Ziel: DDT wurde früher häufig als Insektizid auch im Wohnbereich eingesetzt. Messungen zeigten, dass auch noch lange nach dem DDT Verbot (15.09.1989) DDT Konzentrationen bis 90 mg/kg Hausstaub gemessen werden können. Handlungsbedarf besteht laut Umweltbundesamt bereits ab 4 mg DDT/kg. Da die Anreicherung bzw. die Probenahme des Hausstaubes in den meisten Fällen mit einfachen Staubsaugern durchgeführt wurden, liegen keine Kenntnisse über die Größenverteilung des gesammelten Staubes vor (z.B. über die Menge der einatembaren Staubfraktion). DDT könnte aber zusätzlich auch perkutan aus Kleidungsstücken, die in den übernommenen Einbauschränken aufbewahrt und kontaminiert werden, resorbiert werden. Eine Abschätzung der inneren Belastung allein über die DDT Konzentrationen in den gesammelten Staubfraktionen ist daher nicht möglich. Methodik: Im Serum von 16 Personen, die in früheren US Wohnungen mit angeblich erhöhten DDT Belastungen leben, führten wir ein human-biomonitoring durch. Wir bestimmten im Serum der Betroffenen den DDT Metaboliten 4,4 'DDE. Ergebnisse: Im Mittel lagen die 4,4 DDE Konzentrationen im Serum mit 1,62 my/l in der Größenordnung nicht belasteter Personen (1,82 my/l).
Zeitlich integrierende Erfassung und Bestimmung des Gehaltes an Pestiziden in Niederschlaegen. An drei topographisch verschiedenen Standorten in Wiesbaden wird die Deposition zunaechst gesammelt, um dann polare Pflanzenschutzmittel auf Festbett anzureichern. Hierzu wurde ein neues System zur automatisierten Direkt-Anreicherung von waessrigen Proben fuer die HPLC entwickelt.
Es wurden mehrere monoklonale Antikoerper (mAK) gegen Mecoprop hergestellt, ein Herbizid aus der Klasse der haeufig eingesetzten Phenoxycarbonsaeuren. Diese wurden auf ihre Sensitivitaet und Kreuzreaktivitaet getestet. Ein mAK wurde fuer weitere Tests ausgewaehlt. Mit diesem wurde ein Enzymimmunoassay (EIA) entwickelt, der einen Testmittelpunkt von ca 3 myg/L zeigte mit einer Nachweisgrenze zwischen 0,2 und 0,3 myg/L. Im folgenden wurden die Kreuzreaktivitaeten (KR) des mAK gegenueber anderen Phenoxycarbonsaeuren bestimmt. Die beste Erkennung erfolgte bei R(+)-Mecoprop, der Herbizid-aktiven Substanz, mit einer Kreuzreaktivitaet von 118 Prozent im Vergleich zum Mecoprop-Razemat (100 Prozent). Das Stereoisomer, S(-)-Mecoprop, wurde dagegen nicht erkannt (KR kleiner 1 Prozent). Die Bindung von 2,4-D, 2,4-DB, 2,4,5-T und MCPA war ebenfalls sehr gering (KR kleiner/gleich 5 Prozent).
Ziel ist die Erarbeitung von Leitlinien zur guten Landwirtschaftlicher Praxis 'good agricultural practice (GAP)'. Ergebnisse aus Wisdom-Phase I hatten gezeigt, dass zur Verbesserung der Wasserqualität eine Änderung bestimmter landwirtschaftlicher Praktiken erforderlich ist. Ausgehend von Ermittlung der aktuellen Praxis und deren Auswirkungen sollen in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern umweltverträglichere Bewirtschaftungsformen entwickelt werden. Hierbei sind auch die zu erwartenden klimatischen und demographischen Veränderungen zu berücksichtigen. INRES wird sowohl bei der Identifizierung als auch bei der Konzeption der Untersuchungen der Doktoranden mitwirken und aus den Ergebnissen Schlussfolgerungen ableiten. Zunächst werden in enger Zusammenarbeit mit UNI 'hot-spots' identifiziert und näher beschrieben. An charakteristischen Standorten werden spezielle Untersuchungen durchgeführt und wichtige Wasser- und Bodenparameter (Pestizide, Salinität, N, P, Keime, ...) analysiert. In landwirtschaftlichen Betrieben werden Interviews durchgeführt um die gängige Bewirtschaftsungspraxis ('common practice') und mögliche Veränderungen genauer zu ermitteln. Die Daten werden zur Einspeisung in das Informationssystem aufbereitet.
Ziele des Projekts: Entwicklung eines DNA-Biochips zum simultanen Nachweis von Indikatorresistenzgenen und Indikatororganismen für die Beurteilung der Antibiokaresistenzsituation in Abwässern. Vorgehensweisen: 1. Festlegen der Indikatorresistenzen/-organismen (Literaturrecherche/ Antibiogramme und mikrobiologischeAnalyse von Abwasserproben) 2. Entwurf von genspezifischen/ speziesspezifischen Primer-Sonden-Systemen und Spezifitätstests ( konventionelle PCR/ Real-Time-PCR) 3. Test der einzelnen Primer-Sonden-Systeme mit dem entwickelten DNA-Biochip-Prototyp (Hybridisierung) 4. Entwicklung von Multiplex PCRs aus den getesteten Simplex-PCR-Systemen und Hybridisierung der Multiplex-PCR-Produkte mit dem entwickelten DNA-Biochip Wissenschaftliche Ergebnisse: Es konnte ein für den Nachweis der gewählten Indikatorresistenzen und Indikatororganismen spezifischer DNA-Biochip entwickelt werden. Der Hybridisierung mit dem Biochip sind drei Multiplex-PCRs aus dem Probenmaterial vorgeschaltet. Diese Multiplex-PCRs wurden ebenfalls entwickelt. Die Spezifität der verwendeten Primer- Sonden-Systeme wurde untersucht.
Im Rahmen des Zulassungsverfahrens von Pflanzenschutzmitteln (PSM) müssen für alle Wirkstoffe und deren Hauptmetabolite die zeitabhängigen Konzentrationen im Boden abgeschätzt werden. Das erfolgt traditionell auf Basis einer Reaktionskinetik 1. Ordnung (SFO). Die jeweiligen Halbwertszeiten hierbei sind konstant und nur eine Funktion der entsprechenden Abbaurate. Somit bietet diese Kinetik viele Vorteile vor allem bei komplizierten Anwendungsmustern mit verschiedenen Applikationen und unterschiedlichen Anwendungsraten. Im Endbericht der für die europäische Kommission arbeitenden Gruppe 'FOCUS Degradation kinetics' werden jedoch auch weitere Abbaukinetiken beschrieben, wie Hockey Stick (HS), Double First Order in Parallel (DFOP), First Order Multi Compartment (FOMC). Hierbei ist in Einzelfällen eine bessere Beschreibung des Abbaus der PSM als mit SFO -Kinetiken möglich. Mit der vorliegenden Software werden zeitabhängige aktuelle und gemittelte Konzentrationen im Boden differenziert für Wirkstoff und Metabolite erstellt. Es werden die Kinetiken SFO, DFOP, HS, DFOP berücksichtigt. Des Weiteren können einzelne und multiple Applikationen über einen Zeitraum von 15 Jahren betrachtet werden, wobei auch jährliche Mehrfachanwendungen einsetzbar sind. Die Bodentiefe, auf die sich die jeweilige Konzentration bezieht, ist variable einstellbar (Voreinstellungen: 5 cm und 20 cm). Eine Korrektur der Applikationsrate durch die Interzeption kann automatisch erfolgen. Die Ergebnisse werden grafisch bzw. tabellarisch für die von der EU oder national verwendeten Zeitintervalle dargestellt. Des Weiteren ist die Ausbildung einer Plateaukonzentration ermittelbar. Das Programm gliedert sich in folgende Module: Steuerungsmodul - (Ansteuerung der verschiedenen Programmteile). Eingabemodul - (Eingabe der Modellparameter, wie Bodentiefe, Anwendungsrate, Anwendungsintervall, Interzeption, Typ der Abbaukinetik, molare Masse, max. Bildungsrate von Metaboliten, Button zur Auswahl getrennter/gemeinsamer Abbau von neuen und älteren Rückständen). Berechnungsmodul - (numerisches Verfahren, keine analytischen Lösungen). Ausgabemodul - (graphisch und numerisch, Darstellung der zeitabhängigen und der gemittelten Konzentrationen (TWA), Speicherung aller Ergebnisse als Gesamtdatei).
Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) muss sicherstellen, dass der Naturhaushalt nicht beeinträchtigt wird und PSM nicht über Grund- und Oberflächenwässer ins Rohwasser für die Trinkwasserversorgung gelangen. Aus Sicht des Gewässerschutzes dürfen Grund- und Oberflächenwässer dabei nicht getrennt voneinander betrachtet werden. In der im Dezember 2006 abgeschlossenen Studie W1/02/05 wurde die aktuelle Belastungssituation der Gewässer aus Sicht der Wasserversorgung dargestellt. Datengrundlagen dazu war eine Auswertung der Literatur, der behördlichen Überwachungsprogramme und von Datenbanken verschiedener Wasserwirtschaftsverbände sowie eine Umfrage unter allen DVGW-Wasserversorgungsunternehmen (WVU). Neben einer Darstellung der Eintragspfade von PSM in Gewässer wurden für die häufigsten genannten zugelassenen Wirkstoffe die Anwendungsbereiche, Aufwandmengen und chemisch-physikalischen Stoffeigenschaften zusammengestellt. Die Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Belastungssituation sowie Kenntnisdefizite und künftiger Forschungsbedarf wurden aufgezeigt. Die Studie enthält auch eine kritische Bewertung des aktuellen Zulassungsverfahrens für Pflanzenschutzmittel unter den Aspekten des Gewässerschutzes. Auf der Grundlage des neu erarbeiteten, aktuellen Kenntnisstandes zur Befundsituation und zu möglichen Eintragspfaden von PSM in Gewässer konnten Empfehlungen zur gewässerschutzorientierten Modifikation des Zulassungsverfahrens erarbeitet werden, die nun in den entsprechenden DVGW-Gremien beraten werden und auf nationaler und europäischer Ebenen verwendet werden können.
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