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Eine Webanwendung zur Ermittlung und Vermeidung des Eintrags von Pflanzenschutzmitteln in die Umwelt

Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Viele Studien zeigen, dass chemische Pflanzenschutzmittel (PSM) auch über weite Distanzen transportiert werden können und so die Umwelt belasten. Auch entlegene Schutzgebiete sind davon betroffen und werden hierdurch beeinträchtigt, was insbesondere Insektenpopulationen nachhaltig schädigt. Dies konnte durch ein deutschlandweites Kleingewässermonitoring (KgM) bestätigt werden (Liess et al., 2021). Bereits im Projekt PuMa 1.0 (Laufzeit 1.7.2021 - 30.6.2023) entwickelten die Projektpartner eine Webanwendung, mit der auf einer interaktiven Karte u.a. potenzielle Quellen von PSM identifiziert, das ökologische Risiko eines vorhergesagten PSM-Eintrags bewertet und PSM-Reduktionsszenarien simuliert werden können. Mit dem Folgeprojekt PuMa 2.0 sollen die zurzeit noch bestehenden Limitierungen dieser Webanwendung identifiziert und überwunden werden. Das Ziel ist die Weiterentwicklung der vorhandenen Webapplikation zu einer offenen, digitalen Plattform für Umweltforschung, die sich in das bestehende IT-Umfeld von Anwendern aus Umweltforschung, Landwirtschaft, Verwaltung und Umweltschutz integrieren lässt. Wissenschaftliche Ziele des Projekts PuMa 2.0 bestehen u.a. in der Quantifizierung des Oberflächenabfluss und der ökotoxikologischen Bewertung eintragsmindernder Maßnahmen. Ziele im Bereich der Softwareentwicklung bestehen u.a. in der Umsetzung mehrerer Schnittstellen für den Import und Export von Schlag- und PSM-Anwendungsdaten. Sowie der Entwicklung von Programmierschnittstellen zur Integration weiterer Expositionsmodelle und Auswertungen zur ökotoxikologischen Risikobewertung.

Katrin Eder: „Tierschutzpreis des Landes erfreut sich besonders hoher Popularität“

Umweltministerin verleiht 32. Tierschutzpreis des Landes – Erstmals Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro – Drei Vereine für besonderen ehrenamtlichen Einsatz für den Tierschutz ausgezeichnet „In Rheinland-Pfalz gibt es eine Vielfalt an Tierschutzprojekten, in denen sich Menschen mit großem ehrenamtlichem Engagement ihren Herzensthemen widmen. Das Ehrenamt ist eine wichtige Säule unserer demokratischen und solidarischen Gesellschaft. Mit dem Tierschutzpreis des Landes würdigen wir den Einsatz von Einzelpersonen und Vereinen – und das seit über 30 Jahren. Der Preis verhilft den Projekten und dem Tierschutz im Allgemeinen zu mehr Sichtbarkeit, soll zur Nachahmung anregen und er erfreut sich einer besonders hohen Popularität: In diesem Jahr können wir zum ersten Mal 10.000 Euro – und damit fast doppelt so viel wie zuvor – an Preisgeld vergeben und hatten besonders viele Einreichungen“, sagte Umweltministerin Katrin Eder bei der Verleihung des 32. Tierschutzpreises des Landes Rheinland-Pfalz. In diesem Jahr werden drei Vereine für ihren besonderen ehrenamtlichen Einsatz für den Tierschutz ausgezeichnet. Jeweils 4.000 Euro erhalten die Katzenhilfe Mainz e.V. und die Pfotenhilfe Kaiserslautern e.V./Futterausgabe der TierTafel, weitere 2.000 Euro gehen an die Wildvogel Pflegestation Kirchwald e.V.. Bisher war der Preis mit 6.000 Euro dotiert. Aus insgesamt 26 Vorschlägen, die den Teilnahmekriterien entsprachen, wurden die drei Preisträger ausgewählt. Preisträger „Katzenhilfe Mainz e.V.“ Die Katzenhilfe setzt sich seit 1985 und damit seit über 40 Jahren für das Wohlergehen von Katzen im Stadtgebiet Mainz und dessen weiterem Umfeld ein. Die Ehrenamtlichen betreuen Futterstellen für Streunerkatzen und führen Kastrationsaktionen durch, die eine unkontrollierte Vermehrung der Tiere verhindern sollen. Zudem vermitteln sie tierärztliche Hilfe für Fund- und Streunerkatzen und haben Pflegestellen für verwaiste Tiere, von wo aus diese weitervermittelt werden sollen. „Der Verein arbeitet ausschließlich im Ehrenamt und finanziert sich nahezu zu 100 Prozent aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen“, hob Katrin Eder hervor. „Durchaus auch bei nächtlichen Einsätzen sowie an Sonn- und Feiertagen widmen die Ehrenamtlichen ihre Freizeit dem Wohlergehen hilfsbedürftiger Katzen. Mit Infoveranstaltungen und ihrem Einsatz für eine bundesweite Kastrations- und Registrierungs-pflicht sensibilisieren sie die Öffentlichkeit außerdem für wichtige Belange des Tierschutzes“, so Eder. Preisträger „Pfotenhilfe Kaiserslautern e.V. / Futterausgabe der TierTafel“ Der Verein Pfotenhilfe Kaiserslautern e.V. hilft seit 2014 mit seiner TierTafel vor allem Menschen, die finanziell nicht in der Lage sind, ihr bereits im Haushalt lebendes Haustier gesund und artgerecht zu halten. Neben einem Futterangebot beraten die Ehrenamtlichen des Vereins auch die Tierhalterinnen und -halter in Zusammenarbeit mit Tierärzten, um langfristig einer schlechten Gesundheit und mangelhaften Versorgung der Tiere vorzubeugen und so zudem ein mögliches Aussetzen oder die Abgabe im Tierheim zu verhindern. Ehrenamtliche übernehmen das Abholen, Abpacken und die Ausgabe von Futter oder auch Katzenstreu und Zubehör. Um den Gesundheitszustand der Tiere zu beurteilen, werden teilweise auch Hausbesuche abgestattet. „Mit regelmäßigen Kontrollen und außerordentlichem Engagement soll über die Tier-Tafel neben der Versorgung der Tiere mit Futter auch eine artgerechte Haltung sichergestellt werden. Der Verein stillt so ein Grundbedürfnis der Tiere nach Nahrung und übernimmt zugleich soziale Verantwortung für Tier und Mensch in finanziellen Notlagen“, sagte Katrin Eder. Preisträger „Wildvogel Pflegestation Kirchwald e.V.“ Seit 1984 werden in der Wildvogel Pflegestation Kirchwald verletzte Wildvögel und Igel medizinisch und mit Nahrung erstversorgt und auf ein Leben in der Natur vorbereitet. Im Jahr 2025 waren es mehr als 3500 Vögel und etwa 450 Igel, denen in der Pflegestation geholfen werden konnte. „Besonders hervorzuheben ist der Einsatz der Helferinnen und Helfer der Pflegestation beim Öl-Unfall im Naturschutzgebiet Thürer Wiesen vor rund einem Jahr. Mit unermüdlichem Einsatz halfen sie mehrere hundert Vögel mit ölverklebtem Gefieder zu sichern, aufzupäppeln und wieder auszuwildern“, hob Katrin Eder hervor. Die Wildvogelpflegestation ist ein wichtiger Ansprechpartner für die Naturschutzbehörden, Kommunen, Privatleute sowie Polizei und Feuerwehr, wenn es um gefundene Wildtiere in der Region geht. Hintergrund zum Tierschutzpreis Das rheinland-pfälzische Klimaschutzministerium schreibt seit 1994 den Tierschutzpreis des Landes aus. Er ist in diesem Jahr erstmals mit insgesamt 10.000 Euro dotiert (bisher 6.000 Euro) und sieht folgende Kategorien vor, in denen Vorschläge möglich sind: der besondere ehrenamtliche Einsatz für den Tierschutz ein vorbildlicher Einzelbeitrag für den Tierschutz der vorbildliche berufliche Umgang mit Tieren Projekte im Jugendtierschutz Die Vorschläge können von allen für den Tierschutz tätigen Vereinen, Verbänden, Behörden und Gruppen oder vom Tierschutzbeirat des Landes eingebracht werden. Auch sonstige Vereine, Verbände oder Gruppen, die sich mit Tierschutzthemen befassen, können Vorschläge machen – jedoch keine Einzelpersonen. Bewerbungen in eigener Sache sind ebenfalls nicht möglich. Die Vorschläge für den Tierschutzpreis müssen Angaben zur Person oder Institution enthalten und die Art des Einsatzes beschreiben. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern des Tierschutzbeirates, des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz und des Umweltministeriums entscheidet über die Vergabe.

Verwertung von PUMA-Produkten

Im April 2012 führte PUMA das Rücknahmesystem Bring Me Back ein. Seither können Kunden in PUMA Stores weltweit gebrauchte Produkte zurückgeben, die dann durch die Firma I:CO der Weiterverwendung und Verwertung zugeführt werden. Auch die Produkte der neuen recyclefähigen und biologisch abbaubaren PUMA-InCycle-Kollektion, die seit März 2013 auf dem Markt sind, werden so erfasst. Hierzu gehört etwa das recycelbare PUMA Track Jacket, das zu 98 Prozent aus Polyester aus gebrauchten PET-Flaschen besteht. Der PUMA-Rucksack aus Polypropylen wird nach Gebrauch an den ursprünglichen Hersteller zurückgegeben, der das Material wieder zu neuen Rucksäcken verarbeitet. Durch solche Neuentwicklungen will PUMA seine Planungs- und Entscheidungsbasis verbessern. Deshalb hat sie bifa mit der Analyse abfallwirtschaftlicher Optionen für gebrauchte PUMA Produkte beauftragt. bifa untersuchte hierzu Referenzprodukte und Optionen für die Erfassung und Sortierung von Produkten und Materialien. 35 Pfade mit unterschiedlichen Verwertungs- und Beseitigungsansätzen wurden entwickelt und bewertet. Die Realisierungschancen der Pfade wurden dann dem zu erwartenden Nutzen insbes. für die Umwelt gegenübergestellt. Dabei wurde zwischen gut entwickelten und wenig entwickelten Abfallwirtschaften (Waste-Picking-Szenario W-P-Szenario) unterschieden. Es zeigte sich, dass Pfade, die im Szenario Abfallwirtschaft ökologisch nachteilig sind, im W-P-Szenario durchaus vorteilhaft sein können. Im W-P-Szenario sind zudem Pfade realisierbar, die in entwickelten Abfallwirtschaften keine Chance hätten. Die moderne Abfallverbrennung ist für W-P-Szenarien ökologisch vorteilhaft, aber dennoch eine schwierige Option. In entwickelten Abfallwirtschaften sollten Sammlung und Wiedereinsatz gebrauchter Schuhe und Textilien weiterentwickelt werden. Die folgenden generellen Empfehlungen wurden gegeben: - Der Einsatz von Recyclingmaterialien in PUMA-Produkten ist aus ökologischer Sicht zu empfehlen. Diese Erkenntnis wird auch durch die Ergebnisse der ersten ökologischen Gewinn-und-Verlust-Rechnung von PUMA belegt. Über die Hälfte aller Umweltauswirkungen entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette des Unternehmens werden bei der Herstellung von Rohmaterialien verursacht - Das Produktdesign sollte auch für bestehende Verwertungspfade optimiert werden, da realistischerweise nur ein Teil der Produkte über das Sammelsystem erfasst werden kann - Die ökologischen Vorteile von Produkten, die aus nur einem Material bestehen, kommen nur dann zum Tragen, wenn das Produkt nach Gebrauch aussortiert und das Material tatsächlich recycelt wird - Biol. abbaubare Produkte können auch Nachteile haben, zum Beispiel die schnellere Entwicklung von klimaschädlichem Methan bei ungeordneter Deponierung - Eine Verlängerung der Produktlebensdauer über den gesamten Lebenszyklus einschl. der Verwendung als Gebrauchtprodukt ist der effektivste Weg, Umweltlasten zu reduzieren. Meth. Ökobilanzierung und Systemanalyse (Text gekürzt)

Radioaktivität messen mit Hubschraubern: BfS richtet führende Fachkonferenz aus

Radioaktivität messen mit Hubschraubern: BfS richtet führende Fachkonferenz aus Fachleute aus 16 Nationen diskutieren im Tower des ehemaligen Flughafens Tempelhof Bundespolizei-Hubschrauber auf Messflug In einem nuklearen Notfall können Hubschrauber und Drohnen als fliegende Messeinrichtungen dienen und Verantwortlichen und Stäben einen Lageüberblick bieten: Vom 13. bis 17. Oktober kommen im Tower des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof (THF-Tower) internationale Fachleute für luftgestützte Radioaktivitätsmessungen aus Europa, Nordamerika und Asien zusammen. Die etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden sich auf dem fünftägigen Workshop über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Messtechnik, Methodik, Software und internationale Zusammenarbeit austauschen. Das International Airborne Radiometry Technical Exchange Meeting ist die führende Fachkonferenz für die Messung der Radioaktivität am Boden von Hubschraubern, Flugzeugen und Drohnen aus. Die Konferenz findet erstmals in Deutschland statt und wird vom Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) ausgerichtet. Radioaktivitätsmessungen für den Bevölkerungsschutz Hubschrauber mit Messtechnik Gelangen bei einem Unfall – zum Beispiel in einem Kernkraftwerk – radioaktive Stoffe in die Umwelt, ist es für den Schutz der Menschen entscheidend, schnell einen Überblick über die Art, die Menge und die Verteilung dieser Stoffe zu erhalten. Aus der Luft lassen sich Gebiete schnell und großflächig auf radioaktive Stoffe untersuchen, die am Boden abgelagert sind. Damit leisten solche Messungen einen wichtigen Beitrag für den Bevölkerungsschutz. " Radioaktivität macht an Grenzen nicht halt" , betont BfS -Vizepräsident Florian Rauser. "Größere radiologische Notfälle lassen sich nur gemeinsam bewältigen." Dazu gehörten auch gemeinsame Radioaktivitätsmessungen aus der Luft, wenn Grenzgebiete betroffen seien oder die Kapazitäten eines Landes alleine nicht ausreichten. Gemeinsam aus Erfahrung lernen Dr. Florian Rauser Quelle: bundesfoto/Bernd Lammel "Eine gute und vertrauensvolle internationale Zusammenarbeit ist in solchen Situationen entscheidend" , sagt Rauser. Neben dem technischen Austausch habe das BfS daher die internationale Kooperation und das gemeinsame Lernen aus nationalen und internationalen Übungen als Schwerpunkte der Zusammenkunft gewählt. "Die Veranstaltung soll einen geschützten Raum bieten, um zu diskutieren, wie sich die Abläufe bei internationalen Übungen und Einsätzen verbessern lassen und wie ein optimales Teamwork erreicht werden kann. Das gilt innerhalb der Messteams eines Landes wie auch zwischen den internationalen Messteams" , so Rauser. Ausnahme für die Konferenz: Hubschrauber vor THF Tower Außenansicht THF Tower Quelle: Tempelhof Projekt GmbH/Dirk Lässig Am Nachmittag des 15. Oktober 2025 (Mittwoch) werden die Gäste aus 16 Nationen außerdem die Gelegenheit haben, sich über Technik und Leistungsfähigkeit des deutschen Messteams – einer in über 30 Jahren gewachsenen Kooperation von BfS und Bundespolizei – zu informieren. Vor dem THF Tower werden unter anderem ein mit Messtechnik des BfS ausgestatteter Bundespolizei-Hubschrauber EC 135 sowie ein Transporthubschrauber vom Modell Super Puma präsentiert. Eine Besonderheit, da der Flughafenbetrieb in Tempelhof bereits im Jahr 2008 endgültig eingestellt wurde. Die Technik-Ausstellung ist Teil der Veranstaltung und nicht öffentlich zugänglich. Zusammenarbeit zwischen BfS und Bundespolizei Zur hubschraubergestützten Bestimmung der auf und im Boden vorhandenen radioaktiven Stoffe arbeiten das BfS und die Bundespolizei seit vielen Jahren eng zusammen: Die Bundespolizei stellt die Hubschrauber und deren Besatzung zur Verfügung. Expertinnen und Experten des BfS führen die Messungen durch und stellen bei echten Notfällen den Strahlenschutz aller Beteiligten sicher. Per Hubschrauber kann eine Fläche von rund 100 Quadratkilometern innerhalb von etwa drei Stunden überflogen und kartiert werden. Die Messergebnisse liegen kurz nach der Landung vor. Arbeiten mehrere Messteams aus verschiedenen Nationen parallel, können entsprechend größere Gebiete in derselben Zeitspanne untersucht werden. Stand: 13.10.2025

LUA-Bilanz Tiergesundheit & Tierseuchen 2024

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-BILANZ TIERGESUNDHEIT & TIERSEUCHEN Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2024 © LUA Tierseuchen: Blauzungenkrankheit und Afrikanische Schweinepest dominieren Die Tierseuchenüberwachung des Jahres 2024 wurde vom erstmaligen Auftreten zweier Seu- chen dominiert: der Afrikanischen Schweinepest und der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 3. Im Vergleich dazu traten die Nachweise anderer Tier- seuchen wie etwa der Aviären Influenza oder der Bovinen Virusdiarrhoe in den Hintergrund. Ein be- merkenswertes Ereignis stellt der Nachtweis eines Tuberkulose-Erregers bei einer Katze dar. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) ist die zen- trale Einrichtung des Landes Rheinland-Pfalz für die Diagnostik von Seuchen sowie von Zoonosen und sonstigen Erkrankungen bei Tieren. Hier wer- den Untersuchungen an Proben erkrankter oder verendeter Tiere zur Feststellung oder zum Aus- schluss des Vorliegens von Seuchen durchgeführt. Diese werden ergänzt durch Untersuchungen im Rahmen von Sanierungs- und staatlichen Monito- ring-Programmen sowie sogenannte Handelsun- tersuchungen, durch die sichergestellt wird, dass der Seuchenstatus der Bestände überwacht und nur gesunde Tiere in andere Betriebe verbracht werden. Die Untersuchungen ermöglichen ei- nen steten Überblick über den Gesundheitsstatus der Nutz- und Wildtierpopulation und tragen so- mit dazu bei, den Gesundheitsschutz für Mensch und Tier zu gewährleisten. Nicht zuletzt wird hier- durch sichergestellt, dass nur Lebensmittel von gesunden Tieren in den Handel gelangen. Im LUA ist auch die Fachaufsicht in den Berei- chen Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz und tie- rische Nebenprodukte als wichtige Schnittstelle zwischen dem zuständigen Ministerium für Kli- maschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKU- EM) und den rheinland-pfälzischen Kommunen angesiedelt. Sie sorgt unter anderem dafür, dass die geltenden Rechtsnormen einheitlich ausgelegt und umgesetzt werden. Darüber hinaus verfügt das LUA über spezialisierte Tiergesundheitsdiens- te für Rinder, Schweine und kleine Wiederkäuer, die die Tierbesitzer vor Ort in Sachen artgerechter und hygienischer Haltungsbedingungen beraten. 2 Zur Überwachung des Gesundheitsstatus der Nutz- und Wildtierpopulation wurden im LUA im Rahmen der Tierseuchendiagnostik im Jahr 2024 insgesamt 210.518 Proben untersucht. Da viele Proben auf verschiedene Parameter und mit un- terschiedlichen Methoden untersucht werden müssen, ist die Zahl der tatsächlich durchgeführ- ten Untersuchungen wesentlich höher. Von be- sonderem Interesse sind dabei die Nachweise der nach dem Tiergesundheitsrecht gelisteten Tier- seuchen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen und gesundheitlichen Bedeutung für die Allgemeinheit staatlich bekämpft oder überwacht werden. Wildlebende Wasservögel bilden das natürliche Reservoir des Erregers der Aviären Influenza, die auch als Geflügelpest oder Vogelgrippe bezeich- net wird. Der seit Jahren weltweit herrschende Seuchenzug verursacht durch Aviäre Influenzavi- ren vom Subtyp H5N1 führt zu schweren Krank- heitsverläufen mit massenhaftem Verenden bei Wildvögeln und gehaltenem Geflügel. Nachdem die Vogelgrippe das Tierseuchengeschehen in den letzten Jahren in Rheinland-Pfalz dominiert hatte, wurde Ende des Jahres 2024 „nur“ in einem Haus- geflügelbestand ein Geflügelpestverdacht fest- gestellt, der sich über den Jahreswechsel als Aus- bruch bestätigte. Der Bestand mit insgesamt 44 Hühnern und Enten sowie einer Gans und einem Schwan wurde umgehend geräumt, so dass eine Ausbreitung des Erregers auf andere Geflügelhal- tungen verhindert werden konnte. Obwohl alle im Verlauf des Jahres durchgeführten Untersuchungen an 47 Wildvögeln ein negatives Ergebnis hatten, wurde aufgrund der Nachweise in anderen Bundesländern und nach epidemiolo- gischen Ermittlungen die Einschleppung des Erre- gers über Zugvögel vermutet. Die Geflügelhal- ter sind weiterhin verpflichtet, ihre Tierhaltung beim vor Ort zuständigen Veterinäramt anzumel- den und unter anderem erhöhte Tierverluste von mehr als zwei Prozent innerhalb von 24 Stunden (bei einer Haltung von mehr als 100 Tieren) um- gehend anzuzeigen. Auch Hobbyhalter und klei- nere Betriebe (bei einer Haltung bis einschließlich 100 Tiere) müssen ab drei verendeten Tieren diese Die Aviäre Influenza bedroht weiterhin die Geflügelbestände im Land. Eingeschleppt wird die Erkrankung meist von Zugvögeln. © rihaij / Pixabay innerhalb von 24 Stunden anzeigen. Zum Schutz ihrer Tiere und zur Verhinderung der Ausbreitung der Seuche sind die Tierhalter weiterhin verpflich- tet, strikt auf die Einhaltung von Biosicherheits- maßnahmen zu achten. Die zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Erkran- kungen der Rinder zählende Bovine Virusdiarr- hoe (BVD) geht mit Durchfall, grippeartigen Er- scheinungen und Fruchtbarkeitsstörungen einher. Ziel der staatlichen Bekämpfung ist es, sogenann- te persistent infizierte Kälber, die den Erreger le- benslang ausscheiden ohne selbst zu erkranken, möglichst rasch aus den Beständen zu entfernen und vom Handel auszuschließen. Daher werden den Kälbern bereits bei der innerhalb der ersten sieben Lebenstage erforderlichen Kennzeichnung mit Ohrmarken Hautstanzproben entnommen und auf das BVD-Virus untersucht. Im Jahr 2024 wurden im LUA insgesamt 111.414 Ohrstanzpro- ben aus 3.355 Beständen untersucht. Dabei wur- de das Virus der BVD bei einem Kalb nachgewie- sen. Das Tier stammte von einer Kuh, die sich in trächtigem Zustand vermutlich im Rahmen von Tiertransporten unerkannt infiziert hatte, wobei der Erreger auf das Kalb übergegangen war. Bei Untersuchungen der mehr als 860 Tiere des Be- standes wurde das BVD-Virus bei weiteren neun Tieren nachgewiesen. Alle infizierten Tiere wurden umgehend aus dem Bestand entfernt. Durch Umsetzung strikter Biosicherheitsmaßnah- men konnte eine weitere Ausbreitung des Erregers im Bestand verhindert werden. Trotzdem wur- de das BVD-Virus bei einem neugeborenen Kalb im Herbst erneut nachgewiesen. Erneute Unter- suchungen des gesamten Bestandes zeigten, dass von diesem Fall keine weitere Ausbreitung des Er- regers erfolgt war, sodass dem Bestand im Verlauf des Jahres 2025 der Status als „Frei von BVD“ un- ter Auflagen wieder zuerkannt wurde. Das für Rinder hoch ansteckende Bovine Herpes- virus Typ 1 (BHV 1) führt zu einer lebenslang be- stehenden Infektion, die sich häufig in Leistungs- minderung, grippeartigen Erscheinungen und 3 2024 führte das LUA erstmals einen Nachweis des West-Nil-Fiebers bei Pferden. © WolfBlur / Pixabay Störungen der Fruchtbarkeit äußert. Im Rahmen der Überwachung der bestehenden Seuchenfrei- heit wurden insgesamt 59.938 Blutproben aus 2.900 Beständen sowie 5.228 Tank- und Einzel- milchproben aus 1.011 Beständen mit negativem Ergebnis untersucht. Im Zuge der Nachverfolgung des Tierverkehrs nach einem BHV 1-Ausbruch in einem Bestand in einem anderen Bundesland wurde festgestellt, dass eines der infizierten Tiere aus einem Bestand in Rheinland-Pfalz stammte. Aufgrund der lücken- losen Dokumentation der bis dato durchgeführ- ten und der Ergebnisse weiterer Untersuchungen im Bestand konnte jedoch ausgeschlossen wer- den, dass sich das Tier bereits im rheinland-pfälzi- schen Betrieb angesteckt hatte. Die Infektion er- folgte vermutlich in einer Sammelstelle, in denen Tiere aus verschiedenen Beständen für den Trans- port zusammengeführt wurden. Das Auftreten der BVD- bzw. der BHV 1-Infektion zeigt nachdrücklich, dass die Tierhalter weiterhin streng darauf achten müssen, ausschließlich Tie- 4 re aus seuchenfreien Beständen einzustallen und Biosicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung des Eintrags und der Ausbreitung einer Infektion in den Beständen konsequent einzuhalten. Nach dem erstmaligen Nachweis des Erregers des West-Nil-Fiebers (WNF) in Rheinland-Pfalz bei einer Schnee-Eule im Jahr 2023 wurde in 2024 erstmals der Nachweis einer WNF-Infektion bei Pferden geführt. Es handelte sich um zwei Tiere aus Rheinhessen, die wegen neurologischen Aus- fallerscheinungen in Tierkliniken eingewiesen wor- den waren. Aufgrund des Nachweises von spezi- fischen Antikörpern gegen das Virus des WNF in Verbindung mit klinischen Symptomen konnte der Nachweis einer erst kürzlich stattgefundenen Infektion gestellt werden. Die eingeleitete symp- tomatische Therapie führte in beiden Fällen zum Ausheilen der klinischen Erscheinungen. Pferde können zwar an WNF erkranken und auch verenden, spielen bei der Ausbreitung des Infek- tionsgeschehens des durch blutsaugende Stech- mücken übertragenen Erregers aber keine Rolle. Die Erkrankung tritt vor allem bei Vögeln auf und kann insbesondere bei Greif- und Rabenvögeln zu schweren Verläufen mit neurologischen Sympto- men und gehäuften Todesfällen führen. Der Erre- ger kann auch über Mückenstiche auf Menschen übertragen werden und verursacht in der Regel eine grippeähnliche Erkrankung.Tieren einer breiten Palette von Tierarten nach- gewiesen. Betroffen waren sowohl Nutztiere wie Rinder, Schweine und Schafe als auch Heimtiere wie Katzen und Reptilien. Darüber hinaus wurden Salmonellen auch bei Wild- und Zootieren sowie in 13 Umgebungsproben aus Hühnerhaltungen festgestellt. Die Vorgänge zeigen, dass weiterhin mit dem Auf- treten des WNF bei Tieren in Rheinland-Pfalz ge- rechnet werden kann. Die Infektion unterliegt zwar der staatlichen Tierseuchenüberwachung; tierseuchenrechtliche Maßnahmen sind bislang allerdings nicht vorgeschrieben. Impfstoffe gegen das West-Nil-Virus für Menschen und Vögel exis- tieren nicht, aber ein Schutz der Pferde vor schwe- ren klinischen Symptomen kann mit einer Imp- fung erreicht werden. Daher gilt die Empfehlung, Pferde und Ponys impfen zu lassen. Die Impfung gegen das West Nil-Virus wird von der rheinland- pfälzischen Tierseuchenkasse mit einer Beihilfe fi- nanziell unterstützt.Als Hauptreservoir der Salmonellen gelten Tie- re. Diese erkranken zwar nur selten klinisch, kön- nen die Erreger aber über längere Zeit ausschei- den und damit unerkannt weiterverbreiten und die Umwelt kontaminieren. Dabei ermöglicht die hohe Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüs- se den Bakterien dort ein langes Überleben. Im Verlauf des Jahres 2024 wurde die atypische Form der Scrapie im Rahmen des laufenden Mo- nitorings zum Vorkommen von Transmissiblen Spongiformen Encephalopathien bei der Untersu- chung von 451 verendeten Schafen aus 342 Be- ständen bei vier Tieren aus vier Beständen in vier verschiedenen Kreisen nachgewiesen. Da die mit Verhaltens- und Bewegungsstörungen einherge- hende, tödlich verlaufende Erkrankung spontan auftritt und nicht auf den Menschen oder ande- re Tiere übertragbar ist, mussten keine tierseu- chenrechtlichen Maßnahmen ergriffen werden. Die Nachweise zeigen aber, dass die Monitoring- Untersuchungen zum Vorkommen der Erkrankung weiterhin erforderlich sind, um deren eventuell verstärktes Auftreten zu erfassen. Zu den wechselseitig zwischen Tier und Mensch übertragbaren Erregern (sogenannte Zoonosen) zählen die Salmonellen, bakterielle Infektionser- reger, die meist im Rahmen von differenzialdiag- nostischen Untersuchungen zur Feststellung der Erkrankungs- oder Todesursache festgestellt wer- den. Dabei wurden die Erreger im Jahr 2024 bei 41 Auch Lebensmittel tierischen Ursprungs können mögliche Infektionsursachen des Menschen sein. Dessen Infektion kann zum Beispiel über die Auf- nahme kontaminierter Nahrungsmittel oder bei unzureichender Küchenhygiene erfolgen; aber auch Schmutz- und Schmierinfektionen an Haus- tieren oder infizierten Menschen sind möglich. Die Infektion äußert sich beim Menschen meist als akute Darmentzündung mit plötzlich einsetzen- dem Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen sowie einer Störung des Allgemeinbefindens und leich- tem Fieber. Die oft mehrere Tage anhaltenden Symptome können insbesondere bei Kleinkindern oder älteren Personen zu einer ausgeprägten De- hydrierung (Austrocknung durch Wasserverlust) führen. Die Erkrankung tritt sowohl bei Menschen als auch bei Tieren in Form sporadischer Fälle so- wie als Gruppenerkrankung oder in Form größe- rer Ausbrüche auf. Beim Umgang mit Tieren sollte grundsätzlich auf die Einhaltung von Hygiene- maßnahmen geachtet und ein allzu enger Kontakt vermieden werden. Bei einem reinen Durchfallgeschehen wird beim Menschen in der Regel nur der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgeglichen, eine Antibiotikathe- rapie erfolgt nicht, da hierdurch die Bakterienaus- scheidung verlängert werden kann. Das gilt grund- sätzlich auch für die Behandlung der Salmonellosen beim Tier, wobei bei Rindern auch bestandspezifi- sche Vakzine eingesetzt werden können. 5 Die Übertragung von Mycobakterien erfolgt in der Regel über Speichel oder hochgehustete Sekre- te aus den tieferen Atemwegen, über die Luft oder über nicht ausreichend erhitzte Milch. Infizierte Menschen und Tiere zeigen oft unspezifische An- zeichen wie Abmagerung und Fieberschübe, aber auch mit Husten einhergehende chronische Lun- genentzündungen bis hin zu Todesfällen. Ungewöhnlich: Im vergangenen Jahr wies das LUA Tuberkulose-Erreger bei einer Katze nach. © guvo59 / Pixabay In die Kategorie der Zoonosen fällt auch die bak- teriell bedingte Tularämie (oder Hasenpest). Das LUA hat sie 2024 in 21 Untersuchungen bei acht Feldhasen und einem Wildschwein nachge- wiesen. Erkrankte Wildtiere wie Hasen oder Ka- ninchen wirken matt und teilnahmslos, sie verlie- ren ihre Schnelligkeit und ihre angeborene Scheu. Grundsätzlich können sich auch Hunde mit dem Erreger der Hasenpest infizieren und diesen weit- geben. Die Tiere zeigen Appetitlosigkeit, Fieber so- wie geschwürige Veränderungen im Rachen und Schwellungen der Körperlymphknoten. Ausgangspunkt für Infektionen des Menschen ist aber meist der direkte Kontakt mit erkrank- ten Wildtieren oder deren Organen, zum Beispiel beim Abhäuten oder beim Verarbeiten von Wild- fleisch. Ferner ist die Ansteckung durch den Ver- zehr von infizierten oder kontaminierten Lebens- mitteln oder Wasser möglich. Eine Infektion kann aber auch durch Inhalation von erregerhaltigem Staub, der mit Sekreten und Exkreten infizierter Tiere kontaminiert ist oder über blutsaugende In- sekten (vor allem Zecken) erfolgen. 6 Beim Mensch beginnt die Erkrankung in der Regel mit einem Geschwür an der Eintrittsstelle des Er- regers und einer Schwellung der lokalen Lymph- knoten und/oder mit abrupt einsetzendem hohen Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit, Er- brechen und Erschöpfungszuständen. Tularämie lässt sich mit Antibiotika behandeln. Eine Über- tragung von Mensch zu Mensch kommt praktisch nicht vor. Im Februar 2024 kam eine Orientalisch Kurzhaar- katze zur Untersuchung. Es handelte sich um ein Fundtier unbekannter Herkunft, das zunächst in ein Tierheim im südlichen Rheinland-Pfalz ein- geliefert worden war. Das Tier wurde dort eut- hanasiert, nachdem eine durch die Infektion mit Mycobacterium caprae, die bei Katzen selten vor- kommt, hervorgerufene Schwellung der Körper- lymphknoten festgestellt worden war. Der primär bei Ziegen und Rindern vorkommende Erreger kann darüber hinaus bei anderen warmblütigen Haus-, Zoo- und Wildtieren auftreten und gehört zum Komplex der auch beim Menschen Tuberku- lose auslösenden Bakterien. Bei den weiterführenden Untersuchungen der Kat- ze im LUA wurden neben den bereits bekannten Veränderungen in den Körperlymphknoten tuber- kulöse Läsionen in den Lymphknoten der Orga- ne, in einer Augenhöhle und dem sie umgeben- den Gewebe sowie der Lunge festgestellt. Daher musste von einem längerfristigen Geschehen ver- bunden mit einer Ausscheidung der Tuberkulose- Bakterien ausgegangen werden. Mycobacterium caprae-Infektionen bei Menschen und Tieren sind in der Umgebung des Fundortes der Katze aber nicht bekannt geworden. Trotz der bei der Sektion identifizierbaren Kennzeichnung des Tieres konn- te der Besitzer nicht ausfindig gemacht werden. Wo, wann und wie sich die Katze angesteckt hat- te, konnte daher nicht geklärt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Übertragung der Er- reger sowohl vom Tier auf den Menschen als auch vom Menschen auf das Tier möglich ist. Deutsch- land hat bezüglich Infektionen mit dem Mycobak- terien-Tuberkulosis-Komplex (M. bovis, M. caprae und M. tuberkulosis) bei Rindern den Status „seu- chenfrei“ gemäß Durchführungsverordnung (EU) 2021/620. Bei landlebenden Säugetieren, außer Paarhufern, unterliegt eine Infektion mit dem My- cobacterium-tuberculosis-Komplex tierseuchen- rechtlich nur der Überwachungspflicht. Afrikanische Schweinepest erreichte 2024 Rheinland-Pfalz Was Fachleute befürchtet hatten, ist im vergange- nen Jahr tatsächlich eingetreten: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Rheinland-Pfalz erreicht. Im Juli 2024 wurde der erste Fall bei einem Wild- schwein aus dem Landkreis Alzey-Worms nachge- wiesen. Durch veterinärbehördliche Maßnahmen und Mitwirken vieler Akteure, wie die Jägerschaft, die Land- und Forstwirtschaft sowie die Bürgerin- nen und Bürger konnte eine Ausbreitung der Seu- che verhindert werden. Die Tierseuche ist zwar für Menschen ungefähr- lich - umso gefährlicher aber ist sie für Wild- und Hausschweine. Die unter anderem mit hohem Fieber, gestörtem Allgemeinbefinden und Blutun- gen einhergehende Infektion führt innerhalb we- niger Tage fast immer zum Tod der Tiere. Für die Landwirtschaft bedeutet das Auftreten der ASP nicht nur wegen der Tierverluste, sondern auch wegen der Verhängung von Handelsrestriktionen hohe wirtschaftliche Schäden. Proben verdächtiger Tiere aus Rheinland-Pfalz werden zentral im LUA untersucht. Seit Beginn des Ausbruchs wurden 2.763 Proben von Wild- und 1.506 Proben von Hausschweinen molekular- biologisch auf den Erreger der ASP getestet. Nach rund einem Jahr seit Beginn der Seuche ist das Auftreten der ASP weiterhin auf Teilgebiete von Rheinhessen begrenzt. Stand Anfang Juli 2025 gab es 75 bestätigte Fälle der Tierseuche in den beiden Landkreisen Alzey-Worms (26) und Mainz-Bingen (48). Der Nachweis des ASP-Virus bei einem am Rheinufer im Rhein-Hunsrück-Kreis verendet an- geschwemmten Wildschwein Ende 2024 konnte aufgrund epidemiologischer Ermittlungen auf das Geschehen in Rhein-Hessen zurückgeführt wer- den und war demnach kein eigenständiger neuer Seuchenausbruch. Darüber hinaus wurde die ASP in einer kleinen Hausschweinehaltung in der Pfalz festgestellt. Die betroffenen Tiere wurden un- schädlich beseitigt. Wie die Seuche in den Bestand eingetragen wurde, konnte nicht zweifelsfrei ge- klärt werden. Das Ziel aller Bekämpfungsmaßnahmen ist es, bei Seuchenausbruch die Wildschweine in ihrer Um- gebung zu belassen und nicht aufzuschrecken, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Nach Ermittlung des Seuchenausmaßes mittels Drohnen und Kadaverspürhunde-Einsätzen hat das Land Rheinland-Pfalz unverzüglich Schutzzäu- ne errichtet, die verhindern sollten, dass infizierte 7 bei Unfällen getötete Wildschweine sowie Tiere mit pathologisch-anatomischen Veränderungen und klinisch auffällige Tiere ins LUA einzusenden. Das Material für die Beprobung erhalten Jäger von ihrer kommunalen Kreisverwaltung. Die vom Land bereitgestellte Prämie für die Einsendung von Fall- wild und Unfallwild in Höhe von 70 Euro wird wei- terhin gewährt. Leider nur eine Frage der Zeit: 2024 erreichte die Afrikanische Schweinepest auch Rheinland-Pfalz. Die ersten Fälle traten bei Wildschweinen in Rheinhessen auf. © Alexander von Düren / AdobeStock Tiere in bisher ASP-freie Gebiete abwandern und den Erreger weiterverbreiten. Mittlerweile wur- den rund 360 km Zäune auch in weiter zurück- gelegenen Gebieten als äußerer Schutzring, zum Beispiel Fernriegel an Autobahnen, gestellt. Insge- samt konnte das Seuchengeschehen in Rheinland- Pfalz schnell eingegrenzt und die Weiterverbrei- tung verhindert werden. Darüber hinaus wird seit ASP-Beginn eine Überwachung mit regelmäßigen Drohnenflügen, die Kadaver detektieren sollen, und speziell ausgebildeten Kadaver-Spürhunden durchgeführt. Diese Einsätze finden im ASP-Ge- biet und in den umliegenden risikoorientiert fest- gelegten Gebieten statt. Tote Wildschweine müs- sen schnell aus den Revieren entfernt und auf ASP untersucht werden. Um Vorsorge, Mithilfe und Achtsamkeit wird wei- terhin unbedingt gebeten. Schweinehaltende Be- triebe sind weiterhin aufgefordert, die Biosicher- heit ihrer Haltung immer wieder zu durchdenken, zu überprüfen und zu verbessern, um Ausbrüche im Hausschweinebestand zu verhindern. Dazu ge- hört insbesondere: 8 • keine Speiseabfälle an Schweine zu verfüttern • den Zutritt für betriebsfremde Personen zu be- schränken und über eine Hygieneschleuse zu steuern • in den Ställen betriebseigene Stiefel und Schutzkleidung zu tragen • gründliches Händewaschen oder frische Ein- weghandschuhe vor dem Betreten des Stalls • Futter und Einstreumaterial wildschweinsicher zu lagern • wo erforderlich konsequent zu reinigen und zu desinfizieren Jägerinnen und Jäger sollen weiterhin darauf ach- ten, dass sie den Erreger der ASP nicht mit Tro- phäen aus infizierten Gebieten von ihrer Jagdrei- se mitbringen. Nach der Jagd in Gebieten mit ASP müssen benutzte Gegenstände wie Schuhe, Klei- dung und Messer gründlich gereinigt und desin- fiziert werden. Jagdhunde dürfen niemals in eine Schweinehaltung und der Jäger selbst sollte nach der Jagd ein zweitägiges Betretungsverbot beach- ten. Die Jäger sind außerdem aufgefordert, alle sogenannten Indikatortiere, also verendete und Auch Bürger und Bürgerinnen, die auf den ersten Blick keinen Bezug zu Haus- oder Wildschweinen haben, können mithelfen und einen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten. In betroffenen Ge- bieten müssen die Anordnungen der kommunalen Veterinärbehörden unbedingt beachtet werden. Hunde müssen deshalb angeleint werden. Außer- dem kann es nötig sein, Einschränkungen bei Frei- zeitaktivitäten anzuordnen und Wege, Ufer oder Grillplätze zu sperren. Wer beispielsweise über den Geruch auf einen Wildschweinkadaver auf- merksam wird, sollte diesen nicht berühren, da er infektiös sein kann. Kadaverfunde sollten statt- dessen direkt beim Jagdausübungsberechtigten oder dem regional zuständigen Veterinäramt der Kreisverwaltung gemeldet werden. Die ASP kann auch durch Lebensmittel übertragen werden. Nicht durcherhitztes Schweinefleisch von infizierten Tieren, zum Beispiel Salami oder Roh- schinken, stellt ein Risiko dar. Deshalb gilt: • keine Fleisch- oder Wurstwaren aus dem Ur- laub mitbringen • Speisereste, die beispielsweise beim Wandern, Campen oder am Rastplatz anfallen, nicht in der freien Natur hinterlassen, sondern nur in gut geschlossenen Müllbehältern entsorgen • keine Essensreste an Haus- oder Wildschwei- nen verfüttern und diese hiervon fernhalten • Auch Ernte- und Pflegehelferinnen und –Helfer aus ASP-Gebieten werden gebeten, die Maß- nahmen einzuhalten. Die Aufrechterhaltung dieser Maßnahmen ist bis auf Weiteres erforderlich, um einerseits eine Aus- breitung der ASP und andererseits neue Punktein- träge zu verhindern. Blauzungenkrankheit: Neuer Serotyp 3 breitet sich aus Im Jahr 2024 traten in Rheinland-Pfalz erstmals Infektionen mit der Blauzungenkrankheit vom Se- rotyp 3 (BTV 3) auf. Die Blauzungenkrankheit ist eine Infektionskrankheit, die überwiegend wäh- rend der warmen Jahreszeit nicht von Tier zu Tier, sondern durch stechende Insekten (Gnitzen) über- tragen wird. Das Gegenmittel der Wahl ist, die Tiere gegen die Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. Die Impfstoffe sind serotypspezifisch und vermitteln keine Kreuzimmunität. Alternativ, aber deutlich weniger wirksam, können die Tiere auch mit Repellentien vor Vektorangriffen geschützt werden. Erreger ist das Bluetongue-Virus, ein Orbivirus, das in 24 verschiedenen Serotypen vorkommt. Be- troffene Tiere zeigen Symptome wie Fieber, Apa- thie, Fressunlust und einen deutlichen Rückgang der Milchleistung. Darüber hinaus treten eine Schwellung des Kopfes und der Zunge, Rötungen und Schwellungen an der Maulschleimhaut und an der Haut des Kronsaums der Gelenke auf, die mit Lahmheiten einhergehen. Auch Fehlgeburten werden beobachtet. Im Herbst 2023 waren zunächst in den Nieder- landen und im weiteren Verlauf des Jahres auch in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ver- lustreiche BTV-3-Infektionen aufgetreten. Da die verfügbaren Impfstoffe gegen BTV keine Kreuz- immunität gegen den Serotyp 3 erzeugen, konn- ten empfängliche Tierarten zunächst nicht ge- impft werden. Mit Beginn der Hauptaktivität der Gnitzen in den Sommermonaten 2024 stiegen die Fallzahlen wieder an. Mittlerweile gilt ganz Deutschland als nicht mehr frei von der Blauzun- genkrankheit. Rheinland-Pfalz verlor den Frei- heitsstatus am 8. Mai 2024. Im weiteren Jahres- verlauf wurden auch in Rheinland-Pfalz sehr viele BTV-3-Ausbrüche verzeichnet. Dabei waren so- wohl Nutztiere wie Rinder, Schafe, Ziegen, Bisons und Neuweltkamele als auch Wildtiere wie Rot- hirsch, Reh und Mufflon sowie Zootiere wie Wi- sent und Yak betroffen. 9

Mit Nützlingen gärtnern

<p> So gärtnern Sie mit Nützlingen <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, so dass Nützlinge angelockt werden und darin Nahrung und Wohnraum finden.</li> <li>Tolerieren Sie Schädlinge als Teil der Nahrungskette, solange sie nicht massenhaft auftreten.</li> <li>Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>⁠. Diese können der Umwelt und Ihren Gartenmitbewohnern schaden.</li> </ul> Gewusst wie <p>Werden <strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a></strong> gegen Schädlingsbefall eingesetzt, kann das gravierende Auswirkungen auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Denn Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Zudem schaden sie indirekt auch anderen Lebewesen, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Beispielsweise können Marienkäfer durch bestimmte Insektizide nicht nur direkt getötet werden, sondern sie werden auch durch den Nahrungsmangel gefährdet, wenn Blattläuse vernichtet werden. In der Folge fehlen die Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer wieder an anderer Stelle, ein Teufelskreislauf. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.</p> <p>Auch chemisch-synthetische <strong>Düngemittel</strong> können negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben indem sie beispielsweise Bodenlebewesen beeinträchtigen. Zudem resultiert aus der Herstellung und dem Transport synthetischer Düngemittel eine negative Klimabilanz. Nutzen Sie stattdessen organischen Dünger, der Ihnen vor Ort zur Verfügung steht, z.B. Kompost, Mist, Grünschnitt, Laub. Organisches Material "füttert" die Bodenlebewesen, welche wiederum an der Humusbildung beteiligt sind. Lebendiger, humoser Boden bietet Ihren Pflanzen wertvolle Nährstoffe und ist somit ein bedeutender Baustein für die Pflanzengesundheit.</p> <p><strong>Respekt vor jedem Lebewesen:</strong> Alle Organismen haben ihren Platz in der Nahrungskette und wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Nur aus der Perspektive des Menschen erscheint der eine als "nützlich" und der andere als "schädlich". Bedenken Sie, dass Lebewesen nicht nur "schlechte" oder nur "gute" Eigenschaften haben. Zum Beispiel verursachen nur wenige Arten der Gallmücke Schäden an Ihrer Ernte. Dagegen sind viele Gallmücken-Arten nützlich. Weil ihre Larven Blattläuse vertilgen, werden sie gezielt im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Zudem bestäuben sie Pflanzen und dienen Vögeln als Futter. Reißt der Mensch ein kleines Loch in das komplexe Netz der Natur, hat das weitreichende Auswirkungen.</p> <p><strong>Jeder Quadratmeter zählt: </strong>Nützlinge können sich nur dann im Garten ansiedeln und vermehren, wenn sie langfristig Futter und Wohnraum finden. Selbst wenn Ihnen nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, lohnt sich die Anlage eines Mini-Biotops. Da viele Arten nur einen relativ kleinen Bewegungsradius haben, können solche Trittsteine für deren weitere Ausbreitung sehr wertvoll sein. Vielleicht können Sie auch Ihre Nachbarn von einer naturnahen Gartengestaltung überzeugen, so entsteht in der Summe ein vernetzter, artenreicher Lebensraum.</p> Tipps zur Bepflanzung <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kornblume_biene_melani_marfeld_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Pflanzen Sie heimische, insektenfreundliche Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an. </strong> Quelle: Melani Marfeld / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/sonnenhut_ungefuellte_bluete_marek_studzinski_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten. </strong> Quelle: Marek Studzinski / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/fruehblueher_krokus_annette_meyer_from_pixabay_0.jpg"> </a> <strong> Notration: Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten. </strong> Quelle: Annette Meyer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pfaffenhuetchen_ingrid_und_stefan_melichar_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> "Tiere pflanzen": Besondere Partnerschaften zwischen Pflanzen und Tieren </strong> Quelle: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schnittlauch_bluete_marius_kristensen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen. </strong> Quelle: Marius Kristensen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenschere_carlotta_silvestrini_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Rückschnitt: Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück. </strong> Quelle: Carlotta Silvestrini / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/mahd_sense_emi_lija_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Mahd: Mähen Sie Wiesen nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. </strong> Quelle: emi lija / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/laub_herbst_garten_peggychoucair_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall). </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/efeu_fassade_garten_bernhard_schuermann_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Vertikales Gärtnern: Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terrassen. </strong> Quelle: Bernhard Schürmann / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hyazinthe_mulch_cornell_fruehauf_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bodenschutz: Bedecken Sie den Boden mit Bodendeckern, Untersaaten oder organischem Mulch. </strong> Quelle: Cornell Frühauf / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/permakultur_jan-kraus-co2sflwwnrm-unsplash.jpg"> </a> <strong> Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten. </strong> Quelle: Jan Kraus / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einpflanzen_garten_delynn_talley_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Klimaschutz. </strong> Quelle: Delynn Talley / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Pflanzen Sie heimische Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an.</strong> Eine Vielfalt an heimischen Stauden und Gehölzen bietet Insekten, Vögeln, aber auch Fledermäusen und Kleinsäugern, Nahrung und Lebensraum. Insbesondere dichte Hecken und stachelige Sträucher bieten Vögeln Schutz vor Katzen und anderen Beutegreifern. Auch Vogelfutter sollte nicht gekauft, sondern selbst angepflanzt werden (z.B. Sonnenblumen, Mohn, Holunder, Sanddorn). Hier finden Sie Empfehlungen für <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">bienenfreundliche Pflanzen</a>, für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">insektenfreundliche Pflanzen</a> und für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/voegel/22389.html">vogelfreundliche Gehölze</a>.</li> <li><strong>Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten.</strong> Bei gefüllten Blüten haben sich die Staub- und / oder Fruchtblätter zu Blütenblättern umgebildet. Dadurch produzieren diese Blüten weniger oder gar keinen Nektar und keinen Pollen mehr. Zudem können solche Blütenblätter den Tieren den Weg zu den Staubgefäßen und zum Nektar versperren.</li> <li><strong>Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten.</strong> Das sind z.B. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, und Spätblüher wie Fette Henne, Sonnenblume und Ringelblume. Frühblüher bieten vielen Nützlingen, z.B. Schwebfliegen und Florfliegen, ein erstes Nahrungsangebot und sind somit entscheidend für deren weitere Entwicklung.</li> <li><strong>Auch Vögel brauchen ganzjährig Futter.</strong> Im Winter fressen sie z.B. gern Hagebutten sowie Früchte vom Holunder und Weißdorn. Besonders wertvoll ist der Efeu: er blüht im Herbst, wenn Insekten wenig andere Nahrung finden, und trägt Früchte im zeitigen Frühjahr, was Amseln, Drosseln und Stare anlockt. Um zu blühen und Früchte zu tragen muss der Efeu aber mindestens acht Jahre alt sein.</li> <li><strong>"Tiere pflanzen": </strong>Mit der Wahl von ganz bestimmten Pflanzen können Sie ganz bestimmte Tiere anlocken, da diese sich über Jahrmillionen aneinander angepasst haben. Pflanzen Sie z.B. ein Pfaffenhütchen, dann können Sie bestimmt im Herbst Rotkehlchen an den rot leuchtenden Früchten beobachten. Pflanzen Sie einen Blasenstrauch, werden dessen große gelbe Blüten bald die Blauschwarze Holzbiene anlocken.</li> <li><strong>Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.</strong> Solche Pflanzen öffnen ihre Blüten erst abends und verströmen einen besonderen Duft. Beispiele hierfür sind die Nachtkerze, Borretsch, Wegwarte und Schnittlauch. Nahrungspflanzen für Nachtfalter oder deren Raupen sind z.B. Himbeeren, Brombeeren, Berberitze und Hartriegel. Finden nachtaktive Insekten ausreichend Nahrungspflanzen, dann profitieren davon auch die Fledermäuse.</li> <li><strong>Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück.</strong> Viele Insekten, wie auch Eier und Puppen von Schmetterlingen, überwintern in oder an den Stängeln. Durch einen Rückschnitt im Herbst würden Sie die Überwinterungsformen zerstören.</li> <li><strong>Hecken, Büsche und Bäume dürfen nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar zurückgeschnitten oder gerodet werden. </strong>Diese Regelung dient dem Schutz brütender Vögel und ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 festgelegt. Bevor Sie Gehölze im Winter roden sollten Sie unter diesen unbedingt nach winterschlafenden Igeln suchen, um diese nicht zu stören oder gar zu verletzen.</li> <li><strong>Mähen Sie Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen.</strong> Nutzen Sie dafür schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Sie können beispielsweise um besonders nützliche Pflanzen drumherum mähen oder hübsche Muster in die Fläche hineinschneiden. Oder Sie mähen einfach nach dem Prinzip „Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang). Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Wertvoll sind auch Altgrasstreifen, also Teilflächen, die ein Jahr lang gar nicht gemäht werden. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden. Sie können es kompostieren, als Mulch auf Beeten, unter Gebüschen oder auf Baumscheiben ausbringen, oder als Tierfutter verwenden. Verzichten Sie auf eine Düngung Ihrer Wiese - je magerer desto artenreicher!</li> <li><strong>Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall).</strong> Laub dient Bäumen und Bodenlebewesen langfristig als Nahrung, trägt zur Humusbildung bei, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Soll Laub von bestimmten Flächen, wie z.B. Wegen und Einfahrten, entfernt werden, kann es an anderer Stelle wieder ausgebracht werden (z.B. als Mulch auf Beeten, unter Hecken und Sträuchern). Ganz wichtig sind Laubhaufen als Winterquartier für z.B. Igel und Amphibien. Laub kann auch als Einstreu und Winterfutter für Haustiere dienen.</li> <li><strong>Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terassen. </strong>Insekten und Vögel finden hierin Futter und Wohnraum. Das sogenannte "vertikale Gärtnern" hat auch viele andere Vorteile. Es kann die Wärmedämmung von Gebäuden verbessern und als Lärmschutzbarriere dienen, es spart Platz und sorgt für Abkühlung im Sommer. Bei richtiger Pflanzenwahl und intaktem Mauerwerk sind keine Gebäudeschäden zu erwarten. Lassen Sie sich vorher von <a href="https://www.gebaeudegruen.info/wissen-und-ressourcen/gebaeudebegruenung/">Experten</a> beraten!</li> <li><strong>Bedecken Sie den Boden ganzjährig, z.B. mit Mulch, Untersaaten oder Bodendeckern.</strong> Mulch kann aus den verschiedensten Materialien bestehen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielweise als Düngung: durch Mist und Rasenschnitt wird viel Stickstoff zugeführt. Oder zum Pflanzenschutz: Schafwolle und Sägespäne halten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> fern. Oder als Lebensraum: Holzhackschnitzel dienen als Brutstätte für Käfer, welche wiederum die Leibspeise von Igeln sind. Mit Rindenmulch oder Tannennadeln kann der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens gesenkt werden, z.B. für den Anbau von Heidelbeeren. Mulch dient außerdem als Verdunstungsschutz, reguliert die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodentemperatur">Bodentemperatur</a>, schützt vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> und hält unerwünschten Bewuchs fern.</li> <li><strong>Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten.</strong> Sie werden viele Vorteile entdecken, z.B. eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Der Begriff <a href="https://www.permakultur.de/was-ist-permakultur">Permakultur</a> leitet sich von "permanent agriculture" ab und steht für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensweise. Diese Philosophie nimmt natürliche Ökosysteme als Vorbild und leitet daraus Bewirtschaftungsweisen ab, die zu langfristig stabilen, sich selbst erhaltenden Systemen führen.</li> <li><strong>Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>.</strong> Kaufen Sie nur solche Erden und Substrate, die als „<a href="https://www.torffrei.info/?gad_source=1">torffrei</a>“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Sogar Heidelbeeren, die in saurer Erde angebaut werden müssen, kann man torffrei anbauen. Im Gartenfachhandel finden Sie torffreie Erden speziell für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.</li> </ul> Kleine Biotope gestalten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/steinhaufen_garten_ron_porter_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bausteine im Naturgarten: Totholz, Steine und wilde Ecken bieten Lebensraum für viele Tiere. </strong> Quelle: Ron Porter / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kompost_manfred_antranias_zimmer_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Komposthaufen an. </strong> Quelle: Manfred Antranias Zimmer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/eidechse_totholz_katja_fissel_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Totholz: Lassen Sie alte und abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong> Quelle: Katja Fissel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenteich_david_seifert_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Gartenteich an. </strong> Quelle: David Seifert / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/regentonne_werner_augustin_jukel_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Klimafit: Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser. </strong> Quelle: Werner Augustin Jukel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brombeeren_m._h._auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong> Quelle: M. H. / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Integrieren Sie kleine Biotope in Ihrem Garten: Trockenmauern, viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, Laubhaufen, ein Sandarium, dichtes Gestrüpp und ein paar wilde Ecken. </strong>Diese <a href="https://www.mein-biotop.de/biotop-bausteine">Bausteine</a> bieten vielen Tierarten Nahrung und Wohnraum.</li> <li><strong>Legen Sie einen Komposthaufen an.</strong> Hier entsteht nicht nur wertvolle Gartenerde, sondern auch ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a> für zahlreiche Kleinstlebewesen. Auch Igel, Ringelnattern und Erdkröten mögen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/nachhaltig-gaertnern-kompost-komposterde">Komposthaufen</a>. Nicht nur wegen des reichen Nahrungsangebotes, sondern auch wegen der Wärme, die bei der Verrottung entsteht.</li> <li><strong>Lassen Sie alte bzw. abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong>Dort finden z.B. Fledermäuse und Höhlenbrüter Nahrung und Wohnraum. Totholz ist auch für viele gefährdete Insektenarten sehr wertvoll. Die wertvollsten ökologischen Nischen bietet besonntes, aufrechtstehendes Totholz (mit Rinde) von Laubbäumen. Abgestorbene Gehölze lassen sich auch mit Kletterpflanzen verschönern. Mit den richtigen Schnitttechniken können so über die Jahre kreative Figuren entstehen. Auch die Wurzelballen abgestorbener Bäume sind ein wertvoller Lebensraum, z.B. für Käfer. Als Ersatz dafür können Sie auch einen "<a href="https://keep-it-gruen.de/kaeferkeller/">Käferkeller</a>" bauen.</li> <li><strong>Legen Sie einen Gartenteich an. </strong>Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen, denn die fressen den Laich von Amphibien sowie zahlreiche Insekten und deren Larven. Ein naturnah gestalteter Teich zieht auch Fledermäuse an. Sie kommen in der Dämmerung, um Beute zu jagen und ihren Durst zu stillen.</li> <li><strong>Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser.</strong> So können Sie die Folgen extremer Wetterereignisse wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> über das Jahr etwas abfedern. Außerdem mögen Pflanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung">Regenwasser</a> viel lieber als das Wasser aus dem Hahn.</li> <li><strong>Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong>Ein <a href="https://www.urbane-waldgaerten.de/das-projekt/#was">Waldgarten</a> ist ein Garten, der, wie ein Wald, in mehreren Höhenstufen aufgebaut ist. Waldgärten dienen der Nahrungserzeugung, leisten aber auch einen großen Beitrag zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Schutz der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>. Durch die Vielfalt eines Waldgartens entwickelt sich ein stabiles System, in dem Nahrungsmittel auch unter zukünftigen schwierigen Bedingungen angebaut werden können.</li> </ul> Hilfe für tierische Gartenbewohner <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/vogeltraenke_wasserschalejohn-apps-0p7p3gm5g_u-unsplash.jpg"> </a> <strong> Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere im Garten bereit. </strong> Quelle: John Apps / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/nistkasten_rotschwanz_juergen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse lassen sich kaufen oder auch selbst bauen. </strong> Quelle: Jürgen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/katze_garten_sandra_kapella_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen. </strong> Quelle: Sandra Kapella / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pool_abgedeckt_alexa_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen und nicht allein herauskommen. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/garten_abends_ivan-prokhorov-g90swyfphgy-unsplash_2-min.jpg"> </a> <strong> Licht aus: Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten. </strong> Quelle: Ivan Prokhorov / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hedgehog-1759027_1920_alexa_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Igel brauchen Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken im Garten. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/maulwurf_dirk_beekir_schumacher_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Respektieren Sie Maulwürfe – sie sind geschützt und dürfen nicht gestört oder getötet werden. </strong> Quelle: Dirk Schumacher / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/spitzmaus_rpn_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser. </strong> Quelle: RPN / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Bild1.jpg"> </a> <strong> Eidechsen brauchen sonnige Stein- oder Totholzhaufen. Ihre Eier legen sie im Sand ab. </strong> Quelle: Boloria / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Insektenhotel_A.%20Krebs_Pixabay.jpg"> </a> <strong> Insektennisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong> Quelle: A. Krebs / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hummel_hermann_kollinger_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Blüten als Nahrungsquelle. </strong> Quelle: Hermann Kollinger / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/marienkaefer_valentin_bouvet_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind. </strong> Quelle: Valentin Bouvet / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brennnessel_raupe_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. </strong> Quelle: Helga / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ameisen_tworkowsky_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. </strong> Quelle: Tworkowsky / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwanze_peggychoucair_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht. </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <ul> <li><strong>Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere bereit.</strong> Eine größere Schale auf dem Boden dient Igeln als Tränke und Vögeln als Badestelle. Für Vögel besteht allerdings eine hohe Ansteckungsgefahr an stark frequentierten Wasserstellen. Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß gereinigt werden. Hängende Tränkeflaschen sind für Vögel eine keimarme Alternative. Und auch Insekten haben Durst! Legen Sie Steine, Hölzchen oder Moos in eine kleine Wasserschale, damit die Insekten darin nicht ertrinken.</li> <li><strong>Auch im Winter schätzen Vögel eine eisfreie Wasserstelle sehr.</strong> Damit das Wasser nicht gefriert, können Sie es mehrmals täglich wechseln oder eine beheizbare (Vogel-)Tränke im Handel kaufen. Aus einem runden Pflanzstein, in den Sie eine Grabkerze stellen und ein nicht-brennbares Gefäß darauf stellen, können Sie auch selbst eine winterfeste Vogeltränke basteln.</li> <li><strong>Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse können Sie kaufen oder auch selbst bauen. </strong>Beachten Sie dabei genau die <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/">Bauanleitungen </a>und die Empfehlungen zum Aufhängen der Kästen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind alle heimischen Vogelarten „besonders geschützt“ und alle Fledermausarten „streng geschützt“. Der Schutz bezieht sich auch auf ihre Nester. Es ist also ganzjährig verboten, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.</li> <li><strong>Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen.</strong> Katzen töten jährlich viele Millionen Vögel und andere Kleintiere wie z.B. Eidechsen. Insbesondere verwilderte Hauskatzen sind problematisch, weil sie ihren Nahrungsbedarf ausschließlich über die Jagd decken müssen. Lassen Sie Ihre Hauskatze kastrieren und unterstützen Sie Tierschutzverbände bei Kastrationsprogrammen für verwilderte Katzen. Eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern hilft nicht nur den Vögeln, sondern auch den Katzen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Katze zumindest von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, denn dann sind die meisten hilflosen Jungvögel unterwegs. Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden.</li> <li><strong>Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen können und nicht mehr allein herauskommen. </strong>Das sind z.B. Kellertreppen, Lichtschächte, Gruben, Gullys, Gartenteiche und Swimmingpools. Decken Sie solche Todesfallen ab (z.B. mit engmaschigem Drahtgitter), verschließen Sie die Zugänge, oder bauen Sie kleine <a href="https://www.infofauna.ch/de/nationale-koordinationsstellen/amphibien-karch/gefaehrdung-und-schutz/schutzmassnahmen#uebersicht">Ausstiegshilfen</a> für die Tiere (z.B. Ausstiegsrampen, Krallmatten). Auch Fledermäuse können in Regentonnen ertrinken oder sich durch angekippte Fenster in Räume verirren, aus denen sie nicht mehr herausfinden.</li> <li><strong>Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten.</strong> Manche Insekten werden davon magisch angezogen und umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Dabei werden sie von der Nahrungsaufnahme und Partnersuche abgehalten. Beispielsweise können Glühwürmchen bei künstlichem Licht ihre leuchtenden Partner nicht finden, stattdessen fliegen sie orientierungslos von Lampe zu Lampe. Lichtverschmutzung beeinträchtigt auch die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen. Nutzen Sie im Freiland keine UV-"Insektenkillerlampen".</li> <li><strong>Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Klebefallen</a> verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über einem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen.</li> <li><strong>Igel brauchen Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und wilde Ecken im Garten. </strong>Igel benötigen mehrere Sommerschlafplätze und einen besonders geeigneten Platz für den Winterschlaf. Dafür nutzen sie gerne Komposthaufen, Reisighaufen, große Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Im Handel angebotene Igelhäuser sind dagegen nicht ohne Weiteres als Winterschlafplatz geeignet. Igel sind reine Insektenfresser, am liebsten fressen sie Käfer. Diese finden sie unter anderem im Totholz, unter Laub, im dichten Gestrüpp und unter Holzhackschnitzeln. Schnecken werden nur in Ermangelung von geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Wenn Sie Igel zufüttern wollen, erkundigen Sie sich unbedingt vorher über <a href="https://www.pro-igel.de/template/elemente/395/original/IWK4.5_Ernaehrung.pdf">geeignete Futtermittel</a>. Bedenken Sie, dass Zufütterung nur eine Notlösung ist. Langfristig können Sie dem Igel nur durch eine naturnahe Gartengestaltung helfen. Verzichten Sie auch auf Schneckenkorn und Rattengift. Die Nahrungssuche gestaltet sich für den Igel immer schwieriger. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der Internationalen Roten Liste erstmals als "potenziell gefährdet". Die Gründe sind vielfältig: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>, Insektensterben, Pestizideinsatz, naturferne Gartengestaltung und der Straßenverkehr. In den letzten Jahren gab es zudem sehr viele schwerstverletzte Igel durch Mähgeräte, insbesondere durch Mähroboter. Mähen Sie nicht unter dichten Hecken und Gebüschen, dort richten sich Igel gern ihre Sommerschlafplätze ein und ziehen ihre Jungen auf. Schalten Sie Mähroboter unbedingt ab, sobald der Abend dämmert und Igel auf Futtersuche gehen. Igel müssen weite Strecken zurücklegen um Nahrung und Partner zu finden. Gestalten Sie deshalb Ihre Grundstücksgrenzen so, dass Igel hindurchwandern können. Ein Durchlass für Igel muß mindestens 10 x 10 cm groß sein. Maschendrahtzäune, Gitterzäune und stromführende Weidenetze können für Igel zur Todesfalle werden! In Zäune können Sie beispielsweise ein <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/media/pages/naturschutz/igel-bahn-frei-fur-stacheltrager/09433991f7-1718186035/2024-igeltor-v7-druck-web.pdf">Igeltor</a> bauen. Stromführende Litzen von Weidezäunen sollten mindestens 20 cm hoch hängen. Bevor Sie einen Holzhaufen anzünden (z.B. Osterfeuer) besteht die Pflicht, diesen am Tag des Feuers umzuschichten. <a href="https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/">Igel gefunden:</a> Immer, wenn Sie tagsüber Igel finden, immer, wenn Sie verletzte Igel oder verwaiste Jungigel finden, und immer, wenn Sie im Spätherbst Igel finden, die weniger als 600 Gramm wiegen, brauchen diese fachkundige Hilfe! Wenden Sie sich an Igelstationen, Wildtierauffangstationen oder an einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt! Anlaufstellen und Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie in der <a href="https://www.wildtier-sos.de/">App "Wildtier SOS"</a>.</li> <li><strong>Respektieren Sie Maulwürfe! Sie sind nach Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“ und dürfen somit weder gestört, gefangen noch getötet werden.</strong> Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Weil der Maulwurf in vielen Gärten vertrieben und illegal getötet wird, findet er inzwischen in Deutschland kaum noch Lebensraum. Experten gehen von einem <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/maulwurf">starken Bestandsrückgang</a> aus. Dabei sind Maulwürfe sehr nützlich. Sie belüften den Boden und fressen z.B. Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Dulden Sie das kleine Tier bei sich und freuen Sie sich, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><strong>Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser.</strong> Sie fressen keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln, sondern Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Wenn sie nur zwei Stunden keine Nahrung finden, verhungern sie. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><strong>Eidechsen sind selten geworden – mit wenig Aufwand schaffen Sie passenden Lebensraum im Garten.</strong> Errichten Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IAvyVCQSKb0">Burgen</a> aus Totholz oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle. Eidechsen brauchen diese zum Sonnenbaden. Katzen sind gefährliche Eidechsen-Jäger. Als Schutz dienen kleine Versteck-Nischen, Sie können auch Dornenäste oder notfalls Maschendraht verwenden. Zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Aoiq9eHkUU">Eiablage</a> brauchen Eidechsen eine sonnige Sandstelle. Diese sollte ganz in der Nähe der Wohnstätte liegen, denn Eidechsen sind ortstreu und bewegen sich nur wenige Meter. Schaffen Sie Lebensraum für Insekten, denn davon ernähren sich Eidechsen. Beim Mähen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Mähen Sie deshalb zu den Zeiten, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen).</li> <li><strong>Kröten und Molche sind </strong><a href="https://www.bielefeld.de/amphibien"><strong>vielen Gefahren</strong></a><strong> ausgesetzt. Betrachten Sie Ihr Grundstück mal aus der Froschperspektive! </strong>Amphibien profitieren von einem Gartenteich, auch wenn er nur klein ist. Wichtig sind flache Uferbereiche und der Verzicht auf Fischbesatz. Schaffen Sie viele Versteckmöglichkeiten, z.B. Laubhaufen, Totholz, dichtes Gestrüpp. Fördern Sie Insekten, denn davon ernähren sich Amphibien. Beachten Sie die oben genannten Hinweise zur Mahd und zur Absicherung von Todesfallen (z.B. Kellerschächte, Gullys). Amphibien müssen jährlich zu ihren Laichgewässern wandern. Gestalten Sie Ihre Grundstücksgrenzen dementsprechend so, dass sie passierbar sind. Verzichten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>. Amphibien reagieren aufgrund ihrer speziellen Haut ganz besonders empfindlich auf Chemikalien. Hier finden Sie <a href="https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/amphibien-im-keller-oder-lichtschacht-gefunden#publication">praktische Tipps zum Amphibienschutz im Garten</a>.</li> <li><strong>Insekten-Nisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong>Viele im Handel angebotenen Insektenhotels sind aufgrund des verwendeten Materials oder der Bauweise <a href="https://www.wildbienen.info/artenschutz/untaugliche_nisthilfen_A.php">ungeeignet</a>! Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf oder <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html">Bau von Insekten-Nisthilfen</a>. Die Mehrheit der Wildbienenarten nistet übrigens gar nicht in Insektenhotels. Für <a href="https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/wildbienen-nisthilfe-anleitung-materialien-tipps/">Wildbienen</a> können Sie ein <a href="https://www.wildbienen-und-co.de/hilfe-fuer-wildbienen/sandarium/">Sandarium</a> an einem sonnigen Platz anlegen.</li> <li><strong>Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein </strong><a href="https://www.nabu-suedbaden.de/app/download/7949326363/HundertHummelpflanzenScrift.pdf?t=1658492575"><strong>geeignete Nahrungspflanzen</strong></a><strong>.</strong> Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten sind Hummeln schon im Februar unterwegs. Pflanzen Sie deshalb eine Kornelkirsche, denn die blüht bereits im Februar. Klee und Taubnesseln bieten dagegen bis weit in den Herbst hinein Pollen und Nektar. Finden Sie im Februar oder März eine erschöpfte Hummel, dann ist das vielleicht eine Königin, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und noch kein Futter findet. Mit einem Löffel lauwarmen Zuckerwasser können Sie das Tier in so einem Notfall retten - und damit auch ihr ganzes Volk.</li> <li><strong>Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind.</strong> Insbesondere nach der Winterruhe ist das ihre wichtigste Nahrungsquelle. Bieten Sie Marienkäfern geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li><strong>Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.</strong> Schmetterlinge locken Sie in Ihren Garten, wenn Sie nicht nur den erwachsenen Faltern <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">geeignete Nahrungspflanzen</a> anbieten, sondern vor allem auch deren Raupen. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten. Sie saugen auch gern an fauligem Obst. Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Fetthenne, Ampfer, Weiden, Schlehen und Heidelbeeren. Die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten ist jedoch die Brennnessel. Einige Raupen sind aber auch Nahrungsspezialisten. So sind die Raupen des Schwalbenschwanzes beispielsweise auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Petersilie spezialisiert.</li> <li><strong>Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. </strong>Sie lockern den Boden, sind an der Humusbildung beteiligt und vertilgen Aas. Außerdem dienen sie vielen Tieren als proteinreiche Nahrung. So ist beispielsweise der auf Obstwiesen vorkommende Grünspecht auf Ameisen spezialisiert. Einige Pflanzen sind sogar bei ihrer Vermehrung auf Ameisen angewiesen, zum Beispiel Schneeglöckchen. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest und vertilgen dort deren fetthaltige Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Die Samen selbst werden danach von den Arbeiterinnen als Abfall in der Umgebung entsorgt – und so entstehen neue Schneeglöckchen.</li> <li><strong>Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht.</strong> Die geselligen Tiere lieben die Samen von Linden und Malven und sonnen sich gerne unter diesen Pflanzen. Auch das Paarungsritual, bei dem zwei Tiere an den Hinterteilen viele Stunden zusammenhängen, vollziehen sie gerne in großer Gesellschaft. Die Mütter kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs. Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren und kommunizieren über Duftstoffe. Laub, Totholz und Steinhaufen bieten ihnen Unterschlupf.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1-min-min.png"> </a> <strong> Nützlingsfreundliche Gartengestaltung </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) Kommerzieller Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus und Garten <p>Zusätzlich zu den Nützlingen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, können Sie einige Arten auch im Fachhandel kaufen und gezielt zum Pflanzenschutz ausbringen. Viele Nützlinge lassen sich gegen mehrere Schädlingsarten einsetzen und vermehren sich oft selbst weiter, solange noch Schädlinge als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Fast 90 Nützlings-Arten (2016) stehen in Deutschland zum kommerziellen Einsatz im Pflanzenbau (insbesondere Obst, Gemüse und Zierpflanzen) zur Verfügung. Die meisten Arten werden im Gewächshaus eingesetzt. Der Einsatz im Freiland ist vergleichsweise dazu teurer und weniger effizient.</p> <p><strong>Doch Vorsicht:</strong> Setzen Sie gekaufte Nützlinge nur ein, wenn Sie sicher sind, dass die jeweiligen Arten und Unterarten hier heimisch sind und wenn die Tiere frei von Krankheiten sind. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für den Einsatz im Garten sondern auch für den Einsatz im Haus und im Gewächshaus, weil die Tiere unter Umständen daraus entweichen können. <strong>Bestenfalls verzichten Sie ganz auf den Kauf von Nützlingen.</strong> Fördern Sie stattdessen die natürlich vorkommenden Arten indem Sie Lebensraum schaffen. Das schont den Geldbeutel, verursacht weniger Aufwand und ist langfristig die sinnvollste Methode.</p> <p>Am Beispiel des <strong>Asiatischen Marienkäfers</strong> (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) wird deutlich, wie gut gemeinter Nützlingseinsatz langfristig großen Schaden an der heimischen Tierwelt anrichten kann. In den 80er Jahren wurde er zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt. Doch er konnte den Gewächshäusern entkommen und vermehrt sich seitdem rasant im Freiland – sowohl in den USA, wie auch in Europa und vor allem auch in Deutschland. In der USA ist er inzwischen die am häufigsten vorkommende Marienkäferart und auch in Deutschland hat er sich flächendeckend ausgebreitet. Dabei verdrängt er heimische Marienkäfer und andere Käferarten. Was macht ihn so "erfolgreich"? Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, <a href="https://www.mpg.de/7245718/asiatische-Marienkaefer">dass die Hämolymphe (eine Flüssigkeit, welche die Käfer bei Bedrohung absondern) des Asiatischen Marienkäfers besondere Inhaltsstoffe enthält</a>. Diese machen ihn nicht nur resistent gegen Parasiten, sondern können zudem heimische Käferarten infizieren und zu deren Tod führen. Außerdem hat der Asiatische Marienkäfer eine viel höhere Vermehrungsrate als heimische Marienkäfer und kann zudem bei Blattlausmangel auf andere Beute umstellen.</p> <p>Ein weiteres Beispiel für die Problematik des kommerziellen Nützlingseinsatzes sind <strong>Zuchthummeln</strong>. Diese werden im professionellen Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung eingesetzt und sind inzwischen auch für Hobbygärtner*innen erhältlich. Die Vorfahren der Zuchthummeln stammen aus der Türkei und aus Griechenland (z.B. die Unterart <em>Bombus terrestris dalmatinus</em>). In der Natur können die speziell gezüchteten Tiere nachhaltig Schaden anrichten. Zum einen konkurrieren die Zuchthummeln mit heimischen Hummelarten und verdrängen diese langfristig. <a href="https://www.researchgate.net/publication/51422333_Does_Pathogen_Spillover_from_Commercially_Reared_Bumble_Bees_Threaten_Wild_Pollinators">Zum anderen können sie ihre wilden Verwandten mit Krankheitserregern infizieren.</a> In der kommerziellen Hummelzucht werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten, dadurch wird die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Gelangen die Zuchthummeln dann ins Freiland, können sie auf ihre Artgenossen Krankheiten übertragen, gegen die letztere nicht gewappnet sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage</strong></p> <p>Das Ausbringen von Tieren wird in Deutschland im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__40.html">Bundesnaturschutzgesetz § 40</a> geregelt. Grundsätzlich bedarf das Ausbringen von Tieren, mit einigen Ausnahmen, der Genehmigung der zuständigen Behörde. Werden Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes ausgebracht, ist keine Genehmigung notwendig, wenn die Arten "in dem betreffenden Gebiet in freier Natur in den letzten 100 Jahren vorkommen oder vorkamen". Für nicht-einheimische Arten ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) notwendig. Die Genehmigung wird jedoch versagt, wenn durch die beantragte Art eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten nicht auszuschließen ist.</p> <p>Eine Zulassungspflicht, so wie sie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> besteht, gibt es für Nützlinge derzeit nicht. Auch besondere Auflagen oder Vorschriften für die Anwendung von Nützlingen bestehen nicht. Anbieter von Nützlingen sind auch nicht verpflichtet, ihre Absatzmengen zu melden. Somit fehlt den Behörden eine Übersicht über die tatsächlich eingesetzten Mengen und Arten von Nützlingen.</p> <p>In regelmäßigen Abständen erhebt das Julius Kühn-Institut (JKI) in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und veröffentlicht diese in einem Statusbericht. Darin enthalten sind auch Informationen zur kommerziellen Anwendung von Nützlingen. Aus den oben beschriebenen Gründen sind die Daten jedoch lückenhaft. Der aktuellste Statusbericht ist von 2018 und kann <a href="https://www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/pflanzenschutzmassnahmen/biologischer-pflanzenschutz">HIER</a> eingesehen werden.</p> </p><p> So gärtnern Sie mit Nützlingen <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, so dass Nützlinge angelockt werden und darin Nahrung und Wohnraum finden.</li> <li>Tolerieren Sie Schädlinge als Teil der Nahrungskette, solange sie nicht massenhaft auftreten.</li> <li>Verzichten Sie auf chemisch-synthetische Dünger und ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>⁠. Diese können der Umwelt und Ihren Gartenmitbewohnern schaden.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Werden <strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a></strong> gegen Schädlingsbefall eingesetzt, kann das gravierende Auswirkungen auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a> haben. Denn Insektizide können nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge töten. Zudem schaden sie indirekt auch anderen Lebewesen, indem sie deren Nahrungsgrundlage zerstören. Beispielsweise können Marienkäfer durch bestimmte Insektizide nicht nur direkt getötet werden, sondern sie werden auch durch den Nahrungsmangel gefährdet, wenn Blattläuse vernichtet werden. In der Folge fehlen die Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer wieder an anderer Stelle, ein Teufelskreislauf. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.</p> <p>Auch chemisch-synthetische <strong>Düngemittel</strong> können negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben indem sie beispielsweise Bodenlebewesen beeinträchtigen. Zudem resultiert aus der Herstellung und dem Transport synthetischer Düngemittel eine negative Klimabilanz. Nutzen Sie stattdessen organischen Dünger, der Ihnen vor Ort zur Verfügung steht, z.B. Kompost, Mist, Grünschnitt, Laub. Organisches Material "füttert" die Bodenlebewesen, welche wiederum an der Humusbildung beteiligt sind. Lebendiger, humoser Boden bietet Ihren Pflanzen wertvolle Nährstoffe und ist somit ein bedeutender Baustein für die Pflanzengesundheit.</p> <p><strong>Respekt vor jedem Lebewesen:</strong> Alle Organismen haben ihren Platz in der Nahrungskette und wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Nur aus der Perspektive des Menschen erscheint der eine als "nützlich" und der andere als "schädlich". Bedenken Sie, dass Lebewesen nicht nur "schlechte" oder nur "gute" Eigenschaften haben. Zum Beispiel verursachen nur wenige Arten der Gallmücke Schäden an Ihrer Ernte. Dagegen sind viele Gallmücken-Arten nützlich. Weil ihre Larven Blattläuse vertilgen, werden sie gezielt im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Zudem bestäuben sie Pflanzen und dienen Vögeln als Futter. Reißt der Mensch ein kleines Loch in das komplexe Netz der Natur, hat das weitreichende Auswirkungen.</p> <p><strong>Jeder Quadratmeter zählt: </strong>Nützlinge können sich nur dann im Garten ansiedeln und vermehren, wenn sie langfristig Futter und Wohnraum finden. Selbst wenn Ihnen nur kleine Flächen zur Verfügung stehen, lohnt sich die Anlage eines Mini-Biotops. Da viele Arten nur einen relativ kleinen Bewegungsradius haben, können solche Trittsteine für deren weitere Ausbreitung sehr wertvoll sein. Vielleicht können Sie auch Ihre Nachbarn von einer naturnahen Gartengestaltung überzeugen, so entsteht in der Summe ein vernetzter, artenreicher Lebensraum.</p> Tipps zur Bepflanzung <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kornblume_biene_melani_marfeld_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Pflanzen Sie heimische, insektenfreundliche Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an. </strong> Quelle: Melani Marfeld / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/sonnenhut_ungefuellte_bluete_marek_studzinski_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten. </strong> Quelle: Marek Studzinski / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/fruehblueher_krokus_annette_meyer_from_pixabay_0.jpg"> </a> <strong> Notration: Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten. </strong> Quelle: Annette Meyer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pfaffenhuetchen_ingrid_und_stefan_melichar_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> "Tiere pflanzen": Besondere Partnerschaften zwischen Pflanzen und Tieren </strong> Quelle: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/schnittlauch_bluete_marius_kristensen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen. </strong> Quelle: Marius Kristensen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenschere_carlotta_silvestrini_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Rückschnitt: Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück. </strong> Quelle: Carlotta Silvestrini / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/mahd_sense_emi_lija_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Mahd: Mähen Sie Wiesen nur ein bis zwei Mal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen. </strong> Quelle: emi lija / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/laub_herbst_garten_peggychoucair_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall). </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/efeu_fassade_garten_bernhard_schuermann_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Vertikales Gärtnern: Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terrassen. </strong> Quelle: Bernhard Schürmann / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hyazinthe_mulch_cornell_fruehauf_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bodenschutz: Bedecken Sie den Boden mit Bodendeckern, Untersaaten oder organischem Mulch. </strong> Quelle: Cornell Frühauf / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/permakultur_jan-kraus-co2sflwwnrm-unsplash.jpg"> </a> <strong> Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten. </strong> Quelle: Jan Kraus / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/einpflanzen_garten_delynn_talley_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Klimaschutz. </strong> Quelle: Delynn Talley / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Pflanzen Sie heimische Gewächse und legen Sie mehrjährige Blühflächen an.</strong> Eine Vielfalt an heimischen Stauden und Gehölzen bietet Insekten, Vögeln, aber auch Fledermäusen und Kleinsäugern, Nahrung und Lebensraum. Insbesondere dichte Hecken und stachelige Sträucher bieten Vögeln Schutz vor Katzen und anderen Beutegreifern. Auch Vogelfutter sollte nicht gekauft, sondern selbst angepflanzt werden (z.B. Sonnenblumen, Mohn, Holunder, Sanddorn). Hier finden Sie Empfehlungen für <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">bienenfreundliche Pflanzen</a>, für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">insektenfreundliche Pflanzen</a> und für <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/voegel/22389.html">vogelfreundliche Gehölze</a>.</li> <li><strong>Achten Sie beim Kauf von Zierpflanzen auf Sorten mit ungefüllten Blüten.</strong> Bei gefüllten Blüten haben sich die Staub- und / oder Fruchtblätter zu Blütenblättern umgebildet. Dadurch produzieren diese Blüten weniger oder gar keinen Nektar und keinen Pollen mehr. Zudem können solche Blütenblätter den Tieren den Weg zu den Staubgefäßen und zum Nektar versperren.</li> <li><strong>Setzen Sie gezielt Pflanzen ein, die Insekten auch in schwierigen Zeiten Nahrung bieten.</strong> Das sind z.B. Frühblüher wie Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, und Spätblüher wie Fette Henne, Sonnenblume und Ringelblume. Frühblüher bieten vielen Nützlingen, z.B. Schwebfliegen und Florfliegen, ein erstes Nahrungsangebot und sind somit entscheidend für deren weitere Entwicklung.</li> <li><strong>Auch Vögel brauchen ganzjährig Futter.</strong> Im Winter fressen sie z.B. gern Hagebutten sowie Früchte vom Holunder und Weißdorn. Besonders wertvoll ist der Efeu: er blüht im Herbst, wenn Insekten wenig andere Nahrung finden, und trägt Früchte im zeitigen Frühjahr, was Amseln, Drosseln und Stare anlockt. Um zu blühen und Früchte zu tragen muss der Efeu aber mindestens acht Jahre alt sein.</li> <li><strong>"Tiere pflanzen": </strong>Mit der Wahl von ganz bestimmten Pflanzen können Sie ganz bestimmte Tiere anlocken, da diese sich über Jahrmillionen aneinander angepasst haben. Pflanzen Sie z.B. ein Pfaffenhütchen, dann können Sie bestimmt im Herbst Rotkehlchen an den rot leuchtenden Früchten beobachten. Pflanzen Sie einen Blasenstrauch, werden dessen große gelbe Blüten bald die Blauschwarze Holzbiene anlocken.</li> <li><strong>Bereichern Sie Ihren Garten auch mit Pflanzen, die nachtaktiven Insekten als Nahrung dienen.</strong> Solche Pflanzen öffnen ihre Blüten erst abends und verströmen einen besonderen Duft. Beispiele hierfür sind die Nachtkerze, Borretsch, Wegwarte und Schnittlauch. Nahrungspflanzen für Nachtfalter oder deren Raupen sind z.B. Himbeeren, Brombeeren, Berberitze und Hartriegel. Finden nachtaktive Insekten ausreichend Nahrungspflanzen, dann profitieren davon auch die Fledermäuse.</li> <li><strong>Schneiden Sie Stauden erst im Frühjahr zurück.</strong> Viele Insekten, wie auch Eier und Puppen von Schmetterlingen, überwintern in oder an den Stängeln. Durch einen Rückschnitt im Herbst würden Sie die Überwinterungsformen zerstören.</li> <li><strong>Hecken, Büsche und Bäume dürfen nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28. Februar zurückgeschnitten oder gerodet werden. </strong>Diese Regelung dient dem Schutz brütender Vögel und ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 festgelegt. Bevor Sie Gehölze im Winter roden sollten Sie unter diesen unbedingt nach winterschlafenden Igeln suchen, um diese nicht zu stören oder gar zu verletzen.</li> <li><strong>Mähen Sie Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr, damit die Pflanzen zur Blüte kommen.</strong> Nutzen Sie dafür schneidende Werkzeuge (z.B. Balkenmäher, Sensen) statt rotierender Werkzeuge (z.B. Rasenmäher, Freischneider). So reduzieren Sie die Anzahl der getöteten Insekten um ein Vielfaches. Eine Schnitthöhe von 14 Zentimetern lässt auch Amphibien und Reptilien eine Überlebenschance. Mähen Sie nie alle Flächen gleichzeitig. Lassen Sie immer einige Rückzugsräume, indem Sie Flächen zeitlich oder räumlich versetzt mähen. Sie können beispielsweise um besonders nützliche Pflanzen drumherum mähen oder hübsche Muster in die Fläche hineinschneiden. Oder Sie mähen einfach nach dem Prinzip „Vokuhila" (vorne kurz, hinten lang). Besonders im Winter sind ungemähte Flächen wichtig, denn dort überdauern viele Insekten bzw. deren Larven, Eier oder Puppen. Wertvoll sind auch Altgrasstreifen, also Teilflächen, die ein Jahr lang gar nicht gemäht werden. Das Mähgut sollte nach zwei Tagen von der Fläche entfernt werden. Sie können es kompostieren, als Mulch auf Beeten, unter Gebüschen oder auf Baumscheiben ausbringen, oder als Tierfutter verwenden. Verzichten Sie auf eine Düngung Ihrer Wiese - je magerer desto artenreicher!</li> <li><strong>Entfernen Sie im Herbst das heruntergefallene Laub nur in Ausnahmen (z.B. bei Krankheitsbefall).</strong> Laub dient Bäumen und Bodenlebewesen langfristig als Nahrung, trägt zur Humusbildung bei, schützt den Boden vor Austrocknung und bietet vielen Tieren einen Lebensraum. Soll Laub von bestimmten Flächen, wie z.B. Wegen und Einfahrten, entfernt werden, kann es an anderer Stelle wieder ausgebracht werden (z.B. als Mulch auf Beeten, unter Hecken und Sträuchern). Ganz wichtig sind Laubhaufen als Winterquartier für z.B. Igel und Amphibien. Laub kann auch als Einstreu und Winterfutter für Haustiere dienen.</li> <li><strong>Begrünen Sie Fassaden und Dächer, Carports, Zäune und Terassen. </strong>Insekten und Vögel finden hierin Futter und Wohnraum. Das sogenannte "vertikale Gärtnern" hat auch viele andere Vorteile. Es kann die Wärmedämmung von Gebäuden verbessern und als Lärmschutzbarriere dienen, es spart Platz und sorgt für Abkühlung im Sommer. Bei richtiger Pflanzenwahl und intaktem Mauerwerk sind keine Gebäudeschäden zu erwarten. Lassen Sie sich vorher von <a href="https://www.gebaeudegruen.info/wissen-und-ressourcen/gebaeudebegruenung/">Experten</a> beraten!</li> <li><strong>Bedecken Sie den Boden ganzjährig, z.B. mit Mulch, Untersaaten oder Bodendeckern.</strong> Mulch kann aus den verschiedensten Materialien bestehen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Beispielweise als Düngung: durch Mist und Rasenschnitt wird viel Stickstoff zugeführt. Oder zum Pflanzenschutz: Schafwolle und Sägespäne halten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/nacktschnecken">Nacktschnecken</a> fern. Oder als Lebensraum: Holzhackschnitzel dienen als Brutstätte für Käfer, welche wiederum die Leibspeise von Igeln sind. Mit Rindenmulch oder Tannennadeln kann der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> des Bodens gesenkt werden, z.B. für den Anbau von Heidelbeeren. Mulch dient außerdem als Verdunstungsschutz, reguliert die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodentemperatur">Bodentemperatur</a>, schützt vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a> und hält unerwünschten Bewuchs fern.</li> <li><strong>Wenden Sie die Prinzipien der Permakultur an, indem Sie beispielsweise auf das Umgraben verzichten.</strong> Sie werden viele Vorteile entdecken, z.B. eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit und eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Der Begriff <a href="https://www.permakultur.de/was-ist-permakultur">Permakultur</a> leitet sich von "permanent agriculture" ab und steht für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensweise. Diese Philosophie nimmt natürliche Ökosysteme als Vorbild und leitet daraus Bewirtschaftungsweisen ab, die zu langfristig stabilen, sich selbst erhaltenden Systemen führen.</li> <li><strong>Gärtnern Sie torffrei, denn der Erhalt der Moore ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a>.</strong> Kaufen Sie nur solche Erden und Substrate, die als „<a href="https://www.torffrei.info/?gad_source=1">torffrei</a>“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Sogar Heidelbeeren, die in saurer Erde angebaut werden müssen, kann man torffrei anbauen. Im Gartenfachhandel finden Sie torffreie Erden speziell für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.</li> </ul> Kleine Biotope gestalten <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/steinhaufen_garten_ron_porter_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Bausteine im Naturgarten: Totholz, Steine und wilde Ecken bieten Lebensraum für viele Tiere. </strong> Quelle: Ron Porter / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/kompost_manfred_antranias_zimmer_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Komposthaufen an. </strong> Quelle: Manfred Antranias Zimmer / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/eidechse_totholz_katja_fissel_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Totholz: Lassen Sie alte und abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong> Quelle: Katja Fissel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/gartenteich_david_seifert_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Legen Sie einen Gartenteich an. </strong> Quelle: David Seifert / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/regentonne_werner_augustin_jukel_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Klimafit: Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser. </strong> Quelle: Werner Augustin Jukel / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brombeeren_m._h._auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong> Quelle: M. H. / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Integrieren Sie kleine Biotope in Ihrem Garten: Trockenmauern, viel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, Laubhaufen, ein Sandarium, dichtes Gestrüpp und ein paar wilde Ecken. </strong>Diese <a href="https://www.mein-biotop.de/biotop-bausteine">Bausteine</a> bieten vielen Tierarten Nahrung und Wohnraum.</li> <li><strong>Legen Sie einen Komposthaufen an.</strong> Hier entsteht nicht nur wertvolle Gartenerde, sondern auch ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biotop">Biotop</a> für zahlreiche Kleinstlebewesen. Auch Igel, Ringelnattern und Erdkröten mögen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/nachhaltig-gaertnern-kompost-komposterde">Komposthaufen</a>. Nicht nur wegen des reichen Nahrungsangebotes, sondern auch wegen der Wärme, die bei der Verrottung entsteht.</li> <li><strong>Lassen Sie alte bzw. abgestorbene Bäume ganz oder teilweise stehen. </strong>Dort finden z.B. Fledermäuse und Höhlenbrüter Nahrung und Wohnraum. Totholz ist auch für viele gefährdete Insektenarten sehr wertvoll. Die wertvollsten ökologischen Nischen bietet besonntes, aufrechtstehendes Totholz (mit Rinde) von Laubbäumen. Abgestorbene Gehölze lassen sich auch mit Kletterpflanzen verschönern. Mit den richtigen Schnitttechniken können so über die Jahre kreative Figuren entstehen. Auch die Wurzelballen abgestorbener Bäume sind ein wertvoller Lebensraum, z.B. für Käfer. Als Ersatz dafür können Sie auch einen "<a href="https://keep-it-gruen.de/kaeferkeller/">Käferkeller</a>" bauen.</li> <li><strong>Legen Sie einen Gartenteich an. </strong>Verzichten Sie dabei auf den Besatz mit Fischen, denn die fressen den Laich von Amphibien sowie zahlreiche Insekten und deren Larven. Ein naturnah gestalteter Teich zieht auch Fledermäuse an. Sie kommen in der Dämmerung, um Beute zu jagen und ihren Durst zu stillen.</li> <li><strong>Sammeln Sie möglichst viel Regenwasser.</strong> So können Sie die Folgen extremer Wetterereignisse wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> über das Jahr etwas abfedern. Außerdem mögen Pflanzen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-eine-nachhaltige-regenwassernutzung">Regenwasser</a> viel lieber als das Wasser aus dem Hahn.</li> <li><strong>Zurück in die Zukunft: Entwickeln Sie einen multifunktionalen essbaren Waldgarten. </strong>Ein <a href="https://www.urbane-waldgaerten.de/das-projekt/#was">Waldgarten</a> ist ein Garten, der, wie ein Wald, in mehreren Höhenstufen aufgebaut ist. Waldgärten dienen der Nahrungserzeugung, leisten aber auch einen großen Beitrag zum <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> und zum Schutz der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/biodiversitaet">Biodiversität</a>. Durch die Vielfalt eines Waldgartens entwickelt sich ein stabiles System, in dem Nahrungsmittel auch unter zukünftigen schwierigen Bedingungen angebaut werden können.</li> </ul> Hilfe für tierische Gartenbewohner <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/vogeltraenke_wasserschalejohn-apps-0p7p3gm5g_u-unsplash.jpg"> </a> <strong> Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere im Garten bereit. </strong> Quelle: John Apps / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/nistkasten_rotschwanz_juergen_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse lassen sich kaufen oder auch selbst bauen. </strong> Quelle: Jürgen / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/katze_garten_sandra_kapella_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen. </strong> Quelle: Sandra Kapella / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/pool_abgedeckt_alexa_from_pixabay.jpg"> </a> <strong> Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen und nicht allein herauskommen. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/garten_abends_ivan-prokhorov-g90swyfphgy-unsplash_2-min.jpg"> </a> <strong> Licht aus: Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten. </strong> Quelle: Ivan Prokhorov / Unsplash <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/klebetafel_nabu_leipzig.jpg"> </a> <strong> Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong> Quelle: NABU Leipzig <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hedgehog-1759027_1920_alexa_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Igel brauchen Laubhaufen, Totholz und wilde Ecken im Garten. </strong> Quelle: Alexa / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/maulwurf_dirk_beekir_schumacher_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Respektieren Sie Maulwürfe – sie sind geschützt und dürfen nicht gestört oder getötet werden. </strong> Quelle: Dirk Schumacher / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/spitzmaus_rpn_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser. </strong> Quelle: RPN / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Bild1.jpg"> </a> <strong> Eidechsen brauchen sonnige Stein- oder Totholzhaufen. Ihre Eier legen sie im Sand ab. </strong> Quelle: Boloria / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/image/Insektenhotel_A.%20Krebs_Pixabay.jpg"> </a> <strong> Insektennisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong> Quelle: A. Krebs / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/hummel_hermann_kollinger_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein Blüten als Nahrungsquelle. </strong> Quelle: Hermann Kollinger / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/marienkaefer_valentin_bouvet_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind. </strong> Quelle: Valentin Bouvet / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/brennnessel_raupe_helga_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. </strong> Quelle: Helga / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ameisen_tworkowsky_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. </strong> Quelle: Tworkowsky / Pixabay <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwanze_peggychoucair_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht. </strong> Quelle: Peggychoucair / Pixabay Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <ul> <li><strong>Stellen Sie ganzjährig Wasser für die Tiere bereit.</strong> Eine größere Schale auf dem Boden dient Igeln als Tränke und Vögeln als Badestelle. Für Vögel besteht allerdings eine hohe Ansteckungsgefahr an stark frequentierten Wasserstellen. Deshalb muss das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß gereinigt werden. Hängende Tränkeflaschen sind für Vögel eine keimarme Alternative. Und auch Insekten haben Durst! Legen Sie Steine, Hölzchen oder Moos in eine kleine Wasserschale, damit die Insekten darin nicht ertrinken.</li> <li><strong>Auch im Winter schätzen Vögel eine eisfreie Wasserstelle sehr.</strong> Damit das Wasser nicht gefriert, können Sie es mehrmals täglich wechseln oder eine beheizbare (Vogel-)Tränke im Handel kaufen. Aus einem runden Pflanzstein, in den Sie eine Grabkerze stellen und ein nicht-brennbares Gefäß darauf stellen, können Sie auch selbst eine winterfeste Vogeltränke basteln.</li> <li><strong>Nistkästen für Vögel und Quartiere für Fledermäuse können Sie kaufen oder auch selbst bauen. </strong>Beachten Sie dabei genau die <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/">Bauanleitungen </a>und die Empfehlungen zum Aufhängen der Kästen. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind alle heimischen Vogelarten „besonders geschützt“ und alle Fledermausarten „streng geschützt“. Der Schutz bezieht sich auch auf ihre Nester. Es ist also ganzjährig verboten, sie zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.</li> <li><strong>Ein verantwortungsvoller Umgang mit freilebenden Katzen schützt Vögel und Eidechsen.</strong> Katzen töten jährlich viele Millionen Vögel und andere Kleintiere wie z.B. Eidechsen. Insbesondere verwilderte Hauskatzen sind problematisch, weil sie ihren Nahrungsbedarf ausschließlich über die Jagd decken müssen. Lassen Sie Ihre Hauskatze kastrieren und unterstützen Sie Tierschutzverbände bei Kastrationsprogrammen für verwilderte Katzen. Eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern hilft nicht nur den Vögeln, sondern auch den Katzen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Katze zumindest von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, denn dann sind die meisten hilflosen Jungvögel unterwegs. Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden.</li> <li><strong>Sichern Sie Stellen, in die Tiere wie Igel und Kröten hineinfallen können und nicht mehr allein herauskommen. </strong>Das sind z.B. Kellertreppen, Lichtschächte, Gruben, Gullys, Gartenteiche und Swimmingpools. Decken Sie solche Todesfallen ab (z.B. mit engmaschigem Drahtgitter), verschließen Sie die Zugänge, oder bauen Sie kleine <a href="https://www.infofauna.ch/de/nationale-koordinationsstellen/amphibien-karch/gefaehrdung-und-schutz/schutzmassnahmen#uebersicht">Ausstiegshilfen</a> für die Tiere (z.B. Ausstiegsrampen, Krallmatten). Auch Fledermäuse können in Regentonnen ertrinken oder sich durch angekippte Fenster in Räume verirren, aus denen sie nicht mehr herausfinden.</li> <li><strong>Verzichten Sie auf künstliche Lichtquellen im Garten.</strong> Manche Insekten werden davon magisch angezogen und umkreisen die Lichtquellen bis zur völligen Erschöpfung. Dabei werden sie von der Nahrungsaufnahme und Partnersuche abgehalten. Beispielsweise können Glühwürmchen bei künstlichem Licht ihre leuchtenden Partner nicht finden, stattdessen fliegen sie orientierungslos von Lampe zu Lampe. Lichtverschmutzung beeinträchtigt auch die Lebensrhythmen von Igeln, Vögeln und Fledermäusen. Nutzen Sie im Freiland keine UV-"Insektenkillerlampen".</li> <li><strong>Vorsicht beim Einsatz von Leimringen und Klebetafeln zur Schädlingsbekämpfung! </strong>Auch nützliche Insekten, kleine Singvögel und Fledermäuse bleiben daran kleben und verenden. Wenn Sie nicht auf <a href="https://www.nabu-leipzig.de/gruppen/arbeitskreis-ornithologie-und-vogelschutz/leimfallen/">Klebefallen</a> verzichten wollen, dann nutzen Sie diese nur kurzzeitig in der jeweiligen Aktivitätsphase des Schädlings. Entfernen Sie die Fallen danach umgehend. Mit dem Anbringen einer Gittermanschette über einem Leimring verhindern Sie, dass Vögel und Fledermäuse kleben bleiben. Im besten Fall verzichten Sie auf den Einsatz von Leimfallen.</li> <li><strong>Igel brauchen Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a> und wilde Ecken im Garten. </strong>Igel benötigen mehrere Sommerschlafplätze und einen besonders geeigneten Platz für den Winterschlaf. Dafür nutzen sie gerne Komposthaufen, Reisighaufen, große Laubhaufen oder dichtes Gebüsch. Im Handel angebotene Igelhäuser sind dagegen nicht ohne Weiteres als Winterschlafplatz geeignet. Igel sind reine Insektenfresser, am liebsten fressen sie Käfer. Diese finden sie unter anderem im Totholz, unter Laub, im dichten Gestrüpp und unter Holzhackschnitzeln. Schnecken werden nur in Ermangelung von geeigneter Nahrung gefressen. Sie übertragen Innenparasiten auf den Igel, die in Verbindung mit weiteren Stressoren zum Tod führen können. Wenn Sie Igel zufüttern wollen, erkundigen Sie sich unbedingt vorher über <a href="https://www.pro-igel.de/template/elemente/395/original/IWK4.5_Ernaehrung.pdf">geeignete Futtermittel</a>. Bedenken Sie, dass Zufütterung nur eine Notlösung ist. Langfristig können Sie dem Igel nur durch eine naturnahe Gartengestaltung helfen. Verzichten Sie auch auf Schneckenkorn und Rattengift. Die Nahrungssuche gestaltet sich für den Igel immer schwieriger. Seit 2024 gilt der westeuropäische Igel laut der Internationalen Roten Liste erstmals als "potenziell gefährdet". Die Gründe sind vielfältig: <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a>, Insektensterben, Pestizideinsatz, naturferne Gartengestaltung und der Straßenverkehr. In den letzten Jahren gab es zudem sehr viele schwerstverletzte Igel durch Mähgeräte, insbesondere durch Mähroboter. Mähen Sie nicht unter dichten Hecken und Gebüschen, dort richten sich Igel gern ihre Sommerschlafplätze ein und ziehen ihre Jungen auf. Schalten Sie Mähroboter unbedingt ab, sobald der Abend dämmert und Igel auf Futtersuche gehen. Igel müssen weite Strecken zurücklegen um Nahrung und Partner zu finden. Gestalten Sie deshalb Ihre Grundstücksgrenzen so, dass Igel hindurchwandern können. Ein Durchlass für Igel muß mindestens 10 x 10 cm groß sein. Maschendrahtzäune, Gitterzäune und stromführende Weidenetze können für Igel zur Todesfalle werden! In Zäune können Sie beispielsweise ein <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/media/pages/naturschutz/igel-bahn-frei-fur-stacheltrager/09433991f7-1718186035/2024-igeltor-v7-druck-web.pdf">Igeltor</a> bauen. Stromführende Litzen von Weidezäunen sollten mindestens 20 cm hoch hängen. Bevor Sie einen Holzhaufen anzünden (z.B. Osterfeuer) besteht die Pflicht, diesen am Tag des Feuers umzuschichten. <a href="https://www.pro-igel.de/kurative-igelhilfe/checkliste-fundigel/">Igel gefunden:</a> Immer, wenn Sie tagsüber Igel finden, immer, wenn Sie verletzte Igel oder verwaiste Jungigel finden, und immer, wenn Sie im Spätherbst Igel finden, die weniger als 600 Gramm wiegen, brauchen diese fachkundige Hilfe! Wenden Sie sich an Igelstationen, Wildtierauffangstationen oder an einen auf Wildtiere spezialisierten Tierarzt! Anlaufstellen und Erste Hilfe Maßnahmen finden Sie in der <a href="https://www.wildtier-sos.de/">App "Wildtier SOS"</a>.</li> <li><strong>Respektieren Sie Maulwürfe! Sie sind nach Bundesnaturschutzgesetz „besonders geschützt“ und dürfen somit weder gestört, gefangen noch getötet werden.</strong> Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Weil der Maulwurf in vielen Gärten vertrieben und illegal getötet wird, findet er inzwischen in Deutschland kaum noch Lebensraum. Experten gehen von einem <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/maulwurf">starken Bestandsrückgang</a> aus. Dabei sind Maulwürfe sehr nützlich. Sie belüften den Boden und fressen z.B. Schnecken, Engerlinge, Schnakenlarven und Wühlmausbabys. Dulden Sie das kleine Tier bei sich und freuen Sie sich, denn seine Anwesenheit zeigt, dass Ihr Boden gesund und lebendig ist.</li> <li><strong>Spitzmäuse sind keine Mäuse, sondern nützliche Insektenfresser.</strong> Sie fressen keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln, sondern Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Sie suchen den ganzen Tag über nach Nahrung, durch das ganze Jahr hinweg. Wenn sie nur zwei Stunden keine Nahrung finden, verhungern sie. Spitzmäuse leben in Stein- und Laubhaufen. Den Winter verbringen sie gern im warmen Kompost.</li> <li><strong>Eidechsen sind selten geworden – mit wenig Aufwand schaffen Sie passenden Lebensraum im Garten.</strong> Errichten Sie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IAvyVCQSKb0">Burgen</a> aus Totholz oder Steinen an einer sonnigen, ruhigen, vegetationsarmen Stelle. Eidechsen brauchen diese zum Sonnenbaden. Katzen sind gefährliche Eidechsen-Jäger. Als Schutz dienen kleine Versteck-Nischen, Sie können auch Dornenäste oder notfalls Maschendraht verwenden. Zur <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9Aoiq9eHkUU">Eiablage</a> brauchen Eidechsen eine sonnige Sandstelle. Diese sollte ganz in der Nähe der Wohnstätte liegen, denn Eidechsen sind ortstreu und bewegen sich nur wenige Meter. Schaffen Sie Lebensraum für Insekten, denn davon ernähren sich Eidechsen. Beim Mähen besteht eine hohe Verletzungsgefahr. Mähen Sie deshalb zu den Zeiten, in denen Eidechsen inaktiv sind und sich in ihren Verstecken aufhalten (morgens oder abends, nach Niederschlägen, an kalten Tagen).</li> <li><strong>Kröten und Molche sind </strong><a href="https://www.bielefeld.de/amphibien"><strong>vielen Gefahren</strong></a><strong> ausgesetzt. Betrachten Sie Ihr Grundstück mal aus der Froschperspektive! </strong>Amphibien profitieren von einem Gartenteich, auch wenn er nur klein ist. Wichtig sind flache Uferbereiche und der Verzicht auf Fischbesatz. Schaffen Sie viele Versteckmöglichkeiten, z.B. Laubhaufen, Totholz, dichtes Gestrüpp. Fördern Sie Insekten, denn davon ernähren sich Amphibien. Beachten Sie die oben genannten Hinweise zur Mahd und zur Absicherung von Todesfallen (z.B. Kellerschächte, Gullys). Amphibien müssen jährlich zu ihren Laichgewässern wandern. Gestalten Sie Ihre Grundstücksgrenzen dementsprechend so, dass sie passierbar sind. Verzichten Sie auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pestizide">Pestizide</a>. Amphibien reagieren aufgrund ihrer speziellen Haut ganz besonders empfindlich auf Chemikalien. Hier finden Sie <a href="https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/fragen-antworten/amphibien-im-keller-oder-lichtschacht-gefunden#publication">praktische Tipps zum Amphibienschutz im Garten</a>.</li> <li><strong>Insekten-Nisthilfen dienen nur bei geeigneter Bauweise als Überwinterungs- und Brutplatz. </strong>Viele im Handel angebotenen Insektenhotels sind aufgrund des verwendeten Materials oder der Bauweise <a href="https://www.wildbienen.info/artenschutz/untaugliche_nisthilfen_A.php">ungeeignet</a>! Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf oder <a href="https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html">Bau von Insekten-Nisthilfen</a>. Die Mehrheit der Wildbienenarten nistet übrigens gar nicht in Insektenhotels. Für <a href="https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildbienen/wildbienen-helfen/wildbienen-nisthilfe-anleitung-materialien-tipps/">Wildbienen</a> können Sie ein <a href="https://www.wildbienen-und-co.de/hilfe-fuer-wildbienen/sandarium/">Sandarium</a> an einem sonnigen Platz anlegen.</li> <li><strong>Hummeln brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein </strong><a href="https://www.nabu-suedbaden.de/app/download/7949326363/HundertHummelpflanzenScrift.pdf?t=1658492575"><strong>geeignete Nahrungspflanzen</strong></a><strong>.</strong> Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten sind Hummeln schon im Februar unterwegs. Pflanzen Sie deshalb eine Kornelkirsche, denn die blüht bereits im Februar. Klee und Taubnesseln bieten dagegen bis weit in den Herbst hinein Pollen und Nektar. Finden Sie im Februar oder März eine erschöpfte Hummel, dann ist das vielleicht eine Königin, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und noch kein Futter findet. Mit einem Löffel lauwarmen Zuckerwasser können Sie das Tier in so einem Notfall retten - und damit auch ihr ganzes Volk.</li> <li><strong>Marienkäfern helfen Sie am meisten, indem Sie tolerant gegen deren Leibspeise Blattläuse sind.</strong> Insbesondere nach der Winterruhe ist das ihre wichtigste Nahrungsquelle. Bieten Sie Marienkäfern geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, Totholz, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li><strong>Brennnesseln sind die wichtigste Futterpflanze für Schmetterlingsraupen.</strong> Schmetterlinge locken Sie in Ihren Garten, wenn Sie nicht nur den erwachsenen Faltern <a href="https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/raupenfutterpflanzen/">geeignete Nahrungspflanzen</a> anbieten, sondern vor allem auch deren Raupen. Die Falter ernähren sich hauptsächlich von Nektar und anderen süßen Flüssigkeiten. Sie saugen auch gern an fauligem Obst. Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Fetthenne, Ampfer, Weiden, Schlehen und Heidelbeeren. Die wichtigste Futterpflanze für die Raupen vieler Schmetterlingsarten ist jedoch die Brennnessel. Einige Raupen sind aber auch Nahrungsspezialisten. So sind die Raupen des Schwalbenschwanzes beispielsweise auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill und Petersilie spezialisiert.</li> <li><strong>Ameisen sind faszinierende Tiere und spielen eine wichtige Rolle im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/oekosystem">Ökosystem</a>. </strong>Sie lockern den Boden, sind an der Humusbildung beteiligt und vertilgen Aas. Außerdem dienen sie vielen Tieren als proteinreiche Nahrung. So ist beispielsweise der auf Obstwiesen vorkommende Grünspecht auf Ameisen spezialisiert. Einige Pflanzen sind sogar bei ihrer Vermehrung auf Ameisen angewiesen, zum Beispiel Schneeglöckchen. Die Ameisen tragen die Samen in ihr Nest und vertilgen dort deren fetthaltige Anhängsel, die sogenannten Elaiosome. Die Samen selbst werden danach von den Arbeiterinnen als Abfall in der Umgebung entsorgt – und so entstehen neue Schneeglöckchen.</li> <li><strong>Feuerwanzen sind weder schädlich noch gefährlich, auch in großer Anzahl nicht.</strong> Die geselligen Tiere lieben die Samen von Linden und Malven und sonnen sich gerne unter diesen Pflanzen. Auch das Paarungsritual, bei dem zwei Tiere an den Hinterteilen viele Stunden zusammenhängen, vollziehen sie gerne in großer Gesellschaft. Die Mütter kümmern sich intensiv um ihren Nachwuchs. Feuerwanzen ernähren sich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren und kommunizieren über Duftstoffe. Laub, Totholz und Steinhaufen bieten ihnen Unterschlupf.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1-min-min.png"> </a> <strong> Nützlingsfreundliche Gartengestaltung </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> Kommerzieller Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus und Garten <p>Zusätzlich zu den Nützlingen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, können Sie einige Arten auch im Fachhandel kaufen und gezielt zum Pflanzenschutz ausbringen. Viele Nützlinge lassen sich gegen mehrere Schädlingsarten einsetzen und vermehren sich oft selbst weiter, solange noch Schädlinge als Nahrungsgrundlage vorhanden sind. Fast 90 Nützlings-Arten (2016) stehen in Deutschland zum kommerziellen Einsatz im Pflanzenbau (insbesondere Obst, Gemüse und Zierpflanzen) zur Verfügung. Die meisten Arten werden im Gewächshaus eingesetzt. Der Einsatz im Freiland ist vergleichsweise dazu teurer und weniger effizient.</p> <p><strong>Doch Vorsicht:</strong> Setzen Sie gekaufte Nützlinge nur ein, wenn Sie sicher sind, dass die jeweiligen Arten und Unterarten hier heimisch sind und wenn die Tiere frei von Krankheiten sind. Das ist wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Das gilt nicht nur für den Einsatz im Garten sondern auch für den Einsatz im Haus und im Gewächshaus, weil die Tiere unter Umständen daraus entweichen können. <strong>Bestenfalls verzichten Sie ganz auf den Kauf von Nützlingen.</strong> Fördern Sie stattdessen die natürlich vorkommenden Arten indem Sie Lebensraum schaffen. Das schont den Geldbeutel, verursacht weniger Aufwand und ist langfristig die sinnvollste Methode.</p> <p>Am Beispiel des <strong>Asiatischen Marienkäfers</strong> (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) wird deutlich, wie gut gemeinter Nützlingseinsatz langfristig großen Schaden an der heimischen Tierwelt anrichten kann. In den 80er Jahren wurde er zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt. Doch er konnte den Gewächshäusern entkommen und vermehrt sich seitdem rasant im Freiland – sowohl in den USA, wie auch in Europa und vor allem auch in Deutschland. In der USA ist er inzwischen die am häufigsten vorkommende Marienkäferart und auch in Deutschland hat er sich flächendeckend ausgebreitet. Dabei verdrängt er heimische Marienkäfer und andere Käferarten. Was macht ihn so "erfolgreich"? Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, <a href="https://www.mpg.de/7245718/asiatische-Marienkaefer">dass die Hämolymphe (eine Flüssigkeit, welche die Käfer bei Bedrohung absondern) des Asiatischen Marienkäfers besondere Inhaltsstoffe enthält</a>. Diese machen ihn nicht nur resistent gegen Parasiten, sondern können zudem heimische Käferarten infizieren und zu deren Tod führen. Außerdem hat der Asiatische Marienkäfer eine viel höhere Vermehrungsrate als heimische Marienkäfer und kann zudem bei Blattlausmangel auf andere Beute umstellen.</p> <p>Ein weiteres Beispiel für die Problematik des kommerziellen Nützlingseinsatzes sind <strong>Zuchthummeln</strong>. Diese werden im professionellen Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung eingesetzt und sind inzwischen auch für Hobbygärtner*innen erhältlich. Die Vorfahren der Zuchthummeln stammen aus der Türkei und aus Griechenland (z.B. die Unterart <em>Bombus terrestris dalmatinus</em>). In der Natur können die speziell gezüchteten Tiere nachhaltig Schaden anrichten. Zum einen konkurrieren die Zuchthummeln mit heimischen Hummelarten und verdrängen diese langfristig. <a href="https://www.researchgate.net/publication/51422333_Does_Pathogen_Spillover_from_Commercially_Reared_Bumble_Bees_Threaten_Wild_Pollinators">Zum anderen können sie ihre wilden Verwandten mit Krankheitserregern infizieren.</a> In der kommerziellen Hummelzucht werden tausende Tiere auf engstem Raum gehalten, dadurch wird die Ausbreitung von Krankheitserregern begünstigt. Gelangen die Zuchthummeln dann ins Freiland, können sie auf ihre Artgenossen Krankheiten übertragen, gegen die letztere nicht gewappnet sind.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage</strong></p> <p>Das Ausbringen von Tieren wird in Deutschland im <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__40.html">Bundesnaturschutzgesetz § 40</a> geregelt. Grundsätzlich bedarf das Ausbringen von Tieren, mit einigen Ausnahmen, der Genehmigung der zuständigen Behörde. Werden Tiere zum Zweck des biologischen Pflanzenschutzes ausgebracht, ist keine Genehmigung notwendig, wenn die Arten "in dem betreffenden Gebiet in freier Natur in den letzten 100 Jahren vorkommen oder vorkamen". Für nicht-einheimische Arten ist eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfn">BfN</a>) notwendig. Die Genehmigung wird jedoch versagt, wenn durch die beantragte Art eine Gefährdung von Ökosystemen, Biotopen oder Arten nicht auszuschließen ist.</p> <p>Eine Zulassungspflicht, so wie sie für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> besteht, gibt es für Nützlinge derzeit nicht. Auch besondere Auflagen oder Vorschriften für die Anwendung von Nützlingen bestehen nicht. Anbieter von Nützlingen sind auch nicht verpflichtet, ihre Absatzmengen zu melden. Somit fehlt den Behörden eine Übersicht über die tatsächlich eingesetzten Mengen und Arten von Nützlingen.</p> <p>In regelmäßigen Abständen erhebt das Julius Kühn-Institut (JKI) in Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der Länder Daten zur Anwendung biologischer Pflanzenschutzverfahren und veröffentlicht diese in einem Statusbericht. Darin enthalten sind auch Informationen zur kommerziellen Anwendung von Nützlingen. Aus den oben beschriebenen Gründen sind die Daten jedoch lückenhaft. Der aktuellste Statusbericht ist von 2018 und kann <a href="https://www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/pflanzenschutzmassnahmen/biologischer-pflanzenschutz">HIER</a> eingesehen werden.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Das Tierschutzrecht - ein Überblick Zusammenstellung rechtlicher Regelungen zum Tierschutz Tierschutzgutachten/Tierschutzleitlinien Aus den Gerichtssälen Studien

Nur die Originaltexte sind rechtsverbindlich! Tierschutzgesetz Tierschutz-Hundeverordnung Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung Tierschutz-Transportverordnung EU - unmittelbar geltend Tierschutz-Transportverordnung Bund Tierschutz-Schlachtverordnung EU - unmittelbar geltend Tierschutz-Schlachtverordnung Bund Tierschutz-Versuchstierverordnung Fundtiererlass LSA (MBl. LSA 2015, 348) Gesetz zur Übertragung der Ermächtigung zur Festlegung von bestimmten Gebieten zum Schutz freilebender Katzen (GVBl. LSA 2019, 939) Im Auftrag des BMEL werden Gutachten (Leitlinien) über Mindestanforderungen an die Haltung von Tieren erarbeitet. Die Leitlinien sind nicht rechtsverbindlich. Sie unterstützen aber Tierhalter, zuständige Behörden und Gerichte bei der Entscheidung, ob eine Tierhaltung den Vorschriften des Gesetzes entspricht. Hier gelangen Sie direkt zu den Gutachten, Leitlinien und Europa-Ratsempfehlungen (Seite des Bundesministerium s für Ernährung und Landwirtschaft). Höchstrichterliche Rechtsprechung BVerfG 12.10.10  :  Käfighaltung von Legehennen BVerwG 13.06.2019 3C29.16: Töten männlicher Küken Obergerichtliche Entscheidungen KG Berlin 24.07.2009 (4) 1 Ss 235/09:  Kunstfreiheit VGH München 26.11.1999 CE 09.2903:  Schächten VGH Kassel 01.09.2011 8 A 396/10:  Stadttauben OVG Bremen 11.12.2012 1 A 180/10:  Tierversuchsrecht OVG NRW 20.05.2016 20 A 530/15:  Töten von Eintagsküken VG Berlin 23.09.2015 24 K 202.14: Qualzucht Nacktkatzen VG Berlin 15.02.2017 24 K 188.14:  Hälterung von Hummern VG Hannover 12.01.2017 1 B 7215/16 :  Kommunales Wildtierverbot für Zirkusaufführungen Gerichtliche Entscheidungen aus Sachsen-Anhalt OLG Naumburg 28.06.2011 2 Ss 82/11:  Tötung überschüssiger Zootiere OVG Magdeburg 24.11.2015 3 L 386/14:  Kastenstand AG Haldensleben 26.09.2016 3 Cs 224/15:  Hausfriedensbruch Aktivisten Zur weiteren Recherche von Tierschutzrechtsfällen steht auch die hessische Online-Datenbank zur Verfügung. Datenbank zur Recherche von Tierschutzrechtsfällen | tierschutz.hessen.de Thünen Working Paper 41 „Eine explorative Analyse der Zusammenarbeit zwischen Veterinärämtern und Staatsanwaltschaften bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz“

Silvester: ohne (viel) Schall und Rauch ins neue Jahr

<p> So starten Sie möglichst unbeschwert und umweltfreundlich ins neue Jahr <ul> <li><strong>Schauen Sie lieber zu:</strong> Das ist die umweltfreundliche, kostengünstige und entspannte Alternative, ein Feuerwerk an Silvester zu genießen.</li> <li>Bevorzugen Sie gut durchlüftete Standorte und halten Sie Abstand zu brennenden Feuerwerkskörpern.</li> </ul> <p>Wenn Sie selbst ein Feuerwerk abbrennen möchten:</p> <ul> <li>Kaufen Sie nur Feuerwerkskörper mit <strong>CE-Zeichen</strong>.</li> <li><strong>Nehmen Sie Rücksicht</strong> auf Nachbarn und (Haus-)Tiere.</li> <li>Räumen Sie den Abfall Ihres Feuerwerks zeitnah weg und <strong>entsorgen</strong> Sie diesen ordnungsgemäß.</li> </ul> Gewusst wie <p>Raketen und Böller gehören zum Jahreswechsel für viele Menschen fest zur Tradition. Der kurzen Freude am Feuerwerk stehen an Silvester sehr hohe gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastungen sowie Gefährdungen durch Lärm und Explosionen gegenüber. Hierdurch verursachte Verbrennungen, Augenverletzungen und Hörschädigungen sind leider keine Seltenheit. Hinzu kommen vermüllte Straßen und Parks durch Feuerwerkskörper, die Städte und Gemeinden jedes Jahr vor große Herausforderungen stellen.</p> <p><strong>Zuschauen statt Zündeln: </strong>Toll ein anderer macht‘s – darauf können Sie sich beim Silvesterfeuerwerk in Deutschland verlassen. Konkurrieren Sie deshalb nicht mit Ihren Nachbarn um das größte und teuerste Feuerwerk, sondern honorieren Sie deren Einsatz – durch Zuschauen. Das ist nicht nur entspannter, sondern spart Ihnen auf alle Fälle Kosten, schont die Umwelt und gibt Ihnen Zeit und Gelegenheit, mit Nachbarn gemütlich zu reden und auf das neue Jahr anzustoßen. Gegebenenfalls können Sie auch mit einem Spaziergang zu Aussichtspunkten einen besseren Blick auf das Geschehen erhalten und über den "Qualmwolken" stehen. Eine Alternative zum eigenen Feuerwerk stellen auch zentral organisierte Feuerwerke auf kommunaler Ebene dar.</p> <p><strong>Abstand halten und gut durchlüftete Standorte bevorzugen: </strong>Halten Sie ausreichend Abstand zu brennenden Feuerwerkskörpern und zu größeren Menschenansammlungen. So schützen Sie sich vor möglichen Verletzungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. In engen Gassen und Straßenzügen setzt sich Feinstaub besonders stark fest. Außerdem wird der Schall deutlich verstärkt. Aus Sicherheits- und Gesundheitsgründen sollten Sie deshalb solche Engstellen meiden.</p> Wenn Sie selbst ein Feuerwerk abbrennen möchten <p><strong>Produkte mit CE-Zeichen kaufen: </strong>Beim Kauf von Feuerwerk steht Sicherheit an erster Stelle. Achten Sie darauf, nur Produkte mit CE-Zeichen zu wählen – idealerweise aus Deutschland. Sie erkennen in Deutschland hergestellte Produkte daran, dass neben dem CE-Zeichen die vierstellige Zahl 0589 gedruckt ist. Dies ist die Kennnummer für die deutsche Prüfstelle BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung). Bevorzugen Sie möglichst geräuscharmes Feuerwerk. Es kann für stimmungsvolle Effekte sorgen und trotzdem die Lärmbelastung für Menschen und Tiere im Vergleich zu anderem Feuerwerk deutlich reduzieren.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ce-zeichen_feuerwerk_foto_privat.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf auf das CE-Zeichen, um sicheres und zugelassenes Feuerwerk zu identifizieren. </strong> Quelle: Maria Huber / Umweltbundesamt <p><strong>Rücksicht auf Nachbarn und (Haus)Tiere nehmen:</strong> Raketen und Böller verursachen Lärm, Schadstoffe und "dicke Luft". Dementsprechend gilt: Je weniger, desto besser. Jede Rakete, die nicht gezündet wird, bedeutet weniger Feinstaub in der Luft, weniger Lärm in der Nacht und weniger Müll auf den Straßen. Achten Sie beim Abbrennen von Feuerwerk auf ausreichend Abstand zu Menschen(gruppen). Nutzen Sie für das Feuerwerk gut durchlüftete und schalloffene Orte. Bedenken Sie, das die Silvesterknallerei für Haustiere wie Hunde und Katzen eine Qual ist, da sie ein feines Gehör haben.</p> <p><strong>Feuerwerksreste entsorgen: </strong>Das Verbot, Müll auf Straßen, öffentlichen Plätzen oder in der Landschaft zu entsorgen, gilt auch an Silvester. Räumen Sie deshalb die Reste Ihres Feuerwerks zeitnah und vollständig auf. Abgebrannte und abgekühlte Feuerwerkskörper (z.&nbsp;B. Mehrschussbatterien aus Pappe) gehören in den Restmüll. Auch wenn sie äußerlich harmlos wirken, enthalten sie oft noch giftige Rückstände und dürfen deshalb nicht ins Altpapier oder in die Wertstofftonne. Nicht vollständig abgebrannte Feuerwerkskörper enthalten noch explosionsgefährliche Stoffe. Die BAM empfiehlt deshalb, diese als Sonderabfall in einem Wertstoffhof abzugeben.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Ein traditionelles Orakel zum Jahreswechsel ist ohne giftiges <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/71838">Blei</a> mit ungefährlichen Alternativen wie Zinn- oder Wachsgießen möglich. Bleigießen ist seit 2018 verboten. Falls Sie noch alte Sets zum Bleigießen zu Hause finden, geben Sie diese in den Sondermüll.</li> <li>Starten Sie auf Ihrer Silvesterparty stilvoll und umweltfreundlich mit Mehrweg-Geschirr ins neue Jahr.</li> <li>Beachten Sie auch unsere weiteren <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>-Umwelttipps, zum Beispiel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/14011">Fisch</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/105171">klima- und umweltfreundlicher Ernährung</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12839">Lebensmittelverschwendung vermeiden</a> oder <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12609">Bus und Bahn fahren</a>.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwerkskoerper_alexander_fox_planet_fox_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nach dem Feuerwerk bleibt der Müll – räumen Sie ihn weg für saubere Straßen und eine gesunde Umwelt. </strong> Quelle: Alexander Fox / PlaNet Fox / Pixabay Hintergrund <p><strong>Umweltsituation: </strong>Feinstaub ist gesundheitsgefährdend. Die Silvesternacht ist in Deutschland in der Regel die Zeit mit der höchsten Feinstaubbelastung im Jahr. Allein in dieser Nacht werden nur durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern fast ein Prozent der gesamten Jahresemissionen von Feinstaub (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm10">PM10</a>) verursacht. Bei <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>-Emissionen sind es sogar rund 2 Prozent. PM10-Stundenwerte um 1.000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft (µg/m³) sind in der ersten Stunde des neuen Jahres in Großstädten keine Ausnahme. Mehr Informationen zur Feinstaubbelastung an Silvester finden Sie auf unserer Themenseite <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/16747">"Feinstaub durch Silvesterfeuerwerk"</a> oder in unserem Hintergrundpapier <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/silvesterfeuerwerk-einfluss-auf-mensch-umwelt">"Silvesterfeuerwerk: Einfluss auf Mensch und Umwelt"</a>.</p> <p>Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verursacht hohe Feinstaubbelastungen in Deutschland: rund 2.050 Tonnen PM10 pro Jahr, davon 1.700 Tonnen PM2,5. Rund 75 Prozent dieser Emissionen erfolgen in der Silvesternacht. Diese Mengen entsprechen knapp einem Prozent der insgesamt in Deutschland freigesetzten PM10-Menge pro Jahr bzw. 2 Prozent bei PM2,5. Die errechneten Emissionen beruhen auf den statistisch gemeldeten Import- und Exportmengen der in Deutschland zugelassenen Feuerwerkskörper.</p> <p>Wie schnell die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab. Kräftiger Wind hilft, die Schadstoffe rasch zu verteilen. Bei windschwachen Wettersituationen mit eingeschränktem vertikalen Luftaustausch verbleiben die Schadstoffe jedoch über viele Stunden in der Luft und reichern sich in den unteren Atmosphärenschichten an.</p> <p>Die enormen Müllmengen, die am Neujahrstag auf Straßen und Plätzen liegen, stellen Städte und Gemeinden jedes Jahr vor große Herausforderungen.</p> <p>Neben den sichtbaren Auswirkungen gibt es auch stille Opfer: Viele Haustiere reagieren panisch auf die lauten Knallgeräusche, und auch Wildtiere leiden unter dem plötzlichen Lärm und Licht – was zu erheblichen Störungen ihres natürlichen Verhaltens führen kann.</p> <p>Silvester ist aber auch gefährlich für unser Gehör. Denn unser Ohr ist zwar ein exzellentes, aber auch empfindliches Wahrnehmungsorgan. Sehr laute Knalle und Explosionen durch Feuerwerk können unmittelbar zu dauerhaften Gehörschäden führen. In Deutschland erleiden jährlich zirka 8.000 Menschen zu Silvester Schädigungen des Innenohrs durch Feuerwerkskörper. Viele dieser Menschen behalten bleibende Schäden.</p> <p><strong>Gesetzeslage: </strong>Die gesetzliche Grundlage für das Abfeuern von Feuerwerkskörpern stellt die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1.&nbsp;SprengV) dar. Darin ist in § 22 (1) festgehalten, dass der Verkauf von Feuerwerkskörpern an Verbraucher*innen jeweils nur vom 29. bis 31. Dezember erlaubt ist. Abgebrannt werden dürfen Feuerwerkskörper nur am 31. Dezember und 1. Januar durch volljährige Personen (§ 23 (2)). In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen ist das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen generell verboten (§ 23 (1).</p> </p><p> So starten Sie möglichst unbeschwert und umweltfreundlich ins neue Jahr <ul> <li><strong>Schauen Sie lieber zu:</strong> Das ist die umweltfreundliche, kostengünstige und entspannte Alternative, ein Feuerwerk an Silvester zu genießen.</li> <li>Bevorzugen Sie gut durchlüftete Standorte und halten Sie Abstand zu brennenden Feuerwerkskörpern.</li> </ul> <p>Wenn Sie selbst ein Feuerwerk abbrennen möchten:</p> <ul> <li>Kaufen Sie nur Feuerwerkskörper mit <strong>CE-Zeichen</strong>.</li> <li><strong>Nehmen Sie Rücksicht</strong> auf Nachbarn und (Haus-)Tiere.</li> <li>Räumen Sie den Abfall Ihres Feuerwerks zeitnah weg und <strong>entsorgen</strong> Sie diesen ordnungsgemäß.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Raketen und Böller gehören zum Jahreswechsel für viele Menschen fest zur Tradition. Der kurzen Freude am Feuerwerk stehen an Silvester sehr hohe gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastungen sowie Gefährdungen durch Lärm und Explosionen gegenüber. Hierdurch verursachte Verbrennungen, Augenverletzungen und Hörschädigungen sind leider keine Seltenheit. Hinzu kommen vermüllte Straßen und Parks durch Feuerwerkskörper, die Städte und Gemeinden jedes Jahr vor große Herausforderungen stellen.</p> <p><strong>Zuschauen statt Zündeln: </strong>Toll ein anderer macht‘s – darauf können Sie sich beim Silvesterfeuerwerk in Deutschland verlassen. Konkurrieren Sie deshalb nicht mit Ihren Nachbarn um das größte und teuerste Feuerwerk, sondern honorieren Sie deren Einsatz – durch Zuschauen. Das ist nicht nur entspannter, sondern spart Ihnen auf alle Fälle Kosten, schont die Umwelt und gibt Ihnen Zeit und Gelegenheit, mit Nachbarn gemütlich zu reden und auf das neue Jahr anzustoßen. Gegebenenfalls können Sie auch mit einem Spaziergang zu Aussichtspunkten einen besseren Blick auf das Geschehen erhalten und über den "Qualmwolken" stehen. Eine Alternative zum eigenen Feuerwerk stellen auch zentral organisierte Feuerwerke auf kommunaler Ebene dar.</p> <p><strong>Abstand halten und gut durchlüftete Standorte bevorzugen: </strong>Halten Sie ausreichend Abstand zu brennenden Feuerwerkskörpern und zu größeren Menschenansammlungen. So schützen Sie sich vor möglichen Verletzungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. In engen Gassen und Straßenzügen setzt sich Feinstaub besonders stark fest. Außerdem wird der Schall deutlich verstärkt. Aus Sicherheits- und Gesundheitsgründen sollten Sie deshalb solche Engstellen meiden.</p> Wenn Sie selbst ein Feuerwerk abbrennen möchten <p><strong>Produkte mit CE-Zeichen kaufen: </strong>Beim Kauf von Feuerwerk steht Sicherheit an erster Stelle. Achten Sie darauf, nur Produkte mit CE-Zeichen zu wählen – idealerweise aus Deutschland. Sie erkennen in Deutschland hergestellte Produkte daran, dass neben dem CE-Zeichen die vierstellige Zahl 0589 gedruckt ist. Dies ist die Kennnummer für die deutsche Prüfstelle BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung). Bevorzugen Sie möglichst geräuscharmes Feuerwerk. Es kann für stimmungsvolle Effekte sorgen und trotzdem die Lärmbelastung für Menschen und Tiere im Vergleich zu anderem Feuerwerk deutlich reduzieren.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/ce-zeichen_feuerwerk_foto_privat.jpg"> </a> <strong> Achten Sie beim Kauf auf das CE-Zeichen, um sicheres und zugelassenes Feuerwerk zu identifizieren. </strong> Quelle: Maria Huber / Umweltbundesamt </p><p> <p><strong>Rücksicht auf Nachbarn und (Haus)Tiere nehmen:</strong> Raketen und Böller verursachen Lärm, Schadstoffe und "dicke Luft". Dementsprechend gilt: Je weniger, desto besser. Jede Rakete, die nicht gezündet wird, bedeutet weniger Feinstaub in der Luft, weniger Lärm in der Nacht und weniger Müll auf den Straßen. Achten Sie beim Abbrennen von Feuerwerk auf ausreichend Abstand zu Menschen(gruppen). Nutzen Sie für das Feuerwerk gut durchlüftete und schalloffene Orte. Bedenken Sie, das die Silvesterknallerei für Haustiere wie Hunde und Katzen eine Qual ist, da sie ein feines Gehör haben.</p> <p><strong>Feuerwerksreste entsorgen: </strong>Das Verbot, Müll auf Straßen, öffentlichen Plätzen oder in der Landschaft zu entsorgen, gilt auch an Silvester. Räumen Sie deshalb die Reste Ihres Feuerwerks zeitnah und vollständig auf. Abgebrannte und abgekühlte Feuerwerkskörper (z.&nbsp;B. Mehrschussbatterien aus Pappe) gehören in den Restmüll. Auch wenn sie äußerlich harmlos wirken, enthalten sie oft noch giftige Rückstände und dürfen deshalb nicht ins Altpapier oder in die Wertstofftonne. Nicht vollständig abgebrannte Feuerwerkskörper enthalten noch explosionsgefährliche Stoffe. Die BAM empfiehlt deshalb, diese als Sonderabfall in einem Wertstoffhof abzugeben.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Ein traditionelles Orakel zum Jahreswechsel ist ohne giftiges <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/71838">Blei</a> mit ungefährlichen Alternativen wie Zinn- oder Wachsgießen möglich. Bleigießen ist seit 2018 verboten. Falls Sie noch alte Sets zum Bleigießen zu Hause finden, geben Sie diese in den Sondermüll.</li> <li>Starten Sie auf Ihrer Silvesterparty stilvoll und umweltfreundlich mit Mehrweg-Geschirr ins neue Jahr.</li> <li>Beachten Sie auch unsere weiteren <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>-Umwelttipps, zum Beispiel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/14011">Fisch</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/105171">klima- und umweltfreundlicher Ernährung</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12839">Lebensmittelverschwendung vermeiden</a> oder <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12609">Bus und Bahn fahren</a>.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/feuerwerkskoerper_alexander_fox_planet_fox_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Nach dem Feuerwerk bleibt der Müll – räumen Sie ihn weg für saubere Straßen und eine gesunde Umwelt. </strong> Quelle: Alexander Fox / PlaNet Fox / Pixabay </p><p> Hintergrund <p><strong>Umweltsituation: </strong>Feinstaub ist gesundheitsgefährdend. Die Silvesternacht ist in Deutschland in der Regel die Zeit mit der höchsten Feinstaubbelastung im Jahr. Allein in dieser Nacht werden nur durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern fast ein Prozent der gesamten Jahresemissionen von Feinstaub (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm10">PM10</a>) verursacht. Bei <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pm25">PM2,5</a>-Emissionen sind es sogar rund 2 Prozent. PM10-Stundenwerte um 1.000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft (µg/m³) sind in der ersten Stunde des neuen Jahres in Großstädten keine Ausnahme. Mehr Informationen zur Feinstaubbelastung an Silvester finden Sie auf unserer Themenseite <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/16747">"Feinstaub durch Silvesterfeuerwerk"</a> oder in unserem Hintergrundpapier <a href="https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/silvesterfeuerwerk-einfluss-auf-mensch-umwelt">"Silvesterfeuerwerk: Einfluss auf Mensch und Umwelt"</a>.</p> <p>Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verursacht hohe Feinstaubbelastungen in Deutschland: rund 2.050 Tonnen PM10 pro Jahr, davon 1.700 Tonnen PM2,5. Rund 75 Prozent dieser Emissionen erfolgen in der Silvesternacht. Diese Mengen entsprechen knapp einem Prozent der insgesamt in Deutschland freigesetzten PM10-Menge pro Jahr bzw. 2 Prozent bei PM2,5. Die errechneten Emissionen beruhen auf den statistisch gemeldeten Import- und Exportmengen der in Deutschland zugelassenen Feuerwerkskörper.</p> <p>Wie schnell die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab. Kräftiger Wind hilft, die Schadstoffe rasch zu verteilen. Bei windschwachen Wettersituationen mit eingeschränktem vertikalen Luftaustausch verbleiben die Schadstoffe jedoch über viele Stunden in der Luft und reichern sich in den unteren Atmosphärenschichten an.</p> <p>Die enormen Müllmengen, die am Neujahrstag auf Straßen und Plätzen liegen, stellen Städte und Gemeinden jedes Jahr vor große Herausforderungen.</p> <p>Neben den sichtbaren Auswirkungen gibt es auch stille Opfer: Viele Haustiere reagieren panisch auf die lauten Knallgeräusche, und auch Wildtiere leiden unter dem plötzlichen Lärm und Licht – was zu erheblichen Störungen ihres natürlichen Verhaltens führen kann.</p> <p>Silvester ist aber auch gefährlich für unser Gehör. Denn unser Ohr ist zwar ein exzellentes, aber auch empfindliches Wahrnehmungsorgan. Sehr laute Knalle und Explosionen durch Feuerwerk können unmittelbar zu dauerhaften Gehörschäden führen. In Deutschland erleiden jährlich zirka 8.000 Menschen zu Silvester Schädigungen des Innenohrs durch Feuerwerkskörper. Viele dieser Menschen behalten bleibende Schäden.</p> <p><strong>Gesetzeslage: </strong>Die gesetzliche Grundlage für das Abfeuern von Feuerwerkskörpern stellt die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1.&nbsp;SprengV) dar. Darin ist in § 22 (1) festgehalten, dass der Verkauf von Feuerwerkskörpern an Verbraucher*innen jeweils nur vom 29. bis 31. Dezember erlaubt ist. Abgebrannt werden dürfen Feuerwerkskörper nur am 31. Dezember und 1. Januar durch volljährige Personen (§ 23 (2)). In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen ist das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen generell verboten (§ 23 (1).</p> </p><p>Informationen für...</p>

Situation der rheinland-pfälzischen Tierheime

Situation der Tierheime, Personal, finanzielle Unterstützung mit Landesmitteln, Möglichkeit weiterer Finanzierung, Fördermöglichkeiten, Ausstattung, Aufnahmestopp in Tierheimen, Kennzeichnung und Registrierung von Katzen, Fundtierpauschale, Verbot des Online-Handels mit Tieren, Ausbildung der Tierheimmitarbeiter; Berichterstattung der Landesregierung im Ausschuss für Umwelt und Forsten

Umweltrelevante Belastungen durch die Haltung von Heim- und Begleittieren

In den letzten Jahren gewann die Katze sowohl als Haustier als auch als Tierheimtier immer mehr an Bedeutung. Die neuesten Zahlen ueber die in deutschen Haushalten lebenden Katzen belaufen sich auf mittlerweile 6 Millionen, im Vergleich zu 1992 mit ca 5 Millionen Katzen. Damit einhergehend nimmt auch die Zahl der freilaufenden und verwilderten Tiere drastisch zu, wie Zahlen aus Umfragen belegen. Von 1993 bis 1996 hat sich die Zahl der in Tierheimen Ostdeutschlands aufgenommenen Katzen um durchschnittlich 43 Prozent erhoeht, wobei 71 Prozent der aufgenommenen Katzen zur Gruppe der streunenden und freilebenden Katzen gehoeren. Neben einer extremen Belastung der Tierheime und hohen Kosten der Fang- und Vermittlungsversuche, hat dieses Problem vor allem hygienische Relevanz. Zu den von Katzen auf den Menschen uebertragbaren Infektionen (Zoonosen) gehoeren ua die Echinokokkose, die die Katzenkratzkrankheit, Katzenpocken, Mikrosporie (Trichophytie), Raeudemilben und insbesondere die Toxopasmose. Hier kommt es durch freillebende verwilderte Katzen, die sich dem Zugriff des Menschen entziehen, zur Kontamination von oeffentlichen Plaetzen wie zB Kinderspielplaetzen uae . Ziel dieses Projektes ist die Erfassung der Zahl der verwilderten und streunenden Katzen,die epidemiologische Erfassung von durch freilebenden Katzen auf den Menschen uebertragbaren Infektionskrankheiten und die Entwicklung von Strategien zur Kontrolle der Katzenpopulation.

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