Durch die Verarbeitung und Förderung von Kalisalzen sind in Thüringen große Abraum- und Rückstandshalden entstanden. Die aufgehaldeten Salze werden niederschlagsinduziert aufgelöst und gelangen in Grund- und Oberflächengewässer. Das hoch mineralisierte Infiltrationswasser breitet sich im Grundwasser als Salzfahne aus und kann in Quellen wieder zutage treten. Am Beispiel der Kalirückstandshalde Sollstedt wird die Ausbreitung der in den Untergrund eingebrachten Salzlösung untersucht. Ziel des Vorhabens ist der Erwerb von Kenntnissen über die regionalen geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse einerseits. Andererseits im Sinne der Wasserwirtschaft, Untersuchungen der Wasserverhältnisse im Hinblick auf ihre Salinität und Wasserwegsamkeit. Im Abstromgebiet der Halde Sollstedt liegen mehrere Quellen, die stark mineralisiert sind. Die Halde Sollstedt sowie der von ihr ausgehende Salzeintrag in Oberflächen- und Grundwässer ist aufgrund der topographischen Situation und der geologischen Verhältnisse als möglicher Teilverursacher der hohen Mineralisation der Quellen einzustufen. Als weiterer möglicher Teilverursacher der Quellwasserbelastung wird eine ehemalige Hausmülldeponie, die sich im vermuteten Einzugsbereich der Quellen befindet untersucht. Geogene Ursachen, wie bisher nicht bekannte, natürliche Salzvorkommen im Untergrund sind als Weitere Ursachen der hohen Quellwassermineralisation nicht auszuschließen.
Untersuchung von Moeglichkeiten, Rueckstandshalden aus der Aufbereitung der Kalisalze zu begruenen. Durchfuehrung von Begruenungsversuchen (Feld- und Gefaessversuche) mit und ohne Auftrag von Boden oder anderen Abdeckmaterialien mit dem Ziel, einen dauerhaften Pflanzenbewuchs auf der Haldenoberflaeche zu schaffen.
Ziel des Vorhabens ist, Vorschläge bzw. Grundrezepturen für einen Steinsalzversatz vorzuschlagen, dessen Gefüge so stabilisiert ist, dass nach dem Einbau ein praktisch 100 Prozent-iger Befüllungsgrad erreicht wird und die Stützwirkung des Versatzes so hoch ist, dass Auflockerungen (Rissbildungen) im umliegenden Gebirge ausgeschlossen werden können. Gleichzeitig soll eine Anfangspermeabilität des Versatzes von kleiner als 10 exp(-14) m2 erreicht werden. Die Parameter Verformungswiderstand und Permeabilität sollen sich mit zunehmender Einwirkungszeit der Gebirgskonvergenz verbessern. Diese Gefügestabilisierung kann durch den Zusatz von Bindemitteln in Form einer Bindemittelmatrix und durch die Ausnutzung von Rekristallisationsvorgängen oder Phasenneubildungen erfolgen. Dabei unterscheidet sich der gefügestabilisierte Salzgrus von einem bindemittelhaltigen Baustoff durch seinen geringeren Bindemittelgehalt. Die Bestimmung des optimalen Bindemittelgehaltes ist ein Hauptziel der Rezepturentwicklung.
Informationssystem Altbergbau Kali und Salz zur Dokumentation aller verfügbaren Informationen des Altbergbaus Inhalt: Fachinformationen zu Altbergbauobjekten Kali- und Steinsalzbergbau, Sachdaten zur bergbaulichen Nutzung, Rissdatenbank, DB Vorkommnisse/Schriftgut/Gutachten Verwendete Standards: Accessdatenbank, Geometriedaten Formen: Informationssystem
Im Bereich von Altbergwerken des ehemaligen Kali- und Steinsalzbergbaus ergeben sich Risiken für die Stabilität des Gebirges aus der Konvergenz von vorhandenen untertägigen Hohlräumen (bergmännisch aufgefahren oder durch Auslaugung entstanden), der Schaffung neuer Hohlräume durch Zuflüsse ungesättigter Wässer ins Salinargebirge, sowie untergeordnet durch Subrosion am Salzspiegel und Gipshut. Diese Risiken und die damit verbundene Beeinträchtigung der Flächennutzung einschätzen zu können, ist die Voraussetzung für ein ökologisch begründetes nachhaltiges Gestaltungs- und Flächennutzungskonzept in einer Region über abgesoffenen oder gefluteten Salzbergwerken. Bisher ist es nicht möglich, die Veränderungen der Tagesoberfläche als Folge der verschiedenen beteiligten Prozesse, die sich zusätzlich gegenseitig beeinflussen, zuverlässig zu prognostizieren. Die Aufgaben des Teilvorhabens 4 sind in der Beschreibung des Gesamtvorhabens Staßfurt2 enthalten. Durch die interdisziplinäre Zusammenfassung, Analyse und Bewertung vorliegender Einzelergebnisse soll ein wissensbasiertes Beratungssystem zur Prognose der Oberflächenänderung entwickelt werden.
Recherche und Erfassung gewässerkundlicher Daten zur Bewertung künftiger Salzwassereinleitung des Kaliwerkes Zielitz mit Berücksichtigung der WRRL.
• \~· SACHSEN-ANHALT Landesamt für Geologie und Bergwesen r Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt Postfach 156 • 06035 Halle I Saale An die Geschäftsführerin Frau U. Heinen-Esser Bundesgesellschaft für Endlagerung Willy-Brandt-Straße 5 38226 Salzgitter Abfrage der Daten für die Anwendung der Ausschlusskriterien28.Februar 2018 Sehr geehrte Frau Heinen-Esser,Abteilungsleiter 2 Geologischer Dienst Az.: 346-2018-eh-1 mit Schreiben vom 29. Januar 2018 fragten Sie als Vorhabenträgerin nach weiteren im LAGB Sachsen-Anhalt vorhandenen Datenbeständen zur An- wendung der Ausschlusskriterien für Sachsen-Anhalt. Im Einzelnen baten Sie um Bereitstellung der Daten zu: Zu 1. Großräumige Hebungsraten Das LAGB verfügt für einzelne Landesgebiete über Karten der rezenten Ver- tikalbewegungen auf Basis topographischer Feinnivellements (Abb. 1.1, An- lage 1.1) sowie satellitengestützte SAR-Radardaten der Sensoren ERS-1 und ERS-2, d.h. Messwerte aus fünf Szenen mittels PSI (Persistent Scatterer ln- terferometry)-Verfahren zum Nachweis von rezenten Hebungen (Abb. 1.2, Anlage. 1.2 mit den Koordinaten der Objekte mit Hebungsraten von mehr als 1 mm pro Jahr im Lage-Bezugssystem ETRS89 UTM Zone 32N (EPSG 25832). Diese mit unterschiedlichen Methoden ermittelten Daten sind wider- sprüchlich und bedürfen, wie wir bereits mit Schreiben vom 26. September 2017 mitteilten, einer grundsätzlichen Bewertung der Aussagesicherheit der verwendeten Methoden. Diese Bewertung kann mit dem im LAGB vorhanden Personal nicht geleistet werden. Nach dem Persistent Scatterer lnterferomet- ry (PSl)-Verfahren wurden auf der Landesfläche von Sachsen-Anhalt 65992 Punkte ermitteltet, die mehr oder weniger gleichmäßig auf der Landesfläche verteilt sind und auf großräumige Vertikalbewegung von mehr als 1 mm pro Jahr hinweisen. Eine flächengenaue Aussage zu Hebungsvorgängen bzw. Flächen, wo eine Hebung ausgeschlossen werden kann, wie in Ihrem Schrei- ben gefordert, ist erst möglich, wenn die Ursache für die Hebung, der nach der PSI-Verfahren ermittelten Punkt geklärt wurde. Wie bereits im Schreiben vom 26. September 2017 mitgeteilt, empfiehlt es sich hier das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen- Anhalt sowie zur Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu kon- taktieren, die derzeit im Rahmen des Copemicus-Projektes satellitengestützte Bodenbewegungsdaten ermittelt (Quelle: BGR Report 2016). Zu 2. Aktive Störungszonen Dem LAGB liegen tektonische Karten in unterschiedlichen Maßstäben vor. Störungszonen sind u.a. durch Bohrungen, Geophysik und seismische Profil- Durchwahl (0345) 5212- Köthener Str. 38 06118 Halle I Saale Telefon (0345) 5212-0 Telefax (0345) 522 99 10 E-Mail: poststelle @lagb.mw. sachsen-anhaltde E-Mail-Adresse nur für formlose Mit- teilungen ohne elektronische Signatur Internet: www. lagb.sachsen-anhaltde Landeshauptkasse Sachsen-Anhalt Deutsche Bundesbank Fil. Magdeburg BLZ 810 000 00 KTO 810 015 00 IBAN DE 21 8100 0000 00 8100 1500 BIC MARKDEF1810 Seite 2/14 schnitte (vorwiegend Industriedaten) nachgewiesen. Diese liegen weitgehend als Liniendarstel- lung vor. Weitere Geometriedaten wie Einfallen, Längenangaben und Reichweite unter GOK lie- gen digital nicht vor. Die Erhebung dieser Daten wäre nur mit erheblichen Personal- und Zeitauf- wand möglich. Der Kenntnisstand zum genauen Alter der tektonischen Störungen und deren Wiederaktivierungs- zeiten ist sehr heterogen. Auch hier besteht erheblicher UntersuchunQsbedarf. In der Abb. 2.1 (Anlage 2.1) sind die aktiven Störungszonen dargestellt (Quelle: _ 1988, Rezente ver- tikale Erdkrustenbewegungen als geologischer Prozess, unveröff. Dissertation B; Potsdam). Die Abb. 2.1 zeigt die Fotolineationen aus kosmischer Aufnahmen basierend auf der Karte im Maßstab 1:500.000 von Krull & Schmidt (1989). Diese Fotolineationen können, zumindest zum Teil, auf junge neotektonische Bewegungen zurückgeführt werden. Eine Bewertung der in der Landesfläche ermittelten Störungszonen und die Ermittlung des Alters der Bewegungen war bis- her keine Aufgabe der geologischen Landesaufnahme und kann mit dem vorhandenen Stamm- personal nicht vorgenommen werden. Auf der Abb. 2.3 (Anlage 2.3) sind die Salzstöcke darge- stellt, die an der Basis des Quartärs durch Bohrungen nachgewiesen wurden. Das heißt auf die- sen Flächen erfolgten nachweislich in jüngster geologischer Zeit, d.h. im Quartär, Hebungsbewe- gungen. Zu 3. Einflüsse aus gegenwärtiger oder früherer bergbaulicher Tätigkeit Wie im Schreiben vom 26. September 2017 mitgeteilt sind die Lage und Dimension von Altberg- bauanlagen im LAGB weitgehend bekannt und umfassen nach derzeitiger Kenntnis ca . 4% der Landesfläche (Abb. 3.1, Anlage 3.1 ). Es handelt es sich um 1725 Gruben/Objekte mit 7780 Tage- söffnungen (7265 Schächte, 515 Mundlöcher). Derzeit erfasst sind 2665 Risswerke mit 14140 Rissplatten, 5100 thematische Karten, 6100 Gutachten, Dokumentationen. Die Aktenbestände zum Altbergbau umfassen insgesamt ca. 600 lfd. Meter. Insgesamt liegen die Daten zum Altberg- bau in großem Umfang analog und nur zum geringen Teil digital vor. Weitere umfangreiche Do- kumentenbestände (mehrere zehner Kilometer lfd. Akten) zum Altbergbau lagern ferner im Lan- desarchiv von Sachsen-Anhalt, in Betriebsarchiven und anderen Einrichtungen. Diese Dokumente wären zukünftig zu erschließen. Nach Art des Altbergbaus können derzeit folgende Aussagen ge- troffen werden: Braunkohlentiefbau: Nach gegenwärtigen Stand sind ca. 730 Objekte nach einer Teufe > 100 m zu differenzieren. Diese Daten liegen weitgehend nur analog vor und es handelt sich nicht um ko- ordinatenscharfe Flächendaten. Auch für den Steinkohlenbergbau liegen keine koordinatenscharfen Flächendaten vor. Es gibt hierzu ausschließlich analoge Daten. Zum Kali- und Steinsalzbergbau sind die Rissplatten weitgehend gescannt und in einer amtseige- nen Datenbank recherchierbar. Koordinatenscharfen Bergwerksflächendaten könnten mit nicht unerheblichem Personal- und Zeitaufwand digital bereitgestellt werden. Die teufenorientierte Differenzierung von Kupferschiefergruben ist derzeit nicht möglich. Ca. 2500 Rissplatten müssten bearbeitet und mit dem digitalen Geländemodell verschnitten werden . Der Aufwand hierzu kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Für den übrigen Erzbergbau liegen für ca. 15 Objekte analoge Daten vor, die ausgewertet werden müssen. Von ca. 1000 Objekten liegen keine auswertbaren Unterlagen vor. Die Lage und Dimension von aktiven Bergbauanlagen, Kavernen- und Porenspeichern etc. sind markscheiderisch dokumentiert. Die Daten zum aktiven und Sanierungsbergbau liegen analog vor (Abb. 3.2). Die Konturen der Berechtsamsflächen sind Anlage 3.2 zu entnehmen. Das LAGB verfügt über analoge und digitale Daten von über 245.000 Bohrungen. In der Abb. 3.3 (Anlage 3.3) sind 4392 Bohrungslokationen mit einer Endteufe größer/gleich 300 m dargestellt. Angaben zu Funktion und Ausbau von Bohrungen, die nach 1945 geteuft wurden, lassen sich nur z.T. aus der vorhandenen Bohrdatenbank ermitteln und sind mit nicht unerheblichem Aufwand aus den analogen Unterlagen zu ergänzen. Der Zustand von älteren Bohrungen, d.h. vor 1945 geteuft, insbesondere deren Verwahrzustand, ist zum Teil unbekannt. Zu 4. Seismische Aktivität Die Zonen mit einer Seismischen Aktivität größer als in Erdbebenzone 1 nach DIN EN 1998-1/NA Seite 3/14 2011-02 sind bekannt und liegen außerhalb von Sachsen-Anhalt. Die Karte der Erdbebenzonen nach DIN EN 1998-1 für Sachsen-Anhalt mit den Erdbebenzonen O und 1 liegt vor (Abb. 4.1 , An- lage 4.1 ). Grundlage der DIN ist eine probabilistische Gefährdungsberechnung mit einer statistischen Wie- derkehrperiode von 475 Jahren. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit 90% beträgt, dass die angegebenen Intensitäten (größer VII in Erdbebenzone 2) in 50 Jahren nicht überschritten wer- den. Diese niedrige Wiederkehrperiode mag für Gebäude ausreichend sein. Beim Standortaus- wahlverfahren für ein Atommüllendlager müssen aber- z.B. in Analogie zur vulkanischen Aktivität - wesentlich längere Zeiträume bis zu 1 Million Jahre betrachtet werden. Bezieht man aber länge- re Zeiträume in die Überlegungen ein, zeigen schon die historischen Erdbebenkataloge, dass in weiten Teilen Sachsen-Anhalts die seismische Aktivität nicht zu vernachlässigen ist. So weisen z.B. neuste Untersuchungen darauf hin, dass die zunehmende Aktivierung von Störungszonen auch im Raum Halle-Leipzig langfristig zu Erdbeben mit Magnituden größer 5 führen kann. Auf der Basis historischer Erdbebenkataloge (Leydecker 2011, Grünthal & Wahlström 2012) werden da- her folgende Gebiete in Sachsen-Anhalt benannt: Südteil von Sachsen-Anhalt bis nördlich Halle, Raum Magdeburg bis in Altmark. Zu 5. Vulkanische Aktivität Die Landesfläche ist nahezu flächendeckend im Maßstab 1:25.000 geologisch kartiert. Stratigra- phische Einstufungen von vulkanischen Gesteinen und radiometrische Altersdatierungen liegen für zahlreiche Vorkommen in der Literatur vor. Vulkane und Lavaströme quartären Alters sind in Sachsen-Anhalt nicht bekannt. Allerdings sind pyroklastische Ablagerungen vorhanden. Eine Prognose war bisher keine Aufgabe der geologischen Landesaufnahme und kann mit dem vor- handenen Stammpersonal nicht vorgenommen werden. Zu 6. Grundwasseralter Die Ermittlung von Grundwasseralter war bisher keine Aufgabe der geologischen Landesaufnah- me und kann mit dem vorhandenen Stammpersonal nicht vorgenommen werden. Hier besteht aus Sicht des LAGB erheblicher Untersuchungsbedarf. Für die Klärung offener Fragen zur Datenübergabe würden wir Sie gern nochmals zu einem Ge- spräch ins LAGB nach Halle einladen. Mit freundlichen Grüßen und Glückauf Abbildungen
• \~· SACHSEN-ANHALT Landesamt für Geologie und Bergwesen r Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt Postfach 156 • 06035 Halle I Saale An die Geschäftsführerin Frau U. Heinen-Esser Bundesgesellschaft für Endlagerung Willy-Brandt-Straße 5 38226 Salzgitter Abfrage der Daten für die Anwendung der Ausschlusskriterien28.Februar 2018 Sehr geehrte Frau Heinen-Esser,Abteilungsleiter 2 Geologischer Dienst Az.: 346-2018-eh-1 mit Schreiben vom 29. Januar 2018 fragten Sie als Vorhabenträgerin nach weiteren im LAGB Sachsen-Anhalt vorhandenen Datenbeständen zur An- wendung der Ausschlusskriterien für Sachsen-Anhalt. Im Einzelnen baten Sie um Bereitstellung der Daten zu: Zu 1. Großräumige Hebungsraten Das LAGB verfügt für einzelne Landesgebiete über Karten der rezenten Ver- tikalbewegungen auf Basis topographischer Feinnivellements (Abb. 1.1, An- lage 1.1) sowie satellitengestützte SAR-Radardaten der Sensoren ERS-1 und ERS-2, d.h. Messwerte aus fünf Szenen mittels PSI (Persistent Scatterer ln- terferometry)-Verfahren zum Nachweis von rezenten Hebungen (Abb. 1.2, Anlage. 1.2 mit den Koordinaten der Objekte mit Hebungsraten von mehr als 1 mm pro Jahr im Lage-Bezugssystem ETRS89 UTM Zone 32N (EPSG 25832). Diese mit unterschiedlichen Methoden ermittelten Daten sind wider- sprüchlich und bedürfen, wie wir bereits mit Schreiben vom 26. September 2017 mitteilten, einer grundsätzlichen Bewertung der Aussagesicherheit der verwendeten Methoden. Diese Bewertung kann mit dem im LAGB vorhanden Personal nicht geleistet werden. Nach dem Persistent Scatterer lnterferomet- ry (PSl)-Verfahren wurden auf der Landesfläche von Sachsen-Anhalt 65992 Punkte ermitteltet, die mehr oder weniger gleichmäßig auf der Landesfläche verteilt sind und auf großräumige Vertikalbewegung von mehr als 1 mm pro Jahr hinweisen. Eine flächengenaue Aussage zu Hebungsvorgängen bzw. Flächen, wo eine Hebung ausgeschlossen werden kann, wie in Ihrem Schrei- ben gefordert, ist erst möglich, wenn die Ursache für die Hebung, der nach der PSI-Verfahren ermittelten Punkt geklärt wurde. Wie bereits im Schreiben vom 26. September 2017 mitgeteilt, empfiehlt es sich hier das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen- Anhalt sowie zur Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu kon- taktieren, die derzeit im Rahmen des Copemicus-Projektes satellitengestützte Bodenbewegungsdaten ermittelt (Quelle: BGR Report 2016). Zu 2. Aktive Störungszonen Dem LAGB liegen tektonische Karten in unterschiedlichen Maßstäben vor. Störungszonen sind u.a. durch Bohrungen, Geophysik und seismische Profil- Durchwahl (0345) 5212- Köthener Str. 38 06118 Halle I Saale Telefon (0345) 5212-0 Telefax (0345) 522 99 10 E-Mail: poststelle @lagb.mw. sachsen-anhaltde E-Mail-Adresse nur für formlose Mit- teilungen ohne elektronische Signatur Internet: www. lagb.sachsen-anhaltde Landeshauptkasse Sachsen-Anhalt Deutsche Bundesbank Fil. Magdeburg BLZ 810 000 00 KTO 810 015 00 IBAN DE 21 8100 0000 00 8100 1500 BIC MARKDEF1810 Seite 2/14 schnitte (vorwiegend Industriedaten) nachgewiesen. Diese liegen weitgehend als Liniendarstel- lung vor. Weitere Geometriedaten wie Einfallen, Längenangaben und Reichweite unter GOK lie- gen digital nicht vor. Die Erhebung dieser Daten wäre nur mit erheblichen Personal- und Zeitauf- wand möglich. Der Kenntnisstand zum genauen Alter der tektonischen Störungen und deren Wiederaktivierungs- zeiten ist sehr heterogen. Auch hier besteht erheblicher UntersuchunQsbedarf. In der Abb. 2.1 (Anlage 2.1) sind die aktiven Störungszonen dargestellt (Quelle: _ 1988, Rezente ver- tikale Erdkrustenbewegungen als geologischer Prozess, unveröff. Dissertation B; Potsdam). Die Abb. 2.1 zeigt die Fotolineationen aus kosmischer Aufnahmen basierend auf der Karte im Maßstab 1:500.000 von Krull & Schmidt (1989). Diese Fotolineationen können, zumindest zum Teil, auf junge neotektonische Bewegungen zurückgeführt werden. Eine Bewertung der in der Landesfläche ermittelten Störungszonen und die Ermittlung des Alters der Bewegungen war bis- her keine Aufgabe der geologischen Landesaufnahme und kann mit dem vorhandenen Stamm- personal nicht vorgenommen werden. Auf der Abb. 2.3 (Anlage 2.3) sind die Salzstöcke darge- stellt, die an der Basis des Quartärs durch Bohrungen nachgewiesen wurden. Das heißt auf die- sen Flächen erfolgten nachweislich in jüngster geologischer Zeit, d.h. im Quartär, Hebungsbewe- gungen. Zu 3. Einflüsse aus gegenwärtiger oder früherer bergbaulicher Tätigkeit Wie im Schreiben vom 26. September 2017 mitgeteilt sind die Lage und Dimension von Altberg- bauanlagen im LAGB weitgehend bekannt und umfassen nach derzeitiger Kenntnis ca . 4% der Landesfläche (Abb. 3.1, Anlage 3.1 ). Es handelt es sich um 1725 Gruben/Objekte mit 7780 Tage- söffnungen (7265 Schächte, 515 Mundlöcher). Derzeit erfasst sind 2665 Risswerke mit 14140 Rissplatten, 5100 thematische Karten, 6100 Gutachten, Dokumentationen. Die Aktenbestände zum Altbergbau umfassen insgesamt ca. 600 lfd. Meter. Insgesamt liegen die Daten zum Altberg- bau in großem Umfang analog und nur zum geringen Teil digital vor. Weitere umfangreiche Do- kumentenbestände (mehrere zehner Kilometer lfd. Akten) zum Altbergbau lagern ferner im Lan- desarchiv von Sachsen-Anhalt, in Betriebsarchiven und anderen Einrichtungen. Diese Dokumente wären zukünftig zu erschließen. Nach Art des Altbergbaus können derzeit folgende Aussagen ge- troffen werden: Braunkohlentiefbau: Nach gegenwärtigen Stand sind ca. 730 Objekte nach einer Teufe > 100 m zu differenzieren. Diese Daten liegen weitgehend nur analog vor und es handelt sich nicht um ko- ordinatenscharfe Flächendaten. Auch für den Steinkohlenbergbau liegen keine koordinatenscharfen Flächendaten vor. Es gibt hierzu ausschließlich analoge Daten. Zum Kali- und Steinsalzbergbau sind die Rissplatten weitgehend gescannt und in einer amtseige- nen Datenbank recherchierbar. Koordinatenscharfen Bergwerksflächendaten könnten mit nicht unerheblichem Personal- und Zeitaufwand digital bereitgestellt werden. Die teufenorientierte Differenzierung von Kupferschiefergruben ist derzeit nicht möglich. Ca. 2500 Rissplatten müssten bearbeitet und mit dem digitalen Geländemodell verschnitten werden . Der Aufwand hierzu kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Für den übrigen Erzbergbau liegen für ca. 15 Objekte analoge Daten vor, die ausgewertet werden müssen. Von ca. 1000 Objekten liegen keine auswertbaren Unterlagen vor. Die Lage und Dimension von aktiven Bergbauanlagen, Kavernen- und Porenspeichern etc. sind markscheiderisch dokumentiert. Die Daten zum aktiven und Sanierungsbergbau liegen analog vor (Abb. 3.2). Die Konturen der Berechtsamsflächen sind Anlage 3.2 zu entnehmen. Das LAGB verfügt über analoge und digitale Daten von über 245.000 Bohrungen. In der Abb. 3.3 (Anlage 3.3) sind 4392 Bohrungslokationen mit einer Endteufe größer/gleich 300 m dargestellt. Angaben zu Funktion und Ausbau von Bohrungen, die nach 1945 geteuft wurden, lassen sich nur z.T. aus der vorhandenen Bohrdatenbank ermitteln und sind mit nicht unerheblichem Aufwand aus den analogen Unterlagen zu ergänzen. Der Zustand von älteren Bohrungen, d.h. vor 1945 geteuft, insbesondere deren Verwahrzustand, ist zum Teil unbekannt. Zu 4. Seismische Aktivität Die Zonen mit einer Seismischen Aktivität größer als in Erdbebenzone 1 nach DIN EN 1998-1/NA Seite 3/14 2011-02 sind bekannt und liegen außerhalb von Sachsen-Anhalt. Die Karte der Erdbebenzonen nach DIN EN 1998-1 für Sachsen-Anhalt mit den Erdbebenzonen O und 1 liegt vor (Abb. 4.1 , An- lage 4.1 ). Grundlage der DIN ist eine probabilistische Gefährdungsberechnung mit einer statistischen Wie- derkehrperiode von 475 Jahren. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit 90% beträgt, dass die angegebenen Intensitäten (größer VII in Erdbebenzone 2) in 50 Jahren nicht überschritten wer- den. Diese niedrige Wiederkehrperiode mag für Gebäude ausreichend sein. Beim Standortaus- wahlverfahren für ein Atommüllendlager müssen aber- z.B. in Analogie zur vulkanischen Aktivität - wesentlich längere Zeiträume bis zu 1 Million Jahre betrachtet werden. Bezieht man aber länge- re Zeiträume in die Überlegungen ein, zeigen schon die historischen Erdbebenkataloge, dass in weiten Teilen Sachsen-Anhalts die seismische Aktivität nicht zu vernachlässigen ist. So weisen z.B. neuste Untersuchungen darauf hin, dass die zunehmende Aktivierung von Störungszonen auch im Raum Halle-Leipzig langfristig zu Erdbeben mit Magnituden größer 5 führen kann. Auf der Basis historischer Erdbebenkataloge (Leydecker 2011, Grünthal & Wahlström 2012) werden da- her folgende Gebiete in Sachsen-Anhalt benannt: Südteil von Sachsen-Anhalt bis nördlich Halle, Raum Magdeburg bis in Altmark. Zu 5. Vulkanische Aktivität Die Landesfläche ist nahezu flächendeckend im Maßstab 1:25.000 geologisch kartiert. Stratigra- phische Einstufungen von vulkanischen Gesteinen und radiometrische Altersdatierungen liegen für zahlreiche Vorkommen in der Literatur vor. Vulkane und Lavaströme quartären Alters sind in Sachsen-Anhalt nicht bekannt. Allerdings sind pyroklastische Ablagerungen vorhanden. Eine Prognose war bisher keine Aufgabe der geologischen Landesaufnahme und kann mit dem vor- handenen Stammpersonal nicht vorgenommen werden. Zu 6. Grundwasseralter Die Ermittlung von Grundwasseralter war bisher keine Aufgabe der geologischen Landesaufnah- me und kann mit dem vorhandenen Stammpersonal nicht vorgenommen werden. Hier besteht aus Sicht des LAGB erheblicher Untersuchungsbedarf. Für die Klärung offener Fragen zur Datenübergabe würden wir Sie gern nochmals zu einem Ge- spräch ins LAGB nach Halle einladen. Mit freundlichen Grüßen und Glückauf Abbildungen
STUDIE zur Beurteilung der Machbarkeit einer Umlagerung aller oder Teile der radioaktiven Abfälle in der Schacht- anlage Asse II Auftraggeber:Bundesamt für Strahlenschutz PF 10 01 49 38201 Salzgitter Auftragnehmer:ERCOSPLAN Ingenieurgesellschaft Geotechnik und Bergbau mbH Arnstädter Straße 28 99096 Erfurt TÜV NORD SysTec GmbH & Co. KG Große Bahnstraße 31 22525 Hamburg Projektnummer: EGB 07-036.01 Erfurt, den 30.09.2009 Dr. Henry Rauche Geschäftsführer Dieser Bericht wurde im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) erstellt. Verantwortlich für den Inhalt sind allein die Autoren. Das BfS übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauigkeit und Vollständigkeit der Angaben sowie die Beachtung privater Rechte Dritter. Der Auftraggeber behält sich alle Rechte vor. Insbe- sondere darf dieser Bericht nur mit seiner Zustimmung ganz oder teilweise vervielfältigt werden. Der Bericht gibt die Auffassung und Meinung des Auftragnehmers wieder und muss nicht mit der des BfS übereinstimmen. STUDIE zur Beurteilung der Machbarkeit einer Umlagerung aller oder Teile der radioaktiven Abfälle in der Schachtanlage Asse II EGB 07-036.01 Zusammenfassung ERCOSPLAN Ingenieurgesellschaft Geotechnik und Bergbau mbH TÜV NORD Systec GmbH & Co. KG Beurteilung der Machbarkeit einer Umlagerung aller oder Teile der radio- aktiven Abfälle in der Schachtanlage Asse II Stichworte: Schachtanlage Asse II, Umlagerung, radioaktive Abfälle, Machbar- keitsstudie ERCOSPLAN Ingenieurgesellschaft Geotechnik und Bergbau mbH (ERCOSPLAN) und TÜV NORD Systec GmbH & Co. KG (TÜV NORD) wurden mit der „Beurteilung der Machbarkeit einer Umlagerung aller oder Teile der radioaktiven Abfälle in der Schachtanlage Asse II“ beauftragt. Diese Beurteilung stellt die Grundlage einer späteren Bewertung der von der „Ar- beitsgruppe Optionenvergleich“ (AGO) vorgeschlagenen Option der Umlagerung der radioaktiven Abfälle hinsichtlich der bergbaulichen bzw. bergtechnischen Machbarkeit dar. Gegenstand der vorliegenden Machbarkeitsstudie sind die für die Umlagerung durchzuführenden bergtechnischen Arbeiten sowie mögliche Umlagerungstechnolo- gien einschließlich der Betrachtung der Strahlenexposition während der Umlagerung. Insgesamt wurden drei Varianten zur Umlagerung aller oder Teile der radioaktiven Abfälle betrachtet. Für jede dieser Varianten wurde die Umlagerung der Abfälle im Bereich zwischen der 511-m-Sohle und der 750-m-Sohle sowie die Umlagerung in tiefer liegende Gesteinsformationen unter besonderer Berücksichtigung der standort- spezifischen geologischen, hydrogeologischen, gebirgsmechanischen und bergtechni- schen Randbedingungen sowie der geltenden strahlenschutztechnischen und bergbausicherheitlichen Anforderungen untersucht. Im Rahmen der Umlagerung aller oder Teile der radioaktiven Abfälle in eine tiefer liegende Gesteinsformation wurden verschiedene Möglichkeiten zum Aufschluss die- ses tiefer liegenden Bereiches sowie die Möglichkeiten der Auffahrung von geeigne- ten Einlagerungshohlräumen betrachtet. Im Ergebnis kommen prinzipiell zwei Möglichkeiten des Aufschlusses der tiefer lie- genden Gesteinsformation in Betracht: das Abteufen von zwei Blindschächten bzw. das Abteufen eines Blindschachtes und die Auffahrung einer Schrägstrecke. Seite 2 von 237 ERCOSPLAN Ingenieurgesellschaft Geotechnik und Bergbau mbH Arnstädter Straße 28, 99096 Erfurt Tel.: + 49 361 3810 220 Fax: +49 361 3810 402 e-mail: mining@ercosplan.com http://www.ercosplan.com STUDIE zur Beurteilung der Machbarkeit einer Umlagerung aller oder Teile der radioaktiven Abfälle in der Schachtanlage Asse II EGB 07-036.01 Die Grubenbaue und die Einlagerungshohlräume wurden so konzipiert, dass jeder einzelne Einlagerungshohlraum unmittelbar nach Beendigung der Umlagerung sepa- rat und die Zugänge (Blindschächte/Blindschacht und Schrägstrecke) zu dem Umla- gerungshorizont nach Beendigung der gesamten Umlagerung als Ganzes langzeitsi- cher verschlossen werden können. Im Ergebnis der Auswertung des derzeitigen Standes der Technik zum langzeitsiche- ren Verschluss von horizontalen bzw. vertikalen Grubenbauen im salinaren Gebirge wird eingeschätzt, dass die neu aufzufahrenden Blindschächte bzw. Blindschacht und Schrägstrecke langzeitsicher gegenüber dem bestehenden Grubenfeld der Schacht- anlage Asse II abgetrennt werden können. Die untersuchten Technologien zur Auffahrung geeigneter seigerer Grubenbaue bzw. geeigneter Einlagerungshohlräume entsprechen dem Stand der Technik im deut- schen Kali- und Steinsalzbergbau. Im Rahmen der vorliegenden Machbarkeitsstudie wurde zudem gezeigt, dass die Um- lagerung der Gebinde technisch möglich ist. Die Gewinnung, der Transport und die Einlagerung der Abfälle im Bereich der konzipierten 1.200-m-Sohle kann durch die Umsetzung des beschriebenen Konzeptes durchgeführt werden. Die hier vorgestell- ten technischen Einrichtungen und Maßnahmen basieren auf vorhandenen Entwick- lungen und sind kurzfristig verfügbar. Der für die Umlagerung erforderliche Zeitbedarf steht im engen Zusammenhang mit dem umzulagernden Aktivitätsinventar. Sollen 100 % des Aktivitätsinventars in tiefe- re Bereiche verbracht werden, so werden dafür in Abhängigkeit von der gewählten Aufschlusstechnologie ca. 15 bis 18 Jahre benötigt. Aus strahlenschutztechnischer Sicht ist die Durchführung der Umlagerung nach den in dieser Studie beschriebenen Varianten möglich. Die gesetzlichen Vorgaben für die potentielle Strahlenexposition der Bevölkerung werden in allen betrachteten Varian- ten der Umlagerung eingehalten. Die für die Strahlenexposition des Personals gel- tenden Grenzwerte werden ebenso unterschritten. Seite 3 von 237 ERCOSPLAN Ingenieurgesellschaft Geotechnik und Bergbau mbH Arnstädter Straße 28, 99096 Erfurt Tel.: + 49 361 3810 220 Fax: +49 361 3810 402 e-mail: mining@ercosplan.com http://www.ercosplan.com
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 23 |
| Land | 2 |
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| Förderprogramm | 18 |
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| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 5 |
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| Deutsch | 24 |
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| Boden | 22 |
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