Über zwei Heizperioden hinweg sollen Daten über die baupraktische Leistungsfähigkeit von unbehandelten Holzspänen als Wärmedämmstoff erhoben werden. Im Vordergrund stehen dabei die Einbringqualität des Dämmmaterials, das mittelfristige Verhalten dieser Materialien hinsichtlich Setzung, das wärme- und feuchtetechnische Verhalten. Aus den in diesem Forschungsvorhaben ermittelten Daten werden Hinweise erwartet, in welcher Höhe der Zuschlag zu den Messwerten für die Wärmeleitfähigkeit unter realen Bedingungen gerechtfertigt erscheint und ob bei der gewählten Konstruktion auf den Einsatz von Schutzmitteln zur Vermeidung von Schimmelpilzwachstum gänzlich verzichtet werden kann. Zukünftige Produkte können auf der Grundlage der hier gewonnenen Erkenntnisse optimiert werden, lange bevor der zeit- und kostenaufwendige Weg des bauaufsichtlichen Zulassungsverfahrens begangen wird. Die losen, ungebundenen Untersuchungsmaterialien werden durch ihre Siebkennlinie und ihre Streudichte charakterisiert. Ferner werden diese Materialien mit Einblasgeräten in Wandbauteile verblasen und anschließend einem Vibrationstest unterzogen. Diese Tests dienen als Grundlage für die zu empfehlende Einbaudichte. Die Untersuchungen werden durch Wärmeleitfähigkeitsmessungen nach DIN 52612 und DIN 52616 und durch die Bestimmung der Sorptionseigenschaften ergänzt. Bei den 17 eingebauten Materialien werden im Bauteilquerschnitt die äußeren und inneren Oberflächentemperaturen, eine Wärmestromdichte und eine relative Luftfeuchte aufgenommen. Für ausgewählte Materialien werden zusätzlich die Temperaturprofile erstellt. Der Gebäudekomplex ist als Passivhaus konzipiert. Deshalb werden neben den meteorologischen Daten und der Raumluftzustände auch der Stromverbrauch, der Warmwasserenergieverbrauch und Daten zur Lüftungsanlage (z. B. Abluft-, Zulufttemperatur) erfasst. Einmalige Messungen hinsichtlich Luftdichtheit mit Hilfe der Blower-door-Technik und Thermographieaufnahmen runden das Messprogramm ab. Den Abschluss bildet eine Energiebilanzierung für die untersuchten Dämmstoffe, die einen Baustein auf dem Weg zu produktbezogenen Ökobilanzen liefert.
Unter dem Titel 'Wohnpark Altstadt' wird in Ostritz-St.Marientahl ein Vorhaben zur ganzheitlichen Siedlungsplanung verwirklicht. Es handelt sich um ein 4 Hektar umfassendes Neubaugebiet, das eine bestehende Luecke zwischen dem Altstadtbereich und vorgelagerten Bebauungsinseln aus den zwanziger bis siebziger Jahren diesen Jahrhunderts schliessen soll. In diesem Wohngebiet werden in hohem Masse Umweltaspekte beruecksichtigt. Ziel ist es, neue Impulse im Sinne einer ganzheitlich oekologisch orientierten Stadtplanung anzustossen und diesen Modellaspekt zu einem wirtschaftlich tragfaehigen Konzept in der Grenzregion zu entwickeln. Geplant ist eine Bebauung mit Einfamilien-, Doppel- und Reihenhaeusern, wobei max. 90 Wohneinheiten entstehen sollen. In einem ersten Bauabschnitt werden beispielhaft 8 Wohneinheiten realisiert. Oekologisch orientiertes Wohnen, verkehrsberuhigt im Gruenen und energieoptimiertes Bauen sind wesentliche Merkmale der Konzeption. Die Energieversorgung ist z.B. mit Fernwaerme vorgesehen. Fuer die einzelnen Gebaeude werden Energiekennzahlen sowie ein Gebaeudepass erstellt. Die Haeuser sollen als Niedrigenergiehaeuser mit einem spezif. Heizwaermebedarf zwischen 30 - 78 KWh/m2x a ausgefuehrt werden. Neben dem Verbot bestimmter Baustoffe wird ein Buch mit Baukasten ausgearbeitet, um Bauherren erstmals eine Alternative zu Fertighausanbietern in der Region zu bieten. Ferner enthaelt das Konzept Regelung zum Wasser- und Abwassermanagement (Minimierung der Versiegelung, Grauwasserkreislaeufe, Grundwasserneubildung durch Regenwasserversickerung) sowie zur Freiflaechengestaltung. Die Realisierung des Vorhabens wird insbesondere lokale Kraefte wie Architekten, Landschaftsplaner und Handwerksbetrieabe einbinden. Zur Zeit sind 6 Optionsflaechen an Bautraeger zur Vermarktung uebergeben.
Im Bereich Stadtentwicklung wird das Ziel der nachhaltigen Entwicklung bereits auf vielen Ebenen verfolgt. Doch überwiegend bislang jene Beispiele, in denen innovative Konzepte lediglich in Teilbereichen verwirklicht werden. Der integrative Ansatz, der möglichst alle Lebensbereiche und Akteure einbezieht, bleibt die Ausnahme. Ziel dieses Vorhabens ist es, der Idee einer ganzheitlich orientierten Stadtentwicklung zu weiterer Verbreitung zu verhelfen. Mittel hierfür ist die Aktualisierung und Überarbeitung des 'Handbuch Vauban' sowie die Herausgabe in gebundener Form in Kooperation mit dem Öko-Institut unter dem Titel 'Nachhaltige Stadtentwicklung': Ein Praxishandbuch am Beispiel von Freiburg Vauban'. Auf Basis des bestehenden 'Handbuch für Vauban' wird ein Text erarbeitet, der in 7 Kapiteln die Fragen nachhaltiger Stadtplanung praxisnah aufarbeitet. Folgende Kapitel sind vorgesehen: Bürgerbeteiligung, Leben im öffentlichen Raum, Bauen, Natur in der Stadt, Mobilität, Energie, Wasser und Abfall. Aufbau der Kapitel: Einführung in das jeweilige Thema, Relevanz und Problemstellung, Begriffe, neue Konzepte, Praxisbeispiele aus Vauban, modellhafte Maßnahmen/Referenzprojekte außerhalb Freiburgs. Der Anspruch geht über eine Einführung hinaus, vielmehr soll über die beispielhaften Maßnahmen ein gutes Verständnis vermittelt werden. Besonders mit den Themen Bürgerbeteiligung und ganzheitlicher Ansatz geht das Handbuch über technisch orientierte Werke hinaus und weist neue Wege. Phase 1 (November '98 bis Februar '99): Inhaltliche Überarbeitung und Ergänzung des Ausgangstextes. Bis Mitte Januar '99 werden die bestehenden Texte des 'Handbuch für Vauban' aktualisiert und ergänzt. Wichtige Erweiterungen im Kapitel Bauen erbringt das Öko-Institut. Für Nach- und Neurecherchen ausgewählter Referenzprojekte außerhalb Freiburgs werden Werkverträge vergeben. Dipl.-Ing. Carsten Sperling ist verantwortlich für die Gesamtredaktion. Das Öko-Institut ist in die Endredaktion im Februar 1999 eng eingebunden. Phase 2 (März '99 bis Mai '99): Satz und Layout, Herstellung des Handbuchs Dipl.-Ing. Carsten Sperling wird Satz, Layout und Druckvorbereitung bis Ende März durchführen sowie Abbildungsrechte abklären. Im April '99 erfolgt die Drucklegung. Im Anschluss daran werden Maßnahmen zur Verbreitung des Buches durchgeführt (Rezensionen, Direktmailing).