API src

Found 125 results.

Related terms

Unkraut vergeht nicht?

<p> So managen Sie unliebsamen Bewuchs <ul> <li>Tolerieren Sie ein gewisses Maß an Unkräutern, sie erfüllen wichtige Funktionen im Naturhaushalt.</li> <li>Auf Beeten und anderen gärtnerisch genutzten Flächen können Sie auf Unkrautvernichtungsmittel verzichten. Alternativen sind hier: jäten, mulchen, bepflanzen.</li> <li>Auf befestigten Flächen (z.B. Hofflächen, Wege, Einfahrten) dürfen Sie grundsätzlich keine Unkrautvernichtungsmittel verwenden, das ist verboten! Alternativen sind hier: kehren, kratzen, abflammen.</li> <li>Und auch im Rasen ist der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln wenig sinnvoll. Verwandeln Sie eintönige Rasenflächen, wo immer möglich, in eine artenreiche Wiese. Jede noch so kleine Fläche zählt!</li> <li>Informieren Sie sich über Bekämpfungsmaßnahmen gegen invasive Pflanzenarten.</li> </ul> Gewusst wie <p>Unbedeckter Boden kommt in der Natur nur kurzfristig vor. Er wird schnell von zahlreichen anspruchslosen Pflänzchen besiedelt, den sogenannten Pionierpflanzen. Der Boden beherbergt einen großen Samenvorrat solcher Pflanzen, weitere Samen werden durch Wind und Tiere eingetragen. Der Kampf gegen Unkräuter ist also endlos, die Pflanzen werden offene Flächen immer wieder besiedeln. In diesem Artikel finden Sie Maßnahmen zum Umgang mit Unkräutern in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/unkraut#unkraut-in-beeten-so-gehen-sie-vor">Beeten</a>, auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/unkraut-vergeht-nicht#unkraut-auf-befestigten-flchen-so-gehen-sie-vor">befestigten Flächen</a> und im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/unkraut#unkraut-im-rasen-so-gehen-sie-vor">Rasen</a> sowie Maßnahmen zum Umgang mit <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/unkraut-vergeht-nicht#invasive-unkruter-so-gehen-sie-vor">invasiven Unkrautarten</a>.</p> <p><strong>Im Frieden mit wilden Kräutern: </strong>Als Unkräuter werden Pflanzen bezeichnet, die aus menschlicher Perspektive unerwünscht sind. Sie konkurrieren mit den Nahrungspflanzen des Menschen oder stören sein ästhetisches Empfinden. In der Natur erfüllen sie jedoch viele wichtige Funktionen. Sie bedecken den Boden und schützen ihn somit vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a>, Austrocknung und Verschlämmung. Mit ihren Wurzeln lockern sie den Boden und ernähren die Bodenlebewesen, welche daraus wertvollen Humus bilden. Sie halten die Nährstoffe in der Fläche, und einige Pflanzen, die sogenannten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/leguminosen">Leguminosen</a>, bilden sogar neue Nährstoffe. Für Insekten sind Unkräuter Brut- und Überwinterungsplatz und eine unentbehrliche Nahrungsgrundlage. Gewöhnliche Unkräuter, wie Löwenzahn, Wegwarte oder Steinklee, übertrumpfen, was Pollen- und Nektargehalt angeht, die meisten Zierpflanzen um ein Vielfaches! Auch Disteln und Brennnesseln sind unverzichtbar: sie sind die wichtigste <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">Nahrungsquelle für die Raupen vieler Schmetterlingsarten</a>.</p> <p><strong>Viele Unkräuter sind auch für den Menschen nützlich:</strong> Aus ihren Blättern und Blüten lassen sich leckere Salate und gesunde Smoothies zaubern, andere lassen sich wie Gemüse zubereiten. Einige werden zudem als Heilkräuter genutzt. Nicht zuletzt dienen sie auch als Zeigerpflanzen: sie informieren den Menschen über bestimmte Eigenschaften des Bodens auf dem sie wachsen. So zeigen beispielsweise Löwenzahn und Ampfer einen nährstoffreichen Boden, Sauerklee und Moose zeigen sauren Boden, und Wegerich-Arten zeigen verdichteten Boden an. Einige Unkräuter können Sie, mit entsprechender Aufbereitung, auch als Dünger verwenden (z.B. Giersch, Löwenzahn) oder zur Pflanzenstärkung (z.B. Brennnesseln, Schachtelhalm). Schauen Sie doch mal, welche wilden Pflanzen in Ihrem Garten wachsen. Entsprechende Apps können bei der Bestimmung von Pflanzen helfen.</p> <p><strong>Unkraut vergeht doch:</strong> Intensive Landwirtschaft und der immense Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/herbizide">Herbizide</a>) haben dazu geführt, dass inzwischen etwa 25 Prozent der in Deutschland vorkommenden <a href="https://www.spektrum.de/magazin/artenrueckgang-bei-ackerunkraeutern/820953">Unkrautarten auf der Roten Liste</a> stehen. Einige davon, wie das Lauch-Hellerkraut und der Gezähnte Leindotter, sind schon ausgestorben. Im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/loesungsansaetze-zur-reduktion-von/oekolandbau-ist-teil-der-loesung">ökologischen Landbau</a>, wo Unkrautvernichtungsmittel grundsätzlich verboten sind, spiegelt sich der ökologische Nutzen der Unkräuter schon in der Wortwahl wider: sie werden hier als "Beikräuter" bezeichnet. Der wissenschaftliche Begriff für Unkräuter lautet übrigens "Segetalflora".</p> Unkraut in Beeten – So gehen Sie vor <p><strong>Boden bedecken:</strong> Halten Sie den Boden stets bedeckt! Zum Beispiel mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh, Ernteabfällen oder Laub. Wege zwischen den Beeten können mit Holzhackschnitzeln oder Rindenmulch bedeckt werden. Wollen Sie ein ganzes Beet vom Bewuchs befreien, können Sie es vorübergehend komplett mit Pappe abdecken. Auch Mulchfolien aus kompostierbarem Material sind eine Möglichkeit gegen unerwünschten Bewuchs. Mulch hält nicht nur Unkraut fern. Es schützt den Boden auch vor Austrocknung, ernährt die Bodenlebewesen und trägt zur Humusbildung bei. Mulch ist jedoch nicht gleich Mulch, die verschiedenen Materialien haben unterschiedliche Eigenschaften. Einige binden Stickstoff (z.B. Rindenmulch, Stroh), einige liefern Stickstoff (z.B. Mist, Rasenschnitt). Manche ziehen unbeliebte Mitesser an (z.B. zieht Stroh Mäuse an), andere bilden eine Barriere gegen sie (z.B. Schafswolle hält Schnecken ab). Informieren Sie sich deshalb vorab, welches Mulchmaterial am besten für welchen Zweck geeignet ist.</p> <p><strong>Boden bepflanzen:</strong> Eine bewusste Bepflanzung zwischen den eigentlichen Kulturpflanzen ist eine weitere Möglichkeit, unerwünschtem Bewuchs vorzubeugen. Die ausgewählten Begleitpflanzen müssen jedoch zu den Bedürfnissen der Kulturpflanzen passen. Um die Übertragung von Krankheitserregern und Schädlingen nicht zu begünstigen, sollten Kulturpflanze und Begleitpflanze möglichst nicht zur selben Pflanzenfamilie gehören. Apps können bei der Planung von Fruchtfolgen und der Auswahl geeigneter Begleitpflanzen helfen.</p> <ul> <li><u>Mischkulturen:</u> Kombinieren Sie Pflanzen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Die wohl bekannteste Mischkultur ist die Kombination von Bohnen, Mais und Kürbissen, auch "Die drei Schwestern" genannt. Dabei dient die Bohne als Stickstoffsammler für die Kürbisse und den Mais. Der Mais wiederum dient als Rankhilfe für die Bohnen. Und die Kürbisse dienen als Bodendecker, um den Boden vor Austrocknung und Unkrautbewuchs zu schützen.</li> <li><u>Gründüngungspflanzen:</u> Das sind bestimmte Pflanzenarten, die in der Anbaupause zwischen zwei Hauptkulturen gesät werden und nach einer gewissen Kulturzeit zerkleinert und in den Boden eingearbeitet werden. Zur Gründüngung eignen sich <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/leguminosen">Leguminosen</a> (z.B. Klee, Luzerne, Lupinen) oder spezielle tiefwurzelnde Pflanzenarten (z.B. Bitter-Lupinen, Senf, Ölrettich) oder auch besonders insektenfreundliche Pflanzen (z.B. Phacelia, Buchweizen, Wicken).</li> <li><u>Bodendecker:</u> Es gibt jede Menge hübsche Bodendecker, die Lücken im Garten schließen und zudem noch nützlich sind, z.B. Walderdbeeren, Kapuzinerkresse, Pfennigkraut, Lungenkraut, Immergrün, Sedum, Maiglöckchen und Efeu.</li> </ul> <p><strong>Unkraut jäten:</strong> Frühzeitiges, gegebenenfalls wiederholtes Jäten verschafft Ihren Kulturpflanzen einen Wachstumsvorsprung. Sobald die Kulturpflanzen eine gewisse Größe erreicht haben und den Boden bedecken, können sich Unkräuter nur schwer ansiedeln. Jäten Sie am besten, wenn der Boden feucht ist. Unterscheiden Sie beim Jäten zwischen Wurzelunkräutern und Samenunkräutern.</p> <ul> <li><u>Wurzelunkräuter</u> sollten nicht mit der Hacke bearbeitet werden, denn aus jedem Teilstück kann sich eine neue Pflanze entwickeln. Ziehen Sie Wurzelunkräuter komplett aus der Erde oder graben Sie diese aus. Hierfür gibt es spezielle Werkzeuge wie z.B. Ampferstecher oder Gierschgabel.</li> <li><u>Samenunkräuter</u> produzieren viele tausend Samen, die über Jahrzehnte im Boden keimfähig bleiben. Sie sollten herausgezogen oder weggehackt werden. Manchmal reicht es auch, wenn Sie nach der Blüte die Samenstände rechtzeitig abschneiden, damit sich die Pflanze nicht weiter ausbreiten kann.</li> </ul> <strong>Galerie: Häufige Wurzelunkräuter</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/giersch-aegopodium_podagraria_bvpix_fotolia_84204495_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/distel-distelblueten_pixelmixel_fotolia_69897505_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/ampfer-rumex-obtusifolius-foliage.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemeine_quecke_emer_fotolia_85796625_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/ackerwinde_reikara_fotolia_84902034_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/brennnessel_matko_fotolia_87507757_m.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <strong>Galerie: Häufige Samenunkräuter</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/vogelmiere_joachim_opelka_fotolia_68184288_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/hirtentaeschel_unpict_fotolia_28655662_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/ackerhellerkraut_emer_fotolia_27176213_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/weisser_gaensefuss-goosefoot_mimohe_fotolia_65809705_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/wolfsmilch_sun_spurge_polarpx_fotolia_25430093_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/behaartes_schaumkraut-cardamine_hirsuta_ef.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption Unkraut auf befestigten Flächen – So gehen Sie vor <p><strong>Grundsätzlich gilt: "</strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> dürfen nicht auf befestigten Freilandflächen und nicht auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, angewendet werden." (<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/pflschg_2012/__12.html">Pflanzenschutzgesetz § 12 Abs. 2</a>) Jede nicht erlaubte Anwendung eines Pflanzenschutzmittels ist ein Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz und kann mit Geldstrafen bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Das gilt unabhängig davon, ob der Verstoß von einer Privatperson, einem Landwirt, einem gewerblichen Hausmeisterdienst oder einer Kommune begangen wird. Ein begründeter Verdacht auf einen Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz kann beim <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes</a> angezeigt werden. &nbsp;</p> <p><strong>Das heißt:</strong> Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Flächen ist grundsätzlich verboten. Befestigte Flächen sind Oberflächen, die mit Beton, Pflasterungen oder Plattenbelägen versehen sind, oder Oberflächen mit einer Kiesauflage. Beispiele für befestigte Flächen sind: Hofflächen, Terrassen, Parkplätze, Einfahrten, Bürgersteige, Radwege, Wege zwischen Beeten, Rabatten oder Gräbern. Auch sonstige Freilandflächen (Nichtkulturland), die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, dürfen nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Dazu zählen beispielsweise Feldwege, Straßenränder, Bahndämme, Böschungen, oder Flächen mit Feldgehölzen.</p> <p>Das Verbot gilt nicht nur für zugelassene Pflanzenschutzmittel. Auch Grünbelagsentferner, Steinreiniger, Moosvernichter, Haushaltsreiniger, Salz oder andere "Hausmittel" dürfen nicht zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Vertrauen Sie keinen anderslautenden Werbebotschaften. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!</p> <p><strong>Ausnahmen:</strong> Von dem grundsätzlichen Verbot der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Flächen und Nichtkulturland gibt es nur zwei Ausnahmen:</p> <ul> <li><u>Ausnahmegenehmigung:</u> In begründeten Fällen kann die <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">im jeweiligen Bundesland zuständige Pflanzenschutzbehörde</a> auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf oben genannten Flächen erteilen. Solche Ausnahmen werden nur genehmigt, wenn sie einem "vordringlichen Zweck" dienen, z.B. der Verkehrssicherheit, dem Brandschutz oder der militärischen Sicherheit. Für Privatpersonen und Kleingärtner sind diese Ausnahmegenehmigungen also eher nicht relevant. Flächen, auf denen eine solche Ausnahmegenehmigung denkbar wäre, sind zum Beispiel Bahngleise, Flughäfen, Energieversorgungsanlagen, Anlagen von Militär und Feuerwehr. Für alle Bundesländer gibt es <a href="https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/Leitlinie_L%C3%A4nder_Genehmigungen_Nichtkulturland.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=4">einheitliche Kriterien</a> zur Erteilung solcher Ausnahmegenehmigungen.</li> </ul> <p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/herbizide">Herbizide</a> mit dem Anwendungsgebiet "Wege und Plätze" dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn eine solche Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde vorliegt!</p> <ul> <li><u>Essig:</u> Seit 2022 darf der <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoff</a> Essig auf befestigten Flächen gegen Unkräuter eingesetzt werden. Erlaubt ist aber ausschließlich Essig in Lebensmittequalität, welcher auf 6 Prozent Essigsäure verdünnt sein muss. Dieses Essig-Wasser-<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/gemisch">Gemisch</a> darf nicht flächig, sondern nur zur Einzelpflanzenbehandlung (spot application) verwendet werden. Die Behandlung darf maximal zwei Mal im Jahr erfolgen. Die Umgebungstemperatur sollte dabei über 20 Grad liegen. Unverdünnter Essig, Essigsäure, Essigreiniger, Essigessenz oder Industrie-Essig darf nicht verwendet werden.</li> </ul> <p><strong>Alternative Maßnahmen auf befestigten Flächen:</strong></p> <ul> <li><u>Kleine Flächen</u> lassen sich leicht unkrautfrei halten, ohne Chemie und ohne Technik. Es reicht, die Fläche regelmäßig mit einem harten Straßenbesen zu fegen. Einzelne Pflanzen können mit der Hand ausgezupft werden. Fugenkratzer und Fugenbürsten lassen sich auch gut im Stehen einsetzen.</li> <li><u>Große Flächen</u> können Sie mit dem Einsatz von Technik unkrautfrei halten: <ul> <li>Motorisierte Unkrautbürsten gibt es als kombinierbare Bauteile für Motorsensen und Rasentrimmer oder als selbstfahrende Geräte.</li> <li>Abflammgeräte erhitzen die Pflanzen kurzzeitig mit einer Gasflamme. Dadurch zerplatzen die Zellwände, die Pflanzen vertrocknen nach wenigen Tagen.</li> <li>Auch mit heißem Wasser lässt sich Unkraut beseitigen. Für den Hausgarten sind kleine, handgeführte Heißwasser-Geräte verfügbar.</li> </ul> </li> </ul> <p>Wenn Ihnen die Anschaffung von Geräten zur Unkrautbekämpfung zu teuer ist, können Sie diese auch mieten. Viele Händler von Gartengeräten oder Baumaschinen bieten einen solchen Service, samt Lieferung, an. Für professionelle Anwender gibt es noch weitere Verfahren: auch mit Infrarot, Heißschaum, Strom oder Dampf lässt sich Unkraut beseitigen. Doch egal, welches Verfahren Sie anwenden: jedes hat seine Vor- und Nachteile. Insbesondere zum ökologischen Fußabdruck fehlen Daten, um die Verfahren direkt miteinander vergleichen zu können. Zum Schutz der Umwelt ist es in jedem Fall gut, auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a> zu verzichten. Aber auch alterative Verfahren haben negative Auswirkungen: sie verbrauchen Wasser und fossile Brennstoffe, sie verursachen klimaschädliches CO2, sie töten Insekten und Kleinlebewesen. Die umweltschonendste Vorgehensweise ist eben doch die mühevolle Handarbeit.</p> <ul> <li><u>Grünbeläge entfernen:</u> Zur Entfernung von Algen und Flechten auf befestigten Flächen gibt es zugelassene <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/biozide">Biozidprodukte</a>. Aber auch Biozide enthalten Wirkstoffe, die Mensch und Umwelt gefährden können. Nutzen Sie deshalb auch hier <a href="https://www.umweltbundesamt.de/gruenbelaege-chemiefrei-entfernen#Ist%20die%20Anwendung%20von%20Gr%C3%BCnbelagsentfernern%20nicht%20zu%20vermeiden,%20gilt%20es%20einiges%20zu%20beachten.">chemiefreie Alternativen</a>. Grünbeläge auf Terrassen, Treppen und Gehwegplatten lassen sich gut mit Hochdruck- oder Dampfreinigern entfernen. Lassen Sie sich bereits bei der Materialauswahl dazu beraten. Verboten ist in jedem Fall, Grünbelagsentferner zur Bekämpfung von Unkräutern und Moosen einzusetzen.</li> <li><u>Versiegelung:</u> An einigen Stellen, z.B. bei Terrassen und Treppen, kann es sinnvoll sein, Flächen und Fugen zu versiegeln. Zement- oder Kunstharzfugen, wie auch unkrauthemmender Fugensand, beugen unerwünschtem Bewuchs vor. Größere Flächen wie Wege, Einfahrten und Hofflächen sollten Sie aber nicht versiegeln. Auch wenn diese Flächen durch Kies, Gehwegplatten oder Pflastersteine befestigt sind, sollten die Zwischenräume immer noch wasserdurchlässig sein. Das ist wichtig, damit bei Starkregenereignissen möglichst viel Wasser in das Erdreich versickern kann. Das schützt die Kanalisationen vor Überlastung und beugt Überschwemmungen vor.</li> <li><u>Begrünung von befestigten Flächen:</u> Begrünte Wege, Hofflächen oder Parkplätze haben viele Vorteile. Sie sorgen für angenehmes Mikroklima, fördern die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> und können hübsch aussehen. Es gibt <a href="https://www.klimakoffer.nrw/klimaanpassung-offene-pflasterung">verschiedene Möglichkeiten</a>, die sich mit Hilfe von Rasengittersteinen, Rasengitterwaben, Schottersteinen oder Pflastersteinen umsetzen lassen. Die Begrünung kann durch Spontanvegetation erfolgen, oder durch die Einsaat von Gras oder <a href="https://www.klimakoffer.nrw/sites/default/files/2025-06/2025_pflanzliste_pflasterfugen_klimakoffer_verbraucherzentralenrw.pdf">geeigneten Pflanzenarten</a>.</li> </ul> <strong>Galerie: Flächen unkrautfrei halten</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/img_7718_schacht.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/unkraut_richard_adobestock_394331733.jpeg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption Unkraut im Rasen – So gehen Sie vor <p><strong>Rasen versus Wiese: </strong>Muss es unbedingt ein perfekt gestylter Rasen sein? Wenn Sie Ihren Rasen, zumindest teilweise, in eine artenreiche Wiese verwandeln, leisten Sie einen wirklich großen Beitrag zum Artenschutz! Entscheidend ist die richtige Pflege:</p> <ul> <li><u>Blühwiese anlegen:</u> Am einfachsten ist es, wenn die Wiese sich über die Jahre von selbst entwickeln kann. Das erfordert etwas Geduld. Vertrauen Sie darauf, dass sich aus dem Samenvorrat eine vielfältige und an die örtlichen Bedingungen angepasste Artenvielfalt entwickelt. Entnehmen Sie nur einzelne problematische Arten, z.B. invasive Pflanzen. Schneller, aber viel aufwendiger ist es, eine Blühwiese komplett neu anzulegen. Dazu muss der Bewuchs zuerst komplett entfernt und ein Saatbett vorbereitet werden. Kaufen Sie dazu nur regionales, an die örtlichen Gegebenheiten angepasstes Saatgut (sogenanntes <a href="https://bluehende-landschaft.de/handlungsempfehlung/saatgut-vorschlaege-mit-blumensamen-von-wildpflanzen/">autochthones Saatgut</a>). Auch nach der Ansaat brauchen solche Blühflächen einige Pflege, vor allem müssen sie bewässert werden.</li> <li><u>Blühwiese mähen:</u> Mähen Sie nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte und zum Samen kommen. Der richtige Schnittzeitpunkt hängt von mehreren Faktoren ab. Eine einfache Faustregel ist, nicht vor Mitte Juni zu mähen (Aktion <a href="https://dgg1822.de/kampagne-maehfreier-mai/">"Mähfreier Mai"</a>). In einigen Fällen kann aber auch eine frühe Mahd sinnvoll sein. Zum Beispiel wenn in Ihrer Wiese fast nur Gräser wachsen, aber kaum Blühpflanzen. Der erste frühe Schnitt schröpft die wuchsfreudigen Gräser und macht Platz und Licht für keimende Blühpflanzen. Nutzen Sie zum Mähen schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Zum Schutz der Eidechsen sollten Sie am besten zu Zeiten mähen, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen). Verzichten Sie auf Mähroboter, sie schreddern nicht nur Insekten sondern <a href="https://www.izw-berlin.de/de/pressemitteilung/neue-forschung-zu-schnittverletzungen-bei-igeln-durch-maehroboter-entdeckt-erhebliches-aber-loesbares-tier-und-artenschutzproblem.html">fügen auch Igeln schwerste Verletzungen</a> zu. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden.</li> <li><u>Weitere Pflege:</u> Verzichten Sie auf eine Düngung. Je magerer die Wiesen sind, desto artenreicher! Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Wiese auch nicht mit dem Schnittgut mulchen. Bewässern brauchen Sie eine Wiese ebenso nicht. Das hohe Gras hält den Tau und schützt den Boden vor Austrocknung.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/UrbanGardening_M.D%C3%B6oerr-M.Frommherz_AdobeStock_325977917.jpeg"> </a> <strong> Bunt statt Beton </strong> <br> <p>Diese blühende Wildwiese ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch eine wertvolle Oase für Bienen und Insekten im städtischen Raum.</p> Quelle: M.Döoerr / M.Frommherz / AdobeStock <p><strong>Wenn´s doch der Rasen sein muss: </strong>An einigen Stellen ist ein kurzer, gepflegter Rasen sicherlich angenehmer als eine wilde Wiese. Das sind zum Beispiel Flächen, die häufig begangen werden, auf denen Kinder spielen, oder die als Sitz- und Liegeflächen dienen. Eine perfekte Rasenfläche erfordert einiges an Pflegeaufwand:</p> <ul> <li><u>Ansaat:</u> Wählen Sie eine Rasenmischung, die an Ihre Standortbedingungen und Anforderungen angepasst ist. Die optimalen Monate für die Rasenaussaat sind Mai und September, wenn der Boden leicht warm, aber nicht zu trocken ist. Bereiten Sie das Saatbett sorgfältig vor und verteilen Sie das Saatgut gleichmäßig. Planieren Sie die Fläche, damit die Samen einen guten Bodenkontakt erhalten. Wässern Sie das Saatgut vorsichtig und vermeiden Sie auch in den kommenden Wochen ein Austrocknen.</li> <li><u>Mahd:</u> Mahdzeitpunkt und -häufigkeit ist abhängig von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>, Wachstum und der Ihnen zur Verfügung stehenden Technik. Mähen Sie nicht zu häufig und nicht zu tief, damit der Boden nicht austrocknet und das Gras verbrennt. Das ist wichtig, weil in Zukunft mit länger anhaltenden Hitzeperioden und Trockenheit zu rechnen ist.</li> <li><u>Bewässerung:</u> Weltweit und auch in Deutschland wird Wasser knapp. <a href="https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/grundwasserstress-in-deutschland/">Grundwasserspiegel</a> sinken durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> und Übernutzung immer schneller. Deshalb sollten Sie auf die Bewässerung von Rasenflächen verzichten.</li> <li><u>Düngen:</u> Wollen Sie einen gleichmäßig-sattgrünen Rasen, wird Ihnen das Düngen nicht erspart bleiben. Nutzen Sie organische Dünger, anstatt chemisch-synthetische Düngemittel. Letztere haben eine schlechte Klimabilanz und können das Bodenleben beeinträchtigen. Mit einer dünnen Schicht aus fein gesiebtem Kompost ist Ihr Rasen gut versorgt.</li> <li><u>Moos</u>: Moos ist ein Zeichen für Nährstoffmangel, feuchtes Kleinklima und Verdichtungen im Boden. Wenn Sie gegen Moos vorgehen wollen, dann sollten Sie den Boden kalken und mit einem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/vertikutierer">Vertikutierer</a> belüften. Gegebenenfalls können Sie eine passende Rasenmischung für feuchtes / schattiges Kleinklima nachsäen. Der Einsatz von Herbiziden gegen Moos, sogenannte Moosvernichter, ist wenig sinnvoll, weil diese nicht die Ursachen für den Mooswuchs beseitigen. Wollen Sie dennoch nicht auf Moosvernichter verzichten, dann können Sie ein Produkt mit dem vergleichsweise umweltverträglichen Wirkstoff Eisen-II-Sulfat wählen.</li> <li><u>Pilzkrankheiten im Rasen</u><strong>: </strong>Mit der richtigen Rasenpflege können Sie einem Pilzbefall vorbeugen: Bodenverdichtungen beseitigen, Boden regelmäßig belüften, passende Rasenmischungen nachsäen. Insbesondere Schneeschimmel (<em>Microdochium nivale</em>) kann im Herbst und Winter auftreten, wenn unter einer Laub- oder Schneedecke Sauerstoffmangel und hohe Luftfeuchtigkeit herrschen. Vorbeugend sollte im Herbst herabfallendes Laub auf Rasenflächen entfernt werden. Sie können das Laub an anderer Stelle sinnvoll nutzen, z.B. unter Hecken, als Mulch auf Beeten oder als Winterquartier für Igel.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/microdochium_nivale.jpg"> </a> <strong> Schneeschimmel (Microdochium nivale) </strong> <br> <p>Schneeschimmel im Rasen: erkennbar an faulenden, mit watteartigem grauen bis rosafarbenen Pilzgeflecht bedeckten Flecken.</p> Quelle: Frank Korting DLR Rheinpfalz | www.greencommons.de | Microdochium nivale Schneeschimmel des Rasens | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0 Invasive Unkräuter – So gehen Sie vor <p>Achten Sie in Ihrem Garten auf <a href="https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html">invasive Pflanzenarten</a>, sogenannte Neophyten. Das sind gebietsfremde Arten, die sich schnell und unkontrolliert ausbreiten und dabei heimische Arten verdrängen oder anderweitige Schäden anrichten. Entsprechende Apps helfen bei der Bestimmung invasiver Pflanzen, damit Sie diese nicht mit heimischen Verwandten verwechseln. Beispielsweise sollten Sie die einheimische Gewöhnliche Goldrute (<em>Solidago virgaurea</em>) von der invasiven Kanadischen Goldrute (<em>Solidago canadensis</em>) und der invasiven Riesen-Goldrute (<em>Solidago gigantea</em>) unterscheiden.</p> <p>Seit 2015 gilt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN">Verordnung (EU) Nr. 1143/2014</a> über invasive Arten, inklusive der sogenannten <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html">Unionsliste</a>. Alle darin genannten Arten (z.B. Riesenbärenklau, Drüsiges Springkraut) dürfen nicht gepflanzt, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht oder in die Umwelt freigesetzt werden. <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-19-management.html">HIER</a> finden Sie Informationen zu den notwendigen Maßnahmen, um gegen solche Pflanzenarten vorzugehen. Viele weitere, in Gärten weit verbreitete <a href="https://unkraeuter.info/neophyten/">invasive Unkrautarten</a> (z.B. Kleinblütiges Franzosenkraut, Einjähriges Berufskraut) stehen (noch) nicht in der Unionsliste. Trotzdem sollten Sie auch diese Arten entfernen, weil sie sich massiv ausbreiten. Entsorgen Sie Pflanzenteile invasiver Arten nicht auf dem Kompost und auf keinen Fall in der freien Natur. Letzteres ist übrigens für jegliche Gartenabfälle verboten, unabhängig davon, ob es invasive Pflanzen sind. Illegales Entsorgen von Gartenabfällen ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.</p> <strong>Galerie: Invasive Unkräuter</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kanadische_goldrute-hans_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einjaehriges_berufkraut-leopictures_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/japanischer_staudenknoeterich-erwin_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/druesiges_springkraut-hans_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/beifussblaettrige_ambrosie-publicdomainpictures_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/riesenbaerenklau-mabel_amber_who_will_one_day_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/kanadisches_berufskraut_wildkraut_conyza_canadensis_mimohe_fotolia_84065363_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/franzosenkraut_thomasknospe_fotolia_33348255_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/sauerklee-horn-sauerklee_karin_jaehne_fotolia_92088822_m.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption Unkrautvernichtungsmittel nur im Notfall <p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> sollten nur in Ausnahmefällen verwendet werden, denn sie können negative Auswirkungen auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/auswirkungen-von-pflanzenschutzmitteln-auf-grund">Grundwasser</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/auswirkungen-von-pflanzenschutzmitteln-auf">Oberflächengewässer</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/bodenlebewesen-werden-durch-pflanzenschutzmittel">Boden</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/pflanzenschutzmittel-schaden-der-biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Zu den Pflanzenschutzmitteln gehören auch die Unkrautvernichtungsmittel, die sogenannten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/herbizide">Herbizide</a>. Sie werden unterschieden in Nicht-Selektive Herbizide (auch: Totalherbizide) und Selektive Herbizide. Totalherbizide schädigen <u>alle</u> Pflanzen, bekanntestes Beispiel hierfür ist Glyphosat. Selektive Herbizide wirken nur gegen <u>bestimmte</u> Pflanzen, beispielsweise gegen einkeimblättrige oder gegen zweikeimblättrige Pflanzen. Der Erfolg ist jedoch immer nur von kurzer Dauer, die meisten Unkräuter kommen schnell wieder. Deshalb müssen die Mittel immer wieder neu angewandt werden. Häufige Anwendung bringt jedoch ein neues Problem hervor: Unkräuter können Resistenzen gegen Herbizide entwickeln. Es entstehen dann sogenannte Superweeds, die nur noch sehr schwer zu bekämpfen sind.</p> <p>Übrigens: Glyphosat darf nicht mehr im Haus- und Kleingarten eingesetzt werden. Das besagt die <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/pflschanwv_1992/BJNR118870992.html">Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung</a>, zuletzt geändert 2024, in der Anlage 3 unter Nummer 4. Aus rechtlichen Gründen dürfen zwei Glyphosat-haltige Mittel noch vorübergehend eingesetzt werden, die Zulassung endet für beide Mittel jedoch zum 31.12.2026.</p> <p>Wenn Sie sich dennoch für einen Herbizideinsatz entscheiden, dann können Sie Produkte mit vergleichsweise umweltverträglichen Wirkstoffen wählen. So ist beispielsweise <em>Pelargonsäure</em> weniger schädlich für die Umwelt als andere Wirkstoffe. Verwenden Sie grundsätzlich nur Mittel, die in Deutschland zugelassen sind. Beispielsweise dürfen die häufig im Internet beworbenen, aus China stammenden Herbizide mit dem Wirkstoff <em>Glufosinat </em>nicht in Deutschland eingesetzt werden, der Wirkstoff ist EU-weit verboten. In der öffentlich zugänglichen <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/">Datenbank</a> des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) können Sie nach einem zugelassenen Herbizid suchen. Wichtig ist, dass Sie nur Mittel auswählen, die für den Haus- und Kleingarten (HuK) zugelassen sind und mit der Kennzeichnung "<em>Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig</em>"&nbsp;versehen sind. Beachten Sie, dass Herbizide im Hobbygarten nur für einige wenige Einsatzgebiete erlaubt sind, zum Beispiel zwischen Stauden und Gehölzen. Die erlaubten Anwendungen, die sogenannten Indikationen, finden Sie in der Datenbank wie auch auf der Verpackung. Halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung – zum Schutz der Umwelt und Ihrer eigenen Gesundheit. Weitere Tipps zum richtigen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/etikett_psm_mit_huk_hinweis_hommes_p1060387_0-2.jpg"> </a> <strong> Gebrauchsanleitung eines Pflanzenschutzmittels </strong> <br> <p>Im Hobbygarten dürfen nur Pflanzenschutzmittel mit dieser Kennzeichnung angewendet werden: "Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig."</p> Quelle: Martin Hommes </p><p> So managen Sie unliebsamen Bewuchs <ul> <li>Tolerieren Sie ein gewisses Maß an Unkräutern, sie erfüllen wichtige Funktionen im Naturhaushalt.</li> <li>Auf Beeten und anderen gärtnerisch genutzten Flächen können Sie auf Unkrautvernichtungsmittel verzichten. Alternativen sind hier: jäten, mulchen, bepflanzen.</li> <li>Auf befestigten Flächen (z.B. Hofflächen, Wege, Einfahrten) dürfen Sie grundsätzlich keine Unkrautvernichtungsmittel verwenden, das ist verboten! Alternativen sind hier: kehren, kratzen, abflammen.</li> <li>Und auch im Rasen ist der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln wenig sinnvoll. Verwandeln Sie eintönige Rasenflächen, wo immer möglich, in eine artenreiche Wiese. Jede noch so kleine Fläche zählt!</li> <li>Informieren Sie sich über Bekämpfungsmaßnahmen gegen invasive Pflanzenarten.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Unbedeckter Boden kommt in der Natur nur kurzfristig vor. Er wird schnell von zahlreichen anspruchslosen Pflänzchen besiedelt, den sogenannten Pionierpflanzen. Der Boden beherbergt einen großen Samenvorrat solcher Pflanzen, weitere Samen werden durch Wind und Tiere eingetragen. Der Kampf gegen Unkräuter ist also endlos, die Pflanzen werden offene Flächen immer wieder besiedeln. In diesem Artikel finden Sie Maßnahmen zum Umgang mit Unkräutern in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/unkraut#unkraut-in-beeten-so-gehen-sie-vor">Beeten</a>, auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/unkraut-vergeht-nicht#unkraut-auf-befestigten-flchen-so-gehen-sie-vor">befestigten Flächen</a> und im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/unkraut#unkraut-im-rasen-so-gehen-sie-vor">Rasen</a> sowie Maßnahmen zum Umgang mit <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/unkraut-vergeht-nicht#invasive-unkruter-so-gehen-sie-vor">invasiven Unkrautarten</a>.</p> <p><strong>Im Frieden mit wilden Kräutern: </strong>Als Unkräuter werden Pflanzen bezeichnet, die aus menschlicher Perspektive unerwünscht sind. Sie konkurrieren mit den Nahrungspflanzen des Menschen oder stören sein ästhetisches Empfinden. In der Natur erfüllen sie jedoch viele wichtige Funktionen. Sie bedecken den Boden und schützen ihn somit vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a>, Austrocknung und Verschlämmung. Mit ihren Wurzeln lockern sie den Boden und ernähren die Bodenlebewesen, welche daraus wertvollen Humus bilden. Sie halten die Nährstoffe in der Fläche, und einige Pflanzen, die sogenannten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/leguminosen">Leguminosen</a>, bilden sogar neue Nährstoffe. Für Insekten sind Unkräuter Brut- und Überwinterungsplatz und eine unentbehrliche Nahrungsgrundlage. Gewöhnliche Unkräuter, wie Löwenzahn, Wegwarte oder Steinklee, übertrumpfen, was Pollen- und Nektargehalt angeht, die meisten Zierpflanzen um ein Vielfaches! Auch Disteln und Brennnesseln sind unverzichtbar: sie sind die wichtigste <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">Nahrungsquelle für die Raupen vieler Schmetterlingsarten</a>.</p> <p><strong>Viele Unkräuter sind auch für den Menschen nützlich:</strong> Aus ihren Blättern und Blüten lassen sich leckere Salate und gesunde Smoothies zaubern, andere lassen sich wie Gemüse zubereiten. Einige werden zudem als Heilkräuter genutzt. Nicht zuletzt dienen sie auch als Zeigerpflanzen: sie informieren den Menschen über bestimmte Eigenschaften des Bodens auf dem sie wachsen. So zeigen beispielsweise Löwenzahn und Ampfer einen nährstoffreichen Boden, Sauerklee und Moose zeigen sauren Boden, und Wegerich-Arten zeigen verdichteten Boden an. Einige Unkräuter können Sie, mit entsprechender Aufbereitung, auch als Dünger verwenden (z.B. Giersch, Löwenzahn) oder zur Pflanzenstärkung (z.B. Brennnesseln, Schachtelhalm). Schauen Sie doch mal, welche wilden Pflanzen in Ihrem Garten wachsen. Entsprechende Apps können bei der Bestimmung von Pflanzen helfen.</p> <p><strong>Unkraut vergeht doch:</strong> Intensive Landwirtschaft und der immense Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/herbizide">Herbizide</a>) haben dazu geführt, dass inzwischen etwa 25 Prozent der in Deutschland vorkommenden <a href="https://www.spektrum.de/magazin/artenrueckgang-bei-ackerunkraeutern/820953">Unkrautarten auf der Roten Liste</a> stehen. Einige davon, wie das Lauch-Hellerkraut und der Gezähnte Leindotter, sind schon ausgestorben. Im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/loesungsansaetze-zur-reduktion-von/oekolandbau-ist-teil-der-loesung">ökologischen Landbau</a>, wo Unkrautvernichtungsmittel grundsätzlich verboten sind, spiegelt sich der ökologische Nutzen der Unkräuter schon in der Wortwahl wider: sie werden hier als "Beikräuter" bezeichnet. Der wissenschaftliche Begriff für Unkräuter lautet übrigens "Segetalflora".</p> </p><p> Unkraut in Beeten – So gehen Sie vor <p><strong>Boden bedecken:</strong> Halten Sie den Boden stets bedeckt! Zum Beispiel mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh, Ernteabfällen oder Laub. Wege zwischen den Beeten können mit Holzhackschnitzeln oder Rindenmulch bedeckt werden. Wollen Sie ein ganzes Beet vom Bewuchs befreien, können Sie es vorübergehend komplett mit Pappe abdecken. Auch Mulchfolien aus kompostierbarem Material sind eine Möglichkeit gegen unerwünschten Bewuchs. Mulch hält nicht nur Unkraut fern. Es schützt den Boden auch vor Austrocknung, ernährt die Bodenlebewesen und trägt zur Humusbildung bei. Mulch ist jedoch nicht gleich Mulch, die verschiedenen Materialien haben unterschiedliche Eigenschaften. Einige binden Stickstoff (z.B. Rindenmulch, Stroh), einige liefern Stickstoff (z.B. Mist, Rasenschnitt). Manche ziehen unbeliebte Mitesser an (z.B. zieht Stroh Mäuse an), andere bilden eine Barriere gegen sie (z.B. Schafswolle hält Schnecken ab). Informieren Sie sich deshalb vorab, welches Mulchmaterial am besten für welchen Zweck geeignet ist.</p> <p><strong>Boden bepflanzen:</strong> Eine bewusste Bepflanzung zwischen den eigentlichen Kulturpflanzen ist eine weitere Möglichkeit, unerwünschtem Bewuchs vorzubeugen. Die ausgewählten Begleitpflanzen müssen jedoch zu den Bedürfnissen der Kulturpflanzen passen. Um die Übertragung von Krankheitserregern und Schädlingen nicht zu begünstigen, sollten Kulturpflanze und Begleitpflanze möglichst nicht zur selben Pflanzenfamilie gehören. Apps können bei der Planung von Fruchtfolgen und der Auswahl geeigneter Begleitpflanzen helfen.</p> <ul> <li><u>Mischkulturen:</u> Kombinieren Sie Pflanzen, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Die wohl bekannteste Mischkultur ist die Kombination von Bohnen, Mais und Kürbissen, auch "Die drei Schwestern" genannt. Dabei dient die Bohne als Stickstoffsammler für die Kürbisse und den Mais. Der Mais wiederum dient als Rankhilfe für die Bohnen. Und die Kürbisse dienen als Bodendecker, um den Boden vor Austrocknung und Unkrautbewuchs zu schützen.</li> <li><u>Gründüngungspflanzen:</u> Das sind bestimmte Pflanzenarten, die in der Anbaupause zwischen zwei Hauptkulturen gesät werden und nach einer gewissen Kulturzeit zerkleinert und in den Boden eingearbeitet werden. Zur Gründüngung eignen sich <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/leguminosen">Leguminosen</a> (z.B. Klee, Luzerne, Lupinen) oder spezielle tiefwurzelnde Pflanzenarten (z.B. Bitter-Lupinen, Senf, Ölrettich) oder auch besonders insektenfreundliche Pflanzen (z.B. Phacelia, Buchweizen, Wicken).</li> <li><u>Bodendecker:</u> Es gibt jede Menge hübsche Bodendecker, die Lücken im Garten schließen und zudem noch nützlich sind, z.B. Walderdbeeren, Kapuzinerkresse, Pfennigkraut, Lungenkraut, Immergrün, Sedum, Maiglöckchen und Efeu.</li> </ul> <p><strong>Unkraut jäten:</strong> Frühzeitiges, gegebenenfalls wiederholtes Jäten verschafft Ihren Kulturpflanzen einen Wachstumsvorsprung. Sobald die Kulturpflanzen eine gewisse Größe erreicht haben und den Boden bedecken, können sich Unkräuter nur schwer ansiedeln. Jäten Sie am besten, wenn der Boden feucht ist. Unterscheiden Sie beim Jäten zwischen Wurzelunkräutern und Samenunkräutern.</p> <ul> <li><u>Wurzelunkräuter</u> sollten nicht mit der Hacke bearbeitet werden, denn aus jedem Teilstück kann sich eine neue Pflanze entwickeln. Ziehen Sie Wurzelunkräuter komplett aus der Erde oder graben Sie diese aus. Hierfür gibt es spezielle Werkzeuge wie z.B. Ampferstecher oder Gierschgabel.</li> <li><u>Samenunkräuter</u> produzieren viele tausend Samen, die über Jahrzehnte im Boden keimfähig bleiben. Sie sollten herausgezogen oder weggehackt werden. Manchmal reicht es auch, wenn Sie nach der Blüte die Samenstände rechtzeitig abschneiden, damit sich die Pflanze nicht weiter ausbreiten kann.</li> </ul> <strong>Galerie: Häufige Wurzelunkräuter</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/giersch-aegopodium_podagraria_bvpix_fotolia_84204495_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/distel-distelblueten_pixelmixel_fotolia_69897505_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/ampfer-rumex-obtusifolius-foliage.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemeine_quecke_emer_fotolia_85796625_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/ackerwinde_reikara_fotolia_84902034_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/brennnessel_matko_fotolia_87507757_m.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <strong>Galerie: Häufige Samenunkräuter</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/vogelmiere_joachim_opelka_fotolia_68184288_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/hirtentaeschel_unpict_fotolia_28655662_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/ackerhellerkraut_emer_fotolia_27176213_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/weisser_gaensefuss-goosefoot_mimohe_fotolia_65809705_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/wolfsmilch_sun_spurge_polarpx_fotolia_25430093_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/behaartes_schaumkraut-cardamine_hirsuta_ef.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> Unkraut auf befestigten Flächen – So gehen Sie vor <p><strong>Grundsätzlich gilt: "</strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> dürfen nicht auf befestigten Freilandflächen und nicht auf sonstigen Freilandflächen, die weder landwirtschaftlich noch forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, angewendet werden." (<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/pflschg_2012/__12.html">Pflanzenschutzgesetz § 12 Abs. 2</a>) Jede nicht erlaubte Anwendung eines Pflanzenschutzmittels ist ein Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz und kann mit Geldstrafen bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Das gilt unabhängig davon, ob der Verstoß von einer Privatperson, einem Landwirt, einem gewerblichen Hausmeisterdienst oder einer Kommune begangen wird. Ein begründeter Verdacht auf einen Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz kann beim <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes</a> angezeigt werden. &nbsp;</p> <p><strong>Das heißt:</strong> Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Flächen ist grundsätzlich verboten. Befestigte Flächen sind Oberflächen, die mit Beton, Pflasterungen oder Plattenbelägen versehen sind, oder Oberflächen mit einer Kiesauflage. Beispiele für befestigte Flächen sind: Hofflächen, Terrassen, Parkplätze, Einfahrten, Bürgersteige, Radwege, Wege zwischen Beeten, Rabatten oder Gräbern. Auch sonstige Freilandflächen (Nichtkulturland), die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, dürfen nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Dazu zählen beispielsweise Feldwege, Straßenränder, Bahndämme, Böschungen, oder Flächen mit Feldgehölzen.</p> <p>Das Verbot gilt nicht nur für zugelassene Pflanzenschutzmittel. Auch Grünbelagsentferner, Steinreiniger, Moosvernichter, Haushaltsreiniger, Salz oder andere "Hausmittel" dürfen nicht zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Vertrauen Sie keinen anderslautenden Werbebotschaften. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!</p> <p><strong>Ausnahmen:</strong> Von dem grundsätzlichen Verbot der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Flächen und Nichtkulturland gibt es nur zwei Ausnahmen:</p> <ul> <li><u>Ausnahmegenehmigung:</u> In begründeten Fällen kann die <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">im jeweiligen Bundesland zuständige Pflanzenschutzbehörde</a> auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf oben genannten Flächen erteilen. Solche Ausnahmen werden nur genehmigt, wenn sie einem "vordringlichen Zweck" dienen, z.B. der Verkehrssicherheit, dem Brandschutz oder der militärischen Sicherheit. Für Privatpersonen und Kleingärtner sind diese Ausnahmegenehmigungen also eher nicht relevant. Flächen, auf denen eine solche Ausnahmegenehmigung denkbar wäre, sind zum Beispiel Bahngleise, Flughäfen, Energieversorgungsanlagen, Anlagen von Militär und Feuerwehr. Für alle Bundesländer gibt es <a href="https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/Leitlinie_L%C3%A4nder_Genehmigungen_Nichtkulturland.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=4">einheitliche Kriterien</a> zur Erteilung solcher Ausnahmegenehmigungen.</li> </ul> <p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/herbizide">Herbizide</a> mit dem Anwendungsgebiet "Wege und Plätze" dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn eine solche Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde vorliegt!</p> <ul> <li><u>Essig:</u> Seit 2022 darf der <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoff</a> Essig auf befestigten Flächen gegen Unkräuter eingesetzt werden. Erlaubt ist aber ausschließlich Essig in Lebensmittequalität, welcher auf 6 Prozent Essigsäure verdünnt sein muss. Dieses Essig-Wasser-<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/gemisch">Gemisch</a> darf nicht flächig, sondern nur zur Einzelpflanzenbehandlung (spot application) verwendet werden. Die Behandlung darf maximal zwei Mal im Jahr erfolgen. Die Umgebungstemperatur sollte dabei über 20 Grad liegen. Unverdünnter Essig, Essigsäure, Essigreiniger, Essigessenz oder Industrie-Essig darf nicht verwendet werden.</li> </ul> <p><strong>Alternative Maßnahmen auf befestigten Flächen:</strong></p> <ul> <li><u>Kleine Flächen</u> lassen sich leicht unkrautfrei halten, ohne Chemie und ohne Technik. Es reicht, die Fläche regelmäßig mit einem harten Straßenbesen zu fegen. Einzelne Pflanzen können mit der Hand ausgezupft werden. Fugenkratzer und Fugenbürsten lassen sich auch gut im Stehen einsetzen.</li> <li><u>Große Flächen</u> können Sie mit dem Einsatz von Technik unkrautfrei halten: <ul> <li>Motorisierte Unkrautbürsten gibt es als kombinierbare Bauteile für Motorsensen und Rasentrimmer oder als selbstfahrende Geräte.</li> <li>Abflammgeräte erhitzen die Pflanzen kurzzeitig mit einer Gasflamme. Dadurch zerplatzen die Zellwände, die Pflanzen vertrocknen nach wenigen Tagen.</li> <li>Auch mit heißem Wasser lässt sich Unkraut beseitigen. Für den Hausgarten sind kleine, handgeführte Heißwasser-Geräte verfügbar.</li> </ul> </li> </ul> <p>Wenn Ihnen die Anschaffung von Geräten zur Unkrautbekämpfung zu teuer ist, können Sie diese auch mieten. Viele Händler von Gartengeräten oder Baumaschinen bieten einen solchen Service, samt Lieferung, an. Für professionelle Anwender gibt es noch weitere Verfahren: auch mit Infrarot, Heißschaum, Strom oder Dampf lässt sich Unkraut beseitigen. Doch egal, welches Verfahren Sie anwenden: jedes hat seine Vor- und Nachteile. Insbesondere zum ökologischen Fußabdruck fehlen Daten, um die Verfahren direkt miteinander vergleichen zu können. Zum Schutz der Umwelt ist es in jedem Fall gut, auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a> zu verzichten. Aber auch alterative Verfahren haben negative Auswirkungen: sie verbrauchen Wasser und fossile Brennstoffe, sie verursachen klimaschädliches CO2, sie töten Insekten und Kleinlebewesen. Die umweltschonendste Vorgehensweise ist eben doch die mühevolle Handarbeit.</p> <ul> <li><u>Grünbeläge entfernen:</u> Zur Entfernung von Algen und Flechten auf befestigten Flächen gibt es zugelassene <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/biozide">Biozidprodukte</a>. Aber auch Biozide enthalten Wirkstoffe, die Mensch und Umwelt gefährden können. Nutzen Sie deshalb auch hier <a href="https://www.umweltbundesamt.de/gruenbelaege-chemiefrei-entfernen#Ist%20die%20Anwendung%20von%20Gr%C3%BCnbelagsentfernern%20nicht%20zu%20vermeiden,%20gilt%20es%20einiges%20zu%20beachten.">chemiefreie Alternativen</a>. Grünbeläge auf Terrassen, Treppen und Gehwegplatten lassen sich gut mit Hochdruck- oder Dampfreinigern entfernen. Lassen Sie sich bereits bei der Materialauswahl dazu beraten. Verboten ist in jedem Fall, Grünbelagsentferner zur Bekämpfung von Unkräutern und Moosen einzusetzen.</li> <li><u>Versiegelung:</u> An einigen Stellen, z.B. bei Terrassen und Treppen, kann es sinnvoll sein, Flächen und Fugen zu versiegeln. Zement- oder Kunstharzfugen, wie auch unkrauthemmender Fugensand, beugen unerwünschtem Bewuchs vor. Größere Flächen wie Wege, Einfahrten und Hofflächen sollten Sie aber nicht versiegeln. Auch wenn diese Flächen durch Kies, Gehwegplatten oder Pflastersteine befestigt sind, sollten die Zwischenräume immer noch wasserdurchlässig sein. Das ist wichtig, damit bei Starkregenereignissen möglichst viel Wasser in das Erdreich versickern kann. Das schützt die Kanalisationen vor Überlastung und beugt Überschwemmungen vor.</li> <li><u>Begrünung von befestigten Flächen:</u> Begrünte Wege, Hofflächen oder Parkplätze haben viele Vorteile. Sie sorgen für angenehmes Mikroklima, fördern die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> und können hübsch aussehen. Es gibt <a href="https://www.klimakoffer.nrw/klimaanpassung-offene-pflasterung">verschiedene Möglichkeiten</a>, die sich mit Hilfe von Rasengittersteinen, Rasengitterwaben, Schottersteinen oder Pflastersteinen umsetzen lassen. Die Begrünung kann durch Spontanvegetation erfolgen, oder durch die Einsaat von Gras oder <a href="https://www.klimakoffer.nrw/sites/default/files/2025-06/2025_pflanzliste_pflasterfugen_klimakoffer_verbraucherzentralenrw.pdf">geeigneten Pflanzenarten</a>.</li> </ul> <strong>Galerie: Flächen unkrautfrei halten</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/img_7718_schacht.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/unkraut_richard_adobestock_394331733.jpeg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> Unkraut im Rasen – So gehen Sie vor <p><strong>Rasen versus Wiese: </strong>Muss es unbedingt ein perfekt gestylter Rasen sein? Wenn Sie Ihren Rasen, zumindest teilweise, in eine artenreiche Wiese verwandeln, leisten Sie einen wirklich großen Beitrag zum Artenschutz! Entscheidend ist die richtige Pflege:</p> <ul> <li><u>Blühwiese anlegen:</u> Am einfachsten ist es, wenn die Wiese sich über die Jahre von selbst entwickeln kann. Das erfordert etwas Geduld. Vertrauen Sie darauf, dass sich aus dem Samenvorrat eine vielfältige und an die örtlichen Bedingungen angepasste Artenvielfalt entwickelt. Entnehmen Sie nur einzelne problematische Arten, z.B. invasive Pflanzen. Schneller, aber viel aufwendiger ist es, eine Blühwiese komplett neu anzulegen. Dazu muss der Bewuchs zuerst komplett entfernt und ein Saatbett vorbereitet werden. Kaufen Sie dazu nur regionales, an die örtlichen Gegebenheiten angepasstes Saatgut (sogenanntes <a href="https://bluehende-landschaft.de/handlungsempfehlung/saatgut-vorschlaege-mit-blumensamen-von-wildpflanzen/">autochthones Saatgut</a>). Auch nach der Ansaat brauchen solche Blühflächen einige Pflege, vor allem müssen sie bewässert werden.</li> <li><u>Blühwiese mähen:</u> Mähen Sie nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte und zum Samen kommen. Der richtige Schnittzeitpunkt hängt von mehreren Faktoren ab. Eine einfache Faustregel ist, nicht vor Mitte Juni zu mähen (Aktion <a href="https://dgg1822.de/kampagne-maehfreier-mai/">"Mähfreier Mai"</a>). In einigen Fällen kann aber auch eine frühe Mahd sinnvoll sein. Zum Beispiel wenn in Ihrer Wiese fast nur Gräser wachsen, aber kaum Blühpflanzen. Der erste frühe Schnitt schröpft die wuchsfreudigen Gräser und macht Platz und Licht für keimende Blühpflanzen. Nutzen Sie zum Mähen schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Zum Schutz der Eidechsen sollten Sie am besten zu Zeiten mähen, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen). Verzichten Sie auf Mähroboter, sie schreddern nicht nur Insekten sondern <a href="https://www.izw-berlin.de/de/pressemitteilung/neue-forschung-zu-schnittverletzungen-bei-igeln-durch-maehroboter-entdeckt-erhebliches-aber-loesbares-tier-und-artenschutzproblem.html">fügen auch Igeln schwerste Verletzungen</a> zu. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden.</li> <li><u>Weitere Pflege:</u> Verzichten Sie auf eine Düngung. Je magerer die Wiesen sind, desto artenreicher! Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Wiese auch nicht mit dem Schnittgut mulchen. Bewässern brauchen Sie eine Wiese ebenso nicht. Das hohe Gras hält den Tau und schützt den Boden vor Austrocknung.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/UrbanGardening_M.D%C3%B6oerr-M.Frommherz_AdobeStock_325977917.jpeg"> </a> <strong> Bunt statt Beton </strong> <br> <p>Diese blühende Wildwiese ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch eine wertvolle Oase für Bienen und Insekten im städtischen Raum.</p> Quelle: M.Döoerr / M.Frommherz / AdobeStock </p><p> <p><strong>Wenn´s doch der Rasen sein muss: </strong>An einigen Stellen ist ein kurzer, gepflegter Rasen sicherlich angenehmer als eine wilde Wiese. Das sind zum Beispiel Flächen, die häufig begangen werden, auf denen Kinder spielen, oder die als Sitz- und Liegeflächen dienen. Eine perfekte Rasenfläche erfordert einiges an Pflegeaufwand:</p> <ul> <li><u>Ansaat:</u> Wählen Sie eine Rasenmischung, die an Ihre Standortbedingungen und Anforderungen angepasst ist. Die optimalen Monate für die Rasenaussaat sind Mai und September, wenn der Boden leicht warm, aber nicht zu trocken ist. Bereiten Sie das Saatbett sorgfältig vor und verteilen Sie das Saatgut gleichmäßig. Planieren Sie die Fläche, damit die Samen einen guten Bodenkontakt erhalten. Wässern Sie das Saatgut vorsichtig und vermeiden Sie auch in den kommenden Wochen ein Austrocknen.</li> <li><u>Mahd:</u> Mahdzeitpunkt und -häufigkeit ist abhängig von <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>, Wachstum und der Ihnen zur Verfügung stehenden Technik. Mähen Sie nicht zu häufig und nicht zu tief, damit der Boden nicht austrocknet und das Gras verbrennt. Das ist wichtig, weil in Zukunft mit länger anhaltenden Hitzeperioden und Trockenheit zu rechnen ist.</li> <li><u>Bewässerung:</u> Weltweit und auch in Deutschland wird Wasser knapp. <a href="https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/grundwasserstress-in-deutschland/">Grundwasserspiegel</a> sinken durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> und Übernutzung immer schneller. Deshalb sollten Sie auf die Bewässerung von Rasenflächen verzichten.</li> <li><u>Düngen:</u> Wollen Sie einen gleichmäßig-sattgrünen Rasen, wird Ihnen das Düngen nicht erspart bleiben. Nutzen Sie organische Dünger, anstatt chemisch-synthetische Düngemittel. Letztere haben eine schlechte Klimabilanz und können das Bodenleben beeinträchtigen. Mit einer dünnen Schicht aus fein gesiebtem Kompost ist Ihr Rasen gut versorgt.</li> <li><u>Moos</u>: Moos ist ein Zeichen für Nährstoffmangel, feuchtes Kleinklima und Verdichtungen im Boden. Wenn Sie gegen Moos vorgehen wollen, dann sollten Sie den Boden kalken und mit einem <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/vertikutierer">Vertikutierer</a> belüften. Gegebenenfalls können Sie eine passende Rasenmischung für feuchtes / schattiges Kleinklima nachsäen. Der Einsatz von Herbiziden gegen Moos, sogenannte Moosvernichter, ist wenig sinnvoll, weil diese nicht die Ursachen für den Mooswuchs beseitigen. Wollen Sie dennoch nicht auf Moosvernichter verzichten, dann können Sie ein Produkt mit dem vergleichsweise umweltverträglichen Wirkstoff Eisen-II-Sulfat wählen.</li> <li><u>Pilzkrankheiten im Rasen</u><strong>: </strong>Mit der richtigen Rasenpflege können Sie einem Pilzbefall vorbeugen: Bodenverdichtungen beseitigen, Boden regelmäßig belüften, passende Rasenmischungen nachsäen. Insbesondere Schneeschimmel (<em>Microdochium nivale</em>) kann im Herbst und Winter auftreten, wenn unter einer Laub- oder Schneedecke Sauerstoffmangel und hohe Luftfeuchtigkeit herrschen. Vorbeugend sollte im Herbst herabfallendes Laub auf Rasenflächen entfernt werden. Sie können das Laub an anderer Stelle sinnvoll nutzen, z.B. unter Hecken, als Mulch auf Beeten oder als Winterquartier für Igel.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/microdochium_nivale.jpg"> </a> <strong> Schneeschimmel (Microdochium nivale) </strong> <br> <p>Schneeschimmel im Rasen: erkennbar an faulenden, mit watteartigem grauen bis rosafarbenen Pilzgeflecht bedeckten Flecken.</p> Quelle: Frank Korting DLR Rheinpfalz | www.greencommons.de | Microdochium nivale Schneeschimmel des Rasens | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0 </p><p> Invasive Unkräuter – So gehen Sie vor <p>Achten Sie in Ihrem Garten auf <a href="https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html">invasive Pflanzenarten</a>, sogenannte Neophyten. Das sind gebietsfremde Arten, die sich schnell und unkontrolliert ausbreiten und dabei heimische Arten verdrängen oder anderweitige Schäden anrichten. Entsprechende Apps helfen bei der Bestimmung invasiver Pflanzen, damit Sie diese nicht mit heimischen Verwandten verwechseln. Beispielsweise sollten Sie die einheimische Gewöhnliche Goldrute (<em>Solidago virgaurea</em>) von der invasiven Kanadischen Goldrute (<em>Solidago canadensis</em>) und der invasiven Riesen-Goldrute (<em>Solidago gigantea</em>) unterscheiden.</p> <p>Seit 2015 gilt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN">Verordnung (EU) Nr. 1143/2014</a> über invasive Arten, inklusive der sogenannten <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html">Unionsliste</a>. Alle darin genannten Arten (z.B. Riesenbärenklau, Drüsiges Springkraut) dürfen nicht gepflanzt, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht oder in die Umwelt freigesetzt werden. <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-19-management.html">HIER</a> finden Sie Informationen zu den notwendigen Maßnahmen, um gegen solche Pflanzenarten vorzugehen. Viele weitere, in Gärten weit verbreitete <a href="https://unkraeuter.info/neophyten/">invasive Unkrautarten</a> (z.B. Kleinblütiges Franzosenkraut, Einjähriges Berufskraut) stehen (noch) nicht in der Unionsliste. Trotzdem sollten Sie auch diese Arten entfernen, weil sie sich massiv ausbreiten. Entsorgen Sie Pflanzenteile invasiver Arten nicht auf dem Kompost und auf keinen Fall in der freien Natur. Letzteres ist übrigens für jegliche Gartenabfälle verboten, unabhängig davon, ob es invasive Pflanzen sind. Illegales Entsorgen von Gartenabfällen ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.</p> <strong>Galerie: Invasive Unkräuter</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kanadische_goldrute-hans_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einjaehriges_berufkraut-leopictures_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/japanischer_staudenknoeterich-erwin_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/druesiges_springkraut-hans_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/beifussblaettrige_ambrosie-publicdomainpictures_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/riesenbaerenklau-mabel_amber_who_will_one_day_auf_pixabay.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/kanadisches_berufskraut_wildkraut_conyza_canadensis_mimohe_fotolia_84065363_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/franzosenkraut_thomasknospe_fotolia_33348255_m.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/sauerklee-horn-sauerklee_karin_jaehne_fotolia_92088822_m.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> Unkrautvernichtungsmittel nur im Notfall <p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> sollten nur in Ausnahmefällen verwendet werden, denn sie können negative Auswirkungen auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/auswirkungen-von-pflanzenschutzmitteln-auf-grund">Grundwasser</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/auswirkungen-von-pflanzenschutzmitteln-auf">Oberflächengewässer</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/bodenlebewesen-werden-durch-pflanzenschutzmittel">Boden</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/pflanzenschutzmittel-schaden-der-biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Zu den Pflanzenschutzmitteln gehören auch die Unkrautvernichtungsmittel, die sogenannten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/herbizide">Herbizide</a>. Sie werden unterschieden in Nicht-Selektive Herbizide (auch: Totalherbizide) und Selektive Herbizide. Totalherbizide schädigen <u>alle</u> Pflanzen, bekanntestes Beispiel hierfür ist Glyphosat. Selektive Herbizide wirken nur gegen <u>bestimmte</u> Pflanzen, beispielsweise gegen einkeimblättrige oder gegen zweikeimblättrige Pflanzen. Der Erfolg ist jedoch immer nur von kurzer Dauer, die meisten Unkräuter kommen schnell wieder. Deshalb müssen die Mittel immer wieder neu angewandt werden. Häufige Anwendung bringt jedoch ein neues Problem hervor: Unkräuter können Resistenzen gegen Herbizide entwickeln. Es entstehen dann sogenannte Superweeds, die nur noch sehr schwer zu bekämpfen sind.</p> <p>Übrigens: Glyphosat darf nicht mehr im Haus- und Kleingarten eingesetzt werden. Das besagt die <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/pflschanwv_1992/BJNR118870992.html">Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung</a>, zuletzt geändert 2024, in der Anlage 3 unter Nummer 4. Aus rechtlichen Gründen dürfen zwei Glyphosat-haltige Mittel noch vorübergehend eingesetzt werden, die Zulassung endet für beide Mittel jedoch zum 31.12.2026.</p> <p>Wenn Sie sich dennoch für einen Herbizideinsatz entscheiden, dann können Sie Produkte mit vergleichsweise umweltverträglichen Wirkstoffen wählen. So ist beispielsweise <em>Pelargonsäure</em> weniger schädlich für die Umwelt als andere Wirkstoffe. Verwenden Sie grundsätzlich nur Mittel, die in Deutschland zugelassen sind. Beispielsweise dürfen die häufig im Internet beworbenen, aus China stammenden Herbizide mit dem Wirkstoff <em>Glufosinat </em>nicht in Deutschland eingesetzt werden, der Wirkstoff ist EU-weit verboten. In der öffentlich zugänglichen <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/">Datenbank</a> des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) können Sie nach einem zugelassenen Herbizid suchen. Wichtig ist, dass Sie nur Mittel auswählen, die für den Haus- und Kleingarten (HuK) zugelassen sind und mit der Kennzeichnung "<em>Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig</em>"&nbsp;versehen sind. Beachten Sie, dass Herbizide im Hobbygarten nur für einige wenige Einsatzgebiete erlaubt sind, zum Beispiel zwischen Stauden und Gehölzen. Die erlaubten Anwendungen, die sogenannten Indikationen, finden Sie in der Datenbank wie auch auf der Verpackung. Halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung – zum Schutz der Umwelt und Ihrer eigenen Gesundheit. Weitere Tipps zum richtigen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/etikett_psm_mit_huk_hinweis_hommes_p1060387_0-2.jpg"> </a> <strong> Gebrauchsanleitung eines Pflanzenschutzmittels </strong> <br> <p>Im Hobbygarten dürfen nur Pflanzenschutzmittel mit dieser Kennzeichnung angewendet werden: "Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig."</p> Quelle: Martin Hommes </p><p>Informationen für...</p>

Pflanzenschutz im Gemüsegarten

<p> So gelingt die Ernte im Gemüsegarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige und vielfältige Sorten bzw. Arten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Bauen Sie verschiedene Gemüsearten im räumlichen und zeitlichen Wechsel an.</li> <li>Verwenden Sie ein engmaschiges Netz, um Gemüsepflanzen zu schützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p><strong>Schädlingsbefall vorbeugen:</strong> Käfer, Fliegen oder Blattläuse sind nicht in jedem Fall ein Problem. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette, erst in großer Zahl schaden sie. Diese grundlegenden Maßnahmen beugen einem massenhaften Befall vor:</p> <ul> <li>Vielfalt statt Einfalt:&nbsp;Eine vielfältige Fruchtfolge beugt dem Schädlingsbefall vor. Vermeiden Sie, dieselben Gemüsearten mehrere Jahre am gleichen Standort anzubauen. Legen Sie möglichst lange Anbaupausen ein, bevor dieselbe Pflanzenart wieder am alten Platz steht. Trennen Sie auch Pflanzen aus derselben Familie räumlich und zeitlich voneinander. Entsprechende Apps können Ihnen bei der Planung der Fruchtfolge helfen.</li> <li>Mischkultur: Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Zum Beispiel Stickstoffzehrer und Stickstoffsammler, Tiefwurzler und Flachwurzler. Mischen Sie Pflanzen mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen (z.B. Thymian, Knoblauch) unter die Gemüsepflanzen, das hält viele Schädlinge fern. Auch einige Zierpflanzen leisten einen Beitrag zur Gesundheit Ihrer Gemüsepflanzen. Zum Beispiel Studentenblumen oder Sonnenhut vertreiben über ihre Wurzelausscheidungen schädliche Nematoden. Die wohl bekannteste Mischkultur ist die Kombination von Bohnen, Mais und Kürbissen, auch „Die drei Schwestern“ genannt. Dabei dient die Bohne als Stickstoffsammler für die Kürbisse und den Mais. Der Mais wiederum dient als Rankhilfe für die Bohnen. Und die Kürbisse dienen als Bodendecker, um den Boden vor Austrocknung und Unkrautbewuchs zu schützen. Entsprechende Apps können Sie bei der richtigen Zusammenstellung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und möglichst naturnah, um Nützlinge anzulocken. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>. Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont Nützlinge.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/psm_infografiken_fruchtfolge-mit-4-beeten.jpg"> </a> <strong> Fruchtfolge mit vier Beeten – ein Beispiel </strong> Quelle: CC BY-ND 4.0 Umweltbundesamt 2016 <p><strong>Netze schützen das Gemüse:</strong>&nbsp;Feinmaschige Netze sind effektiv, sie halten zum Beispiel Minierfliegen, Gemüsefliegen, Gallmücken, Kartoffelkäfer, Erdflöhe und Schad-Schmetterlinge fern.</p> <ul> <li>Wählen Sie möglichst feinmaschige Netze (Maschenweite kleiner als 1 Millimeter).</li> <li>Decken Sie damit das Beet sofort nach der Saat / Pflanzung bis zur Ernte ab.</li> <li>Achten Sie auf dichten Bodenabschluss. Beschweren Sie den Netzrand z.B. mit Sandsäcken. Steine sind nicht zu empfehlen, denn sie können das Netz schnell beschädigen.</li> <li>Kontrollieren Sie das Netz regelmäßig auf Löcher. Diese können durch Kleben oder Nähen repariert werden.</li> <li>Im Frühling und Herbst können Sie anstelle von Netzen auch Pflanzenschutzvlies verwenden. Unter dem Vlies erhöht sich die Temperatur und verlängert somit den Anbauzeitraum.</li> <li>Lüften Sie im Hochsommer das Netz, damit die Pflanzen nicht überhitzen oder sich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit Pilzkrankheiten breitmachen.</li> <li>Für empfindliche Kulturen, wie Salat oder Lauch, eignen sich nur Netze aus leichtem Material. Für unempfindlichere Pflanzen, wie z.B. Kohl, können die Netze auch etwas schwerer sein. Sie können die Netze abstützen, z.B. mithilfe von Bambusstäben, auf die Sie leere Kunststoff-Flaschen stecken, damit das Netz nicht beschädigt wird.</li> <li>Die meisten Insektenschutznetze bestehen aus HD-Polyethylen. Wenn Sie die Netze pfleglich behandeln, sind sie viele Jahre haltbar. Schützen Sie die Netze vor Beschädigung, z.B. durch scharfkantige Oberflächen. Nehmen Sie die Netze gleich nach der Ernte ab und lagern Sie diese sauber, trocken und dunkel.</li> <li>Ist ein Netz unbrauchbar geworden, können Sie es über den Hausmüll oder die Gelbe Tonne entsorgen. Liegt eine Sammelstelle für Agrar-Kunststoffe in Ihrer Nähe, können Sie auch dort anfragen, ob eine Rückgabe möglich ist. Über solche Sammelstellen werden die Kunststoffe dem Recycling zugeführt.</li> <li>Eine Alternative zum Polyethylen sind Netze aus Polylactid, einem Bio-Kunststoff aus Mais. Diese Netze halten nur wenige Jahre, bauen sich danach aber biologisch ab.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_gemuesebeet-schutznetz.jpg"> </a> <strong> Kulturschutznetze halten zahlreiche Schädlinge von Ihrem Gemüsebeet fern. </strong> Quelle: doethion / Fotolia.com <p><strong>Beispiele für konkrete Maßnahmen gegen typische Gemüseschädlinge:</strong></p> <ul> <li>Möhrenfliegen: Ein sehr früher oder ein sehr später Anbau entschärft die Problematik, weil Möhren und Fliegenlarven dann nicht im kritischsten Stadium zusammentreffen. Wenn Sie Möhren in Dämmen anbauen ist es hilfreich, diese nach der Hauptwindrichtung auszurichten.</li> <li>Wurzelfliegen: Deren Larven fressen vor allem die Keimlinge. Deshalb ist es sinnvoll, betroffene Pflanzen, wie z.B. Bohnen, im geschützten Bereich vorzuziehen.</li> <li>Kohlfliegen: Ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IJLhuyIhexA">Kohlkragen</a> hindert die Fliegen an der Eiablage am Wurzelhals. Somit entwickeln sich keine Larven, welche durch ihren Fraß an den Wurzeln die Pflanzen zum Absterben bringen.</li> <li>Schad-Schmetterlinge: Deren Raupen sind ein begehrtes Eiweiß-Futter zur Vogel-Brutzeit. Sie können abgesammelt und an eine andere passende Pflanze umgesiedelt werden. Geeignete Nahrungspflanzen für die Raupen sehr vieler Schmetterlingsarten sind z.B. Brennnesseln, Eichen, Weiden, Weißdorn und Schlehen. Doch Vorsicht, nicht jede Raupe ist ein Schädling! Am Kraut von Möhren, Pastinaken und Dill fressen auch die Raupen des besonders geschützten Schwalbenschwanzes gern.</li> <li>Wurzelnematoden: Mischkulturen mit <a href="https://www.julius-kuehn.de/media/Veroeffentlichungen/Flyer_EP/Tagetesanbau_zur_Bekaempfung_von_pflanzenparasitaeren_Nematoden_de.pdf">Studentenblumen</a> oder Ringelblumen schrecken pflanzenparasitäre Nematoden ab, da ihre Wurzeln Stoffe freisetzen, die für die winzigen Würmer giftig sind.</li> <li>Kartoffelkäfer: Ei-Gelege an den Blattunterseiten zerdrücken oder Käfer absammeln.</li> <li>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a>.</li> </ul> <strong>Galerie: Schädlinge an Gemüsepflanzen – so sehen sie aus</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_kartoffelkaefer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/grosser_kohlweissling.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/erdfloehe-1-dlr-js.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/weisse_fliege_toamte_jki_hommes_k2_-_14.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/thrips09chrysanthemum.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/kohlrabi-kohlgallenruessler1-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/wortelvlieg_amsterdamse_bak_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/lauch-lauchminierfliege-larve1-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_maulwurfsgrille.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>Tierische Helfer aus dem Handel:</strong>&nbsp;Im Gewächshaus ist es möglich, zum Schutz der Pflanzen gezielt Nützlinge aus dem Fachhandel auszubringen. Da die Tiere unter Umständen aus dem Gewächshaus entweichen können, sollten Sie jedoch nur einheimische Arten und Unterarten verwenden. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Mehr dazu lesen Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/nuetzlinge-im-garten#kommerzieller-einsatz-von-nutzlingen-im-gewachshaus-und-garten">HIER</a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) <p><strong>Krankheiten vorbeugen:</strong>&nbsp;Neben den potentiellen Schädlingen stellen auch Krankheitserreger eine Gefahr für Gemüsepflanzen dar. Das können Pilze, Bakterien, Viren oder auch Einzeller sein. Für viele Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien) dazu beraten.</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau. Es lohnt sich, in extra dafür angebotene Steckzwiebeln oder Saatkartoffeln zu investieren, da diese auf Krankheiten überprüft werden.</li> <li>Auch die Veredlung von Tomaten zahlt sich aus. Diese wachsen auf einer robusten Unterlage, die widerstandsfähig gegen viele typische Tomatenkrankheiten ist. Veredelte Tomaten sind zudem kältetoleranter und können höhere Erträge erzielen, weil sie über ihre besonders gut ausgebildeten Wurzeln Wasser und Nährstoffe besser aufnehmen können.</li> <li>Gegen viele Krankheitserreger hilft eine weite Fruchtfolge. Beispielsweise sollten Kohlpflanzen erst nach frühestens fünf Jahren wieder am gleichen Standort stehen, weil der Erreger der Kohlhernie viele Jahre im Boden überdauern kann. In dieser Zeit sollten Sie auch keine anderen Wirtspflanzen (z.B. Erdbeeren) der Kohlhernie anbauen.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Beachten Sie aber, dass es auch Pflanzen gibt, die nicht gut zusammenpassen. Tomaten und Gurken sind beispielsweise keine guten Nachbarn.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Krankheitserregern und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen bzw. das Vorkeimen von Kartoffeln im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen. Zusätzlich können Sie die untersten Blätter entfernen. Feuchte Oberflächen und Spritzwasser erleichtern es Krankheitserregern, sich auszubreiten.</li> <li>Insbesondere Tomatenpflanzen reagieren auf Feuchtigkeit schnell mit Pilzbefall. Damit sie auch bei Regen trocken bleiben, sollten Sie Ihre Tomaten unter einem lichtdurchlässigen Dach an einem sonnigen, gut durchlüfteten Standort anbauen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Das Ausgeizen von z.B. Tomaten-, Paprika- und Gurken-Pflanzen sollte erfolgen, wenn die Triebe in den Blattachseln noch klein sind, damit größere Wunden vermieden werden.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie den Boden stets bedeckt, z.B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Mist oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln. Vor allem synthetischer Stickstoff macht das Gewebe weich und anfällig für Krankheitserreger, insbesondere für Pilzkrankheiten.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompost</a> können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/phytophthora_infestans_bij_parel.jpg"> </a> <strong> Krank durch Pilzbefall: Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) an Kartoffelpflanzen </strong> Quelle: Rasbak | www.wikimedia.org | Phytophthora infestans bij Parel | https://en.wikipedia.org/wiki/en:GNU_Free_Documentation_License | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/strunkfaeule-erwinia-12-slfa-js.jpg"> </a> <strong> Krank durch Bakterienbefall: Weichfäule (Erwinia carotovora) am Kohlrabi </strong> Quelle: Schlaghecken DLR RP | http://www.greencommons.de/Datei:Strunkf%C3%A4ule-Erwinia-12-SLFA-JS.JPG | Erwinia Weichfäule Erwinia carotovora | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/kohlhernie_jki_gf_k2_-_39.jpg"> </a> <strong> Krank durch den Befall von Einzellern: Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) an Kohlrabi-Wurzel </strong> Quelle: Julius Kühn-Institut (JKI) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/gurkenmosaikvirus_a.jpg"> </a> <strong> Krank durch Virenbefall: Gurkenmosaikvirus (Cucumber mosaic virus, CMV) an einem Gurkenblatt </strong> Quelle: DieterO | www.wikimedia.org | Vom Gurkenmosaikvirus befallene Blätter einer Gurkenpflanze in verschiedenen Stadien | https://en.wikipedia.org/wiki/en:public_domain Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Mehltau ist häufig anzutreffen und dennoch vermeidbar: </strong>Hinter dem Begriff Mehltau verbirgt sich eine Vielzahl von Pilzarten, die sich zwar in ihrer Lebensweise ähneln, sich aber jeweils auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert haben. Ein Mehltaupilz, der Zucchini befällt, kann also nicht den benachbarten Salat anstecken und umgekehrt. Praktischerweise muss man nicht jede einzelne Mehltauart kennen, denn die Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung sind ähnlich. Unterscheiden muss man jedoch zwischen Echtem Mehltau und Falschem Mehltau. Echter Mehltau tritt bei Hitze und Trockenheit als mehlig-weißlicher, leicht abwischbarer Belag an den Blattoberseiten auf. Falscher Mehltau tritt bei feucht-kühler ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠ als weiß-grauer, nicht abwischbarer Belag an den Blattunterseiten auf. Falscher Mehltau tritt wegen der hohen Luftfeuchtigkeit auch häufig im Gewächshaus auf. Mehltaupilze entziehen der Pflanze Nährstoffe. In der Folge sterben Blätter ab, oder, bei starkem Befall, die ganze Pflanze. Vorbeugen können Sie durch die Wahl resistenter Sorten. <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmittel</a> aus Ackerschachtelhalm unterstützen bei der Festigung des Pflanzengewebes und der Bildung von Abwehrstoffen. Meiden Sie synthetischen Stickstoffdünger, dieser macht das Pflanzengewebe weich und anfällig für Pilzkrankheiten. Halten Sie die oberirdischen Pflanzenteile trocken und sorgen Sie für gute Durchlüftung. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und entsorgen Sie diese. Beim Kompostieren sollten Sie die befallenen Teile gleich mit Erde oder anderem Pflanzenmaterial bedecken, damit die Sporen nicht vom Wind weitergetragen werden.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/powdery_mildew.jpg"> </a> <strong> Echter Mehltau (Podosphaera fusca) an einem Zucchiniblatt </strong> <br>Echter Mehltau tritt vor allem bei Hitze und Trockenheit auf. Quelle: Pollinator | www.wikimedia.org | Powdery mildew species Podosphaera fusca | http://commons.wikimedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License | http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/falscher_mehltau_1.jpg"> </a> <strong> Falscher Mehltau (Pseudoporonospora cubensis) </strong> <br>Falscher Mehltau, hier auf einer Gurke, tritt bei feucht-kühler ⁠Witterung⁠ an den Blattunterseiten auf. Gurken zeigen ein besonders charakteristisches Schadbild: Die gelben Flecken auf der Blattoberseite sind eckig und scharf abgegrenzt. Der eigentliche Pilzrasen befindet sich jedoch auf der Blattunterseite – dieser ist auch das Unterscheidungsmerkmal zum ähnlich aussehenden Gurkenmosaikvirus. Quelle: Christian Hummert | www.wikimedia.org | Falscher Mehltau auf einer Gurke Typischer Mosaikmuster auf der Blattoberseite | http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html | http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Gönnen Sie Ihrem Boden eine Wellnesskur mit Gründüngungspflanzen. Das sind bestimmte Pflanzenarten, die in der Anbaupause zwischen zwei Hauptkulturen gesät werden und nach einer gewissen Kulturzeit zerkleinert und in den Boden eingearbeitet werden. Einige Arten können auch noch im Herbst gesät werden und frieren dann im Winter ab. Sie bedecken den Boden im Winter mit dem abgestorbenen Kraut und sind bis zum Frühjahr verrottet. Gründüngung reichert den Boden mit Humus an und ernährt die Bodenlebewesen. Sie unterdrückt Unkrautbewuchs und schützt den Boden vor Austrocknung und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a>. Einige Arten, die sogenannten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/leguminosen">Leguminosen</a> (z.B. Klee, Luzerne, Lupinen), können zudem über ihre Wurzeln Stickstoff im Boden anreichern. Nach ihrer Verrottung stellen sie die wertvollen Nährstoffe der Folgekultur zur Verfügung. Tiefwurzelnde Arten (z.B. Bitter-Lupinen, Senf, Ölrettich) können außerdem verdichteten Boden auflockern. Über ein besonders tiefes Wurzelsystem verfügt auch die Luzerne, sie kann Wasser und Nährstoffe noch aus fünf Metern Bodentiefe holen. Andere zur Gründüngung geeigneten Pflanzenarten (z.B. Phacelia, Buchweizen, Wicken) sind wiederum aufgrund ihrer Blütenpracht ein Paradies für hungrige Insekten. Achten Sie jedoch bei der Auswahl der Gründüngungspflanzen auf deren Familienzugehörigkeit. Gehören sie zur selben Familie wie Ihre Gemüsepflanzen (z.B. Familie der Schmetterlingsblütler oder Kreuzblütler), dann sollten sie nicht direkt neben- oder nacheinander auf der gleichen Fläche wachsen.</p> <p><strong>⁠Pflanzenschutzmittel⁠ nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a> erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Kaliseife: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> <p>&nbsp;</p> </p><p> So gelingt die Ernte im Gemüsegarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige und vielfältige Sorten bzw. Arten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Bauen Sie verschiedene Gemüsearten im räumlichen und zeitlichen Wechsel an.</li> <li>Verwenden Sie ein engmaschiges Netz, um Gemüsepflanzen zu schützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p><strong>Schädlingsbefall vorbeugen:</strong> Käfer, Fliegen oder Blattläuse sind nicht in jedem Fall ein Problem. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette, erst in großer Zahl schaden sie. Diese grundlegenden Maßnahmen beugen einem massenhaften Befall vor:</p> <ul> <li>Vielfalt statt Einfalt:&nbsp;Eine vielfältige Fruchtfolge beugt dem Schädlingsbefall vor. Vermeiden Sie, dieselben Gemüsearten mehrere Jahre am gleichen Standort anzubauen. Legen Sie möglichst lange Anbaupausen ein, bevor dieselbe Pflanzenart wieder am alten Platz steht. Trennen Sie auch Pflanzen aus derselben Familie räumlich und zeitlich voneinander. Entsprechende Apps können Ihnen bei der Planung der Fruchtfolge helfen.</li> <li>Mischkultur: Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Zum Beispiel Stickstoffzehrer und Stickstoffsammler, Tiefwurzler und Flachwurzler. Mischen Sie Pflanzen mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen (z.B. Thymian, Knoblauch) unter die Gemüsepflanzen, das hält viele Schädlinge fern. Auch einige Zierpflanzen leisten einen Beitrag zur Gesundheit Ihrer Gemüsepflanzen. Zum Beispiel Studentenblumen oder Sonnenhut vertreiben über ihre Wurzelausscheidungen schädliche Nematoden. Die wohl bekannteste Mischkultur ist die Kombination von Bohnen, Mais und Kürbissen, auch „Die drei Schwestern“ genannt. Dabei dient die Bohne als Stickstoffsammler für die Kürbisse und den Mais. Der Mais wiederum dient als Rankhilfe für die Bohnen. Und die Kürbisse dienen als Bodendecker, um den Boden vor Austrocknung und Unkrautbewuchs zu schützen. Entsprechende Apps können Sie bei der richtigen Zusammenstellung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und möglichst naturnah, um Nützlinge anzulocken. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>. Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont Nützlinge.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/psm_infografiken_fruchtfolge-mit-4-beeten.jpg"> </a> <strong> Fruchtfolge mit vier Beeten – ein Beispiel </strong> Quelle: CC BY-ND 4.0 Umweltbundesamt 2016 </p><p> <p><strong>Netze schützen das Gemüse:</strong>&nbsp;Feinmaschige Netze sind effektiv, sie halten zum Beispiel Minierfliegen, Gemüsefliegen, Gallmücken, Kartoffelkäfer, Erdflöhe und Schad-Schmetterlinge fern.</p> <ul> <li>Wählen Sie möglichst feinmaschige Netze (Maschenweite kleiner als 1 Millimeter).</li> <li>Decken Sie damit das Beet sofort nach der Saat / Pflanzung bis zur Ernte ab.</li> <li>Achten Sie auf dichten Bodenabschluss. Beschweren Sie den Netzrand z.B. mit Sandsäcken. Steine sind nicht zu empfehlen, denn sie können das Netz schnell beschädigen.</li> <li>Kontrollieren Sie das Netz regelmäßig auf Löcher. Diese können durch Kleben oder Nähen repariert werden.</li> <li>Im Frühling und Herbst können Sie anstelle von Netzen auch Pflanzenschutzvlies verwenden. Unter dem Vlies erhöht sich die Temperatur und verlängert somit den Anbauzeitraum.</li> <li>Lüften Sie im Hochsommer das Netz, damit die Pflanzen nicht überhitzen oder sich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit Pilzkrankheiten breitmachen.</li> <li>Für empfindliche Kulturen, wie Salat oder Lauch, eignen sich nur Netze aus leichtem Material. Für unempfindlichere Pflanzen, wie z.B. Kohl, können die Netze auch etwas schwerer sein. Sie können die Netze abstützen, z.B. mithilfe von Bambusstäben, auf die Sie leere Kunststoff-Flaschen stecken, damit das Netz nicht beschädigt wird.</li> <li>Die meisten Insektenschutznetze bestehen aus HD-Polyethylen. Wenn Sie die Netze pfleglich behandeln, sind sie viele Jahre haltbar. Schützen Sie die Netze vor Beschädigung, z.B. durch scharfkantige Oberflächen. Nehmen Sie die Netze gleich nach der Ernte ab und lagern Sie diese sauber, trocken und dunkel.</li> <li>Ist ein Netz unbrauchbar geworden, können Sie es über den Hausmüll oder die Gelbe Tonne entsorgen. Liegt eine Sammelstelle für Agrar-Kunststoffe in Ihrer Nähe, können Sie auch dort anfragen, ob eine Rückgabe möglich ist. Über solche Sammelstellen werden die Kunststoffe dem Recycling zugeführt.</li> <li>Eine Alternative zum Polyethylen sind Netze aus Polylactid, einem Bio-Kunststoff aus Mais. Diese Netze halten nur wenige Jahre, bauen sich danach aber biologisch ab.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_gemuesebeet-schutznetz.jpg"> </a> <strong> Kulturschutznetze halten zahlreiche Schädlinge von Ihrem Gemüsebeet fern. </strong> Quelle: doethion / Fotolia.com </p><p> <p><strong>Beispiele für konkrete Maßnahmen gegen typische Gemüseschädlinge:</strong></p> <ul> <li>Möhrenfliegen: Ein sehr früher oder ein sehr später Anbau entschärft die Problematik, weil Möhren und Fliegenlarven dann nicht im kritischsten Stadium zusammentreffen. Wenn Sie Möhren in Dämmen anbauen ist es hilfreich, diese nach der Hauptwindrichtung auszurichten.</li> <li>Wurzelfliegen: Deren Larven fressen vor allem die Keimlinge. Deshalb ist es sinnvoll, betroffene Pflanzen, wie z.B. Bohnen, im geschützten Bereich vorzuziehen.</li> <li>Kohlfliegen: Ein <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IJLhuyIhexA">Kohlkragen</a> hindert die Fliegen an der Eiablage am Wurzelhals. Somit entwickeln sich keine Larven, welche durch ihren Fraß an den Wurzeln die Pflanzen zum Absterben bringen.</li> <li>Schad-Schmetterlinge: Deren Raupen sind ein begehrtes Eiweiß-Futter zur Vogel-Brutzeit. Sie können abgesammelt und an eine andere passende Pflanze umgesiedelt werden. Geeignete Nahrungspflanzen für die Raupen sehr vieler Schmetterlingsarten sind z.B. Brennnesseln, Eichen, Weiden, Weißdorn und Schlehen. Doch Vorsicht, nicht jede Raupe ist ein Schädling! Am Kraut von Möhren, Pastinaken und Dill fressen auch die Raupen des besonders geschützten Schwalbenschwanzes gern.</li> <li>Wurzelnematoden: Mischkulturen mit <a href="https://www.julius-kuehn.de/media/Veroeffentlichungen/Flyer_EP/Tagetesanbau_zur_Bekaempfung_von_pflanzenparasitaeren_Nematoden_de.pdf">Studentenblumen</a> oder Ringelblumen schrecken pflanzenparasitäre Nematoden ab, da ihre Wurzeln Stoffe freisetzen, die für die winzigen Würmer giftig sind.</li> <li>Kartoffelkäfer: Ei-Gelege an den Blattunterseiten zerdrücken oder Käfer absammeln.</li> <li>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a>.</li> </ul> <strong>Galerie: Schädlinge an Gemüsepflanzen – so sehen sie aus</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_kartoffelkaefer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/grosser_kohlweissling.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/erdfloehe-1-dlr-js.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/weisse_fliege_toamte_jki_hommes_k2_-_14.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/thrips09chrysanthemum.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/kohlrabi-kohlgallenruessler1-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/wortelvlieg_amsterdamse_bak_1.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/lauch-lauchminierfliege-larve1-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/gemuesepflanzen_maulwurfsgrille.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>Tierische Helfer aus dem Handel:</strong>&nbsp;Im Gewächshaus ist es möglich, zum Schutz der Pflanzen gezielt Nützlinge aus dem Fachhandel auszubringen. Da die Tiere unter Umständen aus dem Gewächshaus entweichen können, sollten Sie jedoch nur einheimische Arten und Unterarten verwenden. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Mehr dazu lesen Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/nuetzlinge-im-garten#kommerzieller-einsatz-von-nutzlingen-im-gewachshaus-und-garten">HIER</a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> <p><strong>Krankheiten vorbeugen:</strong>&nbsp;Neben den potentiellen Schädlingen stellen auch Krankheitserreger eine Gefahr für Gemüsepflanzen dar. Das können Pilze, Bakterien, Viren oder auch Einzeller sein. Für viele Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien) dazu beraten.</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau. Es lohnt sich, in extra dafür angebotene Steckzwiebeln oder Saatkartoffeln zu investieren, da diese auf Krankheiten überprüft werden.</li> <li>Auch die Veredlung von Tomaten zahlt sich aus. Diese wachsen auf einer robusten Unterlage, die widerstandsfähig gegen viele typische Tomatenkrankheiten ist. Veredelte Tomaten sind zudem kältetoleranter und können höhere Erträge erzielen, weil sie über ihre besonders gut ausgebildeten Wurzeln Wasser und Nährstoffe besser aufnehmen können.</li> <li>Gegen viele Krankheitserreger hilft eine weite Fruchtfolge. Beispielsweise sollten Kohlpflanzen erst nach frühestens fünf Jahren wieder am gleichen Standort stehen, weil der Erreger der Kohlhernie viele Jahre im Boden überdauern kann. In dieser Zeit sollten Sie auch keine anderen Wirtspflanzen (z.B. Erdbeeren) der Kohlhernie anbauen.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Beachten Sie aber, dass es auch Pflanzen gibt, die nicht gut zusammenpassen. Tomaten und Gurken sind beispielsweise keine guten Nachbarn.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Krankheitserregern und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen bzw. das Vorkeimen von Kartoffeln im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen. Zusätzlich können Sie die untersten Blätter entfernen. Feuchte Oberflächen und Spritzwasser erleichtern es Krankheitserregern, sich auszubreiten.</li> <li>Insbesondere Tomatenpflanzen reagieren auf Feuchtigkeit schnell mit Pilzbefall. Damit sie auch bei Regen trocken bleiben, sollten Sie Ihre Tomaten unter einem lichtdurchlässigen Dach an einem sonnigen, gut durchlüfteten Standort anbauen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern. Das Ausgeizen von z.B. Tomaten-, Paprika- und Gurken-Pflanzen sollte erfolgen, wenn die Triebe in den Blattachseln noch klein sind, damit größere Wunden vermieden werden.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie den Boden stets bedeckt, z.B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Mist oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln. Vor allem synthetischer Stickstoff macht das Gewebe weich und anfällig für Krankheitserreger, insbesondere für Pilzkrankheiten.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompost</a> können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/phytophthora_infestans_bij_parel.jpg"> </a> <strong> Krank durch Pilzbefall: Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) an Kartoffelpflanzen </strong> Quelle: Rasbak | www.wikimedia.org | Phytophthora infestans bij Parel | https://en.wikipedia.org/wiki/en:GNU_Free_Documentation_License | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/strunkfaeule-erwinia-12-slfa-js.jpg"> </a> <strong> Krank durch Bakterienbefall: Weichfäule (Erwinia carotovora) am Kohlrabi </strong> Quelle: Schlaghecken DLR RP | http://www.greencommons.de/Datei:Strunkf%C3%A4ule-Erwinia-12-SLFA-JS.JPG | Erwinia Weichfäule Erwinia carotovora | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/kohlhernie_jki_gf_k2_-_39.jpg"> </a> <strong> Krank durch den Befall von Einzellern: Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) an Kohlrabi-Wurzel </strong> Quelle: Julius Kühn-Institut (JKI) <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/gurkenmosaikvirus_a.jpg"> </a> <strong> Krank durch Virenbefall: Gurkenmosaikvirus (Cucumber mosaic virus, CMV) an einem Gurkenblatt </strong> Quelle: DieterO | www.wikimedia.org | Vom Gurkenmosaikvirus befallene Blätter einer Gurkenpflanze in verschiedenen Stadien | https://en.wikipedia.org/wiki/en:public_domain Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Mehltau ist häufig anzutreffen und dennoch vermeidbar: </strong>Hinter dem Begriff Mehltau verbirgt sich eine Vielzahl von Pilzarten, die sich zwar in ihrer Lebensweise ähneln, sich aber jeweils auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert haben. Ein Mehltaupilz, der Zucchini befällt, kann also nicht den benachbarten Salat anstecken und umgekehrt. Praktischerweise muss man nicht jede einzelne Mehltauart kennen, denn die Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung sind ähnlich. Unterscheiden muss man jedoch zwischen Echtem Mehltau und Falschem Mehltau. Echter Mehltau tritt bei Hitze und Trockenheit als mehlig-weißlicher, leicht abwischbarer Belag an den Blattoberseiten auf. Falscher Mehltau tritt bei feucht-kühler ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠ als weiß-grauer, nicht abwischbarer Belag an den Blattunterseiten auf. Falscher Mehltau tritt wegen der hohen Luftfeuchtigkeit auch häufig im Gewächshaus auf. Mehltaupilze entziehen der Pflanze Nährstoffe. In der Folge sterben Blätter ab, oder, bei starkem Befall, die ganze Pflanze. Vorbeugen können Sie durch die Wahl resistenter Sorten. <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmittel</a> aus Ackerschachtelhalm unterstützen bei der Festigung des Pflanzengewebes und der Bildung von Abwehrstoffen. Meiden Sie synthetischen Stickstoffdünger, dieser macht das Pflanzengewebe weich und anfällig für Pilzkrankheiten. Halten Sie die oberirdischen Pflanzenteile trocken und sorgen Sie für gute Durchlüftung. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und entsorgen Sie diese. Beim Kompostieren sollten Sie die befallenen Teile gleich mit Erde oder anderem Pflanzenmaterial bedecken, damit die Sporen nicht vom Wind weitergetragen werden.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/powdery_mildew.jpg"> </a> <strong> Echter Mehltau (Podosphaera fusca) an einem Zucchiniblatt </strong> <br>Echter Mehltau tritt vor allem bei Hitze und Trockenheit auf. Quelle: Pollinator | www.wikimedia.org | Powdery mildew species Podosphaera fusca | http://commons.wikimedia.org/wiki/GNU_Free_Documentation_License | http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/falscher_mehltau_1.jpg"> </a> <strong> Falscher Mehltau (Pseudoporonospora cubensis) </strong> <br>Falscher Mehltau, hier auf einer Gurke, tritt bei feucht-kühler ⁠Witterung⁠ an den Blattunterseiten auf. Gurken zeigen ein besonders charakteristisches Schadbild: Die gelben Flecken auf der Blattoberseite sind eckig und scharf abgegrenzt. Der eigentliche Pilzrasen befindet sich jedoch auf der Blattunterseite – dieser ist auch das Unterscheidungsmerkmal zum ähnlich aussehenden Gurkenmosaikvirus. Quelle: Christian Hummert | www.wikimedia.org | Falscher Mehltau auf einer Gurke Typischer Mosaikmuster auf der Blattoberseite | http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html | http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0 Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Gönnen Sie Ihrem Boden eine Wellnesskur mit Gründüngungspflanzen. Das sind bestimmte Pflanzenarten, die in der Anbaupause zwischen zwei Hauptkulturen gesät werden und nach einer gewissen Kulturzeit zerkleinert und in den Boden eingearbeitet werden. Einige Arten können auch noch im Herbst gesät werden und frieren dann im Winter ab. Sie bedecken den Boden im Winter mit dem abgestorbenen Kraut und sind bis zum Frühjahr verrottet. Gründüngung reichert den Boden mit Humus an und ernährt die Bodenlebewesen. Sie unterdrückt Unkrautbewuchs und schützt den Boden vor Austrocknung und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a>. Einige Arten, die sogenannten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/leguminosen">Leguminosen</a> (z.B. Klee, Luzerne, Lupinen), können zudem über ihre Wurzeln Stickstoff im Boden anreichern. Nach ihrer Verrottung stellen sie die wertvollen Nährstoffe der Folgekultur zur Verfügung. Tiefwurzelnde Arten (z.B. Bitter-Lupinen, Senf, Ölrettich) können außerdem verdichteten Boden auflockern. Über ein besonders tiefes Wurzelsystem verfügt auch die Luzerne, sie kann Wasser und Nährstoffe noch aus fünf Metern Bodentiefe holen. Andere zur Gründüngung geeigneten Pflanzenarten (z.B. Phacelia, Buchweizen, Wicken) sind wiederum aufgrund ihrer Blütenpracht ein Paradies für hungrige Insekten. Achten Sie jedoch bei der Auswahl der Gründüngungspflanzen auf deren Familienzugehörigkeit. Gehören sie zur selben Familie wie Ihre Gemüsepflanzen (z.B. Familie der Schmetterlingsblütler oder Kreuzblütler), dann sollten sie nicht direkt neben- oder nacheinander auf der gleichen Fläche wachsen.</p> <p><strong>⁠Pflanzenschutzmittel⁠ nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie&nbsp;<a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>&nbsp;einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a>&nbsp;oder mit dem Einsatz von&nbsp;<a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a> erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Kaliseife: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> <p>&nbsp;</p> </p><p>Informationen für...</p>

Quelle-Senke-Beziehungen in Weizen unter abiotischem Stress: Räumlich-temporale Dynamik der Kornfüllung

Weizen ist eines der wichtigsten Nahrungspflanzen weltweit und hohe Erträge tragen maßgeblich zur globalen Ernährungssicherheit bei. In umfangreichen Vorarbeiten konnten wir zeigen, dass das Ertragspotenzial moderner Weizensorten in erster Linie durch kontextabhängige Senke-Quelle-Beziehungen eingeschränkt ist: Moderne Sorten zeichnen sich zwar durch Verbesserungen in fast allen maßgebenden Merkmalen aus; jedoch tragen sie immer noch viele unerwünschte Allelkombinationen.Wir führten eine umfassende Phänotypisierung von quellen- sowie senkenbezogenen Merkmalen unter verschiedenen Umwelt- und Bewirtschaftungsszenarien in einem großen historischen Panel europäischer Winterweizensorten durch. Dadurch konnten wir moderne Sorten einerseits mit erhöhter Quellenstärke identifizieren, die z.B. durch eine hohe Wasser- und Stickstoffaufnahmeeffizienz, ein hohes Biomassepotenzial und/oder eine hohe Strahlungsinterzeptions- und -nutzungseffizienz begünstigt wird. Andererseits identifizierten wir auch Sorten mit einer bemerkenswerten Senkenstärke aufgrund einer hohen Anzahl von Körnern pro Flächeneinheit. Diese vermeintlichen physiologischen Vorteile führten jedoch nicht immer zu einem höheren Kornertrag: Stattdessen zeigten solche Genotypen oft Senkendefizite in Form von unregelmäßiger Kornbildung, räumlich-zeitlicher Variabilität der Kornentwicklung oder anderen Quelle-Senke-Kompromissen.Ziel dieses Teilprojekts im Paketantrag "Weizen Senke-Quelle-Beziehungen und Grenzen (WheatSouSi)" ist es, die räumliche Verteilung der Kornzahl bzw. -größe in Relation zur Anzahl der Spindelstufen am Haupttrieb und Nebentrieben in genetisch unterschiedlichen Winterweizensorten unter verschiedenen Umweltbedingungen zu beschreiben. Darüber hinaus werden Beziehungen zwischen wasserlöslichen Stängelkohlenhydraten, Pollenfertilität, Kornansatz und Korngewicht in einem räumlichen Zusammenhang entlang der Ähre unter verschiedenen Umweltbedingungen untersucht. Diese Daten werden verwendet, um die Vor- und Nachteile verschiedener Allelkombinationen von Schlüsselgenen für Fertilität und Kornzahl in Bezug auf die Verfügbarkeit von Kohlenhydraten unter abiotischen Stressbedingungen zu bewerten. Schließlich werden gemeinsame Analysen mit drei anderen kooperierenden Projekten durchgeführt, um abiotische Stressreaktionen zu verschiedenen Entwicklungszeitpunkten zu untersuchen, Kohlenhydrate in Quelle-Senke-Modelle zu implementieren und merkmalsbezogene Allelfrequenzänderungen im Zusammenhang mit der züchterischen Selektion auf Kornertrag zu erörtern. Insgesamt werden diese umfassenden gemeinsamen Analysen neue Einblicke in die Auswirkungen des Zuchtfortschrittes für den Kornertrag auf die Quellen-Senken-Beziehungen bei modernem Weizen geben.

Mit Nützlingen gärtnern

<p> So gärtnern Sie mit Nützlingen <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, so dass Nützlinge angelockt werden und darin Nahrung und Wohnraum finden.</li> <li>Tolerieren Sie Schädlinge als Teil der Nahrungskette, solange sie nicht massenhaft auftreten.</li> <li>Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>⁠. Diese können der Umwelt und Ihren Gartenmitbewohnern schaden.</li> </ul> Gewusst wie <p>Werden <strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a></strong> gegen Schädlingsbefall eingesetzt, kann das gravierende Auswirkungen auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Denn Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Zudem schaden sie indirekt auch anderen Lebewesen, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Beispielsweise können Marienkäfer durch bestimmte Insektizide nicht nur direkt getötet werden, sondern sie werden auch durch den Nahrungsmangel gefährdet, wenn Blattläuse vernichtet werden. In der Folge fehlen die Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer wieder an anderer Stelle, ein Teufelskreislauf. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.</p> <p>Auch chemisch-synthetische <strong>Düngemittel</strong> können negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben indem sie beispielsweise Bodenlebewesen beeinträchtigen. Zudem resultiert aus der Herstellung und dem Transport synthetischer Düngemittel eine negative Klimabilanz. Nutzen Sie stattdessen organischen Dünger, der Ihnen vor Ort zur Verfügung steht, z.B. Kompost, Mist, Grünschnitt, Laub. Organisches Material "füttert" die Bodenlebewesen, welche wiederum an der Humusbildung beteiligt sind. Lebendiger, humoser Boden bietet Ihren Pflanzen wertvolle Nährstoffe und ist somit ein bedeutender Baustein für die Pflanzengesundheit.</p> <p><strong>Respekt vor jedem Lebewesen:</strong> Alle Organismen haben ihren Platz in der Nahrungskette und wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Nur aus der Perspektive des Menschen erscheint der eine als "nützlich" und der andere als "schädlich". Bedenken Sie, dass Lebewesen nicht nur "schlechte" oder nur "gute" Eigenschaften haben. Zum Beispiel verursachen nur wenige Arten der Gallmücke Schäden an Ihrer Ernte. Dagegen sind viele Gallmücken-Arten nützlich. Weil ihre Larven Blattläuse vertilgen, werden sie gezielt im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Zudem bestäuben sie Pflanzen und dienen Vögeln als Futter. Reißt der Mensch ein kleines Loch in das komplexe Netz der Natur, hat das weitreichende Auswirkungen.</p> <p><strong>Jeder Quadratmeter zählt: </strong>Nützlinge können sich nur dann im Garten ansiedeln und vermehren, wenn sie langfristig Futter und Wohnraum finden. Selbst wenn Ihnen nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, lohnt sich die Anlage eines Mini-Biotops. Da viele Arten nur einen relativ kleinen Bewegungsradius haben, können solche Trittsteine für deren weitere Ausbreitung sehr wertvoll sein. Vielleicht können Sie auch Ihre Nachbarn von einer naturnahen Gartengestaltung überzeugen, so entsteht in der Summe ein vernetzter, artenreicher Lebensraum.</p> Tipps zur Bepflanzung <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kornblume_biene_melani_marfeld_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Pflanzen Sie heimische, insektenfreundliche Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an. </strong> Quelle: Melani Marfeld / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/sonnenhut_ungefuellte_bluete_marek_studzinski_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten. </strong> Quelle: Marek Studzinski / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/fruehblueher_krokus_annette_meyer_from_pixabay_0.jpg"> </a> <strong> Notration: Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten. </strong> Quelle: Annette Meyer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pfaffenhuetchen_ingrid_und_stefan_melichar_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> "Tiere pflanzen": Besondere Partnerschaften zwischen Pflanzen und Tieren </strong> Quelle: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schnittlauch_bluete_marius_kristensen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen. </strong> Quelle: Marius Kristensen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenschere_carlotta_silvestrini_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Rückschnitt: Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück. </strong> Quelle: Carlotta Silvestrini / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/mahd_sense_emi_lija_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Mahd: Mähen Sie Wiesen nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. </strong> Quelle: emi lija / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/laub_herbst_garten_peggychoucair_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall). </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/efeu_fassade_garten_bernhard_schuermann_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Vertikales Gärtnern: Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terrassen. </strong> Quelle: Bernhard Schürmann / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hyazinthe_mulch_cornell_fruehauf_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bodenschutz: Bedecken Sie den Boden mit Bodendeckern, Untersaaten oder organischem Mulch. </strong> Quelle: Cornell Frühauf / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/permakultur_jan-kraus-co2sflwwnrm-unsplash.jpg"> </a> <strong> Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten. </strong> Quelle: Jan Kraus / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einpflanzen_garten_delynn_talley_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Klimaschutz. </strong> Quelle: Delynn Talley / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Pflanzen Sie heimische Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an.</strong> Eine Vielfalt an heimischen Stauden und Gehölzen bietet Insekten, Vögeln, aber auch Fledermäusen und Kleinsäugern, Nahrung und Lebensraum. Insbesondere dichte Hecken und stachelige Sträucher bieten Vögeln Schutz vor Katzen und anderen Beutegreifern. Auch Vogelfutter sollte nicht gekauft, sondern selbst angepflanzt werden (z.B. Sonnenblumen, Mohn, Holunder, Sanddorn). Hier finden Sie Empfehlungen für <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">bienenfreundliche Pflanzen</a>, für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">insektenfreundliche Pflanzen</a> und für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/voegel/22389.html">vogelfreundliche Gehölze</a>.</li> <li><strong>Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten.</strong> Bei gefüllten Blüten haben sich die Staub- und / oder Fruchtblätter zu Blütenblättern umgebildet. Dadurch produzieren diese Blüten weniger oder gar keinen Nektar und keinen Pollen mehr. Zudem können solche Blütenblätter den Tieren den Weg zu den Staubgefäßen und zum Nektar versperren.</li> <li><strong>Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten.</strong> Das sind z.B. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, und Spätblüher wie Fette Henne, Sonnenblume und Ringelblume. Frühblüher bieten vielen Nützlingen, z.B. Schwebfliegen und Florfliegen, ein erstes Nahrungsangebot und sind somit entscheidend für deren weitere Entwicklung.</li> <li><strong>Auch Vögel brauchen ganzjährig Futter.</strong> Im Winter fressen sie z.B. gern Hagebutten sowie Früchte vom Holunder und Weißdorn. Besonders wertvoll ist der Efeu: er blüht im Herbst, wenn Insekten wenig andere Nahrung finden, und trägt Früchte im zeitigen Frühjahr, was Amseln, Drosseln und Stare anlockt. Um zu blühen und Früchte zu tragen muss der Efeu aber mindestens acht Jahre alt sein.</li> <li><strong>"Tiere pflanzen": </strong>Mit der Wahl von ganz bestimmten Pflanzen können Sie ganz bestimmte Tiere anlocken, da diese sich über Jahrmillionen aneinander angepasst haben. Pflanzen Sie z.B. ein Pfaffenhütchen, dann können Sie bestimmt im Herbst Rotkehlchen an den rot leuchtenden Früchten beobachten. Pflanzen Sie einen Blasenstrauch, werden dessen große gelbe Blüten bald die Blauschwarze Holzbiene anlocken.</li> <li><strong>Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.</strong> Solche Pflanzen öffnen ihre Blüten erst abends und verströmen einen besonderen Duft. Beispiele hierfür sind die Nachtkerze, Borretsch, Wegwarte und Schnittlauch. Nahrungspflanzen für Nachtfalter oder deren Raupen sind z.B. Himbeeren, Brombeeren, Berberitze und Hartriegel. Finden nachtaktive Insekten ausreichend Nahrungspflanzen, dann profitieren davon auch die Fledermäuse.</li> <li><strong>Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück.</strong> Viele Insekten, wie auch Eier und Puppen von Schmetterlingen, überwintern in oder an den Stängeln. Durch einen Rückschnitt im Herbst würden Sie die Überwinterungsformen zerstören.</li> <li><strong>Hecken, Büsche und Bäume dürfen nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar zurückgeschnitten oder gerodet werden. </strong>Diese Regelung dient dem Schutz brütender Vögel und ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 festgelegt. Bevor Sie Gehölze im Winter roden sollten Sie unter diesen unbedingt nach winterschlafenden Igeln suchen, um diese nicht zu stören oder gar zu verletzen.</li> <li><strong>Mähen Sie Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen.</strong> Nutzen Sie dafür schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Sie können beispielsweise um besonders nützliche Pflanzen drumherum mähen oder hübsche Muster in die Fläche hineinschneiden. Oder Sie mähen einfach nach dem Prinzip „Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang). Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Wertvoll sind auch Altgrasstreifen, also Teilflächen, die ein Jahr lang gar nicht gemäht werden. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden. Sie können es kompostieren, als Mulch auf Beeten, unter Gebüschen oder auf Baumscheiben ausbringen, oder als Tierfutter verwenden. Verzichten Sie auf eine Düngung Ihrer Wiese - je magerer desto artenreicher!</li> <li><strong>Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall).</strong> Laub dient Bäumen und Bodenlebewesen langfristig als Nahrung, trägt zur Humusbildung bei, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Soll Laub von bestimmten Flächen, wie z.B. Wegen und Einfahrten, entfernt werden, kann es an anderer Stelle wieder ausgebracht werden (z.B. als Mulch auf Beeten, unter Hecken und Sträuchern). Ganz wichtig sind Laubhaufen als Winterquartier für z.B. Igel und Amphibien. Laub kann auch als Einstreu und Winterfutter für Haustiere dienen.</li> <li><strong>Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terassen. </strong>Insekten und Vögel finden hierin Futter und Wohnraum. Das sogenannte "vertikale Gärtnern" hat auch viele andere Vorteile. Es kann die Wärmedämmung von Gebäuden verbessern und als Lärmschutzbarriere dienen, es spart Platz und sorgt für Abkühlung im Sommer. Bei richtiger Pflanzenwahl und intaktem Mauerwerk sind keine Gebäudeschäden zu erwarten. Lassen Sie sich vorher von <a href="https://www.gebaeudegruen.info/wissen-und-ressourcen/gebaeudebegruenung/">Experten</a> beraten!</li> <li><strong>Bedecken Sie den Boden ganzjährig, z.B. mit Mulch, Untersaaten oder Bodendeckern.</strong> Mulch kann aus den verschiedensten Materialien bestehen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielweise als Düngung: durch Mist und Rasenschnitt wird viel Stickstoff zugeführt. Oder zum Pflanzenschutz: Schafwolle und Sägespäne halten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> fern. Oder als Lebensraum: Holzhackschnitzel dienen als Brutstätte für Käfer, welche wiederum die Leibspeise von Igeln sind. Mit Rindenmulch oder Tannennadeln kann der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens gesenkt werden, z.B. für den Anbau von Heidelbeeren. Mulch dient außerdem als Verdunstungsschutz, reguliert die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodentemperatur">Bodentemperatur</a>, schützt vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> und hält unerwünschten Bewuchs fern.</li> <li><strong>Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten.</strong> Sie werden viele Vorteile entdecken, z.B. eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Der Begriff <a href="https://www.permakultur.de/was-ist-permakultur">Permakultur</a> leitet sich von "permanent agriculture" ab und steht für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensweise. Diese Philosophie nimmt natürliche Ökosysteme als Vorbild und leitet daraus Bewirtschaftungsweisen ab, die zu langfristig stabilen, sich selbst erhaltenden Systemen führen.</li> <li><strong>Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>.</strong> Kaufen Sie nur solche Erden und Substrate, die als „<a href="https://www.torffrei.info/?gad_source=1">torffrei</a>“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Sogar Heidelbeeren, die in saurer Erde angebaut werden müssen, kann man torffrei anbauen. Im Gartenfachhandel finden Sie torffreie Erden speziell für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.</li> </ul> Kleine Biotope gestalten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/steinhaufen_garten_ron_porter_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bausteine im Naturgarten: Totholz, Steine und wilde Ecken bieten Lebensraum für viele Tiere. </strong> Quelle: Ron Porter / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kompost_manfred_antranias_zimmer_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Komposthaufen an. </strong> Quelle: Manfred Antranias Zimmer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/eidechse_totholz_katja_fissel_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Totholz: Lassen Sie alte und abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong> Quelle: Katja Fissel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenteich_david_seifert_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Gartenteich an. </strong> Quelle: David Seifert / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/regentonne_werner_augustin_jukel_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Klimafit: Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser. </strong> Quelle: Werner Augustin Jukel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brombeeren_m._h._auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong> Quelle: M. H. / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Integrieren Sie kleine Biotope in Ihrem Garten: Trockenmauern, viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, Laubhaufen, ein Sandarium, dichtes Gestrüpp und ein paar wilde Ecken. </strong>Diese <a href="https://www.mein-biotop.de/biotop-bausteine">Bausteine</a> bieten vielen Tierarten Nahrung und Wohnraum.</li> <li><strong>Legen Sie einen Komposthaufen an.</strong> Hier entsteht nicht nur wertvolle Gartenerde, sondern auch ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a> für zahlreiche Kleinstlebewesen. Auch Igel, Ringelnattern und Erdkröten mögen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/nachhaltig-gaertnern-kompost-komposterde">Komposthaufen</a>. Nicht nur wegen des reichen Nahrungsangebotes, sondern auch wegen der Wärme, die bei der Verrottung entsteht.</li> <li><strong>Lassen Sie alte bzw. abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong>Dort finden z.B. Fledermäuse und Höhlenbrüter Nahrung und Wohnraum. Totholz ist auch für viele gefährdete Insektenarten sehr wertvoll. Die wertvollsten ökologischen Nischen bietet besonntes, aufrechtstehendes Totholz (mit Rinde) von Laubbäumen. Abgestorbene Gehölze lassen sich auch mit Kletterpflanzen verschönern. Mit den richtigen Schnitttechniken können so über die Jahre kreative Figuren entstehen. Auch die Wurzelballen abgestorbener Bäume sind ein wertvoller Lebensraum, z.B. für Käfer. Als Ersatz dafür können Sie auch einen "<a href="https://keep-it-gruen.de/kaeferkeller/">Käferkeller</a>" bauen.</li> <li><strong>Legen Sie einen Gartenteich an. </strong>Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen, denn die fressen den Laich von Amphibien sowie zahlreiche Insekten und deren Larven. Ein naturnah gestalteter Teich zieht auch Fledermäuse an. Sie kommen in der Dämmerung, um Beute zu jagen und ihren Durst zu stillen.</li> <li><strong>Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser.</strong> So können Sie die Folgen extremer Wetterereignisse wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> über das Jahr etwas abfedern. Außerdem mögen Pflanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung">Regenwasser</a> viel lieber als das Wasser aus dem Hahn.</li> <li><strong>Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong>Ein <a href="https://www.urbane-waldgaerten.de/das-projekt/#was">Waldgarten</a> ist ein Garten, der, wie ein Wald, in mehreren Höhenstufen aufgebaut ist. Waldgärten dienen der Nahrungserzeugung, leisten aber auch einen großen Beitrag zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Schutz der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>. Durch die Vielfalt eines Waldgartens entwickelt sich ein stabiles System, in dem Nahrungsmittel auch unter zukünftigen schwierigen Bedingungen angebaut werden können.</li> </ul> Hilfe für tierische Gartenbewohner <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/vogeltraenke_wasserschalejohn-apps-0p7p3gm5g_u-unsplash.jpg"> </a> <strong> Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere im Garten bereit. </strong> Quelle: John Apps / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/nistkasten_rotschwanz_juergen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse lassen sich kaufen oder auch selbst bauen. </strong> Quelle: Jürgen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/katze_garten_sandra_kapella_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen. </strong> Quelle: Sandra Kapella / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pool_abgedeckt_alexa_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen und nicht allein herauskommen. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/garten_abends_ivan-prokhorov-g90swyfphgy-unsplash_2-min.jpg"> </a> <strong> Licht aus: Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten. </strong> Quelle: Ivan Prokhorov / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hedgehog-1759027_1920_alexa_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Igel brauchen Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken im Garten. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/maulwurf_dirk_beekir_schumacher_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Respektieren Sie Maulwürfe – sie sind geschützt und dürfen nicht gestört oder getötet werden. </strong> Quelle: Dirk Schumacher / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/spitzmaus_rpn_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser. </strong> Quelle: RPN / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Bild1.jpg"> </a> <strong> Eidechsen brauchen sonnige Stein- oder Totholzhaufen. Ihre Eier legen sie im Sand ab. </strong> Quelle: Boloria / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Insektenhotel_A.%20Krebs_Pixabay.jpg"> </a> <strong> Insektennisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong> Quelle: A. Krebs / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hummel_hermann_kollinger_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Blüten als Nahrungsquelle. </strong> Quelle: Hermann Kollinger / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/marienkaefer_valentin_bouvet_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind. </strong> Quelle: Valentin Bouvet / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brennnessel_raupe_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. </strong> Quelle: Helga / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ameisen_tworkowsky_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. </strong> Quelle: Tworkowsky / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwanze_peggychoucair_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht. </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere bereit.</strong> Eine größere Schale auf dem Boden dient Igeln als Tränke und Vögeln als Badestelle. Für Vögel besteht allerdings eine hohe Ansteckungsgefahr an stark frequentierten Wasserstellen. Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß gereinigt werden. Hängende Tränkeflaschen sind für Vögel eine keimarme Alternative. Und auch Insekten haben Durst! Legen Sie Steine, Hölzchen oder Moos in eine kleine Wasserschale, damit die Insekten darin nicht ertrinken.</li> <li><strong>Auch im Winter schätzen Vögel eine eisfreie Wasserstelle sehr.</strong> Damit das Wasser nicht gefriert, können Sie es mehrmals täglich wechseln oder eine beheizbare (Vogel-)Tränke im Handel kaufen. Aus einem runden Pflanzstein, in den Sie eine Grabkerze stellen und ein nicht-brennbares Gefäß darauf stellen, können Sie auch selbst eine winterfeste Vogeltränke basteln.</li> <li><strong>Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse können Sie kaufen oder auch selbst bauen. </strong>Beachten Sie dabei genau die <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/">Bauanleitungen </a>und die Empfehlungen zum Aufhängen der Kästen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind alle heimischen Vogelarten „besonders geschützt“ und alle Fledermausarten „streng geschützt“. Der Schutz bezieht sich auch auf ihre Nester. Es ist also ganzjährig verboten, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.</li> <li><strong>Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen.</strong> Katzen töten jährlich viele Millionen Vögel und andere Kleintiere wie z.B. Eidechsen. Insbesondere verwilderte Hauskatzen sind problematisch, weil sie ihren Nahrungsbedarf ausschließlich über die Jagd decken müssen. Lassen Sie Ihre Hauskatze kastrieren und unterstützen Sie Tierschutzverbände bei Kastrationsprogrammen für verwilderte Katzen. Eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern hilft nicht nur den Vögeln, sondern auch den Katzen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Katze zumindest von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, denn dann sind die meisten hilflosen Jungvögel unterwegs. Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden.</li> <li><strong>Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen können und nicht mehr allein herauskommen. </strong>Das sind z.B. Kellertreppen, Lichtschächte, Gruben, Gullys, Gartenteiche und Swimmingpools. Decken Sie solche Todesfallen ab (z.B. mit engmaschigem Drahtgitter), verschließen Sie die Zugänge, oder bauen Sie kleine <a href="https://www.infofauna.ch/de/nationale-koordinationsstellen/amphibien-karch/gefaehrdung-und-schutz/schutzmassnahmen#uebersicht">Ausstiegshilfen</a> für die Tiere (z.B. Ausstiegsrampen, Krallmatten). Auch Fledermäuse können in Regentonnen ertrinken oder sich durch angekippte Fenster in Räume verirren, aus denen sie nicht mehr herausfinden.</li> <li><strong>Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten.</strong> Manche Insekten werden davon magisch angezogen und umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Dabei werden sie von der Nahrungsaufnahme und Partnersuche abgehalten. Beispielsweise können Glühwürmchen bei künstlichem Licht ihre leuchtenden Partner nicht finden, stattdessen fliegen sie orientierungslos von Lampe zu Lampe. Lichtverschmutzung beeinträchtigt auch die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen. Nutzen Sie im Freiland keine UV-"Insektenkillerlampen".</li> <li><strong>Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Klebefallen</a> verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über einem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen.</li> <li><strong>Igel brauchen Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und wilde Ecken im Garten. </strong>Igel benötigen mehrere Sommerschlafplätze und einen besonders geeigneten Platz für den Winterschlaf. Dafür nutzen sie gerne Komposthaufen, Reisighaufen, große Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Im Handel angebotene Igelhäuser sind dagegen nicht ohne Weiteres als Winterschlafplatz geeignet. Igel sind reine Insektenfresser, am liebsten fressen sie Käfer. Diese finden sie unter anderem im Totholz, unter Laub, im dichten Gestrüpp und unter Holzhackschnitzeln. Schnecken werden nur in Ermangelung von geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Wenn Sie Igel zufüttern wollen, erkundigen Sie sich unbedingt vorher über <a href="https://www.pro-igel.de/template/elemente/395/original/IWK4.5_Ernaehrung.pdf">geeignete Futtermittel</a>. Bedenken Sie, dass Zufütterung nur eine Notlösung ist. Langfristig können Sie dem Igel nur durch eine naturnahe Gartengestaltung helfen. Verzichten Sie auch auf Schneckenkorn und Rattengift. Die Nahrungssuche gestaltet sich für den Igel immer schwieriger. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der Internationalen Roten Liste erstmals als "potenziell gefährdet". Die Gründe sind vielfältig: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>, Insektensterben, Pestizideinsatz, naturferne Gartengestaltung und der Straßenverkehr. In den letzten Jahren gab es zudem sehr viele schwerstverletzte Igel durch Mähgeräte, insbesondere durch Mähroboter. Mähen Sie nicht unter dichten Hecken und Gebüschen, dort richten sich Igel gern ihre Sommerschlafplätze ein und ziehen ihre Jungen auf. Schalten Sie Mähroboter unbedingt ab, sobald der Abend dämmert und Igel auf Futtersuche gehen. Igel müssen weite Strecken zurücklegen um Nahrung und Partner zu finden. Gestalten Sie deshalb Ihre Grundstücksgrenzen so, dass Igel hindurchwandern können. Ein Durchlass für Igel muß mindestens 10 x 10 cm groß sein. Maschendrahtzäune, Gitterzäune und stromführende Weidenetze können für Igel zur Todesfalle werden! In Zäune können Sie beispielsweise ein <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/media/pages/naturschutz/igel-bahn-frei-fur-stacheltrager/09433991f7-1718186035/2024-igeltor-v7-druck-web.pdf">Igeltor</a> bauen. Stromführende Litzen von Weidezäunen sollten mindestens 20 cm hoch hängen. Bevor Sie einen Holzhaufen anzünden (z.B. Osterfeuer) besteht die Pflicht, diesen am Tag des Feuers umzuschichten. <a href="https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/">Igel gefunden:</a> Immer, wenn Sie tagsüber Igel finden, immer, wenn Sie verletzte Igel oder verwaiste Jungigel finden, und immer, wenn Sie im Spätherbst Igel finden, die weniger als 600 Gramm wiegen, brauchen diese fachkundige Hilfe! Wenden Sie sich an Igelstationen, Wildtierauffangstationen oder an einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt! Anlaufstellen und Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie in der <a href="https://www.wildtier-sos.de/">App "Wildtier SOS"</a>.</li> <li><strong>Respektieren Sie Maulwürfe! Sie sind nach Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“ und dürfen somit weder gestört, gefangen noch getötet werden.</strong> Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Weil der Maulwurf in vielen Gärten vertrieben und illegal getötet wird, findet er inzwischen in Deutschland kaum noch Lebensraum. Experten gehen von einem <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/maulwurf">starken Bestandsrückgang</a> aus. Dabei sind Maulwürfe sehr nützlich. Sie belüften den Boden und fressen z.B. Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Dulden Sie das kleine Tier bei sich und freuen Sie sich, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><strong>Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser.</strong> Sie fressen keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln, sondern Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Wenn sie nur zwei Stunden keine Nahrung finden, verhungern sie. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><strong>Eidechsen sind selten geworden – mit wenig Aufwand schaffen Sie passenden Lebensraum im Garten.</strong> Errichten Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IAvyVCQSKb0">Burgen</a> aus Totholz oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle. Eidechsen brauchen diese zum Sonnenbaden. Katzen sind gefährliche Eidechsen-Jäger. Als Schutz dienen kleine Versteck-Nischen, Sie können auch Dornenäste oder notfalls Maschendraht verwenden. Zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Aoiq9eHkUU">Eiablage</a> brauchen Eidechsen eine sonnige Sandstelle. Diese sollte ganz in der Nähe der Wohnstätte liegen, denn Eidechsen sind ortstreu und bewegen sich nur wenige Meter. Schaffen Sie Lebensraum für Insekten, denn davon ernähren sich Eidechsen. Beim Mähen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Mähen Sie deshalb zu den Zeiten, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen).</li> <li><strong>Kröten und Molche sind </strong><a href="https://www.bielefeld.de/amphibien"><strong>vielen Gefahren</strong></a><strong> ausgesetzt. Betrachten Sie Ihr Grundstück mal aus der Froschperspektive! </strong>Amphibien profitieren von einem Gartenteich, auch wenn er nur klein ist. Wichtig sind flache Uferbereiche und der Verzicht auf Fischbesatz. Schaffen Sie viele Versteckmöglichkeiten, z.B. Laubhaufen, Totholz, dichtes Gestrüpp. Fördern Sie Insekten, denn davon ernähren sich Amphibien. Beachten Sie die oben genannten Hinweise zur Mahd und zur Absicherung von Todesfallen (z.B. Kellerschächte, Gullys). Amphibien müssen jährlich zu ihren Laichgewässern wandern. Gestalten Sie Ihre Grundstücksgrenzen dementsprechend so, dass sie passierbar sind. Verzichten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>. Amphibien reagieren aufgrund ihrer speziellen Haut ganz besonders empfindlich auf Chemikalien. Hier finden Sie <a href="https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/amphibien-im-keller-oder-lichtschacht-gefunden#publication">praktische Tipps zum Amphibienschutz im Garten</a>.</li> <li><strong>Insekten-Nisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong>Viele im Handel angebotenen Insektenhotels sind aufgrund des verwendeten Materials oder der Bauweise <a href="https://www.wildbienen.info/artenschutz/untaugliche_nisthilfen_A.php">ungeeignet</a>! Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf oder <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html">Bau von Insekten-Nisthilfen</a>. Die Mehrheit der Wildbienenarten nistet übrigens gar nicht in Insektenhotels. Für <a href="https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/wildbienen-nisthilfe-anleitung-materialien-tipps/">Wildbienen</a> können Sie ein <a href="https://www.wildbienen-und-co.de/hilfe-fuer-wildbienen/sandarium/">Sandarium</a> an einem sonnigen Platz anlegen.</li> <li><strong>Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein </strong><a href="https://www.nabu-suedbaden.de/app/download/7949326363/HundertHummelpflanzenScrift.pdf?t=1658492575"><strong>geeignete Nahrungspflanzen</strong></a><strong>.</strong> Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten sind Hummeln schon im Februar unterwegs. Pflanzen Sie deshalb eine Kornelkirsche, denn die blüht bereits im Februar. Klee und Taubnesseln bieten dagegen bis weit in den Herbst hinein Pollen und Nektar. Finden Sie im Februar oder März eine erschöpfte Hummel, dann ist das vielleicht eine Königin, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und noch kein Futter findet. Mit einem Löffel lauwarmen Zuckerwasser können Sie das Tier in so einem Notfall retten - und damit auch ihr ganzes Volk.</li> <li><strong>Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind.</strong> Insbesondere nach der Winterruhe ist das ihre wichtigste Nahrungsquelle. Bieten Sie Marienkäfern geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li><strong>Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.</strong> Schmetterlinge locken Sie in Ihren Garten, wenn Sie nicht nur den erwachsenen Faltern <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">geeignete Nahrungspflanzen</a> anbieten, sondern vor allem auch deren Raupen. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten. Sie saugen auch gern an fauligem Obst. Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Fetthenne, Ampfer, Weiden, Schlehen und Heidelbeeren. Die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten ist jedoch die Brennnessel. Einige Raupen sind aber auch Nahrungsspezialisten. So sind die Raupen des Schwalbenschwanzes beispielsweise auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Petersilie spezialisiert.</li> <li><strong>Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. </strong>Sie lockern den Boden, sind an der Humusbildung beteiligt und vertilgen Aas. Außerdem dienen sie vielen Tieren als proteinreiche Nahrung. So ist beispielsweise der auf Obstwiesen vorkommende Grünspecht auf Ameisen spezialisiert. Einige Pflanzen sind sogar bei ihrer Vermehrung auf Ameisen angewiesen, zum Beispiel Schneeglöckchen. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest und vertilgen dort deren fetthaltige Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Die Samen selbst werden danach von den Arbeiterinnen als Abfall in der Umgebung entsorgt – und so entstehen neue Schneeglöckchen.</li> <li><strong>Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht.</strong> Die geselligen Tiere lieben die Samen von Linden und Malven und sonnen sich gerne unter diesen Pflanzen. Auch das Paarungsritual, bei dem zwei Tiere an den Hinterteilen viele Stunden zusammenhängen, vollziehen sie gerne in großer Gesellschaft. Die Mütter kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs. Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren und kommunizieren über Duftstoffe. Laub, Totholz und Steinhaufen bieten ihnen Unterschlupf.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1-min-min.png"> </a> <strong> Nützlingsfreundliche Gartengestaltung </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) Kommerzieller Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus und Garten <p>Zusätzlich zu den Nützlingen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, können Sie einige Arten auch im Fachhandel kaufen und gezielt zum Pflanzenschutz ausbringen. Viele Nützlinge lassen sich gegen mehrere Schädlingsarten einsetzen und vermehren sich oft selbst weiter, solange noch Schädlinge als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Fast 90 Nützlings-Arten (2016) stehen in Deutschland zum kommerziellen Einsatz im Pflanzenbau (insbesondere Obst, Gemüse und Zierpflanzen) zur Verfügung. Die meisten Arten werden im Gewächshaus eingesetzt. Der Einsatz im Freiland ist vergleichsweise dazu teurer und weniger effizient.</p> <p><strong>Doch Vorsicht:</strong> Setzen Sie gekaufte Nützlinge nur ein, wenn Sie sicher sind, dass die jeweiligen Arten und Unterarten hier heimisch sind und wenn die Tiere frei von Krankheiten sind. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für den Einsatz im Garten sondern auch für den Einsatz im Haus und im Gewächshaus, weil die Tiere unter Umständen daraus entweichen können. <strong>Bestenfalls verzichten Sie ganz auf den Kauf von Nützlingen.</strong> Fördern Sie stattdessen die natürlich vorkommenden Arten indem Sie Lebensraum schaffen. Das schont den Geldbeutel, verursacht weniger Aufwand und ist langfristig die sinnvollste Methode.</p> <p>Am Beispiel des <strong>Asiatischen Marienkäfers</strong> (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) wird deutlich, wie gut gemeinter Nützlingseinsatz langfristig großen Schaden an der heimischen Tierwelt anrichten kann. In den 80er Jahren wurde er zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt. Doch er konnte den Gewächshäusern entkommen und vermehrt sich seitdem rasant im Freiland – sowohl in den USA, wie auch in Europa und vor allem auch in Deutschland. In der USA ist er inzwischen die am häufigsten vorkommende Marienkäferart und auch in Deutschland hat er sich flächendeckend ausgebreitet. Dabei verdrängt er heimische Marienkäfer und andere Käferarten. Was macht ihn so "erfolgreich"? Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, <a href="https://www.mpg.de/7245718/asiatische-Marienkaefer">dass die Hämolymphe (eine Flüssigkeit, welche die Käfer bei Bedrohung absondern) des Asiatischen Marienkäfers besondere Inhaltsstoffe enthält</a>. Diese machen ihn nicht nur resistent gegen Parasiten, sondern können zudem heimische Käferarten infizieren und zu deren Tod führen. Außerdem hat der Asiatische Marienkäfer eine viel höhere Vermehrungsrate als heimische Marienkäfer und kann zudem bei Blattlausmangel auf andere Beute umstellen.</p> <p>Ein weiteres Beispiel für die Problematik des kommerziellen Nützlingseinsatzes sind <strong>Zuchthummeln</strong>. Diese werden im professionellen Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung eingesetzt und sind inzwischen auch für Hobbygärtner*innen erhältlich. Die Vorfahren der Zuchthummeln stammen aus der Türkei und aus Griechenland (z.B. die Unterart <em>Bombus terrestris dalmatinus</em>). In der Natur können die speziell gezüchteten Tiere nachhaltig Schaden anrichten. Zum einen konkurrieren die Zuchthummeln mit heimischen Hummelarten und verdrängen diese langfristig. <a href="https://www.researchgate.net/publication/51422333_Does_Pathogen_Spillover_from_Commercially_Reared_Bumble_Bees_Threaten_Wild_Pollinators">Zum anderen können sie ihre wilden Verwandten mit Krankheitserregern infizieren.</a> In der kommerziellen Hummelzucht werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten, dadurch wird die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Gelangen die Zuchthummeln dann ins Freiland, können sie auf ihre Artgenossen Krankheiten übertragen, gegen die letztere nicht gewappnet sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage</strong></p> <p>Das Ausbringen von Tieren wird in Deutschland im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__40.html">Bundesnaturschutzgesetz § 40</a> geregelt. Grundsätzlich bedarf das Ausbringen von Tieren, mit einigen Ausnahmen, der Genehmigung der zuständigen Behörde. Werden Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes ausgebracht, ist keine Genehmigung notwendig, wenn die Arten "in dem betreffenden Gebiet in freier Natur in den letzten 100 Jahren vorkommen oder vorkamen". Für nicht-einheimische Arten ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) notwendig. Die Genehmigung wird jedoch versagt, wenn durch die beantragte Art eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten nicht auszuschließen ist.</p> <p>Eine Zulassungspflicht, so wie sie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> besteht, gibt es für Nützlinge derzeit nicht. Auch besondere Auflagen oder Vorschriften für die Anwendung von Nützlingen bestehen nicht. Anbieter von Nützlingen sind auch nicht verpflichtet, ihre Absatzmengen zu melden. Somit fehlt den Behörden eine Übersicht über die tatsächlich eingesetzten Mengen und Arten von Nützlingen.</p> <p>In regelmäßigen Abständen erhebt das Julius Kühn-Institut (JKI) in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und veröffentlicht diese in einem Statusbericht. Darin enthalten sind auch Informationen zur kommerziellen Anwendung von Nützlingen. Aus den oben beschriebenen Gründen sind die Daten jedoch lückenhaft. Der aktuellste Statusbericht ist von 2018 und kann <a href="https://www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/pflanzenschutzmassnahmen/biologischer-pflanzenschutz">HIER</a> eingesehen werden.</p> </p><p> So gärtnern Sie mit Nützlingen <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, so dass Nützlinge angelockt werden und darin Nahrung und Wohnraum finden.</li> <li>Tolerieren Sie Schädlinge als Teil der Nahrungskette, solange sie nicht massenhaft auftreten.</li> <li>Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>⁠. Diese können der Umwelt und Ihren Gartenmitbewohnern schaden.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Werden <strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a></strong> gegen Schädlingsbefall eingesetzt, kann das gravierende Auswirkungen auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Denn Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Zudem schaden sie indirekt auch anderen Lebewesen, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Beispielsweise können Marienkäfer durch bestimmte Insektizide nicht nur direkt getötet werden, sondern sie werden auch durch den Nahrungsmangel gefährdet, wenn Blattläuse vernichtet werden. In der Folge fehlen die Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer wieder an anderer Stelle, ein Teufelskreislauf. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.</p> <p>Auch chemisch-synthetische <strong>Düngemittel</strong> können negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben indem sie beispielsweise Bodenlebewesen beeinträchtigen. Zudem resultiert aus der Herstellung und dem Transport synthetischer Düngemittel eine negative Klimabilanz. Nutzen Sie stattdessen organischen Dünger, der Ihnen vor Ort zur Verfügung steht, z.B. Kompost, Mist, Grünschnitt, Laub. Organisches Material "füttert" die Bodenlebewesen, welche wiederum an der Humusbildung beteiligt sind. Lebendiger, humoser Boden bietet Ihren Pflanzen wertvolle Nährstoffe und ist somit ein bedeutender Baustein für die Pflanzengesundheit.</p> <p><strong>Respekt vor jedem Lebewesen:</strong> Alle Organismen haben ihren Platz in der Nahrungskette und wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Nur aus der Perspektive des Menschen erscheint der eine als "nützlich" und der andere als "schädlich". Bedenken Sie, dass Lebewesen nicht nur "schlechte" oder nur "gute" Eigenschaften haben. Zum Beispiel verursachen nur wenige Arten der Gallmücke Schäden an Ihrer Ernte. Dagegen sind viele Gallmücken-Arten nützlich. Weil ihre Larven Blattläuse vertilgen, werden sie gezielt im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Zudem bestäuben sie Pflanzen und dienen Vögeln als Futter. Reißt der Mensch ein kleines Loch in das komplexe Netz der Natur, hat das weitreichende Auswirkungen.</p> <p><strong>Jeder Quadratmeter zählt: </strong>Nützlinge können sich nur dann im Garten ansiedeln und vermehren, wenn sie langfristig Futter und Wohnraum finden. Selbst wenn Ihnen nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, lohnt sich die Anlage eines Mini-Biotops. Da viele Arten nur einen relativ kleinen Bewegungsradius haben, können solche Trittsteine für deren weitere Ausbreitung sehr wertvoll sein. Vielleicht können Sie auch Ihre Nachbarn von einer naturnahen Gartengestaltung überzeugen, so entsteht in der Summe ein vernetzter, artenreicher Lebensraum.</p> Tipps zur Bepflanzung <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kornblume_biene_melani_marfeld_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Pflanzen Sie heimische, insektenfreundliche Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an. </strong> Quelle: Melani Marfeld / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/sonnenhut_ungefuellte_bluete_marek_studzinski_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten. </strong> Quelle: Marek Studzinski / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/fruehblueher_krokus_annette_meyer_from_pixabay_0.jpg"> </a> <strong> Notration: Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten. </strong> Quelle: Annette Meyer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pfaffenhuetchen_ingrid_und_stefan_melichar_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> "Tiere pflanzen": Besondere Partnerschaften zwischen Pflanzen und Tieren </strong> Quelle: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schnittlauch_bluete_marius_kristensen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen. </strong> Quelle: Marius Kristensen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenschere_carlotta_silvestrini_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Rückschnitt: Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück. </strong> Quelle: Carlotta Silvestrini / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/mahd_sense_emi_lija_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Mahd: Mähen Sie Wiesen nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. </strong> Quelle: emi lija / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/laub_herbst_garten_peggychoucair_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall). </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/efeu_fassade_garten_bernhard_schuermann_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Vertikales Gärtnern: Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terrassen. </strong> Quelle: Bernhard Schürmann / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hyazinthe_mulch_cornell_fruehauf_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bodenschutz: Bedecken Sie den Boden mit Bodendeckern, Untersaaten oder organischem Mulch. </strong> Quelle: Cornell Frühauf / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/permakultur_jan-kraus-co2sflwwnrm-unsplash.jpg"> </a> <strong> Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten. </strong> Quelle: Jan Kraus / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einpflanzen_garten_delynn_talley_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Klimaschutz. </strong> Quelle: Delynn Talley / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Pflanzen Sie heimische Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an.</strong> Eine Vielfalt an heimischen Stauden und Gehölzen bietet Insekten, Vögeln, aber auch Fledermäusen und Kleinsäugern, Nahrung und Lebensraum. Insbesondere dichte Hecken und stachelige Sträucher bieten Vögeln Schutz vor Katzen und anderen Beutegreifern. Auch Vogelfutter sollte nicht gekauft, sondern selbst angepflanzt werden (z.B. Sonnenblumen, Mohn, Holunder, Sanddorn). Hier finden Sie Empfehlungen für <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">bienenfreundliche Pflanzen</a>, für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">insektenfreundliche Pflanzen</a> und für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/voegel/22389.html">vogelfreundliche Gehölze</a>.</li> <li><strong>Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten.</strong> Bei gefüllten Blüten haben sich die Staub- und / oder Fruchtblätter zu Blütenblättern umgebildet. Dadurch produzieren diese Blüten weniger oder gar keinen Nektar und keinen Pollen mehr. Zudem können solche Blütenblätter den Tieren den Weg zu den Staubgefäßen und zum Nektar versperren.</li> <li><strong>Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten.</strong> Das sind z.B. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, und Spätblüher wie Fette Henne, Sonnenblume und Ringelblume. Frühblüher bieten vielen Nützlingen, z.B. Schwebfliegen und Florfliegen, ein erstes Nahrungsangebot und sind somit entscheidend für deren weitere Entwicklung.</li> <li><strong>Auch Vögel brauchen ganzjährig Futter.</strong> Im Winter fressen sie z.B. gern Hagebutten sowie Früchte vom Holunder und Weißdorn. Besonders wertvoll ist der Efeu: er blüht im Herbst, wenn Insekten wenig andere Nahrung finden, und trägt Früchte im zeitigen Frühjahr, was Amseln, Drosseln und Stare anlockt. Um zu blühen und Früchte zu tragen muss der Efeu aber mindestens acht Jahre alt sein.</li> <li><strong>"Tiere pflanzen": </strong>Mit der Wahl von ganz bestimmten Pflanzen können Sie ganz bestimmte Tiere anlocken, da diese sich über Jahrmillionen aneinander angepasst haben. Pflanzen Sie z.B. ein Pfaffenhütchen, dann können Sie bestimmt im Herbst Rotkehlchen an den rot leuchtenden Früchten beobachten. Pflanzen Sie einen Blasenstrauch, werden dessen große gelbe Blüten bald die Blauschwarze Holzbiene anlocken.</li> <li><strong>Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.</strong> Solche Pflanzen öffnen ihre Blüten erst abends und verströmen einen besonderen Duft. Beispiele hierfür sind die Nachtkerze, Borretsch, Wegwarte und Schnittlauch. Nahrungspflanzen für Nachtfalter oder deren Raupen sind z.B. Himbeeren, Brombeeren, Berberitze und Hartriegel. Finden nachtaktive Insekten ausreichend Nahrungspflanzen, dann profitieren davon auch die Fledermäuse.</li> <li><strong>Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück.</strong> Viele Insekten, wie auch Eier und Puppen von Schmetterlingen, überwintern in oder an den Stängeln. Durch einen Rückschnitt im Herbst würden Sie die Überwinterungsformen zerstören.</li> <li><strong>Hecken, Büsche und Bäume dürfen nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar zurückgeschnitten oder gerodet werden. </strong>Diese Regelung dient dem Schutz brütender Vögel und ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 festgelegt. Bevor Sie Gehölze im Winter roden sollten Sie unter diesen unbedingt nach winterschlafenden Igeln suchen, um diese nicht zu stören oder gar zu verletzen.</li> <li><strong>Mähen Sie Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen.</strong> Nutzen Sie dafür schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Sie können beispielsweise um besonders nützliche Pflanzen drumherum mähen oder hübsche Muster in die Fläche hineinschneiden. Oder Sie mähen einfach nach dem Prinzip „Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang). Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Wertvoll sind auch Altgrasstreifen, also Teilflächen, die ein Jahr lang gar nicht gemäht werden. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden. Sie können es kompostieren, als Mulch auf Beeten, unter Gebüschen oder auf Baumscheiben ausbringen, oder als Tierfutter verwenden. Verzichten Sie auf eine Düngung Ihrer Wiese - je magerer desto artenreicher!</li> <li><strong>Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall).</strong> Laub dient Bäumen und Bodenlebewesen langfristig als Nahrung, trägt zur Humusbildung bei, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Soll Laub von bestimmten Flächen, wie z.B. Wegen und Einfahrten, entfernt werden, kann es an anderer Stelle wieder ausgebracht werden (z.B. als Mulch auf Beeten, unter Hecken und Sträuchern). Ganz wichtig sind Laubhaufen als Winterquartier für z.B. Igel und Amphibien. Laub kann auch als Einstreu und Winterfutter für Haustiere dienen.</li> <li><strong>Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terassen. </strong>Insekten und Vögel finden hierin Futter und Wohnraum. Das sogenannte "vertikale Gärtnern" hat auch viele andere Vorteile. Es kann die Wärmedämmung von Gebäuden verbessern und als Lärmschutzbarriere dienen, es spart Platz und sorgt für Abkühlung im Sommer. Bei richtiger Pflanzenwahl und intaktem Mauerwerk sind keine Gebäudeschäden zu erwarten. Lassen Sie sich vorher von <a href="https://www.gebaeudegruen.info/wissen-und-ressourcen/gebaeudebegruenung/">Experten</a> beraten!</li> <li><strong>Bedecken Sie den Boden ganzjährig, z.B. mit Mulch, Untersaaten oder Bodendeckern.</strong> Mulch kann aus den verschiedensten Materialien bestehen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielweise als Düngung: durch Mist und Rasenschnitt wird viel Stickstoff zugeführt. Oder zum Pflanzenschutz: Schafwolle und Sägespäne halten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> fern. Oder als Lebensraum: Holzhackschnitzel dienen als Brutstätte für Käfer, welche wiederum die Leibspeise von Igeln sind. Mit Rindenmulch oder Tannennadeln kann der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens gesenkt werden, z.B. für den Anbau von Heidelbeeren. Mulch dient außerdem als Verdunstungsschutz, reguliert die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodentemperatur">Bodentemperatur</a>, schützt vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> und hält unerwünschten Bewuchs fern.</li> <li><strong>Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten.</strong> Sie werden viele Vorteile entdecken, z.B. eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Der Begriff <a href="https://www.permakultur.de/was-ist-permakultur">Permakultur</a> leitet sich von "permanent agriculture" ab und steht für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensweise. Diese Philosophie nimmt natürliche Ökosysteme als Vorbild und leitet daraus Bewirtschaftungsweisen ab, die zu langfristig stabilen, sich selbst erhaltenden Systemen führen.</li> <li><strong>Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>.</strong> Kaufen Sie nur solche Erden und Substrate, die als „<a href="https://www.torffrei.info/?gad_source=1">torffrei</a>“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Sogar Heidelbeeren, die in saurer Erde angebaut werden müssen, kann man torffrei anbauen. Im Gartenfachhandel finden Sie torffreie Erden speziell für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.</li> </ul> Kleine Biotope gestalten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/steinhaufen_garten_ron_porter_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bausteine im Naturgarten: Totholz, Steine und wilde Ecken bieten Lebensraum für viele Tiere. </strong> Quelle: Ron Porter / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kompost_manfred_antranias_zimmer_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Komposthaufen an. </strong> Quelle: Manfred Antranias Zimmer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/eidechse_totholz_katja_fissel_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Totholz: Lassen Sie alte und abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong> Quelle: Katja Fissel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenteich_david_seifert_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Gartenteich an. </strong> Quelle: David Seifert / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/regentonne_werner_augustin_jukel_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Klimafit: Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser. </strong> Quelle: Werner Augustin Jukel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brombeeren_m._h._auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong> Quelle: M. H. / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Integrieren Sie kleine Biotope in Ihrem Garten: Trockenmauern, viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, Laubhaufen, ein Sandarium, dichtes Gestrüpp und ein paar wilde Ecken. </strong>Diese <a href="https://www.mein-biotop.de/biotop-bausteine">Bausteine</a> bieten vielen Tierarten Nahrung und Wohnraum.</li> <li><strong>Legen Sie einen Komposthaufen an.</strong> Hier entsteht nicht nur wertvolle Gartenerde, sondern auch ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a> für zahlreiche Kleinstlebewesen. Auch Igel, Ringelnattern und Erdkröten mögen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/nachhaltig-gaertnern-kompost-komposterde">Komposthaufen</a>. Nicht nur wegen des reichen Nahrungsangebotes, sondern auch wegen der Wärme, die bei der Verrottung entsteht.</li> <li><strong>Lassen Sie alte bzw. abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong>Dort finden z.B. Fledermäuse und Höhlenbrüter Nahrung und Wohnraum. Totholz ist auch für viele gefährdete Insektenarten sehr wertvoll. Die wertvollsten ökologischen Nischen bietet besonntes, aufrechtstehendes Totholz (mit Rinde) von Laubbäumen. Abgestorbene Gehölze lassen sich auch mit Kletterpflanzen verschönern. Mit den richtigen Schnitttechniken können so über die Jahre kreative Figuren entstehen. Auch die Wurzelballen abgestorbener Bäume sind ein wertvoller Lebensraum, z.B. für Käfer. Als Ersatz dafür können Sie auch einen "<a href="https://keep-it-gruen.de/kaeferkeller/">Käferkeller</a>" bauen.</li> <li><strong>Legen Sie einen Gartenteich an. </strong>Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen, denn die fressen den Laich von Amphibien sowie zahlreiche Insekten und deren Larven. Ein naturnah gestalteter Teich zieht auch Fledermäuse an. Sie kommen in der Dämmerung, um Beute zu jagen und ihren Durst zu stillen.</li> <li><strong>Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser.</strong> So können Sie die Folgen extremer Wetterereignisse wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> über das Jahr etwas abfedern. Außerdem mögen Pflanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung">Regenwasser</a> viel lieber als das Wasser aus dem Hahn.</li> <li><strong>Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong>Ein <a href="https://www.urbane-waldgaerten.de/das-projekt/#was">Waldgarten</a> ist ein Garten, der, wie ein Wald, in mehreren Höhenstufen aufgebaut ist. Waldgärten dienen der Nahrungserzeugung, leisten aber auch einen großen Beitrag zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Schutz der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>. Durch die Vielfalt eines Waldgartens entwickelt sich ein stabiles System, in dem Nahrungsmittel auch unter zukünftigen schwierigen Bedingungen angebaut werden können.</li> </ul> Hilfe für tierische Gartenbewohner <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/vogeltraenke_wasserschalejohn-apps-0p7p3gm5g_u-unsplash.jpg"> </a> <strong> Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere im Garten bereit. </strong> Quelle: John Apps / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/nistkasten_rotschwanz_juergen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse lassen sich kaufen oder auch selbst bauen. </strong> Quelle: Jürgen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/katze_garten_sandra_kapella_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen. </strong> Quelle: Sandra Kapella / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pool_abgedeckt_alexa_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen und nicht allein herauskommen. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/garten_abends_ivan-prokhorov-g90swyfphgy-unsplash_2-min.jpg"> </a> <strong> Licht aus: Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten. </strong> Quelle: Ivan Prokhorov / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hedgehog-1759027_1920_alexa_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Igel brauchen Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken im Garten. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/maulwurf_dirk_beekir_schumacher_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Respektieren Sie Maulwürfe – sie sind geschützt und dürfen nicht gestört oder getötet werden. </strong> Quelle: Dirk Schumacher / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/spitzmaus_rpn_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser. </strong> Quelle: RPN / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Bild1.jpg"> </a> <strong> Eidechsen brauchen sonnige Stein- oder Totholzhaufen. Ihre Eier legen sie im Sand ab. </strong> Quelle: Boloria / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Insektenhotel_A.%20Krebs_Pixabay.jpg"> </a> <strong> Insektennisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong> Quelle: A. Krebs / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hummel_hermann_kollinger_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Blüten als Nahrungsquelle. </strong> Quelle: Hermann Kollinger / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/marienkaefer_valentin_bouvet_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind. </strong> Quelle: Valentin Bouvet / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brennnessel_raupe_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. </strong> Quelle: Helga / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ameisen_tworkowsky_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. </strong> Quelle: Tworkowsky / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwanze_peggychoucair_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht. </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere bereit.</strong> Eine größere Schale auf dem Boden dient Igeln als Tränke und Vögeln als Badestelle. Für Vögel besteht allerdings eine hohe Ansteckungsgefahr an stark frequentierten Wasserstellen. Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß gereinigt werden. Hängende Tränkeflaschen sind für Vögel eine keimarme Alternative. Und auch Insekten haben Durst! Legen Sie Steine, Hölzchen oder Moos in eine kleine Wasserschale, damit die Insekten darin nicht ertrinken.</li> <li><strong>Auch im Winter schätzen Vögel eine eisfreie Wasserstelle sehr.</strong> Damit das Wasser nicht gefriert, können Sie es mehrmals täglich wechseln oder eine beheizbare (Vogel-)Tränke im Handel kaufen. Aus einem runden Pflanzstein, in den Sie eine Grabkerze stellen und ein nicht-brennbares Gefäß darauf stellen, können Sie auch selbst eine winterfeste Vogeltränke basteln.</li> <li><strong>Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse können Sie kaufen oder auch selbst bauen. </strong>Beachten Sie dabei genau die <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/">Bauanleitungen </a>und die Empfehlungen zum Aufhängen der Kästen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind alle heimischen Vogelarten „besonders geschützt“ und alle Fledermausarten „streng geschützt“. Der Schutz bezieht sich auch auf ihre Nester. Es ist also ganzjährig verboten, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.</li> <li><strong>Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen.</strong> Katzen töten jährlich viele Millionen Vögel und andere Kleintiere wie z.B. Eidechsen. Insbesondere verwilderte Hauskatzen sind problematisch, weil sie ihren Nahrungsbedarf ausschließlich über die Jagd decken müssen. Lassen Sie Ihre Hauskatze kastrieren und unterstützen Sie Tierschutzverbände bei Kastrationsprogrammen für verwilderte Katzen. Eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern hilft nicht nur den Vögeln, sondern auch den Katzen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Katze zumindest von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, denn dann sind die meisten hilflosen Jungvögel unterwegs. Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden.</li> <li><strong>Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen können und nicht mehr allein herauskommen. </strong>Das sind z.B. Kellertreppen, Lichtschächte, Gruben, Gullys, Gartenteiche und Swimmingpools. Decken Sie solche Todesfallen ab (z.B. mit engmaschigem Drahtgitter), verschließen Sie die Zugänge, oder bauen Sie kleine <a href="https://www.infofauna.ch/de/nationale-koordinationsstellen/amphibien-karch/gefaehrdung-und-schutz/schutzmassnahmen#uebersicht">Ausstiegshilfen</a> für die Tiere (z.B. Ausstiegsrampen, Krallmatten). Auch Fledermäuse können in Regentonnen ertrinken oder sich durch angekippte Fenster in Räume verirren, aus denen sie nicht mehr herausfinden.</li> <li><strong>Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten.</strong> Manche Insekten werden davon magisch angezogen und umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Dabei werden sie von der Nahrungsaufnahme und Partnersuche abgehalten. Beispielsweise können Glühwürmchen bei künstlichem Licht ihre leuchtenden Partner nicht finden, stattdessen fliegen sie orientierungslos von Lampe zu Lampe. Lichtverschmutzung beeinträchtigt auch die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen. Nutzen Sie im Freiland keine UV-"Insektenkillerlampen".</li> <li><strong>Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Klebefallen</a> verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über einem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen.</li> <li><strong>Igel brauchen Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und wilde Ecken im Garten. </strong>Igel benötigen mehrere Sommerschlafplätze und einen besonders geeigneten Platz für den Winterschlaf. Dafür nutzen sie gerne Komposthaufen, Reisighaufen, große Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Im Handel angebotene Igelhäuser sind dagegen nicht ohne Weiteres als Winterschlafplatz geeignet. Igel sind reine Insektenfresser, am liebsten fressen sie Käfer. Diese finden sie unter anderem im Totholz, unter Laub, im dichten Gestrüpp und unter Holzhackschnitzeln. Schnecken werden nur in Ermangelung von geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Wenn Sie Igel zufüttern wollen, erkundigen Sie sich unbedingt vorher über <a href="https://www.pro-igel.de/template/elemente/395/original/IWK4.5_Ernaehrung.pdf">geeignete Futtermittel</a>. Bedenken Sie, dass Zufütterung nur eine Notlösung ist. Langfristig können Sie dem Igel nur durch eine naturnahe Gartengestaltung helfen. Verzichten Sie auch auf Schneckenkorn und Rattengift. Die Nahrungssuche gestaltet sich für den Igel immer schwieriger. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der Internationalen Roten Liste erstmals als "potenziell gefährdet". Die Gründe sind vielfältig: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>, Insektensterben, Pestizideinsatz, naturferne Gartengestaltung und der Straßenverkehr. In den letzten Jahren gab es zudem sehr viele schwerstverletzte Igel durch Mähgeräte, insbesondere durch Mähroboter. Mähen Sie nicht unter dichten Hecken und Gebüschen, dort richten sich Igel gern ihre Sommerschlafplätze ein und ziehen ihre Jungen auf. Schalten Sie Mähroboter unbedingt ab, sobald der Abend dämmert und Igel auf Futtersuche gehen. Igel müssen weite Strecken zurücklegen um Nahrung und Partner zu finden. Gestalten Sie deshalb Ihre Grundstücksgrenzen so, dass Igel hindurchwandern können. Ein Durchlass für Igel muß mindestens 10 x 10 cm groß sein. Maschendrahtzäune, Gitterzäune und stromführende Weidenetze können für Igel zur Todesfalle werden! In Zäune können Sie beispielsweise ein <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/media/pages/naturschutz/igel-bahn-frei-fur-stacheltrager/09433991f7-1718186035/2024-igeltor-v7-druck-web.pdf">Igeltor</a> bauen. Stromführende Litzen von Weidezäunen sollten mindestens 20 cm hoch hängen. Bevor Sie einen Holzhaufen anzünden (z.B. Osterfeuer) besteht die Pflicht, diesen am Tag des Feuers umzuschichten. <a href="https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/">Igel gefunden:</a> Immer, wenn Sie tagsüber Igel finden, immer, wenn Sie verletzte Igel oder verwaiste Jungigel finden, und immer, wenn Sie im Spätherbst Igel finden, die weniger als 600 Gramm wiegen, brauchen diese fachkundige Hilfe! Wenden Sie sich an Igelstationen, Wildtierauffangstationen oder an einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt! Anlaufstellen und Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie in der <a href="https://www.wildtier-sos.de/">App "Wildtier SOS"</a>.</li> <li><strong>Respektieren Sie Maulwürfe! Sie sind nach Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“ und dürfen somit weder gestört, gefangen noch getötet werden.</strong> Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Weil der Maulwurf in vielen Gärten vertrieben und illegal getötet wird, findet er inzwischen in Deutschland kaum noch Lebensraum. Experten gehen von einem <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/maulwurf">starken Bestandsrückgang</a> aus. Dabei sind Maulwürfe sehr nützlich. Sie belüften den Boden und fressen z.B. Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Dulden Sie das kleine Tier bei sich und freuen Sie sich, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><strong>Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser.</strong> Sie fressen keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln, sondern Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Wenn sie nur zwei Stunden keine Nahrung finden, verhungern sie. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><strong>Eidechsen sind selten geworden – mit wenig Aufwand schaffen Sie passenden Lebensraum im Garten.</strong> Errichten Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IAvyVCQSKb0">Burgen</a> aus Totholz oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle. Eidechsen brauchen diese zum Sonnenbaden. Katzen sind gefährliche Eidechsen-Jäger. Als Schutz dienen kleine Versteck-Nischen, Sie können auch Dornenäste oder notfalls Maschendraht verwenden. Zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Aoiq9eHkUU">Eiablage</a> brauchen Eidechsen eine sonnige Sandstelle. Diese sollte ganz in der Nähe der Wohnstätte liegen, denn Eidechsen sind ortstreu und bewegen sich nur wenige Meter. Schaffen Sie Lebensraum für Insekten, denn davon ernähren sich Eidechsen. Beim Mähen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Mähen Sie deshalb zu den Zeiten, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen).</li> <li><strong>Kröten und Molche sind </strong><a href="https://www.bielefeld.de/amphibien"><strong>vielen Gefahren</strong></a><strong> ausgesetzt. Betrachten Sie Ihr Grundstück mal aus der Froschperspektive! </strong>Amphibien profitieren von einem Gartenteich, auch wenn er nur klein ist. Wichtig sind flache Uferbereiche und der Verzicht auf Fischbesatz. Schaffen Sie viele Versteckmöglichkeiten, z.B. Laubhaufen, Totholz, dichtes Gestrüpp. Fördern Sie Insekten, denn davon ernähren sich Amphibien. Beachten Sie die oben genannten Hinweise zur Mahd und zur Absicherung von Todesfallen (z.B. Kellerschächte, Gullys). Amphibien müssen jährlich zu ihren Laichgewässern wandern. Gestalten Sie Ihre Grundstücksgrenzen dementsprechend so, dass sie passierbar sind. Verzichten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>. Amphibien reagieren aufgrund ihrer speziellen Haut ganz besonders empfindlich auf Chemikalien. Hier finden Sie <a href="https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/amphibien-im-keller-oder-lichtschacht-gefunden#publication">praktische Tipps zum Amphibienschutz im Garten</a>.</li> <li><strong>Insekten-Nisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong>Viele im Handel angebotenen Insektenhotels sind aufgrund des verwendeten Materials oder der Bauweise <a href="https://www.wildbienen.info/artenschutz/untaugliche_nisthilfen_A.php">ungeeignet</a>! Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf oder <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html">Bau von Insekten-Nisthilfen</a>. Die Mehrheit der Wildbienenarten nistet übrigens gar nicht in Insektenhotels. Für <a href="https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/wildbienen-nisthilfe-anleitung-materialien-tipps/">Wildbienen</a> können Sie ein <a href="https://www.wildbienen-und-co.de/hilfe-fuer-wildbienen/sandarium/">Sandarium</a> an einem sonnigen Platz anlegen.</li> <li><strong>Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein </strong><a href="https://www.nabu-suedbaden.de/app/download/7949326363/HundertHummelpflanzenScrift.pdf?t=1658492575"><strong>geeignete Nahrungspflanzen</strong></a><strong>.</strong> Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten sind Hummeln schon im Februar unterwegs. Pflanzen Sie deshalb eine Kornelkirsche, denn die blüht bereits im Februar. Klee und Taubnesseln bieten dagegen bis weit in den Herbst hinein Pollen und Nektar. Finden Sie im Februar oder März eine erschöpfte Hummel, dann ist das vielleicht eine Königin, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und noch kein Futter findet. Mit einem Löffel lauwarmen Zuckerwasser können Sie das Tier in so einem Notfall retten - und damit auch ihr ganzes Volk.</li> <li><strong>Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind.</strong> Insbesondere nach der Winterruhe ist das ihre wichtigste Nahrungsquelle. Bieten Sie Marienkäfern geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li><strong>Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.</strong> Schmetterlinge locken Sie in Ihren Garten, wenn Sie nicht nur den erwachsenen Faltern <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">geeignete Nahrungspflanzen</a> anbieten, sondern vor allem auch deren Raupen. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten. Sie saugen auch gern an fauligem Obst. Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Fetthenne, Ampfer, Weiden, Schlehen und Heidelbeeren. Die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten ist jedoch die Brennnessel. Einige Raupen sind aber auch Nahrungsspezialisten. So sind die Raupen des Schwalbenschwanzes beispielsweise auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Petersilie spezialisiert.</li> <li><strong>Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. </strong>Sie lockern den Boden, sind an der Humusbildung beteiligt und vertilgen Aas. Außerdem dienen sie vielen Tieren als proteinreiche Nahrung. So ist beispielsweise der auf Obstwiesen vorkommende Grünspecht auf Ameisen spezialisiert. Einige Pflanzen sind sogar bei ihrer Vermehrung auf Ameisen angewiesen, zum Beispiel Schneeglöckchen. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest und vertilgen dort deren fetthaltige Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Die Samen selbst werden danach von den Arbeiterinnen als Abfall in der Umgebung entsorgt – und so entstehen neue Schneeglöckchen.</li> <li><strong>Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht.</strong> Die geselligen Tiere lieben die Samen von Linden und Malven und sonnen sich gerne unter diesen Pflanzen. Auch das Paarungsritual, bei dem zwei Tiere an den Hinterteilen viele Stunden zusammenhängen, vollziehen sie gerne in großer Gesellschaft. Die Mütter kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs. Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren und kommunizieren über Duftstoffe. Laub, Totholz und Steinhaufen bieten ihnen Unterschlupf.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1-min-min.png"> </a> <strong> Nützlingsfreundliche Gartengestaltung </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> Kommerzieller Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus und Garten <p>Zusätzlich zu den Nützlingen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, können Sie einige Arten auch im Fachhandel kaufen und gezielt zum Pflanzenschutz ausbringen. Viele Nützlinge lassen sich gegen mehrere Schädlingsarten einsetzen und vermehren sich oft selbst weiter, solange noch Schädlinge als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Fast 90 Nützlings-Arten (2016) stehen in Deutschland zum kommerziellen Einsatz im Pflanzenbau (insbesondere Obst, Gemüse und Zierpflanzen) zur Verfügung. Die meisten Arten werden im Gewächshaus eingesetzt. Der Einsatz im Freiland ist vergleichsweise dazu teurer und weniger effizient.</p> <p><strong>Doch Vorsicht:</strong> Setzen Sie gekaufte Nützlinge nur ein, wenn Sie sicher sind, dass die jeweiligen Arten und Unterarten hier heimisch sind und wenn die Tiere frei von Krankheiten sind. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für den Einsatz im Garten sondern auch für den Einsatz im Haus und im Gewächshaus, weil die Tiere unter Umständen daraus entweichen können. <strong>Bestenfalls verzichten Sie ganz auf den Kauf von Nützlingen.</strong> Fördern Sie stattdessen die natürlich vorkommenden Arten indem Sie Lebensraum schaffen. Das schont den Geldbeutel, verursacht weniger Aufwand und ist langfristig die sinnvollste Methode.</p> <p>Am Beispiel des <strong>Asiatischen Marienkäfers</strong> (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) wird deutlich, wie gut gemeinter Nützlingseinsatz langfristig großen Schaden an der heimischen Tierwelt anrichten kann. In den 80er Jahren wurde er zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt. Doch er konnte den Gewächshäusern entkommen und vermehrt sich seitdem rasant im Freiland – sowohl in den USA, wie auch in Europa und vor allem auch in Deutschland. In der USA ist er inzwischen die am häufigsten vorkommende Marienkäferart und auch in Deutschland hat er sich flächendeckend ausgebreitet. Dabei verdrängt er heimische Marienkäfer und andere Käferarten. Was macht ihn so "erfolgreich"? Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, <a href="https://www.mpg.de/7245718/asiatische-Marienkaefer">dass die Hämolymphe (eine Flüssigkeit, welche die Käfer bei Bedrohung absondern) des Asiatischen Marienkäfers besondere Inhaltsstoffe enthält</a>. Diese machen ihn nicht nur resistent gegen Parasiten, sondern können zudem heimische Käferarten infizieren und zu deren Tod führen. Außerdem hat der Asiatische Marienkäfer eine viel höhere Vermehrungsrate als heimische Marienkäfer und kann zudem bei Blattlausmangel auf andere Beute umstellen.</p> <p>Ein weiteres Beispiel für die Problematik des kommerziellen Nützlingseinsatzes sind <strong>Zuchthummeln</strong>. Diese werden im professionellen Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung eingesetzt und sind inzwischen auch für Hobbygärtner*innen erhältlich. Die Vorfahren der Zuchthummeln stammen aus der Türkei und aus Griechenland (z.B. die Unterart <em>Bombus terrestris dalmatinus</em>). In der Natur können die speziell gezüchteten Tiere nachhaltig Schaden anrichten. Zum einen konkurrieren die Zuchthummeln mit heimischen Hummelarten und verdrängen diese langfristig. <a href="https://www.researchgate.net/publication/51422333_Does_Pathogen_Spillover_from_Commercially_Reared_Bumble_Bees_Threaten_Wild_Pollinators">Zum anderen können sie ihre wilden Verwandten mit Krankheitserregern infizieren.</a> In der kommerziellen Hummelzucht werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten, dadurch wird die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Gelangen die Zuchthummeln dann ins Freiland, können sie auf ihre Artgenossen Krankheiten übertragen, gegen die letztere nicht gewappnet sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage</strong></p> <p>Das Ausbringen von Tieren wird in Deutschland im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__40.html">Bundesnaturschutzgesetz § 40</a> geregelt. Grundsätzlich bedarf das Ausbringen von Tieren, mit einigen Ausnahmen, der Genehmigung der zuständigen Behörde. Werden Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes ausgebracht, ist keine Genehmigung notwendig, wenn die Arten "in dem betreffenden Gebiet in freier Natur in den letzten 100 Jahren vorkommen oder vorkamen". Für nicht-einheimische Arten ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) notwendig. Die Genehmigung wird jedoch versagt, wenn durch die beantragte Art eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten nicht auszuschließen ist.</p> <p>Eine Zulassungspflicht, so wie sie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> besteht, gibt es für Nützlinge derzeit nicht. Auch besondere Auflagen oder Vorschriften für die Anwendung von Nützlingen bestehen nicht. Anbieter von Nützlingen sind auch nicht verpflichtet, ihre Absatzmengen zu melden. Somit fehlt den Behörden eine Übersicht über die tatsächlich eingesetzten Mengen und Arten von Nützlingen.</p> <p>In regelmäßigen Abständen erhebt das Julius Kühn-Institut (JKI) in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und veröffentlicht diese in einem Statusbericht. Darin enthalten sind auch Informationen zur kommerziellen Anwendung von Nützlingen. Aus den oben beschriebenen Gründen sind die Daten jedoch lückenhaft. Der aktuellste Statusbericht ist von 2018 und kann <a href="https://www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/pflanzenschutzmassnahmen/biologischer-pflanzenschutz">HIER</a> eingesehen werden.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Aufnahme von Fremdchemikalien durch verschiedene Pflanzen, die auf Boeden mit Kompost wachsen. Nachweis von Fremdchemikalien in pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln sowie im Carcinomgewebe des Menschen

In bereits gewonnenen Ergebnissen stellten wir fest, dass Pflanzen Fremdchemikalien in unterschiedlicher Konzentration in den oberirdischen und unterirdischen Teilen anreichern. Den Boeden wurden unterschiedliche Mengen von Kompost beigegeben, dessen Schadstoffgehalt vorher untersucht worden war. In den Pflanzen wurden Blei, Cadmium, Chrom und polycyclische Aromaten bestimmt. Es soll geklaert werden, welche Beziehung zwischen dem Schadstoffgehalt der mit Kompost behandelten Boeden und den auf solchen Boeden gezogenen Pflanzen bestehen. 1. Weine aus Weinbaugebieten, in denen seit Jahren industriell hergestellter Kompost als 'Bodenverbesserungsmittel' (100 t/ha) Anwendung fanden sich PAK von 0,1-05 ug 3,4-Benzpyren/1,1,0-3, oug 3,4-Benzinfluoranthen/1 und 1,36-3,21 mg Blei/l Wein. (Grenzwert fuer Blei im Wein: 0,3 mg Blei/l). 2. Nahrungspflanzen (Moehren, Sommergerste, Sommerweizen, Mais, Kartoffeln und Dill), die auf drei unterschiedlich alten Parzellen einer Muelldeponie mit verschiedenen Abdeckschichten gezogen worden waren sowie auf einem Kontrollbeet. Nachgewiesen wurden in Abdeckschicht, Muellschicht und Boden und in den Pflanzen PAK sowie Cd, Cr und Pb. Die Abdeckschichten unterschieden sich in Sickerwasserberegnung und Bodenbehandlung. Auffallend waren bei diesem Feldversuch eine Reduzierung des Massenertrages und Laengenwachstums sowie eine Instabilitaet der Pflanzen.

Nutzung von Genomvariation zur Optimierung der stomatären Eigenschaften und zur Schaffung von klimaresistentem und nahrhaftem Reis

Steigende Temperaturen und Wassermangel verringern die Ernteerträge und die Qualität der Ernte in vielen landwirtschaftlichen Regionen. Dieses Problem wird sich durch den Klimawandel voraussichtlich noch verstärken. Wir werden uns in diesem Projekt auf Reis, eine er die wichtigste menschliche Nahrungspflanzen, konzentrieren. Der Anbau von Reis ist wasserintensiv, und vom Klimawandel besonders betroffen. Wir wollen mehrere natürliche genetische Variationen identifizieren und testen, die bereits einige Reis-Landrassen in die Lage versetzen, unter warmen und trockenen Klimabedingungen ausreichend Saatgut zu produzieren. Das Projekt hat die Verbesserung der Klimaresistenz von Nutzpflanzen zum Ziel. Ein Fokus liegt dabei auf der Rolle der Spaltöffnungen. Diese regulierbaren Poren steuern den Wasserverlust aus der Pflanze und sind daher entscheidend für die Verdunstungskälte und die Reaktion auf Trockenstress. Wir haben bereits die Genome von fast eintausend Reissorten untersucht, um eine Liste von 30 Genen mit natürlich vorkommenden Variationen zu identifizieren, die mit Wachstum in schwierigen Umgebungen verbunden sind. Sechs dieser Gene wurden priorisiert, und drei von ihnen sind direkt an der Regulierung der Spaltöffnungen beteiligt. Um herauszufinden, welche dieser Gene am ehesten in der Lage sind, Klimaresilienz zu verleihen, werden wir 200 traditionelle Reissorten, die entweder funktionale oder nicht-funktionale Kopien unserer Zielgene enthalten, untersuchen. Wir werden diese Reissorten sowohl in sorgfältig kontrollierten Umgebungen als auch in tropischen Feldversuchen anbauen und ihre Stressresistenz und ihren Nährstoffgehalt messen. Die Daten aus diesen Experimenten werden nicht nur die genetischen Sequenzen aufzeigen, die von Natur aus mit Hitze- und Dürretoleranz verbunden sind, sondern es auch ermöglichen, mit Hilfe von maschinelles Lernen die Eigenschaften, die die beste Vorhersagen für die Leistung der Pflanzen auf dem Feld erbringen, zu ermitteln. Wir werden die Funktion unserer Zielgene durch genetische Manipulation ihrer Expression verifizieren und durch in silico transkriptomische, physiologische und biochemische Analysen neue genomische Ressourcen für die Reisforschungsgemeinschaft bereitstellen. Schließlich werden wir mit Hilfe von Gene Editing versuchen die gefundene Stressresistenz in stressanfälligen modernen Elitereissorte wiederherzustellen. Um dies zu erreichen, brauchen wir die verschiedenen Fähigkeiten unseres multidisziplinären Teams. Darüber hinaus haben wir ein "Bürgerwissenschaftliches" Programm entwickelt, um die Rolle aller 30 klimaassoziierten Reisgenen neben den vorrangigen Zielgenen zu untersuchen. Zu diesem Zweck werden wir mit Schülern in lokalen Schulen in den USA und Großbritannien zusammenarbeiten. Hierbei werden wir zusätzliche Gene untersuchen und den Schülern und Lehrern die Möglichkeit geben, einen Beitrag zu den internationalen Forschungsbemühungen die den Klimawandel bekämpfen zu leisten.

Dynamische Anpassung der Quellenkapazität an fluktuierende Licht- und Temperaturumgebungen

Wheat is one of the most important staple food crops and high grain yields are essential for global food security. Breeding raised yields continuously over the past century, however yield potential is increasingly suppressed by challenges associated with climate change and regulatory restrictions on crop inputs. Our extensive previous work confirmed that limitations to wheat yield potential are primarily determined by traits implicated in source-sink relations. The aim of this subproject in the Package Proposal “Wheat source-sink relationships and limitations (WheatSouSi)” is to understand the effects of environmental fluctuations on the formation, acclimation and limitation of canopy source capacity.Plants constantly acclimatize their photosynthetic capacity to fluctuating light and temperature environments. Acclimations are dynamic physiological processes affecting the size and the capacity of photosynthetic organs, which determine source capacity of winter wheat for grain filling. Although light and temperature acclimation of photosynthesis have been well studied using constant light and temperature environments, our knowledge about the acclimation to fluctuating light and temperature conditions is rare. Based on the hypothesis that synthesis rates of photosynthetic proteins depend non-linearly on light and temperature, we first propose a mechanistic model of photosynthetic protein turnover to describe the acclimation to fluctuating light and temperature. Second, a series of growth chamber experiments are planned to parameterize and to validate the proposed model in 50 winter wheat cultivars. The differences in photosynthetic acclimation strategies between cultivars can be characterized by their parameters in the model. Additionally, the combined effects of light and temperature on the coordination between stomatal morphology, photosynthetic induction and water use efficiency at leaf level will be quantified and integrated into static and dynamic functional-structural plant models (FSPMs) to understand how canopy source capacity can be maximized by photosynthetic acclimation strategies. To synthesize the outcomes of all results, structural equation modelling will be used to systematically test the strength and significance of causal interdependencies between physiological traits, source strength, sink strength and grain yield. The knowledge gain will facilitate a better understanding of crop physiology and improve crop models describing source and sink dynamics.

Untersuchungen ueber die Schwermetallgehalte von Boeden und landwirtschaftlich-gaertnerischen Produkten im Gebiet der Landwirtschaftskammer Hannover

Am Harzrand, auf Kreideverwitterungsboeden, in den Talauen der Harzfluesse, im Aussendeichgebiet der Elbe werden deutlich bis stark erhoehte Schwermetallgehalte von Boeden, Futter- und Nahrungspflanzen angetroffen. Geringfuegig erhoehte Gehalte in Pflanzen treten darueber hinaus an Standorten mit leichteren Boeden im noerdlichen Niedersachsen auf. Es besteht eine enge Beziehung zwischen den calciumchlorid-loeslichen (austauschbaren) Gehalten der Boeden und der Pflanzen.

Nitratgehalte von Boeden, Nahrungspflanzen und Waessern

Durch Erhebungsuntersuchungen von Gemueseproben aus dem Feldgemuesebau und aus dem Haus- und Kleingartenbereich sowie Beregnungswaessern werden statistische Kennzahlen der Nitratgehalte erarbeitet. Landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich und gaertnerisch genutzte sowie Oedlandstandorte werden in 3 Terminen bis auf 120 cm Bodentiefe auf Nitrat untersucht, um eine Stickstoffbilanzierung vornehmen zu koennen.

Artengemeinschaften von Nachtfaltern in mitteleuropäischen Waldökosystemen

Nachtfalter stellen ein sehr artenreiches Segment der herbivoren Insekten in allen terrestrischen Ökosystemen dar. Durch die enge Verflechtung mit den Nahrungspflanzen ihrer Larven reagieren Nachtfalter empfindlich auf Veränderungen der Artenzusammensetzung und Struktur der Vegetation in ihren Habitaten. Zugleich lassen sich Nachtfalter durch Lichtfänge bzw. Anlockung mit Fruchtködern systematisch und standardisiert erfassen. Wir untersuchen an mehreren taxonomischen Gruppen (besonders Noctuoidea, Geometroidea, Pyraloidea) im Vergleich, wie stark sich die Artengemeinschaften der Nachtfalter in unterschiedlichen Waldökosystemen voneinander unterscheiden, welche Gruppen als Indikatoren besonders geeignet sind und ob sich die Nachtfalter-Taxozönosen temperater Ökosysteme von solchen tropischer Wälder grundlegend unterscheiden. Darüber hinaus benutzen wir die empirischen Daten aus den Aufsammlungen, um unterschiedliche Methoden der Quantifizierung von 'Biodiversität' zu evaluieren und methodische Standards für tierökologische Habitatbeurteilungen zu erarbeiten.

1 2 3 4 511 12 13