Runder Tisch Elektromagnetische Felder ( RTEMF ) Der Runde Tisch Elektromagnetische Felder ( RTEMF ) ist ein unabhängiges Beratungs- und Diskussionsgremium des BfS zum Thema "Elektromagnetische Felder ( EMF )" unter dem Vorsitz des BfS . Der RTEMF soll das BfS bei der Kommunikation über elektromagnetische Felder beratend unterstützen und dabei die Transparenz wissenschaftlicher Erkenntnisse fördern. Mitglieder des RTEMF sind Vertreter*innen der Wissenschaft, von Behörden, von Interessenverbänden sowie der Wirtschaft. Der Runde Tisch Elektromagnetische Felder ( RTEMF ) ist ein unabhängiges Beratungs- und Diskussionsgremium des BfS zum Thema "Elektromagnetische Felder ( EMF )" unter dem Vorsitz des BfS . Vorsitzende ist derzeit die Leiterin der BfS -Abteilung WR, Frau PD Dr. Michaela Kreuzer. Die Geschäftsstelle ist ebenfalls im BfS angesiedelt. Teilnehmende der 34. Sitzung des RTEMF im Juli 2025 Ziele und Aufgaben Der Runde Tisch Elektromagnetische Felder ( RTEMF ) gibt Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen die Möglichkeit, sich mit dem BfS über einschlägige Fragestellungen zum Thema elektromagnetische Felder auszutauschen. Der RTEMF soll das BfS bei der Kommunikation über elektromagnetische Felder beratend unterstützen und dabei die Transparenz wissenschaftlicher Erkenntnisse fördern. Grundlegende Bestimmungen sowie die Aufgaben des RTEMF sind in der Geschäftsordnung festgelegt. Sitzungen Der Runde Tisch Elektromagnetische Felder ( RTEMF ) tagt in der Regel zwei- bis dreimal jährlich. In den Sitzungen diskutieren die Mitglieder über aktuelle Themen wie etwa die Kommunikation über neue Technologien oder die Bedeutung neuer Studien. Protokolle der Sitzungen werden mit den Teilnehmer*innen abgestimmt und anschließend hier veröffentlicht. Soweit vorhanden werden auch Folien der beim RTEMF gehaltenen Präsentationen veröffentlicht. Protokolle 1 - 6 von 19 Ergebnissen 1 2 3 4 Downloads Titel Kurztext Datum Protokoll der 34. Sitzung des RTEMF (PDF, 296 KB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) Die 34. Sitzung des Runden Tisches EMF fand am 10. Juli 2025 in Frankfurt am Main statt. 10.07.2025 Protokoll der 33. Sitzung des RTEMF (PDF, 286 KB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) Die 33. Sitzung des Runden Tisches EMF fand am 25. März 2025 per Videokonferenz statt. 25.03.2025 Protokoll der 32. Sitzung des RTEMF (PDF, 287 KB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) Die 32. Sitzung des Runden Tisches EMF fand am 14. November 2024 per Videokonferenz statt. 14.11.2024 Protokoll der 31. Sitzung des RTEMF (PDF, 795 KB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) Die 31. Sitzung des Rundes Tisches EMF fand am 3. Juli 2024 in Erfurt statt. Anlage 1: Eingabe einer Initiative zur Methodik der Systematischen Reviews zu EHS (PDF, 656 KB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) Anlage 2: Einschätzung des KEMF zu Anlage 1 (PDF, 715 KB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) Anlage 3a: Anonymisierter Messbericht aus dem Exposimeterverleih des KEMF (HF) (PDF, 2 MB, Datei ist nicht barrierefrei) Anlage 3b: Anonymisierter Messbericht aus dem Exposimeterverleih des KEMF (NF) (PDF, 2 MB, Datei ist nicht barrierefrei) 03.07.2024 Protokoll der 30. Sitzung des RTEMF (PDF, 345 KB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) Die 30. Sitzung des Runden Tisches EMF fand am 22. Februar 2024 per Videokonferenz statt. 22.02.2024 Protokoll der 29. Sitzung des RTEMF (PDF, 358 KB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm) Die 29. Sitzung des Runden Tisches EMF fand am 3. November 2023 per Videokonferenz statt. 03.11.2023 1 - 6 von 19 Ergebnissen 1 2 3 4 Stand: 12.02.2025
Energieministerin Katrin Eder drängt auf bessere Integration von Stromspeichern und erneuerbaren Energien in das Netzsystem Die Energiewende schreitet mit großen Schritten voran: Immer mehr Strom stammt aus Wind und Sonne – ein wichtiger Erfolg für den Klimaschutz, die Bezahlbarkeit des Stroms und die Versorgungssicherheit Deutschlands in der Zukunft. Auf der Konferenz der Energieministerinnen und -minister in Rostock kommt es jetzt darauf an, die nächste Phase gut zu gestalten: Dabei steht insbesondere die netz- und systemdienliche Integration und das Zusammenspiel von Energiespeichern und erneuerbaren Energien im Fokus. Da Sonnen- und Windenergie witterungsabhängig Strom erzeugen, sind Speichertechnologien entscheidend, um den günstigen Strom den Verbraucherinnen und Verbrauchern dann zur Verfügung stellen zu können, wenn diese ihn benötigen. Angesichts des Wettbewerbs um Netzanschlusskapazitäten muss die bisherige Netzausbaulogik angepasst und weiterentwickelt werden. „Unsere Energieversorgung wird sauberer und nachhaltiger – das ist eine echte Erfolgsgeschichte“, sagte die rheinland-pfälzische Energieministerin Katrin Eder. „Damit Strom aus Wind und Sonne jederzeit zuverlässig zur Verfügung steht, brauchen wir Speicher und mehr Flexibilität, aber auch weiterhin Stabilität im System. Darauf müssen wir das Energiesystem ausrichten.“ Aktuell fehlt es an Anreizen, damit etwa die Flexibilitäts- und Stabilitätspotenziale von Speichern im System vollständig ausgeschöpft werden. Derzeit werden Großspeicher in der Regel im Anschlussnetz noch nicht netzdienlich betrieben. Rheinland-Pfalz sieht hier Handlungsbedarf auf Bundesebene. Deshalb wird sich Rheinland-Pfalz dafür stark machen, dass bessere Rahmenbedingungen für die netz- und systemdienliche Einbindung von Speichertechnologien geschaffen werden, um bei weiterhin beschleunigtem Ausbau der Erneuerbaren mehr Flexibilität und Stabilität für das System zu erreichen. Zum Beispiel könnten mit Photovoltaik-Freiflächen- oder Windkraftanlagen gekoppelte Großspeicher die Erzeugungsspitzen – zum Beispiel währende der Mittagszeit – einspeichern und die Belastung für die Netze und Strompreise damit dämpfen. „Wir wollen, dass die Energiewende weiterhin boomt – dafür müssen wir die vorhandenen Potenziale sinnvoll nutzen“, so Katrin Eder. „Es müssen rasch Vorschläge auf den Tisch, wie die genannten Punkte kosteneffizient und praxisnah umgesetzt werden können.“ Die Energieministerkonferenz findet bis zum 23. Mai in Rostock statt.
Czogalla: Für unser kleines Land Sachsen-Anhalt war es eine echte Herausforderung, eine so große Konferenz der 16 Bundesländer und des Bundes auf die Beine zu stellen. Zunächst wurde eine Geschäftsstelle eingerichtet – mit mir als Leiter plus zwei Mitarbeitern war diese nicht besonders groß. Für die beiden Energieministerkonferenzen im Frühjahr und im Herbst brauchten wir dann zusätzlich jeweils ein großes Team von 20 bis 25 Beschäftigten aus dem Ministerium, die alles organisieren. Diese Truppe zusammenzubekommen war nicht ganz einfach. Schließlich hat ja jeder seine Aufgaben im Haus, sodass die Leute sich erstmal mehrere Tage freischaufeln mussten. Dazu kam natürlich die Organisation. Zum Start hatten wir noch keine Geschäftsordnung, keine Website, kein Intranet, keine Technik und so weiter. Das alles musste erstmal konzipiert, beauftragt oder selbst erstellt werden. Und ehrlich gesagt, hatten wir in der Geschäftsstelle trotz der Erfahrungen mit anderen Konferenzen keine tiefergehenden Kenntnisse zum Prozedere rund um die bevorstehenden Beschlussvorschläge, Änderungsanträge, Protokolle und so weiter. So etwas gehört ja sonst nicht zu unserem Tagesgeschäft. Schulungen waren also wichtig. Nachdem wir uns das Wissen von anderen Fachministerkonferenzen herangeholt hatten, ging es zügig in die Planung der ersten Konferenz, die im März in Merseburg stattfand. Czogalla: Die Vorbereitung der Dokumente war wichtig. Zunächst mussten die Länder fristgemäß ihre Beschlussvorschläge einreichen. Die haben wir dann an alle Länder verschickt, die gegebenenfalls ihrerseits Änderungsanträge einreichen konnten. Diese haben wir dann hier vor Ort gesammelt und koordiniert. Das heißt: Gab es zu einem Beschlussvorschlag aus mehreren Bundesländern Änderungsanträge, dann haben wir uns mit den einzelnen Fachabteilungen zusammengesetzt und geschaut, ob sich die Anträge zusammenführen lassen oder nicht. Im Änderungsmodus wurden dann Dokumente erstellt, mit denen die Amtschefs sowie in der Folge die Ministerinnen und Minister vernünftig arbeiten konnten. Sehr viel Detailarbeit also. Im Konferenzraum selbst hatten wir vier Protokollanten, jeweils zwei in einem Team. Sie haben sich abgewechselt und alles live vor Ort in die Dokumente eingetragen, was erst die Amtschefs sowie später die Ministerinnen und Minister diskutiert haben. Die Technik haben wir extern beauftragt, das hat uns viel Arbeit abgenommen. Beispielsweise musste ein Tagungsbüro mit zehn Arbeitsplätzen eingerichtet werden und alle Ministerinnen und Minister mussten die Möglichkeit haben, die Beschlüsse live mitzuverfolgen. Sowas kennt man meist nur aus dem Fernsehen. Da stehen dann in der Mitte des Tagungsraums 15 Großbildschirme, an denen alle Ministerinnen und Minister live sehen, wie die Beschlüsse nach ihren Vorgaben geändert werden. Czogalla: Mit dem ersten Konferenzstandort Merseburg haben wir uns ins Industrie- und Chemiedreieck begeben, um Sachsen-Anhalt von seiner industriellen und innovativen Seite zu zeigen. Dort haben wir mit den Ministerinnen und Ministern den traditionsreichen Chemiepark Leuna besichtigt und mit dessen Leitung zum Beispiel über den Umstieg auf grünen Wasserstoff gesprochen. Das war aus meiner Sicht ein sehr interessantes und zugleich ergiebiges Rahmenprogramm. In Wernigerode haben wir neben einem Stadtrundgang mit den Ministerinnen und Ministern geschaut, wie das eher ländliche und touristische Sachsen-Anhalt mit der Transformation hin zu erneuerbaren Energien umgeht. Da bietet sich das wunderschöne Harz-Städtchen besonders an; schließlich hat Wernigerode schon mehrere nationale und europäische Preise wie etwa den Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewonnen. Czogalla: So ein Kaminabend ist sehr wichtig. Hier können sich die Ministerinnen und Minister einmal unter sich austauschen können, ohne Abteilungsleiter, ohne Staatssekretäre, ohne Mitarbeitende, ohne superoffizielles Setting, ohne Presse. Sie können ganz offen reden, da dringt nichts nach außen. Da sitzen dann die 17 Ministerinnen und Minister um einen Tisch und stecken die Köpfe zusammen. Es gibt zwar eine Tagesordnung, sie können aber auch spontan Themen besprechen, die laut Geschäftsordnung sogar in die Energieministerkonferenz eingehen dürfen. Das ist in Merseburg und Wernigerode zwar nicht passiert. Dafür konnten sich die Ressortchefinnen und -chefs aber schon am Abend über bestimmte Punkte einigen – und allen Beteiligten so möglicherweise lange Diskussion am nächsten Tag ersparen. Czogalla: Das war eine Idee des Ministers. Wir haben verschiedene Institutionen aus dem Energiesektor in Sachsen-Anhalt gebeten, sich in der Kaffeepause den Ministerinnen und Ministern vorzustellen, darunter beispielsweise die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA), die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt (SUNK) und das Landesamt für Umweltschutz (LAU). Darüber sind gute Gespräche entstanden, das kam auf beiden Seiten sehr gut an. Czogalla: Hängen geblieben ist bei mir die tolle Zusammenarbeit mit den Bundesländern. Man muss unentwegt Kontakt und alle Fäden gut zusammenhalten, und es hat mich überrascht, wie nett und zuvorkommend das alles funktioniert hat. Oft genug rannte ich da offene Türen ein, was sicherlich auch daran lag, dass die Bedeutung des Themas Energie allen bewusst war. Auch die Bereitschaft im eigenen Ministerium hat mich sehr gefreut. Ich hatte für beide Konferenzen viele hochmotivierte Menschen. Das war schon ein tolles Team. Czogalla: Wichtig ist es, einen guten Draht zu allen Bundesländern zu haben und zu halten. Zudem braucht man ein engagiertes Team. Alle müssen gut geschult werden, egal, welche Aufgabe sie übernehmen. Und natürlich hilft bei allem eine große Portion Respekt, Geduld und Humor.
Im Rahmen des Projekts STABLE soll die Sanierung eines Mehrfamilienhauses (MFH) wissenschaftlich begleitet werden, wobei eine sozialgerechte Klimaneutralität oberste Prämisse ist. Das Projektkonsortium bringt die notwendigen Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis an einen Tisch und schafft somit einen Verfahrensrahmen für die gesellschaftlich akzeptierte Energiewende im Gebäudebereich. Die Untersuchung aller relevanten Akteur:innen stellt sicher, dass die Transformation im Sinne der Gesellschaft stattfindet, was den langfristigen Erfolg des Konzepts sichert. Das Projekt umfasst sowohl die Konzeptionierung eines klimaneutralen Energiesystems für ein existierendes MFH als auch dessen Umsetzung und nachträgliche Begleitung. Damit ermöglicht das Projekt die ganzheitliche Untersuchung des Energiesystems auf der einen Seite und der relevanten Akteur:innen auf der anderen Seite. Für relevante Akteur:innen werden partizipative Methodiken angewandt, um die Energiewende für alle erlebbar zu machen, Bewohner:innen einzubinden und Interessenskonflikte sichtbar zu machen. Die Begleitung der Umsetzung garantiert, dass die zur sozialverträglichen Transformation des Gebäudebestandes existierenden Hürden erkannt sowie Lösungsstrategien entwickelt werden. Zudem wird durch den Dialog mit allen relevanten Akteur:innen angestrebt, dass ein Drehbuch die Erfahrungen aus den Beteiligungsprozessen und innovativen Partizipationsformaten für Sanierungsprojekte anderer Gebäudetypen übertragbar macht.
Wünsch: Bei anderen Fachministerkonferenzen gibt es schon lange festgefügte Strukturen, Abläufe und Verfahren. Da dies aber die erste Energieministerkonferenz überhaupt war, hatten wir 2023 in Sachsen-Anhalt die Möglichkeit zu gestalten. Und das hat sehr viel Spaß gemacht. Mit welchen Schwerpunkten gehen wir in unser Konferenzjahr? Wo und wie oft wollen wir uns treffen? Wie organisieren wir die Konferenz? Wie wollen wir die Kolleginnen und Kollegen einbinden? Und auch: Wie hebt sich das von den Energieministertreffen ab, die es in den Jahren davor gegeben hat? Mit unserer Umsetzung dieser ersten Energieministerkonferenz konnten wir auch eine eigene Struktur für die folgenden Jahre entwerfen und umsetzen. 2024 übernimmt Schleswig-Holstein den Vorsitz. Vorausschauend hat ein Team aus dem Norden unsere Kolleginnen und Kollegen über das Jahr bei den Veranstaltungen begleitet, um sich anzuschauen, wie wir das organisieren und was alles zu beachten ist. Wünsch: Die Energieministerkonferenz ist insgesamt sehr aufwändig, weil wir im Ablauf mit 16 Ländern gemeinsam um Formulierungen ringen, die dann in politisches Handeln umgesetzt werden sollen. Im Regelfall folgt dann mindestens eine Adressierung an den Bund. Das Verfahren dafür ist, dass man sich politisch einigt, einen entsprechenden Beschlussvorschlag formuliert und mit einer Forderung an den Bund herantritt, wie wir zum Beispiel in diesem Jahr nach einem Industriestrompreis. Wenn alle 16 Länder so etwas gemeinsam vertreten, hat das ja ein enormes Gewicht. Die Amtschefkonferenz bereitet die jeweilige Energieministerkonferenz vor. Unsere Aufgabe ist es, die Beschlüsse und Themen zunächst in Ländervorbesprechungen und danach in großen Länderrunden miteinander zu diskutieren, die Tagesordnung zu straffen und bestimmte Tagesordnungspunkte schon endgültig zu besprechen. Den Ministerinnen und Ministern wird dann eine Liste mit zwei Blöcken vorgelegt. Zum einen mit Punkten, die von uns unter den Ländern bereits einvernehmlich besprochen wurden, die so genannte grüne Liste. Zum anderen mit Beschlussvorschlägen, bei denen es noch unterschiedliche Positionen gibt, die es in der Diskussion unter den Ministerinnen und Ministern aufzulösen gilt. Wünsch: Wir haben uns in Sachsen-Anhalt entschieden, als Staatssekretäre nicht schon Wochen vorher zu beraten, wie beispielsweise in der Wirtschaftsministerkonferenz üblich, sondern unmittelbar einen Tag davor. Dieses Modell haben wir bewusst gewählt, weil sonst tagespolitisch zwischenzeitlich immer noch etwas passieren könnte, das die Überarbeitung unserer Beschlussvorschläge aus wichtigen Gründen erforderlich macht. Das hat sich aus meiner Sicht auch bewährt. Wünsch: Gerade im Themenbereich Energie müssen wir häufig mit hochkomplexen Sachverhalten umgehen. Wir haben Vorgaben der Europäischen Union, Bundesregeln und manchmal auch Länderregularien zu beachten, die untereinander abgeglichen werden müssen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Reform der Netzentgelte. Im Strompreis für Privatverbraucher und Unternehmen steckt für jede Kilowattstunde auch ein Anteil für unsere Stromnetze, je nachdem, wie sich die Kosten über die Jahre entwickeln. Dabei müssen wir nicht nur rechtliche Vorgaben beachten, sondern brauchen auch Kalkulationen. Denn regional haben wir eine unterschiedliche Struktur der Netzentgelte. Es gibt Bundesländer, die viel erneuerbare Energie haben und somit höhere Netzentgelte zahlen, weil die Aufwendungen für die Anbindung von Windrädern und Photovoltaik-Anlagen größer sind. Auch die Übertragungsnetze sind aufwändiger. Hier bundesweit einen Ausgleich zu schaffen, ist eine hochkomplexe Aufgabe. Daher ist es wichtig, dass wirklich alle Akteure mitmachen. Bei den Beschlussvorschlägen sitzt in der ACK daher auch der Bund mit am Tisch, meistens über die Abteilungsleitung. Alle 16 Bundesländer sowie die Bundesnetzagentur diskutieren mit und jedes Land hat noch je eigene Vorstellungen, die sie einbringen wollen. Das macht das Verfahren komplex, am Ende zu einer gemeinsamen Erklärung oder Forderung der Länder zu kommen. Wünsch: Als Vorsitzland muss man einerseits den inhaltlichen Rahmen vordenken und andererseits den gesamten formalen organisatorischen Rahmen abbilden, von der Geschäftsordnung über das Einladungsprozedere, die Definition der Veranstaltungen und die Festlegung von Orten bis hin zu den Sonderkonferenzen. Das ist herausfordernd. Ich musste also unter anderem eine Geschäftsstelle mit Kollegen und Kollegen einrichten sowie Haushaltsmittel für das Vorsitzjahr organisieren. Und in meiner Funktion sind wesentliche Abstimmungen notwendig. Ich habe also sehr viel telefoniert, beispielsweise mit dem Koordinator der grün-geführten Energieministerien und mit dem Bund. Ich musste die politische Linie mit meinem Minister abstimmen und dafür Sorge tragen, dass die Beschlüsse pünktlich vorliegen. Da ich in meiner beruflichen Vita schon zweimal das Vergnügen hatte, für Sachsen-Anhalt als Vorsitzland tätig zu sein, einmal für eine Justizministerkonferenz und einmal für eine Konferenz der Gleichstellungsministerinnen und -minister, konnte ich auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Aber es ist ein erheblicher organisatorischer und inhaltlicher Aufwand, der einen über das ganze Jahr begleitet. Umsetzbar sind derart große Veranstaltungen natürlich nicht im Alleingang; das geht nur mit einem guten Team, das auch im Jahr der Energieministerkonferenz ganz herausragend gearbeitet hat. Wünsch: Die neu eingerichtete Ministerkonferenz hat nicht nur für Jubel gesorgt. Insbesondere innerhalb der Wirtschaftsministerkonferenz gab es einige Irritationen, dass das Thema Energie von der Wirtschaft abgekoppelt worden ist und wir eine eigene Ministerkonferenz eingerichtet haben. Ich möchte aber unterstreichen, dass dieser Schritt wichtig war. Nicht nur wegen der Energiekrise, die wir zu bewältigen hatten. Der Strukturwandel, der komplette Umbau der Energieversorgung hin zu einer CO2-neutralen Wirtschaft und Energieversorgung − dafür ist eine eigene Länderkonferenz notwendig. Ich glaube, diese erste Energieministerkonferenz 2023 in Sachsen-Anhalt hat deutlich gezeigt, dass sie trotz der Querschnittsthemen zu Wirtschaft oder Umwelt als eigenständige Konferenz wichtig ist.
Die Grundlage für Leben auf der Erde sind intakte Ökosysteme. Daher stellt die Umsetzung von SDG 15 'Leben an Land' eines der zentralen Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung auf EU-Ebene dar. Aktuelle Bestandsaufnahmen (z.B. Eurostat 2020) zeigen , dass die EU in den letzten 5 Jahren nur moderate Fortschritte bei der Umsetzung von SDG 15 erzielt hat und so ist der Zustand der Ökosysteme sowie der Biodiversität in der EU besorgniserregend. Die EU-Mitgliedsstaaten sind derzeit noch weit davon entfernt, ihre hier gesteckten Ziele zu erreichen. Eines der Ziele des 'European Green Deal' der Europäischen Kommission ist der Erhalt und die Wiederherstellung von Ökosystemen und Biodiversität. Vor diesem Hintergrund wurden eine Reihe von Strategien angekündigt oder bereits veröffentlicht, welche einen Beitrag zur Erreichung von SDG 15 leisten sollen, wie z.B. die 'EU-Biodiversitätsstrategie für 2030', die 'Vom Hof auf den Tisch'-Strategie, oder die neue 'EU-Forststrategie' oder die Aktualisierung der EU-Bodenschutzstrategie. Andere Maßnahmen, wie die Gemeinsame Agrarpolitik der EU, stehen diesem Ziel eher entgegen). Inwieweit die EU die Umsetzung von SDG 15 auch in den Mittelpunkt ihrer Green Recovery Programme stellt (sowohl in Bezug auf Maßnahmen innerhalb der EU als auch innerhalb ihrer weltweiten Wertschöpfungsketten), ist derzeit noch offen. Mit diesem Vorhaben sollen die unterschiedlichen und sich teilweise widersprechenden Ziele, Strategien, und Maßnahmen, Instrumente und Indikatoren auf EU-Ebene untersucht werden und Ansatzpunkte für eine kohärente und wirksame Umsetzung der Maßnahmen zur Erreichung von SDG 15 bis 2030 identifiziert werden. Neben der Analyse der Strategien und Maßnahmen sollen mit Hilfe eines Stakeholder-Mappings zunächst relevante Akteursgruppen in der EU identifiziert werden. Durch Leitfadeninterviews und Workshops soll untersucht werden, welche Akteure welche Maßnahmen zur Umsetzung von SDG 15 auf vers. Ebenen erfolgreich durchführen.
BASE-Info-Tour: Evangelischer Kirchentag in Hannover Anfang 01.05.2025 Ende 03.05.2025 Veranstaltungsort Hannover Im Rahmen der diesjährigen Info-Tour macht das BASE Station beim 39. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover. Vom 01.05. bis 03.05. informiert das BASE in der Messe Hannover mit einer Ausstellung über die Endlagersuche und darüber, wie sich Bürger:innen an dem Suchverfahren beteiligen können. Die Mitarbeiter:innen des Bundesamtes stehen zudem für individuelle Fragen und Gespräche zur Verfügung. Sie finden uns auf dem Markt der Möglichkeiten in Halle 5 auf der Messe Hannover. Workshop: Atommüll in meiner Nachbarschaft? Von der Zwischenlagerung zur Endlagerung der Abfälle Im Workshop kommen die Teilnemer:innen des Kirchentags über die Zwischenlagerung von hochradioaktiven Abfällen ins Gespräch. Durch die verlängerten Zeitbedarfe bei der Endlagersuche werden die hochradioaktiven Abfälle deutlich länger als erwartet in den 16 Zwischenlagern verbleiben müssen. Nach einer kurzen Einführung in das Thema findet ein World-Café statt, an drei bis vier Tischen wird zu verschiedenen Fragen diskutiert. Das World-Café findet am 02.05.2025 von 11:00 bis 13:00 Uhr im Forum Überlebensfragen junger Menschen statt . Unter dem Expo-Dach Workshopzelt 1 Adresse Messe Hannover Markt der Möglichkeiten Halle 5 Hannover Programm des Evangelischen Kirchentags 2025 Deutscher Evangelischer Kirchentag-Programm Endlagersuche vor Ort: Info-Angebote des BASE Endlagersuche vor Ort: Info-Angebote des BASE
Granitische Sn-W Lagerstätten stellen einen der wichtigsten Lagerstättentypen in Europa dar, insbesondere wegen ihres hohen Potentials im Hinblick auf kritische Metalle (Li, Be, Ga, Nb, Ta und In). Ihre Entstehung ist eng mit den Endstadien magmatischer Aktivität in flachkrustalen granitischen Komplexen verbunden, speziell der Entmischung von magmatisch-hydrothermalen Fluiden im Verlauf der fraktionierten Kristallisation. Anschließende Fluid-Gesteins- und Fluid-Fluid-Wechselwirkungsprozesse spielen eine entscheidende Rolle in der Ausbildung unterschiedlicher Mineralisationstypen, von Sn-W Greisen und Gangssystemen über Skarne hin zu distalen polymetallischen Sulfidvererzungen. Diese Komplexität erschwert die Identifizierung von Fluid- und Metallquellen sowie den entscheidenden Einflussfaktoren auf Metallanreicherung und -ausfällung in Sn-W Systemen beträchtlich. Schwere Halogene (Cl, Br, I) sind seit Langem als empfindliche Tracer von krustalen Fluidreservoiren bekannt und zeichnen sich durch meist konservatives Verhalten bei Fluid-Gesteins-Wechselwirkungsprozessen aus. Sie verfügen daher zwar über ein hohes Potential zur Rekonstrution von Fluid- und Metallquellen in magmatisch-hydrothermalen Systemen, doch bislang bleibt ihre Anwendbarkeit aus mehreren Gründen stark limitiert. Zwar ist bekannt, dass die Halogensignaturen granitischer S-Typ Systeme regionale Unterschiede zeigen, doch es ist unklar inwieweit sich diese Halogensignaturen auf assoziierte magmatisch-hydrothermale Fluide übertragen, speziell im Hinblick auf Prozesse wie fraktionierte Kristallisation oder Fluidentmischung. Die Auswirkungen von Phasentrennungsprozessen auf die Cl-Br-I-Signaturen dieser Fluide sind ebenfalls kaum erforscht. Diese Aspekte schränken die Interpretierbarkeit von magmatisch-hydrothermalen Halogensignaturen stark ein. Das hier beantragte Forschungsvorhaben soll zum besseren Verständnis des Verhaltens von schweren Halogenen (Cl, Br, I) über die gesamte Entwicklung eines Sn-W Lagerstättensystemen beitragen, angefangen von Schmelzzusammensetzungen über Fraktionierungsprozesse bis hin zur Fluidsättigung und der anschließenden Weiterentwicklung der magmatisch-hydrothermalen Fluidphasen. Ermöglicht wird dies durch die Kombination von combustion ion chromatography (CIC) zur Analyse von Halogensignaturen in Gesamtgesteinen und Mineralseparaten, sowie LA-ICP-MS Flüssigkeitseinschlussanalytik aller wichtigen magmatisch-hydrothermalen Fluidphasen. In Kombination mit Spurenmetallkonzentrationen in den magmatisch-hydrothermalen Fluiden wird es so möglich werden, Halogensignaturen mit den kritischen erzbildenden Prozessen in Sn-W Lagerstättensystemen in Zusammenhang zu setzen. Dies würde neue Möglichkeiten in der Identifizierung und Charakterisierung von Metallquellen, Metallmobilität und Ausfällungsprozessen in solchen Systemen eröffnen und so einen bedeutenden Beitrag zu den übergeordneten Zielen des SPP 2238 DOME leisten.
Der Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren zum 380‑kV‑Ersatzneubau der Höchstspannungsleitung zwischen Perleberg und Stendal/West ist abgeschlossen. Damit endet das Anhörungsverfahren für dieses große Infrastrukturvorhaben. Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung wurden sämtliche rechtzeitig erhobenen Einwendungen und Stellungnahmen ausführlich erörtert und mit dem Vorhabenträger, der 50Hertz Transmission GmbH, diskutiert. Insgesamt waren 138 Einwendungen und Stellungnahmen Gegenstand der Erörterung. Nächste Schritte des Verfahrens Nach Abschluss der Anhörung ist nun die 50Hertz Transmission GmbH am Zug: Das Unternehmen hat die Planunterlagen entsprechend dem bisherigen Verfahrensverlauf sowie der im Erörterungstermin gewonnenen Erkenntnisse und Hinweise zu überarbeiten und zu vervollständigen. Ziel bleibt es, bei fristgerechter Vorlage aller erforderlichen Unterlagen, den Planfeststellungsbeschluss bis Mitte 2026 zu erlassen. Reaktion auf öffentliche Kritik – LVwA stellt klar: Erörterungen sind kein „Scheindialog“, alle Einwender waren eingeladen In Teilen der öffentlichen Berichterstattung wurde der Eindruck erweckt, Erörterungen seien lediglich „Termine zum Schein“ oder Ausdruck „von Scheindemokratie“. Einige Formulierungen suggerierten, der Erörterungstermin sei verzichtbar oder stelle Betroffene gar „auf die Anklagebank“. Das Landesverwaltungsamt weist diese Darstellungen entschieden zurück . Planfeststellungsverfahren, insbesondere Erörterungstermine, sind gesetzlich vorgeschriebene, verbindliche Beteiligungsformate. Sie dienen dazu, Bedenken, Hinweise und Kritik zu sammeln, abzuwägen und gegebenenfalls in die Planung einzuarbeiten. Gerade dieses Verfahren zeigt: Demokratische Beteiligung bedeutet nicht, dass jede Einwendung zum Erfolg führt. Aber sie gewährleistet, dass jede Einwendung geprüft und in die Entscheidung einbezogen wird. Das unterscheidet rechtsstaatliche Verfahren von autoritären Entscheidungsprozessen. Zudem wurde kolportiert, dass Einwender am zweiten Tag des EÖT keinen Zugang bekommen haben sollen. Das ist schlichtweg falsch. In der Bekanntmachung waren die privaten Einwender dazu ebenfalls eingeladen und hatten uneingeschränkt Zugang. Hintergrund Warum Erörterungstermine unverzichtbar sind Um die Bedeutung des Erörterungstermins und des gesamten Beteiligungsverfahrens verständlich zu machen, hilft ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Angenommen, ein Vorhabenträger plant eine neue Hochspannungsleitung, die ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet quert. Dieses Gebiet wird jedoch auch von anderen Akteuren (Anwohner, TÖB, Landwirte) für unterschiedliche Zwecke genutzt: Ohne die gesetzlich vorgeschriebene öffentliche Auslegung und die Beteiligung der sogenannten Träger öffentlicher Belange (TÖB) würden diese Konfliktpunkte möglicherweise zu spät oder sogar erst beim Baubeginn sichtbar werden. Was geschieht im Erörterungstermin? Im Erörterungstermin kommen all diese Akteure mit der Behörde und dem Vorhabenträger an einem Tisch zusammen. Das Ziel ist: Beispielhafte Lösungsfindung: Was bedeutet das? All diese Punkte wären nie so klar geworden, wenn die Beteiligung der Öffentlichkeit nicht vorgesehen wäre. Der Erörterungstermin ist also nicht „eine Farce“, sondern der Moment, in dem die relevanten Informationen zusammengeführt, „sichtbar gemacht“ und bewertet werden. Diese Phase ist deshalb für ein rechtsstaatliches Planfeststellungsverfahren unverzichtbar. Warum trotz Erörterung nicht immer alles berücksichtigt werden kann: Nicht jeder Wunsch kann berücksichtigt werden - das ist richtig. Das liegt daran, dass: Aber: Alle Einwendungen werden geprüft - keine wird ignoriert. Die Entscheidung der Behörde muss diese Abwägung später schriftlich begründen. Damit wird nachvollziehbar, warum etwas berücksichtigt wurde oder eben warum nicht. Fazit Mit Abschluss des Erörterungstermins ist ein zentraler Verfahrensschritt erreicht. Das Landesverwaltungsamt wird die weiteren Unterlagen nach Eingang sorgfältig prüfen und das Verfahren transparent, gesetzeskonform und mit der gebotenen Neutralität fortführen. Planfeststellungsverfahren sind komplex, aber sie sichern die demokratische Beteiligung, gewährleisten Abwägung unterschiedlicher Interessen und schaffen die Grundlage für rechtssichere Entscheidungen in großen Infrastrukturprojekten. Impressum: Landesverwaltungsamt Pressestelle Ernst-Kamieth-Straße 2 06112 Halle (Saale) Tel: +49 345 514 1244 Fax: +49 345 514 1477 Mail: pressestelle@lvwa.sachsen-anhalt.de
Das mitteleuropäische Wildschwein ( Sus scrofa scrofa ) gehört zur Familie der nichtwiederkäuenden Paarhufer. Das dichte borstige Fell variiert stark von hellgrau bis zu tiefem Schwarz. Dieser Farbe verdanken die Tiere die weidmännische Bezeichnung „Schwarzwild“. Die Jungen, „Frischlinge“, haben bis zum 4. Monat charakteristische hellgelbe Längsstreifen. Das Wildschwein hat im Vergleich zum Hausschwein einen kräftigeren, gedrungenen Körper, längere Beine und einen hohen, keilförmig gestreckten Kopf mit kleinen Augen, und dreieckigen Ohren. Die Schnauze endet in einem kräftigen, kurzen Rüssel. Größe und Gewicht der Tiere können stark schwanken und sind von den jeweiligen Lebensbedingungen abhängig. Die Kopf-Rumpf-Länge kann beim männlichen Schwein, dem „Keiler“, 1,50 bis 1,80 m und die Schulterhöhe bis zu 1,10 m betragen. Keiler können ca. 100 bis 150 kg schwer werden; weibliche Tiere „Bachen“ genannt, erreichen etwa 50 bis 70 % des Keilergewichtes. Das Sehvermögen ist beim Wildschwein – außer für Bewegungen – relativ gering, Gehör- und Geruchssinn sind dagegen sehr gut entwickelt. Das Verbreitungsgebiet des Wildschweins umfasste ursprünglich ganz Europa, Nordafrika und weite Teile Asiens. Heute ist das Wildschwein aber auch in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Australien und Neuseeland beheimatet. Am liebsten halten sich die Tiere in ausgedehnten Laubwäldern mit dichtem Unterwuchs und feuchten Böden auf. Auch gut strukturierte Feldlandschaften sowie Gebiete mit Gewässern und Röhrichtzonen sind bevorzugte Lebensräume. Die Nähe zum Wasser spielt immer eine große Rolle, da sich die Tiere zur Hautpflege gern im Schlamm suhlen. Auch transportieren feuchte Böden Gerüche besser, was die Nahrungssuche erleichtert. Offenes Gelände ohne jegliche Deckung und die Hochlagen der Gebirge werden gemieden. Wildschweine sind tag- und nachtaktive Tiere, die ihren Lebensrhythmus an die jeweiligen Lebensbedingungen anpassen. Werden sie durch den Menschen tagsüber gestört, verlagern sie den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten auf die Nachtzeit. Den Tag verschlafen sie dann im Schutz eines Dickichtes und beginnen erst in der Dämmerung mit der Nahrungssuche. Dabei können sie bis zu 20 km zurücklegen. Als echter Allesfresser ernährt sich das Wildschwein sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung. Eicheln und Bucheckern mit ihre hohen Nährwerten sind sehr beliebt. Wenn nicht genügend Waldfrüchte zur Verfügung stehen, werden auch gern Feldfrüchte wie Mais, Erbsen, Bohnen, Kartoffeln und Getreide angenommen. Neben Fall- und Wildobst sowie Grünfutter in Form von Klee, Gräsern und Kräutern stehen auch Wasserpflanzen und deren junge Sprossen und Wurzeln auf dem Speiseplan. Der Eiweißbedarf wird durch Insekten, Regenwürmer, Engerlinge, Reptilien, Kleinnager, Jungwild, Gelege von Bodenbrütern, Fischreste oder Aas gedeckt. Wenn erreichbar, werden auch Gartenabfälle, Obst- oder Brotreste gern gefressen. Die Paarungszeit „Rauschzeit“, dauert von Ende Oktober bis März, mit Schwerpunkt November bis Januar. Der Beginn wird von den Bachen bestimmt, da die Keiler das ganze Jahr über befruchtungsfähig sind. Wildschweine leben generell in Familienverbänden, „Rotten“, in denen eine straffe Rangfolge herrscht. Bei gut gegliederten Familienverbänden mit intakter Sozialordnung synchronisiert die älteste Bache (Leitbache) die Paarungsbereitschaft aller Bachen. Fehlt der steuernde Einfluss älterer Tiere auf das Paarungsgeschehen, können Bachen das ganze Jahr über „rauschig“ sein. Bei guter Nahrungsversorgung kann es dazu kommen, dass sich sogar Einjährige (Überläufer) oder noch jüngere Tiere an der Fortpflanzung beteiligen. Hierdurch entstehen so genannte „Kindergesellschaften“, die dann eine zahlenmäßig völlig unkontrollierte Vermehrung aufweisen. Die Tragzeit dauert beim Wildschwein 4 Monate. Will eine Bache gebären (frischen), sondert sie sich vom Familienverband ab und zieht sich in ein mit Gräsern ausgepolstertes Nest (Kessel) im Gestrüpp zurück. Hier bringt sie bis zu 12 Frischlinge zur Welt. Diese werden 3 Monate lang gesäugt und sind mit ca. 6 Monaten selbstständig. Fühlt eine Bache sich und ihren Nachwuchs bedroht, besteht die Gefahr, dass sie angreift. Im Berliner Raum halten sich Wildschweine bevorzugt in den Randbereichen der Stadt auf. Dabei werden Grünflächen oft als Wanderpfade und Trittsteine benutzt, um tiefer in die Stadt einzudringen. Besonders in der trockenen, warmen Jahreszeit zieht es die Tiere in die Stadt, weil dann in den innerstädtischen Grünanlagen, auf Friedhöfen und in Gärten viel leichter Nahrung zu finden ist als im Wald. Mit ihren kräftigen Rüsseln graben Wildschweine den Boden auf oder drücken Zäune hoch, um an die Nahrung in Komposthaufen, Papierkörben oder Abfalltonnen zu gelangen. Manche Tierliebhaber vermuten zu unrecht, dass die Tiere Hunger leiden und füttern deshalb. Dadurch werden die Wildschweine dauerhaft in die Wohngebiete hinein gelockt. Gartenbesitzer, die aus falsch verstandenem Ordnungssinn ihre Gartenabfälle, Kompost, Obst und altes Gemüse im Wald oder dessen Umgebung abladen, füttern unbewusst neben Ratten auch Wildschweine. Die Tiere gewöhnen sich schnell an diese Nahrungsquelle. Entsprechendes gilt für Parkanlagen, in denen oftmals Essenreste zurückgelassen werden. Für Wildschweine sind Gartenabfälle und liegen gelassene Picknickreste ein gefundenes Fressen. Ihr gutes Gedächtnis hilft ihnen die Orte wiederzufinden, wo der Tisch reich gedeckt ist. Einzelne Rotten, die sogenannten „Stadtschweine“, bleiben dadurch ganzjährig in den Siedlungsgebieten. Durch jede Art von Fütterung werden Wildschweine dauerhaft angelockt, sodass damit die Grundlage für die Zerstörung von Gärten und Parkanlagen gelegt wird. Die Verhaltensmuster der Stadtrandbewohner müssen sich dahingehend ändern, dass Komposthafen im umzäunten Garten angelegt werden, Abfalltonnen geschlossen innerhalb der Umzäunung stehen und keine Form von Fütterung erfolgt. Wildschweine verlieren sonst ihre Scheu vor Menschen. Selbst bis zu Spielplätzen dringen Bachen mit Frischlingen vor. Das Zusammentreffen zwischen Mensch und Wildtier ist die Folge. Für kleine Kinder, die die Lage nicht einschätzen können und nur die niedlichen Frischlinge sehen, könnte die Situation dann gefährlich werden. Das Füttern der Wildtiere ist generell verboten, nach dem Landesjagdgesetz können dafür bis zu 5.000 Euro Geldstrafe erhoben werden (§§ 34 / 50 LJagdG Bln). Beachtet man alle Vorsichtsmaßnahmen, kann es dennoch zu unliebsamen Besuchen kommen. Da Wildschweine ein hervorragendes Wahrnehmungsvermögen durch ihren Geruch haben, wittern sie Nahrung in Form von Zwiebeln, Knollen und Obstresten in den Gärten auch auf weite Entfernungen. Gärten müssen deshalb umfriedet sein, damit das Wild vom folgenreichen Spaziergang abgehalten wird. Hilfreich dabei ist ein Betonfundament mit einem Sockel in Verbindung mit einem stabilen Zaun. Da die Tiere sehr viel Kraft entfalten, muss der Zaun insbesondere in Sockelnähe sehr solide gebaut werden, um den Rüsseln stand zu halten. Wildschweine können im Bedarfsfall auch springen. Deshalb sollte die Umfriedung des Gartens eine gewisse Höhe (ca. 1,50 m) aufweisen. Will man keinen Sockel errichten, hindert auch ein stabiler Zaun, der ca. 40 cm tief in die Erde eingegraben und im Erdreich nach außen gebogen wird, die Tiere am Eindringen. Das Wildschwein steht dann mit seinem Gewicht auf dem Zaun, sodass ein Hochheben mit der Schnauze verhindert wird. Auch eine stabile Wühlstange am Boden befestigt oder an den Zaunpfosten, tut ein übriges zur Sicherung des Grundstückes. Begegnet man einem Wildschwein, sollte in jedem Falle Ruhe bewahrt werden. Das Tier spürt im ungünstigsten Fall genau so viel Angst und Unsicherheit, wie der Mensch, so dass das Ausstrahlen von Ruhe und Gelassenheit die Situation entschärfen hilft. Wildschweine greifen kaum Menschen an. Wichtig ist es, den Tieren immer eine Rückzugsmöglichkeit zu geben. Auf keinen Fall darf ein Wildschwein eingeengt oder in einen geschlossenen Raum, in eine Zaun- oder Hausecke gedrängt werden. Langsame Bewegungen und ausreichend Abstand sind wichtige Grundregeln. Durch Hektik, nervöses Wegrennen und Angstbewegungen kann jedem Tier eine Gefahr signalisiert werden, so dass es regelrecht zum Angriff gedrängt wird. Eine Bache mit Frischlingen muss in großem Abstand umgangen werden. Falls dennoch eine unverhoffte Begegnung erfolgt, sollte durch ruhiges Stehen bleiben oder langsames Zurückziehen ihr das Gefühl der Sicherheit und eine Fluchtmöglichkeit gegeben werden. Wildtiere müssen einen entsprechenden Lebensraum in unserer Nähe – aber nicht in unseren Gärten haben. Das Wissen über die Tiere und die Beobachtungen ihrer Verhaltenweisen bereichern unser Leben und legen die Grundlage zum Verständnis für die Natur und deren Schöpfungen. Stiftung Unternehmen Wald: Das Wildschwein Afrikanische Schweinepest Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung vom 22.01.2018: Gegen die Afrikanische Schweinepest vorbeugen
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