Im Dezember 2015 hat die internationale Gemeinschaft das Pariser Klimaabkommen verabschiedet. Es setzt globale Klimaschutzziele und verpflichtet Staaten dazu, regelmäßig nationale Klimapläne (NDCs) zu erstellen um diese Ziele zu erreichen.
Weltweit bereiten Regierungen und andere Akteure nun die Umsetzung des Abkommens und der NDCs vor. Dabei spielen die Medien eine zentrale Rolle, weil sie zwischen den internationalen Verhandlungen, der zugrundeliegenden Wissenschaft und der öffentlichen Wahrnehmung navigieren und vermitteln. Es ist allerdings schwierig über ein so komplexes Thema wie den Klimawandel zu berichten, denn genau wie die allgemeine Öffentlichkeit kämpfen auch Journalisten damit, die naturwissenschaftlichen Grundlagen und die wirtschaftspolitischen Aspekte und Lösungsansätze des Themas zu verstehen.
Um die mediale Berichterstattung rund um das Pariser Klimaabkommen zu verbessern, thematisiert die 10-tägige Summer School, an der 17 Journalisten aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik teilnahmen, die folgenden Themen: - Naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels: Ursachen und Auswirkungen - Lösungen und der Kontext von Klimapolitiken - Internationale Klimadiplomatie - NDCs und dessen Umsetzung.
Die Summer School wurde rund um das hochrangige internationale Zusammentreffen 'Peters-berger Klimadialog' (Berlin, 22./23. Mai 2017) organisiert. Den teilnehmenden Journalisten wurde die Möglichkeit gegeben, als akkreditierte Presse an der Veranstaltung teilzunehmen und dort Minister und Klimaexperten zu treffen und zu interviewen.
Massenmedien als Interpretations-, Informations- und Erziehungssystem tragen nicht nur zur Definition gesellschaftlicher Risiken und Krisen, sondern auch zu Verhaltensweisen von Menschen in solchen Situationen bei. Die Frage ist, ob die Ressourcen des schweizerischen Mediensystems ausreichen, um einen problematischen Sachverhalt in seiner Komplexitaet zu erfassen und auszudruecken. Ebenso ist die Frage offen, inwieweit staatliche und private Krisenmanagements in der Lage sind, in risikoreichen Situationen die Eigendynamik und Komplexitaet der Massenmedien adaequat zu erfassen und handelnd zu beruecksichtigen. Ziel des Forschungsprojekts ist eine vertiefte Reflexion ueber Rolle und Leistungen von Medien bei der Bewaeltigung gesellschaftlicher Krisen, wie auch die Bereitstellung von praxisrelevantem Wissen fuer Redaktionen und Krisenmanagements zur Ueberpruefung ihrer Krisendispositive.