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Partielle Sonnenfinsternis am 12.08.2026 – Tipps für Sonnengucker

Partielle Sonnenfinsternis am 12.08.2026 – Tipps für Sonnengucker Am 12.08.2026 ab etwa 19:00 Uhr ist unter anderem in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen: größte Sonnenbedeckung in Freiburg bei 90 Prozent. Vermeiden Sie unbedingt den direkten Blick in die Sonne mit ungeschützten Augen. Die Netzhaut kann in kürzester Zeit stark geschädigt werden. Beobachten Sie das Naturschauspiel nur mit speziell dafür geeigneten Brillen oder anderem wirkungsvollen Schutz. Quelle: HaiGala/stock.adobe.com Eine Sonnenfinsternis zu beobachten, ist ein besonderes Erlebnis. Am 12. August 2026 ab etwa 19:00 Uhr ist es wieder so weit. Unter anderem in Deutschland ist eine partielle (teilweise) Sonnenfinsternis zu sehen. Der Mond schiebt sich dann vor einen Teil der Sonne. Die Bedeckung der Sonnenfläche liegt zwischen 90 Prozent in Freiburg und 85 Prozent in Berlin. Da die Finsternis in die Zeit des Sonnenuntergangs fällt, kann sie vielerorts besonders eindrucksvoll erscheinen. Wie kann ich die Sonnenfinsternis ohne Gefährdung beobachten? Wer das Naturphänomen live verfolgen möchte, sollte unbedingt seine Augen schützen. Als sicherste Methode zur Sonnenbeobachtung gilt die indirekte Betrachtung mittels Projektionsmethode durch eine Lochkamera (Camera obscura) auf einen Schirm. Aber auch spezielle, für die Sonnenbeobachtung geeignete Schutzbrillen kommen in Frage. Geeignete Filter und Folien, zum Beispiel in Form der häufig angebotenen Folienbrillen weisen eine optische Dichte von ≥ 5 auf. Das bedeutet, dass maximal ca. 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchgelassen wird. Diese Anforderung geht über die Filtereigenschaften normaler Sonnenbrillen weit hinaus. Quelle: Lost_in_the_Midwest/stock.adobe.com Achten Sie bei einer Sonnenfinsternis-Brille auf diese Eigenschaften Die Schutzbrille ist gemäß den gültigen EU -Normen als sicher für den direkten Blick in die Sonne gekennzeichnet und mit dem CE-Symbol versehen. Die aktuell gültige Norm ist DIN EN ISO 12312-2:2015. Benutzungs- und Warnhinweise sind vorhanden. Die Schutzbrille ist intakt. Bei Folienbrillen darf die Folie keine Kratzer, Löcher und Risse am Übergang zwischen Filterfolie und Pappe oder sonstige Beschädigungen aufweisen. Beschädigte Brillen dürfen keinesfalls verwendet werden. Eine gute Schutzbrille verfügt über extrabreite Bügel und liegt gut am Gesicht an, um den Einfall von Streustrahlung ins Auge zu reduzieren. Warum ist guter Schutz für die Augen so wichtig? Bei einem ungeschützten Blick in die Sonne treffen UV -Strahlung, sichtbares Licht und Infrarotstrahlung mit sehr hoher Intensität auf die empfindlichen Strukturen des Auges. Zwar wird die UV -Strahlung – mit Ausnahme eines geringen Anteils der UV -A-Strahlung – von den vorderen Augenmedien wie Hornhaut und Linse absorbiert. Sichtbares Licht und nahes Infrarot ( IR -A-Strahlung) hingegen erreichen die Netzhaut. Hier sitzen die für den Sehvorgang nötigen Rezeptoren. Ein Blick in die Sonne kann die Netzhaut in kürzester Zeit so schädigen, dass das Sehvermögen bleibend eingeschränkt wird oder sogar ganz verloren geht. Das Tückische dabei: Es gibt kein Warnsignal. Netzhautschäden lösen keinen akuten Schmerz aus. Wenn die Schädigung des Sehvermögens bemerkt wird, ist es schon zu spät. Die Schäden sind vorhanden und heilen nicht mehr. Das ist besonders gefährlich Hochgefährlich ist auch die direkte Beobachtung der Sonne durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras. Diese Geräte bündeln die Sonnenstrahlen zusätzlich. Im Fachhandel werden spezielle Filteraufsätze oder Folien angeboten. Die Filter müssen vor der Optik des entsprechenden Geräts angebracht werden. Keine Schutzmittel "Marke Eigenbau" : "Hausmittel" wie rußgeschwärzte Gläser, schwarze Filmstreifen, CDs oder Ähnliches sind zur Sonnenbeobachtung ungeeignet und gefährlich! Vorsicht: Normale Sonnenbrillen sind zur Sonnenbeobachtung nicht geeignet und dürfen nicht verwendet werden. Stand: 25.05.2026

Pflanzenschutz im Ziergarten

<p> So haben Sie viel Freude an Ihrem Ziergarten <ul> <li>Pflanzen Sie widerstandsfähige, einheimische und nützlingsfreundliche Arten und Sorten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig unterstützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p>Im Ziergarten, das liegt in der Natur der Sache, geht es in erster Linie um die Optik. Dennoch ist beim Gärtnern Toleranz angebrachter als Perfektionismus. Blattläuse, beispielsweise, mögen optisch störend wirken, die befallenen Pflanzen schwächen sie jedoch nur, wenn sie in großer Zahl über einen längeren Zeitraum auftreten. Und, ohne "Schädlinge" wie Blattläuse und "Unkräuter" wie Brennnesseln wäre der Garten für die hübschen Marienkäfer genauso unattraktiv wie für zahlreiche Schmetterlingsarten. Die Natur ist kein steriler Ort, sondern Lebensraum für viele Bewohner. Konkrete Tipps, wie Sie Nützlinge in Ihren Garten locken, finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</p> <p><strong>Vorbeugen ist einfacher als heilen: </strong>Gegen viele Schädlinge und Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich dazu in Fachmedien und im Fachhandel (z.B. Gärtnereien).</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Nutzen Sie entsprechende Apps, die Sie bei der Planung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Wechseln Sie die Standorte einjähriger Zierpflanzen regelmäßig.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Schadorganismen und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am ⁠Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie Ihren Boden stets bedeckt B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Ärgernisse im Ziergarten <p>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57315">Unkräutern</a>.</p> <p><strong>Rose – Königin der Blumen: </strong>Rosen zählen, aufgrund ihrer attraktiven Blüten und dem intensiven Duft, zu den beliebtesten Zierpflanzen. Sie brauchen einen sonnigen Platz und genügend Abstand untereinander. Pflanzen Sie Rosen nicht dort, wo vorher schon Rosen standen, das kann zu Kümmerwuchs führen. Achten Sie beim Kauf auf das <a href="https://www.adr-rose.de/adr-was-ist-das/">ADR-Gütezeichen</a>, welches besonders gesunde Rosensorten auszeichnet. Bei der "Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung" (ADR) bewertet ein Gremium von Experten neue Rosensorten auf Kriterien wie Blattgesundheit, Winterhärte, Wüchsigkeit und Reichblütigkeit. Bevorzugen Sie beim Kauf grundsätzlich insektenfreundliche Rosensorten. Solche Sorten sind wertvolle Pollenlieferanten für Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Im Herbst bilden sie zudem Hagebutten, welche Vögeln als Winterfutter dienen. Rosen haben tiefe Wurzeln und können somit heißtrockene Sommer relativ gut überstehen. Wenn Sie Rosen in Gefäße pflanzen, müssen Sie auf ausreichende Tiefe achten, damit die Wurzeln darin genügend Platz finden. Rosen im Topf sind grundsätzlich empfindlicher als im Freiland. Achten Sie bei Topfpflanzen deshalb besonders auf eine gute Pflege.</p> <p>Pilzinfektionen, wie z.B. Echter Mehltau, Rosenrost, Grauschimmel und Sternrußtau, gehören zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Die meisten Pilzerreger treten in niederschlagsreichen Sommern auf, Echter Mehltau dagegen braucht trockenes, sonniges <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Das Trockenhalten der Blätter beugt Pilzkrankheiten vor. Gießen Sie Rosen deshalb nur am Wurzelbereich und vermeiden Sie Spritzwasser. Wählen Sie einen luftigen Standort, so dass die Blätter nach einem Regen schnell abtrocknen können. Befallene Pflanzenteile sollten Sie abschneiden und entsorgen. Düngen Sie Rosen maßvoll mit Kompost. Meiden Sie synthetischen Stickstoff, dieser macht das Pflanzengewebe weich und krankheitsanfällig. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt festigen das Gewebe und erhöhen die Widerstandkraft der Pflanze. Auch Grundstoffe wie Lecithin oder Kuhmilch unterstützen die natürliche Abwehr von Pilzkrankheiten.</p> <strong>Galerie: Rosen: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/adr-logo-quer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/em10rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/rost13rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/botrytis07rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/black_spot.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>Buchsbaum – gut in Form: </strong>In Gärten ist der Buchsbaum als dichte Hecke oder als Formschnittgehölz weit verbreitet. Seine heimische Wildform ist jedoch nur noch selten zu finden. Als Frühblüher liefert er wertvollen Nektar und Pollen für Wildbienen. Buchsbäume brauchen einen halbschattigen, luftigen Standort. Je weniger Einzelpflanzen auf einer Fläche vorhanden sind, desto besser ist das für deren Gesundheit. Je mehr und je dichter die Pflanzen stehen, z.B. bei Hecken und Beeteinfassungen, desto leichter übertragen sich Schädlingsbefall und Pilzinfektionen.</p> <p>Der bekannteste Schädling am Buchsbaum ist der Buchsbaumzünsler. Der aus Ostasien eingeschleppte Kleinschmetterling breitet sich seit 2007 in Deutschland kontinuierlich aus. Anfangs hatte der Zünsler hier keine natürlichen Feinde, aber inzwischen sind einige Tiere auf den Geschmack gekommen. Spatzen, Rotschwänze und Kohlmeisen haben die Raupen als proteinreiche Nahrung für sich entdeckt. Auch Spitzmäuse suchen nachts im Inneren der Buchsbäume nach den Raupen. Fördern Sie solche Nützlinge mit Wasserstellen und Nistmöglichkeiten. Damit der Schädlingsbefall gar nicht erst überhandnimmt, sollten Sie Ihre Buchsbäume schon im zeitigen Frühjahr auf Raupen kontrollieren. Die ersten Raupen finden Sie im geschützten inneren Pflanzenbereich. Solange der Befall noch gering ist, können Sie mit einfachen Maßnahmen gegenwirken. Einzelne Raupen können abgesammelt und befallene Pflanzenteile abgeschnitten werden. Gegebenenfalls können die Raupen auch mit einem Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger weggespritzt werden. Ist der Buchsbaum jedoch schon stark abgefressen, sollten Sie ihn großzügig zurückschneiden. Dann erholt er sich und treibt wieder neu aus. Die befallenen Pflanzenteile müssen gut verpackt im Hausmüll entsorgt werden, damit sich der Zünsler nicht weiter ausbreitet.</p> <p>Buchsbaumkrebs und Buchsbaumsterben sind weitere typische Erkrankungen des Buchsbaums. Beide werden durch Pilzinfektionen verursacht. Um einem Pilzbefall vorzubeugen sollten Buchsbäume nur von unten gegossen werden. Buchsbäume in Pflanzgefäßen sollten idealerweise unter ein Dach gestellt werden. Vermeiden Sie zudem Staunässe. Befallene Triebe sollten Sie großzügig zurückschneiden und über den Hausmüll entsorgen.</p> <p>Sind Ihre Buchsbäume nicht mehr zu retten, sollten sie durch andere einheimische und vogelfreundliche Gehölze ersetzt werden. Beispielsweise werden die Beeren von Liguster und Berberitze im Herbst von vielen Vogelarten gern verspeist. Liguster und Berberitze sind ähnlich gut schnittverträglich wie Buchsbaum und bieten aufgrund ihres dichten Wuchses viele Nistmöglichkeiten.</p> <strong>Galerie: Buchsbaum: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/raupe_des_buchsbaumzuensler_cydalima_perspectalis_11.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/buxus_volutella_-jki_werres_img_8287.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/cylindrocladium-buxus-424-07-2gh_0.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>Rostpilze an Malven: </strong>Rostpilze sind weit verbreitet und befallen neben Malven, Rosen und Geranien auch zahlreiche andere Nutz- und Zierpflanzen. Die meisten Rostpilze sind auf eine oder einige wenige Pflanzenarten spezialisiert. Das ist von Vorteil, denn so kann sich der Pilz nicht auf andere Pflanzenarten ausbreiten. Zu solchen Rost-Arten ohne Wirtswechsel gehört auch der Malvenrost, der Rosenrost und der Geranienrost. Rostpilze sind leicht zu erkennen an den rostbraunen Flecken, die sich an Blättern und Stängeln ausbilden. Stark befallene Blätter vergilben und fallen ab. Das ist ein optisches Ärgernis, stellt aber für Malven, Rosen und Geranienpflanzen kein wirkliches Problem dar. Befallene Blätter sollten Sie absammeln und über den Hausmüll entsorgen. Vorbeugend gegen Rostpilze können <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt eingesetzt werden. Malven lieben sonnige Standorte, ein solcher Standort schützt auch vor Pilzbefall. Malven blühen ab dem zweiten Standjahr intensiv, was viele Insekten anlockt. Malvenrost befällt jedoch insbesondere die älteren Pflanzen, deshalb sollten die betroffenen Malven nach dem zweiten Standjahr entfernt werden. Die neuen Pflanzen sollten Sie nicht an denselben Standort setzen, an dem vorher schon Malven standen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/malvenrost_congerdesign_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Malvenrost (Puccinia malvacearum) an der Blattunterseite </strong> Quelle: congerdesign / pixabay <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Bevorzugen Sie auch im Ziergarten grundsätzlich heimische Pflanzenarten und Sorten, die für Insekten, Vögel und Fledermäuse nützlich sind. Viele Blumen blühen zwar hübsch, sind aufgrund ihrer gefüllten Blüten aber völlig wertlos für Insekten. Achten Sie deshalb beim Kauf von beispielsweise Dahlien, Chrysanthemen, Tulpen und Pfingstrosen auf Sorten mit un-gefüllten Blüten. Oder wählen Sie gleich insektenfreundlichere Arten wie Kapuzinerkresse, Ringelblume und Lavendel. Meiden Sie ökologisch "wertlose" Pflanzen wie beispielsweise Forsythien, Thuja, Bambus, Geranien (Pelargonien) und Gartenstiefmütterchen. Pflanz-Empfehlungen finden Sie z.B. im <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">Lexikon für bienenfreundliche Pflanzen des Bundeslandwirtschaftsministeriums</a>, im <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/artikel/wildbienenfreundliche-pflanzen">Blühkalender der Deutschen Wildtierstiftung</a> oder beim <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">Naturschutzbund Deutschland</a>. Übrigens, „Unkräuter“ wie Löwenzahn, Wegwarte und Steinklee übertrumpfen, was Pollen- und Nektargehalt angeht, die Zierpflanzen um ein Vielfaches!</p> <p>Meiden Sie <a href="https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html">invasive, nicht-heimische Pflanzenarten</a>. Seit 2015 gilt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN">Verordnung (EU) Nr. 1143/2014</a> über invasive Arten, inklusive der sogenannten <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html">Unionsliste</a>. Alle darin genannten Arten (z.B. Götterbaum, Riesenbärenklau, Afrikanisches Lampenputzergras) dürfen nicht gepflanzt, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht oder in die Umwelt freigesetzt werden. <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-19-management.html">HIER</a> finden Sie Informationen zu den notwendigen Maßnahmen, um gegen solche Pflanzenarten vorzugehen. Viele weitere, in Gärten beliebte, invasive Pflanzenarten (z.B. Kirschlorbeer, Rhododendron, Mahonie, Essigbaum, Sommerflieder und Kanadische Goldrute) stehen (noch) nicht in der Unionsliste. Wenn Sie solche Pflanzen bereits im Garten haben, sollten Sie diese zumindest im Wachstum einschränken. Vermeiden Sie auch deren weitere Ausbreitung, indem Sie beispielsweise die Blütenstände abschneiden. Bei Neupflanzungen sollten Sie invasive Pflanzenarten unbedingt durch heimische, nützliche Arten ersetzen. Entsorgen Sie Pflanzenteile invasiver Arten nicht auf dem Kompost und auf keinen Fall in der freien Natur. Letzteres ist übrigens für jegliche Gartenabfälle verboten, unabhängig davon, ob es invasive Pflanzen sind. Wer so etwas trotzdem tut, riskiert ein Bußgeld.</p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel nur im Notfall:</strong> Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Orangenöl: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen wie die des Buchsbaumzünslers.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> So haben Sie viel Freude an Ihrem Ziergarten <ul> <li>Pflanzen Sie widerstandsfähige, einheimische und nützlingsfreundliche Arten und Sorten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig unterstützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Im Ziergarten, das liegt in der Natur der Sache, geht es in erster Linie um die Optik. Dennoch ist beim Gärtnern Toleranz angebrachter als Perfektionismus. Blattläuse, beispielsweise, mögen optisch störend wirken, die befallenen Pflanzen schwächen sie jedoch nur, wenn sie in großer Zahl über einen längeren Zeitraum auftreten. Und, ohne "Schädlinge" wie Blattläuse und "Unkräuter" wie Brennnesseln wäre der Garten für die hübschen Marienkäfer genauso unattraktiv wie für zahlreiche Schmetterlingsarten. Die Natur ist kein steriler Ort, sondern Lebensraum für viele Bewohner. Konkrete Tipps, wie Sie Nützlinge in Ihren Garten locken, finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</p> <p><strong>Vorbeugen ist einfacher als heilen: </strong>Gegen viele Schädlinge und Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich dazu in Fachmedien und im Fachhandel (z.B. Gärtnereien).</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Nutzen Sie entsprechende Apps, die Sie bei der Planung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Wechseln Sie die Standorte einjähriger Zierpflanzen regelmäßig.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Schadorganismen und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am ⁠Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie Ihren Boden stets bedeckt B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Ärgernisse im Ziergarten <p>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57315">Unkräutern</a>.</p> <p><strong>Rose – Königin der Blumen: </strong>Rosen zählen, aufgrund ihrer attraktiven Blüten und dem intensiven Duft, zu den beliebtesten Zierpflanzen. Sie brauchen einen sonnigen Platz und genügend Abstand untereinander. Pflanzen Sie Rosen nicht dort, wo vorher schon Rosen standen, das kann zu Kümmerwuchs führen. Achten Sie beim Kauf auf das <a href="https://www.adr-rose.de/adr-was-ist-das/">ADR-Gütezeichen</a>, welches besonders gesunde Rosensorten auszeichnet. Bei der "Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung" (ADR) bewertet ein Gremium von Experten neue Rosensorten auf Kriterien wie Blattgesundheit, Winterhärte, Wüchsigkeit und Reichblütigkeit. Bevorzugen Sie beim Kauf grundsätzlich insektenfreundliche Rosensorten. Solche Sorten sind wertvolle Pollenlieferanten für Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Im Herbst bilden sie zudem Hagebutten, welche Vögeln als Winterfutter dienen. Rosen haben tiefe Wurzeln und können somit heißtrockene Sommer relativ gut überstehen. Wenn Sie Rosen in Gefäße pflanzen, müssen Sie auf ausreichende Tiefe achten, damit die Wurzeln darin genügend Platz finden. Rosen im Topf sind grundsätzlich empfindlicher als im Freiland. Achten Sie bei Topfpflanzen deshalb besonders auf eine gute Pflege.</p> <p>Pilzinfektionen, wie z.B. Echter Mehltau, Rosenrost, Grauschimmel und Sternrußtau, gehören zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Die meisten Pilzerreger treten in niederschlagsreichen Sommern auf, Echter Mehltau dagegen braucht trockenes, sonniges <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Das Trockenhalten der Blätter beugt Pilzkrankheiten vor. Gießen Sie Rosen deshalb nur am Wurzelbereich und vermeiden Sie Spritzwasser. Wählen Sie einen luftigen Standort, so dass die Blätter nach einem Regen schnell abtrocknen können. Befallene Pflanzenteile sollten Sie abschneiden und entsorgen. Düngen Sie Rosen maßvoll mit Kompost. Meiden Sie synthetischen Stickstoff, dieser macht das Pflanzengewebe weich und krankheitsanfällig. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt festigen das Gewebe und erhöhen die Widerstandkraft der Pflanze. Auch Grundstoffe wie Lecithin oder Kuhmilch unterstützen die natürliche Abwehr von Pilzkrankheiten.</p> <strong>Galerie: Rosen: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/adr-logo-quer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/em10rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/rost13rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/botrytis07rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/black_spot.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>Buchsbaum – gut in Form: </strong>In Gärten ist der Buchsbaum als dichte Hecke oder als Formschnittgehölz weit verbreitet. Seine heimische Wildform ist jedoch nur noch selten zu finden. Als Frühblüher liefert er wertvollen Nektar und Pollen für Wildbienen. Buchsbäume brauchen einen halbschattigen, luftigen Standort. Je weniger Einzelpflanzen auf einer Fläche vorhanden sind, desto besser ist das für deren Gesundheit. Je mehr und je dichter die Pflanzen stehen, z.B. bei Hecken und Beeteinfassungen, desto leichter übertragen sich Schädlingsbefall und Pilzinfektionen.</p> <p>Der bekannteste Schädling am Buchsbaum ist der Buchsbaumzünsler. Der aus Ostasien eingeschleppte Kleinschmetterling breitet sich seit 2007 in Deutschland kontinuierlich aus. Anfangs hatte der Zünsler hier keine natürlichen Feinde, aber inzwischen sind einige Tiere auf den Geschmack gekommen. Spatzen, Rotschwänze und Kohlmeisen haben die Raupen als proteinreiche Nahrung für sich entdeckt. Auch Spitzmäuse suchen nachts im Inneren der Buchsbäume nach den Raupen. Fördern Sie solche Nützlinge mit Wasserstellen und Nistmöglichkeiten. Damit der Schädlingsbefall gar nicht erst überhandnimmt, sollten Sie Ihre Buchsbäume schon im zeitigen Frühjahr auf Raupen kontrollieren. Die ersten Raupen finden Sie im geschützten inneren Pflanzenbereich. Solange der Befall noch gering ist, können Sie mit einfachen Maßnahmen gegenwirken. Einzelne Raupen können abgesammelt und befallene Pflanzenteile abgeschnitten werden. Gegebenenfalls können die Raupen auch mit einem Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger weggespritzt werden. Ist der Buchsbaum jedoch schon stark abgefressen, sollten Sie ihn großzügig zurückschneiden. Dann erholt er sich und treibt wieder neu aus. Die befallenen Pflanzenteile müssen gut verpackt im Hausmüll entsorgt werden, damit sich der Zünsler nicht weiter ausbreitet.</p> <p>Buchsbaumkrebs und Buchsbaumsterben sind weitere typische Erkrankungen des Buchsbaums. Beide werden durch Pilzinfektionen verursacht. Um einem Pilzbefall vorzubeugen sollten Buchsbäume nur von unten gegossen werden. Buchsbäume in Pflanzgefäßen sollten idealerweise unter ein Dach gestellt werden. Vermeiden Sie zudem Staunässe. Befallene Triebe sollten Sie großzügig zurückschneiden und über den Hausmüll entsorgen.</p> <p>Sind Ihre Buchsbäume nicht mehr zu retten, sollten sie durch andere einheimische und vogelfreundliche Gehölze ersetzt werden. Beispielsweise werden die Beeren von Liguster und Berberitze im Herbst von vielen Vogelarten gern verspeist. Liguster und Berberitze sind ähnlich gut schnittverträglich wie Buchsbaum und bieten aufgrund ihres dichten Wuchses viele Nistmöglichkeiten.</p> <strong>Galerie: Buchsbaum: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/raupe_des_buchsbaumzuensler_cydalima_perspectalis_11.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/buxus_volutella_-jki_werres_img_8287.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/cylindrocladium-buxus-424-07-2gh_0.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>Rostpilze an Malven: </strong>Rostpilze sind weit verbreitet und befallen neben Malven, Rosen und Geranien auch zahlreiche andere Nutz- und Zierpflanzen. Die meisten Rostpilze sind auf eine oder einige wenige Pflanzenarten spezialisiert. Das ist von Vorteil, denn so kann sich der Pilz nicht auf andere Pflanzenarten ausbreiten. Zu solchen Rost-Arten ohne Wirtswechsel gehört auch der Malvenrost, der Rosenrost und der Geranienrost. Rostpilze sind leicht zu erkennen an den rostbraunen Flecken, die sich an Blättern und Stängeln ausbilden. Stark befallene Blätter vergilben und fallen ab. Das ist ein optisches Ärgernis, stellt aber für Malven, Rosen und Geranienpflanzen kein wirkliches Problem dar. Befallene Blätter sollten Sie absammeln und über den Hausmüll entsorgen. Vorbeugend gegen Rostpilze können <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt eingesetzt werden. Malven lieben sonnige Standorte, ein solcher Standort schützt auch vor Pilzbefall. Malven blühen ab dem zweiten Standjahr intensiv, was viele Insekten anlockt. Malvenrost befällt jedoch insbesondere die älteren Pflanzen, deshalb sollten die betroffenen Malven nach dem zweiten Standjahr entfernt werden. Die neuen Pflanzen sollten Sie nicht an denselben Standort setzen, an dem vorher schon Malven standen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/malvenrost_congerdesign_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Malvenrost (Puccinia malvacearum) an der Blattunterseite </strong> Quelle: congerdesign / pixabay </p><p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Bevorzugen Sie auch im Ziergarten grundsätzlich heimische Pflanzenarten und Sorten, die für Insekten, Vögel und Fledermäuse nützlich sind. Viele Blumen blühen zwar hübsch, sind aufgrund ihrer gefüllten Blüten aber völlig wertlos für Insekten. Achten Sie deshalb beim Kauf von beispielsweise Dahlien, Chrysanthemen, Tulpen und Pfingstrosen auf Sorten mit un-gefüllten Blüten. Oder wählen Sie gleich insektenfreundlichere Arten wie Kapuzinerkresse, Ringelblume und Lavendel. Meiden Sie ökologisch "wertlose" Pflanzen wie beispielsweise Forsythien, Thuja, Bambus, Geranien (Pelargonien) und Gartenstiefmütterchen. Pflanz-Empfehlungen finden Sie z.B. im <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">Lexikon für bienenfreundliche Pflanzen des Bundeslandwirtschaftsministeriums</a>, im <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/artikel/wildbienenfreundliche-pflanzen">Blühkalender der Deutschen Wildtierstiftung</a> oder beim <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">Naturschutzbund Deutschland</a>. Übrigens, „Unkräuter“ wie Löwenzahn, Wegwarte und Steinklee übertrumpfen, was Pollen- und Nektargehalt angeht, die Zierpflanzen um ein Vielfaches!</p> <p>Meiden Sie <a href="https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html">invasive, nicht-heimische Pflanzenarten</a>. Seit 2015 gilt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN">Verordnung (EU) Nr. 1143/2014</a> über invasive Arten, inklusive der sogenannten <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html">Unionsliste</a>. Alle darin genannten Arten (z.B. Götterbaum, Riesenbärenklau, Afrikanisches Lampenputzergras) dürfen nicht gepflanzt, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht oder in die Umwelt freigesetzt werden. <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-19-management.html">HIER</a> finden Sie Informationen zu den notwendigen Maßnahmen, um gegen solche Pflanzenarten vorzugehen. Viele weitere, in Gärten beliebte, invasive Pflanzenarten (z.B. Kirschlorbeer, Rhododendron, Mahonie, Essigbaum, Sommerflieder und Kanadische Goldrute) stehen (noch) nicht in der Unionsliste. Wenn Sie solche Pflanzen bereits im Garten haben, sollten Sie diese zumindest im Wachstum einschränken. Vermeiden Sie auch deren weitere Ausbreitung, indem Sie beispielsweise die Blütenstände abschneiden. Bei Neupflanzungen sollten Sie invasive Pflanzenarten unbedingt durch heimische, nützliche Arten ersetzen. Entsorgen Sie Pflanzenteile invasiver Arten nicht auf dem Kompost und auf keinen Fall in der freien Natur. Letzteres ist übrigens für jegliche Gartenabfälle verboten, unabhängig davon, ob es invasive Pflanzen sind. Wer so etwas trotzdem tut, riskiert ein Bußgeld.</p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel nur im Notfall:</strong> Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Orangenöl: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen wie die des Buchsbaumzünslers.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Photovoltaik auf maritimen Großstrukturen, Vorhaben: Entwicklung und Integration von PVHalbzeugen in Komposit-Schiffsrümpfe

Intelligente und maximal produktive Leichtbaufertigung mittels LPBF zur Erschließung effizienter Wasserstoff-Anwendungen in der nachhaltigen Energiewirtschaft sowie für die Automobilindustrie, Teilvorhaben: Maximale Produktivität im LPBF-Prozess durch variable Optik und Feedback-Loop

NEXAFS-Spektroskopie im Labormaßstab zur Untersuchung von Eisenoxiden und organischen Substanzen in Böden

Die NEXAFS-Spektroskopie (engl. Near-Edge X-Ray Absorption Fine Structure) erfasst die Oxidationsstufe und die chemische Umgebung eines Elements und eignet sich daher zur Charakterisierung von Mineralen, aber auch teilkristallinen Feststoffen, amorphen Verbindungen und Metallkomplexen. NEXAFS ist bisher auf Synchrotronstrahlquellen beschränkt. Da NEXAFS-Instrumente stark überbucht sind, sind Messungen nur nach einem langwierigen, hochkompetitiven Begutachtungsprozess möglich. Jedoch wurde am Laser-Laboratorium Göttingen kürzlich ein kompaktes Spektrometer auf Basis einer laserinduzierten Plasmaquelle entwickelt. Im Spektralbereich weicher Röntgenstrahlung (<1 keV) ermöglicht es die Untersuchung der Elemente C, N, O, Ca, Mn und Fe, und zwar nicht nur im Vakuum, sondern auch unter Umgebungsbedingungen oder Inertgas. Das Ziel dieses Gemeinschaftsprojektes ist es, das kompakte NEXAFS-Spektrometer für die Analyse geowissenschaftlicher Proben weiter zu entwickeln und anzuwenden. Im Teilprojekt des Laser-Laboratorium Göttingen wird die Brillanz der Quelle verbessert, eine neue Probenkammer entwickelt und die spektrale Auflösung deutlich erhöht. Im Teilprojekt der Universität Jena steht die Anwendung der NEXAFS-Spektroskopie mit weicher Röntgenstrahlung im Mittelpunkt. Hier sollen die Stärken und Schwächen der Methode in Bezug auf Probenvorbereitung, Nachweisgrenzen und Strahlenschäden unterschiedlicher Verbindungen in verschiedenen chemischen Umgebungen ausgelotet werden. Im Anschluss wird besonderes Augenmerk auf die Quantifizierung von Fe-Oxiden (Fe2p; O1s) und die Charakterisierung von organischem Material (C1s, N1s) in Umweltproben gelegt.Am Ende des Projekts wird ein verbessertes neues Tischspektrometer in Jena zur Verfügung stehen. Mit diesem Gerät schließen wir die analytische Lücke bei der Charakterisierung von teilkristallinen Mineralen, Metallkomplexen und Fe-Oxid-assoziierten organischen Substanzen. Das Spektrometer wird seine Stärken besonders dann ausspielen können, wenn Proben schnell nach der Präparation analysiert werden müssen. Das betrifft z.B. redox-sensitive Substanzen oder empfindliche metastabile Proben (teilkristalline Fe- und Mn-Phasen, Carbonatvorläuferphasen). Im Vergleich zu Synchrotronmessungen werden zudem die Analysekosten stark reduziert und ein höherer Probendurchsatz möglich sein.

Sichere Karnevalskostüme erkennen: SGD Nord gibt Tipps für den Kauf von Biene, Hippie und Co.

„Helau, Alaaf und Olau!“: Bald startet die Zeit der Karnevalssitzungen und Straßenumzüge. Für viele Jeckinnen und Jecken stellt sich nun wieder die Frage: Welche Verkleidung soll es dieses Jahr werden? Weshalb bei der Kostüm-Wahl nicht nur auf die Optik geachtet werden sollte und worauf es speziell beim Online-Kauf ankommt – die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord verrät hilfreiche Kauf-Tipps. In ihrer Funktion als Marktüberwachungsbehörde prüft die SGD Nord jedes Jahr stichprobenartig, ob die Kostüme im Handel des nördlichen Rheinland-Pfalz den Sicherheitsanforderungen entsprechen. Die Erfahrung zeigt: Beim Kauf gilt es, genau hinzuschauen. Mit den folgenden Tipps und Tricks steht einem sicheren Kostümvergnügen nichts im Wege. Ist der Online-Anbieter seriös? Viele Närrinnen und Narren bestellen ihre Kostüme im Internet. Das ist praktisch und geht schnell – doch woran lässt sich erkennen, ob ein Anbieter seriös ist? Hier können ein Blick ins Impressum und eine kurze Internetrecherche helfen: Wo befindet sich der Sitz des Unternehmens? Sind Zertifizierungen vorhanden? Wie sieht es mit Reklamationen und einer möglichen Garantie aus? All das bietet keine hundertprozentige Sicherheit, es kann aber ein erster Anhaltspunkt sein. Auch Produktbewertungen können helfen, etwa wenn Käuferinnen und Käufer Mängel auf Fotos dokumentiert haben. Bei Produkten aus Drittländern, wie etwa China, muss der Hersteller zudem einen EU-Verantwortlichen angeben. Fehlt dieser, darf die Ware in der EU gar nicht verkauft werden. Sollten Verbraucherinnen und Verbraucher dennoch ein solches Produkt erwerben, haben sie bei der Beanstandung von Mängeln oft schlechte Karten. Kennzeichnung Sowohl beim Kauf im Internet als auch im Geschäft sollte auf Sicherheitshinweise auf dem Produkt oder der Verpackung geachtet werden. Sind diese nicht vorhanden, ist Vorsicht geboten. Das gilt auch, wenn die Hinweise in einer anderen Sprache verfasst sind, denn dies kann bedeuten, dass das Produkt nicht für den deutschen Markt hergestellt wurde und möglicherweise nicht den hier geltenden Anforderungen entspricht. Geruchstest Bei Textilien gilt: Diese wegen möglicher Chemikalien unbedingt nach dem Kauf waschen und wenn möglich Kleidung unter dem Kostüm tragen, um Hautkontakt zu vermeiden. Masken sollten zudem nicht zu lange getragen werden, denn sie enthalten oft schädliche Weichmacher. Auch wichtig: Riecht ein Produkt stark chemisch, ist vom Kauf abzuraten. Kritisch hingeschaut werden sollte außerdem bei sehr günstigen Produkten, denn auch, wenn es nach einer Binsenweisheit klingt: Qualität hat ihren Preis. Tipps für Kinderkostüme Neues Jahr neue Trends: In immer mehr Kostümen und Accessoires sind LED-Leuchten verbaut. Das ist ein echter Hingucker, besonders, wenn es dunkel wird. Bei Kindern sollte sich allerdings das Batteriefach nicht zu einfach öffnen lassen, denn Knopfbatterien können leicht verschluckt werden. Das gilt auch für andere Kleinteile, die sich vom Kostüm ablösen lassen, wie etwa Knöpfe und Perlen. Lange Schnüre, Bändel und Schärpen können sich zudem in Rolltreppen oder Bustüren verfangen. Ebenfalls nicht zu unterschätzen: Spielzeugpistolen. Jene mit Zündplättchen, die einen lauten Knall erzeugen, können nachweislich zu dauerhafter Hörminderung führen, und jene mit Munition können Sehschäden verursachen. Auch sollten Spielzeugschwerter, Zauberstäbe und anderes Zubehör nicht spitz oder scharf sein. Generell gilt: Für Kinder nur Kostüme und Spielzeug mit CE-Kennzeichen kaufen. Denn dieses zeigt an, dass das Produkt der Spielzeugrichtlinie entspricht und für Kinder unter 14 Jahre geeignet ist. Wenn alle Jeckinnen und Jecken diese Tipps beim Kauf ihrer Kostüme beherzigen, steht einem unbeschwerten Karnevalstreiben nichts mehr im Wege.

Entwicklung witterungsbestaendiger Dekorpapiere fuer Holzwerkstoffe

Ziel des Projektes ist die Entwicklung dekorativer Beschichtungsfilme fuer Holzwerkstoffe, die durch eingefuehrte Pressverfahren appliziert werden koennen und zu witterungsbestaendigen, in ihrer Optik frei gestaltbaren Oberflaechen fuehren. Zu diesem Zweck sollen mit duroplastischen Harzen getraenkte Dekorpapiere zusaetzlich mit einem witterungsbestaendigen Klarlacksystem versehen werden, um als Vorprodukt fuer die witterungsbestaendige Pressbeschichtung von Holzwerkstoffen zur Verfuegung stehen.

Entwicklung und Erprobung quantitativer Indices zur Beschreibung natuerlich-alltaeglicher Umgebungen im Hinblick auf deren Uebersichtlichkeit und aesthetischer Wirkungen

Fragestellungen: 1. Fragen der aesthetischen Wirkungen - Stadtbildanalysen, 'gute Stadtgestalt'; - 'szenisch schoene Landschaften' usw. 2. Fragen der Orientierung in staedtischen und anderen Umgebungen - 'wayfinding': wie findet man einen bestimmten Weg, ein bestimmtes Ziel? - Orientiertheit: wie erlangt/behaelt man einen Gesamtueberblick? 3. Fragen der Identifizierung/Differenzierung bestimmter Umgebungen - wie lassen sich Spezifika einer Umgebung definieren? (das 'Gesicht' einer Stadt, 'sense of place', Regionalismus in der Architektur usw.) - wird die genaue raeumliche Struktur einer Umgebung wahrgenommen? 4. Fragen bestimmter Nutzungen/Nutzbarkeiten ('affordances') - werden bestimmte Nutzungsangebote/Handlungsmoeglichkeiten erkannt? Methode: Vpn sehen Videofilme, aufgenommmen aus einem fahrenden PKW. Zwei kurvenreiche und huegelige Strecken werden kontinuierlich eingeschaetzt bzgl. Steigung/Gefaelle und Kurvenverlauf. Zwei Strecken im Stadtbereich werden eingeschaetzt bzgl. aesthetischer Wirkung und kategorial beurteilter Flaechennutzung. Ausserdem werden Daten erhoben betr. Orientierung ('kognitive Karten') Datenauswertung/theoretische Einordnung: Die verfuegbare optische Stimulusinformation wird in Termini der oekologischen Optik im Sinne von Gibson, J.J., The ecological approach to visual perception (Boston 1979), analysiert. Die Vpn-Daten werden auf diese objektiv definierten Informationsmasse bezogen.

Neuartige Altersbestimmung alpiner Gletscher durch 39Ar-ATTA

Das Eis der höchsten Alpengipfel enthält bislang nicht untersuchte, aber überaus wertvolle Klimainformationen. Die interne Altersstruktur der Gipfelgletscher resultiert aus der Reaktion auf Klimabedingungen, die sie Masse gewinnen, verlieren oder stagnieren lassen. Dieses Klimaarchiv ist noch unerforscht, aber akut bedroht von der gegenwärtigen Erwärmung und Extremereignissen. Zum Beispiel ist unzureichend verstanden wie Klimafluktuationen der letzten 1000 Jahre, speziell die so genannte "kleine Eiszeit", die Gipfelgletscher beeinflusst haben. Um diese Frage zu beantworten braucht es Altersinformation über die Gletscherschichtung. Da Abzählen von Jahresschichten nicht möglich ist, muss die Datierung über radiometrische Verfahren erfolgen. Im Altersbereich zwischen 100 und 1000 Jahre vor heute hat nur das Radioisotop des Edelgases Argon, 39Ar, eine passende Halbwertszeit von 269 Jahren, um als Datierungswerkzeug eingesetzt werden zu können. Allerdings ist das Vorkommen von 39Ar in der Natur so gering, dass 1 kg modernes Eis nur etwa 10.000 Atome an 39Ar beinhaltet. Technische Durchbrüche in der Messung von 39Ar in einer Atomfalle (ArTTA) haben es ermöglicht, die benötigte Probenmenge von Tonnen auf ein paar Kilogramm zu reduzieren. Erst dadurch wird die Anwendung zur Gletschereisdatierung durchführbar. Dieses Projekt wird die Methode der ArTTA Datierung für Gletschereis entwickeln, validieren und zur Entschlüsselung neuartiger Klimaarchive anwenden. Bereits bestehende Forschung an der ÖAW und der Uni Heidelberg bieten eine einzigartige Möglichkeit, dieses Vorhaben umzusetzen. Eine in Zusammenarbeit durchgeführte Pilotstudie hat bereits die Machbarkeit des Vorhabens belegt. Daran anschließend soll nun systematisch das Potential der Methode beurteilt werden. Zur Validierung werden Gletscher mit bereits bekannter Altersinformation und zusätzliche radiometrische Datierungen (z.B. über 14C) eingesetzt. Das 39Ar-Datierungsverfahren wird exemplarisch angewendet, um die Klimainformation in der Altersstruktur eines Gipfelgletschers zu rekonstruieren. Die Kenntnis der heutigen Energie- und Massenbilanz ermöglicht die Zuordnung von Akkumulationsänderungen der Vergangenheit zu den ursächlichen Klimaänderungen. Ihre Infrastruktur und hohe Informationsdichte machen die Alpen ein ideales Forschungsfeld für dieses Vorhaben. Schlussendlich wird das 39Ar-Datierungsverfahren für die Paläoklimaforschung erschlossen, mit einem möglicherweise ähnlichen Innovationsschub wie die Anwendung von 14C zur Eisdatierung. Den Einfluss vergangener Klimaschwankungen auf Gipfelgletscher besser zu verstehen wird auch ihre Zukunft besser vorhersagbar machen, mit direkter Relevanz zur Adaption an die sich ändernden Klimabedingungen, aber auch als Beitrag zum Verständnis kleinräumiger Klimaschwankungen und zur Bewusstseinsbildung im Hinblick auf den Klimawandel im Alpenraum.

Sandsteinverfestigung mit Epoxid-Harzen

Entwicklung einer Impraegnierformulierung auf Epoxid-Harz-Basis fuer Sandsteine mit - hydrophobierender Wirkung - groesster Eindringtiefe - geringem Einfluss auf den Wasserhaushalt des Steines - mittlerer Verfestigung - hoher Bewitterungsstabilitaet - guter Haftung - geringerer Veraenderung der Optik des Steines.

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