Halle (Saale), 29.07.2021
Luftmessstation aus Sachsen-Anhalt steht bald
in der Hauptstadt der Republik Moldau
Das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt unterstützt den Aufbau der
moldawischen Luftgüteüberwachung mit einem Messcontainer und
ausgesonderten, aber funktionstüchtigen Messgeräten. Die Geräte müssen im
Rahmen der planmäßigen Erneuerung nach 10 Jahren Dauernutzung ersetzt
werden. Der Messcontainer stand bis 2019 in Dessau am Albrechtplatz.
Aufgrund geplanter Baumaßnahmen musste der alte Standort dauerhaft
aufgegeben werden. Für den neuen Messort war der Container zu groß. Nun
wird er im Rahmen eines Projekts der Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit (GIZ) in der Moldawischen Hauptstadt Chișinău eingesetzt
werden.
Drei Fachleute des Umweltamts des Ministeriums für Landwirtschaft,
Regionalentwicklung und Umwelt der Republik Moldau reisten dafür nach
Magdeburg. Hauptanliegen des vom Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und nukleare Sicherheit finanzierten Projektes sind die
nachhaltige Klima- und Umweltpolitik und der Aufbau nationaler Regelwerke in
verschiedenen Ländern Osteuropas (u. a. Republik Moldau und Georgien).
Das Projekt selbst ist Teil der Unterstützung durch die EU und eingebettet in
das im Jahr 2017 in Kraft getretene Assoziierungsabkommen zwischen der EU
und der Republik Moldau, wobei die Priorität dabei im Aufbau nationaler
Rechtsvorschriften zur Luftreinhaltung in Anlehnung an europäische
Richtlinien und Standards liegt. Parallel dazu sollen die Grundlagen für eine
messtechnische Überwachung der Luftqualität geschaffen werden.
Das Landesamt für Umweltschutz hat sich bereiterklärt, diesen aufwendigen
Prozess durch die Bereitstellung einer ausgesonderten Messstation aus dem
Lufthygienischen Überwachungssystem Sachsen-Anhalt (LÜSA) einschließlich
Messtechnik zu unterstützen, da es bislang nur wenige Messwerte und
Erkenntnisse zur Luftbelastung in Moldawien gibt.
Ein weiterer Beitrag zur Unterstützung bestand in der Durchführung eines
praktischen Trainings für die Fachleute aus Moldawien. Dieses fand vom 20.
bis 23. Juli im Standort Magdeburg des LAU mit dem LÜSA statt. Dabei
wurden sowohl allgemeine Grundlagen der Luftqualitätsüberwachung als auch
praktische Einblicke in die Messtechnik und den Betrieb einer Luftmessstation
vermittelt. Das Training erfolgte mit tatkräftiger Unterstützung durch den
ehemaligen Leiter des LÜSA, Herrn Dr. Zimmermann (fungiert als
Projektverantwortlicher), und Herrn Dirk Haase, einem Kollegen des
Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen.
Die für die Übergabe vorgesehene Messstation (ausgesonderte ehemalige
Station Dessau) wurde zu diesem Zweck wieder in einen betriebsbereiten
Zustand versetzt und mit der dafür vorgehaltenen Messtechnik ausgerüstet.
Die Fachleute konnten somit direkt an der Technik trainieren, die später auch
in der Republik Moldau zum Einsatz kommen wird.
Die Präsidentin
PRESSEMITTEILUNG
Nr. 13/2021
E-Mail: Praesidentin@
lau.mlu.sachsen-anhalt.de
Landesamt für Umweltschutz
Reideburger Straße 47
06116 Halle(Saale)
Tel.: 0345 5704-101
Fax: 0345 5704-190
Internet:
www.lau.sachsen-anhalt.de
Die Station wird im Oktober dieses Jahres in der Landeshauptstadt Chișinău an einem
verkehrsnahen Standort aufgestellt werden. Die Vorbereitungen für die Herrichtung des
Standortes werden in Kürze beginnen. Insofern verbleibt für die Techniker des LÜSA aktuell
noch ausreichend Zeit für die Herstellung der Transportbereitschaft. Die Kosten für den
Abtransport trägt die GIZ über Projektmittel. Die Inbetriebnahme der Station in Chișinău wird
ohne Beteiligung des LÜSA erfolgen.
Seitens des LÜSA werden für die Absicherung des ersten Betriebsjahres noch einige
Ersatzteile, Verbrauchsmittel und Betriebsgase bereitgestellt. Insgesamt hat die
Unterstützungsleistung des LÜSA folgenden Umfang.
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Bereitstellung eines Messcontainers,
Bereitstellung von Messgeräten für die wichtigsten Luftschadstoffe (Stickstoffdioxid,
Ozon, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Feinstaub),
Bereitstellung von Ersatzteilen, Verbrauchsmaterialien etc. für die Absicherung des
Messbetriebes (mindestens ein Jahr),
Betriebs- und Prüfgase (zwei Flaschen);
Wissenstransfer, d. h. Einweisung der Stationsbetreuer (in Magdeburg) und
Weitergabe von Unterlagen (z. B. Gerätehandbücher, Wartungsanweisungen).
Somit unterstützt das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt aktiv im Rahmen der
gegebenen Möglichkeiten den Aufbau einer Luftqualitätsüberwachung in der Republik Moldau.
Der Transfer einer einsatzbereiten Luftmessstation nebst der erforderlichen Technik stellt dabei
gewissermaßen die Initialzündung für den Beginn der Messungen dar.
Die im Auftrag der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) erstellte Studie untersucht die Lage der internationalen Biodiesel-Märkte, welche in den letzten zehn Jahren enorm gewachsen sind. Die Industrie ist mittlerweile zu einem großen Teil mit bestehenden globalen Strukturen des Handels mit Pflanzenöl und Ölsaaten verwoben. Während vor zehn Jahren praktisch kein Biodiesel gehandelt wurde, erreichte das internationale Handelsvolumen im Jahr 2010 ca. 2,25 MT. Die aktuelle Marktsituation, obgleich volatil und abhängig von politischen Entscheidungen, ist deutlich transparenter als noch vor einigen Jahren. Die EU war und wird bis 2020 höchstwahrscheinlich das weltweite Zentrum der Produktion und des Verbrauchs von Biodiesel bleiben. Viele Länder sind dem Beispiel gefolgt, haben nationale Beimischungsziele für Biodiesel eingeführt und somit den inländischen Verbrauch und die Produktion angestoßen. Teilweise sind die entstandenen Produktionen jedoch alleinig für den Export in die EU bestimmt. Diese Handelsströme werden in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit weiter zunehmen. Die ökonomischen Margen werden unter den bestehenden EU-Politiken, überwiegend Beimischungsverpflichtungen, weiterhin gering bleiben, so dass komparative Kostenvorteile in Zukunft genutzt werden müssen. Dies wird zu einer Zunahme an Produktionskapazitäten an strategisch günstigen Standorten führen, die eine breite Basis an preiswerteren Inputstoffen und Arbeitslöhnen bieten. Eine volle Ausnutzung der derzeit vorhandenen Produktionskapazitäten in der EU bleibt daher unwahrscheinlich. Mögliche zukünftige Investitionen in die Infrastruktur und technische Ausrüstung in Osteuropa, d.h. sowohl EU-Mitgliedstaaten als auch deren Anrainerstaaten, könnten dazu beitragen, die Versorgung mit wettbewerbsfähigen, in Europa angebauten Ölsaaten für die Biodiesel-Herstellung zu steigern.
Die Übertragung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU auf die beitretenden Länder Mitteleuropas und die daraus resultierende Finanzierung der Agrarpolitik durch die EU wird eine der gravierendsten Veränderungen in diesen Ländern sein. Aufgrund der großen gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Agrarsektoren der beitretenden Länder lassen sich bei einer Einführung der EU-Agrarpolitik signifikante gesamtwirtschaftliche Folgen erwarten. Daher erscheint bei der Untersuchung der agrarwirtschaftlichen Implikationen des EU-Beitritts der mitteleuropäischen Länder die Anwendung eines Allgemeinen Gleichgewichtsmodells (CGE-Modell) notwendig. In der Dissertation des Antragstellers wurde für Ungarn ein CGE-Modell entwickelt, mit dessen Hilfe zum einen die Auswirkungen der Transformation von einer zentralverwalteten zu einer marktwirtschaftlich orientierten Volkswirtschaft analysiert wurde. Zum anderen waren aber auch die Auswirkungen der Assoziierung mit der EU bzw. die EU-Vollmitgliedschaft Themen anderer Arbeiten des Antragstellers. So wurden vom Antragsteller bereits CGE-Modelle für die Länder Polen, Slowenien, die Tschechische Republik und Ungarn entwickelt. Diese Modelle, die bereits einen Eindruck von den gesamtwirtschaftlichen Folgen einer Übertragung der GAP auf die beitretenden Ländern vermitteln, sollen im Rahmen des beantragten Forschungsstipendiums während eines Aufenthaltes an der University of Western Ontario weiterentwickelt und ergänzt werden.
Die Sonnenblume steht weltweit an vierter Stelle der Ölpflanzen, ihre Produktion wird in einigen Regionen durch das wurzelparasitische Unkraut Orobanche cumana Wallr. gefährdet. Das Verbreitungsgebiet dieser Parasitenpflanze erstreckt sich vom Mittelmeerraum über Osteuropa bis nach Ostasien. Mehrere Ansätze zur chemischen und biologischen Kontrolle, sowie zur Resistenzzüchtung wurden verfolgt, aber keiner davon erwies sich als hinreichend wirksam. Zur Sicherung der Sonnenblumen-Produktion in den betroffenen Gebieten ist die Entwicklung neuer und/oder integrierter Ansätze nötig. Induzierte Resistenz (IR), die die induzierte systemische Resistenz (ISR), die erworbene systemische Resistenz (SAR) und die lokale erworbene Resistenz (LAR) umfasst, ist eine neue Technik zu Kontrolle von Viren, Bakterien und Pilzkrankheiten, sowie von parasitischen Unkräutern. Diese Kontrollmethode basiert auf dem Auslösen pflanzlicher Verteidigungsmechanismen gegen Pathogene und Freßfeinde. SAR der Sonnenblume, hervorgerufen durch den Pflanzenaktivator BTH (Benzothiadiazol) bewirkte im Gewächshausversuch eine signifikante Verringerung des Befalls durch O. cumana. Ziele dieser Arbeit sind (1) die Verbesserung der BTH-Anwendung in Sonnenblume, (2) die Evaluation der Wirksamkeit von das Pflanzenwachstum fördernden Rhizobakterien (PGPR) und arbuskulärer Mykorrhiza (AMF) gegen das parasitische Unkraut und (3) Kombination dieser resistenz-induzierenden Wirkstoffe mit biologischen und/oder chemischen Kontrollmethoden zu einem integrierten Kontrollansatz, um unerwünschte Nebenwirkungen aus die Sonnenblume auszuschließen, eine wirksamere Kontrolle von O. cumana zu ermöglichen und das Risiko der Resistenzentwicklung gegen einzelne Methoden in Orobanche-Populationen zu minimieren; (4) Erforschung der biochemischen Prinzipien der induzierten Resistenz der Sonnenblume gegen O. cumana.
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