Ausserordentliche Wetterereignisse und 'Natur'katastrophen wollen in einen längeren Zeitraum eingeordnet werden. Dies ermöglicht die Datenbank Euro-Climhist, die seit den 1970er-Jahren von Prof. em. Dr. Christian Pfister und zahlreichen seiner Mitarbeitenden zusammengetragen wurde. Sie enthält in ihrer ersten Ausbaustufe (Schweiz ab 1500) rund 150 000 Daten auf verschiedenen zeitlichen Ebenen (Tag, Woche, Monat, Jahreszeit), die mit einer benutzerfreundlichen Software zugänglich gemacht werden. Dazu gehören: - Beschreibungen der täglichen Witterung: Himmelsbedeckung, Niederschlag, Lufttemperatur, Windrichtung und -stärke. - Sehr lange Messreihen der mittleren Monatstemperatur (u.a. Basel seit 1755, Genf seit 1768) und des Monatsniederschlags (u.a. Genf ab 1778, Zürich seit 1708 mit Lücken, Bern seit 1760), Tage mit Niederschlag (Zürich 1684-1738, 1864-2011 sowie Genf ab 1768). - Monatliche Witterungsberichte (1820-1999), mit kleinen Lücken. Diese dienen einer raschen Orientierung. - Beschreibungen von Witterungsschäden und Naturgefahren (Sturm, Hagel, Frost, Nässe, Dürre, Überschwemmungen, Erdrutsche, Feuer, Schnee etc.). - Beschreibungen des Blüte- und Reifezeitpunkts von (Kultur-)pflanzen: u.a. Zeitpunkt von Roggenernte und Weinlese (ab 1501), Kirschbaumblüte (ab 1721). - Beschreibungen der Schneebedeckung, Vereisung von Gewässern. - Aus manchen Beschreibungen wird deutlich, warum die Menschen Witterungsereignisse aufgezeichnet haben, von welchen Weltbildern sie geleitet wurden und wie sie auf Extreme reagierten.
Der Winter 2021/2022 war in Sachsen-Anhalt deutlich zu warm und erfüllte ungefähr das Niederschlagssoll, auch wenn es lokal große Unterschiede gab. Die Sonnenscheindauer erreichte das langjährige Mittel. Im Folgenden wird zunächst ein Überblick über die einzelnen Monate gegeben. Am Ende wird der gesamte Winter 2021/2022 zusammenfassend bewertet. Die angegebenen Monatsmittelwerte beziehen sich dabei auf das Mittel der Fläche des Landes Sachsen-Anhalt (Quelle: Deutscher Wetterdienst). Der Dezember erreichte ein Monatsmittel von 2,5 °C und war somit um 1,4 Kelvin (K) wärmer, als es nach der Klimaperiode von 1961 bis 1990 zu erwarten gewesen wäre. Im Vergleich mit der Klimaperiode von 1991 bis 2020 war der Dezember hingegen nur 0,4 K wärmer. Ungewöhnlich war dagegen die Wetterlage um Weihnachten und Silvester. In einigen Landesteilen gab es sogar weiße Weihnachten. Besonders in der Börde und im südlichen Sachsen-Anhalt konnten meist 1 bis 4 Zentimeter Schnee gemessen werden. In der Nacht zum 2. Weihnachtsfeiertag sank die Temperatur verbreitet unter -10 °C ab. So konnten in Stiege im Harz -18,4 °C und in Harzgerode -18,2 °C gemessen werden, während in beiden Orten gleichzeitig 4 Zentimeter Schnee lagen. Wenige Tage später zu Silvester wurden in ganz Sachsen-Anhalt (außer für den Brocken) Rekorde für die wärmste Tagestiefsttemperatur in einem Dezember aufgestellt. So sank in Quedlinburg das Thermometer nicht unter 13,1 °C, während noch 5 Tage zuvor -14,0 °C gemessen wurden . Der Verlauf von Tageshöchsttemperatur (rot), Tagesmitteltemperatur (grün) und Tagestiefsttemperatur (blau) im Dezember für Quedlinburg ist in Abbildung 1 dargestellt und zeigt diese Entwicklung sehr eindrücklich. Darüber hinaus war an vielen Stationen in Sachsen-Anhalt, unter anderem auch in Quedlinburg, noch kein Tag im Mittel in einem Dezember so warm, wie der Silvestertag 2021. Dabei entsprachen die Tagesmitteltemperaturen häufig denen, die sonst Mitte April zu erwarten wären. Im Dezember fielen insgesamt 32,7 mm Niederschlag. Dies entspricht 70,1 % des Solls gegenüber der Klimaperiode von 1961 bis 1990 und 71,0 % des Solls gegenüber der Klimaperiode 1991 bis 2020. Die Sonne schien im Dezember 36,6 Stunden. Dies entspricht 102,9 % der üblichen Sonnenscheindauer der Klimaperiode von 1961 bis 1990 bzw. 84,4 % des Solls der Klimaperiode von 1991 bis 2021. Mit 3,7 °C war der Januar um 4,0 K gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1961 bis 1990 wärmer. Auch gegenüber dem Klimamittel von 1991 bis 2020 war der Januar 2,6 K zu warm. Eine Folge des milden Januars war die Abwesenheit von Eistagen (d. h., Tagen mit einer Tageshöchsttemperatur unter 0 °C). Einzig im Harz konnten solche Tage registriert werden. Der Januar blieb mit 35,2 mm Niederschlag unter seinem klimatischen Soll und erreichte gegenüber dem Klimamittel von 1961 bis 1990 91,0 %. Im Vergleich zum 30-jährigen Mittel 1991 bis 2020 wurden nur 78,1 % des Solls erreicht. Dabei gab es regional große Unterschiede. In den südlichen Landesteilen war der Januar deutlich zu feucht, besonders im Norden und im Harz jedoch viel zu trocken. So erreichte der Brocken im Januar nur 16,6 % seines Niederschlagssolls zum Klimamittel 1961 bis 1990, während Halle-Döllnitz 209,2 % des erwartbaren Niederschlags erreichte. Im Januar wurde weniger Sonnenschein als üblich registriert. Mit 30,4 Sonnenscheinstunden wurden gegenüber dem Zeitraum von 1961 bis 1990 lediglich 71,6 % erreicht. Im Vergleich zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 wurden sogar nur 57,0 % gemessen. Deutlich zu mild endete der Februar 2022 in Sachsen-Anhalt mit einer Monatsmitteltemperatur von 5,0 °C. Im Vergleich zur Klimaperiode von 1961 bis 1990 war der Februar damit 4,6 K wärmer und gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 um 3,2 K zu warm. Damit war der Februar in Sachsen-Anhalt der sechstwärmste seit 1881 (siehe Tabelle 1). Während im Januar im Harz noch Eistage registriert werden konnten, blieben diese im Februar im ganzen Bundesland aus. Nur auf dem Brocken konnten Eistage aufgezeichnet werden. Grund für die milden Temperaturen im Februar war eine lebhafte Westwetterlage, die auch durch eine Abfolge von Sturm- und Orkantiefs gekennzeichnet war. Dies betraf vor allem die Tage vom 17.02. bis 21.02.2022 in denen es verbreitet zu orkanartigen (103 bis 117 km/h) und Orkanböen (über 117 km/h) bis ins Tiefland kam. Eine Übersicht über die aufgetretenen Spitzenböen an ausgewählten Wetterstationen in Sachsen-Anhalt ist in Tabelle 2 dargestellt. Mit 53,0 mm präsentierte sich dieser Monat deutlich zu feucht. So wurden im Vergleich zum 30-jährigen Mittel von 1961 bis 1990 159,4 % des Solls erreicht. Im Vergleich mit dem Klimamittel von 1991 bis 2020 wurden 155,2 % des Niederschlags gemessen. Wie schon im Januar gab es aber große regionale Unterschiede. Während es in einem Streifen vom östlichen Harzvorland bis in den Raum Halle durch den Regenschatten des Harzes zu trocken war, fiel besonders im Harz und im Norden und Osten Sachsen-Anhalts deutlich mehr Niederschlag als üblich. So wurden beispielsweise in Sorge im Harz 330,0 % und in Seehausen in der Altmark 242,1 % des Niederschlagssolls der Klimaperiode von 1961 bis 1990 gemessen, während in Zörbig nur 72,6 % erreicht wurden. Der Februar brachte mit 79,0 Sonnenstunden mehr Sonne als üblich. Dies entspricht 116,7 % im Vergleich zur Klimaperiode 1961 bis 1990 bzw. 103,5 % zum 30-jährigen Mittel 1991 bis 2020. Die sieben wärmsten Februarmonate in Sachsen-Anhalt seit 1881 und deren Abweichungen zu den Klimaperioden. Jahr Abweichung zu 1961-1990 Abweichung zu 1991-2020 1990 6,1 K 4,7 K 2020 5,5 K 4,1 K 1998 5,1 K 3,7 K 2002 5,0 K 3,6 K 1961 4,6 K 3,2 K 2022 4,6 K 3,2 K 2014 4,5 K 3,1 K Spitzenböen ausgewählter Wetterstationen in Sachsen-Anhalt im Februar 2022. Datenquelle: Deutscher Wetterdienst. Wetterstation 17.02.2022 18.02.2022 19.02.2022 21.02.2022 Brocken 150,5 km/h 145,8 km/h 140,8 km/h 145,1 km/h Querfurt 110,9 km/h 117,4 km/h 91,4 km/h 92,5 km/h Seehausen 96,1 km/h 117,7 km/h 100,1 km/h 82,1 km/h Ummendorf 105,5 km/h 116 km/h 96,8 km/h 99,7 km/h Wittenberg 115,2 km/h 91,8 km/h 77,0 km/h 67,0 km/h Der Winter (Dezember 2021 bis Februar 2022) hatte in Sachsen-Anhalt eine Mitteltemperatur von 3,7 °C und lag damit um 3,3 K über dem Klimamittel von 1961 bis 1990 und um 2,1 K über dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Damit war der Winter 2021/2022 der fünftwärmste seit 1881 neben dem Winter 2015/2016, der ebenfalls eine Abweichung von 2,1 K hatte (siehe Tabelle 3). Nach der Klimaperiode von 1961 bis 1990 treten 25 Eistage in Sachsen-Anhalt im gesamten Jahr auf, ein Großteil davon in den drei Wintermonaten. In diesem Winter konnten hingegen nur 3 bis 4 Eistage im Flächenmittel registriert werden. Mit 120,9 mm erreichte der Winter gegenüber der Klimaperiode von 1961 bis 1990 101,4 % und im Vergleich zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 95,8 %. Die lokal großen Unterschiede der einzelnen Wintermonate zeigen sich auch in der Gesamtbilanz. Im Regenschatten des Harzes gab es teils deutlich weniger Niederschlag als üblich, zum Beispiel in Königsborn mit nur 62,5 % des Solls zu 1961 bis 1990 oder auch in Halberstadt mit 68,3 % und Zörbig mit 76,3 %. In den Wintermonaten wurden 146,0 Sonnenstunden gemessen. Dies entspricht ziemlich genau dem Klimamittel von 1961 bis 1990 (100,4 %), aber nur 84,5 % gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Die Abweichungen in den Tabellen sind auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Anhand der DWD-Daten lässt sich die Abweichung aber auf zwei Stellen genau nach dem Komma berechnen. Damit ergeben sich für den Februar 2022 4,57 K, für 1961 4,59 K. Daher steht 2022 hinter 1961. Die Winter 2015/2016 und 2021/2022 erreichten beide 3,31 K Abweichung.
This resource contains the monthly mean temperature at 850hPa [K] for 6 months. The period of hindcast data is January, 1993 - December, 2019. The format of resource is GRIB2. It is provided through the web site of WMO Lead Centre for LRF MME (Long Range Forecast Multi-Model Ensemble). The web site requests a user account. The Grade A(GPCs) and Grade B(NMHSs, RCCs) users can download the data USAGE: Menu: Data and Plot > Data Exchange > Search/Download. This hindcast data is made by GPC_Offenbach (DWD) using an operational seasonal prediction system. For more detailed information about the seasonal forecasts of GPC_Offenbach (DWD) visit the web site http://www.dwd.de/EN/ourservices/seasonals_forecasts/start.html.
Der Sommer 2025 war in Sachsen-Anhalt zu warm und sonnenscheinreicher als im Durchschnitt. Die Niederschlagssumme blieb unterhalb des langjährigen Mittelwertes mit regional großen Unterschieden. Die kühlste Phase fiel dieses Jahr genau in die Sommerferienzeit in Sachsen-Anhalt. Ein durchwachsener Sommer brachte nur zeitweise eine gute Auslastung der Solarkraftwerke. Die Windkraftwerke waren hingegen ungewöhnlich gut ausgelastet. Der Juni 2025 begann mit wechselhaftem Wetter. Ab der Monatsmitte erreichte die Temperatur an vielen Tagen mindestens 25 °C („Sommertage“) und an etlichen weiteren sogar mindestens 30 °C („Heiße Tage“). Die meisten davon konnten in Köthen mit 17 bzw. 7 Tagen gemessen werden, aber auch an den übrigen Messpunkten wurden um die 15 Sommertage bzw. um die 5 Heiße Tage gemessen. Die höchste Temperatur im offiziellen Messnetz des Deutschen Wetterdienstes wies in diesem Monat Seehausen mit 34,5 °C am 22.06. auf. Im Landesnetz der Luftüberwachung (LÜSA) konnte an diesem Tag in Burg und Bernburg 34,9 °C bzw. 34,8 °C gemessen werden. Diese Messungen erfolgen aber nicht nach meteorologischen Standards. Im Endeffekt erreichte der Juni eine Monatsmitteltemperatur von 18,6 °C und war damit um 2,5 K wärmer als das Klimamittel von 1961 bis 1990. Im Vergleich zum 30-jährigen Zeitraum von 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 1,7 K. Im Flächenmittel Sachsen-Anhalts war dieser Juni mit insgesamt 35,8 mm Niederschlag zu trocken. Diese Menge entspricht lediglich 57 %des langjährigen Mittels von 1961 bis 1990 und im Vergleich zum 30-jährigen Klimamittel von 1991 bis 2020 64,5 % des jeweiligen Niederschlags. Viele Regionen des Landes bekamen deutlich weniger Niederschlag als üblich. Besonders trocken war es dabei mit nur 11,4 mm bzw. 20,7 % im Vergleich zum langjährigen Mittel in Sangerhausen. Sangerhausen war damit im Juni der trockenste Ort in ganz Deutschland. Gleichzeitig fielen in der Altmark durch wiederholte Gewitter enorme Regenmengen, in Stendal zum Beispiel 91,2 mm und damit 162,9 % des langjährigen Niederschlags. Mit 269,2 Sonnenstunden erreichte der Juni 2024 in Sachsen-Anhalt 131,5 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und 120,6 % zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Vor allem die zweite Monatshälfte war sehr sonnenscheinreich, insbesondere in der Südhälfte Sachsen-Anhalts. Der Juli startete mit zwei sehr heißen Tagen, der 02.07. war dabei der heißeste Tag des Jahres. Mit Ausnahme des Harzes wurden an allen Stationen mehr als 35 °C gemessen. Die höchste gemessene Temperatur des Sommers wurde mit 39,2 °C in Demker (Landkreis Stendal) registriert. In den Innenstädten wurde es durch die dichte Bebauung und viele versiegelte Flächen teilweise noch heißer. An der LÜSA-Messstation in der Halberstädter Innenstadt konnte eine Temperatur von 40,7 °C gemessen werden. Diese Messung erfolgte nicht nach meteorologischen Standards, denn lokale Faktoren wie die dichte Bebauung und die versiegelten Flächen werden durch die Messrichtlinien ausgeschlossen. Danach verlief der Juli sehr wechselhaft und im Vergleich zu den Vorjahren relativ kühl. Somit erreichte der Monat eine Mitteltemperatur im Flächenmittel Sachsen-Anhalts von 19,0 °C. Damit war er aber immer noch um 1,5 K wärmer als die Referenzperiode von 1961 bis 1990, das 30-jährige Mittel von 1991 bis 2020 wurde hingegen exakt getroffen (0,0 K). Mit im Landesdurchschnitt insgesamt 84,7 mm bzw. 162,3 % Niederschlag war der Juli 2024 deutlich feuchter als die Referenzperiode 1961 bis 1990. Vergleicht man mit dem 30-Jahreszeitraum von 1991 bis 2020 wurden 118,6 % des Solls erreicht. Deutlich trockener blieb es dabei im äußersten Süden Sachsen-Anhalts. Dort wurde, insbesondere im Burgenlandkreis, das langjährige Niederschlagssoll nicht erreicht. Weißenfels-Wengelsdorf war mit 38,6 mm Niederschlag (71,1 %) der trockenste Ort im Land. In allen anderen Landesteilen war es zum Teil deutlich feuchter als im langjährigen Mittel, besonders im Harzumfeld und in der Altmark. Dort war erneut der feuchteste Ort zu finden, denn mit 131,9 mm Niederschlag fielen in Schollene 230,2 % des langjährigen Mittelwerts. Der Juli war ein sehr wolkenreicher Monat und brachte daher nur 178,4 Sonnenstunden. Damit wurden im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 lediglich 86,2 % und im Vergleich zum Klimamittel von 1991 bis 2020 nur 79,3 % erreicht. Damit war dieser Juli der sonnenscheinärmste seit 2011. Das kühle und wechselhafte Wetter der letzten Julitage setzte sich in den ersten Augusttagen zunächst fort. Doch schon vor Ende des ersten Monatsdrittels setzte sich vorübergehend hochsommerliches Wetter durch, das erst im Laufe der dritten Dekade kühlem Sommerwetter wich. Vom 12. bis 15. August wurden Temperaturen von deutlich über 30 °C gemessen. Am wärmsten war es dabei in Huy-Pabstorf (Landkreis Harz) mit 37,0 °C, aber auch andernorts wurden häufig Temperaturen von um die 35 °C gemessen. Zum Monatsende hin kühlte es in den Nächten bei klarem Himmel schon deutlich ab und es wurden verbreitet Tiefsttemperaturen von unter 10 °C registriert. Vor allem im Harz sanken die Temperaturen schon auf unter 5 °C ab, aber auch beispielsweise in Genthin mit 3,8 °C am 25. August. Insgesamt erreichte der Monat eine Mitteltemperatur von 18,6 °C. Er lag damit um 1,4 K über der Referenzperiode von 1961 bis 1990 und erreichte genau (Abweichung 0,0 K) das 30-jährige Mittel von 1991 bis 2020. Die Niederschlagsmenge im Flächenmittel Sachsen-Anhalts betrug im August lediglich 30,9 mm. Damit wurden im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 nur 52,4 % und im Vergleich zum Klimamittel von 1991 bis 2020 lediglich 53,5 % erreicht. Nach den ersten wechselhaften Tagen folgte eine lange trockene Phase. Erst ab dem 27. August gab es wieder Regenfälle, die aber nur den Süden und den Osten von Sachsen-Anhalt erreichten. Somit verlief der August vom Harz bis in die Altmark ungewöhnlich trocken, lokal fielen nicht einmal 15 mm Niederschlag, wie beispielsweise in Gardelegen-Lindstedterhorst mit 11,2 mm bzw. 17,6 % vom langjährigen Mittel. Im Kontrast dazu war es besonders im Süden Sachsen-Anhalts deutlich zu feucht, wie beispielsweise in Finne-Lossa mit 74,6 mm bzw. 134,9 % des Klimamittels von 1961 bis 1990. Die lange trockene Phase ging auch mit viel Sonnenschein einher, sodass der August im Flächenmittel Sachsen-Anhalts 256,3 Sonnenstunden erreicht. Dies entspricht 129,3 % im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 121,1 % im Vergleich zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Betrachtet man den gesamten Sommer vom 1. Juni bis zum 31. August, dann ergibt sich ein Temperaturmittel für die Fläche Sachsen-Anhalts von 18,7 °C. Dieses liegt 1,8 K über dem Wert der Referenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 0,6 K über dem Klimamittel von 1991 bis 2020. Dies ist vor allem dem warmen, sehr hochsommerlichen, Juni geschuldet. In Summe konnten im Süden und Osten an mehreren Wetterstationen zwischen 12 und 17 heiße Tage erreicht werden, während es andernorts meist nur zwischen 4 und 12 waren. Sommertage verteilten sich recht gleichmäßig über das Land. Entsprechende Tage mit mindestens 25 °C kamen 40- bis 52-mal vor. Tropennächte, also Nächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 °C fallen, traten fast gar nicht auf. Ausnahme bildete der Brocken, auf dem drei Tropennächte registriert werden konnten. Über den Sommer hinweg fielen im Gebietsmittel 151,3 mm Niederschlag in Sachsen-Anhalt. Dies entspricht 87,0 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 81,9 %. Der Niederschlag war aber räumlich sehr ungleichmäßig verteilt. So war Weißenfels-Wengelsdorf mit 94,5 mm bzw. 53,9 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 die trockenste Station in Sachsen-Anhalt, während Schollene in der Altmark mit 232,3 mm 132,0 % der von 1961 bis 1990 üblichen Niederschlagssumme gefallen sind. Über den gesamten Sommer von Juni bis August schien die Sonne in Sachsen-Anhalt 704,0 Stunden. Dies entspricht im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 115,4 % und zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 106,7 %. Dabei konnte der sehr sonnige Juni den trüben Juli gut ausgleichen. In dieser Analyse erfolgt eine ausschließliche Betrachtung der erneuerbaren Energiequellen zur Stromerzeugung, die durch meteorologische Bedingungen beeinflusst sind, also Windenergie und Photovoltaik. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Auswertung dient die produzierte elektrische Arbeit im Tagesmittel im Gebiet Ostdeutschlands und Hamburgs (Gebiet des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz). Die produzierte Arbeit wurde ins Verhältnis zur installierten Leistung gesetzt und so die Auslastung berechnet. Diese Auslastung wurde für die Jahreszeit gemittelt. Darüber hinaus wurde ein 10-jähriges Mittel über den Zeitraum von 2010 bis 2019 gebildet. Die Auslastung der betrachteten Jahreszeit des aktuellen Jahres wird ins Verhältnis zur Auslastung im 10-jährigen Mittel für diese Jahreszeit gesetzt. Dieses Verhältnis wird im Folgenden als Ertrag bezeichnet. Im Sommer haben Solarenergieanlagen aufgrund des Sonnenstandes und der Tageslänge in der Regel eine größere Auslastung als Windenergieanlagen. Im Winter tritt der gegenteilige Effekt auf, sodass Windenergieanlagen eine größere Auslastung haben. Somit ergänzen sich Windenergie und Photovoltaik im Jahresgang. Der Herbst sowie der Frühling markieren dabei den Übergang zwischen den vorherrschenden Erzeugungsarten Die ersten Junitage gestalteten sich tiefdruckgeprägt und wolkenreich. Entsprechend blieb die Ausbeute der Photovoltaikanlagen deutlich hinter dem Mittelwert von 2010 bis 2019 zurück, gleichzeitig sorgten die Tiefdruckgebiete für reichlich Wind, sodass die Ausbeute aus der Windkraft etwa 200 % der üblichen Menge entsprach. Danach schloss sich eine sehr sonnige, hochdruckdominierte Phase an, sodass die Ausbeuten der Solaranlagen oft über dem langjährigen Mittelwert lagen. Vom 17.06. bis 23.06. kam es zu einer Phase mit wenig Wind, die aber durch viel Sonnenschein aus Sicht der Stromerzeugung ausgeglichen werden konnte. Zum Ende des Monats hin nahm die Bewölkung unter stärkerem Tiefdruckeinfluss vorübergehend zu, gleichzeitig aber auch der Wind. So konnte trotz unterdurchschnittlicher Ausbeute bei der Photovoltaik der Wind das Defizit in der Erzeugung mehr als ausgleichen. Die Ausbeute stieg erneut auf ca. 200 %. Die Ausbeute der Windkraft lag damit die meiste Zeit über dem Mittelwert der Jahre 2010 bis 2019: Der Juni war ein sehr windenergiefreundlicher Monat. Die Ausbeute der Solaranlagen dagegen war nur an einigen Tagen überdurchschnittlich. Im Endeffekt ergänzten sich die beiden erneuerbaren Quellen sehr gut. Der Monatswechsel gestaltete sich sehr sonnig, sodass mehrere Tage über 100 % Ausbeute bei der Photovoltaik erzielt werden konnte. Der Rest des Monats war sehr wechselhaft und wolkenreich, sodass die Ausbeute bei Solaranlagen meistens unterhalb des langjährigen Mittels (unter 100 % Ausbeute) verblieb. Gleichzeitig herrschte durch Tiefdruckeinfluss häufiger windiges Wetter, sodass die Windkraft wiederholt mehr als 100 % Ausbeute erreichte. Erwähnenswert ist vor allem die windige Phase Ende Juli und zum Monatswechsel in den August. Für die Solarenergiegewinnung war der Juli ein unterdurchschnittlicher Monat, bedingt durch die rege Tiefdrucktätigkeit. Beim Wind konnte zumindest an vielen Tagen eine Ausbeute von über 100 % erreicht werden, sodass sich die Erzeuger beider erneuerbarer Energien zeitweise gut ergänzen konnten. Der August startete mit einer sehr windigen Phase und mehreren Tagen über 150 % der üblichen Ausbeute, danach war der August ein sehr windschwacher Monat. In der Folge gab es nur noch einzelne Tage, die mehr als 100 % der Ausbeute der Jahre 2010 bis 2019 erreichen konnten. Im Zeitraum vom 07. bis 21.08. war der August außerordentlich sonnig, und es konnte mehrere Tage in Folge eine Ausbeute von über 100 % der Solarenergie erzielt werden, sodass in diesem Zeitraum die windschwache Phase durch ein Plus in der Photovoltaik ausgeglichen werden konnte. Dies gelang in den letzten Tagen des Monats nur noch selten. Der Sommer 2025 war aus Sicht der erneuerbaren Energien sehr zwiegespalten: er war überaus windreich, sodass die Ausbeute über den gesamten Zeitraum gerechnet beim Wind bei über 110 % lag, während bei der Photovoltaik das Mittel der Jahre von 2010 bis 2019 mit 80 % deutlich verfehlt wurde.
Wo finde ich die jährlichen und monatlichen Durchschnittstemperaturen und wie werden sie seit 1990 gemessen?
Indikatorkennblatt Klimafolgenindikatoren Sachsen-Anhalt Indikator B6 Wassertemperatur an der Oberfläche von Seen Nr. des IndikatorsB6 BezeichnungWassertemperatur an der Oberfläche von Seen ThemenfeldWasser Räumliche GliederungArendsee und Rappbodetalsperre Bearbeitungsstand20.08.2025 Dargestellt wird der Mittelwert der Oberflächentemperatur (zwischen 0 und 100 cm) während der Saison vom 01. April bis zum 31. Oktober in verschiedenen Seen in °C. Er wird wie folgt je See berechnet: Schritt 1: Umrechnung in Meter unter Pegel Sofern erforderlich, ist bei Tiefenprofilmessungen eine Anpassung der Einheit notwendig. Höhenangaben über Normalhöhennull (NHN) müssen mit Angaben zur Pegelhöhe verrechnet werden, um die Daten bis zu einer Tiefe von 1 m unterhalb des Pegels korrekt selektieren zu können. Schritt 2: Aggregierung der Tiefenprofile zu einem Oberflächenwert Falls Wassertemperaturen in Form von Tiefenprofilen mit Messungen in verschiedenen Tiefen vorliegen, werden die Oberflächenwassertempera- turen selektiert, die zwischen 0 und 1 m Tiefe unterhalb des Pegels lie- gen. Sind in dieser Tiefe mehrere Messungen zu einem Messzeitpunkt vorhanden, wird aus ihnen das arithmetische Mittel berechnet. Definition und Berech- nungsvorschrift Schritt 3: Zusammenstellung der Saisonwerte und Fehlwertergänzung Liegen Oberflächentemperaturdaten mit höherer Frequenz als monatlich vor, werden diese zu monatlichen Durchschnittstemperaturen gemittelt*. Ist für einen Monat nur ein Messwert vorhanden, wird dieser als repräsen- tativer Monatswert genutzt. Sollte es für einen Monat innerhalb der be- trachteten Saison eine Messlücke geben, wird diese durch Mittelwertbil- dung geschlossen, sofern für den vorangehenden und folgenden Monat Werte vorliegen. * Sonderfall Arendsee: Für den Arendsee liegen tägliche Terminmessun- gen zu unterschiedlichen Uhrzeiten, teilweise zu mehreren Uhrzeiten täg- lich, vor. In die Errechnung der Monatsmittelwerte ist jeweils der Tages- wert eingegangen, der am nächsten an 14:00 Uhr liegt (da es für die meisten Tage der Zeitreihe einen 14:00-Uhr-Wert gibt). Gibt es für einen Tag zwei Werte mit demselben zeitlichen Abstand zu 14:00 Uhr (bei- spielsweise einen Wert für 08:00 Uhr und einen für 20:00 Uhr), wird ein Mittelwert aus diesen beiden Werten errechnet und dieser geht in das Mo- natsmittel ein. Verwendet werden immer die dem 14:00-Uhr-Zeitpunkt nächstgelegenen Werte. Schritt 4: Berechnung des Saisonmittels Aus den Monatswerten wird pro Jahr durch Bildung des arithmetischen Mittels die Mitteltemperatur des Oberflächenwassers in der Saison 01. April bis 31. Oktober berechnet. Datenquelle, AufbereitungIGB: Seemonitoring Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH (FEO): Talsperrenmonito- ring BedeutungBedeutung des Themas: Seen erfüllen vielfältige ökologische Funktionen und Dienstleistungen, wie Speicherung von Trinkwasser, Bereitstellung von Erholungsgebieten und die Unterstützung landwirtschaftlicher Bewässerung. Sie sind unerlässlich für die Erhaltung der Biodiversität und haben außerdem positive mikrokli- Seite 1/4 Erstellt im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt Indikatorkennblatt Klimafolgenindikatoren Sachsen-Anhalt Indikator B6 Wassertemperatur an der Oberfläche von Seen matische Auswirkungen auf ihr Umfeld. Um diese Funktionen aufrechtzu- erhalten, ist ein guter ökologischer Zustand der Seen notwendig (Adrian & Shatwell 2018, Blenckner 2012). Weltweit wird das Wasser von Seen in Folge des Klimawandels wärmer (Adrian & Shatwell 2018). Seit den 1980er Jahren ist auch in Deutschland eine signifikante Erwärmung stehender Gewässer um 0,4 bis 0,5 °C pro Dekade zu beobachten (Hupfer et al. 2022). Der Anstieg der Wassertem- peratur folgt dabei dem der Lufttemperatur nicht unmittelbar im Verhältnis 1:1. Regionale und See-spezifische Faktoren spielen eine große Rolle, was die Komplexität des Ökosystems See und die Bedeutung von regio- nalen/lokalen Untersuchungen unterstreicht (Hupfer et al. 2022). Die Wassertemperatur stehender Gewässer ist ein entscheidender Para- meter für die ökologische Gesundheit und Funktionsweise dieser Sys- teme. Veränderungen der Oberflächenwassertemperaturen beeinflussen sowohl die physikalisch-chemischen Eigenschaften des Wassers als auch biologische Prozesse und Interaktionen, die in den Gewässern stattfinden (Adrian & Shatwell 2018). So beeinflussen steigende Wassertemperatu- ren beispielsweise das Schichtungsverhalten des Sees, die Dauer der Eisbedeckung, die Wasserchemie, die Verdunstung und die Struktur so- wie die Nahrungsnetze (Bär Lamas 2022, Hupfer et al. 2022). Insbeson- dere flache und nährstoffreiche Seen sind anfällig für Temperaturan- stiege, da sich erstere schneller erwärmen und letztere anfällig sind für Eutrophierungsprozesse. Auswahl und Gestaltung des Indikators: Ein systematisches Klimamonitoring ist wesentlich, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Seen zu verstehen und Anpassungsstrategien zu entwickeln (Hupfer et al. 2022). Der Indikator „Wassertemperatur an der Oberfläche von Seen“ bildet die Reaktion von Seen auf klimatische Ver- änderungen ab und kann als klares Signal für den Klimawandel herange- zogen werden. Das Oberflächenwasser von Seen ist in der Regel gut durchmischt und reagiert im Gegensatz zum Tiefenwasser zügig auf Än- derungen der Lufttemperatur (Werner & Hesselschwerdt 2015). Die Verfügbarkeit von Daten für die sachsen-anhaltinischen Seen ist je- doch eingeschränkt. Für viele Seen liegen nur wenige, den Anforderun- gen der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) genügende Messungen während der Sommermonate vor. Auch sind nicht für alle Seen für jedes Jahr Daten vorhanden. Daher werden nur zwei Seen (Arendsee und Rappbodetalsperre) betrachtet, für welche regelmäßige Messungen der Wassertemperatur für das ganze Jahr zur Verfügung stehen. Intervall der Zeitreihejährlich, seit 2010 Aktualisierungjährlich Kommentierung des Indi- katorverlaufsDer vorliegende Indikator zeigt die zeitliche Entwicklung der Oberflächen- temperatur von zwei verschiedenen Seen in Sachsen-Anhalt im Zeitraum von 2010 bis 2024. Deutlich zu erkennen sind Unterschiede zwischen den Seen aufgrund ihrer unterschiedlichen räumlichen Lage und spezifischen Eigenschaften. Von beiden Seen hat die Rappbodetalsperre die längste Zeitreihe. An der Rappbodetalsperre werden die tiefsten Temperaturen gemessen. Im hei- ßen Sommer 2018 erreichte sie mit einem Saisonmittel von 16,7 °C ihre höchste Temperatur, während für das Jahr 2013 mit 14,3 °C die niedrigste Temperatur dokumentiert wurde. Zwar gab es im Sommer 2013 markante Hitzewellen, doch war das Frühjahr vergleichsweise kühl (DWD 2013). Im Jahr 2024 wurde der Höchstwert von 16,7° C wieder erreicht. Insgesamt zeichnet sich eine deutliche Erwärmung ab. Wärmer ist der Arendsee. Die Temperaturentwicklung zeigt einen ähnli- chen Verlauf. Die höchsten Temperaturen wurden 2014 mit 17,9 °C, 2024 mit 17,8°C und im Extremjahr 2018 (DWD 2018) mit 17,4 °C erreicht. Die Seite 2/4 Erstellt im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt Indikatorkennblatt Klimafolgenindikatoren Sachsen-Anhalt Indikator B6 Wassertemperatur an der Oberfläche von Seen niedrigste Temperatur wurde am Arendsee mit 15,7 °C im Jahr 2015 ge- messen. Eine deutliche Erwärmung wie an der Rappbodetalsperre ist hier nicht zu erkennen. Allerdings ist der Messzeitraum noch zu kurz, um dies ausreichend beurteilen zu können. °C Bezeichnung für DiagrammWassertemperatur an der Oberfläche von Seen Mitteltemperatur des Oberflächenwassers in der Saison (April bis Oktober) [°C] Maßeinheit 21 20 19 18 17 16 15 14 13 0 12 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Arendsee Rappbodetalsperre Messstelle 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Arendsee Rappbode- talsperre 14,5 15,4 15,0 14,3 17,915,716,916,017,416,917,016,017,216,817,8 16,015,115,915,616,715,215,615,015,616,316,7 Seite 3/4 Erstellt im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt
Das Frühjahr 2023 war in Sachsen-Anhalt zu warm und erneut zu trocken. Die Sonnenscheindauer übertraf das langjährige Mittel. Im Folgenden wird zunächst ein Überblick über die einzelnen Monate gegeben. Am Ende wird das gesamte Frühjahr zusammenfassend bewertet. Die angegebenen Monatsmittelwerte beziehen sich dabei auf das Mittel der Fläche des Landes Sachsen-Anhalt (Quelle: Deutscher Wetterdienst). Der März zeichnete sich durch überwiegend von Tiefdruck beeinflusstes Wetter aus, das sich vor allem im ersten Monatsdrittel sehr kühl gestaltete. Der Rest des Monats präsentierte sich häufig frühlingshaft mild. Dies führte zu einer Monatsmitteltemperatur von 5,9 °C, die somit 2,2 K über dem langjährigen Mittel der Klimaperiode von 1961 bis 1990 und 1,1 K über dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 lag. Schneefälle sorgten am Morgen des 8. März vor allem im Süden Sachsen-Anhalts für eine Schneedecke. So lagen beispielsweise abseits des Harzes in Braunsroda 11 cm und in Finne-Lossa 10 cm Schnee. Auch an den Folgetagen bis zum 11. März kam es immer wieder zu Schneefällen und es bildete sich im Tiefland mancherorts eine dünne Schneedecke. Insgesamt fielen in diesem tiefdruckgeprägten März 68,5 mm Niederschlag. Dies entspricht 172,4 % des langjährigen Klimamittels von 1961 bis 1990. Auch gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 erreichte der März 167,3 % des üblichen Niederschlags. Damit war der März 2023 der feuchteste März seit 22 Jahren. Mit 90,1 Sonnenstunden war der März der sonnenscheinärmste seit 2009. Er erreichte 82,4 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und nur 73,1 % zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Mit 7,8 °C traf der April fast genau (0,1 K) den Mittelwert der Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 hingegen schloss der April um -1,6 K zu kühl ab. Damit war der April gegenüber der neusten Klimaperiode von 1991 bis 2020 der dritte zu kalte April in Folge. Die erste Monatshälfte gestaltete sich zunächst wechselhaft und kühl, die zweite Monatshälfte hingegen war beständiger und milder. So konnte am 21. April in Sachsen-Anhalt verbreitet der erste Tag mit mehr als 20 °C registriert werden. Dank der feuchten ersten Monatshälfte erreichte der April eine Niederschlagssumme von 42,0 mm. Dies entspricht 97,0 % des Solls der Klimaperiode von 1961 bis 1990. Im Vergleich zum Mittel von 1991 bis 2020 waren es 114,2 %. Der April war somit gegenüber der Periode von 1961 bis 1990 seit 2009 immer zu trocken. Hingegen war er dieses Jahr im Vergleich zu 1991 bis 2020 seit 2008 erstmals wieder zu feucht gewesen. Der April erreichte 153,3 Sonnenstunden, dies entspricht 100,8 % im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 und 82,6 % in Bezug zur Klimaperiode von 1991 bis 2020. Der Mai zeigte sich in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt sehr hochdruckgeprägt. Dies führte zu milden Tagen, aber auch zu kühlen Nächten. Im Monatsmittel erreichte der Mai 13,4 °C und war damit um 0,6 K wärmer als in der Referenzperiode von 1961 bis 1990. Im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2020 war der Mai um 0,2 K zu kühl. Besonders zu Monatsbeginn gab es frostige Nächte, so wurde am 1. Mai in Genthin eine Tiefsttemperatur von -1,2 °C gemessen und am Folgetag -1,6 °C in Gardelegen. Mit lediglich 11,6 mm Niederschlag war der Mai der trockenste in Sachsen-Anhalt seit Aufzeichnungsbeginn 1881. Diese Summe entspricht lediglich 22,4 % der üblichen Menge des 30-jährigen Zeitraums von 1961 bis 1990 bzw. 21,0 % zur Klimaperiode 1991-2020. Damit setzte sich die trockene Phase, welche seit Mitte April andauert, über den Mai hinweg fort. Die fünf trockensten Maimonate seit 1881 sind in untenstehender Tabelle aufgelistet. Mit 269,6 Sonnenstunden konnten im Mai 130,8 % der von 1961 bis 1990 üblichen Sonnenscheindauer gemessen werden, was 122,3 % der Klimaperiode 1991 bis 2020 entspricht. Tabelle 1: Niederschlagsummen der trockensten Maimonate seit 1881 Rang Jahr Niederschlagssumme 1 2023 11,6 mm 2 1990 12,4 mm 3 1919 12,9 mm 4 1915 13,4 mm 5 1988 13,7 mm Betrachtet man das gesamte Frühjahr vom 1. März bis zum 31. Mai, dann ergibt sich ein Temperaturmittel von 9,1 °C. Dieses liegt 1,0 K über dem Wert der Referenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 0,2 K unter dem Klimamittel von 1991 bis 2020. Den rekordtrockenen Mai konnte der sehr feuchte März nicht vollständig kompensieren. So reichten die über das Frühjahr gefallenen 122,2 mm Niederschlag nicht aus, um das Soll des Frühjahrs zu erreichen. Somit erreichte der Frühjahrsniederschlag 90,6 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 95,8 %. Das bedeutet für Sachsen-Anhalt, dass das Frühjahr 2023 das 10. zu trockene Frühjahr in Folge im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 gewesen ist. Während des Frühjahrs schien die Sonne in Sachsen-Anhalt 513,0 Sonnenstunden. Dies entspricht im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 109,7 % und zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 96,9 %.
Das Frühjahr 2024 war in Sachsen-Anhalt das wärmste seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Es war etwas feuchter und etwas sonnenscheinreicher als üblich. Im Folgenden wird zunächst ein Überblick über die einzelnen Monate gegeben. Am Ende wird das gesamte Frühjahr zusammenfassend bewertet. Die angegebenen Monatsmittelwerte beziehen sich dabei auf das Mittel der Fläche des Landes Sachsen-Anhalt (Quelle: Deutscher Wetterdienst). Nach dem extrem milden Februar setzte sich die Wärmeanomalie auch im März fort. So erreichte der März in Sachsen-Anhalt eine Monatsmitteltemperatur von 7,6 °C, die 3,9 K über dem langjährigen Mittel der Klimaperiode von 1961 bis 1990 und 2,8 K über dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 liegt. Damit war der März 2024 der zweitwärmste in Sachsen-Anhalt nach 1938. Durch eine kräftige Südströmung zum Monatsende konnten bereits frühsommerliche Temperaturen erreicht werden. So wurden am 30.03. in Osterfeld mit 23,0 °C und in Jeßnitz mit 23,3 °C die höchsten Temperaturen gemessen. Insgesamt fielen in diesem März 29,6 mm Niederschlag. Dies entspricht 74,5 % des langjährigen Klimamittels von 1961 bis 1990. Auch gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 erreichte der März nur 72,3 % des üblichen Niederschlags. Damit beendete der März die Reihe von fünf zu feuchten Monaten in Folge. Mit 134,2 Sonnenstunden erreichte der März 2024 in Sachsen-Anhalt 122,7 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und 108,9 % zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Mit 11,0 °C im Mittel war der April deutlich zu warm und erreichte somit ein Plus von 3,2 K gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 betrug die Abweichung des Aprils noch 1,6 K. Damit war der April der wärmste seit 2018 und setzte die Phase deutlich zu milder Monate seit Februar 2024 fort. Dies war bereits in der ersten Monatshälfte spürbar, die teils schon sommerliche Temperatur hervorbrachte. So wurden vielerorts bereits ungewöhnlich früh 25 bis 28 °C gemessen. Da auch die Vormonate deutlich zu mild waren, war auch die Natur ihrer Zeit weit voraus. Erkennbar in der Phänologischen Uhr in Abbildung 1. Der Vorfrühling mit der Haselblüte startete in Sachsen-Anhalt 2024 bereits im Januar statt Februar und der Vollfrühling mit der Apfelblüte begann bereits Anfang April und damit 18 Tage eher als gewöhnlich. Kälteeinbrüche, die bis Mitte Mai durchaus üblich sind, konnten so die Obstbaumblüte und die Natur im Allgemeinen empfindlich treffen. Dieser Fall trat dann zwischen dem 20. und 25. April auf, als es in mehreren Nächten in Folge zu flächendeckenden Luftfrösten kam. Im Harz sank die Temperatur beispielsweise in Stiege auf -6,9 °C ab, aber auch im Flachland kam es zu Frost, wie in Querfurt mit -4,1 °C oder in Genthin mit -3,6 °C. In der Folge kam es zu massiven Frostschäden in der Landwirtschaft, insbesondere im Obst- und Weinanbau. In den letzten Apriltagen stieg die Temperatur wieder deutlich an und erreichte erneut ungewohnt hohe Werte, wie zum Beispiel mit 28,3 °C in Jeßnitz am 30.04.2024. Mit insgesamt 37,4 mm Niederschlag, war der April 2024 in Sachsen-Anhalt etwas zu trocken. Denn es wurden somit nur 86,4 % des Solls der Klimaperiode von 1961 bis 1990 erreicht. Im Vergleich zum Mittel von 1991 bis 2020 waren es hingegen 119,4 %. Der April erreichte 157,4 Sonnenstunden, dies entspricht 103,5 % im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 und 84,8 % in Bezug zur Klimaperiode von 1991 bis 2020. Auch der Mai führt die Reihe sehr milder Monate fort und erreichte eine Monatsmitteltemperatur von 16,2 °C und war damit um 3,4 K wärmer als nach der Referenzperiode von 1961 bis 1990 üblich. Im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2020 war der Mai um 2,5 K wärmer. Damit war der Mai 2024 der viertwärmste seit 1881 in Sachsen-Anhalt. Die wärmsten Maimonate sind in Tabelle 1 aufgelistet. Wiederholt wurden Sommertage mit 25 °C oder mehr registriert. Die meisten davon konnten in der Altmark gemessen werden. Dort war Seehausen mit 11 Sommertagen Spitzenreiter, hingegen wurde in Querfurt kein einziger Sommertag gemessen. Die Niederschlagsmenge im Flächenmittel Sachsen-Anhalts betrug im Mai 70,3 mm. Diese Summe entspricht 135,5 % der üblichen Menge des 30-jährigen Zeitraums von 1961 bis 1990 bzw. 127,2 % zur Klimaperiode 1991 bis 2020. Damit war der Mai der feuchteste seit 2014. Allerdings verteilte sich der Niederschlag zeitlich und räumlich höchst ungleichmäßig. Bis zum 20.05. blieb es im Land fast gänzlich trocken, während kräftige Regenfälle und Gewitter im letzten Monatsdrittel punktuell enorme Regenmengen brachten. Besonders trocken war es im Osten des Landes, zum Beispiel in Wittenberg mit 27,0 mm (51,5 % im Vergleich zu 1961 bis 1990), während es vom Harz bis nach Halle besonders feucht war, wie z. B. in Bad Lauchstädt mit 135,5 mm (260,1 %). Mit 227,4 Sonnenstunden konnten im Mai 110,3 % der von 1961 bis 1990 üblichen Sonnenscheindauer gemessen werden, was 103,2 % der Klimaperiode 1991 bis 2020 entspricht. Tabelle: Die wärmsten Maimonate seit 1881: Rang Jahr Mitteltemperatur Abweichung zu 1961-1990 1 1889 17,2 °C 4,3 K 2 2018 16,8 °C 4,0 K 3 1931 16,4 °C 3,5 K 4 2024 16,2 °C 3,4 K Betrachtet man das gesamte Frühjahr vom 1. März bis zum 31. Mai, dann ergibt sich ein Temperaturmittel von 9,1 °C. Dieses liegt 1,0 K über dem Wert der Referenzperiode von 1961 bis 1990 bzw. 0,2 K unter dem Klimamittel von 1991 bis 2020. Den rekordtrockenen Mai konnte der sehr feuchte März nicht vollständig kompensieren. So reichten die über das Frühjahr gefallenen 122,2 mm Niederschlag nicht aus, um das Soll des Frühjahrs zu erreichen. Somit erreichte der Frühjahrsniederschlag 90,6 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 95,8 %. Das bedeutet für Sachsen-Anhalt, dass das Frühjahr 2023 das 10. zu trockene Frühjahr in Folge im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 gewesen ist. Während des Frühjahrs schien die Sonne in Sachsen-Anhalt 513,0 Sonnenstunden. Dies entspricht im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 109,7 % und zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 96,9 %.
Der Sommer 2023 war in Sachsen-Anhalt wie auch die letzten 26 Sommer zu warm verglichen mit der Referenzperiode 1961-1990. Er brachte mehr Niederschlag als üblich und die Sonne schien überdurchschnittlich häufig. Im Folgenden wird zunächst ein Überblick über die einzelnen Monate gegeben. Am Ende wird der gesamte Sommer 2023 zusammenfassend bewertet. Die angegebenen Monatsmittelwerte beziehen sich dabei auf das Mittel der Fläche des Landes Sachsen-Anhalt. Abweichungen werden gegenüber dem Mittelwert 30-jähriger Perioden angegeben. (Datenquelle: Deutscher Wetterdienst). Die Monatsmitteltemperatur des Juni in Sachsen-Anhalt betrug 18,8 °C und wich damit um 2,7 K von der Referenzperiode von 1961 bis 1990 ab. Auch im Vergleich zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 war der Monat um 1,9 K wärmer als üblich. Darüber hinaus war der Juni 2023 auch der 8. zu warme Juni in Folge. Der Monat verlief dabei ohne große Hitze, die Temperatur bleib dauerhaft auf hohem Niveau. Dies führte verbreitet zu 17 bis 22 Sommertagen, also Tagen mit Tageshöchsttemperaturen von mindestens 25,0 °C. Im Juni fielen 78,5 mm Niederschlag. Das entspricht 125,0 % des Monatssolls gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 und 141,4 % gegenüber der Periode 1991 bis 2020. Dabei gab es örtlich sehr große Unterschiede bedingt durch lokal heftige Gewitter. So fielen in Gröningen im Landkreis Börde 152,8 mm Niederschlag, was 297,8 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 entspricht. Davon fielen allein am 22. und 23. Juni binnen 48 Stunden 108,1 mm Niederschlag. Andererseits blieb es gerade in den südlichen Landesteilen häufig zu trocken. Freyburg (Unstrut) erreichte mit 24,6 mm nur 40,1 % des von 1961 bis 1990 üblichen Niederschlags und war damit die trockenste Wetterstation in Sachsen-Anhalt. Die Sonnenscheindauer überstieg ihr langjähriges Mittel mit 270,0 Stunden deutlich, sodass der Juni 2023 gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 131,9 % und 121,2 % zur Periode 1991 bis 2020 erreichen konnte. Auch der Juli präsentierte sich im Flächenmittel Sachsen-Anhalts mit 19,3 °C zu warm und lag damit um 1,7 K über dem Wert der Referenzperiode von 1961 bis 1990 und 0,3 K über dem Klimawert von 1991 bis 2020. Der Juli war geprägt durch einen Wechsel aus Hoch- und Tiefdruckgebieten, die abwechselnd sehr heiße und warme Luftmassen nach Sachsen-Anhalt führten. So konnten am 9. Juli im Süden und Westen teils über 35 °C erreicht werden, auch am 15. Juli erreichte sehr heiße Luft das Land. So konnte in Querfurt mit 36,1 °C die höchste Temperatur des Sommers gemessen werden. Die Temperaturwechsel gingen teils mit kräftigen Gewittern einher, die von Sturmböen begleitet wurden. In diesem Zusammenhang wurden am 17.07. und 24.07. schwere Sturmböen gemessen. Die höchsten Windgeschwindigkeiten traten in Wernigerode mit 97 km/h und in Harzgerode mit 94 km/h auf. Der Niederschlag verteilte sich im Juli sehr ungleichmäßig. Während im Flächenmittel mit 55,0 mm Niederschlag 105,2 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 erreicht wurden, war der Monat im Vergleich zu 1991 bis 2020 mit 76,9 % zu trocken. Mit 102,7 mm Niederschlag erhielt Diesdorf mit 178,3 % den prozentual meisten Niederschlag in Sachsen-Anhalt im Vergleich zu 1961 bis 1990, während Mücheln mit 21,8 mm mit 41,8 % den wenigsten Niederschlag abbekam. Die Sonnenscheindauer im Juli betrug 236,1 Stunden, was 114,3 % gegenüber dem Mittel der Referenzperiode von 1961 bis 1990 entspricht. Auch im Vergleich zum 30-jährigen Zeitraum von 1991 bis 2020 war dieser Juli mit 105,1 % etwas zu sonnenscheinreich. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,9 °C schloss der August um 1,8 K zu warm über der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 ab. Auch im Vergleich zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 war der August 2023 in Sachsen-Anhalt um 0,3 K zu warm. Während die ersten 10 Tage und die letzten 5 Tage des Monats nur mäßig warm waren, zeigte sich der Monat vom 11. bis 25. hochsommerlich warm und schwül. Die sehr warme Phase im August brachte zahlreiche heftige Gewitter für Sachsen-Anhalt. Daraus resultiert ein Flächenmittel des Niederschlags für das gesamte Bundesland von 107,4 mm. Dies entspricht 182,0 % des langjährigen Mittels von 1961 bis 1990 bzw. 185,9 % im Vergleich zum Klimamittel von 1991 bis 2020. Damit war der August der nasseste seit 2010. Dabei gab es regional große Unterschiede, so fielen zum Beispiel in Röblingen am See mit 211,8 mm 399,6 % des normalen Augustniederschlags des Zeitraums 1961 bis 1990, auch in Halle-Döllnitz war es mit 193,7 mm bzw. 342,8 % deutlich zu nass. Im Kontrast dazu wurde beispielsweise in Erxleben mit 57,7 mm bzw. 95,7 % und in Dessau mit 64,1 mm bzw. 96,0 % das Niederschlagssoll des Monats August nicht erreicht. Teilweise fielen auch enorme Niederschlagssummen binnen eines Tages. Eine Übersicht aller Stationen und Tage an denen mindestens 50 mm Niederschlag fielen, sind in Tabelle 1 aufgelistet. Mit den kräftigen Gewittern kam es auch zu schweren Sturmböen, so zum Beispiel am 14.08. in Bad Lauchstädt und am 15.08. in Quedlinburg mit jeweils 96 km/h. Der August erreichte 183,8 Sonnenstunden in Sachsen-Anhalt, das entspricht 92,7 % des langjährigen Mittels von 1961 bis 1990 und 86,8 % des Klimamittels 1991 bis 2020. Datum Wetterstation Niederschlagssumme in 24 h 06.08.2023 Weißenfels 56,7 mm 14.08.2023 Annaburg 63,3 mm Bad Lauchstädt 59,3 mm 15.08.2023 Groß Börnecke - Hecklingen (Börde) 56,9 mm Magdeburg 53,4 mm 16.08.2023 Halberstadt 61,5 mm 25.08.2023 Röblingen am See 72,5 mm Über den gesamten Sommer betrachtet, hatte Sachsen-Anhalt eine Mitteltemperatur von 19,0 °C. Damit lag der Sommer um 2,1 K über dem langjährigen Mittel von 1961 bis 1990 und 0,8 K über dem neueren Klimamittel von 1991 bis 2020. Der letzte zu kühle Sommer im Vergleich zur Referenzperiode von 1961 bis 1990 war der Sommer 1996, gegenüber der Klimaperiode 1991 bis 2020 war der letzte zu kühle Sommer im Jahre 2014. Im Sommer fielen 240,8 mm Niederschlag. Dies entspricht 138,4 % des langjährigen Mittels von 1961 bis 1990 bzw. 130,4 % des Mittels von 1991 bis 2020. Es gab durch die Vielzahl an lokalen Gewittern große regionale Unterschiede. Der prozentual nasseste Ort in Sachsen-Anhalt im Sommer 2023 gegenüber dem Klimazeitraum 1961 bis 1990 war Gröningen mit 346,2 mm bzw. 229,3 %, der prozentual trockenste Ort war Köthen mit 137,8 mm bzw. 82,5 %. Bei der Sonnenscheindauer erreichte der Sommer insgesamt 689,8 Stunden, was 113,1 % des Solls der Referenzperiode 1961 bis 1990 entspricht. Gegenüber der Klimaperiode von 1991 bis 2020 sind es 104,6 % der Sonnenscheindauer.
Der Herbst 2022 war wieder einmal zu warm, brachte weniger Niederschlag als üblich und die Sonnenscheindauer übertraf das langjährige Mittel deutlich. Im Folgenden wird zunächst ein Überblick über die einzelnen Monate gegeben, am Ende wird der gesamte Herbst 2022 zusammenfassend bewertet. Die angegebenen Monatsmittelwerte beziehen sich dabei auf das Mittel der Fläche des Landes Sachsen-Anhalt (Quelle: Deutscher Wetterdienst). Der September erreichte ein Monatsmittel von 13,8 °C und damit genau das Klimamittel der Periode von 1961 bis 1990. Gegenüber dem 30-jährigen Zeitraum von 1991 bis 2020 war der September 2022 um 0,6 Kelvin (K) kühler. Zu Monatsbeginn dominierten noch sommerliche Temperaturen, so wurde beispielsweise in Bad Lauchstädt am 07. September mit 29,7 °C beinahe ein Hitzetag (Tageshöchsttemperatur von mindestens 30,0 °C) erreicht. In der zweiten Monatshälfte überwogen kühle Luftmassen in Sachsen-Anhalt, und es wurde speziell in den Nächten bereits empfindlich kalt. Am 23. September erreichte Genthin mit 0,0 °C erstmals die Null-Grad-Marke abseits des Oberharzes. Mit 55,3 mm Niederschlag war der September gegenüber der Klimaperiode von 1961 bis 1990 deutlich zu feucht und erreichte 133,0 % des Solls. In Relation zur Klimaperiode von 1991 bis 2020 entsprach der Niederschlag 111,9 % des 30-jährigen Mittels. Dabei zeigten sich lokal erneut große Unterschiede. So konnten in Zeitz mit 95,9 mm Niederschlag 219,9 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 erreicht werden, während in Dessau-Roßlau mit 29,9 mm lediglich 69,7 % des Solls der 30-Jahres-Periode von 1961 bis 1990 gemessen wurden. Die Sonnenscheindauer im September betrug 157,6 Stunden, was gegenüber der Klimaperiode von 1961 bis 1990 109,6 % des Solls und gegenüber der 30-jährigen Periode von 1991 bis 2020 mit 99,8 % fast exakt dem Soll entspricht. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 12,9 °C war der Oktober 2022 in Sachsen-Anhalt um 3,5 K wärmer als nach der Klimaperiode 1961 bis 1990Gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 3,3 K. Damit war der Oktober 2022 der wärmste seit 1881 in Sachsen-Anhalt. Die drei wärmsten Oktobermonate sind in Tabelle aufgelistet. Der Oktober war vor allem in der zweiten Monatshälfte durch sehr warme Luftmassen geprägt, häufig wurden nochmals 20 °C und mehr erreicht. Besonders der 17. Oktober sticht heraus, brachte dieser doch verbreitet nochmals einen Sommertag mit mehr als 25 °C. Am wärmsten war es dabei in Bernburg mit 26,8 °C. Ein weiterer beachtlicher Wärmeschub erreichte Sachsen-Anhalt zum Monatsende. Erneut wurde an einigen Orten ein Sommertag registriert, so war es am 28. Oktober in Quedlinburg mit 26,2 °C am wärmsten. Am 30.10. verfehlte Quedlinburg mit 24,7 °C den Sommertag nur knapp. Doch nicht nur tagsüber war es ungewöhnlich warm, auch die Nächte waren ungewöhnlich mild. Dies führte letztendlich zu einem klaren neuen Rekord für den Monat Oktober. Der Verlauf der mittleren Temperatur in Wernigerode ist in Abbildung 1 dargestellt. Deutlich zu sehen sind die extrem warmen Tage von Mitte Oktober bis Anfang November. Der Oktober brachte insgesamt 30,1 mm Niederschlag, was 84,5 % der Klimaperiode von 1961 bis 1990 entspricht. Gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 sind es nur 69,7 % des Niederschlags. Damit ist der Oktober der achte zu trockene Monat des Jahres 2022. Es gab allerdings regional große Unterschiede. Vor allem in der Altmark war es besonders trocken, hier fielen zum Beispiel in Seehausen nur 11,7 mm Niederschlag, während es im Harz deutlich feuchter war wie beispielsweise in Sorge mit 67,3 mm Niederschlag. Im Oktober konnten außerdem 157,0 Sonnenstunden registriert werden. Das entspricht 150,5 % gegenüber der Klimaperiode von 1961 bis 1990 und 140,3 % gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020. Damit ist der Oktober der siebtsonnigste seit 1951. Tabelle: Übersicht der drei wärmsten Oktobermonate in Sachsen-Anhalt seit 1881 und deren Abweichungen zu den Klimaperioden. Platz Jahr Mitteltemperatur Abweichung zu 1961-1990 Abweichung zu 1991-2020 1 2022 12,9 °C 3,5 K 3,3 K 2 2001 12,7 °C 3,3 K 3,1 K 3 2006 12,5 °C 3,1 K 2,8 K Tabelle: Übersicht der drei wärmsten Oktobermonate in Sachsen-Anhalt seit 1881 und deren Abweichungen zu den Klimaperioden. Die große Wärme von Ende Oktober begleitete das Land auch noch zu Beginn des Novembers, so dass gerade am 8. und 9. November nochmals knapp 20°C gemessen werden konnten, wie am 8. November mit 18,2°C in Quedlinburg. Im weiteren Monatsverlauf näherten sich die Temperaturen wieder den langjährigen Mittelwerten an. Vom 18. bis 21. November kam es zu einem ersten Kaltlufteinbruch, der vom Harz bis zum Burgenlandkreis eine dünne Schneedecke brachte. Über dieser dünnen Schneedecke kam es zu strengem Frost in Stiege mit -11,6 °C bzw. -10,5 °C in Harzgerode. Der November erreichte eine Mitteltemperatur von 6,0 °C, die um 1,6 K über dem Klimamittel von 1961 bis 1990 liegt. Gegenüber dem 30-Jahreszeitraum von 1991 bis 2020 war der November um 0,9 K zu warm. Der November brachte in Sachsen-Anhalt im Mittel 25,4 mm Niederschlag. Dies entspricht lediglich 59,2 % gegenüber der Klimaperiode von 1961 bis 1990 und 57,5 % gegenüber der 30-jährigen Periode von 1991 bis 2020. Der November 2022 war somit der 9. zu trockene Monat dieses Jahr. Die Sonne schien im November 2022 in Sachsen-Anhalt durchschnittlich 88,1 Stunden. Das entspricht gegenüber 1961 bis 1990 174,5 % der üblichen Sonnenscheindauer und 157,9 % zu 1991 bis 2020. Besonders viel Sonne gab es vom Harz bis ins südliche Sachsen-Anhalt mit zum Beispiel 111,2 Sonnenstunden (156,6 %) in Quedlinburg und 100,9 Stunden (186,8 %) in Bad Lauchstädt, während es in der Altmark deutlich trüber blieb. So erreichte Seehausen nur 63,5 Stunden, was aber immer noch 132,4 % der üblichen Sonnenscheindauer entspricht. Mit 10,9 °C lag der Herbst um 1,7 K über dem Mittelwert der Klimaperiode 1961 bis 1990. Gegenüber dem 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 1,2 K. Gleichzeitig war der Herbst in Sachsen-Anhalt zu trocken und erreichte mit 110,7 mm 92,2 % des Klimamittels von 1961 bis 1990. Im Vergleich zum 30-jährigen Mittel von 1991 bis 2020 wurden 80,9 % des Solls erreicht. Im Herbst konnten 402,7 Sonnenstunden registriert werden. Dies entspricht 134,9 % des Klimamittels von 1961 bis 1990 und gegenüber dem 30-Jahres-Zeitraum von 1991 bis 2020 123,7 %.
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