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Forschungsprogramm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt), Modellprojekt Stadt Regensburg

Ausgangslage/Betroffenheit: Die Stadt Regensburg hat etwa 134.000 Einwohner (Erstwohnsitze) und ist damit die viertgrößte Stadt Bayerns. Unter den Modellvorhaben weist Regensburg das stärkste Bevölkerungswachstum auf - sowohl in der zurückliegenden Einwohnerentwicklung als auch in den Prognosen bis 2025, nach denen ein Anstieg der Bevölkerung um 5,4Prozent erwartet wird. Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der Donau und den Mündungen der linken Nebenflüsse Naab und Regen. Es wird von den Winzerer Höhen, den Ausläufern des Bayrischen Waldes und dem Ziegetsberg umrandet, wodurch die Entstehung von Inversionswetterlagen begünstigt wird. Durch die topographische Pfortenlage weist die Stadt zudem eine hohe Nebelhäufigkeit auf und ist insbesondere in den Wintermonaten anfällig für Feinstaubbelastungen. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten hat Regensburg einen relativ kompakt gegliederten Stadtkörper und eine insgesamt homogene Siedlungsstruktur. Prägend ist die historische Altstadt mit ca. 1.000 denkmalgeschützten Gebäuden. Diese gilt als einzige authentisch erhaltene, mittelalterliche Großstadt Deutschlands und ist seit 2006 Welterbe der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur). Die Regensburger Altstadt wird als 'Steinerne Stadt' charakterisiert. Ihre historisch gewachsene dichte Baustruktur mit steinernen Plätzen und Gassen, wenig Bäumen im öffentlichen Raum und einer hohen Nutzungsdichte (Wohnen, Einkaufen, Arbeiten, Tourismus) erwärmt sich insbesondere im Sommer stärker als das Umland und wirkt als Hitzespeicher. So können die Temperaturunterschiede im Stadtgebiet bis zu 6 GradC betragen. Das Phänomen der Wärmeinsel, das sich im Zuge des fortschreitenden Klimawandels deutlicher ausprägt, impliziert einen sinkenden thermischen Komfort, löst zusätzliche Energiebedarfe aus und stellt u.U. veränderte Ansprüche an die Gestaltung von Freiflächen. Aufgrund der Lage an der Donau muss sich Regensburg ferner auf häufigere Schwüle und Gefährdung durch Hochwasser einstellen. Aus der Notwendigkeit zur Anpassung an den Klimawandel erwächst in Verbindung mit anderen Zielbildern einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung ein umfassender planerischer Handlungsbedarf. Im Rahmen des Modellprojekts thematisiert die Stadt Regensburg den Widerspruch zwischen einer Stadtentwicklungs- und Bauleitplanung, die auf Flächensparsamkeit und Innenentwicklung ausgerichtet ist, und erforderlichen Anpassungsstrategien an den Klimawandel, die bei der besonderen städtebaulichen Kompaktheit der Stadt Regensburg tendenziell eine Auflockerung von Baustrukturen und Flächenentsiegelung beinhalten. Im Sinne einer klimaangepassten Stadtentwicklung galt es: - auf strategischer Ebene die Weichen für eine klimaangepasste Flächennutzung für die zukünftige Stadtentwicklung zu stellen - auf operativer Ebene Maßnahmen für restriktive bis persistente Stadt- und Freiraumstrukturen zu entwickeln.

Gibt es eine neue Attraktivität der Städte?

Seit Anfang dieses Jahrzehnts zeigt sich für eine Reihe von deutschen Großstädten wieder eine positive Bevölkerungsentwicklung. Zugleich zeigt sich, dass die Suburbanisierungsprozesse rückläufig sind. Diese Entwicklung wird in Fachkreisen begrüßt, hat es doch den Anschein, als käme die Stadtentwicklung dem Ideal einer kompakten, Ressourcen sparenden Entwicklung näher. Im Rahmen dieses Projektes sollen die Effekte überprüft werden. Außerdem werden die lokalen Ausprägungen eines weiteren Städtewachstums als Forschungsthema in den Blick gerückt. Bedeutet eine positive Bevölkerungsentwicklung automatisch eine neue Attraktivität der Städte? Welche Prozesse und Strategien stecken hinter den Zahlen, wie schlagen sie sich in den Stadtquartieren nieder und wie sind sie zu bewerten? Es soll herausgefunden werden, inwieweit die steigenden Bevölkerungszahlen geplant sind, d.h. ob sie Resultat gezielter Strategien sind und unter welchen Bedingungen kommunale Strategien greifen. Bringt das statisch feststellbare Städtewachstum auf der einen und die gebremste Suburbanisierung auf der anderen Seite die Stadtentwicklung einer kompakten, ausgewogenen, sozialverträglichen und Ressourcen sparenden Entwicklung näher? Ausgangslage: Die Städtelandschaft ist in Deutschland durch gleichzeitig stattfindende Wachstums- und Schrumpfungsprozesse auf der Ebene der Stadtbevölkerung gekennzeichnet. Auch wenn nur die wachsenden oder nur die schrumpfenden Städte betrachtet werden, weisen sie untereinander recht heterogene Entwicklungen auf. Im Vorfeld des Forschungsprojektes hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ein Arbeitspapier erstellt, in dem die quantitativen Prozesse in deutschen Städten mit Bevölkerungsgewinnen näher unter die Lupe genommen werden. Die Bevölkerungsentwicklung wurde über die vergangenen zehn Jahre betrachtet, Städte wurden mit ihrem Umland verglichen und die Bevölkerungsentwicklung in Relation zur Beschäftigtenentwicklung gesetzt (Rubrik 'Ergebnisse'). Die Ergebnisse führen zur Auswahl von zehn Städten, für die vertiefende Analysen angestellt werden. Die Auswahl wurde erstens geleitet durch die Anforderung eines (geringfügigen) repräsentativen Charakters der ausgewählten Städte. Zweites galt die Bedingung, dass die Städte Mitglied im Netzwerk 'Innenstädtische Raumbeobachtung des BBSR' sind, weil dadurch eine Reihe von Daten unmittelbar verfügbar und Ansprechpartner bekannt sind. Als elfte Stadt hat sich Frankfurt am Main als assoziiertes Mitglied dem aus BBSR und Kommunen bestehenden Forschungskonsortium angeschlossen. Die BBSR-Website Werkstatt-Stadt gibt zum Einstieg und zur Illustration Hinweise auf Projekte, die in den zehn Städten in ihrer 'Wachstumsperiode' umgesetzt wurden und die Kriterien einer nachhaltigen Stadtentwicklung erfüllen.

NUR: Integration von ökosystembasierten Ansätzen in das Hochwasserrisikomanagement zur angepassten und nachhaltigen Stadtentwicklung in Zentralvietnam, Teilprojekt 3: Dateninfrastruktur und räumliche Analysen

Kleiner wohnen – besser wohnen

Die Wohnfläche pro Kopf steigt in Deutschland seit Jahren kontinuierlich an – mit erheblichen Folgen für Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Flächenverbrauch. Wohnungen sind in Freiburg knapp. Viele Haushalte, besonders von älteren Personen, wohnen in Ein- oder Zweifamilienhäusern. Die Kinder sind längst aus dem Haus und die Bewohner:innen haben mehr Platz als sie brauchen beziehungsweise tatsächlich nutzen können. In anderen Altersgruppen bekommen Familien Zuwachs und die Wohnbedarfe ändern sich. Die Herausforderungen oder Hürden, diesen Wohnraum an neue Bedürfnisse anzupassen, sind vielfältig und individuell. Das Projekt „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ möchte hier niederschwellige Alternativen aufzeigen. Ziel ist es, Bürger:innen für ein flächeneffizientes Wohnen zu sensibilisieren und sie dabei zu unterstützen, ihre Wohnfläche sinnvoll zu reduzieren – etwa durch Umbaumaßnahmen, Wohnraumteilung oder alternative Formen der Raumnutzung. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zu einer sozial ausgewogenen Wohnraumnutzung und zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Das Beratungsangebot im Projekt „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ richtet sich insbesondere an Eigentümer:innen von Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern in Freiburg. Neben Menschen in der sogenannten Nachfamilienphase werden seit 2025 auch junge Familien angesprochen, die einen Immobilienkauf planen und frühzeitig flexible Wohnkonzepte für unterschiedliche Lebensphasen berücksichtigen möchten. Auch Haushalte, die bei Familienzuwachs clevere Raumaufteilungen oder multifunktionale Lösungen benötigen, können eine Beratung in Anspruch nehmen. Die Umsetzung erfolgt durch die Energieagentur Regio Freiburg und wird über den Zukunftsfonds Klimaschutz der Stadt Freiburg finanziert. Kern des Projekts ist ein kostenfreies Beratungsangebot durch qualifizierte Architekt:innen, ergänzt durch eine breit angelegte Informationskampagne und verschiedene Informationsveranstaltungen. Besonders gelungene Umsetzungen und kreative Ansätze werden in der Best-Practice-Galerie vorgestellt und erhöhen die Sichtbarkeit des Themas in der Öffentlichkeit. Ein Schwerpunkt der aktuellen Projektphase ist die geplante Umbauprämie: Haushalte, die neuen Wohnraum schaffen, sollen eine finanzielle Unterstützung von bis zu 10.000 Euro erhalten, um konkrete Umbaumaßnahmen realisieren zu können. Die Unterstützung soll finanzielle Hürden abbauen, die in der Vergangenheit häufig ein entscheidender Engpass auf dem Weg zu flächeneffizientem Wohnen waren. In den vorangegangenen Projektphasen wurde ein breites Netzwerk aufgebaut und durch zahlreiche mediale Beiträge bundesweite Aufmerksamkeit erzielt. Rund 230 Haushalte konnten bereits erfolgreich beraten werden. Mehrere Best-Practice-Beispiele zeigen, wie individuelle Beratung zu kreativen, alltagstauglichen und flächenreduzierten Wohnlösungen im Bestand führen kann. Mit der bevorstehenden Aufnahme des Themas Wohnraumsuffizienz in das Klimaschutzkonzept der Stadt Freiburg ist zudem eine langfristige strukturelle Verankerung erreicht. In der aktuellen Projektphase sollen vor allem die Sichtbarkeit und der praktische Nutzen für Bürger:innen weiter gestärkt werden – unter anderem durch die geplante Umbauprämie und neue öffentlichkeitswirksame Formate wie die Ansiedlung einer temporären Ausstellung. Kampagne „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ für effizientere Gestaltung des Wohnraums Kostenfreie, individuelle Beratungen für Bürger*innen mit Wohneigentum im Stadtkreis Freiburg Begleitbroschüre „ Wie wohne ich kleiner besser? Alles auf einen Blick “ Das Projekt „Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg“ wird seit dem Jahr 2024 finanziert über den Zukunftsfonds Klimaschutz der Stadt Freiburg . Projekt „ Kleiner wohnen – besser wohnen in Freiburg “ im Internet (inkl. Darstellung von Best-Practice-Beispielen) Begleitbroschüre „ Wie wohne ich kleiner besser? Alles auf einen Blick “

Das Wohnbauerbe der Sowjetunion in Zeiten multipler Krisen, Teilvorhaben: Stadträumliche Transformationen

Akteurinnen und Akteure

Die Förderung der biologischen Vielfalt in Berlin ist ein gemeinschaftliches Unterfangen, das ohne das Engagement vieler haupt- und ehrenamtlicher Unterstützerinnen und Unterstützer nicht möglich wäre. Bürgerinnen und Bürger tragen durch lokale Projekte zur Stadtnatur und zum sozialen Zusammenhalt bei, indem sie sich in über 200 Gemeinschaftsgärten engagieren, ihre Gärten naturnah gestalten, sich an Umweltinitiativen beteiligen und an Citizen Science-Projekten teilnehmen. Auch Berliner Unternehmen ergreifen Maßnahmen zur Stärkung der Biodiversität an ihren Standorten, sei es in Höfen, Vorgärten oder auf Dächern. So haben die Berliner Wasserbetriebe bei der Umgestaltung der Oberflächenwasseraufbereitungsanlage Tegel gezeigt, dass auch technische Infrastrukturen zur biologischen Vielfalt beitragen können. Wohnungsbaugenossenschaften und -gesellschaften besitzen ebenfalls große Flächenreserven und engagieren sich zunehmend. Häufig werden zusammen mit Mieterinnen und Mietern Innenhöfe und Vorgärten nach den Bedürfnissen von Schmetterlingen, Igeln und Co aufgewertet, wie bei der Märkischen Scholle in Tempelhof. Umweltverbände leisten ebenfalls einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) koordiniert Stellungnahmen ihrer Mitgliedsverbände zu verschiedenen Umweltfragen und beauftragt Gutachten. Diese Verbände führen eigene Projekte durch, beraten die Bevölkerung, organisieren Veranstaltungen und pflegen Biotope. Wissenschaftliche Einrichtungen in Berlin unterstützen durch Monitoringprogramme und Forschungsprojekte, oft in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Diese Forschung hilft, ökologische Veränderungen zu erkennen und Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Die Stiftung Naturschutz Berlin ist eine zentrale Organisation an der Schnittstelle zwischen Zivilgesellschaft und Verwaltung und erfasst den Zustand der Natur, plant und setzt Maßnahmen um und organisiert Fortbildungen. Sie spricht die gesamte Stadtgesellschaft durch Veranstaltungen, Informationsportale und Umweltbildung an. Ein deutschlandweit einmaliges Projekt sind beispielsweise die Berliner Stadtnatur-Rangerinnen und -Ranger, die in allen zwölf Bezirken unterwegs sind. Sie vermitteln zwischen Mensch und Natur, erforschen, dokumentieren und pflegen die spezielle Artenvielfalt in der Stadt. Zudem übernimmt die Stiftung die Koordinierungsstelle Fauna, die das Vorkommen seltener Tiere erfasst und die Koordinierungsstelle Florenschutz, die sich neben der Erfassung auch der Vermehrung seltener Pflanzen verschreibt. Die Berliner Bezirke sind für die Pflege und Entwicklung von Grünflächen verantwortlich, fördern die Biodiversität und organisieren Umweltbildungsangebote. Sie arbeiten mit Naturschutzorganisationen zusammen, um Projekte zur Förderung der biologischen Vielfalt umzusetzen. Alle Beteiligten unterstützen die Oberste Naturschutzbehörde in Berlin, die sich dem Schutz und Erhalt natürlicher Lebensräume und Arten widmet. Diese Behörde überwacht die Einhaltung von Naturschutzgesetzen, entwickelt das Berliner Landschaftsprogramm weiter und arbeitet eng mit verschiedenen Einrichtungen und der Öffentlichkeit zusammen, um nachhaltige Lösungen für den Erhalt der Biodiversität zu finden. Ihr Engagement ist entscheidend, um die Ziele der neuen Strategie zu erreichen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ist unverzichtbar für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Berlin. Die Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt bedeutet immer auch, die Natur für die Berlinerinnen und Berliner erlebbar zu machen. Gerade für Kinder und Jugendliche sind Naturerfahrungen wichtig. Mit dem Projekt „Nemo – Naturerleben mobil“ kommen Naturpädagoginnen und -pädagogen in die Schulen und Kitas, um junge Menschen auf kleine Stadtnatur-Expeditionen mitzunehmen. Auch das Kinderforscher*Zentrum HELLEUM trägt mit seiner offenen Lernwerkstatt dazu bei, Kinder und Jugendliche für den Schutz biologischer Vielfalt zu sensibilisieren und zu interessieren. In den Berliner Naturerfahrungsräumen, wie dem Robinienwäldchen in Kreuzberg, können sie spielerisch die Stadtwildnis erkunden. Zukünftig soll es davon in jedem Bezirk einen geben. Viele gute Beispiele drehen sich zudem um Umweltbildung in der Landschaft. Dazu gehören feste Einrichtungen wie die Naturschutzstation Hahneberg und Führungen, wie sie im Landschaftspark Herzberge angeboten werden. Auch die mediale Aufbereitung von Landschaftsinformationen wird immer mehr zum Thema, wie die Karte der Stadtnaturvielfalt in Treptow-Köpenick oder der digitale Baumlehrpfad für den Lietzenseepark zeigen. Mit dem „Langen Tag der Stadtnatur“ findet zudem jedes Jahr ein 24-Stunden Naturfestival mit hunderten Führungen und Mitmachaktionen statt.

Transformationsfelder

Transformation bezeichnet den grundlegenden Wandel von Systemen, Strukturen sowie Handlungs- und Denkweisen, um auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu reagieren. Die im Prozess zur Entwicklung der Berliner Nachhaltigkeitsstrategie entwickelten Transformationsfelder sind als Ausdruck dieses Wandels zu verstehen. Analog zum Ansatz der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wurden die Transformationsfelder aus den 17 Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 entwickelt. Damit wird der Blick auf wesentliche Herausforderungen geschärft. Die fünf Transformationsfelder bilden das inhaltliche Grundgerüst der Berliner Nachhaltigkeitsstrategie. Um der Vorbildwirkung der Berliner Verwaltung Rechnung zu tragen, wurde diese als ein Handlungsschwerpunkt identifiziert und in einem eigenen Kapitel dargestellt. Alle Berlinerinnen und Berliner sollen ihren individuellen Lebensentwurf selbstbestimmt, in Würde und im gegenseitigen Respekt in einer an Nachhaltigkeit orientierten Stadtgesellschaft realisieren können. Das Land Berlin schafft dafür die notwendigen gesellschaftlichen Grundlagen, Strukturen, Anlaufstellen und Rahmenbedingungen. Hierzu zählt die Überwindung von Armut in allen Formen, die Sicherung von ausreichender und gesunder Ernährung sowie die Schaffung von Voraussetzungen für Gesundheit und Wohlergehen. Das Land Berlin gewährleistet inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung und fördern Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle. Berlin steht für Offenheit, Vielfalt und Toleranz. Ziel des Landes Berlins ist es, dass alle Berlinerinnen und Berliner ihren individuellen Lebensentwurf selbstbestimmt, in Würde und im gegenseitigen Respekt in einer an Nachhaltigkeit orientierten Stadtgesellschaft realisieren können sollen. Das Land Berlin fördert eine Stadtgesellschaft, in der Unterschiede nicht zu Ungerechtigkeiten führen, an der alle Menschen teilhaben und diese im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mitgestalten können – unabhängig von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Viele Faktoren machen Berlin zu einer Stadt mit hoher Lebensqualität. Um hierauf aufzubauen, fördert das Land Berlin im gesamten Stadtgebiet die Entwicklung inklusiver, sicherer sowie resilienter Wohn- und Lebensräume. Das Land Berlin schützt die natürlichen Lebensgrundlagen und übernimmt Verantwortung einen Beitrag zur Eindämmung der globalen Klimakrise zu leisten. Das Land Berlin verbindet soziale, ökologische und technische Faktoren und schafft ein zukunftsfähiges urbanes Ökosystem für Mensch und Natur. Berlin setzt auf eine Wirtschaft, die Wachstum mit Nachhaltigkeit vereint, und so Europas führender Innovationsstandort wird. Das Land Berlin will Modellstadt für nachhaltiges Wirtschaften sein: Das Land fördert soziale und ökologische Innovationen und menschenwürdige „Gute Arbeit“, nutzt die vorhandenen materiellen sowie immateriellen Ressourcen nachhaltig und setzt auf klimafreundliche, ressourcenschonende Wirtschaftskreisläufe. Finanzierungsinstrumente und die Anlage- und Beteiligungspolitik unterstützen Ziele aus den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (Environment, Social, Governance – ESG-Ziele). Eine zukunftsorientierte Infrastruktur ist die Grundlage für die Modernisierung der Stadt – dies gilt sowohl für die Bereiche der Ressourcen- und Energieversorgung als auch für den Umwelt- und Mobilitätssektor. Eine nachhaltige Stadtentwicklung schafft gleichermaßen die Grundlage für eine gerechte, klimaorientierte und wirtschaftsfördernde Stadt, die schone heute Antworten für die zukünftigen Herausforderungen bereithält. Im Bereich der Mobilität gilt es, Strukturen zu schaffen, die klimafreundliche Mobilitätslösungen fördern und innovative Verkehrskonzepte ermöglichen. Mit strategischen Erhaltungs- und Instandsetzungsstrategien ist die bestehende Infrastruktur, insbesondere die Vielzahl an Brücken- und Ingenieurbauwerken, in eine nachhaltige, dauerhafte und verkehrswendetaugliche Mobilitätsgrundlage zu transformieren. Dabei werden individuelle Bedarfe und öffentliche Angebote Hand in Hand gedacht. Das Land Berlin ist sich seiner Vorbildfunktion für eine nachhaltige Entwicklung bewusst. Ziel ist eine vielfältige und klimaneutrale öffentliche Verwaltung. Hierzu gehört auch eine nachhaltige öffentliche Beschaffung sowie Kriterien zum Klimaschutz und Beteiligung bei Sportgroßveranstaltungen. Im Zuge der digitalen Transformation eröffnen sich neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft für eine moderne, effiziente und bürgernahe Verwaltung.

KIT und LUBW erneuern strategische Zusammenarbeit

null KIT und LUBW erneuern strategische Zusammenarbeit Karlsruhe. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) haben ihre seit drei Jahrzehnten bestehende Partnerschaft erneuert und auf eine moderne Grundlage gestellt. In ihrem Jubiläumsjahr – 200 Jahre KIT und 50 Jahre LUBW –unterzeichneten beide Einrichtungen eine neue Vereinbarung über die strategische Zusammenarbeit. Ziel ist es, die erfolgreiche Kooperation weiter auszubauen und neue Impulse für eine innovative Umweltforschung in Baden-Württemberg zu setzen. „Innovative Umweltforschung in THE LÄND“ Professor Dr. Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales des KIT, und Dr. Ulrich Maurer, Präsident der LUBW, unterzeichneten die Vereinbarung am Dienstag im Veranstaltungsort „TRIANGEL“ des KIT am Karlsruher Kronenplatz im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltung „Innovative Umweltforschung in THE LÄND“. Zusammenarbeit erhält neue Basis „Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, im Jubiläumsjahr der LUBW und des KIT mit einer gemeinsamen Veranstaltung einen Blick auf die Themen zu werfen, mit denen sich beide Einrichtungen seit vielen Jahren befassen, und den Blick in die Zukunft zu richten“, betonte Hirth in seiner Begrüßungsrede. Er ergänzte: „Da die verschiedenen Vorgängereinrichtungen mittlerweile in der LUBW beziehungsweise im KIT aufgegangen sind und sich auch die Themen der Vereinbarung weiterentwickelt haben, wollen wir heute die Zusammenarbeit auf eine neue Basis stellen und dokumentieren das mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zur strategischen Zusammenarbeit.“ Ziel der Vereinbarung ist der Aufbau einer langfristigen, vertrauensvollen und umfassenden strategischen Partnerschaft auf Augenhöhe in den Feldern Forschung, Lehre, Weiterbildung, Transfer von Forschungsergebnissen in die praktische Anwendung und den gesellschaftlichen Dialog. Durch die enge Kooperation wollen die Partner ihre Position national und international nachhaltig stärken. Wissensaustausch als Innovationsmotor Der Präsident der LUBW betonte, dass beide Karlsruher Institutionen seit 30 Jahren von ihrem Wissensaustausch profitieren. Die Forschung des KIT findet durch den Praxistransfer konkrete Anwendung bei der LUBW und unterstützt die Landeseinrichtung bei der Entwicklung innovativer Lösungsansätze. Im Gegenzug stellt die LUBW wertvolle Daten und Monitoring-Ergebnisse zur Verfügung. Diese Zusammenarbeit ist ein echter Innovationsmotor für die Umweltforschung. Darüber hinaus positioniert sich die LUBW als moderner und nachhaltiger Arbeitgeber in Karlsruhe, der Studierenden den Berufseinstieg direkt am Standort ihres Studiums ermöglicht. Zukunftsthemen im Fokus der Kooperation Mit der erneuerten Vereinbarung soll die Zusammenarbeit vertieft und auf zusätzliche Themenfelder ausgeweitet werden. Rund 80 Teilnehmende beider Institutionen präsentierten an diesem Tag ihre Arbeit und Projekte, um neue Ansätze für gemeinsame Kooperationen zu erkunden. Im Mittelpunkt stehen künftig die Umweltthemen: Klimawandel und Klimaanpassung, Grundwasser, Wasserwirtschaft, sauberes Wasser und Hochwasservorhersage, medienübergreifende Umweltbeobachtung, der Schutz des Bodens als Lebensgrundlage, Circular Economy, saubere Luft und leise Straßen, erneuerbare Energien, Radioaktivität und Strahlenschutz sowie Digitalisierung und Umweltdaten. Unterstützung der Stadt Karlsruhe Die beiden Partner dankten der anwesenden Bürgermeisterin Bettina Lisbach von der Stadt Karlsruhe, die für die Bereiche Umwelt, Natur und Klimaschutz zuständig ist, für die gute Zusammenarbeit und die kontinuierliche Unterstützung der Stadt. In ihrem Grußwort hob Lisbach hervor, dass auch die Stadt Karlsruhe von der engen Kooperation zwischen KIT und LUBW profitiert und die Partnerschaft als wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Stadtentwicklung sieht. Die LUBW feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen und hat zum Festakt ihr neues Motto „ UMWELT. DATEN. ZUKUNFT .“ vorgestellt. Das KIT feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen mit einem ganzjährigen Programm für Mitarbeitende, Studierende, Alumni, Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie der Gesellschaft. Das Jubiläum steht unter dem Motto „Wir gestalten Zukunft: Forschung | Lehre | Transfer – Wissenschaftliche Exzellenz und Erfindungskraft seit 200 Jahren. Das ist das Karlsruher Institut für Technologie.“ Im Mai 1995 hatten die Vorgängereinrichtungen des KIT – das Forschungszentrum Karlsruhe GmbH und die Universität Karlsruhe (TH) – mit der Vorgängereinrichtung der LUBW, der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, erstmals eine Rahmenvereinbarung geschlossen. Foto zeigt v. l. n. r.: Professor Dr. Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales des KIT, und Dr. Ulrich Maurer, Präsident der LUBW, mit der unterzeichneten aktualisierten Vereinbarung im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltung „Innovative Umweltforschung in THE LÄND“. Quelle: LUBW. Foto zeigt v. l. n. r.: Professor Dr. Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales des KIT, und Dr. Ulrich Maurer, Präsident der LUBW, bei der Unterzeichnung der aktualisierten Vereinbarung im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltung „Innovative Umweltforschung in THE LÄND“. Quelle: Sascha Schäfer. Bitte klicken Sie für eine höhere Auflösung der Fotos auf das entsprechende Bild.  Diese können im Zusammenhnag mit der Pressemitteilung mit Nennung der Quelle für Berichterstattungen genutzt werden. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der LUBW. Telefon: +49(0)721/5600-1387 E-Mail: pressestelle@lubw.bwl.de

Weniger als 30 Hektar Flächenverbrauch pro Tag

Flächenpolitische Ziele zur Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke sind schon seit über 20 Jahren Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Seither wurden in verschiedenen Forschungs- bzw. Modellvorhaben Vorgehensweisen und Instrumente untersucht, wie eine deutliche Reduzierung der täglichen Flächenneuinanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke auf 30 Hektar pro Tag bis 2020 bzw. auf weniger als 30 Hektar pro Tag bis 2030 erreicht werden kann. Trotz der zahlreichen Aktivitäten in Politik, Forschung und Praxis verharrt die Flächenneuinanspruchnahme noch immer auf einem Niveau weit oberhalb von 30 Hektar täglich. Daher bedarf es weitergehender Anstrengungen, um das Flächensparziel zu erreichen. In den Jahren 2014 bis 2017 wurden im Rahmen des durch das Umweltbundesamt (UBA) geförderten Forschungsvorhabens „Aktionsplan Flächensparen“ institutionelle und instrumentelle Handlungsoptionen von Bund, Ländern und Kommunen für das Flächensparen aufbereitet. Dargestellt wurde, welche Maßnahmen in der Gesetzgebung, im Verwaltungsvollzug und im Bereich privater Akteure wirksam dazu beitragen könnten, die Flächenneuinanspruchnahme deutlich zu reduzieren. Die Ergebnisse wurden in einem im Jahr 2028 veröffentlichten Aktionsplan Flächensparen gebündelt. Um die komplexen Anforderungen in der Kombination von Reduzierung der Flächenneuausweisung, verstärkter Innenentwicklung und mehr Effizienz in der Flächennutzung zu erfüllen, bedarf es vor Ort einer Kombination von Instrumenten der Planung und der Kooperation, im Bereich der Steuern, der Förderung und finanzieller Anreize sowie der Information und Kommunikation. Erforderlich hierfür ist ein Handlungsrahmen für konsistentes und abgestimmtes Vorgehen der wichtigsten Akteure in Bund, Ländern und Kommunen, so eine zentrale Erkenntnis des Aktionsplans. Der Aktionsplan Flächensparen bündelt im Kern Empfehlungen in den drei Aktionsfeldern „Kontingentierung einführen!“, „Innenentwicklung stärken!“ und „Fehlanreize abbauen!“. Aktionsfeld „Kontingentierung einführen!“ Im Mittelpunkt steht die Operationalisierung der flächenpolitischen Ziele und deren Übersetzung in Maßnahmen und Prozesse, in erster Linie seitens Bund und Ländern. Empfohlen wird ein Kontingentierungssystem, das verbindlich bis in die kommunale Bauleitplanung wirkt. Bund und Länder sollten in einen Dialog treten, um nach einem als gerecht empfundenen Schlüssel das Flächenkontingent (weniger als 30 Hektar pro Tag im Jahr 2030) auf die Länder zu verteilen. Hierfür bieten sich sowohl der Handel mit Flächenzertifikaten (umweltökonomischer Ansatz) als auch die Raumordnung (regulatorischer Ansatz) an. Aktionsfeld „Innenentwicklung stärken!“ Hier geht es darum, die zahlreichen vorhandenen Instrumente konsequent entlang von Minderungszielen einzusetzen und - wo notwendig - zielgerichtet weiterzuentwickeln und zu ergänzen. Dabei sind vor allem ökonomisch wirksame Anreize und Förderkulissen neu zu justieren. Zudem sollten Nachsteuerungen bei rechtlichen Rahmen geprüft werden, um zum Beispiel den Zwischenerwerb von Kommunen im Innenbereich von der Grunderwerbsteuer zu befreien. Auch die inzwischen in Ansätzen vollzogene Weiterentwicklung der Grundsteuer B in Richtung einer Bodenwertsteuer zählte zu den Empfehlungen. Weiterhin müssten grundlegende Mobilisierungshemmnisse durch geeignete Anreize, vor allem veränderte rechtliche und fiskalische Rahmenbedingungen der Kommunen, überwunden werden. Gemeinden sollen leichter auf Bestandsflächen zugreifen können, um mit Bauland auf der „grünen Wiese“ konkurrieren zu können. Hierfür sollten das notwendige Personal und Finanzen bereitgestellt werden, um Mobilisierungsmaßnahmen wie Eigentümeransprache, Überplanung, Zwischenerwerb, Vermarktung und Baureifmachung von bebauten bzw. unbebauten Bestandsimmobilien zu ermöglichen. Vorhandene Finanzierungsengpässe könnten durch die verstärkte Bereitstellung von Mitteln der Städtebauförderung oder zum Beispiel auch durch revolvierende Fonds für Grundstücksankäufe überwunden werden. Als Dreh- und Angelpunkt für die Mobilisierung von Innenentwicklungspotenzialen wird eine aktive Liegenschaftspolitik der Kommunen genannt. Bund und Länder sollten diese Kommunen deshalb bei der (Neu-)Initiierung einer solchen aktiven Liegenschaftspolitik unterstützen, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Anschubfinanzierungen für die Einrichtung kommunaler Liegenschaftsfonds, aber auch durch direkte Förderung des Grunderwerbs im Zusammenhang mit Maßnahmen des Stadtumbaus. Aktionsfeld „Fehlanreize abbauen!“ In diesem Aktionsfeld wird Bund und Ländern empfohlen, ökonomische Fehlanreize abzubauen. Insgesamt sollten alle relevanten Förderprogramme systematisch auf ihre Vereinbarkeit mit flächenpolitischen Zielstellungen überprüft und Fehlanreize abgebaut werden. Neben einem grundsätzlichen Umdenken der Strukturpolitik – in Verbindung mit einem entsprechenden Einsatz von Fördermitteln – wird die Entwicklung und Diskussion von Visionen und Konzepten für qualitatives Wachstum im Schrumpfungsprozess für notwendig erachtet. Im Kontext gesellschaftlicher Debatten über nachhaltige Siedlungsentwicklung unter den Vorzeichen des demografischen Wandels sollte Flächenpolitik als ein integriertes Handlungsfeld verstanden werden. Die Widerstände auf allen Ebenen gegen das Flächensparen könnten dabei nur überwunden werden, wenn es gelingt, die Debatte in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Eine konsequente Innenentwicklung und kompakte Siedlungsstrukturen sind nicht nur aus flächenpolitischen Gründen notwendig, sondern auch im Hinblick auf soziale, volkswirtschaftliche, baukulturelle, energetische und ökologische Ziele in einer Gesellschaft, die schrumpft und zudem bunter und älter wird. Letztendlich ginge es um die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden. An die zentralen Inhalte des Aktionsplans Flächensparen knüpfte schließlich der vom Umweltbundesamt initiierte Bund-Länder-Dialog zum Flächensparen in den Jahren 2019 bis 2024 an. Der Aktionsplan Flächensparen wurde im Jahr 2018 vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht Dokumentation des Bund-Länder-Dialogs zum Flächensparen in den Jahren 2019 bis 2024

Das Wohnbauerbe der Sowjetunion in Zeiten multipler Krisen, Teilvorhaben: Neubewertung und Wiederaufbau

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