Biosphärenreservat Biosphärenreservate sind nach § 19 LNatSchG durch Rechtsverordnung festgesetzte einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete, die großräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind, in wesentlichen Teilen ihres Gebietes die Voraussetzungen eines Naturschutzgebietes, im Übrigen überwiegend eines Landschaftsschutzgebietes erfüllen. Des Weiteren sollten diese vornehmlich der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschließlich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten, dienen, sowie beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen. Ein Gebiet, das von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt ist, wird durch Rechtsverordnung als Naturpark festgesetzt. Die Rechtsverordnung wird von der Obersten Naturschutzbehörde im Einvernehmen mit der Obersten Landesplanungsbehörde und dem für die Landwirtschaft zuständigen Ministerium erlassen. Für die Gebietsteile, die die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets erfüllen, gilt § 17 Abs. 2, für die Gebietsteile, die die Voraussetzungen eines Landschaftsschutzgebiets erfüllen, gilt § 20 Abs. 2 entsprechend. In der Rechtsverordnung soll auch eine rechtsfähige Organisation als Träger des Biosphärenreservats bestimmt werden. In Rheinland-Pfalz ist der Naturpark Pfälzerwald ein Biosphärenreservat.
The aim of my study is to calibrate PAR from small lakes against tree biomass, which can be used to achieve quantitative estimates of biomass in the past. Furthermore, the relation between pollen percentages and plant abundance will also be investigated. As study area, the state Brandenburg was chosen, because it has a large number of lakes and is covered by different plant communities, like conifer forest, mixed forest, deciduous forest and open land. These are situated on a range of soil types in a terrain with little altitudinal differences. Lakes in different types of landscape were selected. They were of almost uniform size, mostly ranging from 100-300 m in diameter and without inflow and outflow. Deeper lakes in proportion to the lake size were preferred, to avoid lakes with a high pollen redeposition. In order to have an effective fieldwork and to get the broadest possible data spectrum for modeling, the relevant pollen source area of pollen (Sugita, 1994) was estimated, based on the map CORINE. The calculation shows that the pollen source area is approximately 5-6 km. However, we also sampled lakes which are situated closer together, especially when the landscape structure was very heterogenic at the small scale. From the surface samples of 50 lakes, the pollen percentages of different taxa will be compared with the information from the forest inventory data for different distances around the lakes to evaluate theoretical considerations of pollen source area. These data are available at the data base Datenspeicher Wald, which contains information about cover, age and biomass for the different tree species. This information was collected during the time of the German Democratic Republic (DDR) and is in the most continued. Concurrently, 15 of the short cores are selected for dating by 210Pb. PAR will be calculated based on the sedimentation rates obtained for these cores, so that PAR can be compared to tree biomass for different time slices over the past 50 years.
Biosphärenreservate sind nach § 25 BNatSchG durch Rechtsverordnung festgesetzte einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete, die großräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind, in wesentlichen Teilen ihres Gebietes die Voraussetzungen eines Naturschutzgebietes, im Übrigen überwiegend eines Landschaftsschutzgebietes erfüllen. Des Weiteren sollten diese vornehmlich der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschließlich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten, dienen, sowie beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen.
Zu verstehen, wie die Koproduktion von Mensch und Natur die Strukturen und Leistungen von Ökosystemen bestimmt, ist eine zentrale Herausforderung der Nachhaltigkeitsforschung. Dieses Projekt untersucht einen herausragenden Landschaftstyp, der von lokalen Gemeinschaften über Jahrhunderte hinweg koproduziert und erhalten wurde: Kultivierte Terrassen, ein an Biodiversität und Ökosystemleistungen reicher Landschaftstyp, der im gesamten Mittelmeerraum zu finden ist. Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie ein sozial-ökologischer Systemansatz die Transformation bedrohter Terrassenlandschaften hin zur Nachhaltigkeit unterstützen kann, wobei das Konzept der Koproduktion im Mittelpunkt steht und weiterentwickelt wird. Das Projekt wird ein „Mensch und Natur“-Forschungsparadigma fördern, indem es Konzepte von Koproduktion und die empirischen Realitäten mediterraner Terrassenlandschaften in einen Dialog bringt. Es wird das Verständnis von Koproduktion entlang vier Hauptdimensionen fördern: a) Landschaftliche Strukturen, b) Hinterlassenschaften der Landnutzung, c) Werte-Regeln-Wissen,d) Landschafts-Stewardship. Diese vier konzeptionellen Eckpfeiler spiegeln sich in vier spezifischen Zielen und Arbeitspaketen innerhalb des Projekts wider: 1. Klassifizierung der Vielfalt der natürlichen und menschlichen Koproduktion in kultivierten Terrassen; 2. Analyse der taxonomischen Vielfalt, der Vegetationszusammensetzung und des Naturschutz-Zustands traditioneller Nutzpflanzen über einen Gradienten der Koproduktion; 3. Ermittlung des Zusammenspiels von lokalem ökologischem Wissen, Werten und Regeln in Terrassen, die von unterschiedlichen Koproduktionstypen geprägt sind; 4. Identifizierung von Visionen für die zukünftige Entwicklung von Terrassenlandschaften. Das vorgeschlagene Projekt ist interdisziplinär und stützt sich auf Konzepte und Methoden aus den Landnutzungswissenschaften, der Ökologie und den Sozialwissenschaften, um eine Reihe von sozial-ökologischen Hypothesen empirisch zu testen. Die Analysen werden an einem archetypischen Fall einer mediterranen Terrassenlandschaft, dem Jerte-Tal in Spanien, durchgeführt. Zu den erwarteten Ergebnissen gehören: eine empirisch fundierte Typologie der Koproduktion in kultivierten Terrassen; ein Inventar traditioneller Nutzpflanzen als Vermächtnis vergangener und gegenwärtiger Landnutzungen; eine Kategorisierung verschiedener Bündel von Werten, Regeln und Wissenstypen im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung von Terrassen; und ein Ansatz zur Wissens-Koproduktion, um wünschenswerte Zukünfte für Terrassenlandschaften zu entwerfen.
Biokulturelle Vielfalt meint die biologische und kulturelle Vielfalt des Lebens auf der Erde. In Agrarlandschaften zeigt sich biokulturelle Vielfalt in der Art und Weise, wie Menschen Landschaft formen, und wie menschliche Kulturen durch Landschaft geformt werden. Im vorgeschlagenen Projekt werden wir die biokulturelle Vielfalt in den drei Landschaften der Biodiversitäts-Exploratorien in Nord-, Mittel- und Südwestdeutschland analysieren. Durch den Einsatz sozial-ökologischer Forschungsmethoden und die Anpassung unseres Ansatzes an die etablierte Struktur der Biodiversitäts-Exploratorien zielt das vorgeschlagene Projekt darauf ab, ein umfassendes Bild der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen biokulturellen Vielfalt in diesen Regionen zu erlangen. Auf der Basis von Oral Histories werden wir zunächst die historischen Landschaftsperspektiven der Bewohner:innen analysieren, um lokales ökologisches Wissen und regionale sprachliche Vielfalt in Bezug auf Landschaften zu identifizieren. Wir werden ältere Bewohner:innen interviewen und ermutigen, über ihre Erfahrungen mit und Erinnerungen an die Landschaften zu sprechen. Dabei werden landschaftsspezifische Wörter bzw. Phrasen in den drei Regionen katalogisiert und verglichen. Unter Anwendung der ‚Photo-Elicitation‘-Methode werden wir darüber hinaus die Wahrnehmungen der Bewohner:innen in Bezug auf Ökosystemleistungen in den Biodiversitäts-Exploratorien entlang eines Gradienten der Landnutzungsintensität für Wälder und Grasland untersuchen. Dabei werden sowohl Nutzungen der verschiedenen Landschaftstypen als auch Landschaftspräferenzen abgefragt. Auf diese Weise soll ein tieferes Verständnis der „gelebten“ biokulturellen Erfahrungen der Menschen in der gegenwärtigen Landschaft erlangt werden. Junge Menschen bilden die zukünftigen Gemeinschaften dieser biokulturellen Landschaften; daher ist es ist wichtig, ihre Perspektiven zu verstehen. In einem dritten Schritt werden wir mit Jugendlichen im Alter von 16 bis 24 Jahren in den drei Regionen systematisch Zukunftsszenarien in Bezug auf regionale Biodiversität entwickeln; dabei werden sowohl Treiber von Biodiversitätstrends sowie Möglichkeiten und Hindernisse für eine zukünftige Auseinandersetzung mit der Natur in den drei Regionen thematisiert und verglichen. Auf Basis der Erkenntnisse aus den oben genannten drei Arbeitspaketen sowie aus Fallstudien von Expert:innen für biokulturelle Vielfalt und Landwirtschaft mit hohem Naturwert in ganz Europa werden wir abschließend in einem Expert:innenworkshop diskutieren, wie eine biokulturelle Linse zum Schutz des biologischen und kulturellen Erbes in europäischen Agrarlandschaften beitragen kann. Dies wird eine Gelegenheit sein, wissenschaftliche Netzwerke zu stärken und darzustellen, wie im Rahmen der Biodiversitäts-Exploratorien die Untersuchung biokultureller Vielfalt im Zentrum Europas ermöglicht wird.
Die Beurteilung und Stabilisierung der Dynamik von Landschaftsstrukturveränderungen in tropischen Regenwald-Randzonen erfordert aktuelle und flächendeckende Kartierungen der Landnutzungen als Grundlage von Planungen für zukünftige Maßnahmen. In dem Forschungsvorhaben sollen flächendeckend Landnutzungs- und Vegetationskarten über Randbereiche zu tropischen Regenwäldern mit Hilfe von satellitengetragenen Fernerkundungssensoren (SPOT-PAN + XS/XI oder LANDSAT-TM) hergestellt werden. Durch bestimmte digital durchgeführte Algorithmen sollen die Satellitenbilder zur Herstellung thematischer Karten klassifiziert werden. Die Ergebnisse der Klassifikation werden anhand von Kontrollflächen, für die ebenso wie für die Trainingsgebiete die Landnutzung bekannt sein muss, verifiziert. Der Prozess von Klassifikation und Verifikation ist iterativ und wird durch wiederholte Modifikation des Klassifikationsverfahrens solange fortgeführt, bis keine nennenswerte Steigerung der Klassifikationsgenauigkeit mehr erreichbar ist.
Die Auswirkungen der städtischen Besiedlung auf die Umwelt sind in besonderem Maße von der Art und der Intensität der menschlichen Nutzung abhängig. Aus diesem Grunde können die Wirkungen auf die Umwelt eng an Nutzungen und Baustrukturen gekoppelt werden. Im Laufe der städtebaulichen Entwicklung Berlins ist eine vielschichtige Bau- und Freiraumstruktur entstanden. In der Karte Stadtstruktur – Flächentypen differenziert (06.08) werden 52 Flächentypen abgegrenzt und beschrieben, die anhand ihrer typischen Nutzung, Entstehungszeit und Bau- und Freiflächenstruktur definiert wurden. Zur besseren Lesbarkeit wurden diese in der Karte 06.07 zu 16 Stadtstrukturtypen sowie Gewässer zusammengefasst. Die Flächentypen dienen dazu, die Nutzungen der bebauten Flächen (WOZ, vgl. Beschreibung der Karte „Reale Nutzung der bebauten Flächen“ (06.01) und der Karte „Grün- und Freiflächenbestand“ (06.02)) weiter zu differenzieren. Besonders für die Flächennutzung Wohnen ist eine weitere Unterteilung erforderlich. Zum einen nehmen die Flächen mit Wohnbebauung mit mehr als der Hälfte der baulich genutzten Fläche und mehr als einem Viertel der Gesamtfläche Berlins eine bedeutende Stellung ein und zum anderen deckt diese Nutzung ein breites Spektrum vom Einfamilienhausgebiet bis zur Großsiedlung ab. Für die Nutzer der Daten ist jedoch gerade diese weitere Differenzierung der Wohngebiete von besonderem Interesse, da die verschiedenen städtebaulichen oder umweltbezogenen Indikatoren und Kenngrößen in hohem Maße von der Stadtstruktur abhängig sind. Dabei spielen das Baualter, die Höhe, die Dichte und die Anordnung der Gebäude zueinander sowie die charakteristische Freiraumstruktur eine besondere Rolle. Demgegenüber entsprechen die Typen der Grün- und Freiflächen weitgehend den Nutzungen der Grün- und Freiflächen (GRZ, vgl. Beschreibung der Karte „Grün- und Freiflächenbestand“ (06.02)) oder fassen diese sogar zusammen. Die Kenntnis dieser unterschiedlichen Strukturtypen bildet in Zusammenhang mit der Realnutzungskartierung der Karten 06.01 und 06.02 des Umweltatlasses eine wesentliche Grundlage für städtebauliche und landschaftsplanerische Untersuchungen und Entwicklungsvorhaben auf übergeordneter wie lokaler Ebene. Mit ihrer Hilfe lassen sich zudem Erkenntnisse über die Ausbildung der Biotop- und Vegetationsstrukturen, der Klimaverhältnisse, der Bodenbeschaffenheit, der Versiegelungsintensität oder der Grundwasserneubildung ableiten. Von der räumlichen und fachlichen Differenzierung her sind die Kartierungen vor allem für stadtweite Analysen, Modelle, Programme und Planungen im Umweltbereich von grundlegender Bedeutung. Da nicht alle für bestimmte Berechnungen oder Planungen erforderlichen Daten vorliegen oder mit vertretbarem Aufwand vor Ort erhoben werden können, werden den Kartiereinheiten durch Stichprobenkartierung vor Ort Literaturwerte oder durch gutachterliche Abschätzung Kennwerte oder Indikatoren zugeordnet, die dann über die flächendeckend vorliegende Kartierung von Nutzung und Stadtstruktur mit für viele Anwendungsfälle hinreichender Genauigkeit auf die gesamte Stadt übertragen werden. Siedlungsentwicklung Berlins Die natürliche Landschaft und die Siedlungsentwicklung haben gleichermaßen die Stadtstruktur Berlins geprägt. Reste der landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie durch Gewässer und Wald geprägte Landschaften sind bis heute von Bebauung frei geblieben: die Wälder im Südosten Berlins zwischen Spree und Dahme und im Westen an der Havel sowie größere zusammenhängende Landwirtschaftsflächen im Nordosten der Stadt. Von den einst zahlreich vorhandenen Bächen, Gräben, Pfuhlen und Feuchtgebieten sind nur noch einzelne wiederzufinden. Nach 1880 – Gründerzeit Am deutlichsten veränderte sich das Erscheinungsbild Berlins am Ende des 19. Jahrhunderts, als sich die Stadt zu einem industriellen Zentrum entwickelte. Mit zunehmenden Arbeitsmöglichkeiten strömten viele Menschen nach Berlin, ein wachsender Wohnungsbedarf war die Folge. Die Bautätigkeit wurde in Bebauungsplänen und Bauordnungen geregelt, in denen Straßenbegrenzungslinien, die Größe der Blöcke, die Mindestgröße der Höfe und die Höhe der Gebäude festgelegt waren. So entstand zwischen 1880 und 1918 innerhalb der Ringbahn die für Berlin typische dichte Blockbebauung mit engen, teilweise mehreren aufeinander folgenden Hinterhöfen. Diese Baustruktur wurde durch einzelne Schmuckplätze und Parkanlagen sowie Friedhöfe gegliedert. In den damaligen Vororten (z.B. Friedenau) ließ die Bauordnung von 1892 gegenüber der Innenstadt eine geringere Grundstücksausnutzung zu. In diesen Bereichen entstanden die niedrigere und etwas großzügiger angelegte Blockbebauung mit Schmuck- und Gartenhofstruktur und die Villenbebauung. Nach 1918 – Groß-Berlin Neue Bauformen entwickelten sich großflächig erst, nachdem 1918 per Gesetz die Errichtung von Seitenflügeln und Quergebäuden verboten wurde. Gleichzeitig lösten gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften die privaten Bauherren als Hauptträger des Wohnungsbaus ab. Sie ersetzten die bisher vorherrschende parzellenweise Bebauung durch größere, zusammenhängende Wohnsiedlungen außerhalb der Ringbahn, am damaligen Stadtrand Berlins. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch den Zusammenschluss von Berlin mit seinen Umlandgemeinden zu Groß-Berlin im Jahr 1920, was eine einheitliche Bauplanung ermöglichte. Auch den siedlungsbezogenen Freiräumen wurde größere Bedeutung beigemessen, was sich in Größe, Nutzbarkeit und Gestaltung der nicht bebauten Siedlungsräume, aber auch in der öffentlichen Freiraumgestaltung zeigte. Damals entstanden die großen Volksparks und Kleingartenanlagen, die sich ringförmig um den Innenstadtkern der Jahrhundertwende erstreckten. Einige Siedlungen mit ihrem Wald- und Obstbaumbestand, wie die Zehlendorfer Onkel-Tom-Siedlung, weisen zudem noch auf den früheren Landschaftscharakter hin. Nach 1945 – Die geteilte Stadt Massive Zerstörungen während des 2. Weltkriegs und die politische Spaltung Berlins im Jahr 1948 beeinflussten die weitere städtebauliche Entwicklung. 30 % aller Gebäude waren damals total zerstört oder schwer beschädigt. Zerstörungen nahezu gleichen Ausmaßes – mit stellenweise destruktiven Wirkungen auf den historischen Stadtgrundriss und die Bausubstanz – gingen in den nachfolgenden Jahrzehnten mit den teils radikal umgesetzten Plänen, wie z.B. der autogerechten Stadt und dem sozialistischen Städtebau, in beiden Stadthälften einher. Der Westteil der Stadt erhielt im Rahmen des Wiederaufbauprogramms (Marshall-Plan) wirtschaftliche Hilfen. So konnten die Kriegszerstörungen durch große Bautätigkeit in den 1950er und 1960er Jahren kontinuierlich beseitigt werden. In der Innenstadt wurden kriegsbedingte Baulücken geschlossen bzw. ganze Blöcke durch Flächensanierung und Sanierung durch Entkernung verbunden mit Abriss und Neubau umgestaltet. Entwicklungsziele waren damals die Entlastung der dichten Innenstadtbebauung, die Trennung der städtischen Funktionen und die Schaffung breiter Trassen für den motorisierten Individualverkehrs. Im Stadtrandbereich entstanden große geschlossene neue Wohnsiedlungen mit relativ hohem Freiflächenanteil und Industriegebiete zwischen alten Dorfkernen auf ehemaligen Freiflächen. Ab Ende der 1970er Jahre begann sich die Baupolitik auf die Wiederbelebung der Innenstadt zu konzentrieren. Die Bautätigkeit beschränkte sich im Wesentlichen auf kleinere brachliegende Flächen verstreut im Stadtgebiet und auf die behutsame Sanierung vorhandener Bausubstanz. Im Ostteil Berlins, der zunächst keine wirtschaftliche Unterstützung erhielt, sondern im Gegenteil durch Reparationen zusätzlich belastet war, begann der Wiederaufbau in größerem Stil erst nach dem Mauerbau 1961 und mit der Industrialisierung des Ost-Berliner Bauwesens. Im Mittelpunkt stand in den 1960er Jahren die Neugestaltung des Stadtzentrums auf kriegszerstörten und kahl geschlagenen Flächen. Damals war geplant, die alte Bebauung der Vorkriegszeit als kapitalistisches Erbe nicht wieder aufzubauen, die verbliebenen Reste auf weiteren Flächen abzureißen und durch einen sozialistischen Städtebau zu ersetzen. Neuer Wohnraum entstand in den 1950er und 1960er Jahren relativ wenig. Als Folge großer Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem unzureichenden Wohnungsangebot wurde 1971 die Wohnungsbaupolitik zum Schwerpunkt des sozialen Programms der DDR erklärt. Die Großsiedlungen entstanden im Ostberliner Zentrum und vor allem in großem Maßstab am Stadtrand in Marzahn, Hohenschönhausen, Lichtenberg und später in Hellersdorf. Sie wurden in industrieller Fertigbauweise errichtet. In diesem Zuge entstanden ebenfalls in der Peripherie Berlins neue Kleingartenareale. Erst spät wurde die vorhandene Altbausubstanz als erhaltenswerter Wohnraum erkannt, für deren Sanierung jedoch kaum Mittel bereit standen. Nach 1989 – Die wiedervereinte Stadt Bis 1992 wurden die im Bau befindlichen Plattenbausiedlungen im Ostteil der Stadt fertig gestellt. Im Westteil wurden in dieser Phase nur geringfügige Ergänzungen im Baubestand vorgenommen. In den Jahren 1993 bis 1997 war die Siedlungsentwicklung zum einen durch die Entstehung neuer Vorstädte im Außenbereich, wie zum Beispiel auf ehemaligen Äckern in Karow-Nord, geprägt. Zum anderen wurden in den Folgejahren im Stadtzentrum zahlreiche Großprojekte wie rund um den Potsdamer Platz errichtet. Zudem wurden im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme “Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel” in der Mitte Berlins zahlreiche Regierungsbauten errichtet sowie öffentliche Räume und Mahnmale angelegt. Zugleich wurden weitere städtebauliche Entwicklungsbereiche auf einigen ausgedehnten Konversionsflächen (vorwiegend ehemals von Gewerbe, Industrie und Militär / Polizei genutzte Flächen), z.B. in Johannisthal / Adlershof oder im Bereich der Rummelsburger Bucht, förmlich festgelgt und Konzepte entwickelt, um die Entstehung neuer urbaner Stadtteile zu befördern. Mitte der 1990er Jahre wurde klar, dass der erwartete Entwicklungsboom Berlins ausblieb. Die Abwanderung ins Umland wurde zum dominierenden demografischen Faktor. Der Wohnungsmarkt entspannte sich, erste Büro- und Gewerbebauten standen leer. Aufgrund dieser geänderten entwicklungspolitischen und ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden die ursprünglichen Planungsziele nachgesteuert und Baumassen deutlich verringert. So wurde die Entwicklungsmaßnahme Wasserstadt Berlin-Oberhavel in Spandau bereits im Jahr 2006 aufgehoben, die Baumaßnahmen eingestellt. Für die noch nicht bebauten Flächen im Entwicklungsbereich Rummelsburger Bucht wurden weniger massive Bautypologien entwickelt und realisiert. Seit 1997 verlief der Wohnungsneubau in Berlin rückläufig und hatte im Jahr 2000 infolge des Abbaus von Förderungen wieder das Niveau von 1991 erreicht. Bis ca. 2011 stagnierte der Wohnungsbau danach auf niedrigem Niveau. An die Stelle von Großbauprojekten traten in dieser Zeit individuelle Baulückenschließungen, Bestandsausbau und Nachverdichtung vornehmlich auf Flächen der Innenentwicklung. Den Schwerpunkt bildeten dabei Mehrfamilienhäuser mit größeren Eigentumswohnungen sowie Ein- bis Zweifamilienhäuser. Dementsprechend konzentrierte sich der Wohnungsneubau auf die Bezirke und Ortsteile Spandau, Weißensee, Pankow, Treptow, Köpenick, Marzahn und Hellersdorf, wo in Bestandsgebieten offener Bauweise eine Nachverdichtung stattfand (vgl. FNP-Bericht 2015 ). Zudem wurden große Teile der Innenstadt-Altbauquartiere vorwiegend im Ostteil der Stadt ebenso wie nahezu alle Plattenbau-Großsiedlungen mit Hilfe verschiedener Förderprogramme zur Stadterneuerung und zum Stadtumbau in der Bausubstanz und im Wohnumfeld saniert. In den letzten Jahren hat in Folge der stark zunehmenden Bevölkerungsentwicklung der Wohnungsneubau deutlich zugenommen. So entstehen derzeit neue Wohnquartiere unterschiedlicher Typologie und Dichte auf Konversionsflächen, auf Flächen des Außenbereichs sowie insbesondere auf zahlreichen städtischen Brachflächen. Ebenfalls stark zugenommen haben in den letzten 10 bis 15 Jahren hallenartige Bauten des (großflächigen) Einzelhandels samt dazugehöriger Erschließungs und Kfz-Stellflächen. Freiflächen entlang des Mauerstreifens und brachgefallene Bahnflächen, die sich aufgrund der Jahrzehnte währenden Teilung in mancher Hinsicht zu wertvollen Bestandteilen des Biotop- und Freiraumsystems entwickelt hatten, wurden nach der Wiedervereinigung teilweise zu städtischen Parkanlagen oder Gedenkstätten umgestaltet oder konnten als naturnahe Flächen gesichert werden und tragen als neue berlintypische Bestandteile zur vielfältigen Freiraumstruktur der Stadt bei (z.B. Nordbahnhof, Gleisdreieck, Mauerpark, Gedenkstätte Bernauer Straße, Südgelände, Biesenhorster Sand). Es entstanden im Zuge der städtebaulichen Entwicklungsprojekte auch vollständig neue öffentliche Grünflächen, die vielfach als Landschaftsparks konzipiert neben der Erholungsfunktion zunehmend auch Aufgaben und Funktionen für den Naturschutz und die Landschaftspflege erfüllen.
Biosphärenreservate sind rechtsverbindlich festgesetzte einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete, die großräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind, in wesentlichen Teilen ihres Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets, im Übrigen überwiegend eines Landschaftsschutzgebiets erfüllen, vornehmlich der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschließlich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten, dienen und beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen. Das Biosphärenreservat „Drömling Sachsen-Anhalt“ ist Teil des nach Niedersachsen übergreifenden Biosphärenreservats „Drömling“ und löst den Naturpark „Drömling“ ab. Durch seine historisch stark vom Menschen überprägte Kulturlandschaft mit einer Vielzahl an Gräben, umliegenden Feuchtwiesen, Äckern und Gehölzstrukturen zeichnet sich der Drömling heute als wichtiger Lebensraum für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten aus. Aus Sicht des Vogelschutzes fungiert es als Brutgebiet vieler gefährdeter Brutvogelarten sowie als Durchzugs- und Rastgebiet von Zugvögeln. Am 14. Juni 2023 wurde das Gebiet als UNESCO-Biosphärenreservat vom Internationalen Rat des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ anerkannt und stellt somit eine Modellregion dar, die dem Erhalt der biologischen Vielfalt dienen und parallel naturverträgliche, nachhaltige Wirtschaftsformen entwickeln soll. Der UNESCO-Titel unterstreicht die internationale Bedeutung dieser besonderen, vielfaltigen Niederungslandschaft für Mensch und Natur. Codierung : BR_0002LSA Größe: 34.070 ha Verordnung über das Biosphärenreservat Drömling Sachsen-Anhalt vom 22. Juni 2019 (PDF) veröffentlicht: GVBl LSA Nr. 14/2019 vom 28.06.2019 Anlage 1 der Verordnung Karte (PDF) Anlage 2 der Verordnung Kartenübersicht (PDF) Pressemitteilung Nr. 98/2019 (PDF) Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Karte (PDF) Website: Biosphärenreservat Drömling Das Biosphärenreservat „Mittlere Elbe“ (43.000 ha) wurde durch das Biosphärenreservat "Mittelelbe" (125.510 ha) ergänzt. Das Biosphärenreservat „Mittlere Elbe“ dessen Fläche weitgehend von der Fläche des neuen Biosphärenreservates „Mittelelbe“ überdeckt wird, ist aber weiter rechtsgültig. Mittlere Elbe: Codierung: BR_0001LSA Größe: 43.000 ha Verordnung zum Biosphärenreservat Mittlere Elbe vom 12. September 1990 (PDF) veröffentlicht: GBL der DDR vom 1. Oktober 1990, Sonderdruck Nr. 1474 Karte (PDF) Mittelelbe: Codierung: BR_0004LSA Größe: 125.510 ha Allgemeinverfügung zum Biosphärenreservat „Mittelelbe" vom 02.02.2006" (PDF) veröffentlicht: Ministerialblatt für das Land Sachsen-Anhalt 16(2006)10 vom 13.3.2006 Karte (PDF) Website: Biosphärenreservat Mittelelbe Der Südharz, mit seiner außerordentlich großen biologischen Vielfalt, wurde zum Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz erklärt. Es beherbergt eine der bedeutendsten Gipskarstlandschaften Europas und gehört mit einer Größe von ca. 30.000 ha zu den kleineren Biosphärenreservaten. Codierung: BR_0003LSA Größe: 30.034 ha Allgemeinverfügung zum Biosphärenreservat „Karstlandschaft Südharz" vom 23.02.2009 (PDF) veröffentlicht: MBl LSA Nr. 11/2009 vom 23.03.2009 Karte zur Allgemeinverfügung (PDF) Karte (PDF) Website: Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz Letzte Aktualisierung: 05.12.2025
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 133 |
| Europa | 3 |
| Kommune | 1 |
| Land | 33 |
| Weitere | 7 |
| Wissenschaft | 42 |
| Zivilgesellschaft | 5 |
| Type | Count |
|---|---|
| Bildmaterial | 2 |
| Förderprogramm | 125 |
| Hochwertiger Datensatz | 2 |
| Lehrmaterial | 1 |
| Text | 19 |
| unbekannt | 9 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 25 |
| Offen | 132 |
| Unbekannt | 1 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 140 |
| Englisch | 33 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 1 |
| Bild | 6 |
| Datei | 5 |
| Dokument | 14 |
| Keine | 101 |
| Webseite | 50 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 127 |
| Lebewesen und Lebensräume | 158 |
| Luft | 61 |
| Mensch und Umwelt | 158 |
| Wasser | 75 |
| Weitere | 153 |