In der nächsten Phase der Biodiversitäts Exploratorien sollen Experimente dabei helfen die Effekte verschiedener Landnutzungskomponenten auf Ökosysteme zu ermitteln. 'Common garden' Experimente werden genutzt, um die Umweltheterogenität zu minimieren, die ansonsten interessante Effekte verschleiert. Wir planen Grasnarben, die von n = 42 Plots der Biodiversitäts Exploratorien entnommen werden, in einem 'common garden' auszubringen wo die Intensität der Mahd und der Düngung manipuliert werden soll. In den nächsten drei bis 15 Jahren werden die Veränderungen in den Pflanzen- und Bakteriengemeinschaften auf den Grasnarben verfolgt. Hierfür wird die Zusammensetzung und Diversität der Pflanzen und Bakterien (next-generation 16S rRNA gene amplicon sequencing) ermittelt. Zusätzlich werden noch 3D-Modelle der Pflanzengemeinschaften, die durch multispektrale Information ergänzt werden, erstellt (PlantEye F500, Phenospex, Heerlen, The Netherlands). Diese Modelle erlauben die Errechnung von Parametern, die ganze Pflanzengemeinschaften charakterisieren. Änderungen in den Pflanzen- und Bakteriengemeinschaften werden mit der Landnutzung der Plots in den vergangenen Jahren ins Verhältnis gesetzt. Wir erwarten, dass Gemeinschaften, die aus verschiedenen Plots stammen, aber die gleiche Landnutzung erfahren in Ihrer Zusammensetzung und Diversität konvergieren; Gemeinschaften aus den gleichen Plots, die aber unterschiedliche Landnutzung erfahren, sollten divergieren. Das Projekt nutzt das Vorwissen zu den einzelnen Plots in Bezug auf Landnutzung und Artenzusammensetzung, liefert neuartige Daten für die Biodiversitäts Exploratorien, und stellt einen unabhängigen und neuartigen Beitrag zu der Frage, wie Landnutzug Ökosysteme beeinflusst, dar.
Epiphyte stellen eine wichtige Komponente tropischer Wälder dar, und es wird angenommen, dass diese mehr als andere Lebensformen unter Klimaveränderungen leiden werden. Da Epiphyten viele Prozesse tropischer Wälder beeinflussen, könnte sich dies seinerseits negativ auf das ganze Ökosystem auswirken. Publizierte Langzeitstudien, die sich dieser Hypothese widmen und die Dynamik und Zusammensetzung epiphytischer Gefäßpflanzen in situ dokumentieren, gab es bis vor kurzem nicht. Deswegen wurden im Jahr 1997 in Zentralpanama verschiedene plots eingerichtet, die 1) auf Populations- und Gemeinschaftsebene durch wiederholte Zensus die Langzeitdynamik im natürlichen Lebensraum direkt dokumentieren und 2) dadurch die Grundlagen für experimentelle Analysen schaffen. Die bisherigen, teilweise bereits publizierten Ergebnisse belegen eine überraschende Dynamik, zeigen aber auch, dass als zeitlicher Horizont für aussagekräftige Ergebnisse sicher mehrere Jahrzehnte avisiert werden müssen.
Unwetter richten in der Schweiz jährlich Schäden von rund 360 Millionen an (Mittel der Jahre 1972 bis 2007, teuerungsbereinigt). Diese Schäden werden von der WSL, im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU, seit 1972 aufgrund von Zeitungsmeldungen systematisch erfasst und analysiert. Berücksichtigt werden Schäden durch auf natürliche Weise ausgelöste Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und (seit 2002) Felsbewegungen. Die vorgeherrschten Witterungsbedingungen werden, wenn möglich, als Ursache ebenfalls aufgenommen. Die Datenbank wird in Bezug auf Ort, Ausmass und Ursache, aber auch im Hinblick auf die zeitliche und räumliche Verteilung der Unwetterereignisse ausgewertet und analysiert. Die Ergebnisse werden jährlich in der Zeitschrift Wasser Energie Luft publiziert. Die Schadensdaten werden öffentlichen Institutionen auf Anfrage zur Verfügung gestellt und dienen somit als breite Informationsbasis für die Gefahrenbeurteilung.
Seegraswiesen sind bedeutende Ökosysteme der Meere, die u.a. im Küstenschutz für Wellendämpfung und Sedimentstabilisierung sorgen. Gleichzeitig sind sie jedoch stark gefährdet und vom Rückgang bedroht. Die Wiederansiedlung von Seegras gestaltet sich problematisch, da ohne etablierten Seegrasbewuchs hydrodynamische Energie und Trübung steigen, was wiederum Seegraswachstum verhindert. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, entwickeln Wissenschaftler in einem niedersächsischen Verbundprojekt in den kommenden vier Jahren künstliches Seegras, das optisch dem natürlichen Seegras ähnelt, die Eigenschaften der echten Pflanzen nachahmt und somit gute Anwuchsbedingungen für transplantierte Seegräser herstellt. Eine Schlüsselrolle in dem Projekt kommt dabei der Materialauswahl für das künstliche Seegras zu: Es werden ausschließlich bioabbaubare Materialien verwendet, damit weder möglicherweise schädliche Substanzen in das System eingebracht noch künstliche Strukturen langfristig erhalten bleiben. Langfristig sollen so rein natürliche Seegraswiesen entstehen.
Landwirte und Pflanzenschutzberater berichten immer häufiger, dass Unkräuter Herbizidapplikationen überleben, die normalerweise ausreichen, um diese Pflanzen abzutöten. In Deutschland ist die Herbizidresistenz derzeit in Populationen von Gemeinem Windhalm (Apera-spica-venti L. Beauv.) und Acker-Fuchsschwanz (Alopecurus myosuroides Huds.) am stärksten verbreitet. Durch die herbizidresistenten Unkrautpopulationen entstehen den landwirtschaftlichen Betrieben erhebliche wirtschaftlicher Verluste. Diese Verluste sollen vermindert werden, indem für landwirtschaftliche Betriebe und Pflanzenschutzberater schnelle und präzise Diagnoseverfahren mit Hilfe der Chlorophyll-Fluoreszenz Bildanalyse und PCR-Technologien schon an den Verdachtspflanzen im Feld entwickelt werden. Falls eine Herbizidresistenz nachgewiesen wird, können diese Pflanzen noch im gleichen Jahr bekämpft und so Ertragsverluste und die Ausbreitung der Resistenz vermindert werden. Darüber hinaus soll eine GIS-gestützte Datenbank zur Dokumentation der räumlichen und zeitlichen Ausbreitung herbizidresistenter Unkrautarten aufgebaut werden. In mehrjährigen Fruchtfolgeversuchen sollen Strategien zur Vermeidung und Bekämpfung herbizidresistenter Unkrautpopulationen erarbeitet werden. Die im Rahmen des Projektes entwickelten Diagnoseverfahren und Bekämpfungsstrategien sollen in die landwirtschaftliche Beratung integriert werden.
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens: Das Hafenlohrtal gilt als schönstes Tal des Spessarts. Im Talgrund bieten die Hafenlohr und deren Aue vielfältige Lebensräume für zahlreiche gefährdete Pflanzen und Tiere. Das Tal ist zudem ein regional bedeutender Austausch- und Wanderkorridor für Arten und besitzt daher eine sehr hohe natur-schutzfachliche Wertigkeit. Diese wird jedoch in Teilabschnitten durch flächige Fichtenaufforstungen in der Talaue massiv beeinträchtigt. Die Bestände sind dicht, weisen nur einen geringen Unterwuchs auf und reichen meist bis an die Ufer der Hafenlohr heran. Die betroffenen Gewässerufer sind überwiegend gewässeratypisch ausgeprägt, gewässertypische Uferstrukturen fehlen weitgehend. Die Flächen bieten eine nur geringe Habitatqualität und wirken im Tal als Wanderbarriere für Auwald-, Feuchtgrünland-, Ufer- und Gewässerarten. Ziel ist daher die Entnahme der naturfern ausgeprägten Fichtenforste, die Entwicklung von naturnahen Au- und Bruchwäldern sowie Feuchtwiesen und die Entwicklung gewässertypischer Strukturen. Im vorliegenden Projekt sollten 12,6 ha Fichtenforste in der Aue entfernt und naturnah entwickelt werden. Zudem sollen 7 ha Feuchtgrünland durch extensive Beweidung offen gehalten werden. Fazit: Trotz vereinzelter Rückschläge und Verzögerungen in der Durchführung ist das Auenrevitalisierungsprojekt des Naturparks ein großer Erfolg. In den nächsten Jahren wird sich entlang der Hafenlohr ein Mosaik neuer Lebensräume für zum Teil stark gefährdete Tiere und Pflanzen entwickeln können. Hiervon profitieren zum Beispiel verschiedene Arten von Schmetterlingen, Libellen, Amphibien, Heuschrecken und der Biber. Mit den dichten und dunklen Fichtenforsten konnten zudem einige Wanderungshindernisse im Talraum entfernt und neue Trittsteinbiotope geschaffen werden. Auch den Menschen kommt die Auenrevitalisierung zu Gute, da das Hafenlohrtal als Erholungs- und Naturerlebnisraum deutlich aufgewertet wird - auch dank der Weidetiere, welche die Landschaft bereichern.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 13 |
| Europa | 1 |
| Wissenschaft | 5 |
| Zivilgesellschaft | 2 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 13 |
| License | Count |
|---|---|
| Offen | 13 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 12 |
| Englisch | 4 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Keine | 11 |
| Webseite | 2 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 9 |
| Lebewesen und Lebensräume | 13 |
| Luft | 5 |
| Mensch und Umwelt | 13 |
| Wasser | 9 |
| Weitere | 13 |