Das Projekt P2 befasst sich mit den prognostizierten landwirtschaftlichen Verlusten basierend auf den aktuellen CO2-Emissionen bis 2050 und deren Folgen für den Ernährungszustand von Kindern unter 5 Jahren, die in zwei ausgewählten Regionen Subsahara-Afrikas leben. P2 ermittelt das Potenzial eines integrierten Landwirtschafts- und Ernährungsprogramms als Anpassungsstrategie zur Verbesserung des Ernährungszustands für klimasensible Nährstoffe im ländlichen Burkina Faso und Kenia, wo der Klimawandel die Landwirtschaft am stärksten beeinträchtigen wird. Die Intervention konzentriert sich auf Biodiversifizierung der Subsistenzlandwirtschaft durch Hausgärten und wird von Ernährungsund Gesundheitsberatung unter Verwendung der 7 Essential Nutrition Action-Botschaften der Weltgesundheitsorganisation begleitet. Für Subsahara-Afrika stellt Biodiversifizierung eine der vielversprechendsten und praktikabelsten Anpassungsstrategien an CO2-bedingte landwirtschaftliche Verluste dar, sowohl für die absoluten Erntemengen als auch für die Pflanzengehalte an Protein, Eisen und Zink. Als Novum identifiziert P2 die kontrovers diskutierten möglichen Auswirkungen eines solchen Landwirtschafts- und Ernährungsprogramms auf das Risiko einer klinischen Malaria bei Kindern unter 5 Jahren. In der ersten Projektphase wurde das Anpassungsprogramm in Zusammenarbeit mit den Ministerien für Gesundheit und Landwirtschaft des Landkreises Siaya und der Nichtregierungsorganisation Centre for African Bio-Entrepreneurship (CABE) auf die Bedürfnisse der Region Kenia zugeschnitten. Wir definierten die anzubauenden Gartenbaukulturen sowie die Praktikabilität und Akzeptanz des Programms. Eine clusterrandomisierte kontrollierte Studie mit 2 x 600 Haushalten wurde durchgeführt. Wir rekrutierten Haushalte mit Kindern im Alter der Beikosteinführung (6-24 Monate) und stellten Nachbeobachtungen für 1 Jahr lang an. In Phase 2 werden wir die Auswirkungen des Interventionsprogramms auf Änderungen der Ernährungsgewohnheiten, den Status klimasensibler Nährstoffe und das Risiko einer klinischen Malaria bei den Kindern nach 2 Jahren ermitteln. Wir werden die notwendigen Investitionen definieren, um solche Interventionsprogramme auf Provinz-, Landes- und nationaler Ebene auszuweiten. Schließlich werden wir Adaptation Response Functions generieren, die die Auswirkungen des landwirtschaftlichen Biodiversifizierungs- und Ernährungsberatungsprogramms unter zukünftigen Klimaszenarien beschreiben.
Hüde – Wie kann der Schutz von Wiesenvögeln und die Entwicklung entsprechender Schutzgebiete noch besser gelingen? Darüber informierte sich kürzlich eine dreißigköpfige Fachdelegation aus den Niederlanden in der Naturschutzstation am Dümmer. Die Station des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gilt mit ihrer Arbeit grenzüberschreitend als Vorbild für den Wiesenvogelschutz. Die Bestände von Uferschnepfen, Schafstelzen, Kampfläufern und anderen Wiesenvogelarten sind europaweit stark unter Druck. Wie kann der Schutz von Wiesenvögeln und die Entwicklung entsprechender Schutzgebiete noch besser gelingen? Darüber informierte sich kürzlich eine dreißigköpfige Fachdelegation aus den Niederlanden in der Naturschutzstation am Dümmer. Die Station des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gilt mit ihrer Arbeit grenzüberschreitend als Vorbild für den Wiesenvogelschutz. Die Bestände von Uferschnepfen, Schafstelzen, Kampfläufern und anderen Wiesenvogelarten sind europaweit stark unter Druck. „Umso größer ist das Interesse der niederländischen Fachwelt an den Erfahrungen aus Niedersachsen“, weiß Heinrich Belting, Projektleiter des LIFE-IP-Projekts GrassbirdHabitats. Zwar gibt es hier nur wenige Regionen mit vergleichsweise hohen Wiesenvogelbeständen. Dennoch zählen Gebiete wie die Unterelbe, der Dümmer und die Bleckriede im Landkreis Diepholz zu erfolgreichen Schwerpunktgebieten des Wiesenvogelschutzes. Hier konnten durch eine langfristige Zusammenarbeit von Naturschutz, Politik und Landwirtschaft stabile Bestände gesichert und positive Bestandsentwicklungen erreicht werden. Im Rahmen des jetzt erfolgten Besuchs der Vertreterinnen und Vertreter niederländischer Behörden, Verbände, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen stand zunächst eines der Kerngebiete des Wiesenvogelschutzes direkt am Dümmer im Fokus. Anschließend wurden die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Naturschutz, Wasserwirtschaft und Behörden sowie die Entwicklung der Bestände vorgestellt. Erfolgreiche Kooperation mit der Landwirtschaft Erfolgreiche Kooperation mit der Landwirtschaft Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben: Bei einem Besuch auf einem Betrieb im Wiesenvogelgebiet erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die praktische Umsetzung von Schutzmaßnahmen und den engen Austausch zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Diskutiert wurden unter anderem langfristige Vereinbarungen, Anreizsysteme und die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Kooperation zugunsten der Wiesenvögel. Großes Interesse zeigten die niederländischen Gäste auch am Prädationsmanagement im Dümmergebiet. Vorgestellt wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen, praktische Ausführungen sowie deren Bedeutung für den Bruterfolg von Wiesenvögeln. „Der aktuelle Austausch zeigt, dass die am Dümmer entwickelten Konzepte und die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit von Naturschutz, Wasserwirtschaft und Landwirtschaft auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung finden“, erklärt Heinrich Belting. Gerade beim Schutz von Wiesenvögeln liefere der Blick über die Grenzen und das Lernen von erfolgreichen Beispielen wichtige Bausteine für einen langfristigen Erfolg. „Es geht um nicht weniger als die gemeinsame Verantwortung für den Erhalt dieser charakteristischen Vogelarten in Europa“, so Belting. Schließlich seien die Wiesenvogelbestände europaweit rückläufig.
This project aims at analysing the contribution of scientific information to the fragmentation of the international forest regime complex (IFRC) by applying an interdisciplinary approach at the interface between forest inventory research and policy science. Its objectives are1. Analyzing the use of inventory information within the IFRC by different national and international bureaucracies and their non-state allies and its effect on fragmentation. 2. Assessing the extent and quality of the inventory information used in policy processes as compared to the potentially available information. 3. Analyzing implemented inventory practices against the scientific state of the art approaches and their role in the context of fragmentation 4. Identifying avenues for scientific knowledge to enter into the IFRC by testing the knowledge-transfer-by-allies-hypothesis. The project will review the technical scientific possibilities of forest inventories and develop a method for assessing quantity and quality of inventory-based information used within the IFRC by national and international bureaucracies. Subsequently, the quality of information used will be assessed against the state of the art in inventory research. Based on the hypothesis that information may only enter the policy process in alliance with powerful actors, who in turn selected the information, the project will analyse the interest-driven selection of information by political actors.
16.10.2025 Vorläufiges Merkblatt für die Förderung von Projekten im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“(EIP) und des GAP-Strategieplans (FP 8601) (EIP-AGRI-Richtlinien – GAP-SP – Entwurf, Stand 16.10.2025) - Änderungen ausdrücklich vorbehalten - Bitte lesen Sie die Förderrichtlinien und das Merkblatt vollständig durch! Allgemeine Hinweise Grundlage der Förderung sind die Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Projekten im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ und des GAP-Strategieplans (EIP- AGRI-Richtlinie – GAP-SP). Dieses Merkblatt enthält ergänzende Hinweise für das Auswahl- und Antragsverfahren für die Förderung nach den o. g. Richtlinien. Die Regelungen dieser Richtlinien, des jeweiligen Bewilligungsbescheides einschließlich nachfolgender Änderungsbescheide und seiner / ihrer Anlagen sind zu beachten. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter. Für Zahlungsanträge zum Abruf der Fördermittel wird ein gesondertes Merkblatt herausgegeben. Inhalt 1Was ist EIP?................................................................................................................... 2 2Was wird gefördert? ....................................................................................................... 3 3Was ist eine Operationelle Gruppe? ............................................................................... 3 3.1Zusammensetzung einer Operationelle Gruppe: ..................................................... 3 3.2Rechtsform, Kooperationsvertrag ............................................................................ 4 3.3Weitere Hinweise .................................................................................................... 4 4Wer ist Zuwendungsempfänger? .................................................................................... 4 5Wo ist das EIP-Projekt durchzuführen? .......................................................................... 5 6Wie wird gefördert? ........................................................................................................ 5 6.1Beihilferechtliche Einordnung, maximale Zuwendungshöhe .................................... 5 6.2Zuwendungsart, Zuwendungsform, Finanzierungsart .............................................. 5 6.3Erstattungsprinzip ................................................................................................... 5 7Wie lange wird gefördert? ............................................................................................... 6 8Wie erfolgen die Antragstellung und die Auswahl der geförderten Vorhaben? ................ 6 8.1Bewilligungsbehörde ............................................................................................... 6 8.2Förderaufruf ............................................................................................................ 6 8.3Auswahlverfahren (Stufe 1) ..................................................................................... 6 1 16.10.2025 9 8.4Förderantrag (Stufe 2) ............................................................................................. 6 8.5Auswahl der geförderten Vorhaben ......................................................................... 7 Was sind zuwendungsfähige Ausgaben und wie werden sie ermittelt? .......................... 7 9.1Förderfähige und nicht förderfähige Ausgaben ........................................................ 7 9.2Nutzung vereinfachter Kostenoptionen .................................................................... 7 9.3 Ermittlung der Personalkosten für das von der Operationellen Gruppe oder ihren Mitgliedern angestellte und im Projekt eingesetzte Personal.............................................. 8 9.3.1 9.4 Zuordnung zu den Anforderungsniveaus .......................................................... 8 Beantragung und Berechnung der weiteren Kosten ................................................ 9 9.4.1 Pauschalierungsvariante A - Teilpauschalfinanzierung - Gemeinkostenpauschale ...............................................................................................10 9.4.2Pauschalierungsvariante B - Restkostenpauschale .........................................10 9.4.3Lead-Partner als öffentliche Auftraggeber .......................................................10 10 Welche Fördervoraussetzungen müssen vorliegen? .....................................................10 11 Ergänzende Ausführungen zu Verpflichtungen..............................................................11 11.1 Förderverpflichtungen ............................................................................................11 11.1.1Jährlicher Sachbericht, Abschlussbericht ........................................................11 11.1.2Veröffentlichung der Ergebnisse .....................................................................11 11.2 Sonstige Verpflichtungen........................................................................................12 11.2.1Vergabe von Aufträgen ...................................................................................12 11.2.2Mitteilungspflichten ..........................................................................................12 12 Kürzungen und Sanktionen, Widerruf der Förderung .....................................................12 13 Weitere Informationen zu EIP-AGRI ..............................................................................12 14 Anlagen .........................................................................................................................12 1 Was ist EIP? Ziel der Europäischen Innovationspartnerschaft für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (EIP) ist die Förderung der Innovation und die Verbesserung des Wissensaustauschs. Die EIP trägt zur Erreichung der spezifischen Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik gemäß Artikel 6 Absätze 1 und 2 der GAP-Strategieplanverordnung bei. Sie sorgt insbesondere für Folgendes: a) Schaffung eines Mehrwerts durch bessere Verbindung der Forschung mit landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverfahren und Förderung eines umfassenderen Einsatzes der verfügbaren Innovationsmaßnahmen; b) Vernetzung von Innovationsakteuren und -projekten; c) Förderung der schnelleren und breiteren Umsetzung innovativer Lösungen in die Praxis, einschließlich des Austauschs zwischen den Landwirten und d) Unterrichtung der wissenschaftlichen Gemeinschaft über den Forschungsbedarf in der landwirtschaftlichen Praxis. 2 16.10.2025 Die geförderten Projekte tragen zu einem oder mehreren spezifischen Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union bei, die zur Erreichung der allgemeinen Ziele der GAP gemäß Artikel 5 der GAP-Strategieplanverordnung verfolgt werden. Diese allgemeinen und spezifischen Ziele sind in Anlage 1 dieses Merkblatts aufgeführt. Die EIP Projekte werden durch Operationelle Gruppen durchgeführt, die Teil der EIP sind. Jede operationelle EIP-Gruppe erstellt einen Plan für ein innovatives Projekt, das entwickelt oder durchgeführt werden soll. Das innovative Projekt stützt sich dabei auf das interaktive Innovationsmodell mit folgenden Grundprinzipien: a) Entwicklung innovativer Lösungen mit Schwerpunkt auf den Bedarfen der Land- bzw. Forstwirte sowie der Ernährungswirtschaft, soweit sinnvoll unter Berücksichtigung der Interaktionen entlang der gesamten Lieferkette; b) Zusammenführung von Partnern mit einander ergänzenden Kenntnissen wie Landwirte, Berater, Forscher, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen in einer gezielten Kombination, die am besten für die Projektziele geeignet ist, und c) Mitentscheidung und Mitgestaltung während des gesamten Projekts. Operationelle EIP-Gruppen können auf länderübergreifender, auch auf grenzüberschreitender Ebene tätig sein. Die geplante Innovation kann sich auf neue, aber auch auf herkömmliche Verfahren in einem neuen geografischen oder Umweltkontext stützen. Die operationellen EIP-Gruppen verbreiten — insbesondere über die nationalen und europäischen GAP-Netze — eine Zusammenfassung ihrer Pläne und der Ergebnisse ihrer Projekte. 2 Was wird gefördert? Gegenstand der Förderung ist die Durchführung von Innovationsprojekten durch Operationelle Gruppen, die die Entwicklung neuer, veränderter oder verbesserter Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien sowie den Transfer der Ergebnisse der Innovationsprojekte in die land- und forstwirtschaftliche Praxis zum Inhalt haben. Gefördert werden die Ausgaben der Zusammenarbeit einer Operationellen Gruppe und die Ausgaben für die Durchführung von Innovationsprojekten. Projektbedingte Investitionen werden in Höhe der auf den Projektzeitraum entfallenden Abschreibungen gefördert. Eine Unterstützung erfolgt nur für neue Formen der Zusammenarbeit, für bereits bestehende Operationelle Gruppen nur bei Aufnahme einer neuen Tätigkeit. 3 Was ist eine Operationelle Gruppe? Operationelle Gruppen sind obligatorischer Teil der EIP-AGRI. Sie werden von Akteuren der Land- und Forstwirtschaft in Verbindung mit anderen Interessengruppen, wie z. B. Forschern, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen des Agrar- und Nahrungsmittelsektors und Beratern gegründet, um entsprechend ihrer jeweiligen Interessensschwerpunkten ein gemeinsames Innovationsprojekt durchzuführen und zu begleiten. 3.1 Zusammensetzung einer Operationelle Gruppe: a) Die Operationelle Gruppe hat mindestens drei voneinander unabhängige Mitglieder. Verbundene Unternehmen zählen als ein Mitglied der Operationellen Gruppe. 3
13.11.2025 Vorläufiges Merkblatt für die Förderung von Projekten im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“(EIP) und des GAP-Strategieplans (FP 8601) (EIP-AGRI-Richtlinien – GAP-SP – Entwurf, Stand 23.10.2025) - Änderungen ausdrücklich vorbehalten - Bitte lesen Sie die Förderrichtlinien und das Merkblatt vollständig durch! Allgemeine Hinweise Grundlage der Förderung sind die Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Projekten im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ und des GAP-Strategieplans (EIP- AGRI-Richtlinie – GAP-SP). Dieses Merkblatt enthält ergänzende Hinweise für das Auswahl- und Antragsverfahren für die Förderung nach den o. g. Richtlinien. Die Regelungen dieser Richtlinien, des jeweiligen Bewilligungsbescheides einschließlich nachfolgender Änderungsbescheide und seiner / ihrer Anlagen sind zu beachten. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter. Für Zahlungsanträge zum Abruf der Fördermittel wird ein gesondertes Merkblatt herausgegeben. Inhalt 1Was ist EIP?................................................................................................................... 2 2Was wird gefördert? ....................................................................................................... 3 3Was ist eine Operationelle Gruppe? ............................................................................... 3 3.1Zusammensetzung einer Operationelle Gruppe: ..................................................... 3 3.2Rechtsform, Kooperationsvertrag ............................................................................ 4 3.3Weitere Hinweise .................................................................................................... 4 4Wer ist Zuwendungsempfänger? .................................................................................... 4 5Wo ist das EIP-Projekt durchzuführen? .......................................................................... 5 6Wie wird gefördert? ........................................................................................................ 5 6.1Beihilferechtliche Einordnung, maximale Zuwendungshöhe .................................... 5 6.2Zuwendungsart, Zuwendungsform, Finanzierungsart .............................................. 5 6.3Erstattungsprinzip ................................................................................................... 5 7Wie lange wird gefördert? ............................................................................................... 6 8Wie erfolgen die Antragstellung und die Auswahl der geförderten Vorhaben? ................ 6 8.1Bewilligungsbehörde ............................................................................................... 6 8.2Förderaufruf ............................................................................................................ 6 8.3Auswahlverfahren (Stufe 1) ..................................................................................... 6 1 13.11.2025 9 8.4Förderantrag (Stufe 2) ............................................................................................. 6 8.5Auswahl der geförderten Vorhaben ......................................................................... 7 Was sind zuwendungsfähige Ausgaben und wie werden sie ermittelt? .......................... 7 9.1Förderfähige und nicht förderfähige Ausgaben ........................................................ 7 9.2Nutzung vereinfachter Kostenoptionen .................................................................... 8 9.3 Ermittlung der Personalkosten für das von der Operationellen Gruppe oder ihren Mitgliedern angestellte und im Projekt eingesetzte Personal.............................................. 8 9.4 Beantragung und Berechnung der weiteren Kosten ...............................................10 9.4.1 Pauschalierungsvariante A - Teilpauschalfinanzierung - Pauschale zu indirekten Ausgaben ......................................................................................................................10 9.4.2 Pauschalierungsvariante B - Restkostenpauschale .........................................10 10 Welche Fördervoraussetzungen müssen vorliegen? .....................................................10 11 Ergänzende Ausführungen zu Verpflichtungen..............................................................11 11.1 Förderverpflichtungen ............................................................................................11 11.1.1Jährlicher Sachbericht, Abschlussbericht ........................................................11 11.1.2Veröffentlichung der Ergebnisse .....................................................................12 11.2 Sonstige Verpflichtungen........................................................................................12 11.2.1Vergabe von Aufträgen ...................................................................................12 11.2.2Mitteilungspflichten ..........................................................................................12 12 Kürzungen und Sanktionen, Widerruf der Förderung .....................................................12 13 Weitere Informationen zu EIP-AGRI ..............................................................................13 14 Anlagen .........................................................................................................................13 1 Was ist EIP? Ziel der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ist die Förderung der Innovation und die Verbesserung des Wissensaustauschs. Die EIP trägt zur Erreichung der spezifischen Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik gemäß Artikel 6 Absätze 1 und 2 der GAP-Strategieplanverordnung bei. Sie sorgt insbesondere für Folgendes: a) Schaffung eines Mehrwerts durch bessere Verbindung der Forschung mit landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverfahren und Förderung eines umfassenderen Einsatzes der verfügbaren Innovationsmaßnahmen; b) Vernetzung von Innovationsakteuren und -projekten; c) Förderung der schnelleren und breiteren Umsetzung innovativer Lösungen in die Praxis, einschließlich des Austauschs zwischen den Landwirten und d) Unterrichtung der wissenschaftlichen Gemeinschaft über den Forschungsbedarf in der landwirtschaftlichen Praxis. Die geförderten Projekte tragen zu einem oder mehreren spezifischen Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union bei, die zur Erreichung der allgemeinen Ziele der GAP gemäß Artikel 5 der GAP-Strategieplanverordnung verfolgt werden. Diese allgemeinen und spezifischen Ziele sind in Anlage 1 dieses Merkblatts aufgeführt. 2 13.11.2025 Die EIP Projekte werden durch Operationelle Gruppen durchgeführt, die Teil der EIP sind. Jede Operationelle Gruppe erstellt einen Plan für ein innovatives Projekt, das entwickelt oder durchgeführt werden soll. Das innovative Projekt stützt sich dabei auf das interaktive Innovationsmodell mit folgenden Grundprinzipien: a) Entwicklung innovativer Lösungen mit Schwerpunkt auf den Bedarfen der Land- bzw. Forstwirte sowie der Ernährungswirtschaft, soweit sinnvoll unter Berücksichtigung der Interaktionen entlang der gesamten Lieferkette; b) Zusammenführung von Partnern mit einander ergänzenden Kenntnissen wie Landwirte, Berater, Forscher, Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen in einer gezielten Kombination, die am besten für die Projektziele geeignet ist, und c) Mitentscheidung und Mitgestaltung während des gesamten Projekts. Operationelle Gruppen können auf länderübergreifender, auch auf grenzüberschreitender Ebene tätig sein. Die geplante Innovation kann sich auf neue, aber auch auf herkömmliche Verfahren in einem neuen geografischen oder Umweltkontext stützen. Die Operationellen Gruppen verbreiten — insbesondere über die nationalen und europäischen GAP-Netze — eine Zusammenfassung ihrer Pläne und der Ergebnisse ihrer Projekte. 2 Was wird gefördert? Gegenstand der Förderung ist die Durchführung von Innovationsprojekten durch Operationelle Gruppen, die die Entwicklung neuer, veränderter oder verbesserter Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien sowie den Transfer der Ergebnisse der Innovationsprojekte in die land- und forstwirtschaftliche Praxis zum Inhalt haben. Gefördert werden die Ausgaben der Zusammenarbeit einer Operationellen Gruppe und die Ausgaben für die Durchführung von Innovationsprojekten. Projektbedingte Investitionen werden in Höhe der auf den Projektzeitraum entfallenden Abschreibungen gefördert. Eine Unterstützung erfolgt nur für neue Formen der Zusammenarbeit, für bereits bestehende Operationelle Gruppen nur bei Aufnahme einer neuen Tätigkeit. 3 Was ist eine Operationelle Gruppe? Operationelle Gruppen sind obligatorischer Teil der EIP-AGRI. Akteure der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus arbeiten in Verbindung mit anderen Interessengruppen, wie z. B. Forschern, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen des Agrar- und Nahrungsmittelsektors und Beratern in Operationellen Gruppen zusammen, um entsprechend ihrer jeweiligen Interessensschwerpunkte ein gemeinsames Innovationsprojekt durchzuführen und zu begleiten. 3.1 Zusammensetzung einer Operationelle Gruppe: a) Die Operationelle Gruppe hat mindestens drei voneinander unabhängige Mitglieder. Verbundene Unternehmen zählen als ein Mitglied der Operationellen Gruppe. b) Mindestens ein Mitglied führt ein Unternehmen der Primärproduktion der Land- oder Forstwirtschaft oder des Gartenbaus und ist am Projekt aktiv mit einem eigenen Arbeitspaket beteiligt. c) Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne von Art. 2 Nr. 59 der Verordnung (EU) 2022/2472, und Unternehmen, die einer Rückforderungsanordnung aufgrund eines früheren Beschlusses der Europäischen Kommission zur Feststellung der Unzulässigkeit einer Beihilfe und ihrer Unvereinbarkeit mit dem Binnenmarkt nicht Folge geleistet haben 3
Bremen ist durch die Folgen des Klimawandels auf vielfältige Weise betroffen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde auf kommunaler und Landesebene eine Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels entwickelt. Das BREsilient-Projekt baut auf Ergebnisse des Vorläuferprojektes KLIMZUG nordwest2050 auf, nimmt die Anpassungsstrategie zum Ausgangspunkt und geht mit der Etablierung von transdisziplinären Reallaboren in drei spezifischen Bereichen vertieft auf konkrete Bewertungs- und Umsetzungsbedingungen ein und leitet daraus Innovationen für Governanceprozesse der Kommunalpolitik ab. Das Teilprojekt 'BREsilient - Evaluation' befasst sich (1.) mit der Evaluation und Reflexion der Priorisierung konkreter Anpassungsmaßnahmen auf Basis beteiligungsorientierter Kosten-Nutzen-Analysen in der Bremer Verwaltung; (2.) mit der Evaluation von Beteiligungsprozessen zur Klimaanpassung der Bremer Maritimen Wirtschaft und Logistik; 3.) mit der Analyse bisheriger Pilotprojekte in Deutschland zur Vorsorge gegenüber Starkregen und Überschwemmungen sowie mit der Evaluation von zwei Beteiligungsprozessen mit Bewohner*innen und Nutzer*innen von zwei überschwemmungsgefährdeten Gebieten in Bremen. Durch die durchgeführte Prozess- und Wirkevaluation liefert das Teilprojekt (4.) eine vergleichende Analyse von Erfolgskriterien und Erfolgsfaktoren für Beteiligungsprozesse zur Klimaanpassung mit unterschiedlichen Beteiligten (Verwaltungs- und Unternehmensvertreter*innen, Bürger*innen und NROs) und entwickelt dadurch Erkenntnisse zur Umsetzung theoretisch-methodisch fundierter Koordinations- und Beteiligungsprozesse im Bereich der Klimaanpassung.
<p> <p>Am 20. Juni 2025 riefen Delegierte von über 100 Ländern bei einer zwischenstaatlichen Konferenz in Punta Del Este/Uruguay den Weltchemikalienrat ins Leben. Erfolgreiche multilaterale Verhandlungen lieferten damit ein überfälliges Instrument zur Erarbeitung von Auswegen aus der Verschmutzungskrise.</p> </p><p>Am 20. Juni 2025 riefen Delegierte von über 100 Ländern bei einer zwischenstaatlichen Konferenz in Punta Del Este/Uruguay den Weltchemikalienrat ins Leben. Erfolgreiche multilaterale Verhandlungen lieferten damit ein überfälliges Instrument zur Erarbeitung von Auswegen aus der Verschmutzungskrise.</p><p> <p>Englisch als „Intergovernmental Science-Policy Panel on Chemicals, Waste and Pollution“ (ISPCWP) bezeichnet, ist der Weltchemikalienrat neben Weltklimarat (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ipcc">IPCC</a>) und Weltbiodiversitätsrat (IPBES) das dritte wissenschaftsbasierte Gremium, das mit globaler Ausrichtung arbeiten wird - seit längerer Zeit war klar, dass es auch im Bereich Chemikalien, Abfälle und Umweltverschmutzung einer weltweit anerkannten Politikberatung durch die Wissenschaft bedarf. Dies brachte schließlich <a href="https://digitallibrary.un.org/record/3999276?v=pdf">UNEA-Resolution 5/8</a> zum Ausdruck, mit der im März 2022 die <a href="https://www.unep.org/oewg-spp-chemicals-waste-pollution">Verhandlungen zur Einrichtung eines Weltchemikalienrates</a> auf den Weg gebracht wurden. In zweieinhalb Jahren Verhandlungsprozess diskutierten dann die Staatengemeinschaft und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/stakeholder">Stakeholder</a> aus Nichtregierungsorganisationen, Industrie, Gewerkschaften und der Wissenschaft die Ausgestaltung des künftigen Rates. Die Verhandlungsergebnisse sind Bestandteile des <a href="https://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/47913/UNEP-SPP-CWP-OEWG.3-CRP.5.v.11FinalV2.pdf?sequence=1&isAllowed=y">Gründungsdokumentes</a>, das die zwischenstaatliche Konferenz am 20. Juni 2025 in Punta Del Este annahm.</p> <p>Gemäß Gründungsdokument wird der Weltchemikalienrat</p> <ul> <li>Wissenschaftliche Bestandsaufnahmen zur Chemikalienverschmutzung vornehmen,</li> <li>Lösungsoptionen erarbeiten,</li> <li>Forschungslücken und -bedarfe identifizieren,</li> <li>relevante neue Themen aufspüren (engl. „horizon scanning“), um bestehende und künftige Risiken durch Chemikalien, Abfall und Verschmutzung solide beurteilen und geeignete politische Handlungsoptionen entwickeln zu können,</li> <li>Kommunikation und Informationsweitergabe stärken,</li> <li>Kapazitätsaufbau in allen Arbeiten des Rates berücksichtigen.</li> </ul> <p>Das Gründungsdokument enthält außerdem die wichtigsten Bestimmungen zum institutionellen Aufbau, zur Mitgliedschaft sowie zu Arbeits- und Abstimmungsprozessen.<br>Insgesamt wird der Weltchemikalienrat ISPCWP nach den Vorbildern von Weltklimarat (IPCC) und Weltbiodiversitätsrat (IPBES) arbeiten. Zentral für seine Arbeitsweise sind die Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Arbeiten sowie die Politikrelevanz seiner Ergebnisse.</p> <p>Eine Zusammenfassung der Verhandlungen bietet der einschlägige Bericht im <a href="https://enb.iisd.org/sites/default/files/2025-06/enb3722e_0.pdf">Earth Negotiations Bulletin</a> (ENB).</p> Wie geht es weiter? <p>Eine erste Sitzung des Weltchemikalienrates ISPCWP ist für 2026 geplant. Dort sollen auch Einzelheiten der prozeduralen Regeln verhandelt und diese verabschiedet werden; zudem soll der Sitz des Ratssekretariats bestimmt werden.</p> <p>Auf deutscher Ebene koordiniert das <a href="https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/un-konferenz-gruendet-wissenschaftsrat-fuer-chemikaliensicherheit">Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)</a> zusammen mit dem Umweltbundesamt die Vorbereitung der ersten Sitzung.</p> Mehr aktuelle Informationen <p>Das Earth Negotiations Bulletin (<a href="https://enb.iisd.org/">ENB</a>) berichtet unabhängig und zeitnah über die Verhandlungen der Vereinten Nationen zu Umwelt und Entwicklung. Aktuelle Informationen zu <a href="https://enb.iisd.org/topics/chemicals-wastes">Chemikalien und Abfällen</a> sind auf der spezifischen Themenseite des ENB zu finden.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
<p> <p>Chemikalien sind eine der Hauptursachen für die globale Erwärmung, den Verlust der biologischen Vielfalt und die Umweltverschmutzung. Dringender polit. Handlungsbedarf. Die Fünfte Weltchemikalienkonferenz (ICCM5), die vom 25.- 29. Sep. 2023 in Bonn (Deutschland) stattfindet, soll einen stärkeren politischen Rahmen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien auf globaler Ebene schaffen.</p> </p><p>Chemikalien sind eine der Hauptursachen für die globale Erwärmung, den Verlust der biologischen Vielfalt und die Umweltverschmutzung. Dringender polit. Handlungsbedarf. Die Fünfte Weltchemikalienkonferenz (ICCM5), die vom 25.- 29. Sep. 2023 in Bonn (Deutschland) stattfindet, soll einen stärkeren politischen Rahmen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien auf globaler Ebene schaffen.</p><p> <p>Die Debatte über die Rettung des Planeten konzentriert sich oft vor allem auf die Dringlichkeit, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Die beiden anderen Aspekte der dreifachen planetaren Krise - der Verlust der biologischen Vielfalt und die Umweltverschmutzung - finden in der Öffentlichkeit und den Medien weit weniger Beachtung. Dabei sind sie ebenso dringlich und müssen gemeinsam gelöst werden. Alle drei Krisen sind auch eine Folge unseres weit verbreiteten und zum Teil unsachgemäßen Einsatzes von Chemikalien.<br>Um die Frage eines verantwortungsvollen Chemikalienmanagements anzugehen, hat das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (<a href="https://www.unep.org/">UNEP</a>) im Jahr 2006 einen politischen Rahmen, den sogenannten Strategischen Ansatz für ein internationales Chemikalienmanagement (<a href="https://www.saicm.org/">SAICM</a>), geschaffen. Da sich dieser Rahmen als nicht stark genug erwies, um die Verschmutzung zu bekämpfen, wurde 2015 ein Prozess zur Überarbeitung und Ergänzung von SAICM eingeleitet. Nach acht Jahren Vorbereitungsarbeit werden auf der Fünften Weltchemikalienkonferenz (<a href="http://www.saicm.org/About/ICCM/ICCM5/tabid/8207/Default.aspx">ICCM5</a>) vom 25. bis 29. September 2023 in Bonn Entscheidungen fallen. Es wird erwartet, dass die Vertreter von Regierungen, Industrie, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftlern aus mehr als 100 Ländern ein neues wirkungsvolleres Rahmenwerk verabschieden.</p> <p><strong>Wo liegt das Problem?</strong></p> <p>Chemikalien sind für unser Leben unverzichtbar geworden. Sie kommen in fast allen Bereichen zum Einsatz: in Arzneimitteln, in der Landwirtschaft, in der Schädlingsbekämpfung, in Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, in Toilettenartikeln, Baumaterialien, Fahrzeugen, elektrischen und elektronischen Geräten, Textilien und Verpackungen aller Art und Form.</p> <p><br>Unsere allumfassende Abhängigkeit von Chemikalien hat ein globales Problem geschaffen:</p> <ul> <li>Die weltweite Produktion ist seit 1950 um das 50-fache gestiegen und wird sich bis 2050 im Vergleich zu 2010 voraussichtlich noch einmal verdreifachen. Damit ist die chemische Industrie weltweit die zweitgrößte verarbeitende Industrie und der drittgrößte industrielle Emittent von Kohlendioxid. Chemikalien verschmutzen also nicht nur unsere Umwelt, sondern tragen auch zur globalen Erwärmung und zur Erschöpfung der Ressourcen bei.</li> <li>Innovationen – gezielt oder zufällig - haben eine Fülle von chemischen Stoffen hervorgebracht. Schätzungsweise 350.000 chemische Stoffe und Mischungen chemischer Stoffe sind auf dem Weltmarkt erhältlich; jedes Jahr kommen Tausende neuer Chemikalien hinzu. Neben der Anzahl nimmt ihre Komplexität sowie die Komplexität ihrer Anwendungen und Einsatzbereiche stetig zu. Oft ist zudem nicht bekannt, in welchen Produkten und technischen Prozessen welche Stoffe eingesetzt werden, und wie diese Stoffe (getrennt und zusammen) auf Mensch und Umwelt wirken.</li> <li>Jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Masse der vom Menschen hergestellten Materialien (wie Beton, Asphalt, Metall, Plastik, Glas, Papier) bald die gesamte lebende <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biomasse">Biomasse</a> unseres Planeten überschreiten wird oder bereits überschritten hat. Das bedeutet, die Spezies Mensch greift tief in das planetare System ein, ohne die wachsende Menge und Anzahl von Chemikalien in der Umwelt bewerten, geschweige denn wirksam kontrollieren zu können. Dies deckt sich mit der Schlussfolgerung einiger Wissenschaftler*innen, dass die Menschheit die sichere planetare Grenze für chemische Kontamination überschritten hat.</li> </ul> <p><strong>Was sind die Folgen?</strong></p> <p>Die beschleunigte Produktion und Verwendung von Chemikalien führt weltweit zu schwerwiegenden Verschmutzungsfolgen entlang des Lebenszyklus von Chemikalien, einschließlich enormer Abfallprobleme. Boden, Luft und Wasser sind mit riesigen Mengen künstlich hergestellter Chemikalien kontaminiert, von denen einige sehr langlebig sind. So stellen beispielsweise Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pfas">PFAS</a>) - bekannt als "forever chemicals" - eine große Herausforderung dar, da sie kaum abbaubar sind. Sie verbleiben in der Umwelt, verunreinigen unser Wasser, den Boden und die Luft und gelangen schließlich in den Körper von Menschen und Tieren. Aufgrund ihrer Antihaft- und wasserfesten Eigenschaften sind sie bei der Herstellung von Kleidung, Küchenutensilien, Verpackungen für frische Lebensmittel und Kosmetika beliebt. Die Europäische Kommission erwägt ein Verbot von PFAS, ein Prozess, der von Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten gemeinsam initiiert wurde. In den Vereinigten Staaten hat die Umweltschutzbehörde im vergangenen Jahr eine nationale Verordnung über rechtlich durchsetzbare Grenzwerte für sechs PFAS im Trinkwasser vorgeschlagen.</p> <p>Dies sind wichtige Schritte. Aber wir sind noch weit von den Regulierungsmaßnahmen entfernt, die zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt erforderlich sind. Gleichzeitig muss sich der Einsatz von Chemikalien im Sinne <a href="https://www.unep.org/explore-topics/chemicals-waste/what-we-do/policy-and-governance/green-and-sustainable-chemistry">grüner und nachhaltiger Chemie</a> viel systematischer auf innovative und zukunftssichere Lösungen für die nachhaltige Entwicklung konzentrieren.</p> <p>Es braucht also dringend Maßnahmen auf globaler Ebene - "business as usual" ist keine Option.</p> <p><strong>Was ist in Bonn zu erwarten?</strong></p> <p>Ziel der Bonner ICCM5 ist ein gestärkter globaler Rahmen für den verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien und Abfällen, so dass negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt minimiert werden. Seit seiner Einführung ist SAICM wegen seines umfassenden Geltungsbereichs und seines einzigartigen Sektor- und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/stakeholder">Stakeholder</a>-übergreifenden Charakters weithin anerkannt. Eine unabhängige Bewertung und UNEP’s „<a href="https://www.unep.org/explore-topics/chemicals-waste/what-we-do/policy-and-governance/global-chemicals-outlook">Global Chemicals Outlook II</a>“ haben jedoch gezeigt, dass die Ziele noch nicht erreicht wurden.</p> <p>Obwohl der verantwortungsvolle Umgang mit Chemikalien und Abfällen (<a href="https://www.unep.org/explore-topics/chemicals-waste">SMCW</a>) für eine nachhaltige Entwicklung von zentraler Bedeutung ist, erhält der Prozess bei weitem nicht die öffentliche und politische Aufmerksamkeit, die er benötigt - im Gegensatz zu dem von der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (<a href="https://unfccc.int/">UNFCCC</a>) eingeleiteten Prozess zur Bekämpfung des Klimawandels. Dieser führte 2015 zum Pariser Abkommen, einem internationalen rechtsverbindlichen Vertrag mit dem Ziel des Klimaschutzes.</p> <p>Die Erwartungen an die ICCM5 lassen sich – sehr vereinfacht - aus Sicht des Umweltbundesamts so beschreiben:</p> <ul> <li>Ziele klarer definieren,</li> <li>Erfolge messbar machen,</li> <li>mehr Verbindlichkeit unter den Teilnehmerstaaten schaffen, und</li> <li>vor allem Entwicklungsländer institutionell, fachlich und finanziell unterstützen, mehr Sicherheit und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nachhaltigkeit">Nachhaltigkeit</a> im Umgang mit Chemikalien und Abfällen zu erreichen.</li> </ul> <p>Fortschritte an diesen Fronten sind die Voraussetzung dafür, im Anschluss an die Konferenz konkrete Maßnahmen entwickeln und deren Umsetzung überprüfen zu können. Die Bewältigung der globalen Chemikalienkrise wird gleichzeitig dazu beitragen, alle Ziele für nachhaltige Entwicklung (<a href="https://www.un.org/sustainabledevelopment/">Sustainable Development Goals - SDGs</a>) zu erreichen.</p> <p>Die ICCM5 ist eine Gelegenheit, die Chemikalienthematik breiter in die Öffentlichkeit zu bringen und höher auf die politische Agenda zu setzen. Die Zukunft eines nachhaltigen und sicheren Umgangs mit Chemikalien hängt von den Ergebnissen in Bonn ab!</p> </p><p>Informationen für...</p>
| Organisation | Count |
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| Bund | 15 |
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| Weitere | 213 |
| Wissenschaft | 83 |
| Zivilgesellschaft | 30 |
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| Förderprogramm | 238 |
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| License | Count |
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| Geschlossen | 80 |
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| andere | 2 |
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