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GcBÜK400 - Blei im Oberboden

Blei ist ein toxisches Schwermetall und infolge seiner vielfältigen industriellen Verwendung allgegenwärtig in der Umwelt verbreitet. Die Eintragsquellen sind nicht nur auf den Bereich von Erzvorkommen beschränkt (vor allem Bleisulfid sowie dessen Oxidationsminerale). Blei wird ebenfalls anthropogen über die Verhüttung von Blei-, Kupfer- und Zinkerzen, die weiträumige Abgasbelastung des Kraftfahrzeugverkehrs (bis zur Einführung von bleifreiem Benzin bis zu 60 % der atmosphärischen Belastung), Recyclinganlagen von Bleischrott, die Verwendung schwermetallhaltiger Klärschlämme und Komposte sowie durch Kohleverbrennungsanlagen in den Boden eingetragen . Für unbelastete Böden wird in Abhängigkeit vom Ausgangsgestein ein Pb-Gehalt von 2 bis 60 mg/kg angegeben. Die durchschnittliche Pb-Konzentration der oberen kontinentalen Erdkruste (Clarkewert) beträgt 17 mg/kg, der flächenbezogene mittlere Pb-Gehalt für die sächsischen Hauptgesteinstypen liegt bei 20 mg/kg. Die Gesteine Sachsens weisen keine bzw. nur eine geringe geochemische Spezialisierung hinsichtlich des Bleis auf. Im nördlichen bzw. nordöstlichen Teil Sachsens treten in den Oberböden über den Lockersedimenten des Känozoikums (periglaziäre Sande, Kiese, Lehme, Löss) und den Granodioriten der Lausitz relativ niedrige Pb-Gehalte auf. Bei den Lockersedimenten steigt der Pb-Gehalt mit zunehmendem Tongehalt leicht an. Die Verwitterungsböden über den Festgesteinen des Erzgebirges, Vogtlandes und z. T. der Elbezone haben meist deutlich höhere Bleigehalte, die durch eine relative Anreicherung in den Bodenausgangsgesteinen verursacht werden. Das am höchsten mit Blei belastete Gebiet in Sachsen ist der Freiberger Raum. Durch die ökonomisch bedeutenden polymetallischen Vererzungen (Pb-Zn-Ag), die auch flächenhaft relativ weit verbreitet sind, kam es zu einer besonders starken Pb-Anreicherung in den Nebengesteinen und folglich auch bei der Bildung der Böden über den Gneisen. Zusätzlich entstanden enorme anthropoge Belastungen durch die Jahrhunderte währende Verhüttung der Primärerze und in jüngerer Zeit beim Recycling von Bleibatterien. Besonders hohe Pb-Gehalte treten dabei in unmittelbarer Nähe der Hüttenstandorte einschließlich der Hauptwindrichtungen, im Zentralteil der Quarz-Sulfid-Mineralisationen und in den Flussauen auf. Weitere Gebiete mit großflächig erhöhten Pb-Gehalten liegen vor allem im Osterzgebirge, in einem Bereich, der sich von Freiberg in südöstliche Richtung bis an die Landesgrenze im Raum Altenberg erstreckt und in den Erzrevieren des Mittel- und Westerzgebirges, so um Seiffen, Marienberg - Pobershau, Annaberg, Schneeberg, Schwarzenberg und Pöhla. Der Anteil von Pb-Mineralen in den Erzen dieser Regionen ist jedoch deutlich geringer. Durch häufige Vergesellschaftung von Pb und As in den Mineralisationen ist das Verbreitungsgebiet der erhöhten Pb-Gehalte im Osterzgebirge und untergeordnet im Westerzgebirge sowie in den Auen der Freiberger und Vereinigten Mulde der des Arsens ähnlich. Die Auenböden der Freiberger Mulde führen ab dem Freiberger Lagerstättenrevier extrem hohe Bleigehalte, die sich bis in die Auenböden der Vereinigten Mulde in Nordwestsachen fortsetzen. Die Auen der Elbe und der Zwickauer Mulde weisen durch geogene bzw. anthropogene Quellen (Lagerstätten, Industrie) im Einzugsgebiet ebenfalls Bereiche mit höheren Bleigehalten auf. Die Bleigehalte der Böden im Raum Freiberg und in den Auenböden der Freiberger und Vereinigten Mulde überschreiten z. T. flächenhaft die Prüf- und Maßnahmenwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV)

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 7910 Freiburg - Nord

Blatt Freiburg-Nord zeigt den südlichen Oberrheingraben mit seinen beiden Flanken: den Vogesen im Westen und dem Schwarzwald im Osten. Der Schwarzwald, an der Ostflanke des Oberrheingrabens, wird von variszischen Graniten, Gneisen und Anatexiten aufgebaut. Bei der variszischen Faltung kam es zur Metamorphose präkambrischer Sedimentgesteine; zudem drangen im Oberkarbon granitische Tiefengesteinsplutone auf. Permische Rhyolithe (Quarzporphyre), die an mehreren Stellen des mittleren und nördlichen Schwarzwald zu finden sind, werden als Ignimbrite interpretiert. Nach Norden und Osten tauchen die Kristallingesteine des Schwarzwaldes unter das permo-mesozoische Deckgebirge. Am Westrand des Kartenblattes ist ein kleiner Teil der Nordvogesen angeschnitten. Der ebenfalls variszisch geprägte Gebirgszug ist von Struktur und Gesteinsaufbau dem Schwarzwald sehr ähnlich, jedoch sind größere Vorkommen paläozoischer Sedimente erhalten geblieben. So sind im Kartenausschnitt neben Graniten, Dioriten und Paragneisen auch kambrische bis silurische Schiefer sowie Schuttsedimente des Rotliegenden erfasst. Der Oberrheingraben durchzieht das Blatt von Südsüdwest nach Nordnordost. Die Grabenstruktur ist mit tertiären Sedimenten verfüllt. Das Tertiär tritt jedoch nur vereinzelt unter der quartären Deckschicht aus Löss- und Flugsanden, fluviatilen bzw. glazifluviatilen Ablagerungen, Verwitterungs- und Schwemmlehm zu Tage. Der Grabenrandbereich wird von den äußeren Randverwerfungen, an denen der vertikale Hauptversatz der Grabenstruktur stattfand, und Bruchfeldern mit Staffelbrüchen geringerer Verwurfshöhe gebildet. In den sogenannten Vorberg-Zonen sind Grundgebirge und permo-mesozoische Bedeckung staffelförmig gegen das Grabeninnere abgesunken und somit, vor Abtragung geschützt, erhalten geblieben. Am Westrand des Oberrheingrabens ist das Bruchfeld von Ribeauvillé, südlich der Vogesen, und das Bruchfeld von Zabern, in der Nordwest-Ecke des Kartenblattes, angeschnitten. Am Ostrand des Grabens sind die Vorbergzone von Emmendingen-Lahr und die Freiburger Bucht erfasst. Mit der Grabenbildung im Tertiär ging ein verstärkter Vulkanismus einher, der seinen Höhepunkt in der Förderung Olivin-nephelinitischer Schmelzen im Vulkangebiet des Kaiserstuhls fand. Die heute stark abgetragene Vulkanruine aus miozänen Vulkaniten und Tuffen ist von pleistozänem Löss ummantelt und teilweise überlagert. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, verdeutlicht eine tektonische Übersichtskarte die geologischen Großeinheiten im Kartenausschnitt. Ein geologischer Schnitt gewährt zusätzliche Einblick in den Aufbau des Untergrundes. Das West-Ost-Profil kreuzt den Oberrheingraben mit dem Kaiserstuhl und der Freiburger Bucht sowie die Kristallingesteine des Schwarzwaldes.

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 8710 Freiburg - Süd

Blatt Freiburg-Süd erfasst den südlichen Oberrheingraben mit dem Schwarzwald als seine östliche Begrenzung sowie Teile des Schweizer Faltenjuras, Tafeljuras und des subalpinen Molassebeckens. Im Nordwesten des Kartenausschnitts ist der südliche Oberrheingraben abgebildet, dessen Trog mit Lockersedimenten des Tertiärs verfüllt ist. Die tertiäre Grabenfüllung tritt nur sehr vereinzelt unter der quartären Deckschicht aus fluviatilen bzw. glazifluviatilen Ablagerungen sowie pleistozänem Löss zu Tage. Der Randbereich des Grabens wird von den Vorberg-Zonen und der äußeren Randverwerfung gebildet. Im Kartenausschnitt sind die Müllheim-Kanderner Vorbergzone sowie die Freiburger Bucht erfasst. In diesen Bruchfeldern ist das Grund- und Deckgebirge staffelförmig gegen das Grabeninnere abgesunken und die permo-mesozoischen Deckschichten sind, vor Abtragung geschützt, erhalten geblieben. Der Schwarzwald, im Osten des Oberrheingrabens, wird von variszischen Graniten, Gneisen und Anatexiten aufgebaut. Bei der variszischen Faltung kam es zur Metamorphose präkambrischer Sedimentgesteine. Zudem drangen im Oberkarbon verstärkt granitische Tiefengesteine auf. Am Nordrand des Kartenblattes ist die Zentralschwarzwälder Gneismasse aufgeschlossen, der sich südlich die Badenweiler-Lenzkirch-Zone (altpaläozoische Schiefer, Konglomerate und Vulkanite) sowie der Südschwarzwälder Granit- und Gneiskomplex anschließen. Nach Osten und Süden tauchen die Kristallingesteine des Schwarzwaldes unter das permo-mesozoische Deckgebirge. Die Südhälfte des Kartenblattes wird vom Tafeljura, Schweizer Faltenjura sowie den känozoischen Molassesedimenten des Alpenvorlandes dominiert. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der Einheiten informiert, stellt eine tektonische Übersichtskarte die geologischen Großeinheiten im Kartenausschnitt anschaulich dar. Ein geologisches Profil gewährt zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Der Nord-Süd-Schnittt kreuzt die Vorbergzone, den Schwarzwald, das Juragebirge (Tafeljura und Schweizer Faltenjura) sowie das subalpine Molassebecken.

GcBÜK400 - Arsen im Oberboden

Arsen ist ein zu den Halbmetallen zählendes, ubiquitäres und toxisch wirkendes Element. Es kommt in der Natur weit verbreitet in verschiedenen Mineralisationen als Arsensulfid bzw. -oxid und als Kupfer-, Nickel- und Eisenarsenat vor. Der durchschnittliche As-Gehalt der Gesteine der oberen kontinentalen Erdkruste (Clarkewert) beträgt 2 mg/kg. In der Fachliteratur werden As-Gehalte 20 mg/kg als Normalgehalte beschrieben, wobei die mittleren Gehalte etwa 5 mg/kg betragen. Unter den toxisch wirkenden Elementen kommt dem Arsen auf Grund seiner großflächigen Verbreitung erhöhter Gehalte in sächsischen Böden eine besondere Bedeutung zu. Die Ursachen sind zweifellos in der geochemisch-metallogenetischen Spezialisierung der Fichtelgebirgisch Erzgebirgischen Antiklinalzone zu suchen. Der flächenbezogene mittlere As-Gehalt der Hauptgesteinstypen (petrogeochemische Komponente) beträgt ca. 13 mg/kg. Eine besondere Bedeutung erlangt im Erzgebirge die chalkogene Komponente. Neben der Elementanreicherung in der Vererzung selbst, die Gegenstand des Bergbaus war, kam es darüber hinaus zu einer großflächigen Beeinflussung der Nebengesteine bzw. deren Verwitterungsprodukte (primäre und sekundäre geochemische Aureole). Bei der anthropogenen Beeinflussung der natürlichen Böden sind vor allem die Erzaufbereitungsanlagen und die Emissionen der Buntmetallhütten zu nennen. Während in den Oberböden Nord- und in Teilen Mittelsachsens niedrige Gehalte dominieren (As-arme periglaziäre sandige bis lehmige Substrate; Löss), kommt es in den Verwitterungsböden über Festgesteinen infolge der höheren petrogenen As-Komponente zu einer relativen Anreicherung. Bedeutende regionale Anomalien befinden sich vor allem im Freiberger Raum (Osterzgebirge), dem bedeutendsten Standort des Bergbaus und der Verhüttung polymetallischer Erze, sowie im Westerzgebirge (Raum Aue - Ehrenfriedersdorf). Die große Extensität und Intensität der Verbreitung von As-Mineralen in den polymetallischen-, Zinn-Wolfram- und Bi-Co-Ni-Ag-U-Erzformationen sowie ihre Verhüttung führten zu großflächigen geogenen und anthropogenen Anreicherungen. Getrennt werden beide Bereiche durch die Nordwest-Südost streichende Flöha-Zone, einem Bereich, in dem kaum Erzmineralisationen auftreten und somit die chalkogene Komponente nur selten entwickelt ist. Großflächig erhöhte As-Gehalte in Böden der Vorerzgebirgssenke (Zwickau - Chemnitz) sind auf die geochemisch spezialisierten Rotliegendsedimente (u. a. Abtragungsprodukte des Erzgebirges) zurückzuführen. Besonders hohe As-Gehalte sind in den Auenböden der Freiberger Mulde, Zschopau, Zwickauer Mulde und der Vereinigten Mulde verbreitet. Durch den geologischen Prozess der Abtragung von Böden aus den erzgebirgischen Lagerstättengebieten sowie anthropogenen Einträgen durch die Erzaufbereitung und Hüttenindustrie, kommt es bei Ablagerung der Flusssedimente und Schwebanteile in den Überflutungsbereichen zu einer ständigen As-Anreicherung in den Auenböden. Infolge der beschrieben geogenen und anthropogenen Prozesse werden im Erzgebirge und in den Auenböden des Muldensystems die Prüf- und Maßnahmenwerte der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) für Arsen z. T. flächenhaft überschritten.

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 5526 Erfurt

Auf Blatt Erfurt nimmt der Thüringer Wald den zentralen Teil ein. Er wird im Nordosten vom Thüringer Becken und im Südosten vom Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirge begrenzt. Die Horststruktur des Thüringer Waldes wurde ab dem Mesozoikum an der Fränkischen Linie herausgehoben. Das Grundgebirge ist großflächig vom Molassestockwerk (Rotliegendes) überdeckt. Nur lokal treten Gesteine des kristallinen Grundgebirges zu Tage. So stehen im Ruhlaer Kristallin Metamorphite des Kambroordoviziums (Quarzit, Amphibolit, Metapelit) und Präkambriums (Steinbacher Augengneis) sowie der postvariszisch intrudierte Ruhlaer Granit an. Durch markante Brüche wird der Thüringer Wald im Südosten vom Schwarzburger Antiklinorium des Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirges begrenzt. Variszisch gefaltete Gesteinsfolgen (Schiefer, Quarzite, Grauwacken) bilden hier eine für Deutschland einmalige vollständige Serie vom Präkambrium bis Unterkarbon. Durch die variszische Faltung entstanden Südwest-Nordost-streichende Sattel- und Muldenstrukturen, wie hier im Blatt das Schwarzburger Antiklinorium bzw. das Ostthüringische Synklinorium. Die paläozoischen Sedimente wurden dabei gebietsweise schwach metamorph überprägt (Phyllitisierung) und geschiefert. In der Umrandung der Mittelgebirge lagern Zechstein-Sedimente (u. a. Kupferschiefer), wobei besonders große Vorkommen zwischen Lauchroden und Bad Liebenstein bzw. zwischen Königsee und Bad Blankenburg aufgeschlossen sind. Die Füllung des Thüringer Beckens im Nordost-Teil des Kartenblattes besteht aus mächtigen Sedimentfolgen der Trias. Die Muldenstruktur des Beckens bedingt den Ausbiss älterer Sedimente im Randbereich der Mulde und jüngeren im Zentrum, d. h. vom Buntsandstein über Muschelkalk zum Keuper. Sie sind z. T. von pleistozänem Löss, Fließerden oder fluviatilen Lockersedimenten überlagert. Im Südwest-Teil der Karte sind die mächtigen Sedimentschichten der Trias in Südthüringen erfasst. Die Gipfel der Rhön am Südwestrand des Blattausschnitts werden von miozänen Basalten gebildet. In den Tälern des jungen Vulkanitgebietes lagern verstärkt pleistozäner Hangschutt und Fließerden. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, stellt eine tektonische Übersichtskarte die geologischen Großeinheiten des Kartenblattes anschaulich dar. Zwei Profilschnitte gewähren zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Ein Nordwest-Südost-Schnitt quert den Thüringer Wald und das Thüringisch-Fränkische Schiefergebirge. Ein Südwest-Nordost-Profil schneidet die Trias- Sedimente Südthüringens, den Thüringer Wald und das Thüringer Becken.

LSG Hohe Börde Gebietsbeschreibung Landschafts- und Nutzungsgeschichte Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Pflanzen- und Tierwelt Entwicklungsziele Exkursionsvorschläge Verschiedenes

Die folgenden Texte sind veröffentlicht in: Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband; © 2003; Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt; ISBN 3-00-012241-9 Das LSG erstreckt sich von der Schrote bei Wellen im Südwesten bis zur Florenne im Nordosten. Es besteht aus zwei etwa gleich großen Teilflächen, die durch die Bundesautobahn A 2 voneinander getrennt sind. Das Gebiet liegt in der Landschaftseinheit Magdeburger Börde. Der landschaftliche Charakter des Gebietes wird durch die während der Eiszeit entstandenen Hügel und Geländekanten sowie die dazwischen liegenden kleinen Niederungen der hier entspringenden Fließgewässer bestimmt, die den Übergang von der Hohen Börde zur Niederen Börde markieren. Im Norden prägt der Teufelsberg (121,3 m ü. NN) als schmale, weit nach Osten vorspringende Anhöhe die Landschaft. Nach Süden schließt sich die breite Gersdorfer Bucht an, die vom Telzgraben durchflossen wird und fast bis an die westliche Grenze des LSG heranreicht. Der Höhenunterschied zwischen Teufelsberg und Telzgraben beträgt 45 m. Noch ausgeprägter ist der Höhenunterschied westlich von Gersdorf, wo die Hänge 50–60 m steil zur Hochfläche aufsteigen. Weiterhin geprägt wird die Landschaft durch den sich zwischen Dahlenwarsleben und Hohenwarsleben erhebenden Felsenberg (107,4 m ü. NN). Durch seinen Höhenunterschied von 35 m zur umgebenden Ackerebene und durch seine Bewaldung fällt der Berg besonders auf. Die Aufforstung der Kuppe soll um 1835 erfolgt sein. Der Baumbestand hat einen parkähnlichen Charakter und ist von vielen Wegen durchzogen. Als weitere markante Erhebung fällt am Westrand des LSG der Dehmberg (104,5 m ü. NN) auf, dessen Kuppe vier Hochbehälter zur Aufnahme des Trinkwassers aus der Colbitz-Letzlinger Heide trägt. Den östlichen Rand des LSG prägen der Teufelsküchenberg (136 m ü. NN) und der Große Wartberg, der mit 145,7 m ü. NN die höchste Erhebung des Gebietes darstellt. Der Aussichtspunkt auf der Bismarckwarte sowie die parkartigen Gehölzbestände machen ihn zu einem beliebten Ausflugsziel. Am Autobahnrasthof Börde befindet sich ein weiterer Laubmischwald, hier wurde auch Buche eingebracht. Teilweise noch vorhandene Obstbaumalleen, nach dem 2.Weltkrieg angelegte Pappelreihen sowie die in den 1980er Jahren angelegten Flurholzstreifen prägen weiterhin den Charakter der Landschaft. Die Orte sind im Kern meist historisch erhaltene Dörfer, in denen die herrschaftlichen Häuser der „Rübenbarone“ des 19. Jh. markant hervortreten. Einige Ortsränder sind noch so erhalten, wie sie in den vergangenen Jahrhunderten entstanden sind. Nutzgärten, Streuobstwiesen, kleine Äcker und Wiesen schaffen einen harmonischen Übergang zu den intensiv genutzten, hochproduktiven Ackerflächen, die den weitaus größten Teil des LSG einnehmen. Die Hohe Börde zeichnet sich im Bereich des LSG durch eine dichte Besiedlung während der Vor- und Frühgeschichte sowie im Mittelalter aus. Schwerpunkt bildet dabei die Gegend um Hohenwarsleben, wo sich bei fünf Fundstellen Kontinuität von der Jungsteinzeit bis in die römische Kaiserzeit und teilweise bis ins Mittelalter abzeichnet. 38 Fundstellen entfallen innerhalb der Grenzen des LSG allein auf diese Gemarkung, die insgesamt 48 Fundstellen umfasst. Weitere 28 Fundstellen kommen aus den benachbarten Gemarkungen hinzu. Dabei riss die Besiedlung im LSG zu keiner Zeit ab. Lediglich Schwankungen in der Siedlungsdichte und in der Siedlungsplatzwahl zeichnen sich ab. Diese Siedlungsgunst verdanken Hohenwarsleben und die benachbarten Gemarkungen den fruchtbaren Schwarzerdeböden und den Quellen und Bächen, die die Wasserversorgung garantierten. Die erste dauerhafte Besiedlung fand während der frühen Jungsteinzeit durch die Linienbandkeramikkultur statt, die in der Gemarkung Hohenwarsleben allein durch acht Fundstellenrepräsentiert ist. Eine weitere Fundstelle stammt aus der Gegend um Irxleben, dann setzt im Süden die Besiedlung zunächst aus, während sie im Norden bis Wolmirstedt dichtbleibt. Dort am Rande der Lössverbreitung endet dann auch die wirtschaftliche Basis dieser frühen Ackerbauern. In der auf die Linienbandkeramik folgenden Stichbandkeramik dünnt die Besiedlung im LSG auf zwei Fundstellen bei Hohenwarsleben aus, die den südlichen Rand einer Siedlungskammer markieren, deren Schwerpunkt zwischen Klein Ammensleben, Gutensleben, Wolmirstedt und Barlebenliegt. Dies ändert sich auch während der Rössener Kultur nicht, die im LSG nur durch einen Siedlungsplatz bei Hohenwarsleben vertreten ist. In der mittleren Jungsteinzeit ändert sich das Siedlungsbild. Zunächst folgt eine lockerere Besiedlung der Börde durch die Baalberger Kultur, welche durch die von Norden einwandernde Tiefstichkeramik-Kultur nach Süden abgedrängt wird. Diese Kultur ist bei Hohenwarsleben von vier Fundstellen bezeugt, während die Baalberger Kultur dort lediglich durch einen einzelnen Fund repräsentiert ist, zu dem weiter südlich zwei Grabfunde bei Schnarsleben und Niederndodeleben hinzutreten. Die Bernburger Kultur ist im LSG nur mit einer Siedlung am Felsenberg bei Dahlenwarsleben nachgewiesen. Deren Siedlungsschwerpunkt lag weiter im Süden, während sich in der Region die Kugelamphorenkultur verbreitet hat, von der im LSG Funde bei Hohenwarsleben vorliegen. Zu einer Verdichtung der Besiedlung kam es während der späten Jungsteinzeit durch die Schönfelder Kultur, von der sich im LSG allein innerhalb der Gemarkung Hohenwarsleben acht Siedlungen befanden, die in Nord-Süd-Richtung am zertalten Rand der Hohen Börde lagen. Ein bei Hohenwarsleben entdecktes Grab der Glockenbecherkultur enthielt neben einer Tasse einen Becher der Einzelgrabkultur. Gräber der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur kommen im Umkreis sowie innerhalb des LSG häufiger vor; hierzu zählen ein Gräberfeld südwestlich Hohenwarsleben, das knapp außerhalb des LSG liegt, sowie im LSG Einzelgräber südlich von Hohenwarsleben und am Felsenberg. Während der Spätbronzezeit siedelte im LSG die Saalemündungsgruppe, aus der die früheisenzeitliche Hausurnenkultur hervorging, von denen sich Siedlungen und Gräberfelder bei Hohenwarsleben fanden. Diese Entwicklung belegt einmal die kontinuierliche Nutzung eines Gräberfeldes bei Hohenwarsleben und wird darüber hinaus von dem schrittweisen Formenwandel in der Grabkeramik des Gräberfeldes nachgezeichnet. Das Gräberfeld wurde bis in die jüngere Eisenzeit hinein als Bestattungsplatz genutzt. Das politische und wirtschaftliche Zentrum bildete während der Spätbronzezeit eine mit einer Holz-Erde-Mauer gesicherte Befestigung bei Hohenwarsleben. Die römische Kaiserzeit ist im LSG auf mehreren Fundstellen anhand meist nur einzelner Scherben bezeugt. Während des Mittelalters existierten nebenden heute noch bestehenden Orten acht weitere Dörfer, die im Laufe des 14. und 15. Jh. verlassen wurden und wüst fielen. Eine kleine Burg befand sich unmittelbar östlich von Wellen. 1151 wird dort ein ERICUS DE WELLE urkundlich genannt. Zu den großen Orten der Hohen Börde gehörte schon früh Niederndodeleben. Das große Haufendorf wurde an der Stelle begründet, wo die Schrote aus der Hohen Börde in die Niedere Börde eintritt. Das Dorf gehört zu den Ortschaften, mit denen OTTO I. im Jahr 937 das neu gegründete Moritzkloster in Magdeburg ausstattete. Vor 1363 waren bereits 33 Hofwirte ansässig. 1121 erfolgte die erste Erwähnung des Dorfes Gersdorf als Geroldestorp. Das Dorfbild bestimmen noch heute die für die Börde typischen Vierseithöfe, die durch ihre Form und die Verwendung von Bruchsteinen fest und abgeschlossen wirken. Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Orte am Rand der Hohen Börde hatteer Rupelton, der in verschiedenen Tongruben abgebaut und verarbeitet wurde; so in der 1835 gegründeten Ziegelei bei Hohenwarsleben, die erst 1966 ihren Betrieb einstellte, und der Rosenplenterischen Ziegelei westlich Olvenstedt. Großen Einfluss auf die Entwicklung der Wirtschaft in der Börde hatte vor allem die Entdeckung der Runkelrübe als Rohstoffpflanze für die Zuckergewinnung (s. LSG-Buch S. 151). Der tiefere Untergrund des LSG baut sich aus Grauwacken und Tonschiefern des Karbonsauf, die im Niveau von ca. 50 m ü. NN von marinem Unteroligozän (Rupel-Folge) diskordant überlagert werden. Die Rupel-Folge besteht hauptsächlich aus kalkigem Ton (Rupelton), der auch verbreitet an der Oberfläche ansteht und in Ziegeleigruben abgebaut wurde. Der Ausstrich des Rupels und das hügelige Relief sind ein Ergebnis von Lagerungsstörungen, die durch Stauchungsprozesse am Rande des pleistozänen Inlandeises entstanden sind. Das LSG „Hohe Börde“ gehört zu einer Stauchendmoräne, die den jüngsten Inlandeis-Vorstoß des Drenthe-Stadiums der Saale-Kaltzeit nach Mitteldeutschland markiert. Die Randlage dieses Eisvorstoßes ist nach SSE als unterbrochene Hügelkette bis in den Raum Halle verfolgbar (Petersberger Endmoräne) und steht wahrscheinlich auch mit den Endmoränen nördlich von Leipzig in Verbindung. Die pleistozäne Sedimentfolge beginnt mit Grundmoräne (Geschiebemergel) und kiesigem Schmelzwassersand aus der Saale-Kaltzeit. Die Grundmoräne ist zwischen den Rupel-Ausstrichen und in deren westlichem und nördlichem Vorland erhalten, Schmelzwasserablagerungen kommen vor allem um Gersdorf vor. Den hangenden Profilabschluss bilden auf den Hochflächen weichselkaltzeitlicher Löss in differenzierten Mächtigkeiten und die holozäne Schwarzerde. Der Löss geht an den Hängen in Hanglöss über, in den Tälern lagern holozäne Abschwemmmassen. Das LSG liegt im Bereich der schwarzerdebetonten Magdeburger Lössbörde. Es erfasst den Rand des Wanzlebener Löss-Plateaus zur Olvenstedter Löss-Ebene mit dem Aufschluss des Rupeltons. Auf dem Wanzlebener Löss-Plateau sind Braunerde-Tschernoseme und Tschernoseme aus Löss vorherrschend. Die Böden sind stellenweise unterhalb 1,2 m durch Geschiebemergel, seltener durch Schmelzwassersand, unterlagert. Auf dem Plateaurand sind Pararendzinen mit Pararendzina-Pelosolen, Tschernosemen und Pseudogley-Tschernosemen vergesellschaftet. Die Pararendzinen sind in Löss, Sandlöss über Geschiebemergel und seltener in Sandlöss über Schmelzwassersand entwickelt. Pararendzina-Pelosole variieren zu Pararendzinen in Abhängigkeit von der Mächtigkeit und Ausbildung der Deckschicht. Im Normfall ist dieser Boden in Decklehm über flachem Tonmergel (Rupelton) und insteileren wasserzügigen Hanglagen entwickelt. Auf flacheren Hängen und in Muldenlage sind diese Substratprofile durch Staunässe überprägt. Hier sind Pseudogley-Tschernoseme entwickelt, die auch die Quellmulden der Bäche kennzeichnen. Auf dem unteren flachen Hangabschnitt, dem Hangfuss, haben sich tiefhumose schwarzerdeartige Kolluvialböden entwickelt, die zu den Bachtälern in Gley-Kolluvisole aus lehmig-schluffigen, seltener sandig-schluffigen Substraten übergehen. In der sich anschließenden tiefergelegenen Olvenstedter Löss-Ebene dominieren wiederum Schwarzerden, die hier auf Grund des Lokalklimas mit sehr geringen Niederschlägen und hoher Verdunstung mit Kalkschwarzerden vergesellschaftet sind. Die meisten Bäche der Börde sind recht unscheinbare Wasserläufe, die in einem deutlichen Gegensatz zu ihrem im Pleistozän breitausgeformten Tälern stehen. Besonders deutlich ist dies bei der Schrote zu erkennen, welche bis Diesdorf eine breite Periglazialtalung nutzt, die südlich der Ortschaft Wellen eine Breite von 50–200 m aufweist. Die Schrote ist normalerweise ein kleiner Wasserlauf, sie kann aber nach Gewittergüssen zu einem reißenden Bach werden. Diffusionsbelastungen sowie Abwassereinleitungen der anliegenden Gemeinden bedingen derzeit nur eine Einstufung als kritisch belastetes Gewässer. Die Große Sülze entspringt im LSG am Teufelsküchenberg. Sie ist überwiegend naturfern ausgebaut und ist hochgradig abwasserbelastet. Als begradigte und stark verschmutzte Gewässer gelten auch die Kleine Sülze und der Telzgraben. Das LSG ist arm an Stillgewässern, zu erwähnen sind nur die ehemaligen Tongruben bei Hohenwarsleben und westlich Olvenstedt sowie die Fischteiche in Hohenwarsleben, die aus Quellen gespeist werden. Das Grundwasser gilt im östlichen und südlichen Bereich des LSG als relativ ungeschützt gegenüber flächenhaft eindringenden Schadstoffen. Das LSG liegt im Klimagebiet des stark kontinental beeinflussten Binnentieflandes. Im jährlichen Durchschnitt fallen 500–560 mm Niederschlag. Das Jahresmittel der Lufttemperatur liegt um  9°C. Die mittleren Lufttemperaturen betragen im Januar 0 °C bis 1 °C und im Julica. 18 °C. Als Potentiell Natürliche Vegetation ist auf den ebenen Flächen der Hohen Börde der Labkraut-Traubeneichen-Hainbuchenwald anzusehen, auf den Kuppen der Wucherblumen-Traubeneichen-Hainbuchenwald. In den größeren Talungen wird ein Waldziest-Stieleichen-Hainbuchenwald als natürlich angesehen. Heute sind diese natürlichen Waldgesellschaften im LSG nicht einmal mehr in Resten erhalten, nur am Felsenberg sind zumindest Arten der natürlichen Zusammensetzung, wie Winter-Linde und Stiel-Eiche, zufinden. Reste einer Weichholzaue bestehen noch an Abschnitten des Telzgrabens, der Schrote und an Grams Ziegelei westlich Olvenstedt. Am Großen Wartberg und am Goldberg sind Robinien- bzw. Kiefernforste zu finden. Trockengebüsche mit Hunds-Rose, Weißdorn und Schlehe treten u.a. an Teufelsberg, Teufelsküchenberg und Dehmberg auf. Meist handelt es sich hier um verbuschte Halbtrockenrasenstandorte. Für das Gebiet charakteristische subkontinentale Halbtrocken- und Trockenrasen sind heute durch Aufforstungen (Kiefer, Robinie, Sanddorn), Abgrabungen oder Verbuschung weitgehend verschwunden. Reste sind noch am Südhang des Teufelsberges, am Dehmberg, am Teufelsküchenberg, am Großen Wartberg und am südgenäherten Hang des Katzentales südlich Irxleben erhalten. Zu den hier vorkommenden Pflanzenarten zählen z.B. Hügel-Meier, Steppen-Sesel, Braunes Mönchskraut, Walliser Schwingel, Steppen-Salbei, Pfriemengras, Roßschweif-Federgras und Gemeine Küchenschelle. Die Waldreste und Feldgehölze des LSG sind Brutplätze für Rot- und Schwarzmilan sowie Mäusebussard, auch Schwarz-, Bunt- und Grünspecht kommen hier vor. Auf den verbuschten trockenen Kuppen sowie an gehölzbestandenen Feldwegen sind Neuntöter und vereinzelt auch die Sperbergrasmücke und das Braunkehlchen anzutreffen. Die wassergefüllten ehemaligen Tonabgrabungen bei Hohenwarsleben werden u.a. von Zwergtaucher, Teich- und Bläßralle und Teichrohrsänger sowie die Röhrichte von der Rohrweihe besiedelt. Seltener Brutvogel vegetationsarmer Freiflächen in den Orten, besonders an landwirtschaftlichen Anlagen, ist die Haubenlerche. Rebhuhn und Wachtel sind Brutvögel der Ackerlandschaft, sofern eine ausreichende Strukturierung durch Wegraine, Gebüsche und trockene Ruderalfluren noch gegeben ist. In den Herbst- und Wintermonaten kann es zu großen Ansammlungen nordischer Gänse in der Börde kommen und regelmäßig sind zu dieser Zeit auch Rauhfußbussarde im Gebiet anzutreffen. Wie der Feldhase wurde auch der Hamster als Steppentier durch die Ausdehnung der Ackerflächen gefördert. Während der Hasenbestand in der Börde von 1960 bis 1990 auf etwa ein Viertel des damaligen Bestandes gesunken ist, ist der Hamster fast völlig verschwunden. Dies ist um so bemerkenswerter, da früher in „Hamsterjahren“ Dichten von bis zu 80 Tieren/ha keine Seltenheit waren. Rehwild ist heute auf den Ackerflächen des LSG regelmäßig anzutreffen. Die Hohe Börde soll ihren Charakter als Ackerlandschaft behalten. Um die Bedeutung hinsichtlich des Arten- und Biotopschutzes zu erhöhen und das Landschaftsbild zu verbessern, sind die Ackerflächen verstärkt durch Windschutzgehölze, Hecken, Obstbaumreihen, Gewässerrandstreifen und breitere Wegraine aufzuwerten. Die wertvollen Schwarzerdeböden sind durch zweckmäßige Schlaggestaltung und bodenpflegliche Bewirtschaftung in ihrer Fruchtbarkeit nachhaltig zu sichern. Derzeit ackerbaulich genutzte Magerstandorte, besonders in Hanglagen, sollen in extensiv zu nutzendes mageres Grünland überführt werden. Aufgeforstete Halbtrockenrasen einschließlich stark verbuschter Bereiche sind freizustellen. Noch vorhandene und wiederherzustellende Magerrasen sollen durch Schafbeweidung erhalten werden. Streuobstwiesen sind zu pflegen und unter Verwendung von für die Region typischen Obstsorten auszuweiten. Noch vorhandene alte Bauerngärten sollen gesichert und gepflegt werden. Standortuntypische Aufforstungen sind langfristig in Wälder zu überführen, die der Potentiell Natürlichen Vegetation entsprechen. Die folgenden Texte sind veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts; © 2000; Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt; ISSN 3-00-006057-X; LSG "Felsenberg" S: 151 ff. Dehmberg und Felsenberg Die beiden östlich von Hohenwarsleben gelegenen Ausflugsziele liegen am Rande der Hohen Börde hin zur Niederen Börde. Somit lassen sich, besonders vom Dehmberg aus (104,5 m über NN), diese beiden Landschaftsformen gut überblicken: die Hohe Börde zwischen dem Felsenberg und den Hängelsbergen am Stadtrand von Magdeburg und die östlich anschließende Niedere Börde, die sich bis in das Stadtgebiet von Magdeburg hinein erstreckt. Der Felsenberg (107,4 m über NN) fällt durch seine bewaldeten Hänge in der Ackerlandschaft besonders auf. Bei beiden Erhebungen handelt es sich um Rupeltonablagerungen, die von pleistozänem Material überzogen wurden. Dieses schwarzgraue bis blaugraue, kalkreiche Material steht am Rande der Hohen Börde vor allem zwischen Hohenwarsleben und Klein Ammensleben relativ oberflächennah an und weist Mächtigkeiten bis zu 60 m auf. Der Abbau von Ton und dessen Verarbeitung brachten der Region wirtschaftlichen Aufschwung. Neben vielen anderen Tongruben und Ziegeleien wurde in Hohenwarsleben 1835 eine Ziegelei errichtet, die bis 1966 in Betrieb war. Orte in der Umgebung des LSG Gersdorf, dessen ursprüngliche Form als Gassendorf noch erkennen ist, erhielt im Mittelalter eine Wehrkirche. Die Bartholomäus-Kirche ist aus Feldsteinen errichtet und besitzt einen abgeschlossenen Westturm. Unter Benutzung mittelalterlicher Baureste wurde im 17. Jahrhundert der einschiffige Gemeinderaum erneuert. Auch Hohenwarsleben bewahrt einige bau- und kunstgeschichtlich erwähnenswerte Bauwerke. Von der schon 1199 genannten Kirche des St. Benedikt blieb allerdings nur der wehrhafte Westturm in seiner ursprünglichen Form erhalten. Der Dorfchronik zufolge soll das zweistöckige Pfarrhaus von 1654 stammen. Aus dem 12. Jahrhundert stammt die dem Heiligen Laurentius geweihte Kirche in Schnarsleben. Große Teile der im 17. Jahrhundert zerstörten Kirche wurden 1693 auf altem Bestand barock erneuert. Die ehemalige Wehrkirche St. Petri und Paul in Niederndodeleben ziert der stattlichste Westquerturm aller Kirchen im weiten Umfeld. Die Geschichte des Rübenanbaus Die Entdeckung der Runkelrübe als Rohstoffpflanze für die Zuckergewinnung begann durch Versuche des Berliner Apothekers und Chemikers Sigismund Andreas Marggraf zur Zuckergewinnung aus einheimischen Pflanzen, deren Ergebnisse er 1747 in einer Sitzung der Akademie der Wissenschaften vorstellte. Die kristalline Struktur der Runkelrübe gleiche unter dem Mikroskop der des Rohrzuckers und sie schmecke sehr süß. Erst 30 Jahre später fanden die Ergebnisse durch den Schüler Marggrafs, Franz Carl Achard, in praktischen Versuchen Anwendung, die auch den König Friedrich Willhelm III. von der neuen Form der Zuckergewinnung überzeugten. Der Anordnung Friedrich Willhelm III. im Jahr 1799, in allen Zuckersiedereien Preußens Großversuche mit den Anbau der Runkelrübe zu beginnen, folgte noch am Ende des gleichen Jahres die Freigabe der Sirup- und Rohrzuckerbereitung als selbständiges Gewerbe. Die im Jahre 1806 von Napoleon verhängte Kontinentalsperre verstärkte das Interesse an der Rübenzuckergewinnung, da Europa von Rohrzuckerlieferungen aus Übersee abgeschnitten war. Im Zeitraum bis 1812, als Napoleon verstarb, entstanden besonders in der Magdeburger Börde viele Fabriken, die jedoch aufgrund des zu geringen Zuckergehaltes in den Rüben und des nun wieder in großen Mengen importierten Rohrzuckers ihren Betrieb einstellen mußten. Der Konkurrenzdruck des Rohrzuckers wurde in den 1830er Jahren durch hohe Schutzzölle, vor allem von Frankreich und Österreich, weitestgehend ausgeschaltet. Standortvorteile der Börde, wie fruchtbarer Schwarzerdeboden, mildes Klima sowie günstige Verkehrsanbindungen und das Vorkommen von sekundär an die Rübenzuckerproduktion gebundenen Rohstoffen (Braunkohle, Salz, Kalk, Gips), begünstigten den Rübenanbau und die damit eng verknüpfte Industrialisierung in der Börde. Durch die preußische Agrarreformgesetzgebung und den Anbau von Zichorien seit dem 18. Jahrhundert waren ausreichend große kultivierte Ackerflächen vorhanden. Mit der Gründung der "Aktiengesellschaft zum Bau und Betrieb einer Zuckerrübenfabrik in Klein Wanzleben" durch Groß-, Mittel- und Kleinbauern im Jahr 1838 verpflichtete der Besitz dieser Aktien zum Rübenanbau. Viele Bauern konnten von der Verpachtung ihrer Flächen für den Rübenanbau leben. Um 1857 gab es 52 Rübenzuckerfabriken in der Niederen Börde. Dazu zählen auch die im LSG liegenden Standorte Dahlenwarsleben und Niederndodeleben. Im Vergleich dazu verarbeiten heute die Zuckerfabriken Könnern (Landkreis Bernburg) und Klein Wanzleben (Bördekreis) mindestens die gleiche Menge, sie sind die einzigen in der Region Magdeburg-Halle. Zunehmend wurden Groß- und Mittelbauern Besitzer der landwirtschaftlichen Flächen, kleinere Bauern dagegen arbeiteten in den landwirtschaftlichen Großbetrieben oder wanderten in die Städte ab. Die sogenannten "Rübenbarone" ließen in den Dörfern ihre Wohnhäuser in moderner Massivbauweise mit Torbögen und aufwendiger Fassadengestaltung errichten, die sich deutlich von den in der Region üblichen Fachwerkhäusern abhoben. Noch heute sind diese ehemaligen "Rübenpaläste" aus der Zeit zwischen 1806 und 1914 beispielsweise in Niederndodeleben und Dahlenwarsleben zu finden. Mit zunehmender Industrialisierung in der Landwirtschaft wurde Mitte des 19. Jahrhunderts der Spaten zur Bewirtschaftung der Ackerflächen durch neue Geräte abgelöst. Im Jahr 1852 kam zum ersten Mal der "Wanzleber Pflug" der Halberstädter Firma Dehne zum Einsatz, eine Drillkulturmaschine ersetzte das Aussäen per Hand, und für die Ernte entwickelten der Bernburger Fabrikant Wilhelm Siedersleben einen Rübenheber sowie Rudolf Sack einen Rübenrodepflug. Der Dampfpflug wurde von den an Ackerrändern stehenden Dampfmaschinen angetrieben, mit denen der Pflug auf der Fläche durch Seilzüge verbunden war. Die metallverarbeitende Industrie expandierte durch solche Erfindungen und die Landmaschinenindustrie Magdeburg-Halle war auch international erfolgreich. Um die Jahrhundertwende hatte Sachsen-Anhalt den höchsten Mechanisierungsgrad der Landwirtschaft im Deutschen Reich. Doch die Arbeitskraft der heimischen Kleinbauern, die oft nur noch als Landarbeiter während der Sommermonate tätig waren, wurde durch Maschinen ersetzt, und ihre Löhne sanken aufgrund des Anwerbens billiger Saisonarbeiter aus anderen Gebieten. Um den Transport der geernteten Rüben zu den Zuckerfabriken zu gewährleisten, wurde auf den Straßen eine tragfähigere Spurbahn mit Pflastersteinen aus Schlacken (Nebenprodukt bei der Metallverhüttung) verlegt. Auf den Landstraßen in der Börde sind diese dunkelgrauen Spurbahnen, sofern sie noch nicht mit einer Asphaltdecke überzogen wurden, heute noch zu sehen. Letzte Aktualisierung: 18.11.2025

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 7926 Augsburg

Blatt Augsburg wird von den Molassesedimenten des Alpenvorlandes dominiert. Im Nordteil des Kartenausschnitts ist ihre Begrenzung zum Jura der Schwäbischen Alb und zum Nördlinger Ries erfasst. Der Flusslauf der Donau stellt eine deutliche Grenzlinie zwischen diesen Gebieten dar. Die größte Fläche im Kartenausschnitt nimmt das Molassebecken des Alpenvorlandes ein. Der Schutttrog der Alpen ist mit tertiären Ablagerungen verfüllt. Die an der Oberfläche lagernden miozänen Lockersedimente der Vorlandmolasse werden großflächig von quartären Deckschichten überlagert, z. B. Schotterebenen der Schmelzwasserflüsse, Löss oder holozänen Moor- und Auesedimenten. Die durch Karbonat betonartig verkitteten Flusskonglomerate der glazialen Schotterterrassen werden als Nagelfluh bezeichnet und sind charakteristische Bildungen im Molassebecken. In der Schwäbischen Alb am Nordrand der Karte sind Kalk-, Mergel- und Dolomitsteine des oberen Juras aufgeschlossen. Umlagerungsbildungen wie Alblehm sind in den Niederungen und Senken weit verbreitet. Der Bereich des Nördlinger Ries ist von Trümmermassen und Impaktbrekzien aus kristallinen Gesteinen des Grundgebirges markiert. Das Ries wird als Krater eines Meteoriten interpretiert, der im oberen Miozän aufprallte. Die Jura-Sedimente in seiner randlichen Umgebung sind stark zerquetscht und deformiert. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, gewährt ein geologisches Profil zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Die Profillinie quert das Kartenblatt von Nord nach Süd und kreuzt dabei das Nördlinger Ries, das Donauried sowie die Vorlandmolasse der Alpen.

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 7118 Stuttgart - Nord

Blatt Stuttgart-Nord wird nahezu vollständig von der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft eingenommen. In der Nordwest-Ecke des Kartenausschnitts ist der südliche Teil des Odenwaldes erfasst. Im Bereich der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft bildeten sich durch Verwitterung und Abtragung flach einfallender Sedimentformationen des Mesozoikums (Muschelkalk bis Malm) charakteristische Schichtstufen heraus. Von Südost nach Nordwest lässt sich folgende Gesteinsabfolge festhalten: In der Südost-Ecke des Kartenblattes sind Lias und Dogger der Schwäbischen Alb angeschnitten, denen in nordwestliche Richtung Keuper-, Muschelkalk- und Buntsandstein-Sedimente folgen. In den Niederungen und Senken, speziell in der Heilbronner Mulde, wird das Mesozoikum von pleistozänem Löss überlagert. Am Westrand des Kartenausschnitts, südlich von Heidelberg, ist das Schollengebiet der Kraichgau erfasst. Mit Einbruch des Oberrheingrabens im Tertiär bildeten sich neben den Hauptverwerfungen parallel angeordnete Störungslinien und Schollentreppen heraus. Auf engem Raum sind hier neben Muschelkalk, Keuper, Lias und Dogger auch känozoische Lockersedimente zu finden. Die ältesten Gesteine stehen in der Nordwest-Ecke des Kartenblattes, im Odenwald, an. Sein westlicher Teil setzt sich aus metamorphen und magmatischen Gesteinen des Paläozoikums bzw. Präkambriums zusammen. Bei den Metamorphiten dominieren Gneise und Amphibolite. Bei den Magmatiten handelt es sich um saure bis basische Plutonite (Granit, Granodiorit Diorit) sowie spätvariszische Vulkanite (Rhyolithe und Rhyolithtuff). Der Ostteil des Odenwaldes besteht im Gegensatz dazu aus Sand- und Tonsteinen des Buntsandsteins. In der Umgebung des Odenwaldes beißen Zechstein-Sedimente im Flusslauf von Neckar und Laxbach aus. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, gewährt ein geologischer Schnitt zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Die Profillinie beginnt im Kristallin des Odenwaldes und quert in Südost-Richtung die Süddeutsche Schichtstufenlandschaft, wobei das Neckartal, die Heilbronner Mulde, die Neckar-Jagst-Furche, das Murrtal und der Rudersberg gekreuzt werden.

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 7126 Nürnberg

Blatt Nürnberg wird nahezu vollständig von der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft eingenommen. Am Südrand sind Teile der Schwäbischen Alb, am Ostrand Teile der Fränkischen Alb abgebildet. Zudem ist das Nördlinger Ries am Südrand der Karte aufgeschlossen. Im Bereich der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft bildeten sich durch Verwitterung und Abtragung flach einfallender Sedimentformationen des Mesozoikums (Muschelkalk bis Malm) charakteristische Schichtstufen heraus. Sand-, Ton- und Mergelsteine des Keupers nehmen im dargestellten Gebiet die größte Fläche ein. Sie dominieren mit ihrer braunen Farbgebung das Kartenblatt. In der Nordwest-Ecke der Karte treten vermehrt Ausbisse von Muschelkalk auf. In der Südhälfte des Kartenblattes ist der Jura der Schwäbischen Alb angeschnitten. In den Niederungen und Senken werden Lias, Dogger und Malm von eiszeitlichen Ablagerungen überdeckt, hauptsächlich von pleistozänem Verwitterungslehm, Solifluktionsschutt, glazifluviatilen Schottern und Sanden bzw. äolischen Löss- oder Flugsanden. Südlich von Eichstätt sind kleinere Kreide-Vorkommen (Sandstein, Quarzit) erhalten geblieben, die dem Jura auflagern. Das Nördlinger Ries, am Südrand der Karte, wird als Krater eines Meteoriten interpretiert, der im Oberen Miozän (vor etwa 15 Millionen Jahren) aufprallte. Die Senke (mit einem Durchmesser von etwa 20 km) ist mit tertiären Seesedimenten und pleistozänem Löss verfüllt. Die Jura-Sedimente in ihrer randlichen Umgebung sind stark verquetscht und deformiert. Im Ries und bis in eine Entfernung von 25 km sind Trümmerstücke von kristallinen und sedimentären Gesteinen des Untergrundes zu finden. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, gewährt ein geologischer Schnitt zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Im Nordwest-Südost-Verlauf werden die flach einfallenden mesozoischen Sedimentschichten der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft gekreuzt.

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 7942 Passau

Blatt Passau zeigt einen interessanten Ausschnitt der Geologie im Dreiländereck Deutschland Österreich Tschechien. Die Nordost-Ecke des Kartenblattes wird vom Moldanubikum der Böhmischen Masse eingenommen. Teile des Böhmerwaldes und des Bayerischen Waldes sind aufgeschlossen. Die metamorphen Gesteine des Moldanubikums (Gneise, Diatexite) werden verstärkt von paläozoischen Plutoniten durchsetzt. Dabei handelt es sich größtenteils um Granite (Hauzenberg-, Kristall-, Haidmühle-, Eisgarn-, Sulzberg-, Steinberg-, Dreisessel-, Weinsberg-, Schärding-, Peuerbach-Granit), während Diorite nur vereinzelt auftreten. Zwei bedeutende Störungszonen, Bayerischer Pfahl und Passauer Pfahl, durchziehen den Raum in Nordwest-Südost-Richtung. Die größte Fläche im Kartenausschnitt nimmt das Molassebecken des Alpenvorlandes ein. Der Schutttrog der Alpen ist mit tertiären Sedimenten der Süßwasser-, Brackwasser- bzw. Meeresmolasse verfüllt. Das Tertiär ist z. T. von pleistozänen Lockersedimenten wie Schotter der Schmelzwasserflüsse oder Löss und Lösslehm überlagert. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, veranschaulicht eine tektonische Übersichtskarte die geologischen Großeinheiten im Kartenblatt. In einem Überlagerungsschema sind zudem alle Überdeckungen durch Lössverwehungen detailliert aufgelistet und beschrieben. Ein geologischer Schnitt, der das Molassebecken von Süd nach Nord durchquert, gewährt zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Im Profilverlauf wird deutlich, dass die tertiären Sedimentschichten nordwärts kontinuierlich an Mächtigkeit verlieren.

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