Sanierungsrahmenpläne sind eine besondere Form der Braunkohlenpläne im Freistaat Sachsen, welche für jeden stillgelegten oder noch stillzulegenden Tagebau aufzustellen sind. Der Sanierungsrahmenplan enthält Festlegungen zu den Grundzügen der Wiedernutzbarmachung der Oberfläche, zu der anzustrebenden Landschaftsentwicklung sowie zur Wiederherstellung der Infrastruktur. Mit der deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 änderten sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die ostdeutsche Braunkohlenindustrie grundlegend. Der Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft, die Modernisierung aller Haushalte und die allgemeine Verfügbarkeit anderer Energieträger (insbesondere Erdöl und Erdgas) führten zu einem starken Absatzrückgang der heimischen Braunkohle. Kraftwerke, Veredlungsanlagen und Tagebaubetriebe erfüllten zudem nicht die bundesdeutschen Umweltstandards. Zahlreiche Tagebaue mussten stillgelegt werden. Die forcierte Entwicklung der Braunkohlenindustrie in der DDR war mit der Zerstörung des Lebensraumes der Menschen und mit erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden. Ökologische und soziale Belange spielten eine untergeordnete Rolle. Beträchtliche, in einzelnen Tagebauen auf bis zu 20 Jahre geschätzte Rekultivierungsrückstände, Sand-und Staubauswehungen, ein gestörter Wasserhaushalt und Altlasten waren die Hinterlassenschaften des Braunkohlenbergbaus in der Lausitz. Hinzu kamen kilometerlange ungesicherte Tagebauböschungen sowie riesige ungesicherte Tagebaukippen, die eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellten. In dieser besonderen Situation und angesichts des Umfangs der notwendigen Sanierungsarbeiten und des allgemeinen öffentlichen Interesses mussten in transparenten, förmlichen Verfahren Braunkohlenpläne mit inhaltlichen Vorgaben für eine geordnete Sanierung erarbeitet und Konflikte aufgelöst werden. Dies wird in der Regional- und Sanierungsrahmenplanung im Freistaat Sachsen insbesondere über die kommunale Mitwirkung sichergestellt.
TITEL: Braunkohlenplanung in Westsachsen [Hrsg.] Regionaler Planungsverband Westsachsen, 1998 INHALT: - Braunkohlenplanung als Bestandteil der Landes- und Regionalplanung (Gesetzliche Grundlagen, Verfahrensablauf, Schwerpunkte) - Braunkohlenindustrie in Westsachsen - Braunkohlenpläne in Westsachsen (Aufgaben, Gliederung, Vorstellung der einzelnen Tagebaue objektspezifische Inhalte) - Karte der Realnutzung Südraum Leipzig als Instrument zur Raumbeobachtung - fünf Jahre Braunkohlenplanung in Westsachsen - eine Bilanz
Die technische zusammenfassende Darstellung will einen objektiven Ueberblick geben fuer Nichtfachleute im Kohle- und Energie-Fachgebiet. Literaturstudien ueber Emissionen bzw. Immissionen der Kohlebenutzung werden zusammengestellt und die moegliche Auswirkung auf die Umwelt, einschliesslich die menschliche Gesundheit, insbesondere hinsichtlich der Zukunft der Kohleindustrie kritisch beurteilt. Die Berichte der wirtschaftlichen Bewertung beurteilen die Konsequenzen der Pruefungsnormen von Emission und anderen Belastungen von verschiedenen Stufen im Kohle-Verwendungskreislauf und die Volkswirtschaft der Kontrolltechnologien.
Begleitausschuss EFRE/ESF+/JTF 2021-2027 in Sachsen-Anhalt Vorlage für den Begleitausschuss EFRE/ESF+/JTF 2021 – 2027 zum Beschluss der Auswahlkriterien Allgemeine Informationen (nicht Gegenstand des Beschlusses) FörderprogrammGrüner Wasserstoff FondsJust Transition Fund (JTF) Finanzplanebene15.01.1. RichtlinienverantwortlichesMinisterium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, Ressort/FachreferatReferat 34 Spezifisches ZielSS08.1: Regionen und Menschen in die Lage versetzen, die sozialen, beschäftigungsspezifischen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen des Übergangs zu den energie- und klimapolitischen Vorgaben der Union für 2030 und des Übergangs der Union zu einer klimaneutralen Wirtschaft bis 2050 unter Zugrundelegung des Übereinkommens von Paris zu bewältigen. Mit der Förderung von Vorhaben zur Erzeugung, Speicherung, zum Transport und zur Verteilung von erneuerbar erzeugtem grünen Wasserstoff soll dem Transitionserfordernis der fossil geprägten Rohstoff- und Energieversorgung im Mitteldeutschen Revier Sachsen-Anhalt ansässiger Industrieunternehmen begegnet werden. Die Vorhaben sollen, bei langfristig gesicherter Wasserverfügbarkeit, der Bereitstellung grünen Wasserstoffs für dessen Nutzung als Prozesswärme sowie als Rohstoff für die Herstellung von Folgeprodukten (u. a. Ammoniak und Methanol) dienen. Beitrag zur Erreichung des spezifischen Zieles (Förderziel dieses Programmes) Ziel ist die Gewährleistung einer langfristig klimaneutralen Rohstoff- und Energieversorgung durch die Integration erneuerbarer Energien in industrielle und gewerbliche Prozesse unter Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. Damit werden die Wettbewerbs- und Zukunftsfestigkeit der dort ansässigen Unternehmen sowie die Attraktivität des Standortes für Neuansiedlungen sichergestellt. Zudem werden für die Braunkohlewirtschaft Perspektiven eröffnet, alternative, defossilisierte Wertschöpfungspfade in der Region zu entwickeln sowie die Grundlage für die klimaneutrale Transformation des Industriestandortes MR auf der Basis weitgehend geschlossener Wertschöpfungsketten geschaffen. ETS Aktivitäten sind von JTF-Investitionen ausgeschlossen. Begleitausschuss EFRE/ESF+/JTF 2021-2027 in Sachsen-Anhalt Fördergegenstand Gefördert werden investive Projekte zur Erzeugung, Speicherung, zum Transport und zur Verteilung (Umwidmung von Erdgasleitungen, Neubau von Leitungen / Netzen zur Anbindung der Erzeugungsanlagen sowie der industriellen und gewerblichen Verbraucher) von erneuerbar erzeugtem grünen Wasserstoff für dessen nachfolgende Nutzung als Prozesswärme sowie als Rohstoff für die Herstellung von Folgeprodukten (u. a. Ammoniak und Methanol). Das können zum Beispiel sein: - Anlagen zur Erzeugung erneuerbar erzeugten grünen Wasserstoffs, - Anlagen zur stationären Wasserstoffspeicherung, - Neubau von Wasserstoffleitungen und -netzen zur Anbindung der Erzeugungsanlagen sowie der industriellen und gewerblichen Verbraucher sowie Umwidmung von Erdgasleitungen. Voraussetzung ist jeweils, dass es sich um erneuerbaren, grünen Wasserstoff handelt. Die für die Erzeugung des grünen Wasserstoffs benötigten zusätzlichen erneuerbaren Stromerzeugungskapazitäten in Form von Windkraft- und Photovoltaikanlagen sind zusätzlich zu schaffen. Diese (Stromerzeugungs)- Anlagen sind nicht Fördergegenstand. Bewilligende StelleInvestitionsbank Sachsen-Anhalt Art des ProjektauswahlverfahrensProjektauswahl erfolgt durch ein Wettbewerbsverfahren. Die Antragstellung erfolgt bis zu einem festgelegten Stichtag. Die Fördervoraussetzungen sind in der Richtlinie festgelegt. Antragsberechtigte/Begünstigte Unternehmen Voraussetzung ist, dass der Antragstellende seinen Hauptsitz oder eine Außenstelle in einer der nachfolgenden Gebietskörperschaften hat: Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Burgendlandkreis, Landkreis Mansfeld Südharz, Saalekreis sowie kreisfreie Stadt Halle. Begleitausschuss EFRE/ESF+/JTF 2021-2027 in Sachsen-Anhalt Auswahlkriterien Beschluss des Begleitausschusses vom 13.12.2022; geändert durch Umlaufverfahren am 31.01.2024, geändert am 25.03.2025: Auswahlkriterien 1. Produktionskapazität / Transportkapazität: Das Vorhaben ist entsprechend seines Hauptinvestitionsfokus (Erzeugung vs. Transport) Pkt. 1.1 oder Pkt. 2.2 zuzuordnen 1.1. Welchen Beitrag leistet das Vorhaben zum Aufbau zusätzlicher Erzeugungskapazität von aus erneuerbaren Energiequellen erzeugten Wasserstoff für dessen Nutzung als Prozesswärme in der Industrie oder als Grundstoff für industrielle Folgeprodukte (z. B. Ammoniak, Methanol) im Mitteldeutschen Revier Sachsen- Anhalt? Bewertung: Gemessen als Elektrolyseleistung der geplanten Elektrolyseanlage im Mitteldeutschen Revier Sachsen-Anhalt in Megawatt (MW) 0 MW = 0 Punkte ˂ 5 MW = 1 Punkt > 5 MW = 5 Punkte > 10 MW = 10 Punkte > 20 MW = 20 Punkte > 30 MW = 30 Punkte > 40 MW = 40Punkte > 50 MW = 50 Punkte Oder bei Leitungsinfrastrukturvorhaben: 1.2 Welchen Beitrag leistet das Vorhaben zum Aufbau einer Infrastruktur zum Transport des erzeugten grünen Wasserstoffs (inkl. Umwidmung bzw. Ertüchtigung bestehender Erdgasleitungen) im Mitteldeutschen Revier Sachsen-Anhalt? Bewertung: Gemessen in Kilometer (km) der geplanten neu gebauten oder umgewidmeten Leitungsinfrastruktur für den Transport des grünen Wasserstoffs im Mitteldeutschen Revier Sachsen-Anhalt 0 km = 0 Punkte ˂ 5 km = 1 Punkt > 5 km = 5 Punkte > 10 km = 10 Punkte
- Dokumente, welche von Bundesfinanzminister Scholz angekündigte Entschädigungszahlungen an die Kohleindustrie betreffen (s. https://de.reuters.com/article/deutschland-kohleausstieg-idDEKBN1ZF0X8) und - Dokumente/Informationen über Telefonate, Treffen/Meetings usw. zwischen Vertretern der betroffenen Unternehmen und der Bundesumweltministerin bzw. anderen Vertretern des Bundesumweltministeriums, wenn diese in Zusammenhang mit den Entschädigungszahlungen stehen.
Begleitausschuss EFRE/ESF+/JTF 2021-2027 in Sachsen-Anhalt Vorlage für den Begleitausschuss EFRE/ESF+/JTF 2021 – 2027 zum Beschluss der Auswahlkriterien Allgemeine Informationen (nicht Gegenstand des Beschlusses) FörderprogrammGrüner Wasserstoff: Elektrolyseure FondsJust Transition Fund Finanzplanebene15.01.4. RichtlinienverantwortlichesMinisterium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, Ressort/FachreferatReferat 36 Spezifisches ZielSS08.1: Regionen und Menschen in die Lage versetzen, die sozialen, beschäftigungsspezifischen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen des Übergangs zu den energie- und klimapolitischen Vorgaben der Union für 2030 und des Übergangs der Union zu einer klimaneutralen Wirtschaft bis 2050 unter Zugrundelegung des Übereinkommens von Paris zu bewältigen (JTF) Beitrag zur Erreichung des spezifischen Zieles (Förderziel dieses Programmes)Mit der Förderung von Vorhaben zur Erzeugung und Speicherung von erneuerbar erzeugtem, grünem Wasserstoff soll dem Transitionserfordernis der fossil geprägten Rohstoff- und Energieversorgung im Mitteldeutschen Revier Sachsen-Anhalt ansässiger Industrieunternehmen begegnet werden. Die Vorhaben sollen, bei langfristig gesicherter Wasserverfügbarkeit, der Bereitstellung grünen Wasserstoffs für dessen nachfolgende Nutzung als Prozesswärme sowie als Rohstoff für die Herstellung von Folgeprodukten (u. a. Ammoniak und Methanol) dienen. Ziel ist die Gewährleistung einer langfristig klimaneutralen Rohstoff- und Energieversorgung im Mitteldeutschen Revier Sachsen-Anhalt durch die Integration erneuerbarer Energien in industrielle und gewerbliche Prozesse unter Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. Damit werden die Wettbewerbs- und Zukunftsfestigkeit der dort ansässigen Unternehmen sowie die Attraktivität des Standortes für Neuansiedlungen sichergestellt. Zudem werden für die Braunkohlewirtschaft Perspektiven eröffnet, alternative, defossilisierte Wertschöpfungspfade in der Region zu entwickeln sowie die Grundlage für die klimaneutrale Transformation des Industriestandortes Mitteldeutsches Revier Sachsen-Anhalt auf Basis weitgehend geschlossener Wertschöpfungsketten geschaffen. ETS Aktivitäten sind von JTF-Investitionen ausgeschlossen. Fördergegenstand Gefördert werden investive Vorhaben an Kraftwerksstandorten und Braunkohletagebaustätten im Mitteldeutschen Revier Sachsen-Anhalt zur Erzeugung und Speicherung von aus erneuerbaren Energien erzeugtem, grünem Wasserstoff für dessen lokalen Einsatz in Schlüsselsektoren der Industrie, die vom Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft betroffen sind. Dazu zählen insbesondere die chemische Industrie und andere Begleitausschuss EFRE/ESF+/JTF 2021-2027 in Sachsen-Anhalt energieintensive Industrien, die erneuerbaren Wasserstoff für ihre Produktion benötigen. Das können zum Beispiel sein: - Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoff (Elektrolyseure), einschließlich deren Anschlusses an die erneuerbaren Stromerzeugungsanlagen, - Anlagen zur Speicherung von Wasserstoff. Voraussetzung ist jeweils, dass es sich um aus erneuerbaren Energien erzeugten, grünen Wasserstoff handelt. Die für die Erzeugung des grünen Wasserstoffs benötigten zusätzlichen erneuerbaren Stromerzeugungskapazitäten in Form von Windkraft- und Photovoltaikanlagen sind zusätzlich zu schaffen. Diese (Stromerzeugungs-) Anlagen sind nicht Fördergegenstand. Bewilligende StelleInvestitionsbank Sachsen-Anhalt Art des ProjektauswahlverfahrensDie Projektauswahl erfolgt durch ein Wettbewerbsverfahren auf der Grundlage der befristeten Richtlinie für JTF-unterstützte Wasserstoffprojekte. Antragsberechtigte/BegünstigteUnternehmen. Voraussetzung ist, dass der Antragstellende seinen Hauptsitz oder eine Außenstelle in einer der nachfolgenden Gebietskörperschaften hat: Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Burgendlandkreis, Landkreis Mansfeld Südharz, Saalekreis sowie kreisfreie Stadt Halle. Auswahlkriterien Beschluss des Begleitausschusses vom 14.03.2023, geändert am 23.05.2023; 04.12.2023; geändert durch Umlaufverfahren am 17.05.2024: Auswahlkriterien Klimaverträglichkeit NUR für Infrastrukturinvestitionen mit einer erwarteten Lebensdauer von mindestens 5 Jahren: Die Förderwürdigkeit setzt eine Klimaverträglichkeitsprüfung mit positivem Ergebnis voraus. 1. Fördereffizienz: Wie ist das Verhältnis zwischen eingesetzten Fördermitteln und zusätzlich geschaffener Erzeugungskapazität für die Erzeugung des grünen Wasserstoffs? Bewertung: Eingesetzte Fördermittel in Euro pro Megawatt (MW) der geplanten Elektrolyseanlage im Mitteldeutschen Revier Sachsen-Anhalt Begleitausschuss EFRE/ESF+/JTF 2021-2027 in Sachsen-Anhalt ≥ 650.000 Euro / 1 Megawatt = 0 Punkte (Das Vorhaben ist nicht förderfähig.) Das Vorhaben, welches weniger Fördermittel pro Megawatt einsetzt, ist kosteneffizienter und erhält Vorrang. Bewertung der AuswahlkriterienFür eine Förderung des Vorhabens muss dieses weniger als 650.000 Euro Fördermittel pro Megawatt einsetzen. Unterscheiden sich die Vorhaben nicht wesentlich in ihrer Fördereffizienz, wird entsprechend der Vorgaben der befristeten Richtlinie für JTF-unterstützte Wasserstoffprojekte ausgewählt. für die Auswahl zuständige Stelle/GremiumInvestitionsbank Sachsen-Anhalt
STRUK TUR- ENT WICKLUNGS- PROGR AMM Mitteldeutsches Revier Sachsen-Anhalt VORWOR T Der Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung stellen Deutschland, Europa und die Welt vor größte Herausforderungen. Es ist unerlässlich, die Maßnah- men zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen deutlich zu verstärken. So haben Europa und Deutschland die Klimaziele verschärft. Demnach soll Deutschland bis 2045 treibhausgasneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Bundesregierung beschlossen, die Stein- und Braunkohleverstromung schrittweise zu reduzieren und bis 2038 zu beenden. Damit wird dem Vorschlag der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Be- schäftigung“ gefolgt. Die Beschlüsse des Kohleausstiegsgesetzes und des Struktur- stärkungsgesetzes Kohleregionen vom 8. August 2020 stellen einen gesamtgesell- schaftlichen Kompromiss dar und setzen die Empfehlungen der Kommission um. Das Strukturstärkungsgesetz weist den Weg zum Strukturwandel in den Kohle- regionen als entscheidendem Teil des umfassenden Transformationsprozesses, durch den Deutschland seine Klimaziele erfüllen will. Bund und Länder haben dabei bekräftigt, dass die damit einhergehenden Veränderungen die kohlestromerzeu- genden Regionen und Standorte nicht einseitig belasten dürfen. Chancen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung mit entsprechend qualitativ hochwertiger Beschäftigung müssen zwingend eröffnet werden. Die Schaffung guter, zukunfts- sicherer Arbeitsplätze und die Sicherung der Wertschöpfung im Mitteldeutschen Revier sind wesentliche Ziele bei der Gestaltung des Strukturwandels. Der Rohstoff Kohle war und ist strukturprägend für die Wirtschaft des Mitteldeut- schen Reviers und Sachsen-Anhalt insgesamt. Der Kohleabbau mit den Zielen der Energiegewinnung, aber auch der stofflichen Verwertung zum Beispiel als Montan- wachs oder in der Gipsgewinnung, hat über Jahrhunderte eine Industriestruktur aufgebaut, die damals wie heute tausenden Familien gute Arbeit und Zukunftsper- spektiven in ihrer Heimat bietet. Um den Nukleus der Kohlewirtschaft haben sich energieintensive Industriezweige entwickelt, die die Wirtschaftsstruktur unseres gesamten Landes prägen. Der nun erforderliche Umbau der CO2-intensiven Indust- rien stellt Region, Land und ganz Deutschland vor große Herausforderungen. Deshalb wollen wir unsere bestehenden Unternehmen stärken, energieintensive Wirtschaftszweige bei der Bewältigung der Transformation unterstützen sowie Investorinnen und Investoren, Gründerinnen und Gründer für die Region begeistern und zu Industrieansiedlungen und Unternehmensgründungen motivieren. Hinter diesen Aufgaben steht die Frage, wie das Mitteldeutsche Revier weiter gestärkt und für Wissenschaft, Unternehmen und vor allem für die Menschen – für Jung und Alt – noch attraktiver werden kann. Die Kohle war und ist Grundlage für wirtschaftliche Prosperität und den damit einhergehenden Wohlstand. Aber nicht nur das. Der Bergbau prägt die Landschaft und die Kultur der Region. Das Ende der Kohle bedeutet daher nicht nur, neue wirt- schaftliche Perspektiven für die Menschen der Region zu erschließen, sondern auch den Erhalt des kulturellen Erbes zu sichern. Die Leistungen der Bergleute und ihrer Familien sind mit Hochachtung zu würdigen. Das vorliegende Strukturentwicklungsprogramm soll den Fahrplan für eine um- fassende Entwicklung der Region aufzeigen. Der Strukturwandel wird dabei als Chance begriffen, die Attraktivität des Reviers für die Menschen und Unternehmen der Region maßgeblich zu erhöhen. Um die strukturpolitischen Effekte der Infra- strukturförderung im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes zu verstärken, soll eine bestmögliche Verschränkung von Landes-, Bundes- und europäischen Förder- programmen zur unmittelbaren Wirtschaftsförderung erreicht werden. Damit geht unser Strukturentwicklungsprogramm weit über die Fördermöglichkeiten des Strukturstärkungsgesetzes hinaus. Mit den Fragestellungen einer ganzheitlichen Revierentwicklung haben sich im Zeit- raum Februar bis Juni 2021 über 300 Akteurinnen und Akteure des Reviers auseinan- dergesetzt. In diesem umfassenden Beteiligungsprozess, der im Rahmen von ersten Bürgerdialogen auch die Sichtweisen der breiten Zivilgesellschaft aufgenommen hat, wurde zunächst eine Bestandsaufnahme erarbeitet. Zudem wurden in den vier Handlungsfeldern „Wirtschaft und Innovation“, „treibhausgasneutrale Energie- wirtschaft und Umwelt“, „Bildung und Fachkräftesicherung“ und „Attraktivität des Reviers“ Ziele formuliert und erste Handlungsbedarfe definiert. Diese themenüber- greifende Betrachtung des Revieres ist eine einmalige Chance. Selten konnten so viele Menschen mobilisiert werden, um derart systematisch und konzentriert die Fragestellungen der Zukunft einer Region zu bearbeiten. Das vorliegende Strukturentwicklungsprogramm bildet ab, wo die Region aktuell steht und wo sie im Jahr 2038 stehen möchte: — Durch einen innovationsgetragenen Strukturwandel sollen industrielle Wert- schöpfung und hochwertige, zukunftssichere Arbeitsplätze nicht nur gesichert, sondern zusätzlich geschaffen werden. — Mit einer langfristigen Fachkräfteentwicklung wird der Fachkräftebedarf in der Region gesichert. — Die Energieversorgung wird unter der Maßgabe der Bezahlbarkeit und Versor- gungssicherheit auf die Nutzung nachhaltiger Ressourcen umgestellt. Nach dem ersten Umsetzungsjahr des Strukturstärkungsgesetzes lässt sich als ein erstes sehr erfreuliches Fazit festhalten: Es haben sich bereits sehr viele Akteurin- nen und Akteure auf den Weg gemacht, das Revier nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten. Sie übernehmen die Verantwortung für die Zukunft ihrer Region und tragen zum Erfolg der nun anstehenden Transformation bei. Bereits heute sind er- folgsversprechende Vorhaben in zukunftsweisenden Themenfeldern zu erkennen: — So stellen sich eine grüne und nachhaltige Chemie und Bioökonomie als deut- liche Leitthemen heraus. In diesen Themenbereichen knüpfen wir an historisch gewachsene Stärken der Industrieregion Mitteldeutschland an und schreiben ihre Geschichte fort. — Eine starke Bioökonomie ist abhängig von der Verfügbarkeit nachwachsender Rohstoffe, Biomasse und einer modernen und innovationsstarken Agrarwirt- schaft. Auch hier sind bereits zukunftsweisende Vorhaben erkennbar. — Eine besondere Rolle erhält die grüne Wasserstoffwirtschaft im Revier. Sie ist neben weiteren Power-to-X-Technologien auf Basis erneuerbarer Energien eine bedeutsame Säule einer klimaschonenden Energiewirtschaft. — Vorhaben zur nachhaltigen Wärme-Nutzung in Kommunen und der Energie- wende in der Industrie werden aktiv bearbeitet. — Eine Digitalisierungsoffensive für das Revier soll die digitale Infrastruktur weiter stärken und die notwendige Grundlage für Innovationen in allen gesellschaft- lichen und wirtschaftlichen Bereichen sichern. Ziel ist es, das Revier als Zentrum digitaler Innovationen zu etablieren. — Die Stärkung der Mobilität im Revier wird die Standortattraktivität der Region im Herzen Deutschlands und Europas für Investorinnen und Investoren erhöhen. — Ob Weinregion Saale-Unstrut, Wandern im Südharz, Erholung an der Goitzsche, Weltkulturerbe oder eine starke Industriekultur – das Revier ist schon längst Des- tination für Tourismus und Naherholung. Entsprechend wird das Ziel verfolgt, einen nachhaltigen Tourismus im Revier zu stärken. All dies sind beispielhafte Themenfelder, die die Stärken und Kompetenzen des Reviers widerspiegeln und schon jetzt viele der im Strukturentwicklungsprogramm definierten Handlungserfordernisse bedienen. Mit dem Strukturentwicklungspro- gramm haben wir eine wichtige Planungsgrundlage geschaffen. In den nächsten Schritten gilt es nun, im Sinne der Stärkung von Innovations- und Wirtschaftskraft und der Absicherung guter Arbeit in den einzelnen Kernthemen eine Vernetzung und Synergien zwischen den Vorhaben herzustellen sowie konkrete Meilensteinplä- ne und Projektportfolios zu entwickeln. Dies soll Gegenstand der weiteren Umset- zung und schließlich der Fortschreibung des Strukturentwicklungsprogramms sein. Ich danke allen Menschen, die den Mut, die Anstrengung und gleichzeitig die Zuversicht aufbringen, gemeinsam das sachsen-anhaltische Braunkohlerevier zu gestalten. Es geht um die Zukunft unserer Region. Es liegt ein herausfordernder, anspruchsvoller Weg vor uns. Ein Weg, der wie kein anderer Chancen für die Region mit sich bringt. Diese Chancen gilt es im Schulterschluss zwischen den Kommunen der Region, Land und Bund aufzugreifen – zum Wohle des Mitteldeutschen Reviers. Glück auf! Ihr Dr. Reiner Haseloff Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 38 |
| Europa | 3 |
| Land | 5 |
| Wirtschaft | 1 |
| Wissenschaft | 5 |
| Zivilgesellschaft | 3 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 6 |
| Förderprogramm | 20 |
| Text | 6 |
| unbekannt | 11 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 14 |
| Offen | 27 |
| Unbekannt | 2 |
| Language | Count |
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| Deutsch | 35 |
| Englisch | 8 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 6 |
| Dokument | 8 |
| Keine | 27 |
| Webseite | 11 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 34 |
| Lebewesen und Lebensräume | 39 |
| Luft | 25 |
| Mensch und Umwelt | 43 |
| Wasser | 24 |
| Weitere | 39 |