Mit der regionalen Strukturpolitik zielt der Staat darauf ab, die Wohlfahrt von Regionen zu stärken und die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse sicherzustellen. Die Nachhaltigkeitstransformation stellt dieses Politikfeld vor neue Herausforderungen. Es gilt, die Förderprogramme und -leitlinien der regionalen Strukturpolitik so weiterzuentwickeln, dass sie die sozial-ökologische Transformation unterstützen und beschleunigen. In diesem Zusammenhang sind Ziele, Kriterien und Indikatoren für eine transformatorische Regionalförderung zu entwickeln und konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung der Förderrichtlinien zu erarbeiten. Zu analysieren ist dabei auch, wie umweltschädliche Förderungen vermieden werden können (do no significant harm Ansatz). Forschungsbedarf besteht auch hinsichtlich der Gestaltung einer präventiven regionalen Strukturpolitik, d.h. einer Strukturpolitik, die nicht lediglich auf aktuelle Strukturschwäche zielt, sondern künftige, aufgrund der nachhaltigkeitsorientierten Wirtschaftstransformation zu erwartende Strukturschwächen/Förderbedarfe in den Blick nimmt. Da im Gesamtdeutschen Fördersystem zahlreiche Programme die regionale Strukturförderung adressieren, soll außerdem geprüft werden, inwieweit Redundanzen, Komplementaritäten und Widersprüche zwischen den bestehenden Förderprogrammen bestehen und wie diese beseitigt werden können. Dadurch könnten im Rahmen einer harmonisierten und abgestimmten Förderkulisse die Ziele einer neu ausgerichteten regionalen Strukturpolitik effektiver und effizienter erreicht werden.
<p>Viele Unternehmen sehen den digitalen Produktpass kritisch. Sie fürchten mehr Bürokratie und steigende Kosten. Das zeigt eine gemeinsame Befragung des Umweltbundesamtes und der Bundesnetzagentur unter 1500 Unternehmen. Obwohl der digitale Produktpass ab 2027 für bestimmte Produktgruppen in der EU verpflichtend wird, nutzen bisher nur wenige Firmen digitale Umweltinformationen.</p><p>Der digitale Produktpass ist ein zentrales Instrument, um das Prinzip der Kreislaufwirtschaft in der EU weiter voranzubringen. Er bündelt zentrale Informationen zu Materialien, Komponenten, Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Produkten. So sollen Unternehmen und Verbraucher*innen die Umweltauswirkungen eines Produkts besser nachvollziehen und reduzieren können.</p><p>Doch viele Unternehmen stehen dieser digitalen Lösung noch skeptisch gegenüber. Das zeigt eine gemeinsame Umfrage des Umweltbundesamtes (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a>) und der Bundesnetzagentur (BNetzA) unter mehr als 1.500 Betrieben mit Sitz in Deutschland.</p><p><strong>Firmen befürchten Mehraufwand und zusätzliche Kosten </strong></p><p>Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen verbindet den digitalen Produktpass vor allem mit mehr Bürokratie und steigenden Kosten. Sie fürchten, dass die Einführung zu zusätzlichem Aufwand führt und Ressourcen bindet.</p><p>Auch die Erfassung und Weitergabe von Umweltinformationen stößt auf Zurückhaltung. Bislang erfassen nur wenige Betriebe die ihre Umweltauswirkungen ihrer Produkte digital oder teilen entsprechende Daten entlang der Wertschöpfungskette. Dabei bieten digitale Technologien grundsätzlich großes Potential, die Nachhaltigkeitstransformation zu unterstützen.</p><p><strong>IT-Nutzung: Ressourceneffizienz im Fokus, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/n?tag=Nachhaltigkeit#alphabar">Nachhaltigkeit</a> bei Cloud-Anbietern oft vernachlässigt </strong></p><p>Dennoch achten viele Unternehmen bereits auf die Energieeffizienz ihrer IT oder versuchen die Nutzungsdauer ihrer Geräte zu verlängern.</p><p>Bei der Nutzung von Cloud-Diensten spielen Umweltkriterien jedoch häufig keine Rolle: Nur jedes vierte Unternehmen, das bewusst Cloud-Lösungen nutzt, berücksichtigt dabei Faktoren wie Energieeffizienz oder den Einsatz erneuerbarer Energien. Vor dem Hintergrund des aktuellen Trends der verstärkten Cloud- und KI-Nutzung gewinnt dieser Aspekt aber zunehmend an Bedeutung.</p><p><strong>Akzeptanz stärken: Klare Vorteile und einfache Umsetzung nötig</strong></p><p>Für eine erfolgreiche Einführung des digitalen Produktpasses braucht es praxistaugliche und kostengünstige Lösungen sowie eine klare Kommunikation der Vorteile. Unternehmen sollten schnell und einfach nachvollziehen können, wie sie ihre Prozesse mit Hilfe des Produktpasses effizienter gestalten und so langfristig Ressourcen sparen können. Nur so kann sich der digitale Produktpass als Instrument für nachhaltiges Wirtschaften durchsetzen.</p>
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens:
Agroforstsysteme haben zahlreiche positive Effekte auf die Ökologie, Ökonomie und Soziales. Sie ermöglichen die nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln bei gleichzeitiger Erhaltung von Agrar-Ökosystemen und fördern die Extensivierung der Agrarlandschaft. Eine Ausweitung der Agroforstwirtschaft gilt als Treiber für die Nachhaltigkeitstransformation in der Landwirtschaft.
Aufgrund der verstärkt auftretenden klimatischen Extrembedingungen, wie Dürre- und Hitzeereignisse mit Temperaturen bis zu 40 °C (2022), ist die Etablierung von Gehölzen auf landwirtschaftlichen Flächen jedoch zunehmend herausfordernd. Viele Agroforst-Neuanlagen weisen hohe Ausfallraten und ein mäßiges Gehölzwachstum auf. Die notwendigen Nachpflanzungen und Pflegemaßnahmen sind arbeits- und kostenintensiv und stellen für landwirtschaftliche Betriebe eine Herausforderung neben dem ‘Tagesgeschäft‘ dar. Es besteht die Gefahr, dass klimatische Extremsituationen die Etablierung von Agrarholz so stark beeinträchtigen, dass Agroforstsysteme ihr Anpassungs- und Abmilderungspotenzial an die Klimakrise nicht entfalten können.
Im Rahmen des dreijährigen Forschungsprojekts ‘Klimarobuste Agrargehölze für Agroforstsysteme in dürregefährdeten Regionen‘ wird deshalb untersucht, wie die erfolgreiche Etablierung von Gehölzen in Agroforstsystemen unter zunehmenden klimatischen Extrembedingungen gelingen kann. Ziel des Projekts ist es, die bestehenden Wissenslücken zu klimarobusten Baumarten/Sorten und praktikablen Pflanzqualitäten durch Feldexperimente zu schließen. Die Untersuchungen sollen dazu beitragen, Erkenntnisse zur erfolgreichen Etablierung von Gehölzbeständen mit dauerhafter Pflanzengesundheit und regelmäßigen Zuwächsen zu gewinnen, und dadurch Nachpflanzungen in Agroforstsystemen zu minimieren. Die Ergebnisse sollen Expert*innen und Praktiker*innen in der Landbewirtschaftung zugänglich gemacht werden und so in Zukunft eine ‘risikominimierte‘, erfolgreiche Etablierung von Agroforstsystemen ermöglichen.
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