Beim Waschen stark verschmutzter Berufskleidung koennen die Grenzwerte fuer Kohlenwasserstoffe und gefaehrliche Stoffe im Abwasser ueberschritten werden. Diese Schadstoffe muessen nach dem Stand der Technik aus dem Abwasser entfernt werden, wobei grosse Mengen an Sondermuell anfallen, die hohe Wasseranteile enthalten. Bei der Chemischreinigung werden die Reinigungsflotten durch Destillation kostenguenstig aufgearbeitet. Der dabei angefallene, aufkonzentrierte Sondermuell kann mit geringem Kostenaufwand entsorgt werden. Dennoch wird diese Technik fuer die Berufskleidung kaum eingesetzt da das derzeit ueberwiegend verwendete Loesemittel Tetrachlorethen ein hohes Umweltrisiko darstellt. Eine Alternative zum Waschen und zur Chemischreinigung mit Tetrachlorethen ist der Einsatz halogenfreier Loesemittel und deren Mischungen mit Wasser als Reinigungsmedium. Ziel des Forschungsprojektes war die Entwicklung von Verfahren zur Reinigung stark verschmutzter Berufskleidung mittels halogenfreier Loesemittel/Wasser-Kombinationen. Bei der Auswahl geeigneter halogenfreier Loesemittel war die Azeotropbildung mit Wasser ein wichtiges Auswahlkriterium, um die als Reinigungsmedium eingesetzten halogenfreien Loesemittel/Wasser-Gemische destillativ als zweiphasiges Azeotrop zurueckgewinnen zu koennen. In Laborversuchen wurden die Destillationsstabilitaet der waessrigen, azeotropen Systeme in Gegenwart von Schmutz und Reinigungschemikalien und die Aggressivitaet der Loesemittel gegenueber verschiedenen Materialien bestimmt. Fuer die Untersuchung der Reinigungsleistung der ausgewaehlten Loesemittel an berufskleidungstypischen Testgeweben wurde ein Zweibadverfahren mit anschliessender Nachwaesche entwickelt. Aufgrund der Ergebnisse der Laborversuche wurde Berufskleidung mit einem modifizierten Zweibadverfahren in einer 16 kg-KWL-Maschine mit den Loesemitteln 4-Methyl-2-Pentanol und bet-(-)-Pinen gereinigt. Zur Abschaetzung des Energieaufwandes bei der Destillation wurden die Verdampfungsenthalpien der untersuchten Azeotrope experimentell bestimmt und mit der Verdampfungsenthalpie des Wassers verglichen.
Ziel des Projektes ist die Reinigung von hochbelasteten Abwaessern, die neben Loesungsmitteln andere organische und anorganische Stoffe enthalten. Durch Umkehrosmose soll ein derartiges Abwasser der Lackiererei des Werkes Feuchtwangen in einen rueckfuehrbaren Reinwasserstrom und ein Konzentrat getrennt werden. Die Versuche sind bei einem Durchsatz von ca 3 Kubikmeter/d in einem technischen Modul durchzufuehren. Durch praxisnahe Betriebsweise der teilautomatisierten Anlage werden verlaessliche Prozessauslegungsdaten gewonnen. Die Konzentrierung der Inhaltsstoffe beguenstigt eine nachfolgende Aufarbeitung (destillativ), fuer die Pilotversuche durchzufuehren sind. Im Fall einer nichtlohnenden Rueckgewinnung der Loesungsmittel ist eine Kombination Destillation/Verbrennung der leicht fluechtigen Stoffe (TNV) moeglich. Durch den Einsatz der Verfahren wird eine wesentliche Reduktion der Abwassermenge durch Rueckgewinnung erreicht, Loesungsmittel werden aufbereitet oder thermisch entsorgt, schwerfluechtige Stoffe fallen als mengenmaessig minimaler Rueckstand an.