10.000 Hektar Maßnahmenfläche in acht EU-Vogelschutzgebieten, knapp 19 Millionen Euro Projektvolumen und acht besonders gefährdete Zielarten: Mit dem LIFE-Projekt „Wiesenvögel NRW“ sichert Nordrhein-Westfalen zentrale Lebensräume für Uferschnepfe, Brachvogel, Rotschenkel, Kiebitz, Bekassine, Löffelente, Knäkente und Wiesenpieper. Beim Vor-Ort-Termin in der Hetter am Unteren Niederrhein zeigt das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) gemeinsam mit der Naturschutzstation Niederrhein wie diese Arbeit konkret aussieht: Wasser wird länger in der Landschaft gehalten, Grünland wird wiesenvogelfreundlich bewirtschaftet, offene Landschaften werden erhalten, Gelege werden geschützt und Besucherinnen und Besucher so gelenkt, dass Naturerleben möglich bleibt, ohne brütende Vögel zu stören. „Wiesenvogelschutz entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern auf der Fläche“, erklärte LANUK-Präsidentin Elke Reichert. „Die Zielarten dieses Projektes brauchen offene, feuchte bis nasse Grünlandlebensräume, eine angepasste Bewirtschaftung und möglichst wenig Störungen während der Brutzeit. Genau diese Bedingungen schaffen wir gemeinsam mit den Biologischen Stationen, der Landwirtschaft, der Jägerschaft, den Behörden und vielen ehrenamtlich Engagierten.“ Die Hetter ist Teil des EU-Vogelschutzgebietes Unterer Niederrhein. Das Gebiet zählt zu den wichtigsten Wiesenvogellandschaften Nordrhein-Westfalens. Zugleich zeigt sich hier besonders deutlich, warum der Schutz der Arten anspruchsvoll ist. Viele Wiesenvögel brüten am Boden. Ihre Eier und Küken sind dadurch gegenüber landwirtschaftlicher Bearbeitung, Trockenheit und Beutegreifern besonders empfindlich. Für Arten wie Uferschnepfe, Brachvogel oder Rotschenkel ist der Wasserhaushalt entscheidend: Nur in feuchten, weichen Böden finden Altvögel ausreichend Nahrung. Zugleich müssen die Flächen landwirtschaftlich nutzbar bleiben, damit durch Beweidung oder Mahd die offene, kurzrasige Struktur erhalten bleibt, die viele Wiesenvögel zur Brut benötigen. Im LIFE-Projekt wurden bis Ende 2025 landesweit bereits knapp 120 Hektar Flächen für den Naturschutz erworben. Hinzu kommen Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserhaushalts, darunter neu angelegte Senken, umgestaltete Gewässer, Grabenumgestaltungen, Grabenverschlüsse und Staueinrichtungen. Landesweit wurden 24 Senken neu angelegt, 36 Gewässer umgestaltet und 8,5 Kilometer Gräben umgestaltet. Außerdem wurden Gehölze, alte Zäune und weitere störende Strukturen entfernt, um den offenen Landschaftscharakter zu stärken. Auf rund 13 Hektar wurde Grünland aufgewertet oder durch Mahdgutübertragung neu entwickelt; weitere Flächen sind geplant. „Das Projekt zeigt, dass moderner Artenschutz viele Partner braucht“, sagte Reichert. „Wir schützen nicht nur einzelne Vogelarten, sondern entwickeln ganze Lebensräume weiter. Davon profitieren Wiesenvögel, Insekten, Pflanzen und letztlich auch die Menschen, die diese Kulturlandschaft erleben und erhalten wollen.“ Ein weiterer Baustein ist der Schutz der Gelege und Jungvögel. Während der Brutzeit werden in Projektgebieten jährlich mehr als 13 Kilometer Elektrozäune eingesetzt, 2026 kamen weitere 8 km hinzu. Diese Zäune halten Bodenbeutegreifer von besonders wichtigen Brutflächen fern und verbessern die Chancen, dass Eier ausbrüten und Jungvögel flügge werden. Ergänzend werden in den Projektgebieten Managementkonzepte zum Umgang mit Beutegreifern umgesetzt. Die Arbeit erfolgt in enger Abstimmung mit den Gebietsbetreuungen und der örtlichen Jägerschaft. Besonders beim Kiebitz spielt auch der Schutz außerhalb klassischer Naturschutzflächen eine große Rolle. Die Art brütet häufig auf Ackerflächen. Dort können Nester durch landwirtschaftliche Bearbeitung gefährdet werden. In mehreren Projektgebieten unterstützen geschulte Ehrenamtliche die Biologischen Stationen dabei, Gelege zu finden, zu markieren und in Abstimmung mit den Bewirtschaftenden zu schützen. In der bisherigen Projektlaufzeit konnten so mehr als 1.200 Nester geschützt werden; bei rund zwei Dritteln davon wurde ein Schlupferfolg nachgewiesen. Der Untere Niederrhein ist nicht nur Brutgebiet, sondern auch Rast- und Überwinterungsgebiet für viele Vogelarten. Seine Feuchtwiesen, Auen, Altgewässer und Grünlandbereiche sind Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Im LIFE-Projekt werden die Maßnahmen wissenschaftlich begleitet. Brutbestände sowie Schlupf- und Bruterfolg werden regelmäßig erfasst, Rastvögel gezählt und Veränderungen in Wasserhaushalt und Offenlandcharakter dokumentiert. Diese Daten sollen helfen, Maßnahmen laufend anzupassen und den Wiesenvogelschutz in Nordrhein-Westfalen dauerhaft wirksamer zu machen. Das LIFE-Projekt „Wiesenvögel NRW“ läuft seit Oktober 2020 und derzeit bis Dezember 2027; eine Verlängerung bis Dezember 2028 ist geplant. Projektträger ist das LANUK. Partner sind die niederländische vogelkundliche Organisation SOVON und zehn Biologische Stationen: Finanziert wird das Projekt durch die Europäische Union über das Förderinstrument LIFE und durch das Land Nordrhein-Westfalen. Das Gesamtbudget liegt bei knapp 19 Millionen Euro, davon stammen rund 11,4 Millionen Euro aus EU-Mitteln und rund 7,5 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen. https://www.life-wiesenvoegel.nrw.de zurück
Die Pegelmessstelle Opladen (ID: 608) befindet sich am Gewässer Wupper im Flusseinzugsgebiet Niederrhein. Die Messstelle dient zur Messung des Wasserstands.
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Etwa 20 km vor der deutsch-niederländischen Grenze fließt der Niederrhein von Süden in einer scharfen Kurve nach Westen. Am Ende dieses Reeser Rheinbogens liegt bei Rhein-km 837 die kleine namensgebende Stadt Rees unmittelbar am rechten Flussufer. Die Stadtmauern widerstehen hier seit Jahrhunderten den Fluten des Stroms. Wegen des eingeengten Flussquerschnitts haben insbesondere extreme Hochwasser in der Vergangenheit eine tiefe Erosion der Rheinsohle von mehreren Metern verursacht. Ein im Jahr 1998 begonnener Kolkverbau verhindert die weitere Tiefenerosion. Aber um das Problem nachhaltig zu beherrschen, hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) bereits in den 1990er-Jahren mit der Planung einer Flutmulde begonnen. Die Planungsarbeiten für die Flutmulde erstreckten sich über nahezu zwei Jahrzehnte und wurden durch umfangreiche Modelluntersuchungen der BAW begleitet. Zu Beginn der 1990er-Jahre galt es zunächst, aus verschiedenen möglichen Varianten den optimalen Korridor für die Trassierung der Flutmulde auszuwählen. Die nun im Bau befindliche Flutmulde durchsticht den Reeser Rheinbogen mit einer Breite von 150 m bis 180 m linksrheinisch auf einer Länge von rund 3 km. Der Rhein erhält dadurch einen gewaltigen Nebenarm, der ab einem Wasserstand von 80 cm über Mittelwasser zur Entlastung des Hauptstroms führt. Der Zustrom zur Flutmulde wird durch eine stromaufwärts gelegene Überlaufschwelle geregelt. Bei extremem Hochwasser steigt der Abfluss durch die Flutmulde auf rund 18 % des Gesamtabflusses im Rhein an. Hierdurch wird die Erosion in diesem Rheinabschnitt vor den Stadtmauern von Rees deutlich gemindert. Außerdem wird bei extremen Hochwasserereignissen der Wasserspiegel um etwa 10 cm abgesenkt. Die Baukosten liegen bei 50 Millionen Euro, an denen sich das Land Nordrhein-Westfalen mit 4 Millionen Euro beteiligt. Neben der hydraulischen Funktion mussten insbesondere ökologische Vorgaben berücksichtigt werden, um die ökologisch hochsensiblen Naturräume nicht zu beeinträchtigen. Denn die Flutmulde liegt nicht nur in einem Landschaftsschutzgebiet des Kreises Kleve und einem Naturschutzgebiet des Kreises Wesel, welches zwei Fauna-Flora-Habitat-Areale beinhaltet, sondern gehört auch zum EU-Vogelschutzgebiet und dem 'Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung Unterer Niederrhein' (RAMSAR-Konvention, UNESCO). Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, wird die Flutmulde naturnah gestaltet, soweit dies mit der wasserbaulichen Funktion und der Standsicherheit des Bauwerks vereinbar ist. So werden im Umfeld der Nebenrinne Feuchtwiesen geschaffen und die Ufer durch die initiale Anpflanzung von Röhricht in ingenieurbiologischer Bauweise gesichert. Text gekürzt
Seit den 1930er-Jahren wurde im Raum Duisburg/Wesel der Steinkohlenbergbau auch unter dem Rheinstrom und seinen Vorländern betrieben. In Duisburg befindet sich das Bergwerk Walsum, dessen regelmäßiger Förderbetrieb im Jahr 1936 aufgenommen wurde. Die maximale Jahresförderung von ca. 3,4 Mio. t Steinkohle erbrachte die Zeche mit knapp 4.600 Beschäftigten im Jahr 1984. Als Folge des Untertagebaus traten im Bereich Walsum (Rhein-km 793 bis 798) Geländesenkungen von bis zu 9 m auf, die durch eine Anpassung der Bauwerke und durch Sohlaufhöhungen im Hauptstrom kompensiert wurden. Im Bereich der Rheinaue ist nun allerdings eine Ausuferung bereits ab mittleren Abflüssen zu beobachten. Diese lokalen Veränderungen der Abflussdynamik und des Sedimenttransportvermögens bergen die Gefahr von Anlandungen im Hauptstrom, welche die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs negativ beeinflussen können. Die Auswertung aktueller Peildaten lässt Anlandungstendenzen im Streckenbereich zwischen Walsum und Stapp erkennen. Mitte 2008 wurde, entgegen der ursprünglichen Planung, der Bergbau im Grubenfeld Walsum eingestellt und die Zeche stillgelegt. Der Beschluss zur Stilllegung war für die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) Anlass, Prognosen zur Stabilität der Stromsohle in dem betroffenen Rheinabschnitt zu erstellen und erforderlichenfalls geeignete Maßnahmen einzuleiten. Bereits Mitte der 1970er-Jahre hatte die WSV begonnen, die bergsenkungsbedingten Massenverluste der Stromsohle durch die Verklappung von Waschbergematerial zu kompensieren. Insgesamt wurden 13,8 Mio. t dieses Nebenprodukts der Steinkohlengewinnung im Zeitraum von 1976 bis 2008 im Stromabschnitt zwischen Rhein-km 793 und 808 eingebaut. In einigen Bereichen des Streckenabschnitts beträgt die Mächtigkeit dieser Waschbergeschichten mehrere Meter. Laboruntersuchungen belegen, dass Waschbergematerial andere Materialeigenschaften aufweist und sich in seinem Verwitterungsverhalten von natürlichem Rheinkies unterscheidet. Mobilisiertes Waschbergematerial unterliegt auf der Gewässersohle Zerfallsprozessen, mit der Tendenz, relativ schnell zwischen den deutlich härteren Kiesfraktionen zerrieben, in Suspension überführt und schließlich aus der Strecke ausgetragen zu werden. Die Untersuchungen der BAW konzentrierten sich in einem ersten Schritt auf die Ermittlung der durch die Bergsenkungen verursachten Auswirkungen auf die Morphologie der Stromsohle im Bereich von Duisburg bis Wesel. Dabei kam ein zweidimensionales Feststofftransportmodell (2D-FTM) zum Einsatz. Für diese hydromorphologischen Betrachtungen war im Vorfeld der Aufbau eines historischen Geländemodells erforderlich, welches den Vorlandzustand des Untersuchungsgebiets vor Beginn der Bergbautätigkeiten erfasst. Dieses Geländemodell wurde mit Hilfe topografischer Karten der Preußischen Landesaufnahme aus dem Jahr 1892 erstellt.
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Bei zunehmender Stickstoffduengung auf Dauergruenland nimmt die Stickstoffausnutzung ab und damit die Gefahr einer Belastung des naturhaushalts, u.a. durch Nitrateintrag in das Grundwasser, zu. Beimischung von Weissklee in Nach- und Neuansaatmischungen fuer Dauergruenland koennen zu einer verringerung der Stickstoffduengermengen fuehren. Aus diesem Grund wird der Beitrag von Weissklee zur Ertragsbildung und Stickstoffversorgung von Gruenlandneuansaaten sowie die Moeglichkeit, Weissklee durch Nachsaat in bestehende Narben einzubringen, geprueft.
Auf einem Betrieb, der 1980 auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt wurde, werden Boeden zweimal jaehrlich auf ihre Aktivitaet untersucht. Folgende Methoden kommen dabei zur Anwendung: Gesamtkeimzahl, Azotobacterkeimzahl, Atmung, Dehydrogenaseaktivitaet, Zellulosezersetzung (seit 1985 Katalase und alk. Phosphatase). Eine Veraenderung der Aktivitaeten auf den einzelnen Standorten wurde bis jetzt nicht festgestellt.
Die RWE Generation SE, RWE Platz 3, 45141 Essen, hat bei der Bezirksregierung Düsseldorf als zuständiger Genehmigungsbehörde einen Antrag auf Erteilung einer Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb einer wasserstofffähigen GuD-Anlage am Standort 46562 Voerde (Niederrhein), Frankfurter Straße 424 (Gemarkung Möllen, Flur 2, Flurstücke 1587, 1633, 1825, 1895, 1896, 1897, 1898, 1900, 1901, 1902, 1915) gestellt. Das beantragte Vorhaben bedarf einer Genehmigung gemäß §§ 4, 6 BImSchG in Verbindung mit Nr. 1.1 des Anhangs 1 der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen (4. BImSchV). Zudem handelt es sich um eine Anlage nach Artikel 10 i.V.m. Nr. 1.1 des Anhang I der europäischen Industrie-Emissionsrichtlinie (2010/75/EU). Das Vorhaben ist darüber hinaus der Nummer 1.1.1 der Anlage 1 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) zuzuordnen. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wird für das Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Der vom Antragsteller hierzu vorgelegte UVP-Bericht ist Teil der Antragsunterlagen. Am Standort Voerde ist die Errichtung und der Betrieb einer wasserstofffähigen Gas- und Dampfturbinenanlage mit einer Feuerwärmeleistung von 1.600 Megawatt (thermisch) geplant (kurz: GuD-Anlage). In einer solchen Anlage werden eine Gasturbine und eine Dampfturbine technisch miteinander kombiniert, um mit einem hohen Wirkungsgrad und geringen Energieverlusten Strom zu erzeugen. Die geplante Anlage wird so ausgelegt, dass sie neben Erdgas auch bis zu 100 % Wasserstoff als Brennstoff einsetzen kann. Der Vorhabenstandort der geplanten Anlage liegt im Westen des wirksamen Bebauungsplans Nr. 150 „Energiepark Voerde“. Auf der Fläche befindet sich derzeit das im Rückbau befindliche Steinkohlekraftwerk Voerde. Der Standort ist im Wege der Regionalplanung und der Bauleitplanung unter anderem für die geplante Nutzung planerisch vorgesehen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 199 |
| Kommune | 8 |
| Land | 149 |
| Weitere | 36 |
| Wirtschaft | 6 |
| Wissenschaft | 38 |
| Zivilgesellschaft | 7 |
| Type | Count |
|---|---|
| Agrarwirtschaft | 4 |
| Chemische Verbindung | 3 |
| Daten und Messstellen | 17 |
| Ereignis | 2 |
| Förderprogramm | 139 |
| Lehrmaterial | 1 |
| Taxon | 41 |
| Text | 69 |
| Umweltprüfung | 62 |
| unbekannt | 55 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 168 |
| Offen | 174 |
| Unbekannt | 12 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 346 |
| Englisch | 44 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 9 |
| Bild | 10 |
| Datei | 5 |
| Dokument | 102 |
| Keine | 183 |
| Webseite | 99 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 212 |
| Lebewesen und Lebensräume | 354 |
| Luft | 140 |
| Mensch und Umwelt | 342 |
| Wasser | 192 |
| Weitere | 298 |