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Leitbild "natürlich! Mecklenburgische Seenplatte"

Der Regionale Planungsverband Mecklenburgische Seenplatte stellt die Entwicklung der Region unter das Leitbild "natürlich! Mecklenburgische Seenplatte - gesund! Leben - zukunftsfähig! Wirtschaften - europäisch! Denken". Das Leitbild wurde als 12-seitige Broschüre formuliert.

Landschaftsplan der Stadt Leipzig

Der Landschaftsplan zeigt Ziele und Maßnahmen zur Entwicklung von Natur und Landschaft für ca. zehn bis fünfzehn Jahre (Beschluss 10/2013). Der Landschaftsplan ist die ökologische Grundlage für die Bauleitplanung und Fachplanungen. Er enthält die für das Plangebiet relevanten Schlüsselinformationen und Ziele zum Umweltschutz einschließlich des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Der flächendeckende Landschaftsplan wurde nach einem mehrjährigen Verfahren 2013 beschlossen. Er ersetzt den ersten Landschaftsplan von 1998. Für den Landschaftsplan wurde eine Strategische Umweltprüfung durchgeführt. Zu den einzelnen Schutzgütern Boden, Wasser, Klima/Luft, Arten und Biotope sowie Erholung und Landschaftsbild gibt es Zielkonzepte. Der Landschaftsplan enthält integrierte landschaftsräumliche Leitbilder und er bewertet die Umweltverträglichkeit von im FNP dargestellten baulichen Entwicklungen des Flächennutzungsplanes. Die Karte der Schutzgebiete wird laufend aktualisiert. Zu fachlichen Themen wie naturschutzrechtliche Kompensation, Biodiversität, Stadtklima, Erholung wurden vertiefende Planungsmodule aufgestellt. Die Hauptkarte des LSP, das Integrierte Entwicklungskonzept, ist im Internet einsehbar, sie ist im Leipziger Stadtplan unter Themenwechsel zu finden.

Strukturentwicklungsprogramm

STRUK TUR- ENT WICKLUNGS- PROGR AMM Mitteldeutsches Revier Sachsen-Anhalt VORWOR T Der Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung stellen Deutschland, Europa und die Welt vor größte Herausforderungen. Es ist unerlässlich, die Maßnah- men zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen deutlich zu verstärken. So haben Europa und Deutschland die Klimaziele verschärft. Demnach soll Deutschland bis 2045 treibhausgasneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Bundesregierung beschlossen, die Stein- und Braunkohleverstromung schrittweise zu reduzieren und bis 2038 zu beenden. Damit wird dem Vorschlag der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Be- schäftigung“ gefolgt. Die Beschlüsse des Kohleausstiegsgesetzes und des Struktur- stärkungsgesetzes Kohleregionen vom 8. August 2020 stellen einen gesamtgesell- schaftlichen Kompromiss dar und setzen die Empfehlungen der Kommission um. Das Strukturstärkungsgesetz weist den Weg zum Strukturwandel in den Kohle- regionen als entscheidendem Teil des umfassenden Transformationsprozesses, durch den Deutschland seine Klimaziele erfüllen will. Bund und Länder haben dabei bekräftigt, dass die damit einhergehenden Veränderungen die kohlestromerzeu- genden Regionen und Standorte nicht einseitig belasten dürfen. Chancen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung mit entsprechend qualitativ hochwertiger Beschäftigung müssen zwingend eröffnet werden. Die Schaffung guter, zukunfts- sicherer Arbeitsplätze und die Sicherung der Wertschöpfung im Mitteldeutschen Revier sind wesentliche Ziele bei der Gestaltung des Strukturwandels. Der Rohstoff Kohle war und ist strukturprägend für die Wirtschaft des Mitteldeut- schen Reviers und Sachsen-Anhalt insgesamt. Der Kohleabbau mit den Zielen der Energiegewinnung, aber auch der stofflichen Verwertung zum Beispiel als Montan- wachs oder in der Gipsgewinnung, hat über Jahrhunderte eine Industriestruktur aufgebaut, die damals wie heute tausenden Familien gute Arbeit und Zukunftsper- spektiven in ihrer Heimat bietet. Um den Nukleus der Kohlewirtschaft haben sich energieintensive Industriezweige entwickelt, die die Wirtschaftsstruktur unseres gesamten Landes prägen. Der nun erforderliche Umbau der CO2-intensiven Indust- rien stellt Region, Land und ganz Deutschland vor große Herausforderungen. Deshalb wollen wir unsere bestehenden Unternehmen stärken, energieintensive Wirtschaftszweige bei der Bewältigung der Transformation unterstützen sowie Investorinnen und Investoren, Gründerinnen und Gründer für die Region begeistern und zu Industrieansiedlungen und Unternehmensgründungen motivieren. Hinter diesen Aufgaben steht die Frage, wie das Mitteldeutsche Revier weiter gestärkt und für Wissenschaft, Unternehmen und vor allem für die Menschen – für Jung und Alt – noch attraktiver werden kann. Die Kohle war und ist Grundlage für wirtschaftliche Prosperität und den damit einhergehenden Wohlstand. Aber nicht nur das. Der Bergbau prägt die Landschaft und die Kultur der Region. Das Ende der Kohle bedeutet daher nicht nur, neue wirt- schaftliche Perspektiven für die Menschen der Region zu erschließen, sondern auch den Erhalt des kulturellen Erbes zu sichern. Die Leistungen der Bergleute und ihrer Familien sind mit Hochachtung zu würdigen. Das vorliegende Strukturentwicklungsprogramm soll den Fahrplan für eine um- fassende Entwicklung der Region aufzeigen. Der Strukturwandel wird dabei als Chance begriffen, die Attraktivität des Reviers für die Menschen und Unternehmen der Region maßgeblich zu erhöhen. Um die strukturpolitischen Effekte der Infra- strukturförderung im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes zu verstärken, soll eine bestmögliche Verschränkung von Landes-, Bundes- und europäischen Förder- programmen zur unmittelbaren Wirtschaftsförderung erreicht werden. Damit geht unser Strukturentwicklungsprogramm weit über die Fördermöglichkeiten des Strukturstärkungsgesetzes hinaus. Mit den Fragestellungen einer ganzheitlichen Revierentwicklung haben sich im Zeit- raum Februar bis Juni 2021 über 300 Akteurinnen und Akteure des Reviers auseinan- dergesetzt. In diesem umfassenden Beteiligungsprozess, der im Rahmen von ersten Bürgerdialogen auch die Sichtweisen der breiten Zivilgesellschaft aufgenommen hat, wurde zunächst eine Bestandsaufnahme erarbeitet. Zudem wurden in den vier Handlungsfeldern „Wirtschaft und Innovation“, „treibhausgasneutrale Energie- wirtschaft und Umwelt“, „Bildung und Fachkräftesicherung“ und „Attraktivität des Reviers“ Ziele formuliert und erste Handlungsbedarfe definiert. Diese themenüber- greifende Betrachtung des Revieres ist eine einmalige Chance. Selten konnten so viele Menschen mobilisiert werden, um derart systematisch und konzentriert die Fragestellungen der Zukunft einer Region zu bearbeiten. Das vorliegende Strukturentwicklungsprogramm bildet ab, wo die Region aktuell steht und wo sie im Jahr 2038 stehen möchte: — Durch einen innovationsgetragenen Strukturwandel sollen industrielle Wert- schöpfung und hochwertige, zukunftssichere Arbeitsplätze nicht nur gesichert, sondern zusätzlich geschaffen werden. — Mit einer langfristigen Fachkräfteentwicklung wird der Fachkräftebedarf in der Region gesichert. — Die Energieversorgung wird unter der Maßgabe der Bezahlbarkeit und Versor- gungssicherheit auf die Nutzung nachhaltiger Ressourcen umgestellt. Nach dem ersten Umsetzungsjahr des Strukturstärkungsgesetzes lässt sich als ein erstes sehr erfreuliches Fazit festhalten: Es haben sich bereits sehr viele Akteurin- nen und Akteure auf den Weg gemacht, das Revier nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten. Sie übernehmen die Verantwortung für die Zukunft ihrer Region und tragen zum Erfolg der nun anstehenden Transformation bei. Bereits heute sind er- folgsversprechende Vorhaben in zukunftsweisenden Themenfeldern zu erkennen: — So stellen sich eine grüne und nachhaltige Chemie und Bioökonomie als deut- liche Leitthemen heraus. In diesen Themenbereichen knüpfen wir an historisch gewachsene Stärken der Industrieregion Mitteldeutschland an und schreiben ihre Geschichte fort. — Eine starke Bioökonomie ist abhängig von der Verfügbarkeit nachwachsender Rohstoffe, Biomasse und einer modernen und innovationsstarken Agrarwirt- schaft. Auch hier sind bereits zukunftsweisende Vorhaben erkennbar. — Eine besondere Rolle erhält die grüne Wasserstoffwirtschaft im Revier. Sie ist neben weiteren Power-to-X-Technologien auf Basis erneuerbarer Energien eine bedeutsame Säule einer klimaschonenden Energiewirtschaft. — Vorhaben zur nachhaltigen Wärme-Nutzung in Kommunen und der Energie- wende in der Industrie werden aktiv bearbeitet. — Eine Digitalisierungsoffensive für das Revier soll die digitale Infrastruktur weiter stärken und die notwendige Grundlage für Innovationen in allen gesellschaft- lichen und wirtschaftlichen Bereichen sichern. Ziel ist es, das Revier als Zentrum digitaler Innovationen zu etablieren. — Die Stärkung der Mobilität im Revier wird die Standortattraktivität der Region im Herzen Deutschlands und Europas für Investorinnen und Investoren erhöhen. — Ob Weinregion Saale-Unstrut, Wandern im Südharz, Erholung an der Goitzsche, Weltkulturerbe oder eine starke Industriekultur – das Revier ist schon längst Des- tination für Tourismus und Naherholung. Entsprechend wird das Ziel verfolgt, einen nachhaltigen Tourismus im Revier zu stärken. All dies sind beispielhafte Themenfelder, die die Stärken und Kompetenzen des Reviers widerspiegeln und schon jetzt viele der im Strukturentwicklungsprogramm definierten Handlungserfordernisse bedienen. Mit dem Strukturentwicklungspro- gramm haben wir eine wichtige Planungsgrundlage geschaffen. In den nächsten Schritten gilt es nun, im Sinne der Stärkung von Innovations- und Wirtschaftskraft und der Absicherung guter Arbeit in den einzelnen Kernthemen eine Vernetzung und Synergien zwischen den Vorhaben herzustellen sowie konkrete Meilensteinplä- ne und Projektportfolios zu entwickeln. Dies soll Gegenstand der weiteren Umset- zung und schließlich der Fortschreibung des Strukturentwicklungsprogramms sein. Ich danke allen Menschen, die den Mut, die Anstrengung und gleichzeitig die Zuversicht aufbringen, gemeinsam das sachsen-anhaltische Braunkohlerevier zu gestalten. Es geht um die Zukunft unserer Region. Es liegt ein herausfordernder, anspruchsvoller Weg vor uns. Ein Weg, der wie kein anderer Chancen für die Region mit sich bringt. Diese Chancen gilt es im Schulterschluss zwischen den Kommunen der Region, Land und Bund aufzugreifen – zum Wohle des Mitteldeutschen Reviers. Glück auf! Ihr Dr. Reiner Haseloff Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt

Nachhaltigkeit 2.0 - Modernisierungsansätze zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung

In Wissenschaft, Politik und Gesellschaft ist in den letzten Jahren ein Diskurs zu neuen Wohlstands- und Entwicklungsmodellen entstanden. Ausgangspunkt für die Debatte ist die zunehmende Kritik an der starken Fokussierung auf ökonomisches Wachstum (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) als zentralem Indikator zur Messung von gesellschaftlichem Wohlstand und gutem Leben. Kritisiert wird, dass eine solche Sichtweise wichtige Aspekte außer Acht lässt, die aber maßgeblich zur Lebensqualität beitragen: soziale und kulturelle Teilhabe, Gesundheit, eine intakte Umwelt und ein solidarisches Miteinander. In vielen Ansätzen wird daher für ein weiter gefasstes Verständnis von Wohlstand argumentiert, das neben wirtschaftlichen und anderen materiellen Aspekten auch immaterielle Faktoren mit einbezieht. Folgende Fragestellungen stehen im Zentrum der Debatte: Was macht Wohlstand bzw. gutes Leben aus und wie lässt sich dies messen? Inwieweit hängen Wachstum und Wohlstand zusammen? Welche Art von Wohlstand können wir langfristig realisieren und global verallgemeinern, ohne die ökologischen und planetaren Grenzen zu überschreiten? In der vorliegenden Untersuchung wird die Relevanz des Diskurskomplexes um neue Wohlstands und Entwicklungsmodelle für das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung der Bundesregierung analysiert. Es wird herausgearbeitet, welche Chancen, aber auch Risiken, eine stärkere Anknüpfung an diesen Diskurs für die Modernisierung und Stärkung des Leitbildes nachhaltige Entwicklung birgt. Quelle: Forschungsbericht

Nachhaltigkeit 2.0 - Modernisierungsansätze zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung

Der Zweck des vorliegenden Papiers ist es, die Relevanz des Diskurskomplexes um Vulnerabilität und Resilienz für das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung (LNE) der Bundesregierung zu analysieren. Das LNE ist maßgeblich geprägt durch den Rio-Prozess der 1990er Jahre und wurde 2002 zusammen mit der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie in Form gegossen. Während die vier Leitlinien Generationengerechtigkeit, Lebensqualität, sozialer Zusammenhalt und internationale Verantwortung auch heute noch Gültigkeit besitzen, hat sich der Diskurs zur Nachhaltigkeit vor dem Hintergrund aktueller wirtschaftlicher, sozialer und technologischer Herausforderungen sowie weiterhin persistenter Umweltprobleme weiterentwickelt und ausdifferenziert. Im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit, der Klimaanpassung und der Katastrophenvorsorge schon weit verbreitet, werden die Diskurse um Vulnerabilität und Resilienz auf internationaler Ebene inzwischen vielfach als zentrale Bausteine künftiger Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik gehandelt (siehe z. B. 7. Umweltaktionsprogramm der Europäischen Union, Europäische Kommission 2014; Entwurfsversion der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, Open Working Group of the General Assembly on Sustainable Development Goals 2014). Gleichzeitig besteht noch viel Unklarheit und Diskussionsbedarf im Hinblick auf das Verständnis und die Rolle von Vulnerabilität und Resilienz im Kontext von Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik. Um etwas mehr Klarheit in die Debatte zu brin-gen, soll die folgende Analyse Chancen und Risiken des Diskurses für eine Weiterentwicklung des Leitbildes nachhaltige Entwicklung im bundesdeutschen Kontext beleuchten und somit eine erste Orientierungshilfe für den politischen Entscheidungsprozess bieten. Quelle: Forschungsbericht

Nachhaltigkeit 2.0 - Modernisierungsansätze zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung

Der Zweck des vorliegenden Papiers ist es, die Relevanz des Komplexes "Zeit und Zeitpolitik" für das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung (LNE) der Bundesregierung zu analysieren. Das LNE ist maßgeblich geprägt durch den Rioprozess der 1990er-Jahre und wurde 2002 mit der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie in Form gegossen. Während die vier Leitlinien "Generationengerechtigkeit", "Lebensqualität", "Sozialer Zusammenhalt" und "Internationale Verantwortung" noch heute gelten, hat sich der Diskurs zur Nachhaltigkeit - vor dem Hintergrund aktueller wirtschaftlicher, sozialer und technologischer Herausforderungen sowie weiterhin persistenter Umweltprobleme - weiterentwickelt und ausdifferenziert. Nachhaltigkeit beinhaltet auch im Kontext des LNE eine explizite, temporale Dimension. Im Sinne eines Generationenvertrages soll die langfristige Entwicklung so gestaltet werden, dass die Bedürfnisse heutiger Generationen mit den Lebenschancen künftiger Generationen in Einklang gebracht werden (Bundesregierung 2002a, S. 1). Zwar wird der Faktor Zeit als Gestaltungsfeld und Prozessvariable im Sinne von Zeitpolitik inzwischen vermehrt im Kontext von Nachhaltigkeit diskutiert (vgl. Reisch und Bietz 2014). Jedoch spiegelt er sich im LNE sowie in der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung (2008b; 2012a) bislang nur am Rande wider. Die Diskussionen über die Rolle von Zeit als Variable gesellschaftlicher Entwicklungs- und Gestaltungsprozesse sind vielfältig. Zugleich verteilen sie sich über verschiedene Politik- und Gesellschaftsbereiche. Ein gesamtgesellschaftlich geteiltes Verständnis der Rolle und des möglichen Reformbedarfs von Zeitinstitutionen im Kontext von Nachhaltigkeit besteht bisher kaum. Um etwas mehr Klarheit in die Debatte zu bringen, soll die folgende Analyse Chancen und Risiken des Diskurses um Zeit und Zeitpolitik beleuchten, um das Leitbild nachhaltige Entwicklung im bundesdeutschen Kontext fortzuentwickeln. Quelle: Forschungsbericht

Nachhaltigkeit 2.0 - Modernisierungsansätze zum Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung

Mit dem politischen Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung (LNE) der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes wurde vor knapp eineinhalb Jahrzehnten eine Grundlage für die strategische Ausrichtung deutscher Nachhaltigkeitspolitik geschaffen (Bundesregierung 2002). Seit der ursprünglichen Formulierung von 2002 fand jedoch keine umfassende Revision oder Modernisierung des Leitbildes statt. Vor dem Hintergrund der vielfältigen Entwicklungen auf Strategie- und Umsetzungsebene in den letzten Jahren, aber auch der unzureichenden Zielerreichung in vielen Bereichen scheint eine (möglicherweise umfassende) Aktualisierung des Leitbildes zur künftigen Ausrichtung von Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik daher von zentraler Bedeutung, um die Wirkmächtigkeit des Leitbildes zu stärken. Das Vorhaben ćNachhaltigkeit 2.0 Ń Modernisierungsansätze zum Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung̮ liefert hierzu Impulse. Es soll einen Beitrag dazu leisten, das LNE zu aktualisieren, konzeptionell zu ergänzen, strategisch zu optimieren und es an aktuelle politische und ge-sellschaftliche Prozesse heranführen. Vor dem Hintergrund der Fortschreibung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie haben adelphi und das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung als Endergebnis konkrete Politikempfehlungen zur konzeptionellen Weiterentwicklung und Implementierung des aktualisierten LNE entwickelt. Quelle: Forschungsbericht

Nachhaltigkeit 2.0 - Modernisierungsansätze zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung

Mit dem politischen Leitbild der nachhaltigen Entwicklung (LNE), verankert in der Nachhaltigkeits-strategie des Bundes (NHS), wurde vor knapp eineinhalb Jahrzehnten die Grundlage für die strategische Ausrichtung deutscher Nachhaltigkeitspolitik geschaffen (Bundesregierung 2002). Unter anderem wurden vier Leitmotive, bestehend aus Generationengerechtigkeit, Lebensqualität, sozialer Zu-sammenhalt und internationale Verantwortung, eingeführt. Im Rahmen regelmäßiger Fortschrittsberichte (Bundesregierung 2008, 2012a) fanden zudem wichtige Ergänzungen wie die Anerkennung absoluter Belastbarkeitsgrenzen des Ökosystems Eingang in die Strategie. Trotz der Bedeutung dieser Ergänzungen für das LNE fand seit der ursprünglichen Formulierung von 2002 keine umfassende Revision oder Modernisierung des Leitbildes statt. Vor dem Hintergrund der vielfältigen Entwicklungen auf Strategie- und Umsetzungsebene in der Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik in den letzten Jahren ist eine (möglicherweise umfassende) Aktualisierung des Leitbildes für die künftige Ausrichtung von Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik von zentraler Bedeutung, um seine Wirkmächtigkeit zu stärken. Auf Basis einer Betrachtung der bisherigen Entwicklung und Anwendung des LNE in ausgewählten Bundesministerien, sowie ihrer Stärken und Schwächen im Kontext aktueller Herausforderungen und gesellschaftlicher Diskurse macht dieser Bericht Empfehlungen und Vorschläge für eine Weiterentwicklung auf konzeptioneller und inhaltlicher Ebene, die unter anderem auf eine klarer Ausrichtung des Leitbildes entlang strategischer Dimension und gesellschaftlicher Herausforderungen, einen offeneren Umgang mit Zielkonflikten und eine stärkere Verbindung mit gesellschaftlich resonanzfähigen Diskursen abzielen. !Quelle: Forschungsbericht

Nachhaltigkeit und Ethik

Die Orientierung der gesellschaftlichen Entwicklung am Leitbild der Nachhaltigkeit ist heute unumstritten. Das Nachhaltigkeitsleitbild wirft Gerechtigkeitsfragen und damit verbunden ethische Fragen der Begruendung auf. Die Forderung nach Nachhaltigkeit ist eine ethische Entscheidung und laesst sich weder rein oekonomisch noch rein oekologisch begruenden. Daher ist die Frage nach der Begruendung dieser ethischen Forderung zu klaeren. Um dies zu leisten, werden verschiedene - sowohl anthropozentrische wie auch oekozentrische - ethische Ansaetze dahingehend analysiert, ob sie eine Begruendung fuer nachhaltige Entwicklung liefern koennen. Zuvor ist allerdings zu klaeren, warum die neoklassische Theorie nicht in der Lage ist, die oekologischen Krisenerscheinungen der neuzeitlichen wirtschafts- und gesellschaftlichen Entwicklung zu loesen. Vorgehensweise: interdisziplinaerer Ansatz (Integration von Erkenntnissen aus der Philosophie, Oekologie und Oekonomie).

Morphodynamik der Elbe

Dem Verbundforschungsprojekt 'Morphodynamik der Elbe' wird sowohl im Rahmen des Forschungsprogrammes 'Elbe-Oekologie' als auch darueber hinaus eine wichtige Bedeutung beigemessen. Insbesondere die Problematik der anhaltenden Tiefenerosion der Flusssohle in Teilabschnitten der Elbe sowie deren langfristige Auswirkungen sind sowohl fuer die Oekologie als auch fuer die wirtschaftliche Nutzung des Flussgebietes von besonderem Interesse. Wesentliches Ziel dieses Vorhabens ist es, den Ist-Zustand des Stromes und seiner Ueberflutungsbereiche, der sich aufgrund der unterschiedlichen Gegebenheiten (wie Topographie, Untergrundverhaeltnisse, Niederschlags- und Abflussdynamik, Deich- und Strombaumassnahmen etc.) eingestellt hat, im Hinblick auf die morphologische Entwicklung zu untersuchen. Hierzu sollen vor allem grossraeumig die grundlegenden hydrologischen, landschaftsoekologischen und morphologischen Zusammenhaenge und Wechselwirkungen erfasst und analysiert werden. Als Beitrag zur Entwicklung eines oekologischen Leitbildes sollen die abiotischen Kenngroessen mit einer raeumlichen und zeitlichen Aufloesung definiert und quantifiziert werden, die den Anforderungen biologisch/oekologisch orientierter Fragestellungen gerecht wird. Im Ergebnis ist mit einem breit angelegten Instrumentarium, insbesondere verschiedenen Berechnungsmodellen, Gelaendemodell, GIS, Datenbank etc. sowie einer umfassenden Datensammlung, zu rechnen, mit denen sich entlang der deutschen Elbe-Fliessstrecke (von der deutsch-tschechischen Grenze bis zum Wehr Geesthacht vor Hamburg) der heutige sowie moegliche zukuenftige Zustaende hinsichtlich Hydraulik, Hydrologie, Morphologie etc. nachbilden, darstellen und bewerten lassen. Die Arbeiten stellen wichtige abiotische Grundlagen fuer weitere interdisziplinaere Projekte dar, die auf verschiedenen Massstabsebenen entsprechend ihrer jeweiligen Zielstellung im Gesamtverbund der 'Elbe-Oekologie'-Forschung arbeiten lassen (Bsp. Topographiedaten, Wasserspiegellagen, hydrologische Kenngroessen, Feststofftransportbilanz, zeitabhaengige Ueberflutungsgrenzen in den rezenten Auenbereichen u.v.m.).

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