufgrund seiner toxischen Wirkung für Nager und Vögel seit 2014 in der EU verboten.</p> <ul> <li><u>Eisen-III-phosphat:</u> Gehört zu den "Wirkstoffen mit geringem Risiko" (low-risk substance, gemäß <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=celex:32009R1107">EU-Verordnung (EG) Nr. 1107/2009</a>). Das sind Stoffe, welche für die Umwelt nicht schädlich sind und bestimmte Anforderungen erfüllen müssen. <em>Eisen-III-phosphat</em> kommt natürlicherweise im Boden vor und wird von Mikroorganismen in die beiden Pflanzennährstoffe Eisen und Phosphat zerlegt. Der Wirkstoff stört den Flüssigkeitshaushalt der Schnecken. Wenn sie davon gefressen haben stellen sie das Fressen ein und ziehen sich in Verstecke zurück. Dort vertrocknen und verhungern sie.</li> <li><u>Metaldehyd</u>: Im Gegensatz zum <em>Eisen-III-phosphat</em> wirkt <em>Metaldehyd</em> stark giftig auf Vögel und Säugetiere. Insbesondere kleine Vogelarten, z.B. Finken, sind in Gefahr, da sie sich mit nur wenigen Körnern tödlich vergiften können. Die Hersteller versuchen, das Risiko durch eine bestimmte Mindestgröße der Köder zu mindern. Das soll verhindern, dass Vögel die Köder aufgrund der Größe mit Futtersamen verwechseln. Es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich Vögel, Igel, Amphibien oder Reptilien vergiften, wenn sie sich von Schnecken ernähren, die <em>Metaldehyd</em>-haltiges Schneckenkorn gefressen haben. Eine weitere Gefahr ist, dass Haus- oder Wildtiere das mehlhaltige Schneckenkorn probieren. Insbesondere Vergiftungsfälle bei Hunden sind belegt. Die Schnecken selbst sterben an Austrocknung. Sie verenden meist direkt im Beet und müssen entsorgt werden, damit durch deren Verwesungsgeruch nicht weitere Schnecken angezogen werden. Auch wegen der Vergiftungsgefahr für andere Tiere sollten die verendeten Schnecken schnellstmöglich abgesammelt werden.</li> </ul> <p>Der Einsatz von Schneckenkorn sollte auf Ausnahmefälle beschränkt sein. Bevorzugen Sie grundsätzlich vorbeugende pflanzenbauliche Maßnahmen, nutzen Sie Barrieren und fördern Sie natürliche Feinde der Schnecken. Soll Schneckenkorn dennoch eingesetzt werden, dann sind Produkte mit dem Wirkstoff <em>Eisen-III-phosphat</em> die bessere Wahl. Manche dieser Produkte enthalten jedoch den umweltschädlichen Beistoff <em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/edta">EDTA</a></em>. Ob dieser Beistoff enthalten ist, können Sie nicht an der Verpackung erkennen. Sie können aber bei den Herstellern um Auskunft bitten und sich dann für ein <em><u>EDTA</u></em><u>-freies Produkt</u> entscheiden. Verwenden Sie grundsätzlich nur zugelassene Produkte und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage.</p> <p>Obwohl Schnecken seit Jahrzehnten intensiv bekämpft werden, ist keinerlei Rückgang der Schadschneckenarten zu verzeichnen. Im Gegenteil, sie verbreiten sich munter weiter und treten dabei in immer größeren Mengen auf. Schneckengifte lösen das Problem also nicht dauerhaft, und auch die oben genannten nicht-chemischen Maßnahmen führen nicht immer zum Erfolg. Gerade die Spanische Wegschnecke kann geschickt Barrieren überwinden, bei Bedarf ihr Nahrungsspektrum anpassen und bereits abgesammelte Bereiche schnell wieder besiedeln. Sie ist extrem anpassungsfähig, unempfindlich gegen parasitäre Nematoden und kann unter bestimmten Umständen sogar Schneckengifte überleben.</p> </p><p> Diese Maßnahmen helfen gegen Nacktschneckenplagen <ul> <li>Beugen Sie Schneckenplagen mit pflanzenbaulichen Maßnahmen vor.</li> <li>Schaffen Sie Lebensräume für die Fressfeinde der Schnecken.</li> <li>Nutzen Sie Barrieren wie Schneckenzäune, Schneckenkragen oder Schafwolle.</li> <li>Wählen Sie bestimmte, bei Schnecken unbeliebte Pflanzenarten.</li> <li>Locken Sie Schnecken in Fallen, wo Sie die Tiere gezielt absammeln können.</li> <li>Ein Verzicht auf Schneckenkorn ist gut für die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Mit erstaunlichem Appetit fressen sich manche Schneckenarten durch den Garten und hinterlassen dabei Fraßschäden an Blättern, Blüten und Früchten sowie silbrig glänzende Schleimspuren. Insbesondere nach jungen Gemüsepflanzen, Salaten, Erdbeeren und einigen Zierpflanzen haben sie ein großes Verlangen. Es gibt, geschätzt, 250 bis 300 heimische Schneckenarten, doch nur die Wenigsten von ihnen richten nennenswerten Schaden an. Zu den Schadschnecken gehören die Spanische Wegschnecke sowie die Garten-Wegschnecke und die Genetzte Ackerschnecke. Gehäuseschnecken, wie auch die meisten anderen Schneckenarten, sind dagegen nicht schädlich. Sie leben vorwiegend von totem Pflanzenmaterial und erfüllen wichtige Funktionen im natürlichen Kreislauf. Einige (Nackt-) Schneckenarten sind auch deshalb nützlich, weil sie die Eier problematischer Schneckenarten fressen. Die ebenfalls nützliche Weinbergschnecke ist zudem geschützt nach der <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bartschv_2005/BJNR025810005.html">Bundesartenschutzverordnung</a> und der <a href="https://www.bfn.de/abkommen-richtlinie/fauna-flora-habitat-richtlinie-ffh-richtlinie-richtlinie-9243ewg-des-rates-vom">FFH-Richtlinie</a>.</p> <strong>Galerie: Schnecken im Garten</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2113/bilder/800px-arion_distinctus_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2113/bilder/deroceras_reticulatum.png"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/rote_wegschnecke_gabriela_fink_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hellbraune_wegschnecke.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gelbstreifige_wegschnecke.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/wurmschnegel.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/tigerschnegel_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/weinbergschnecke_th_g_auf_pixabay.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> Wo kommen all die Schnecken her? <p>Schneckenplagen haben in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit zugenommen. Die Ursachen dafür sind vielfältig, wirken in der Summe, und sind zum großen Teil menschengemacht. Diese Ursachen sollten Sie kennen:</p> <ul> <li><u><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>:</u> Die Vermehrung von Schnecken ist stark von der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a> abhängig. Ein mildes, feuchtes Frühjahr und ein regenreicher Sommer fördern insbesondere die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>. Auch ein milder Winter mit nur wenigen Frosttagen erhöht die Überlebensrate der Nacktschnecken und ihrer Eier. Durch den Klimawandel nehmen in Deutschland <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-niederschlagshoehe#teilweise-sehr-regenreiche-jahre-seit-1965">durchschnittliche Niederschlagsmengen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/trends-der-lufttemperatur#mildere-herbste-und-winter-in-deutschland">milde Winter</a> zu, was die Nacktschnecken weiter begünstigen wird.</li> <li><u>Verlust von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>:</u> Viele Fressfeinde der Nacktschnecken sind in Gärten nur noch selten anzutreffen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Durch die unnatürliche Gestaltung und Bewirtschaftung vieler Gärten finden heimische Tiere, und damit auch Fressfeinde der Nacktschnecken, kaum noch Nahrung und Lebensraum. Ein weiterer Grund ist der Einsatz von Pestiziden. Beispielsweise tötet Schneckenkorn nicht nur die Schadschnecken, sondern auch nützliche Schnecken, welche Schadschnecken und deren Eier vertilgen.</li> <li><u>Pflanzenzüchtung:</u> Wildpflanzen schützen sich mit allerlei Abwehrstoffen vor Fressfeinden. Sie verderben mit Bitterstoffen, Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Toxinen den Schnecken den Appetit. Mit der Kultivierung durch den Menschen wurden solche Stoffe jedoch zunehmend aus dem Gemüse herausgezüchtet, um es genießbar und schmackhaft zu machen. Die fehlenden Abwehrstoffe machen die Pflanzen nun anfällig für Schädlingsbefall, und auch die Schnecken sind auf den guten Geschmack gekommen.</li> <li><u>Enge Fruchtfolgen</u>: Eintönige Fruchtfolgen mit schneckenanfälligen Kulturen fördern das Schnecken-Vorkommen, indem sie durchgehend ein sicheres Nahrungsangebot zur Verfügung stellen.</li> <li><u>Hohe Stickstoffgaben:</u> Schnecken mögen Pflanzen, welche durch ein hohes Angebot an leicht löslichen Stickstoffdüngern schnell gewachsen sind. Viel Stickstoff erhöht zwar den Ertrag, schwächt aber die Pflanzengesundheit insgesamt und fördert auch Schnecken.</li> <li><u>Lichtverschmutzung</u>: Nächtliche Beleuchtungen im Garten sind für viele Insektenarten tödliche Fallen, z.B. für Leuchtkäfer ("Glühwürmchen"). Diese vertilgen während ihrer dreijährigen Larvenzeit ausschließlich Schnecken, insbesondere Nacktschnecken. Doch wegen der vielen künstlichen Lichter können sie sich nicht mehr erfolgreich vermehren, weil sie die Lampen nicht von ihren Geschlechtspartnern unterscheiden können. In ihrer kurzen Paarungszeit vergeuden sie somit alle Energie, indem sie orientierungslos von Lampe zu Lampe fliegen.</li> <li><u>Gebietsfremde Schneckenarten:</u> Weltweit, aber auch in Deutschland, breiten sich nicht-heimische Schneckenarten aus. Befördert wird das durch den globalen Warenverkehr und den Klimawandel. Einige gebietsfremde Arten gelten als invasive Arten. Das heißt, sie können sich, mangels natürlicher Feinde, stark vermehren und langfristig heimische Arten verdrängen. Laut Bundesamt für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) gibt es in Deutschland etwa <a href="https://neobiota.bfn.de/invasivitaetsbewertung/weichtiere.html">90 nicht-heimische Weichtierarten</a> (Mollusken), darunter auch Schadarten wie die Garten-Wegschnecke und einige Ackerschnecken-Arten. Keine der eingeschleppten Land-Schneckenarten wurde jedoch als invasiv eingestuft (BfN-Skripten 626, 2022). Die Spanische Wegschnecke gilt dagegen als invasive Art. Inzwischen wurde zwar durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dna">DNA</a>-Analysen festgestellt, dass diese nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Spanien stammt, sondern <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/eva.12177">in Mitteleuropa heimisch</a>. Dennoch hat sie sich in den letzten Jahrzehnten aus obengenannten Gründen extrem vermehrt und über den ganzen Kontinent, insbesondere nach Nord- und Ost-Europa, ausgebreitet. Auch in Nord-Amerika sind bereits Funde bestätigt.</li> </ul> </p><p> Warum gerade die Spanische Wegschnecke? <p>Gründe für die extreme, aus Schnecken-Sicht "erfolgreiche" Ausbreitung der Spanischen Wegschnecke liegen auch in ihren artspezifischen Merkmalen:</p> <ul> <li><u>Hohe Reproduktionsraten</u>: Eine einzige Wegschnecke kann in ihrem normalerweise einjährigen Leben bis zu 400 Eier legen. Weil sie, wie fast alle Land-Schnecken, Zwitter sind, kann jedes Tier befruchten und befruchtet werden.</li> <li><u>Breites Nahrungsspektrum</u>: Spanische Wegschnecken ernähren sich von 100 verschiedenen Pflanzenarten und fressen auch, im Gegensatz zu anderen Schneckenarten, Aas, Kot, Artgenossen und kleine Tiere. Sogar <a href="https://nsojournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jav.01189">Nestlinge</a> von bodenbrütenden Singvögeln sind nicht vor ihnen sicher.</li> <li><u>Wenige Fressfeinde</u>: Ausgewachsene Wegschnecken haben nicht viele Fressfeinde. Und selbst von diesen werden sie mit wenig Vorliebe gefressen, weil sie so groß und schleimig sind. Jungtiere und Eier der Wegschnecken sind da weitaus beliebter.</li> <li><u>Biologische <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassungsfaehigkeit">Anpassungsfähigkeit</a></u>: Das Genom dieser Schnecke enthält sehr viele sogenannte <a href="https://zsm.snsb.de/gesamtgenom-spanische-wegschnecke/">"springende Gene"</a>. Dadurch kann sie sich besonders gut an veränderte Lebensbedingungen anpassen.</li> <li><u>Konkurrenz für andere Schnecken:</u> Spanische Wegschnecken fressen nicht nur kranke und tote Artgenossen und deren Ei-Gelege, sondern auch andere Schneckenarten. Zudem paaren sich Spanische Wegschnecken mit anderen Arten. Es wird angenommen, dass die dabei entstehenden Hybriden vorteilhafte Genversionen ihrer Verwandten übernehmen. Das <a href="https://idw-online.de/de/news746597">führt langfristig dazu</a>, dass die Spanische Wegschnecke noch konkurrenzstärker wird und andere Schneckenarten, wie die Rote Wegschnecke, verdrängt werden.</li> <li><u>Physiologisches Multitalent:</u> Wegschnecken können hervorragend klettern, sich bei Gefahr zusammenrollen, und relativ weite Strecken zurücklegen: bis zu 25 Meter pro Nacht. Ihre Nahrung riechen sie noch aus einer Entfernung von 50 Metern und erinnern sich zudem an Orte mit Leckerbissen. Über Licht-, Geruchs- und Vibrationswahrnehmungen haben sie eine ausgezeichnete räumliche Orientierung. Über Gerüche kommunizieren Schnecken zudem mit ihren Artgenossen. Sie können in kurzer Zeit große Mengen Nahrung zu sich nehmen: pro Tag brauchen sie nur eine Stunde für die Ernährung. Etwa 70 Prozent des Tages ruhen sie in ihren Verstecken.</li> </ul> </p><p> Mit pflanzenbaulichen Maßnahmen beugen Sie Schneckenplagen vor <ul> <li><u>Sonniger Standort:</u> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> mögen es feucht. Legen Sie Beete mit schnecken-empfindlichen Pflanzen deshalb an möglichst sonnige Standorte.</li> <li><u>Geschützter Bereich:</u> Schnecken verstecken sich gern in Wiesen, Brachen, Hecken, Feuchtbiotopen und im Kompost. Pflanzen Sie empfindliche Kulturen deshalb möglichst weit davon entfernt. Auch ein Schutzstreifen kann das Einwandern der Schnecken aus solchen Bereichen mindern. Das kann ein Streifen aus schwer zu überwindendem Material sein (z.B. Kies, Sand, Sägespäne) oder ein Grasstreifen, der sehr kurz und oft gemäht wird.</li> <li><u>Vielfältige Fruchtfolgen:</u> Wechseln Sie den Standort schneckenanfälliger Kulturen jährlich. So verhindern Sie, dass Schnecken sich im Beet dauerhaft ansiedeln.</li> <li><u>Durchdachte Bewässerung:</u> Gießen Sie Ihre Pflanzen nur punktuell, anstatt die ganze Fläche zu bewässern. Gießen Sie am besten früh morgens. So können die Pflanzen das Wasser tagsüber nutzen, und bis zum Abend ist das Beet wieder trocken. Das erschwert den nachtaktiven Nacktschnecken das Vorankommen.</li> <li><u>Wachstumsvorsprung schaffen:</u> Schnecken mögen am liebsten zarte Jungpflanzen. Ziehen Sie deshalb Gemüse und andere empfindliche Pflanzen im geschützten Bereich (z.B. Fensterbank, Gewächshaus) vor. Pflanzen Sie diese erst relativ spät raus, am besten bei trockenem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Vor dem Auspflanzen sollten Sie die jungen Pflänzchen erst ein paar Tage an die neuen Klimabedingungen gewöhnen.</li> <li><u>Gründliche Bodenbearbeitung:</u> Nacktschnecken verkriechen sich tagsüber gern in Hohlräumen im Boden. Zur Vermeidung solcher Hohlräume sollten Sie die Erde nach einer Aussaat oder Pflanzung fest andrücken. Regelmäßige Bodenbearbeitung macht den Boden feinkrümelig und zerstört die Verstecke. Umgraben, Hacken oder Grubbern legt die Schnecken und ihre Ei-Gelege frei und setzt sie damit der Sonne bzw. dem Frost sowie ihren Fressfeinden aus. Bedenken Sie jedoch, dass eine intensive Bodenbearbeitung das Bodenleben und die Bodenstruktur schädigen kann. Sie sollten deshalb nur in bestimmten Fällen, z.B. bei empfindlichen Kulturen, oder bei tatsächlichem hohen Schneckenbefall, zu solchen Maßnahmen greifen.</li> <li><u>Vorsicht mit Mulchmaterial:</u> Auch beim Mulchen müssen Vor- und Nachteile abgewogen werden. Mulch hat sehr viele positive Effekte, aber bestimmte Materialien sind bei Schnecken als Versteck und Ei-Ablageplatz beliebt. Dazu gehören z.B. Rasenschnitt, Stroh, aber auch Folien und Vlies. Bei starkem Schneckenbefall kann es deshalb sinnvoll sein, auf Mulch zu verzichten, bzw. diesen, samt Schnecken und Eiern, zu entfernen. Auch Erntereste sollten bei Schneckengefahr entfernt oder rasch eingearbeitet werden.</li> <li><u>Ausgewogene Düngung:</u> Schnecken mögen Pflanzen, die durch hohe Stickstoffgaben schnell gewachsen sind und somit kein festes Pflanzengewebe ausbilden konnten. Mäßigen Sie deshalb das Stickstoffangebot. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> aus Ackerschachtelhalm unterstützen die Pflanzen bei der Ausbildung von festem Gewebe.</li> <li><u>Gewächshäuser schützen:</u> Aufgrund des feuchtwarmen und frostfreien Klimas sind Gewächshäuser ein beliebter Ort für Schnecken. Deshalb sollten die Folien keine Löcher haben und am Boden dicht abschließen. Lüften Sie nur tagsüber, wenn die nachtaktiven Schnecken nicht unterwegs sind. Der Bewuchs rund um das Gewächshaus sollte stets kurzgehalten werden.</li> <li><u>Ausbreitung vermeiden:</u> Entsorgen Sie Gartenabfälle und auch Erde nicht in der freien Natur, es können Spanische Wegschnecken oder deren Ei-Gelege darin versteckt sein. Das würde eine weitere Ausbreitung der Schnecken in bisher weniger besiedelten, naturnahen Flächen beschleunigen. Es besteht die Gefahr, dass andere heimische Schneckenarten, die in solchen Gebieten noch vorkommen, durch die Spanische Wegschnecke verdrängt werden. Unabhängig davon ist das Entsorgen von Gartenabfällen in der Natur illegal und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.</li> </ul> </p><p> So locken Sie Fressfeinde der Nacktschnecken an <p>Wegschnecken haben eine ganze Reihe von Fressfeinden. Die ausgewachsenen Schnecken sind zwar, aufgrund ihrer Größe und des hohen Schleimgehalts, nicht bei allen sonderlich beliebt. Doch Jungschnecken und Schneckeneier stehen bei vielen heimischen Tieren auf der Speisekarte. Entscheidend ist eine vielfältige und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">naturnahe Gartengestaltung</a>, so dass viele Nützlinge darin einen geeigneten Lebensraum finden. Auch ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a> ist förderlich für Ihre Gartenmitbewohner und deren Nahrungsgrundlagen.</p> <ul> <li><u>Vögel:</u> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-KGBqkedzqw">Amseln</a>, Drosseln, Stare, Hausrotschwänze und andere Vögel fressen Schnecken und deren Eier. Die Amsel im verlinkten Video rollt die Schnecke hin und her, um den Schleim zu reduzieren, bevor sie diese frisst. Helfen Sie Vögeln mit einem Angebot entsprechender Nistkästen und der Pflanzung heimischer Vogelnährgehölze. Stellen Sie außerdem Vogeltränken und Wasserstellen zum Baden bereit.</li> <li><u>Igel</u>: Schnecken werden von Igeln in Ermangelung von besser geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Igel sind eigentlich Insektenfresser, am liebsten mögen sie Käfer. Futter finden Igel in Laub-, Reisig- und Totholzhaufen sowie im Kompost. Stellen Sie außerdem eine Schale mit sauberem Wasser bereit.</li> <li><u>Spitzmäuse:</u> Spitzmäuse sind weder Mäuse, noch Nagetiere. Es sind nützliche Insektenfresser, die gern auch Würmer und Schnecken vertilgen. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><u>Maulwürfe:</u> Maulwürfe sind nützliche Tiere. Sie belüften den Boden und fressen Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Maulwürfe sind nach Bundesnaturschutzgesetz "besonders geschützt" und dürfen somit weder gestört, gefangen, noch getötet werden. Respektieren Sie das kleine Tier, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><u>Amphibien & Reptilien:</u> Verschiedene Amphibien (<a href="https://youtu.be/yL9LLkGC7tg">Kröten</a>, Frösche, <a href="https://youtu.be/cyt7aODrX8I">Salamander</a>) und Reptilien (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=s3DYdqzj1q8">Blindschleichen</a>, Eidechsen) fressen (junge) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>. Legen Sie, wenn möglich, einen Gartenteich für Frösche an. Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen. Errichten Sie Burgen aus <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle für wärmeliebende Reptilien. Laubhaufen dienen Kröten als Sommerversteck und Winterquartier.</li> <li><u>Käfer:</u> <a href="https://youtu.be/MrFuhelfpKs">Laufkäfer</a>, Weichkäfer, Aaskäfer, <a href="https://youtu.be/WP55yUB1pyw">Moderkäfer</a> und deren Larven fressen Schnecken bzw. deren Eier. Käfer mögen Totholz besonders gern. Belassen Sie deshalb tote Bäume, oder zumindest Teile davon, in Ihrem Garten. Alternativ können Sie einen <a href="https://schneckenhilfe.de/kaeferkeller-kaeferburg-anlegen-anleitung/">Käferkeller oder eine Käferburg</a> Auch Leuchtkäfer ("Glühwürmchen") brauchen Totholz, um ihre Eier abzulegen. In ihrem dreijährigen Larvenstadium fressen sie ausschließlich Schnecken. Die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MMNk1Sko1e0">Larven der Glühwürmchen</a> spüren die Schnecken anhand ihrer Schleimspur auf, injizieren ihnen ein Gift und fressen sie innerhalb weniger Stunden auf. Den selten gewordenen Glühwürmchen helfen Sie, indem Sie auf künstliches Licht im Garten verzichten.</li> <li><u>Spinnen:</u> Verschiedene Weberknecht-Arten fressen Schneckeneier. Weberknechte mögen dunkle, feuchte Verstecke wie Baumrinden, Keller oder Spalten im Gestein. Gönnen Sie den Tieren ihren Rückzugsort.</li> <li><u><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/gliederfuesser">Gliederfüßer</a>:</u> <a href="https://www.youtube.com/shorts/7hMGekThfHQ">Hundertfüßer</a> fressen Schneckeneier und Jungschnecken. Auch Hundertfüßer mögen es dunkel und feucht. Man findet sie unter Laub, Steinen und Borken.</li> <li><u>Schnegel</u>: Ob <a href="https://www.youtube.com/watch?v=PLi3Zwbv1Go">Tigerschnegel</a> tatsächlich ausgewachsene Wegschnecken fressen, ist in Fachkreisen umstritten. Bestätigt ist, dass sie diese zumindest angreifen und verdrängen, sowie auch deren Eier und Jungtiere fressen. Schnegel sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber gern an feuchten, kühlen Orten. Komposter, Stein- und Holzhaufen bieten ihnen Lebensraum. Tigerschnegel haben ein <a href="https://youtu.be/SjNHvTlInJE">spektakuläres Paarungsritual</a>. Ihre <a href="https://youtu.be/f4ivpQIA548">Eier</a> sind transparent, im Gegensatz zur Spanischen Wegschnecke, deren Eier weiß sind. Damit Schnegel und andere nützliche Schnecken in Ihrem Garten leben können, sollten Sie auf den Einsatz von Schneckenkorn verzichten. Denn Schneckenkorn tötet nicht nur Schadschnecken, sondern auch nützliche Schnecken.</li> <li><u>Laufenten</u>: <a href="https://youtu.be/bfwPUH1Wm9Q">Laufenten</a> sind eifrige Schneckenjäger, die meiste Beute machen sie morgens und abends sowie bei feuchtem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Doch Achtung, sie fressen genauso viele Nützlinge und machen auch vor Ihren Gemüsepflanzen nicht halt. Am besten, Sie lassen die Enten nach der Bodenbearbeitung – aber vor der Bepflanzung auf den entsprechenden Beeten weiden. Oder Sie koppeln den Gemüsegarten ein und lassen die Enten auf den umliegenden Grünflächen weiden. Beachten Sie, dass für die Haltung von Laufenten Fachkenntnisse und eine entsprechende räumliche Ausstattung notwendig sind. Die schwierigste Hürde ist, den Laufenten eine ausreichende Wasserfläche zur Verfügung zu stellen, welche sie für die Auslebung arteigener Verhaltensweisen benötigen. Ein großer Gartenteich kann diese Anforderungen unter Umständen erfüllen. Kleinere, künstliche Wasserflächen (z.B. Badewannen, Wassercontainer) sind nur geeignet, wenn sie täglich gereinigt und neu befüllt werden können.</li> <li><u>Hühner</u>: Für Hühner sind Schneckeneier eine Delikatesse, aber ausgewachsene Nacktschnecken mögen sie nicht. Zudem bringt die Hühnerhaltung jede Menge Arbeit mit sich. Bevor Sie sich Hühner anschaffen, sollten Sie sich unbedingt die nötigen Fachkenntnisse für eine artgerechte Haltung aneignen.</li> </ul> </p><p> So schützen Sie Ihre Pflanzen mit Barrieren <p>Einige Hindernisse aus bestimmten Materialien können von Schnecken nur schwer oder gar nicht überwunden werden. Damit können Sie einzelne Pflanzen oder ganze Beete vor Schneckenbefall schützen. Zu beachten ist, dass dabei nur die von außen einwandernden Schnecken abgehalten werden. Schnecken, die sich bereits in den zu schützenden Bereichen befinden, müssen abgesammelt werden.</p> <ul> <li><u>Schutzstreifen:</u> Legen Sie um Ihre Beete Schutzstreifen an, die für Schnecken nur schwer zu überwinden sind. Das können z.B. Wege oder Ränder aus Kies sein, oder sehr kurz gemähte Rasenstreifen. Bereiche aus Sand oder Sägespänen zwingen die Weichtiere, besonders viel Schleim zu bilden. Auch das erschwert ihr Vorankommen.</li> <li><u>Abwehrende Mulchmaterialien:</u> Pflanzen können mit frischer <a href="https://youtu.be/P1DKfqknsBs">Schafwolle</a> oder aufgequollenen <a href="https://youtu.be/9bhneGBP_TM">Schafwollpellets</a> vor Schnecken geschützt werden. Das klappt jedoch nur, wenn die Materialien (wieder) trocken sind. Deshalb eignen sie sich besonders gut an Stellen, wo sie vor Regen geschützt sind (z.B. Gewächshaus). Ein weiterer Vorteil der Schafwoll(pellets) ist, dass sie den Pflanzen als Langzeitdünger dienen.</li> <li><u>Schneckenkragen:</u> Kaufen oder basteln Sie einen <a href="https://youtu.be/qDVuxF57X7w">Schneckenkragen</a> für einzelne empfindliche Pflanzen. Insbesondere Setzlinge können damit über einen empfindlichen Zeitraum geschützt werden. Sind die Pflanzen größer, dann bilden sie härteres Gewebe aus, welches für Schnecken weniger schmackhaft ist. Ein Schneckenkragen sollte einen breiten, überstehenden Rand haben und aus robustem, transparentem Material bestehen.</li> <li><u>Pflanzenhüte & Anzuchtglocken:</u> Diese sind insbesondere für den Schutz von Jungpflanzen geeignet. Sie halten nicht nur Schnecken fern, sondern schützen auch vor ungünstiger <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>. Man kann sie kaufen oder selbst basteln, z.B. aus großen Einweckgläsern, Plastikflaschen, Schüsseln oder Eimern. In den Boden der Gefäße wird zunächst ein Luftloch gebohrt. Danach werden die Gefäße mit dem Boden nach oben über die Pflanzen gestülpt.</li> <li><u>Schneckenzaun:</u> Auch ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0aS_F8ohLt0">Schneckenzaun</a> kann das Einwandern der Schnecken stark reduzieren. Da die Zäune relativ teuer sind und das Aufstellen einigen Aufwand verursacht, lohnen sie sich insbesondere für Beete mit empfindlichen Kulturen. Wählen Sie beim Kauf nur Schneckenzäune mit einem großen Überhang, also einem breiten, nach außen gebogenen Rand. Achten Sie beim Aufstellen darauf, dass die einzelnen Stücke ohne Lücken zusammengesetzt werden und nutzen Sie an Ecken spezielle Eckstücke. Halten Sie den Zaun von überhängenden Pflanzen frei, denn Schnecken können diese zur Überwindung der Zäune nutzen.</li> <li><u>Kupferband:</u> Schnecken mögen kein Kupfer, denn dieser <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/stoff">Stoff</a> löst bei Berührung eine chemische Reaktion aus. Beeteinfassungen, Hochbeete und Pflanzgefäße können dementsprechend mit einem (selbstklebenden) <a href="https://youtu.be/MLqippC-LDY">Kupferband</a> geschützt werden. Entscheidend ist, dass das Kupferband mindestens 5 Zentimeter breit ist.</li> <li><u>Schutzanstrich:</u> Senkrecht stehende Materialien können mit einem speziellen <a href="https://youtu.be/uTRRvOHOSk8">Schutzanstrich</a> aus Ölen und Tensiden behandelt werden. Der Anstrich verhindert, dass Schnecken an der Fläche haften bleiben. Sie rutschen ab und können die Fläche somit nicht überwinden. Ein solcher Anstrich kann zum Schutz von Hochbeeten, Pflanzgefäßen und Beeteinfassungen genutzt werden. Er sollte etwa 10 Zentimeter breit aufgetragen werden.</li> </ul> </p><p> Diese Pflanzenarten sind bei Schnecken unbeliebt <p>Einige Pflanzenarten werden von Schnecken gemieden. Grund dafür sind bestimmte Inhaltsstoffe (z.B. Bitterstoffe, Gerbstoffe, Toxine, ätherische Öle) oder bestimmte Eigenschaften der Pflanzen (z.B. behaarte oder ledrige Blätter, Stacheln und Dornen). Häufig wird empfohlen, solche Arten zwischen empfindliche Kulturen zu setzen, oder als Beetumrandung anzulegen. Doch Vorsicht, auf die abschreckende Wirkung solcher Pflanzungen ist nicht immer Verlass. Schnecken können sehr gut riechen, sie navigieren sich problemlos zwischen unbeliebten Pflanzen hindurch, hin zu den Leckerbissen. Welche Pflanzen sie letztendlich (nicht) fressen ist zudem von der Sorte, dem Alter der Pflanze und deren Gesundheitszustand abhängig.</p> <p>Beispiele für Pflanzenarten, die bei Schnecken eher unbeliebt sind:</p> <ul> <li><u>Kräuter:</u> Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop, Kerbel, Oregano, Bohnenkraut, Estragon</li> <li><u>Gemüse:</u> Tomaten, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Feldsalat, Topinambur, Zuckerhut, Mangold, Rettich, Rote Bete, Porree, Fenchel, Artischocken</li> <li><u>Zierpflanzen:</u> Bartnelken, Ringelblumen, Beinwell, Fingerhut, Eisenhut, Maiglöckchen, Pfingstrosen, Storchenschnabel, Nelkenwurz, Hauswurz, Wolfsmilch, Bergenien, Flockenblumen, Immergrün, Kapuzinerkresse, Königskerze, Rosen, Nachtkerzen, Primeln, Akelei, Ehrenpreis, Kornblumen, Vergissmeinnicht, Wollziest, Traubenhyazinthen, Hortensien</li> <li><u>Zwischenfrüchte:</u> Bitterlupinen, Sommerwicken, Serradella, Phacelia, Ölrettich, Sareptasenf, Gelbsenf, Buchweizen, Sommerlein</li> <li><u>Pflanzen für schneckenabweisende Mulchmaterialien:</u> <a href="https://youtu.be/PUykObZNzV8">getrocknete Minze</a>, Farnblätter, Buchsbaumblätter, Lavendel, frisch gehäckselte Nadelholzrinde</li> <li><u>Pflanzen für schneckenabweisende Jauchen:</u> Brennnessel, Knoblauch, Schafgarbe, Wermut, Efeu, Rainfarn</li> </ul> <strong>Galerie: Bei Nacktschnecken eher unbeliebt</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/eisenhut-blauer_eisenhut_xaver_klaussner_fotolia_67084623_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/akelei_perlphoto_fotolia_93077130_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/sterndolde_astrantia_lila_zwoffel_fotolia_41480235_m_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/bergenien_m.schuppich_fotolia_84983525_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/schwertlilien_christian_mueller_fotolia_67332227_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/lambs_ear_kazakovmaksim_fotolia_42330068_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/blauer_fruehblueher_mallivan_fotolia_50779378_m.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> Diese Pflanzenarten mögen Schnecken besonders gern <p>Einige Pflanzenarten mögen Schnecken besonders gern. Solche Pflanzen sollten Sie entweder gut schützen oder gar nicht erst anbauen. Sie können diese Pflanzenarten auch ganz gezielt als Ablenkfütterung nutzen, indem Sie ein sogenanntes "Opferbeet" an entfernter Stelle anlegen. Damit sollen die Schnecken aus den Gemüsebeeten in andere Gartenbereiche gelockt werden. Auch direkt im Gemüsebeet können Ablenkfütterungen mit bestimmten Pflanzen, auch Unkräutern, helfen, Ihre Kulturpflanzen zu schützen. Doch auch hier gilt: was tatsächlich gefressen wird, ist von Sorte, Alter und Gesundheitszustand der Pflanzen abhängig.</p> <p>Beispiele für Pflanzenarten, die bei Schnecken besonders beliebt sind:</p> <ul> <li><u>Kräuter:</u> Basilikum, Dill, Beifuß</li> <li><u>Gemüse:</u> alle Salatsorten und Kohlarten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Möhren</li> <li><u>Obst:</u> Erdbeeren, Melonen</li> <li><u>Zierpflanzen:</u> Sonnenblumen, Studentenblumen, Rittersporn, Dahlien, Astern, Tulpen, Narzissen, Hyazinthen</li> </ul> </p><p> So können Sie Schnecken effektiv absammeln <p>Schnecken aus den Beeten abzusammeln, klingt zunächst aufwändig. Tatsächlich ist es aber eine sehr effektive Methode. Zudem ist es die einzige Möglichkeit sicherzustellen, dass wirklich nur Schadschnecken, und keine anderen Arten, entfernt werden. Bevor Sie loslegen: prüfen Sie deshalb, ob Sie wirklich den Schadschnecken auf der Spur sind. Bestimmungs-Bücher oder -Apps können dabei helfen. Die meisten anderen Schneckenarten richten keine nennenswerten Schäden in Ihrem Garten an, sie sollten in ihrem Lebensraum belassen werden. Diese Arten ernähren sich vornehmlich von totem Pflanzenmaterial. Sorgen Sie dementsprechend dafür, dass die harmlosen Schneckenarten zumindest in einigen Bereichen Ihres Gartens totes Pflanzenmaterial finden (z.B. Ernterückstände, Mulchmaterialien).</p> <p>Je besser Sie die Lebensweise der Schadschnecken kennen, desto effektiver können Sie die Schneckenjagd gestalten:</p> <ul> <li><u>Schnecken sind nachtaktiv und lieben hohe Luftfeuchtigkeit</u>: Sie finden die Schnecken deshalb am besten, wenn Sie früh morgens, spät abends, oder bei Regenwetter nach ihnen suchen. Mit einem Schneckengreifer, einer Grillzange oder einem Gartenhandschuh lassen sich die Tiere leicht absammeln. Verwenden Sie gegebenenfalls eine Taschenlampe.</li> <li><u>Verstecke erkennen:</u> Schnecken verstecken sich tagsüber gern an Orten, die feucht, kühl und dunkel sind. Schauen Sie unter Steinen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und großen Pflanzenblättern nach. Sie können auch extra Verstecke anlegen, um sie von dort bequem abzusammeln. Als Verstecke eignen sich Bretter, Karton, Tontöpfe, umgedrehte Pflanzgefäße oder andere licht- und wärmeundurchlässige Materialien.</li> <li><u>Köder auslegen</u>: Sie können unter so einem Versteck eine "Futterstelle" für die Schnecken anlegen. Das lockt die Schnecken von Ihren Pflanzen weg und erhöht die Effizienz Ihrer Schneckenjagd. Als Köder eignen sich beispielsweise Salatblätter, Weißbrot, Haferflocken, Hunde- oder Katzenfutter. Achten Sie darauf, die Verstecke so anzulegen, dass wirklich nur die Schnecken hineinfinden und keine Ratten oder andere Tiere angelockt werden. Legen Sie die Futterstellen nicht dauerhaft an, sondern erst wenige Tage vor dem Absammeln.</li> <li><u>Ei-Gelege entfernen</u>: Sammeln Sie die Schnecken am besten gleich im Frühjahr, nachdem sie aus ihren Eiern geschlüpft sind. Damit gar nicht erst so viele Schnecken schlüpfen sollten Sie insbesondere nach den Ei-Gelegen suchen. Die weißlichen, stecknadelkopfgroßen Eier der Spanischen Wegschnecke findet man in feuchten Verstecken, z.B. im Kompost, unter Bodenplatten und Pflanzkübeln, oder oberflächlich in der Erde vergraben. Da jedes Gelege bis zu 400 Eier enthalten kann, ist deren Entfernung sehr effektiv. Sie können die Eier zerstören oder im Hausmüll entsorgen. Es reicht auch, die Eier einfach freizulegen, so dass sie von Fressfeinden gefunden werden, und der Sonne bzw. dem Frost ausgesetzt sind.</li> <li><u>Erneutes Einwandern verhindern</u>: Am sinnvollsten ist das Absammeln der Schnecken auf solchen Flächen, die mit einer Barriere gegen neu einwandernde Schnecken gesichert sind.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/schneckeneier.jpg"> </a> <strong> Schneckeneier </strong> <br> <p>Die weißlichen, stecknadelkopfgroßen Eier der Spanischen Wegschnecke findet man in feuchten Verstecken. Sie können zerstört oder im Hausmüll entsorgt werden. Alternativ können sie einfach freigelegt werden, so dass Nützlinge sie fressen können.</p> Quelle: David W. | www.wikimedia.org | Schneckeneier in einer Mulde | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 </p><p> Was tun mit den eingesammelten Schnecken? <p>Die Frage nach dem weiteren Vorgehen mit den abgesammelten Schnecken bleibt häufig unbeantwortet, und auch das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> hat keinen wirklich guten Rat hierfür. Es bestehen zwei Möglichkeiten: die Schnecken zu töten oder sie an anderer Stelle wieder freizulassen. Doch beide Optionen werfen Fragen bezüglich der korrekten Umsetzung auf. Es ist schwierig, eine Lösung zu finden, die für Gärtner*innen praktikabel ist, den Tieren unnötig langes Leiden erspart und nicht zur weiteren Verbreitung der Wegschnecke in der freien Natur beiträgt.</p> <p><u>Schnecken töten:</u> Schnecken verfügen über ein zentrales Nervensystem und zeigen Schmerzreaktionen. Wenn Sie Schnecken töten, sollten Sie den Tieren Leid ersparen und den Tod zumindest schnell und sicher herbeiführen. Welche Methoden dafür tatsächlich geeignet sind, dazu gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Häufig werden folgende Methoden empfohlen:</p> <ul> <li>Zerschneiden mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere. Der Schnitt sollte am ersten Drittel des Körpers angesetzt werden.</li> <li>Die Tiere in einem Eimer mit kochendem Wasser übergießen. Die Wassermenge muss dabei mindestens so groß sein, dass alle Schnecken davon bedeckt sind.</li> <li>Schnecken einzufrieren versetzt sie in einen schlafähnlichen Zustand bevor sie sterben. Diese Methode ähnelt ihrem natürlichen Tod in einem strengen Winter.</li> <li>Töten Sie die Tiere <u>nicht</u> durch Gift, Salz, Essig, Ertränken oder Ersticken.</li> <li>Beachten Sie, dass <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> auch (tote) Artgenossen fressen und von deren Geruch angezogen werden. Die getöteten Schnecken sollten deshalb vergraben oder im Hausmüll entsorgt werden.</li> <li>Der Gedanke, die eingesammelten Schnecken an Enten und Hühner zu verfüttern, liegt nahe. Doch Vorsicht! Hausgeflügel, welches an die großen schleimigen Schnecken nicht gewöhnt ist, kann beim hastigen Verzehr leicht daran ersticken. Testen Sie zuerst mit einzelnen Schnecken, ob diese angenommen und vertragen werden!</li> </ul> <p><u>Schnecken an anderer Stelle freilassen</u>: Bedenken Sie, dass Spanische Wegschnecken recht ortstreu sind. Sie werden sich an das gute Buffet in Ihrem Garten erinnern und einige Mühen auf sich nehmen, dahin zurück zu kehren. Ihr Lieblingsfutter finden sie noch aus einer Entfernung von 50 Metern. Bei einer Freilassung sollten Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen dementsprechend weit entfernt sein. Auch Wald und Naturschutzgebiete sollen sich nicht in der Nähe befinden, um die Ausbreitung der Spanischen Wegschnecke in der freien Natur nicht noch weiter zu beschleunigen. Welche Fläche nun tatsächlich für die Freilassung geeignet ist, um weiteren Schaden möglichst gering zu halten, muss vor Ort verantwortungsbewusst entschieden werden. Von Asphalt umgebene, ungenutzte Wiesen im siedlungsnahen Raum, in denen möglichst viele natürliche Feinde der Wegschnecken vorkommen, sind denkbar. Da Spanische Wegschnecken Hundekot fressen, sind auch städtische Hundewiesen eine Option.</p> </p><p> Auf diese Methoden zur Schneckenabwehr sollten Sie verzichten <ul> <li><u>Bierfallen:</u> Der Geruch lockt <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> aus der ganzen Umgebung an, doch nur die wenigsten ertrinken tatsächlich in der Bierfalle. Dagegen landen viele Nützlinge in den Fallen. Der Tod durch Ertrinken ist für die Tiere langsam und qualvoll.</li> <li><u>Fadenwürmer</u> (<em>Phasmarhabditis hermaphrodita</em>): Spanische Wegschnecken sind gegen diese Parasiten unempfindlich! Wirksam sind Fadenwürmer gegen Genetzte Ackerschnecken, doch diese kommen in Gärten eher selten vor. Dagegen werden auch nützliche Schneckenarten (z.B. Tigerschnegel) von den Parasiten befallen. Der Tod dauert mehrere Tage. Beim Einsatz der Fadenwürmer gibt es zudem Einiges zu beachten, sie sind sehr empfindlich gegen Licht, Hitze, Kälte, Trockenheit und UV-Strahlung. Der Erfolg der Behandlung ist nur von kurzer Dauer.</li> <li><u>Asche: </u>Verzichten Sie darauf, Asche zu streuen, da sie Schwermetalle und andere Schadstoffe enthalten kann. Die schneckenabweisende Wirkung ist zudem auf wenige Holzarten beschränkt und hält nur im trockenen Zustand an.</li> <li><u>Kaffee(satz) / Koffein:</u> Die Wirkung hält nur sehr kurz an. Manche Pflanzenarten vertragen keinen Kaffee(satz), und insbesondere Jungpflanzen reagieren empfindlich auf das Koffein. Größere Mengen Kaffee(satz) können zudem den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens beeinflussen.</li> <li><u>Verbotene "Hausmittel" wie Salz und Natron:</u> Solche Mittel können nicht nur Schnecken, sondern auch anderen Gartenmitbewohnern schwerwiegenden Schaden zufügen. Salz schädigt zudem die Pflanzenwurzeln und den Boden, außerdem gelangt es ins Grundwasser.</li> </ul> Schneckenkorn nur im Ausnahmefall <p>Als Schneckenkorn werden verschiedene Schneckengifte (Molluskizide) mit unterschiedlichen Wirkstoffen bezeichnet. Die granulatförmigen Fraßköder führen nach der Aufnahme zum Tod der Tiere. Obwohl die zugelassenen Produkte nur gegen Nacktschnecken eingesetzt werden dürfen, können bei der Anwendung genauso harmlose Gehäuseschnecken, nützliche Schnegel und streng geschützte Weinbergschnecken sterben. Da einige Schneckenarten viel empfindlicher auf die Gifte reagieren als die robusten Spanischen Wegschnecken, kann der Einsatz langfristig gerade die harmlosen Schneckenarten in Bedrängnis bringen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schneckengift_hans_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Schneckengift </strong> <br> <p>Schneckenkorn kann auch harmlose Gehäuseschnecken, nützliche Schnegel und streng geschützte Weinbergschnecken töten.</p> Quelle: Hans / pixabay </p><p> <p>Welche Schneckengifte für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind, können Sie in der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/">Datenbank</a> des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einsehen. Wählen Sie hierfür die Suchbegriffe "<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a>" und "Haus- und Kleingarten (HuK)". Schneckenkorn kann zwei verschiedene Wirkstoffe enthalten: <em>Eisen-III-phosphat</em> oder <em>Metaldehyd</em>. Ein weiterer Wirkstoff, <em>Methiocarb,</em> ist aufgrund seiner toxischen Wirkung für Nager und Vögel seit 2014 in der EU verboten.</p> <ul> <li><u>Eisen-III-phosphat:</u> Gehört zu den "Wirkstoffen mit geringem Risiko" (low-risk substance, gemäß <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=celex:32009R1107">EU-Verordnung (EG) Nr. 1107/2009</a>). Das sind Stoffe, welche für die Umwelt nicht schädlich sind und bestimmte Anforderungen erfüllen müssen. <em>Eisen-III-phosphat</em> kommt natürlicherweise im Boden vor und wird von Mikroorganismen in die beiden Pflanzennährstoffe Eisen und Phosphat zerlegt. Der Wirkstoff stört den Flüssigkeitshaushalt der Schnecken. Wenn sie davon gefressen haben stellen sie das Fressen ein und ziehen sich in Verstecke zurück. Dort vertrocknen und verhungern sie.</li> <li><u>Metaldehyd</u>: Im Gegensatz zum <em>Eisen-III-phosphat</em> wirkt <em>Metaldehyd</em> stark giftig auf Vögel und Säugetiere. Insbesondere kleine Vogelarten, z.B. Finken, sind in Gefahr, da sie sich mit nur wenigen Körnern tödlich vergiften können. Die Hersteller versuchen, das Risiko durch eine bestimmte Mindestgröße der Köder zu mindern. Das soll verhindern, dass Vögel die Köder aufgrund der Größe mit Futtersamen verwechseln. Es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich Vögel, Igel, Amphibien oder Reptilien vergiften, wenn sie sich von Schnecken ernähren, die <em>Metaldehyd</em>-haltiges Schneckenkorn gefressen haben. Eine weitere Gefahr ist, dass Haus- oder Wildtiere das mehlhaltige Schneckenkorn probieren. Insbesondere Vergiftungsfälle bei Hunden sind belegt. Die Schnecken selbst sterben an Austrocknung. Sie verenden meist direkt im Beet und müssen entsorgt werden, damit durch deren Verwesungsgeruch nicht weitere Schnecken angezogen werden. Auch wegen der Vergiftungsgefahr für andere Tiere sollten die verendeten Schnecken schnellstmöglich abgesammelt werden.</li> </ul> <p>Der Einsatz von Schneckenkorn sollte auf Ausnahmefälle beschränkt sein. Bevorzugen Sie grundsätzlich vorbeugende pflanzenbauliche Maßnahmen, nutzen Sie Barrieren und fördern Sie natürliche Feinde der Schnecken. Soll Schneckenkorn dennoch eingesetzt werden, dann sind Produkte mit dem Wirkstoff <em>Eisen-III-phosphat</em> die bessere Wahl. Manche dieser Produkte enthalten jedoch den umweltschädlichen Beistoff <em><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/edta">EDTA</a></em>. Ob dieser Beistoff enthalten ist, können Sie nicht an der Verpackung erkennen. Sie können aber bei den Herstellern um Auskunft bitten und sich dann für ein <em><u>EDTA</u></em><u>-freies Produkt</u> entscheiden. Verwenden Sie grundsätzlich nur zugelassene Produkte und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage.</p> <p>Obwohl Schnecken seit Jahrzehnten intensiv bekämpft werden, ist keinerlei Rückgang der Schadschneckenarten zu verzeichnen. Im Gegenteil, sie verbreiten sich munter weiter und treten dabei in immer größeren Mengen auf. Schneckengifte lösen das Problem also nicht dauerhaft, und auch die oben genannten nicht-chemischen Maßnahmen führen nicht immer zum Erfolg. Gerade die Spanische Wegschnecke kann geschickt Barrieren überwinden, bei Bedarf ihr Nahrungsspektrum anpassen und bereits abgesammelte Bereiche schnell wieder besiedeln. Sie ist extrem anpassungsfähig, unempfindlich gegen parasitäre Nematoden und kann unter bestimmten Umständen sogar Schneckengifte überleben.</p> </p><p>Informationen für...</p>
The Lower Saxony Water Management, Coastal and Nature Protection Agency regularly monitors the abundance, biomass, cell size and species composition of phytoplankton species in the East Frisian Wadden Sea. A total of 5 stations are sampled from a monthly to weekly frequency, either throughout the whole year or from March to October. Samples are taken at the surface using a bucket, and kept in 5L canisters to be stored in the cold and dark until subsequent fixation with Lugol's iodine solution and later microscopic analysis. An inverted microscope was used to identify and analyze phytoplankton samples following Utermöhl (1958). The unaccepted or original names of species are given in the 'Species UID' variable, and the accepted identifications are given in the 'Species' variable. The data provides a detailed time series of phytoplankton abundance, biomass, cell size and species composition from 2020 to 2025 in the East Frisian Wadden Sea surface waters.
Umweltkontaminationen und weitere Folgen des Reaktorunfalls von Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) Der Unfall im Kernkraftwerk Tschornobyl setzte 1986 radioaktive Stoffe in die Atmosphäre frei, darunter Jod, Cäsium, Strontium und Plutonium . In Mitteleuropa ist für die Strahlung , der Mensch und Umwelt dadurch auch heute noch ausgesetzt sind, nur noch Cäsium-137 von Bedeutung. In der näheren Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl spielen auch eine Handvoll anderer langlebiger, also nur langsam zerfallender Radionuklide eine Rolle. In Deutschland können Waldprodukte wie zum Beispiel einige Pilzarten oder Wildschweine aus Gebieten, die 1986 höher kontaminiert wurden, noch problematisch sein. Von touristischen Besuchen der näheren Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl ist aus Strahlenschutzsicht abzuraten. Wind und Wetter bestimmten räumliche Verteilung und Ablagerung radioaktiver Stoffe Die Situation 1986 Die Situation heute Was ist bei Besuchen in Belarus, der Ukraine und insbesondere in der näheren Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl aus Sicht des Strahlenschutzes zu beachten? Wie war die Situation vor dem 26. April 1986? Die Reaktorkatastrophe in Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) in der Ukraine setzte im Jahr 1986 über einen Zeitraum von etwa 10 Tagen große Mengen radioaktiver Stoffe in die Atmosphäre frei. Unter den freigesetzten Radionukliden fanden sich leichtflüchtige Jod- und Cäsiumisotope wie zum Beispiel radioaktives Jod (Jod-131) und radioaktives Cäsium (Cäsium-134 und Cäsium-137 ) sowie schwerflüchtige Strontium- Isotope wie Strontium-90 und Transurane wie Plutonium und Americium. Schwerflüchtige radioaktive Stoffe wie Strontium und Plutonium lagerten sich vor allem in der näheren Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl in der Ukraine und in den angrenzenden Gebieten von Belarus ab. Leichtflüchtige radioaktive Stoffe wie Jod und Cäsium gelangten mit dem thermischen Auftrieb in Höhen von über einem Kilometer. So konnten sie sich nicht nur in der näheren Umgebung des Reaktors, sondern auch über die Nordhalbkugel verbreiten, insbesondere über Europa. Verantwortlich für den thermischen Auftrieb waren die durch brennendes Graphit im Reaktor entstandenen hohen Temperaturen. Wind und Wetter bestimmten räumliche Verteilung und Ablagerung radioaktiver Stoffe Ausbreitung der radioaktiven Wolken in der Zeit vom 27. April bis 6. Mai 1986 durch den Unfall im Kernkraftwerk Tschornobyl Die zu Freisetzungsbeginn am 26. April 1986 vorherrschenden Winde transportierten die aus dem Reaktor entwichenen Radionuklide in einer ersten radioaktiven Wolke über Polen nach Skandinavien. Eine zweite radioaktive Wolke zog über die Slowakei, Tschechien und Österreich nach Deutschland. Die dritte Wolke erreichte schließlich Rumänien, Bulgarien, Griechenland und die Türkei. Die Freisetzung endete nach etwa 10 Tagen am 6. Mai 1986. Die Windrichtungen während der Freisetzungsphase bestimmten, wohin sich die radioaktiven Wolken in der Luft räumlich verteilten. Ob und wie stark es während des Durchzugs der radioaktiven Luftmassen regnete, entschied darüber, wo sich die in den Wolken enthaltenen radioaktiven Stoffe in welchen Mengen in der Umwelt ablagerten: Die Regionen, in denen es während des Durchzugs der radioaktiven Wolken regnete, wurden besonders hoch radioaktiv kontaminiert, da Regen Radionuklide aus der Luft auswäscht. Da Regenfälle unterschiedlich intensiv auftraten, variierte die radioaktive Kontamination in den betroffenen Gebieten erheblich. Die Situation 1986 Die radiologische Situation stellte sich in der (näheren) Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) und in Deutschland 1986 unterschiedlich dar: Deutschland (1986) (Nähere) Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl (1986) Deutschland (1986) Die radiologische Situation 1986 in Deutschland Bodenkontamination mit Cäsium-137 im Jahr 1986 (Bq/m²). Seitdem ist Cäsium-137 aufgrund seiner Halbwertszeit zu rund 60 % zerfallen. Multipliziert man die Zahlenwerte mit 0,40, gibt das die heutigen Verhältnisse (2026) gut wieder. Ende April/Anfang Mai 1986 trafen die radioaktiven Luftmassen des Reaktorunfalls von Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) in Deutschland ein. Weil es zu dieser Zeit heftige lokale Niederschläge im Süden Deutschlands gab, wurde Süddeutschland deutlich höher belastet als Norddeutschland: Lokal wurden im Bayerischen Wald und südlich der Donau bis zu 100.000 Becquerel radioaktives Cäsium-137 pro Quadratmeter und teilweise mehr abgelagert. In der norddeutschen Tiefebene betrug die Aktivitätsablagerung dieses Radionuklids dagegen selten mehr als 4.000 Becquerel pro Quadratmeter. Die Aktivitätsablagerungen von radioaktivem Cäsium-134 betrugen im Vergleich zu Cäsium-137 etwa die Hälfte. Die radioaktiven Stoffe lagerten sich auch in Wäldern, auf Feldern und Wiesen ab. Die direkte Ablagerung radioaktiver Stoffe auf Weideflächen und einigen wenigen erntereifen Kulturen führte schnell zu hohen Gehalten von radioaktivem Jod-131 in Kuhmilch und erntereifem Blattgemüse, wie beispielsweise Spinat im süddeutschen Raum. 1986 für Deutschland relevante Radionuklide Wegen seiner kurzen Halbwertszeit von etwa 8 Tagen war das radioaktive Jod-131 bereits nach wenigen Wochen weitgehend zerfallen. Die gesamte Belastung durch radioaktives Jod-131 rührte von einer Menge von weniger als 1 Gramm her, die sich über der damaligen Bundesrepublik Deutschland abgelagert hatte. Radioaktives Cäsium ( Cäsium-137 und Cäsium-134) gelangte durch direkte Ablagerung auf oberirdischen Pflanzenteilen über die Blätter in pflanzliche Nahrungs- und Futtermittel. Über der damaligen Bundesrepublik Deutschland hatte sich nach Angaben der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung ( GSF ; jetzt HMGU , Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt) etwa 230 Gramm radioaktives Cäsium-137 abgelagert. Langfristig wird radioaktives Cäsium im Wesentlichen über die Wurzeln aus dem Boden aufgenommen. Da radioaktives Cäsium auf den mineralischen Böden vieler Ackerflächen stark an bestimmte Tonminerale gebunden ist, gelangt es nur in sehr geringem Maß über die Wurzeln in die Pflanzen. Landwirtschaftliche Kulturen, die erst nach dem Reaktorunfall von Tschornobyl ausgesät oder angepflanzt wurden, waren daher bereits im Sommer 1986 nur noch mit wenigen Becquerel radioaktivem Cäsium pro Kilogramm kontaminiert. Schutzmaßnahmen Anfang Mai 1986 empfahl die Strahlenschutzkommission , nur Frischmilch mit weniger als 500 Becquerel radioaktivem Jod-131 pro Liter zum direkten Verzehr freizugeben. Einige Bundesländer legten wesentlich strengere Maßstäbe an, beispielsweise mit der Empfehlung, Frischmilch mit Konzentrationen an radioaktivem Jod-131 oberhalb 20 Becquerel pro Liter nicht zu verzehren. Landwirte entsorgten infolgedessen zum Beispiel Milch von Kühen, die frisches Weidegras gefressen hatten. Zudem pflügten sie kontaminiertes Freilandgemüse unter, so dass es nicht mehr in den Verkauf kommen konnte. Die Bevölkerung mied möglicherweise kontaminierte Nahrungsmittel wie etwa saisonales Freilandgemüse. (Nähere) Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl (1986) Die radiologische Situation 1986 in der (näheren) Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl Am stärksten vom radioaktiven Fallout des Unfalls in Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) 1986 betroffen waren Gebiete in der nördlichen Ukraine, in Belarus und im Westen Russlands. Insbesondere die unmittelbare Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl wurde durch den Reaktorunfall schwerwiegend radioaktiv kontaminiert. Schutzmaßnahmen / Sperrzone Das Gebiet in einem Radius von 30 Kilometern rund um das Kernkraftwerk Tschornobyl wurde 1986 zum Schutz der Bevölkerung vor hoher Strahlung als Sperrzone eingerichtet. Die Orte innerhalb der Sperrzone wurden evakuiert – betroffen davon waren zum Beispiel Prypjat, Tschornobyl, Kopatschi und weitere Ortschaften. Die Sperrzone wurde später anhand der Höhe der Kontamination räumlich angepasst. In Abhängigkeit vom Unfallablauf , den vorherrschenden Windrichtungen und späteren Aufräumarbeiten und Dekontaminationsmaßnahmen sind die radioaktiven Stoffe innerhalb der Sperrzone sehr ungleichmäßig verteilt. Der "Atlas of caesium deposition on Europe after the Chernobyl accident" , eine Publikation der Europäischen Union in englischer und russischer Sprache, stellt detailliertes Kartenmaterial zur Verteilung und Ablagerung von Cäsium-137 in Europa und in der näheren Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl bereit. Die Situation heute Auch heute, vier Jahrzehnte nach dem Unfall von Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl), stellt sich die radiologische Situation in der (näheren) Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl und in Deutschland ganz unterschiedlich dar: Deutschland (heute) (Nähere) Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl (heute) Deutschland (heute) Aktueller Sachstand: Die radiologische Situation in Deutschland heute Von den beim Unfall in Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) freigesetzten radioaktiven Stoffen ist heute in Deutschland und Mitteleuropa nur noch das langlebige Cäsium-137 für die Strahlung , der Mensch und Umwelt ausgesetzt sind ( Strahlenexposition ), von Bedeutung. Auf Grund seiner Halbwertszeit von etwa 30 Jahren ist Cäsium-137 seit 1986 bis heute zu etwa 60 Prozent zerfallen. Die Strahlung durch Cäsium-137 , der Menschen von außen ausgesetzt sind oder durch Cäsium-137 , das sie mit der Atemluft in den Körper aufnehmen können, ist dabei in Deutschland und Mitteleuropa als gering einzustufen. Auch die für die Aufnahme des Radionuklids mit der Nahrung bedeutsame Kontamination landwirtschaftlich erzeugter Lebensmittel mit Cäsium-137 ist nur gering; lediglich Nahrungsmittel des Waldes können noch erhöhte Gehalte von radioaktivem Cäsium-137 aufweisen. Radioaktives Jod-131, das 1986 aus dem Reaktor in Tschornobyl freigesetzt wurde, spielt dagegen aufgrund seiner kurzen Halbwertszeit von etwa 8 Tagen heute keine Rolle mehr; es ist vollständig zerfallen. Radioaktives Cäsium in landwirtschaftlich erzeugten Lebensmitteln in Deutschland Heute sind nur noch geringe Aktivitäten von Cäsium-137 in hierzulande produzierten Feldfrüchten zu finden. In landwirtschaftlich erzeugten Lebensmitteln wie Getreide, Fleisch oder Milch sind in Deutschland keine radiologisch relevanten Radioaktivitätsgehalte mehr vorhanden. In mineralischen Bodenschichten, wie sie auf Acker- und Weideflächen zu finden sind, wird radioaktives Cäsium durch bestimmte im Boden enthaltene Tonminerale fixiert und kann dadurch nur in geringem Maße von Bodenorganismen und Pflanzenwurzeln aufgenommen werden. 40 Jahre nach dem Unfall sind darum nur noch geringe Aktivitäten von Cäsium-137 in den hierzulande produzierten Feldfrüchten zu finden. Der Gehalt von Cäsium-137 in landwirtschaftlichen Produkten aus inländischer Erzeugung liegt heutzutage nur bei wenigen Becquerel pro Kilogramm und darunter. Dies führt dazu, dass in Deutschland mit Nahrungsmitteln aus landwirtschaftlicher Erzeugung im Mittel weniger als 100 Becquerel Cäsium-137 pro Person und Jahr aufgenommen werden. Aktuelle Messergebnisse für landwirtschaftliche Produkte aus inländischer Erzeugung (2025) Messergebnisse aus dem integrierten Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Umweltradioaktivität ( IMIS ) für landwirtschaftliche Produkte aus inländischer Erzeugung im Jahr 2025 (Stand 18.03.2026): Spezifische Cäsium-137 - Aktivität in Becquerel pro Kilogramm Frischmasse bzw. Becquerel pro Liter Produkt Probenzahl Minimalwert Maximalwert Mittelwert * Dieser Zahlenwert ist auf die vergleichsweise hohen Nachweisgrenzen zurückzuführen. Milch (Sammelmilch) 945 < 0,01 0,4 0,1 Fleisch (Rind, Kalb, Schwein, Geflügel) 1.110 0,03 17,7 0,2 Blattgemüse (Freilandanbau) 1.226 < 0,02 0,7 0,4 Frischgemüse ohne Blattgemüse (Freilandanbau) 750 < 0,01 0,4 0,2 Kartoffeln 287 < 0,02 0,2 0,2 * Getreide 710 < 0,02 0,7 0,08 Grenzwerte für Nahrungsmittel aus dem Handel in Deutschland Für Nahrungsmittel aus dem Handel gelten in Deutschland Grenzwerte für Cäsium-137 in Höhe von 370 Becquerel pro Kilogramm für Milch, Milchprodukte und Nahrungsmittel für Säuglinge und Kleinkinder und 600 Becquerel pro Kilogramm für alle sonstigen Nahrungsmittel. Nahrungsmittel aus deutschen Wäldern In wild wachsenden Pilzen und Wildbret, insbesondere Wildschweinen, können auch heute noch deutlich erhöhte Cäsium-137-Aktivitäten gemessen werden. Ganz anders als im landwirtschaftlichen Bereich stellt sich die Situation bei Nahrungsmitteln des Waldes dar. Waldböden zeichnen sich durch so genannte organische Auflageschichten auf den Mineralböden aus. In diesen Schichten, die aus sich zersetzender Streu gebildet werden und reich an Bodenorganismen sind, ist radioaktives Cäsium leicht verfügbar und wird schnell durch Bodenorganismen, Pilze und Pflanzen aufgenommen. So wandert es nur sehr langsam in die mineralischen Bodenschichten ab, in denen es durch bestimmte Tonminerale fixiert werden kann. Der Gehalt von radioaktivem Cäsium in Waldprodukten nimmt daher in der Regel nur langsam ab. In Nahrungsmitteln des Waldes – wie Speisepilzen und Wildbret – können auch heute, vier Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall von Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl), noch deutlich erhöhte Cäsium-137 - Aktivitäten gemessen werden. Eine auch lokal sehr hohe Schwankungsbreite des Cäsium-137 -Gehalts ist dabei für wild wachsende Pilze und Wildbret, insbesondere Wildschweine, charakteristisch. Höher kontaminierte Nahrungsmittel aus dem Wald finden sich in den Teilen Deutschlands, die vom Tschornobyl- Fallout 1986 besonders betroffen wurden. Dies sind insbesondere der Bayerische Wald und die Gebiete südlich der Donau. Dort weisen Waldprodukte wie einige Speisepilz-Arten und Wildschweinfleisch teilweise noch Cäsium-137-Gehalte von deutlich über 100 Becquerel pro Kilogramm auf. Bei Wildschweinen sind auch deutlich über 1.000 Becquerel pro Kilogramm, vereinzelt sogar mehr als 10.000 Becquerel pro Kilogramm möglich. In anderen Regionen, wie etwa dem Norden Deutschlands, sind die Aktivitätswerte wegen der geringeren Ablagerung von radioaktivem Cäsium wesentlich niedriger. Wer die eigene Strahlenexposition gering halten möchte, sollte selbst gesammelte Wildpilze und selbst erlegtes Wild, insbesondere Wildschweine, aus dem Bayerischen Wald und anderen höher belasteten Gebieten Süddeutschlands nicht im Übermaß verzehren. Holz aus dem stärker vom Unfall in Tschernobyl betroffenen Süden Deutschlands kann Cäsium-137-Aktivitäten von bis zu einigen 10 Becquerel pro Kilogramm, mit vereinzelten Spitzenwerten von über 100 Becquerel pro Kilogramm, aufweisen. Weitere Waldprodukte aus Deutschland Holz aus dem stärker vom Reaktorunfall in Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) betroffenen Süden Deutschlands kann Cäsium-137 - Aktivitäten von bis zu einigen 10 Becquerel pro Kilogramm, mit vereinzelten Spitzenwerten von über 100 Becquerel pro Kilogramm, aufweisen. Bei Holzprodukten, wie zum Beispiel Möbeln oder Parkett, ist die Strahlung , der Menschen dadurch ausgesetzt sind, nur gering – genauso wie bei Brennholz, das im offenen Kamin verbrannt wird, oder in Holzpellets, die im Privathaushalt in Heizkesseln eingesetzt werden. Da Cäsium-137 hauptsächlich in der Asche verbleibt, sollte diese Asche jedoch aus Vorsorgegründen nicht zum Düngen von Gemüsebeeten im heimischen Garten verwendet werden. Ob die Überwachung des Radioaktivitätsgehalts der Holzasche erforderlich ist und wie deren Verwendung oder Entsorgung aus Sicht des Strahlenschutzes zu bewerten ist, wurde im Rahmen eines Forschungsvorhabens untersucht . Die vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass in Deutschland auch größere Holzmengen in Biomassekraftwerken bedenkenlos verfeuert werden können. (Nähere) Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl (heute) Aktueller Sachstand: Die radiologische Situation in der näheren Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl heute Verfallenes Gebäude in der verlassenen Stadt Prypjat - im Vordergrund ein Messgerät für Gammastrahlung. Bis heute sind im näheren Umfeld des Kernkraftwerks Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) radioaktives Cäsium, Strontium und Transurane wie Plutonium und Americium vorzufinden. In der Stadt Prypjat, etwa 3 Kilometer nordwestlich des Kernkraftwerks Tschornobyl, wurden 1986 unter anderem bis zu 24 Megabecquerel pro Quadratmeter Cäsium-137 , 6,7 Megabecquerel pro Quadratmeter Strontium-90 und 0,2 Megabecquerel pro Quadratmeter Plutonium -239/240 abgelagert. Die Strahlung , der Mensch und Umwelt dort ausgesetzt sind, ist trotz Dekontaminationsmaßnahmen noch immer so hoch, dass die Stadt nicht bewohnt werden darf. Einen Anhaltspunkt für die heutige Belastung geben die Halbwertszeiten der abgelagerten Radionuklide : Cäsium-137 und Strontium-90 sind mit Halbwertszeiten von etwa 30 bzw. 29 Jahren bis heute zu etwa 60 Prozent bzw. 62 Prozent zerfallen – die abgelagerten Aktivitäten dieser Radionuklide haben sich also bis heute mehr als halbiert. Plutonium -239 und Plutonium -240 haben mehrere Tausend Jahre Halbwertszeit ( Plutonium -239 etwa 24.000 Jahre, Plutonium -240 etwa 6.600 Jahre) und Americium-241 etwa 430 Jahre – diese radioaktiven Stoffe sind also bis heute praktisch nicht zerfallen, ihre Aktivitäten sind etwa so hoch wie 1986. Warnschild am Eingang zur Sperrzone rund um das havarierte Kernkraftwerk Tschornobyl - das unautorisierte Betreten der Zone ist verboten. Auf belarussischer Seite schließt sich seit 1988 ein Schutzgebiet an die ukrainische Sperrzone rund um das Kernkraftwerk Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl) an. Die Grenzen der Sperrzone wurden im Laufe der Jahre entsprechend der Kontaminationssituation angepasst. Der Zugang zu beiden Sperrgebieten ist nur mit Genehmigung gestattet. In der Sperrzone von Tschornobyl liegen auch heute noch erhöhte Strahlungswerte vor. Lokal treten dort Kontaminationen aus dem Reaktorunglück und Strahlungswerte ( Ortsdosisleistung ) auf, die erheblich über denen in Deutschland liegen. Landwirtschaftlich erzeugte Lebensmittel in der Ukraine 1990 hat das Bundesamt für Strahlenschutz im Auftrag des Auswärtigen Amtes in Kiew Messungen an landwirtschaftlich erzeugten Lebensmitteln durchgeführt. Diese haben keine bedeutend erhöhten Cäsium-137 -Kontaminationen an den untersuchten Lebensmitteln aufgezeigt. Nahrungsmittel aus staatlicher Produktion und Nahrungsmittel, die in öffentlichen Läden (zum Beispiel Supermärkten) verkauft werden, unterliegen der staatlichen Kontrolle. Es gelten vergleichsweise restriktive Grenzwerte für den Gehalt von Radionukliden in diesen Waren. Lebensmittel aus nicht kontrollierter Herkunft (zum Beispiel von Markt- oder Straßenständen) können erhöhte Kontaminationswerte aufweisen. Nahrungsmittel aus ukrainischen und belarussischen Wäldern Höhere Aktivitäten von Cäsium-137 können in der Ukraine und in Belarus bei Pilzen, Waldbeeren und Wild auftreten. Der Gehalt von radioaktivem Cäsium ist umso höher, je stärker das betreffende Gebiet mit diesem Radionuklid kontaminiert wurde. Insbesondere in den höher kontaminierten Gebieten der Ukraine und von Belarus können Nahrungsmittel aus dem Wald wie etwa Wildbret, wild wachsende Beeren und Wildpilze extrem hoch mit radioaktivem Cäsium belastet sein. Fische aus stehenden Gewässern in der Ukraine und in Belarus Süßwasserfische aus stehenden Gewässern oder Gewässern mit geringem Wasseraustausch können hoch mit radioaktivem Strontium belastet sein. Dies betrifft insbesondere die Gebiete, die durch radioaktives Strontium stark kontaminiert wurden. Messung der Ortsdosisleistung mit einem Handmessgerät am Reaktor von Tschornobyl im Rahmen einer Messübung im Jahr 2016. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren die Messwerte weit höher. Was ist bei Besuchen in Belarus, der Ukraine und insbesondere in der näheren Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl aus Sicht des Strahlenschutzes zu beachten? Große Teile von Belarus und der Ukraine wurden mit leichtflüchtigen radioaktiven Stoffen wie Cäsium-137 , das sich mit Wind und Wetter verteilte, nicht höher kontaminiert als die stärker betroffenen Gebiete Deutschlands. Die nähere Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl ( russ. : Tschernobyl), insbesondere die Sperrzone, kann jedoch extrem hoch kontaminiert sein. Insbesondere schwerflüchtige, langlebige radioaktive Stoffe wie Plutonium und Americium lagerten sich in der näheren Umgebung des Kernkraftwerks Tschornobyl ab. Unter Strahlenschutzaspekten ist hier neben der hohen, stark variierenden äußeren Strahlenexposition durch abgelagerte radioaktive Stoffe ( Ortsdosisleistung ) besonders das Einatmen von Alpha- Strahlung aussendenden Radionukliden von Bedeutung. Wie war die Situation vor dem 26. April 1986? Tägliche Zufuhr von Cäsium-137, Cäsium-134 und Strontium-90 mit der Gesamtnahrung in Becquerel pro Person und Tag In Deutschland wurde Ende der 50er-Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts mit systematischen Messungen, insbesondere von radioaktivem Cäsium und Strontium, in verschiedenen Umweltmedien begonnen. Die Bundesanstalt für Ernährung (jetzt Max-Rubner-Institut , Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel) beobachtete in allen tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln einen steilen Anstieg der Aktivität der gemessenen Radionuklide bis 1964, der auf den Niederschlag oberirdischer Kernwaffenversuche ( Fallout ) zurückging. Der relativ schnelle Abfall bis 1970 lässt sich dadurch erklären, dass sich infolge des Teststopps für oberirdische Atomwaffentests die direkte Ablagerung radioaktiver Stoffe aus den Tests auf Pflanzen verringerte. Danach reduzierten sich die Aktivitätsgehalte in der Nahrung kontinuierlich. 1986 erhöhte der Fallout aus dem Reaktorunfall in Tschornobyl nach dem 26. April 1986 die Kontaminationen wieder deutlich. Medien zum Thema Mehr aus der Mediathek Tschornobyl (russ. Tschernobyl) Was geschah beim Reaktorunfall 1986 in Tschornobyl? In Videos berichten Zeitzeugen. Broschüren und Bilder zeigen die weitere Entwicklung. Stand: 23.03.2026
Gridded Level 3 cloud optical thickness derived from Metop/GOME observations. Cloud physical properties (cloud fraction, cloud top height, cloud optical thickness) are derived from GOME/GOME-2 observations using the OCRA (Optical Cloud Recognition Algorithm) and ROCINN (Retrieval of Cloud Information using Neural Networks). For more details please refer to relevant peer-review papers listed on the GOME and GOME-2 documentation pages: https://atmos.eoc.dlr.de/app/docs/ The Global Ozone Monitoring Experiment-2 (GOME-2) instrument continues the long-term monitoring of atmospheric trace gas constituents started with GOME / ERS-2 and SCIAMACHY / Envisat. Three instruments operate on board EUMETSAT's Meteorological Operational satellites MetOp-A, -B, and -C, launched in 2006, 2012, and 2018, respectively. GOME-2 measures a range of atmospheric trace constituents, with the emphasis on global ozone distribution. Furthermore, cloud properties and intensities of ultraviolet radiation are retrieved. These data are crucial for monitoring the atmospheric composition and the detection of pollutants. DLR generates operational GOME-2 / MetOp products in the framework of EUMETSAT's Satellite Application Facility on Atmospheric Composition Monitoring (AC-SAF).
Das Konzept verbindet ablauforganisatorische Maßnahmen, digitale Arbeitswerkzeuge und verbesserte Kontrollmechanismen mit einer stringenten Öffentlichkeitsinformation. Ziel ist es, die baubedingten Verkehrseinschränkungen durch eine bessere Steuerung auf ein Minimum zu reduzieren. Durch verpflichtende Informationen vor Ort zu Umfang, Dauer und Status der Arbeitsstellen wird darüber hinaus eine höhere Transparenz und Akzeptanz in der Öffentlichkeit erzeugt. Die GeKAS ist ein Pilotprojekt, bei dem in drei Bezirken Vor-Ort-Kontrollen auf Baustellen durchgeführt werden. Diese Kontrollen führen die Polizei Berlin, die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie die jeweiligen Bezirksämter gemeinsam durch. Ziele des Pilotprojektes: Identifikation typischer Defizite bei Arbeitsstellen im öffentlichen Straßenraum, Verbesserung der Gefahrenabwehr bei Verstößen, Entwicklung wirksamer Kontrollschwerpunkte und standardisierter Kontrollverfahren, Überprüfung und Bewertung der bestehenden Sanktionsmöglichkeiten. Durch die gemeinsame Durchführung der Kontrollen wird die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Behörden erleichtert. Ziel ist eine wirksamere Durchsetzung sowohl der straßenrechtlichen Anforderungen an Sondernutzungserlaubnisse als auch der straßenverkehrsrechtlichen Vorgaben aus straßenverkehrsbehördlichen Anordnungen. Die aus dem Pilotprojekt gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um eine mögliche Etablierung des Kontrollformates zu überprüfen. Ergänzend zu den Vor-Ort-Kontrollen setzt Berlin künftig verstärkt auf digitale Technologien. Im Rahmen des Pilotprojekts DiKAS sollen mithilfe Künstlicher Intelligenz Baustellen, Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen automatisiert erfasst werden. Dazu werden Busse der BVG mit Smartphones ausgestattet, die an der Windschutzscheibe befestigt sind. Ziel hierbei ist ein digitaler Abgleich der erteilten Genehmigungen mit den im Straßenverkehr erfassten Einrichtungen sowie eine schnellstmögliche Einleitung von Maßnahmen. Auffällige Baustellen können dadurch automatisiert für die Vor-Ort-Kontrollen durch die GeKAS priorisiert werden. Die gewonnenen Informationen sollen dazu beitragen, die Baustellenüberwachung zu verbessern, die Durchsetzung von Vorschriften zu unterstützen, die Zahl der „Schlafbaustellen“ zu reduzieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Technologiepartner ist in diesem Pilotprojekt das Wissenschaftsinstitut Fraunhofer FOKUS. Weitergehende Informationen zum Projekt erhalten Sie hier: Projekt DiKAS . Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt fließen in eine mögliche dauerhafte Nutzung digitaler Kontrollinstrumente ein. Transparente Informationen zu Baustellen vor Ort Ein weiterer Bestandteil der Berliner Baustellenkoordinierung ist eine transparente und verständliche Kommunikation über Baumaßnahmen. Ziel ist es, die Öffentlichkeit sowie alle Beteiligten frühzeitig und umfassend zu informieren und dadurch Akzeptanz und Nachvollziehbarkeit von Baumaßnahmen zu stärken. In § 11 (11) Berliner Straßengesetz ist bereits geregelt, dass die Bauherrn Angaben zu Beginn, Umfang und Ende der Sondernutzung für die Baustelle sowie den Namen und die Telefonnummer der Straßenbaubehörde auf Schildern an Baustellen zu platzieren haben. Ein fehlendes Baustellenschild ist eine Ordnungswidrigkeit und wird von den Bezirksämtern geahndet. Das neu entwickelte Baustellenschild ist eine unverbindliche Vorlage. Es erweitert die bisher verpflichtenden Angaben um folgende Informationen: Art und Zweck der Baumaßnahme den zuständigen Vorhabenträger Kontaktdaten der Bauleitung gegebenenfalls die Gründe für eine Verlängerung der Bauzeit Um eine berlinweit einheitliche und leicht verständliche Information der Öffentlichkeit sicherzustellen, wurden die Bezirksämter sowie die Leitungsnetzbetreiber gebeten, künftig das abgestimmte Muster für Baustelleninformationen zu verwenden. Mit dem neuen Baustellenschild erhalten Bürgerinnen und Bürger die wichtigsten Informationen schnell, unkompliziert und direkt vor Ort. Die verkehrlichen Auswirkungen wichtiger Baustellen werden qualitätsgesichert von der Verkehrsinformationszentrale dargestellt. Dort finden Sie aktuelle Informationen zu Baustellen, Sperrungen und weiteren Verkehrsbeeinträchtigungen. Eine Übersicht aller Berliner Baustellen – einschließlich kleinerer Maßnahmen – steht Ihnen in der interaktiven Baustellenkarte vom Geoportal Berlin zur Verfügung. Das zentrale Element der zukünftigen verkehrlichen Baustellenkoordinierung ist die Weiterentwicklung der digitalen Arbeitsumgebung für die Genehmigung von Baumaßnahmen im öffentlichen Straßenland. Die Baustellenkoordinierungsplattform soll die digitale Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure verbessern und wird als zusätzliches Modul im Zuge der Fachverfahrensmodernisierung eingeführt. Ziel ist es, die verkehrlichen Auswirkungen von Bauvorhaben im öffentlichen Straßenland bereits in der Planungsphase besser ermitteln sowie aufeinander abstimmen zu können und mögliche Steuerungsmöglichkeiten frühzeitig zu erkennen. Kernfunktionen der Baustellenkoordinierungsplattform werden sein: Frühzeitige digitale Erfassung und Abstimmung geplanter Maßnahmen bereits vor Antragstellung Vermeidung paralleler Datenerfassungen Automatisierte Kollisionsprüfung (räumlich/zeitlich) von Baumaßnahmen und Ereignissen Schnittstelle zum Baustellenatlas der infrest Visualisierung aller Maßnahmen in einer gemeinsamen Kartenansicht Integration von Regelwerken und standardisierten Prüfkriterien zur Entscheidungsunterstützung Auswertungs- und Berichtsfunktionen zur Steuerung und Evaluation der Koordinierungsprozesse. Damit entsteht ein digitales Instrument, das Planung, Genehmigung und Koordination stärker miteinander verzahnt. 14.08.2026: SenMVKU baut Baustellenkommunikation im Rahmen des Gesamtkonzepts der Baustellenkoordinierung aus 29.05.2026: Berlin führt neues, einheitliches Baustellenschild ein – mehr Transparenz und bessere Koordinierung 21.04.2026: Senat beschließt Maßnahmen für eine effektivere Baustellenkoordinierung 30.01.2026: Baustellen besser koordinieren – Beeinträchtigungen reduzieren
Polonium-210 Polonium-210 ist das in der Natur am häufigsten vorkommende Polonium-Isotop. Es wird in der radioaktiven Zerfallskette von Uran -238 als letztes radioaktives Kettenglied gebildet. Insgesamt ist das natürliche Vorkommen an Polonium äußerst gering. Polonium-210 hat eine physikalische Halbwertszeit von 138 Tagen. Es emittiert beim radioaktiven Zerfall Alphateilchen, wobei Blei-206 entsteht. Eine Gesundheitsgefährdung durch radioaktives Polonium kann nur eintreten, wenn das Radionuklid mit der Nahrung oder mit dem Trinkwasser durch Einatmen ( Inhalation ) oder über die Haut, beispielsweise über offene Wunden in den Körper aufgenommen wird. Die Mengen an natürlich aufgenommenem Polonium sind so gering, dass sie praktisch keine gesundheitlichen Auswirkungen zur Folge haben. Gesundheitlich bedenkliche Konsequenzen können daher praktisch nur bei unbeabsichtigter oder beabsichtigter (vorsätzlicher) Zufuhr von technisch erzeugtem Polonium auftreten. Polonium ist das chemische Element mit der Ordnungszahl 84. Es ist ein silbriges, radioaktives Metall, das sich in chemischen Reaktionen ähnlich verhält wie Tellur und Bismut. Stabile Polonium- Isotope gibt es nicht. In der Natur ist Polonium-210 das am häufigsten vorkommende Polonium-Isotop. Es wird in der radioaktiven Zerfallskette von Uran -238 als letztes radioaktives Kettenglied gebildet. Insgesamt ist das natürliche Vorkommen an Polonium äußerst gering. Im Mittel befinden sich in einer Tonne Erde ca. 0,0002 Mikrogramm ( µg ) Polonium (entspricht 2 x 10 -10 ppm ). Technisch wurde Polonium-210 ursprünglich über eine chemische Abtrennung aus Pechblende bzw. den Zerfallsprodukten des Radiums hergestellt. Dies ist jedoch sehr aufwendig. Heute lässt sich Polonium-210 einfacher künstlich herstellen, indem man Bismut im Kernreaktor mit Neutronen bestrahlt. Verwendung Verwendet wird Polonium-210 in Kombination mit Beryllium als Neutronenquelle, in Antistatikelektroden/-pinseln zur Elimination statischer Aufladungen, in hochempfindlichen optischen und mechanischen Messgeräten zur Elimination statischer Aufladungen und als leichtgewichtige, thermoelektrische Batterie in der Raumfahrt. Physikalische Eigenschaften Polonium-210 hat eine physikalische Halbwertszeit von 138 Tagen. Es emittiert beim radioaktiven Zerfall Alphateilchen, wobei Blei-206 entsteht. Die emittierten Alphateilchen haben zwar eine hohe Energie, jedoch nur eine geringe Reichweite. In Luft beträgt die Reichweite des Alphateilchens weniger als 4 Zentimeter, in menschlichem Gewebe ( z.B. auch in der Haut) weniger als 0,1 Millimeter. Aufnahme in den menschlichen Körper Eine Gesundheitsgefährdung durch radioaktives Polonium kann daher nur eintreten, wenn das Radionuklid in den Körper aufgenommen wird (Inkorporation). Dies kann geschehen durch Aufnahme mit der Nahrung oder mit dem Trinkwasser ( Ingestion ) durch Einatmen ( Inhalation ) oder über die Haut, beispielsweise über offene Wunden. Aufgrund des natürlichen Vorkommens nimmt der Mensch über die genannten Wege pro Jahr durchschnittlich 58 Bq Polonium-210 auf. Für Raucher erhöht sich die Menge des über die Lunge aufgenommenen Polonium-210 aufgrund des natürlichen Gehaltes im Tabak. Zwischenprodukte der Uran -Radium-Zerfallsreihe können sich auf Tabakblättern ablagern oder über die Wurzeln in die Tabakpflanze aufgenommen werden. Durch deren radioaktiven Zerfall entsteht Polonium-210. Eine Zigarette enthält demnach etwa 9 bis 15 mBq Polonium-210. Gesundheitliche Wirkungen Da Polonium-210 eine sehr energiereiche Alpha-Strahlung aussendet, besitzt es eine hohe Radiotoxizität ; seine chemische Toxizität ist um Größenordnungen geringer und spielt daher bei der gesundheitlichen Bewertung keine Rolle. Nach Aufnahme des Poloniums durch Nahrung oder Trinkwasser wird ein großer Teil (50-90 % ) auf direktem Weg über den Verdauungstrakt ausgeschieden. Der restliche Teil, der im Magen-Darm-Trakt ins Blut aufgenommen wird, verteilt sich - ebenso wie auch das über die Lunge aufgenommene Polonium - im gesamten Körper. Dabei beträgt die biologische Halbwertzeit von Polonium-210 im Körper 50 Tage. Das heißt: Nach 50 Tagen befindet sich noch 50 Prozent der aufgenommenen Poloniummenge im Körper. Der Rest wird sukzessive über Urin und Fäzes ausgeschieden. Letztendlich ist die gesundheitliche Wirkung des Polonium-210 von der aufgenommenen Menge abhängig. So sind die oben genannten Mengen an natürlich aufgenommenem Polonium so gering, dass sie praktisch keine gesundheitlichen Auswirkungen zur Folge haben. Eine Abschätzung ergibt, dass ca. 833 Bq Polonium-210 pro Jahr über die Nahrung (also durch Ingestion ) bzw. 303 Bq Polonium-210 pro Jahr über die Lunge (also über Inhalation ) aufgenommen werden müssten, um im Bereich der effektiven Folgedosis von 1 Millisievert ( mSv ) pro Jahr zu liegen. Gesundheitlich bedenkliche Konsequenzen können daher praktisch nur bei unbeabsichtigter oder beabsichtigter (vorsätzlicher) Zufuhr von technisch erzeugtem Polonium auftreten. In diesem Zusammenhang ist der mysteriöse Tod des früheren Geheimdienstoffiziers Alexander Litwinenko am 23. November 2006 zu nennen, in dessen Körper sehr hohe Aktivitäten an Polonium-210 nachgewiesen wurden. Aus Abschätzungen ist bekannt, dass die Aufnahme von etwa 20 MBq (20 Millionen Bq ) Polonium-210 innerhalb von wenigen Tagen zum Tod führen kann. Aufgrund der sehr hohen spezifischen Aktivität von Polonium-210 (1,67×10 14 Bq/g ) entspricht diese Aktivität in Gramm ausgedrückt einer sehr geringen Menge ( ca. 0,1 µg ) Polonium-210. Nachweismöglichkeiten Weil durch Polonium-210 nur Alphastrahlung ausgesendet wird, kann es nicht mit einem Ganzkörperzähler nachgewiesen werden. Für den Nachweis einer Inkorporation ist es daher notwendig, Stuhl- oder Urinproben zu untersuchen. In Urinproben ist der Nachweis einfacher als in Stuhlproben. Die Nachweisgrenze für Polonium-210 im Urin ist so niedrig, dass es bereits weit unterhalb gesundheitsrelevanter Auswirkungen möglich ist, Polonium im Körper nachzuweisen. Literatur Oeh, U., Li, W.B., Gerstmann, U., Giussani, A., H.G. Paretzke (2007): Hintergrundinformationen zu Polonium-210 und Betrachtungen zur Biokinetik und internen Dosimetrie vor dem Hintergrund des Falls Litwinenko. In: Bayer, A., Faleschini, H., Krüger, S., Strobl, Chr. (Eds.), Vorkehrungen und Maßnahmen bei Radiologischen Ereignissen, Publikationsreihe Fortschritte im Strahlenschutz, Fachverband für Strahlenschutz, TÜV Media GmbH , Köln, 70-81 Steiner, M., Hiersche, L., Poppitz-Spuhler, A., Ridder, F. (2007): Tabakrauch – die tägliche Dosis Polonium-210. In: Umweltmedizinischer Informationsdienst, ISSN 1862-4189 Stand: 08.04.2026
The elemental composition of samples from four sediment cores from the Mayschoß floodplain (Ahr river) was determined by X-ray fluorescence spectrometry (XRF). In the first step of preparation, large organic matter and pebbles were removed from freeze-dried samples (8 g) by sieving (2 mm). Subsequently, the samples were powdered and homogenised with vibratory Retsch mill MM 200. The uniform pills for the analysis were pressed with a carbon-based binding agent by Vaneox press at 20 t for 2 min. The elemental analysis of 50 elements was conducted in a He atmosphere using a Spectro Xepos energy dispersive XRF spectrometer. The surface elevation was extracted from Brell et al. (2023).
A literature retrieval was performed for whole rock geochemical analyses of sedimentary, magmatic and metamorphic rocks in the catchment of River Thuringian Saale for the past 600 Ma. Considering availability and coincidence with paleontological an facies data the following indicators seem suitable to detect environmental and climatic changes: biogenic P for Paleoproductivity, STI Index for weathering intensity, Ni/Co-ratio for redox conditions, relative enrichments of Co, Ba and Rb versus crustal values for volcanic activity at varying differentiation. The Mg/Ca-ratio as proxy for salinity is applicable in evaporites. The binary plot Nb/Y versus Zr/TiO2 indicates a presently eroded volcanic level of the Bohemian Massif as catchment area for the Middle Bunter, whereas higly differentiated volcanics provided source material for Neoproterozoic greywackes. A positive Eu-anomaly is limited to the Lower Bunter and implies mafic source rocks perhaps formerly located in the Bohemian Massif.
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| Bund | 960 |
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| Text | 261 |
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