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Einfluss der jahreszeitlich unabhängigen Reproduktion auf die Qualität von Gameten und frühen Lebensstadien des Zanders (Sander lucioperca)

Zander (Sander lucioperca) ist auf dem Weg eine wichtige Zielart für die Aquakultur in Deutschland zu werden. Insbesondere die Produktion in geschlossenen Kreislaufanlagen (KLA), unter konstanten Umweltbedingungen und mit minimalem Wasseraustausch, birgt ein großes Potential. Die ganzjährige Bereitstellung von Satzmaterial für diese KLA ist noch ein limitierender Faktor, der jedoch durch die jahreszeitenunabhängige Reproduktion überwunden werden kann. Im Rahmen eines vorherigen DFG-Projektes wurde die endokrine Regulation der Gonadenreifung des Zanders unter veränderten exogenen Faktoren untersucht und ein Protokoll zur erfolgreichen photothermalen Induktion der Laichreife beschrieben. Dieses Protokoll wird jetzt in der betrieblichen Praxis angewandt.Im Rahmen dieses Erkenntnistransferprojektes untersuchen wir den Einfluss der photothermalen Induktionsmethode auf einschlägige Qualitätsparameter der Gameten und frühen Lebensstadien des Zanders. Durch eine Auswahl von biochemischen, enzymatischen und molekularbiologischen Markern und durch Wachstums- und Konditionsschätzer wollen wir herausfinden wie die Ei- und Spermienqualität und die Qualität der frühen Lebensstadien durch die wichtigsten Einflussgrößen aus dem Elterntierbestand determiniert werden. Wir vergleichen dazu den Einfluss der photothermalen Induktion mit dem Grad der Domestizierung, dem Grad der Prä-Ovulation und parentalen Effekten (größenspezifische maternale Effekte, Familienzusammensetzung, Laicherfahrung). Die Eizusammensetzung, Spermienmotilität und Fertilisationsraten geben damit ebenso Aufschluss über additive und nicht additive genetische Effekte, wie es Wachstums- und Expositionsversuche mit Larven und Juvenilen tun werden. Die Verbindung eines multifaktoriellen Versuchsplans mit der Verbindung von experimentellen und analytischen Ansätzen von den Elterntieren, über die Gameten hin zu den frühen Lebensstadien stellen ein bisher einmaliges Unterfangen zur Untersuchung der Reproduktionseigenschaften des Zanders und andere Fischarten dar.Ziel der Arbeit ist es grundlegende Qualitätsparameter für die Gameten und frühen Lebensstadien des Zanders mit den aktuell zur Verfügung stehenden Methoden zu beschreiben und die Wechselwirkungen der parentalen Effekte zu quantifizieren. Eine geeignete Auswahl von belastbaren und in der Praxis anwendbaren Qualitätsparametern, die einerseits auf die jeweiligen Einflussgrößen zurückzuführen sind und andererseits bei der Auswahl von geeigneten Elterntieren zur Reproduktion in KLA helfen, kann in das Bestandsmanagement aufgenommen werden und auf Grund dieser standardisierten Methoden können zukünftige Errungenschaften, insbesondere im Bereich der züchterischen Bearbeitung dieser Art, quantifiziert werden.

Herpetologie: Anthropogene Einflüsse auf eine Herpetofauna des peruanischen Amazonasbeckens, Peru

Kombinationswirkung organischer Schadstoffe auf Fische

Cytologische und biochemische Untersuchung der Wirkung von Spuren organischer Schadstoffe in Einzelstudien und Kombinationsexperimenten zur Katalogisierung und Bewertung von Wechselwirkungen verschiedener Schadstoffe im Fisch sowie zur Schaffung von Kriterien fuer die Formulierung von Qualitaetszielen fuer Oberflaechengewaesser. Erfassung ultrastruktureller Veraenderungen und funktioneller Parameter (Enzyminduktion, Veraenderungen in Markerenzymen) in Leber, Niere und Kiemen der Regenbogenforelle. Parallel Mikroinjektionsexperimente mit befruchteten Fischeiern (Regenbogenforelle, Zebrabaerbling). Va Untersuchung an Harnstoffderivaten, Atrazinersatzstoffen und/oder Organometallverbindungen.

Population biology of Common Toads

Hippodamia notata (Laich., 1781) Clavicornia Vorwarnliste

Montan verbreitete Art (über ca. 350 m) in Wiesen und Säumen, oft sehr zahlreich.

IANB-Monitoring BL: IANB = Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung, BL = Kanton Basel-Landschaft

Überwachung der Bestandesgrösse ausgewählter Amphibienarten durch Fangwiederfang. Nachweis aller anderen Amphibienarten auf dem Niveau Präsenzabsenz. Die überwachten Objekte sind Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung.

Wanderfischprogramm Sachsen-Anhalt Grundgedanke Lebenszyklus von Lachs und Meerforelle Bisherige Maßnahmen Bisherige Erfolge Mögliche Ausweitung auf das Bode-Selke-System Weitere Wiederansiedlungsprogramme

Wanderfischarten wie Lachs und Meerforelle gehören zur natürlichen Fischfauna der Elbe und ihrer Nebengewässer. Ihre Bestände sind jedoch schon vor Jahrzehnten insbesondere infolge der starken Wasserverschmutzung sowie der zunehmenden Querverbauung vieler Gewässer und der damit verbundenen Unpassierbarkeit der natürlichen Wanderrouten erloschen. Inzwischen hat sich der Gewässerzustand vor allem in Bezug auf die Wasserqualität deutlich verbessert. Doch auch der Bau von Fischaufstiegsanlagen hat dazu geführt, dass Wandersalmoniden (Salmoniden sind lachs- und forellenartige Fische) ihre Laichgewässer wieder aus eigener Kraft erreichen können. Dies eröffnet Perspektiven für die erfolgreiche Wiederansiedlung dieser Arten und damit der Verbesserung der naturnahen Fischartenvielfalt im Elbesystem. Der Atlantische Lachs (Salmo salar) und die Meerforelle (Salmo trutta morpha trutta) sind Salmoniden. Sie gehören zu den anadromen Wanderfischen. Das bedeutet, die geschlechtsreifen Fische steigen vom Meer die Flüsse hinauf, um dort zu laichen. Die geschlüpften Junglachse wandern nach wenigen Monaten, die Meerforellen nach etwa 1-2 Jahren flussabwärts, um meist mehrere Jahre auf dem offenen Meer heranzuwachsen. Anschließend treten diese Fische die Laichwanderung zurück ins Süßwasser an. Die meisten Atlantischen Lachse laichen nur einmal in ihrem Leben. Die Meerforelle unternimmt hingegen mehrere Laichwanderungen. Bereits im Jahr 2007 wurde das Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow vom Land Sachsen-Anhalt mit einer vorbereitenden Studie zur Überprüfung der fischökologischen und gewässermorphologischen Potenziale zur Wiederansiedlung von Großsalmoniden in Sachsen-Anhalt beauftragt. Ziel war es aufzuzeigen, in welchen Gewässern Sachsen Anhalts Lachs und Meerforelle historisch vertreten waren und welche Gewässer bei Berücksichtigung der artspezifischen Lebensraumansprüche unter den aktuellen Gewässerbedingungen am besten für eine Wiederansiedlung geeignet sind. Auf der Grundlage dieser Studie hat das Land im Jahr 2009 ein „Wanderfischprogramm Sachsen Anhalt“ ins Leben gerufen. Die Hauptziele dieses Projektes liegen in der Wiedereinbürgerung und gezielten Stützung von Wanderfischarten mit dem langfristigen Ziel einer fischereilichen bzw. angelfischereilichen Nutzung, sowie in der Wiederherstellung und dem Schutz gewässertypischer Lebensräume und Fischbestände. Die Zielsetzungen des Wanderfischprogramms stehen damit gleichzeitig in einem engen Zusammenhang mit der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Land Sachsen-Anhalt. Im Rahmen des Wanderfischprogramms wurden seit Herbst 2009 Erstbesatzmaßnahmen mit jungen Lachsen und Meerforellen zunächst in der Nuthe (Fläming) und ab 2012 in der Jeetze und ihren Zuflüssen (Altmark) durchgeführt. In beiden Gewässersystemen werden jährlich Rückkehrer durch das Institut für Binnenfischerei in einem Laichfisch-Monitoring erfasst. Die bisherigen Bemühungen der Wiederansiedlung werden durch das auf natürliche Vermehrung der Rückkehrer basierende Aufkommen von unmarkierten Jungfischen belohnt. Die zurückkehrenden Laichfische und der Reproduktionserfolg unterstreichen die Eignung der vorhandenen Laich- und Jungfischhabitate in den ausgewählten Gewässern. Die Studie des Instituts für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow hat auch deutlich gezeigt, dass das natürliche Potenzial für den Wiederaufbau umfangreicherer Lachs- und Meerforellenbestände im Bode-System einschließlich der unteren Saale besonders hoch ist. Im Bode-Selke-System gibt es etwa 30 Hektar an geeigneten Laich- und Jungfischhabitaten, die somit einen bedeutenden Beitrag zur Lachs- und Meerforellenpopulation des Elbeeinzugsgebiets leisten können. Im Bode-System gibt es jedoch eine Vielzahl gewässerbezogener Nutzungsansprüche. Daher wurde zunächst mit allen relevanten Akteuren und Gewässernutzern gesprochen, ihre derzeitige Situation erfasst und die verschiedenen Belange, Interessen und Nutzungsperspektiven im Zusammenhang mit der Aufnahme der Bode als Projektgewässer in das Wanderfischprogramm analysiert. Dieser offene Austausch und die Unterstützung aller Akteure werden zukünftig maßgeblich zum Erfolg und Fortschritt des Wanderfischprogramm Sachsen-Anhalts beitragen. Bereits heute werden bestehende Wanderbarrieren durch den Bau von Fischaufstiegsanlagen und die Beseitigung historischer Querbauwerke nach und nach entfernt. Zudem werden auch Schutzmaßnahmen an Wasserkraftanlagen realisiert, die dem Fischabstieg dienen. Die Wiederherstellung der biologischen Durchgängigkeit der Gewässer kommt jedoch nicht nur den Lachsen und Meerforellen zugute, sondern auch vielen weiteren Fischarten, die Wanderungen innerhalb der Gewässer unternehmen. Elbe Im länderübergreifenden Lachsprogramm "SALMO ALBIS" werden alle Wiederansiedlungsprojekte der Elbanrainerstaaten von Tschechien bis zur Nordsee zusammengeführt. Diese Koordination bezweckt, die Elbe mit ihren gesamten Nebenflüssen als Ganzes, für den großräumigen Aufbau von überlebensfähigen Beständen der Großsalmoniden (Lachs und Meerforelle) abzudecken. Rhein Die Mitglieder der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) –Schweiz, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande und die Europäische Kommission- setzen mit dem aufgelegte Programm „ Lachs 2020 “ als Teil des IKSR-Programms Rhein 2020 zur nachhaltigen Entwicklung des Rheins ihre Bemühungen zur Wiederansiedlung des Lachses im Rheineinzugsgebiet fort. International Die North Atlantic Salmon Conservation Organization (kurz: NASCO ) ist eine internationale Organisation, die 1984 durch eine zwischenstaatliche Konvention gegründet wurde. Das Ziel der NASCO ist es, den Atlantischen Lachs durch internationale Zusammenarbeit unter Beachtung bester wissenschaftlicher Erkenntnisse zu schützen, dessen Bestände wieder aufzubauen, diese zu erhalten und vernünftig zu bewirtschaften.

Amphibien (Amphibia)

Die Anzahl der etablierten Amphibienarten ist in Deutschland mit 15 Froschlurcharten und 6 Schwanzlurcharten überschaubar. Zu den Froschlurchen zählen die Frösche, Kröten und Unken. Molche und Salamander werden aufgrund ihres Körperbaus als Schwanzlurche bezeichnet. Die Haut der Amphibien ist dünn und feucht. Sie enthält Schleimdrüsen, die ein Sekret absondern und damit die Tiere vor dem Vertrocknen an Land schützen. Obwohl ausgewachsene Amphibien Lungenatmer sind, können sie je nach Art einen Teil des Sauerstoffbedarfs über die Haut aufnehmen. Dies ermöglicht zum Beispiel dem Grasfrosch, die kalten Wintermonate am Boden von Gewässern zu verbringen. In dieser Zeit fährt er seinen Stoffwechsel herunter und stellt auf vollständige Hautatmung um. Manche Amphibienarten besitzen zudem Giftdrüsen. Sie sondern ein mehr oder weniger giftiges Hautsekret ab, welches die Tiere nicht nur vor Fressfeinden, sondern auch vor Pilzinfektionen und Bakterien schützt. Im Gegensatz zu den Reptilien müssen fast alle einheimischen Amphibienarten ein Gewässer zur Eiablage aufsuchen. Aus dem sogenannten Laich entwickeln sich die Larven, die in ihrer ersten Lebensphase als reine Wasserbewohner über Kiemen atmen. Ausgenommen davon ist der Alpensalamander, der bereits ein bis zwei voll entwickelte und über Lungen atmende Jungtiere zur Welt bringt. Von den 21 in Deutschland vorkommenden Amphibienarten wurden alle bis auf den vom Menschen eingeschleppten Nordamerikanischen Ochsenfrosch einer Gefährdungsanalyse unterzogen. 50 % der Amphibienarten wurden als bestandsgefährdet eingestuft, 30 % gelten noch als ungefährdet. Weitere 15 % der Arten befinden sich auf der Vorwarnliste. Für die Einschätzung der Gefährdungssituation des Seefroschs reichen die zugrundeliegenden Daten derzeit nicht aus. Ernstzunehmende Gefährdungsursachen sind unter anderem der Verlust von geeigneten Laichgewässern und Landlebensräumen durch Zerstörung oder Verschmutzung sowie die Zerschneidung der Wanderrouten durch die Flächeninanspruchnahme im Rahmen von Straßen- und Siedlungsbau. (Stand 8. Juni 2019) Rote-Liste-Gremium Amphibien und Reptilien (2020): Rote Liste und Gesamtartenliste der Amphibien (Amphibia) Deutschlands. – Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (4): 86 S.

700.000 Maifischlarven im Rhein ausgesetzt

Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider beim länderübergreifenden Maifischbesatz mit Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg in Wiesbaden-Biebrich. Gemeinsam mit zwei Wiesbadener Schulklassen haben die rheinland-pfälzische Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider, Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung, Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen und Ministerialdirektorin Isabel Kling aus Baden-Württemberg am Freitag 50.000 Maifischlarven im Rhein bei Wiesbaden-Biebrich ausgesetzt. Insgesamt werden rund um den offiziellen Termin zum Maifischbesatz sogar etwa 700.000 Larven in den Rhein entlassen. Der Maifischbesatz findet traditionell wechselnd in den Ländern statt und fördert die Wiederansiedlung des Maifischs im Rhein. Christine Schneider, Landwirtschafts- und Umweltministerin in Rheinland-Pfalz, betont: „Der Erhalt der Artenvielfalt sichert den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Denn vielfältige Ökosysteme können sich besser anpassen. Der Maifisch zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, unsere Gewässer sauberer zu halten und vielfältige Lebensräume im und am Wasser zu schaffen. Denn pünktlich zum Welt-Wanderfischtag wurden in der Mosel einige erwachsene Maifische gesichtet. Sie sind von der Nordsee über den Rhein dorthin zum Ablaichen gewandert. Das ist eine echte Sensation - denn es zeigt, dass der Besatz mit Jungfischen Erfolg hat. Deshalb freue ich mich sehr, wenn wir hier länderübergreifend handeln, um unsere heimische Natur zu bewahren." „Hessen ist von Beginn an bei dem erfolgreichen Vorhaben dabei, den Maifisch wieder in unsere heimischen Gewässer zu bringen. Unser erneutes Zusammenkommen zeigt: Länderübergreifende Projekte funktionieren, wenn man sie möglichst unbürokratisch ausgestaltet. Mit dem Projekt machen wir auch Natur- und Umweltschutz für Schülerinnen und Schüler greifbar und vermitteln auf ganz praktische Weise, wie wichtig der Schutz unserer Gewässer und der Erhalt von Lebensräumen darin ist“, erklärt Hessens Staatsminister Jung. „Der Maifisch ist ein Symbol für die Rückkehr der biologischen Vielfalt in unsere Kulturlandschaften: Es ist erfreulich, dass diese Art nun wieder regelmäßig den Rhein hinaufwandert und sich dort erfolgreich reproduziert. Diese positive Entwicklung verdanken wir der langjährigen Arbeit im europäischen Artenschutzprojekt entlang des Rheins, in das sich Nordrhein-Westfalen von Beginn an mit großem Einsatz einbringt. Die Wiederansiedlung solcher Wanderfische ist eine generationenübergreifende Aufgabe. Daher ist es mir auch eine besondere Freude, dass Schülerinnen und Schüler tatkräftig mithelfen, für eine neue Generation von Maifischen zu sorgen“, ergänzt die Staatsministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalens, Silke Gorißen. „Baden-Württemberg unterstützt seit zehn Jahren das Maifischprojekt sowohl finanziell mit 20.000 Euro pro Jahr aus als auch mit tatkräftiger Unterstützung durch die Mitglieder des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg und der Fischereiverwaltung des Landes. Denn der Erhalt und die Erhöhung der natürlichen Flora und Fauna und der heimischen Biodiversität muss auch weiterhin eines unserer zentralen Ziele über alle Ländergrenzen hinweg sein und bleiben. Gerade die gefährdeten Wanderfische in unseren großen Strömen und ihren Nebengewässern, wie dem Rheinsystem benötigen weiterhin unsere Unterstützung, damit sie wieder nachhaltig und dauerhaft bei uns heimisch werden können. Unsere bisherigen gemeinsamen länderübergreifenden Bemühungen im Rahmen des Maifischprojekts haben bereits zu ersten Erfolgen geführt, das möchten wir weiter vorantreiben“, sagte Ministerialdirektorin Isabel Kling. Projekt zur Wiederansiedlung seit 2007 Ursprünglich war der Maifisch sehr weit in Westeuropa verbreitet und galt auch als Brotfisch der Fischerei. Aufgrund von Gewässerverschmutzung, der Errichtung von Wanderhindernissen, der Beseitigung bedeutender Laichgebiete und der Überfischung starb der Maifisch Mitte des 20. Jahrhunderts in unseren Gewässern aus. Das Projekt zur Wiederansiedlung der Wanderfischart im Rhein wurde 2007 ins Leben gerufen und bereits in mehreren Phasen durchgeführt. Das Land Hessen ist von Beginn an Projektpartner und hat die aktuelle Phase von 2022 bis 2026 mit insgesamt 125.000 Euro bezuschusst. Das Gesamtbudget für die derzeitige Phase liegt bei ca. 930.000 Euro. Im Rahmen des Maifischprojektes wurden und werden verschiedene Maßnahmen zur Wiederansiedlung des Maifischs im Rhein durchgeführt. Hierzu zählen neben dem Aussetzen von Maifischlarven unterschiedliche wissenschaftliche Begleituntersuchungen die zur Messung der Bestandsentwicklung durchgeführt werden, sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Die am Freitag ausgesetzten Maifischlarven stammen aus der französischen Region Nouvelle-Aquitaine, einer Partnerregion des Landes Hessen. Nach dem Aussetzen der Maifischlarven im Rhein wandern diese im Laufe des Jahres zurück ins Meer. Im Alter von drei bis fünf Jahren wandern die adulten Maifische dann wieder vom Meer aus in die Flüsse zum Laichen hinauf. Der Fortpflanzungskreislauf beginnt von Neuem. Erste Erfolge konnten bei der Wiederansiedlung des Maifischs bereits erreicht werden. So zeigten die Monitoringuntersuchungen, dass sich die Maifische wieder natürlich im Rhein und einigen seiner Zuflüsse vermehren. Die Etablierung einer sich ausschließlich eigenständig erhaltenden Maifischpopulation im Rheinsystem ist jedoch noch nicht erreicht. Damit dies gelingt, müssen die einzelnen Projektmaßnahmen mittelfristig fortgeführt werden. Innerhalb der verschiedenen Projektphasen gab es verschiedene Projektpartner und Projektunterstützer. In der derzeitigen Phase sind am Maifischprojekt folgende Organisationen beteiligt: die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, Landesfischereiverband Baden-Württemberg, Verband Hessischer Fischer, Sportvisserii Nederland (NL), Association MIGADO (F), Alosa-Stiftung, Rheinfischereigenossenschaft NRW und Hochschule Trier/ Umweltcampus Birkenfeld. Das Maifischprojekt wird vom Rheinischen Fischereiverband von 1880 e. V. geleitet und koordiniert. Hintergrund Der Maifisch gehört zur Familie der Heringe und erreicht Größen bis zu 70 Zentimetern bei einem Gewicht von drei bis vier Kilo. Er ernährt sich hauptsächlich von Zooplankton. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Skandinavien bis Marokko. Auch der Rhein mit seinen Zuflüssen, wie beispielsweise Mosel, Main und Neckar, liegt innerhalb dieses Gebietes. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Maifischbestände Europas drastisch zurückgegangen. Neben einigen kleineren Populationen in Portugal findet man die letzten bedeutenden Populationen vorwiegend in den Flüssen an der Westküste Frankreichs.

NSG Sandgrube im Jagen 86 des Grunewaldes

In der Eiszeit abgelagerte Sandflächen waren für die Westberliner Bauindustrie wichtige Rohstoffquellen. Im Grunewald entstand durch den Sandabbau eine 18 Hektar große und 15 bis 25 Meter tiefe Grube. Wo sie unter den Grundwasserspiegel reicht, haben sich Flachgewässer und feuchte Weidenbrüche entwickelt. Der größte Teil der Grubensohle ist jedoch trocken, hier sind vegetationslose Sandflächen, Trocken- und Magerrasen wichtige Lebensräume. Dank dieser unterschiedlichen Biotope ist das NSG äußerst artenreich. Unter anderem wurden 334 Farn- und Blütenpflanzen nachgewiesen. Für wärmeliebende Insektenarten sind die besonnten Hänge wertvoll. Eine Besonderheit ist die Unterwasserflora der nährstoffarmen Gewässer. Diese werden von vielen Amphibienarten zum Laichen genutzt. Die Grube ist Ziel vieler Kindergruppen und Familien. Vom Schmetterlingsplatz am S-Bahnhof Grunewald erreicht man die Sandgrube über den Schildhornweg in einer Viertelstunde. Kastanien säumen den Weg durch den Kiefernforst, bis sich der Wald lichtet und den Blick auf ein tiefes Loch in der Landschaft mit einem großen Sandberg am Grund freigibt. Wer in die Grube absteigen will, muss nicht den Sandhang hinunterlaufen – wie es Kinder mit Begeisterung tun –, sondern kann einen der drei befestigten Zugänge wählen. An der Nord- und Südseite befinden sich Rampen, in der nordöstlichen Ecke führt eine Treppe 134 Stufen hinab. Schautafeln informieren über die Entstehungsgeschichte und die lokale Pflanzen- und Tierwelt. Die gesamte Hangkante und die störungsempfindlichen Bereiche im NSG sind abgezäunt und sollen nicht betreten werden. Durchlässe für Wildtiere wurden eingerichtet, damit sich vor allem die zahlreichen Wildschweine ungehindert bewegen können, ohne den Koppelzaun zu beschädigen. Gerne halten sie sich in den Feuchtgebieten auf und reagieren mitunter aggressiv auf Störungen. Der Besuch der Sandgrube ist besonders für Kinder ein Erlebnis. Der große Sandberg im Zentrum bietet viele Spielmöglichkeiten. Von der Sandgrube aus erreicht man in wenigen Minuten den Teufelssee, das Naturschutzzentrum Ökowerk oder den Teufelsberg. Auch kann man den Weg bis zur Havel fortsetzen. Wer vom S-Bahnhof Grunewald startet, sollte dem Waldmuseum der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald einen Besuch abstatten. Es befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule gegenüber der Revierförsterei Eichkamp und bietet ein großes Diorama mit zahlreichen Waldtieren und eine vielseitige Ausstellung. Ausflugstipps – Auf Försters Wegen

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