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Methanproduktion durch Mikrophytobenthos und dessen Beitrag am benthischen Methanfluss in der Küstenzone der Ostsee

Der Anstieg natürlicher Emissionen des Treibhausgases Methan haben einen bedeutenden Einfluss auf das Klima der Erde. Als Methanquelle nehmen küstennahe Gewässer eine besondere Stellung ein, da die Methankonzentration im Wasser hier wesentlich höher ist als im offenen Ozean. Trotz der Bedeutung der Küstengebiete ist bisher nur wenig bekannt über die hier zu findenden Methanemittenten und ihr jeweiliger Beitrag am atmosphärischen Methanfluss. Zudem zeigen eine Reihe aktueller Untersuchungen, dass Methan nicht nur unter anoxischen Bedingungen mikrobiell gebildet werden kann, sondern dass dies auch in einer oxischen Umgebung möglich ist. Eine solche Methanproduktion nahe der Meeresoberfläche würde den Weg zwischen Methanquelle und Atmosphäre wesentlich verkürzen und damit den Methanfluss in die Atmosphäre verstärken. Aufgrund einiger Untersuchungen, die eine Verknüpfung zwischen Primär- und Methanproduktion aufzeigen, stellen wir die Hypothese auf, dass Mikrophytobenthos (MPB)-Gemeinschaften eine wichtige, aber bisher nicht bearbeitete Stellung in der Flachwasser-Methandynamik zukommen. MPB-Gemeinschaften nehmen eine herausragende Rolle in der Primärproduktion von Küstensedimenten ein. Um die Bedeutung der MPB-assoziierten Methanproduktion besser einordnen zu können, werden wir das Potential dieser Methanquelle in Inkubationsexperimenten detailliert untersuchen. Zur Bestimmung der hierbei wichtigen Effektoren und Mikrophytobenthosarten werden wir an verschiedenen axenischen und xenischen klonalen Kulturen benthischer Diatomeen-Spezies die Primär- und Methanproduktion unter kontrollierten Temperatur- und Lichtbedingungen bestimmen. Mit Hilfe einer neuen Cavity-Ring-Down-Spektroskopie basierten Methode planen wir an geschlossenen Inkubationen die Methankonzentrationsentwicklung in hoher zeitlicher Auflösung über Tag/Nacht Zyklen zu erfassen. Zusätzliche Inkubationen mit 13C-markierten Substraten werden es uns erlauben, den Weg der Methanproduktion in den Diatomeen einzugrenzen. Bisher wurde der Prozess der oxischen Methanproduktion nur in Kulturexperimenten untersucht. Ob die hier ermittelten Raten auch in die natürliche Umgebung übertragbar sind, wurde hingegen nicht geprüft. Um diese Wissenslücke zu schließen, planen wir neben den Experimenten an klonalen Kulturen auch Studien an natürlichen MPB-Gemeinschaften durchzuführen. Diese Gemeinschaften werden wir im Flachwasser vor der Insel Askö (schwedische Ostseeküste) und dem inneren Küstengewässer vor Zingst (Darßer-Zingst-Bodden, deutsche Ostseeküste) beproben, um ein möglichst breites Spektrum an Sedimenten, hydrodynamischen Bedingungen und MPB-Gemeinschaften abzudecken. Um die in unseren Experimenten ermittelten Methanproduktionsraten in die benthischen und atmosphärischen Methanflüsse besser einordnen zu können, werden wir in beiden Untersuchungsgebieten die Methanflüsse zwischen Sediment, dem Wasser und der Atmosphäre bestimmen.

Mehrweg fürs Meer: Aufbau eines Mehrwegsystems für Unterwegsverpflegung in der strandnahen Gastronomie

Kurzbeschreibung Seit Sommer 2016 baut der NABU mit lokalen Partnern und Unterstützung der Veolia-Stiftung sowie der Initiative „Fehmarn – im Meer weniger Plastik“ auf der Ostseeinsel Fehmarn ein Mehrweg- und Pfandsystem in der strandnahen Gastronomie auf. Gegen ein Pfandgeld von drei Euro können ausgewählte Mahlzeiten und Getränke in einem Mehrweggeschirr bestellt werden. Nach dem Verzehr kann das Geschirr bei jedem der teilnehmenden Betriebe zurückgegeben werden. Ziel ist es, ein Alternativangebot für Feriengäste und Fehmaraner zum Einweggeschirr im To-go-Bereich zu entwickeln, um wertvolle Ressourcen zu schonen, die Vermüllung Meere zu reduzieren und das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung als auch der Feriengäste für die Problematik der Vermüllung der Meere zu stärken. Gleichzeitig soll mit diesem Projekt gezeigt werden, dass der Aufbau eines Mehrwegsystems für ökologisch nachhaltiges Geschirr in der strandnahen Gastronomie möglich ist. Das Ziel ist, dass in Zukunft weitere küstennahe Kommunen und Betriebe Mehrwegalternativen anbieten und sich ein weitverbreitetes Netz von Partnerbetrieben und -kommunen entsteht. Durch die Beteiligung des NABU als Partner der Inselinitiative „Fehmarn – im Meer weniger Plastik“ trägt das Projekt ebenfalls dazu bei, den Plastikverbrauch inselweit zu reduzierenden z.B. anhand von Maßnahmen zur Verringerung des Einsatzes von Plastiktüten. Ergebnisse Siehe Website

ASIG Berufs- und Fachschulen

Die Berufs- und Fachschulen der ASIG-Stiftung konzentrieren sich in ihren Klimaschutzbemühungen auf einen eigenen Klimaschutzplan, die Unterstützung von Nachhaltigkeitslotsen sowie einschlägige Workshops und Umweltcamps. Klimaschutzplan der ASIG-Schulen Die ASIG Berufs- und Fachschulen haben einen Klimaschutzplan verabschiedet, der die Relevanz des Umwelt- und Klimaschutzes in Ausbildung und Schulalltag festschreibt. Die Vermittlung eines ökologischen Verantwortungsbewusstseins ist Teil der Bildungsstrategie. Mit dem Klimaschutzplan verpflichten sich die Schulen nicht nur, die CO 2 -Emmissionen signifikant zu senken, sondern auch, Handlungskompetenzen im Bereich Klimawandel und Klimaschutz sowie ein ökologisches Wertebewusstsein zu vermitteln, das ins Private ausstrahlt. Um die eigene Klimabilanz zu verbessern, arbeitet die Schule kontinuierlich an Einsparungen bei Strom-, Gas- und Papierverbrauch sowie bei der Mobilität. Dies geschieht durch eine Änderung der bisherigen Nutzungsgewohnheiten sowie eine stärkere Selbstkontrolle. Umweltbildung ist hier der Hebel. Das Wissen wird an den ASIG-Schulen vor allem in handlungsorientierten Projekten vermittelt, die Bezug zu Alltag oder künftigem Beruf haben. Ansatzpunkte gibt es in allen Bereichen: in Hotel und Gastronomie, Pädagogik und Sozialassistenz. Die ASIG-Schulen fördern die Ausbildung von Nachhaltigkeitslosen. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die Projekte für eine nachhaltigere Schule entwickeln und umsetzen möchten. Am Anfang ihrer Laufbahn steht die Teilnahme an einem Workshop, in dem sie Wissenswertes zu Energie, Umwelt und Klimaschutz sowie gesunde Ernährung lernen. Im Anschluss werden Schulen besucht, die schon jetzt erfolgreich Nachhaltigkeitsprojekte umsetzen. An der eigenen Schule wird ein Nachhaltigkeits- und Energiecheck gemacht. Die ASIG-Schulen helfen den Nachhaltigkeitslotsen dabei, konkrete Maßnahmen durchzuführen. Beispiele hierfür sind etwa Abfalltrennung und Reduzierung des Papierverbrauchs, Wassersparen an der Schule oder klimafreundliche Pausenbrote. Durch das Projekt lernen die Jugendlichen nicht nur nachhaltiges Denken und Handeln. Sie werden auch zu weitergehendem nachhaltigem Engagement gestärkt und übernehmen Verantwortung für sich und ihre Umwelt. Ein weiterer Pluspunkt: Die Nachhaltigkeitslotsen motivieren weitere Jugendliche aus ihrem sozialen Umfeld, Familie oder Kollegen – sie werden zu Multiplikatoren. Durch die Teilnahme an Erlebniscamps und Workshops zu den Themen Umwelt und Natur sollen die fast ausschließlich großstädtisch sozialisierten Schülerinnen und Auszubildenden motiviert werden, die Natur bewusster kennenzulernen und dadurch ein ökologisches Handeln in Alltag und Beruf an den Tag zu legen. Ein gutes Beispiel ist das Umweltcamp auf der Insel Usedom. Die Azubis erkunden bei Strandwanderungen die Tier- und Pflanzenwelt der Ostseeinsel und führen Wetterbeobachtungen und Windmessungen durch, die später im Unterricht ausgewertet werden. Auch bei Exkursionen nach St. Marienthal und in die Alpen stehen Naturerkundung und Umweltbildung auf dem Programm. Im Hochgebirge werden die Auswirkungen des Klimawandels besonders schnell sichtbar. Um besser zu verstehen, wie die ASIG Berufs- und Fachschulen Klimawissen vermitteln, lohnt sich ein Blick auf verschiedene Projekte. Die Schülerinnen und Schüler haben sich beispielsweise die Energiebilanz verschiedener Lebensmittel angesehen. Sie gingen der Frage nach, ob Bio-Produkte klimafreundlicher sind als konventionell hergestellte Lebensmittel. Dafür haben sie sich nicht nur die Zutaten angesehen, sondern auch Produktionsbedingungen, Verpackung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung berücksichtigt. Der Rohstoff Wasser wurde ebenfalls gründlich unter die Lupe genommen. Neben Vorträgen und Unterrichtseinheiten zum Thema wurden praktische Übungen zur Messung des Wasserverbrauchs durchgeführt und Verbrauchsstatistiken erstellt. Der Wald als Klimaschützer ist ein noch junges Projekt. Bei Projekttagen und einem Umweltcamp wurden durch die Vermessung der Vegetation eines Waldes die Biomasse – also die CO 2 -Bindung des Waldes – ermittelt. In Workshops lernten die Schülerinnen und Schüler die vielen Funktionen des Ökosystems kennen, erarbeiteten alternative Möglichkeiten zur CO 2 -Minderung und entwickelten ein Lernmodul für andere Jugendliche mit dem Ziel, sie für den aktiven Klima- und Umweltschutz zu begeistern. Schulprogramm | Projekte | Heiz-Management | Umweltfreundliches Schulmaterial | Umweltfreundlicher Schulweg Zu den Schulen der ASIG-Stiftung gehören eine Berufsfachschule für Sozialassistenz, eine Berufsfachschule für Ernährung und Hauswirtschaft sowie eine Fachschule für Sozialpädagogik. Die Schulen befinden sich in privater Trägerschaft. In den ASIG Berufsfachschulen werden den Jugendlichen sowohl fachliche als auch soziale und kommunikative Fähigkeiten vermittelt. Die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis soll die Auffassungsgabe und die Lernfähigkeit erhöhen. Konventionelle Unterrichtsformen wechseln sich ab mit Gruppenarbeit, Selbstlernphasen und der Arbeit an Fallbeispielen. Der Studienweg zur Erzieherin bzw. zum Erzieher führt über ein fachlich fundiertes und praxisnahes Studium, das gleichzeitig zur Verantwortung ausbilden soll. Die Studierenden sollen außer mit formalen Qualifikationen auch mit sozialen Fähigkeiten und Selbstbewusstsein in den Beruf starten. Umweltschule in Europa Berliner Klimaschule UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung Bild: Syda_Productions/Depositphotos.com Weitere engagierte Schulen in Mitte Übersicht: Diese Schulen in Mitte engagieren sich besonders im Klima- und Umweltschutz. Weitere Informationen Bild: halfpoint/Depositphotos.com Handlungsfelder Ressourcenschutz, Nachhaltigkeit, Klimabildung: In diesen Bereichen engagieren sich Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen für nachhaltige Verbesserungen im Klimaschutz. Weitere Informationen

Mysteriöses Fischsterben am Jasmunder Bodden

In den letzten Jahren gab es bereits zwei große Fischsterben im kleinen Jasmunder Bodden. Zunächst im Dezember 2021, und erneut im Januar 2023. Wochenlang beschäftigen sich Behörden, Labore und Umweltschutzorganisationen mit dem Fischsterben auf der Ostseeinsel Rügen: Mehr als 30 Tonnen toter Fische wurden im Winter 2021/22 geborgen, darunter Brassen, Zander, sogar Hechte.

Mysteriöses Fischsterben am Jasmunder Bodden

In den letzten Jahren gab es bereits zwei große Fischsterben im kleinen Jasmunder Bodden. Zunächst im Dezember 2021, und erneut im Januar 2023. Wochenlang beschäftigen sich Behörden, Labore und Umweltschutzorganisationen mit dem Fischsterben auf der Ostseeinsel Rügen: Mehr als 30 Tonnen toter Fische wurden im Winter 2021/22 geborgen, darunter Brassen, Zander, sogar Hechte.

BfN-Schriften 695 - Wälder im Stress: Naturschutz im Wald unter sich radikal ändernden Bedingungen. Tagungsdokumentation der 21. Vilmer Sommerakademie

Der vorliegende Tagungsband dokumentiert die 21. Vilmer Sommerakademie an der Internationalen Naturschutzakademie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) auf der Ostseeinsel Vilm, die vom 30. Mai bis zum 3. Juni 2022 stattfand.

Hexabromcyclododecan in Möweneiern: Abnehmende Konzentrationen seit dem Jahr 2000

In Möweneiern von Nord- und Ostsee wurde von den drei Hauptdiastereomeren alpha-, beta- und gamma, die in technischem HBCD enthalten sind, nur alpha-HBCD nachgewiesen. Die Konzentrationen von beta- und gamma-HBCD bewegten sich im Bereich der Nachweisgrenze. An allen drei Standorten wurden im Jahr 2000 die höchsten Konzentrationen gemessen. Danach nahmen die HBCD-Gehalte signifikant ab. Hexabromcyclododecan (HBCD) gehört zur Gruppe der bromierten Flammschutzmittel. Technisches HBCD ist ein Gemisch aus verschiedenen Diastereomeren , die jeweils aus zwei Enantiomeren ((-)/(+)) bestehen. gamma-HBCD macht mit 75-89% den Hauptanteil aus, gefolgt von beta-HBCD mit 10-13% und alpha-HBCD mit 1-12%. HBCD wird z.B. in Wärmedämmplatten aus Polystyrolschaum aber auch in Gehäusen von Computern und Rückbeschichtungen von Textilien für Polstermöbel verwendet. Schon relativ geringe Mengen dieses hochwirksamen Flammschutzmittels reichen aus, um einen effektiven Schutz zu gewährleisten. Trotzdem sind Spuren von HBCD mittlerweile in allen Umweltkompartimenten nachweisbar. In der Umwelt wird HBCD nur schwer abgebaut und reichert sich stark in Organismen und im Nahrungsnetz an. Darüber hinaus ist es sehr toxisch für aquatische Organismen. Diese PBT-Eigenschaften ( Persistent , Bioakkumulierend und Toxisch) haben dazu geführt, dass HBCD im Rahmen der Chemikalienbewertung unter REACh als besonders besorgniserregender Stoff (SVHC - substance of very high concern) eingestuft wurde. Seine Aufnahme in Anhang 1 der Stockholmer Konvention wird derzeit diskutiert. Trotz seiner negativen Eigenschaften darf HBCD momentan noch verwendet werden, da keine gleichwertigen Alternativen zur Verfügung stehen. Die HBCD-produzierenden und weiterverarbeitenden Industrien haben jedoch in den letzten Jahren verschiedene Programme zur Kontrolle und Reduktion von HBCD Emissionen initiiert (z.B. VECAP - Voluntary Emissions Control Action Programme und SECURE - Self Enforced Control of Use to Reduce Emissions). Um einen Eindruck der HBCD-Belastung von Biota an deutschen Küsten zu gewinnen wurden Poolproben von Silbermöweneiern dreier Standorte in der Nord- und Ostsee im Rahmen eines retrospektiven Monitorings untersucht. In Silbermöweneiern von den beiden Nordseestandorten Trischen und Mellum schwankten die HBCD-Konzentrationen (Summe aller Diastereomere ) zwischen 13,8 und 74,8 ng/g Fett (Trischen) und 4,17-107 ng/g Fett (Mellum). Eier von der Ostseeinsel Heuwiese wiesen HBCD-Gesamtgehalte von 25,1- 98,7 ng/g Fett auf. Von den drei Hauptdiastereomeren in technischem HBCD wurde nur alpha-HBCD in allen Eiproben nachgewiesen. Die Konzentrationen von beta- und gamma-HBCD bewegten sich dagegen meist im Bereich der Nachweisgrenze. In allen Proben war die Konzentration von (-)-alpha-HBCD geringfügig höher als die von (+)-alpha-HBCD. Die zeitlichen Konzentrationsverläufe waren an allen drei Probenahmeflächen ähnlich: Bis zum Jahr 2000 stiegen die Konzentrationen an, danach ist eine deutliche Abnahme zu erkennen. Silbermöweneier aus Trischen wiesen zwischen 1988 und 2008 mittlere Konzentrationen von 7,7-41,1 ng/g Fett (-)-alpha-HBCD und 5,9-31,2 ng/g Fett (+)-alpha-HBCD auf. Nach 2000 nahmen die Gehalte signifikant ab und erreichten im Jahr 2008 Werte unterhalb der Ausgangsgehalte von 1988. Etwas höhere Belastungen fanden sich in Eiern aus Mellum. Hier lagen die Konzentrationen der beiden alpha-HBCD Enantiomere bei 2,1-66 ng/g Fett (-)-alpha-HBCD bzw. 1,7-40,8 ng/g Fett (+)-alpha-HCBD. Auch hier nahmen die Konzentrationen nach 2000 ab, die Abnahme war aber weniger ausgeprägt als in Trischen. Erst im Jahr 2008 waren die Konzentrationen auf etwa 50% der Werte von 2000 gesunken. Die mittlere Belastung von Möweneiern von der Ostseeinsel Heuwiese lag zwischen 1998 und 2008 bei 13,3-52,0 ng/g Fett (-)-alpha-HBCD und 11,6-44,7 ng/g Fett (+)-alpha-HBCD. Eine signifikante Abnahme zeigt sich hier nach 2002. Im Jahr 2008 lagen die Konzentrationen deutlich unterhalb der Werte von 1998. Obwohl in technischem HBCD gamma-HBCD dominiert, findet sich in Möweneiern fast ausschließlich alpha-HBCD. Dieser Befund bestätigt frühere Untersuchungen. Als mögliche Gründe werden drei Faktoren diskutiert: (1) eine bessere Bioverfügbarkeit von alpha-HBCD wegen seiner höheren Wasserlöslichkeit, (2) eine Biotransformation von gamma- und beta-HBCD zu alpha-HBCD und (3) eine rasche Metabolisierung von gamma- und beta-HBCD, so dass es zu einer Anreicherung des langsamer abbaubaren alpha-Diastereomers kommt. Die beobachtete Abnahme der HBCD-Belastung in Möweneiern an allen drei Umweltprobenbank-Standorten deutet darauf hin, dass die Maßnahmen zur Emissionsreduktion greifen und/oder dass der Verbrauch von HBCD in den letzten Jahren rückläufig ist. Aktualisiert am: 12.01.2022 Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche

Potenzialanalyse zur klima- und umweltverträglichen, autarken Ver- und Entsorgung (Energie - Wasser - Abfall) kleiner Ostsee-Inseln am Beispiel der Insel Ruden

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Der Ruden ist eine große Insel im Naturschutzgebiet 'Peenemünder Haken, Struck und Ruden'. Er ist Rückzugsgebiet für seltene Tier- und Pflanzenarten, sowie Rast- und Überwinterungsgebiet vieler Wasservögel. Um den Naturschutz gewährleisten zu können, ist eine ständige Besetzung der Insel notwendig. Teile der historischen Bebauung, die seit 1648 errichtet wurden stehen unter Denkmalschutz und dienen den heutigen Inselbewohnern als Wohnort. Zukünftig soll der Ruden für geführte, touristische Zwecke erschlossen werden, um den Besuchern die Relevanz des Naturschutzes zu verdeutlichen. Zum jetzigen Zeitpunkt verfügt die Insel über keinen Anschluss an die kommunale Infrastruktur. Ziel des Projektes 'autarker Ruden' war die umfängliche Erschließung der Insel mit Wasser, Abwasser und Strom. Dabei standen nachhaltige und autarke Systeme im Vordergrund, die zum einen im Sinne der Kreislaufwirtschaft Synergien für die exponierte Lage darstellen, als auch im Einklang mit Natur- und Denkmalschutz gebracht werden können. Mit der Potenzialanalyse sollte gezeigt werden, dass es möglich ist, an einem abgelegenen Inselstandort ohne Grundwasserressource und nur mit erneuerbaren Energien eine ganzjährige menschliche Nutzung für vogel- und naturschutzfachliche Belange zu ermöglichen. Fazit: Die Ergebnisse des Projektes 'autarker Ruden' zeigen, dass eine selbstständige Versorgung der Insel mit Trinkwasser und Energie und auch die Abwasserentsorgung in einem geschlossenen Kreislaufsystem unter entsprechenden logistischen und finanziellen Aufwand realisierbar sind. Die exponierte Lage, sowie der Natur- und Denkmalschutz bieten einen engen Rahmen für die angestrebte Realisierung. Nachfolgend sind daher die Erkenntnisse dieser Studie eingehend den zuständigen Ämtern zu präsentieren und zu diskutieren. Jedoch ist die Wirkung als nachhaltiges Vorzeigeprojekt, besonders durch den stätigen Publikumsverkehr hervorzuheben. Die eingesetzten Technologien können in Bezug auf Nachhaltigkeit, Kreislaufschließung und Ressourcenschonung als positives Beispiel für neue Baufelderschließungen und den Umgang mit den Folgen des Klimawandels in der Öffentlichkeit genutzt werden. Der kleine Maßstab eignet sich auch für den Transfer auf private Haushalte. Eine Abschlussveranstaltung ist geplant, bei der es auch um Möglichkeiten der Finanzierung für ein Anschlussprojekt zur Realisierung der Technologien auf dem Ruden gehen soll.

Quecksilberbelastung von Umweltproben

Die Quecksilberemissionen sind in Deutschland zwischen 1985 und 1995 um zwei Drittel zurückgegangen. Als Folge dieser Reduzierung hat sich der Zustand der Umwelt verbessert. Die Quecksilberbelastung von Fichtentrieben aus dem saarländischen Warndt ist seit Ende der 1980er stark zurückgegangen. Ein vergleichbarer Trend lässt sich für Silbermöweneier von der Nordsee beobachten. In Möweneiern von der Ostsee ist dagegen ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Abnehmende Quecksilbergehalte finden sich auch in Brassen aus Rhein, Elbe und Mulde, während die Belastung von Brassen aus Saar und Saale seit Mitte der 1990er Jahre etwas zugenommen hat. Die Quecksilbergehalte in Fichtentrieben aus dem saarländischen Warndt sind seit Ende der 1980er Jahre um etwa 70% zurückgegangen. Auch in Silbermöweneiern aus dem Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer kann zwischen 1988 und 2010 ein etwa 70%-er Rückgang der Quecksilberbelastung festgestellt werden. Ein vergleichbarer Trend lässt sich für Eier von der Insel Mellum beobachten (Abnahme um etwa 50%). Für die in 2011 gefundenen hohen Quecksilberkonzentrationen gibt es bisher keine Erklärung; dieser Befund wurde in Eiproben des Jahres 2012 bestätigt. Dagegen stiegen die Quecksilberkonzentrationen in Möweneiern von der Ostseeinsel Heuwiese in den letzten Jahren leicht an und lagen 2012 um etwa 3% über den Werten von 1993. Insgesamt stellen die derzeit in Silbermöweneiern nachgewiesenen Quecksilbergehalte keine außergewöhnlich hohen Belastungen mehr dar. Auch bei Brassen aus Rhein, Elbe und Mulde ist seit Mitte der 1990er Jahre eine Abnahme der Quecksilberbelastung zu beobachten. Dagegen findet sich bei Brassen aus Saar und Saale ein schwacher gegenläufiger Trend. Abbildung 3 zeigt dies exemplarisch für die Brassen aus den Elbe-Nebenflüssen Saale und Mulde. Alle Daten zur Ergebnisbeschreibung anzeigen Brassen aller Probenahmeflächen wiesen 2020 Quecksilbergehalte weit unterhalb des für Lebensmittel festgelegten Höchstwertes von 500 ng/g Frischgewicht (FG) auf. Die strengere Umweltqualitätsnorm für Biota (20 ng/g FG) wurde dagegen von allen Proben deutlich überschritten. Aktualisiert am: 11.01.2022 Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche

Quecksilberbelastung von Silbermöweneiern von Nord- und Ostsee

Die Quecksilberbelastung von Silbermöweneier von der Nordsee ist seit Ende der 1980er Jahre stark zurückgegangen. In Möweneiern von der Ostsee ist dagegen ein leichter Anstieg zu verzeichnen. In Silbermöweneiern aus dem Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer kann seit 1988 ein etwa 70%-er Rückgang der Quecksilberbelastung festgestellt werden. Ein vergleichbarer Trend lässt sich für Eier von der Insel Mellum beobachten (Abnahme um etwa 50%). Dagegen sind die Quecksilberkonzentrationen in Möweneiern von der Ostseeinsel Heuwiese seit 1993 nahezu konstant und stiegen zwischenzeitlich sogar leicht an. Insgesamt stellen die derzeit in Silbermöweneiern nachgewiesenen Quecksilbergehalte keine außergewöhnlich hohen Belastungen mehr dar. Aktualisiert am:  11.01.2022 Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche Datenrecherche

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