Medicalprodukte stellen eine der vielfaeltigsten und umfangreichsten Produktgruppen im Krankenhaus dar (von der Spritze bis zum Herzkatheter) und sind darueber hinaus von grosser wirtschaftlicher Bedeutung (medizinischer Bedarf macht rund 50 Prozent an den Sachkosten der Krankenhaeuser aus). Der Einsatz dieser Produkte fuehrt zu Umweltbelastungen in Form von Ressourcenverbrauch, Abfall, Abwasser oder Emissionen. Eine Produktentscheidung, die zu einer Vermeidung von Umweltbelastungen fuehrt, z.B. durch die Wahl eines Produktes mit hoher Funktionalitaet und Umweltvertraeglichkeit, ggf. in Verbindung mit einer Einschraenkung der Produktvielfalt oder einer Verbrauchsreduzierung, kann ausschliesslich in Zusammenarbeit mit Vertretern aus Medizin und Pflege, weiteren Fachexperten sowie unter Beruecksichtigung der wirtschaftlichen Interessen des Krankenhauses getroffen werden. Hier setzt das Instrument zur Beruecksichtigung des Umweltaspektes im Einkaufsprozess der Krankenhaeuser an. Die Bewertung der Umweltvertraeglichkeit von Produkten ist ein aeusserst komplexer Vorgang. Um den Umweltbeauftragten diese Beurteilung fuer die Gruppe der Medicalprodukte zu ermoeglichen, hat der LBK Hamburg bereits vor einiger Zeit in einem Pilotprojekt eine Hilfe zur Bewertung der Umweltvertraeglichkeit entwickelt. Eine konkrete Umweltentlastung - bei Einhaltung der rechtlichen Vorgaben, der Produktqualitaet und -funktionalitaet sowie einem wirtschaftlichen Produkteinsatz - laesst sich erzielen, wenn die vorhandenen Instrumente und Verfahren von moeglichst vielen Beteiligten eingesetzt, d.h. auf breiter Ebene mit einer umfassenden, auch oekologischen, Produktbewertung begonnen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt werden. Die Initiierung dieses Prozesses ist Gegenstand des Projektes 'Bundesweite Kooperation zur oekologischen Produktbewertung'. Ziel des Vorhabens ist es, - den Umweltaspekt in die Einkaufsentscheidung der Krankenhaeuser zu integrieren, - die bereits vorhandenen Instrumente und Bewertungshilfen zur Beurteilung von Medicalprodukten in der Praxis anzuwenden und - aus den konkreten Bewertungsergebnissen allgemeingueltige Produktanforderungen zu formulieren, um diese zukuenftigen Auswahlentscheidungen (z.B. im Rahmen von Ausschreibungen) zugrunde legen zu koennen. Es wird eine bundesweite Beteiligung von rund 250 Krankenhaeusern angestrebt.
Ausgangssituation: Die gegenwaertig auf dem Weltmarkt angebotenen Operationsschuhe (OP-Schuhe) entsprechen nicht mehr den gestiegenen Anforderungen im medizinischen Bereich. Neben vielen anderen Aspekten weisen angebotene OP-Schuhe keine antistatischen Eigenschaften auf und sind nur durch chemische Desinfektion bis 65 Grad C desinfizierbar. Durch das Bundesgesundheitsamt werden jedoch thermische Desinfektionsverfahren (Bundesgesundheitsblatt 30 Nr. 8, Aug 1987) verlangt. Im medizinischen Bereich werden thermisch Desinfektionen von medizinischen Geraeten und der Bekleidung bei 95 Grad C gefordert. Im Merkblatt Nr. 43, S. 5 des Bundesgesundheitsamtes werden fuer die Aidsbekaempfung ebenfalls thermische Desinfektionsverfahren verlangt. Herkoemmliche PUR-OP-Schuhe verlieren beim Desinfizieren ueber 65 Grad C ihre Standfestigkeit (Dekristallisation) und werden somit unbrauchbar. Forschungsziel: Es soll ermittelt werden, welche Materialien (Plastomere) geeignet sind, dass sie sich mehrfach mit 95 Grad C thermisch desinfizieren lassen, ohne die Formstabilitaet und andere essentielle Eigenschaften zu verlieren. Die Materialien muessen spritzfaehig sowie hautvertraeglich, gleitsicher, antistatisch und recyclefaehig sein.
Es wird die Müllverbrennungsanlage für Spitalsmüll und Schlachthausreste auf Madeira, betrieben durch Valor Ambiente, abgebildet, der primäre Verbrennungsraum modelliert sowie verschiedene Lastfälle mithilfe von Messdaten nachgerechnet. Eine generelle sowie spezifische Aussage über die Verbrennung sowie die allgemeine Anlagenauslegung ist Ziel des Projektes.