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Befallsmechanismen des hyperparasitischen Pilzes Fusarium oxysporum f.sp. orthoceras gegenüber Orobanche cumana, einem parasitischen Unkraut der Sonnenblume

Einleitung: Die Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) sind parasitische Blütenpflanzen, die sich über ein Kontaktorgan (Haustorium) an die Wurzel der Wirtspflanze anhaften und von ihr Wasser, Nährstoffe und Assimilate aufnehmen. Zu den Wirtspflanzen einiger Orobanche-Arten zählen auch wichtige Nutzpflanzen, wie etwa Bohnen, Sonnenblumen oder Tabak. Je nach Befallsintensität kann es zu signifikanten Ertragsminderungen oder sogar zu kompletten Ertragsverlusten kommen. Insbesondere im Mittelmeergebiet, Asien und Nordafrika steigt die Bedrohung der Nutzpflanzenproduktion durch Orobanche stetig an. Die Kontrolle von Orobanche mit Hilfe von Herbiziden ist teuer, schwierig handhabbar und nicht ausreichend effektiv. Resistenzzüchtungen der Nutzpflanzen werden aufgrund des Vorkommens verschiedenster Orobanche-Rassen (mit verschiedenen Pathogenitätsfaktoren) schnell durchbrochen. Leider fehlen bislang ausreichende Informationen zur Interaktion von Orobanche mit den jeweiligen Wirten. Anhand derartiger grundlegender Erkenntnisse könnten alternative oder verbesserte Kontrollmaßnahmen entwickelt werden. Stärkung der Resistenz der Nutzpflanzen (induzierte Resistenz) oder die Verwendung Orobanche-spezifischer Antagonisten (wie etwa des Hyperparasiten F. oxysporum f.sp. orthoceras) als biologisches Kontrollagens stellen wirksame Möglichkeiten der Kontrolle des Pathogens dar. Ziele: Als Modell zum Verständnis der Interaktion der Sommerwurz mit seinen Wirten wird die Assoziation von Orobanche cumana Wallr. und der Sonnenblume (Helianthus annuus L.) verwendet. Die Ziele des Projektes sind: - grundlegender Erkenntniszuwachs zur Interaktion von O. cumana und H. annuus. - Wirkungsweise des Hyperparasiten F. oxysporum f.sp. orthoceras auf seinen Wirt O. cumana (Biochemie, Histologie), - Auswirkung von Pflanzenstärkungsmitteln als Resistenzaktivatoren der Sonnenblume auf den Befall mit O. cumana.

Überprüfung der Blattdüngung auf CO2 Basis auf einer Dauerwiese

Mineralische Pflanzenstärkungsmittel (Agrosol) sind für die Biologische Landwirtschaft zugelassen und werden in diesem Bereich beworben. Das primäre Ziel dieser Forschungsarbeit soll sein, die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes solcher Mittel gerade in der Biologischen Landwirtschaft zu überprüfen. Gerade in einer Zeit, wo Dauergrünlandbetriebe versuchen müssen, alle möglichen externen Kosten so gering wie möglich zu halten, ist eine kritische Überprüfung notwendig. Am Bio Lehr- und Forschungsbetrieb des LFZ Raumberg-Gumpenstein werden Exaktversuchsparzellen auf einer 3-schnittigen Dauerwiese angelegt. Die Fläche befindet sich auf 740 m und stellt von der Ertragslage einen guten durchschnittlichen Grünlandbestand dar. Die Bewirtschaftung der Parzellen erfolgt mit 2 Düngungsniveaus. Einmal mit 80 und einmal mit 120 kg N je ha und Jahr, wobei immer eine Variante mit keinem zusätzlichen Mittel behandelt wird und die andere mit einem mineralischen Pflanzenstärkungsmittel (Agrosol). Das Pflanzenstärkungsmittel wird 1-mal vor dem 1. Schnitt, 2-mal nach dem 1. Schnitt und 1-mal nach dem 2. Schnitt mit 3 kg/ha ausgebracht. Folgende Punkte sollen dabei überprüft werden: 1. Unterscheiden sich die Pflanzenbestände zwischen den Varianten nach der Projektlaufzeit. Die Zusammensetzung einer Schnittwiese gibt Auskunft über die Stabilität bzw. Labilität gegenüber der Bewirtschaftung und der Umwelteinflüsse. Jede Form der Bewirtschaftung hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Pflanzenbestandes, weshalb die Beobachtung beim Einsatz neuer Produkte sehr wichtig ist. 2. Hat der Einsatz von mineralischen Pflanzenstärkungsmitteln einen Einfluss auf den Humusgehalt im Boden. Anhand von begleitenden Bodenanalysen soll die Situation der wichtigsten Bodenparameter überprüft werden, damit so mögliche kurzfristige Veränderungen dokumentiert werden können. 3. Kommt es zu einer Steigerung der Mengen- und Qualitätserträge bei den behandelten Varianten. Es gilt zu ermitteln, wie stark die Ertragsdifferenz zwischen den Parzellen ohne und mit Behandlung des mineralischen Pflanzenstärkungsmittels ist. Darüber hinaus werden auch Unterschiede bei den Inhaltsstoffen untersucht. 4. Ist der Einsatz solcher Mittel für den Dauergrünlandbetrieb ökonomisch sinnvoll. Da Zukaufmittel immer mit Kosten verbunden sind, ist eine ökonomische Bewertung wichtig. Gerade ein Dauergrünlandbetrieb muss bei Zukaufmittel sehr gut überlegen, da z.B. bei Betrachtung der aktuellen Milchpreise jeglicher zusätzliche Aufwand beachtet werden muss.

Pflanzenschutzmittel möglichst selten und umweltschonend einsetzen

<p> So verwenden Sie Pflanzenschutzmittel richtig <ul> <li>Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist.</li> <li>Lassen Sie sich vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ausführlich beraten.</li> <li>Prüfen Sie genau, gegen welchen Schädling oder welche Pflanzenkrankheit Sie vorgehen wollen.</li> <li>Verwenden Sie ⁠nur zugelassene Pflanzenschutzmittel⁠ und beachten Sie die Packungsbeilage.</li> <li>Achten Sie auf die Witterungsverhältnisse.</li> </ul> Gewusst wie <p>Hobbygärtner*innen wundern sich mitunter, wenn ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel⁠</a> nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Das kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht wurde der Schaderreger falsch diagnostiziert, der Anwendungszeitraum wurde falsch gewählt oder die Anwendung wurde unter ungünstigen Witterungsbedingungen durchgeführt. Das belastet die Umwelt und den Geldbeutel. Deshalb:</p> <ul> <li>Prüfen Sie genau, um welchen Schaderreger es sich handelt.</li> <li>Nutzen Sie vor allem pflanzenbauliche Maßnahmen, wie z.B. Fruchtfolgen, zur Gesunderhaltung Ihrer Pflanzen.</li> <li>Pflanzenschutzmittel sollten nur in Ausnahmen eingesetzt werden, wenn andere Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und mit massiven Schäden zu rechnen ist.</li> <li>Manche Schäden sind nur ein optisches Problem, zum Beispiel Blattläuse an Ziergehölzen. Hier wären die Nachteile beim Einsatz eines Pflanzenschutzmittels gegebenenfalls größer als der Nutzen.</li> <li>Es müssen nicht immer Pflanzenschutzmittel sein. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html">Grundstoffen</a> zu erreichen ist. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> dienen der allgemeinen Gesunderhaltung der Pflanzen. Das sind zum Beispiel Ackerschachtelhalmextrakt, Knoblauchspray oder Wundtinkturen. Grundstoffe sind Stoffe, die nicht in erster Linie für den Pflanzenschutz verwendet werden, aber dennoch für den Pflanzenschutz von Nutzen sind. Das sind zum Beispiel Lebensmittel wie Bier, Sonnenblumenöl oder Brennnesseln.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, um viele <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">Nützlinge</a> anzulocken.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1_2.png"> </a> <strong> Potenzielle Umweltwirkungen von Pflanzenschutzmitteln </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) <p><strong>Halten Sie sich an die Regeln:</strong>&nbsp;</p> <ul> <li>Verwenden Sie nur <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>, die in Deutschland zugelassen sind. In der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/">Datenbank</a> des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) finden Sie alle zugelassenen Mittel und deren Anwendungsbestimmungen. Hier können Sie nach unterschiedlichen Kriterien suchen, z.B. nach Wirkstoffen, Kulturen oder Schadorganismen. Wichtig ist, dass Sie nur Mittel auswählen, die für den Haus- und Kleingarten (HuK) zugelassen sind und mit der Kennzeichnung "<em>Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig"</em>&nbsp;versehen sind.</li> <li>Pflanzenschutzmittel unterliegen dem Selbstbedienungsverbot. Verkäufer*innen sind gesetzlich verpflichtet, Sie beim Kauf von Pflanzenschutzmitteln zu beraten. Das gilt auch für den Online-Handel mit Pflanzenschutzmitteln.</li> <li>Halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung – zum Schutz der Umwelt und Ihrer eigenen Gesundheit.</li> <li>Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur in den Kulturen und nur gegen die Schaderreger, für die sie explizit zugelassen sind.</li> <li>Beachten Sie die vorgegebene Menge. Verwenden Sie nicht mehr oder weniger, als in der Packungsbeilage vorgeschrieben.</li> <li>Tragen Sie die empfohlene Schutzausrüstung.</li> <li>Halten Sie vor der Ernte die vorgegebenen <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/07_RueckstaendeHoechstgehalte/01_RueckstaendeHoechstgehalte/01_Wartezeit/psm_rueckst_und_hoechstM_Wartezeit_node.html">Wartezeiten</a> ein. Die Wartezeiten werden vom Bundesamt für Risikobewertung (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfr">BfR</a>) so berechnet, dass die zulässigen Rückstandsgehalte nicht überschritten werden.</li> <li>Verzichten Sie auf selbst hergestellte Pflanzenschutzmittel, ihr Einsatz ist verboten.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/etikett_psm_mit_huk_hinweis_hommes_p1060387_0-2.jpg"> </a> <strong> Gebrauchsanleitung eines Pflanzenschutzmittels </strong> <br> <p>Im Hobbygarten dürfen nur Pflanzenschutzmittel mit dieser Kennzeichnung angewendet werden: "Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig."</p> Quelle: Martin Hommes <p><strong>Grundsätzlich gilt: </strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> dürfen nur auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen angewendet werden. Der Einsatz auf befestigten Flächen (dazu zählen z.B. Hofflächen, Terrassen, Bürgersteige und Einfahrten) ist grundsätzlich verboten. Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden.</p> <p><strong>Die passende ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠:</strong>&nbsp;Zeitdruck ist kein guter Ratgeber bei der Pflanzenpflege. Wer zum Beispiel seine Pflanzen noch kurz vorm nächsten Regenschauer behandeln will, belastet die Umwelt. Der Regen wäscht die Pflanzenschutzmittel ab, bevor sie überhaupt wirken können.</p> <ul> <li>Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur an Tagen, für die keine Niederschläge angekündigt sind.</li> <li>Vermeiden Sie die Mittagssonne, die Temperatur sollte unter 25 Grad liegen. Hitze vermindert die Wirkung vieler Pflanzenschutzmittel, da die Wirkstoffe verdunsten, bevor sie wirken. Auch hohe UV-Strahlung beschleunigt den Abbau einiger Pflanzenschutzmittel.</li> <li>Achten Sie auf einen windstillen Zeitpunkt. Durch Wind kann der Sprühnebel verweht werden.</li> <li>Am sinnvollsten ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den frühen Morgen- oder Abendstunden.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/windsock_hodenhagen_aerodrome_2013.jpg"> </a> <strong> Pflanzenschutzmittel dürfen bei starkem Wind nicht ausgebracht werden. </strong> Quelle: Olaf Oliviero Riemer | www.wikimedia.org | Windsack auf dem Flugplatz Hodenhagen | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en <p><strong>Was noch zu beachten ist:</strong></p> <ul> <li>Lagern Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> immer in der Originalverpackung in einem abschließbaren Schrank außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren.</li> <li>Entsorgen Sie Restmengen von Pflanzenschutzmitteln bei einer Sammelstelle für Sondermüll, aber niemals in der Toilette, im Garten, im Gully, im Hausmüll oder in der Natur! Das Gesetz sieht Geldstrafen bis zu 50.000 Euro vor.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2-min.png"> </a> <strong> Checkliste für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Garten </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) <p><strong>Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht: </strong>Ein Verstoß gegen das Pflanzenschutzrecht kann beispielsweise der Einsatz von Herbiziden auf befestigten Flächen sein, die Nicht-Einhaltung von Mindestabständen zu Wohngebieten, die illegale Entsorgung von Pflanzenschutzmitteln in der Natur oder die fehlende Beratung beim Kauf eines Pflanzenschutzmittels. Die wichtigsten Vorgaben des Pflanzenschutzrechts, die Hobbygärtner*innen betreffen, finden Sie in <a href="https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Flyer/nach_Themen/11_Flyer_Kleingaertner.pdf%3F__blob%3DpublicationFile%26v%3D11">DIESEM</a> Flyer. Vorgaben des Pflanzenschutzrechts, die Landwirt*innen betreffen, finden Sie in den Grundsätzen der "<a href="https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ips/dateien/ips_1a_-_gute_fachliche_praxis_im_pflanzenschutz.pdf">Guten fachlichen Praxis im Pflanzenschutz</a>". Ein begründeter Verdacht einer ordnungswidrigen Pflanzenschutzmittelanwendung kann beim <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes</a> angezeigt werden. Einige Pflanzenschutzdienste bieten auf ihren Webseiten Informationen an, die bei der Erstellung einer Anzeige helfen.</p> <p>Für den Online-Handel mit Pflanzenschutzmitteln gelten die gleichen rechtlichen Vorgaben wie im Einzelhandel. Besteht der begründete Verdacht auf eine unzulässige Vermarktung von Pflanzenschutzmitteln im Internet, kann das an die <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/060_ZOPf/psm_ZOPf_node.html">Zentralstelle Online-Überwachung Pflanzenschutz (ZOPf)</a> gemeldet werden. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Vermarktung von Pflanzenschutzmitteln, die in Deutschland gar nicht zugelassen sind, z.B. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/herbizide">Herbizide</a> aus China mit dem Wirkstoff <em>Glufosinat</em>. Nicht zugelassene <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> dürfen in Deutschland weder importiert, noch beworben oder verkauft werden.</p> <p><strong>Haben Sie noch weitere Fragen?</strong> Als Hobbygärtner*in können Sie vielfältige Informations- und Beratungsangebote nutzen, zum Beispiel:</p> <ul> <li><a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes</a></li> <li><a href="https://dgg1822.de/">Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V.</a></li> <li><a href="https://kleingarten-bund.de/der-verband/landesverbaende/">Landesverbände der Kleingartenvereine</a></li> <li><a href="https://www.hortipendium.de/Gartenakademien_Deutschland">Gartenakademien der Bundesländer</a></li> <li><a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/">NABU</a>, <a href="https://www.bund.net/umweltgifte/pestizide">BUND</a></li> <li>Gärtnereien, Baumschulen, Gartencenter und Baumärkte</li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel">Umweltbundesamt</a></li> </ul> Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage:</strong> Das <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/pflschg_2012/__9.html">Pflanzenschutzgesetz</a> unterscheidet zwischen beruflichen und nicht-beruflichen Anwendern. Hobbygärtner*innen dürfen nur Pflanzenschutzmittel verwenden, die für den Einsatz im Haus- und Kleingarten (HuK) zugelassen und mit der Kennzeichnung "<em>Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig</em>" versehen sind. Sie sind dem Gesetz nach "nicht sachkundig im Pflanzenschutz". Landwirt*innen und andere gewerbliche Anwender müssen dagegen einen Sachkundennachweis erbringen. Der Gesetzgeber verlangt, dass sich professionelle Anwender zum Beispiel genau mit den Düsen beim Spritzen oder mit der Schutzausrüstung auskennen. Für den Haus- und Kleingarten sind lediglich solche Mittel erlaubt, bei denen die Nebenwirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier als relativ gering bewertet werden. Beispielsweise werden giftige und ätzende Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingarten nicht zugelassen. Dasselbe gilt für Substanzen, die häufig allergische Reaktionen hervorrufen. Ebenfalls keine Chance auf Zulassung im Haus- und Kleingarten haben Mittel, die einen mehr als zehn Meter weiten Abstand zum nächsten Gewässer erfordern würden, um dort die Grenzwerte einzuhalten. Detaillierte Informationen zu den Anforderungen an Pflanzenschutzmittel für nicht-berufliche Anwender finden Sie in einer <a href="http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/PSM_Haus_und_Kleingarten.pdf%3F__blob%3DpublicationFile%26v%3D5">Broschüre des BVL</a>.</p> <p><strong>Umweltsituation:</strong>&nbsp;⁠Einige Pflanzenschutzmittel, die in der Landwirtschaft angewendet werden,⁠ können der Umwelt Schaden zufügen. Wie gefährlich Pflanzenschutzmittel sind, hängt unter anderem von den Substanzeigenschaften ab, wie etwa deren ⁠Toxizität⁠, ihrer Anreicherung in der Nahrungskette sowie ihrer Mobilität in der Umwelt. Jedes Pflanzenschutzmittel muss ein aufwändiges Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor es vermarktet und verwendet werden darf. Dabei werden zuerst die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel/europaeisches-genehmigungsverfahren-fuer-wirkstoffe">Wirkstoffe</a> der Pflanzenschutzmittel auf EU-Ebene genehmigt. Danach entscheiden die einzelnen Mitgliedsstaaten über eine nationale Zulassung der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel/zonales-zulassungsverfahren-fuer">Pflanzenschutzmittel</a> mit den genehmigten Wirkstoffen und eventuellen Beistoffen. Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> bewertet in diesem Verfahren das Risiko der Pflanzenschutzmittel für die Umwelt. Dabei wird zum Beispiel geprüft, ob ein Mittel für Insekten, Fische oder Regenwürmer gefährlich ist. Doch das Zulassungsverfahren allein kann die Umwelt nicht ausreichend schützen, denn es birgt einige <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz">Defizite</a>. Es konnte bislang auch nicht verhindern, dass Pflanzenschutzmittel am Markt bleiben, die inzwischen als <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/beispiele-besonders-problematischer">problematisch</a> erkannt wurden. Pflanzenschutzmittel können, trotz aufwändigem Zulassungsverfahren, negative Effekte auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/pflanzenschutzmittel-schaden-der-biodiversitaet">Biodiversität</a> und auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/bodenlebewesen-werden-durch-pflanzenschutzmittel">Bodenorganismen</a> haben. Außerdem finden sich im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/auswirkungen-von-pflanzenschutzmitteln-auf-grund">Grundwasser</a> sowie in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/auswirkungen-von-pflanzenschutzmitteln-auf">Oberflächengewässern</a> mehr Rückstände als laut Zulassungsbericht vorhergesagt. Pflanzenschutzmittel verteilen sich zudem in der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/pflanzenschutzmittel-vom-winde-verweht">Luft</a> und einige werden über weite Strecken transportiert. Das ist unter anderem für biologisch wirtschaftende Betriebe ein Problem.</p> </p><p> So verwenden Sie Pflanzenschutzmittel richtig <ul> <li>Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist.</li> <li>Lassen Sie sich vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ausführlich beraten.</li> <li>Prüfen Sie genau, gegen welchen Schädling oder welche Pflanzenkrankheit Sie vorgehen wollen.</li> <li>Verwenden Sie ⁠nur zugelassene Pflanzenschutzmittel⁠ und beachten Sie die Packungsbeilage.</li> <li>Achten Sie auf die Witterungsverhältnisse.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Hobbygärtner*innen wundern sich mitunter, wenn ein <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel⁠</a> nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Das kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht wurde der Schaderreger falsch diagnostiziert, der Anwendungszeitraum wurde falsch gewählt oder die Anwendung wurde unter ungünstigen Witterungsbedingungen durchgeführt. Das belastet die Umwelt und den Geldbeutel. Deshalb:</p> <ul> <li>Prüfen Sie genau, um welchen Schaderreger es sich handelt.</li> <li>Nutzen Sie vor allem pflanzenbauliche Maßnahmen, wie z.B. Fruchtfolgen, zur Gesunderhaltung Ihrer Pflanzen.</li> <li>Pflanzenschutzmittel sollten nur in Ausnahmen eingesetzt werden, wenn andere Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und mit massiven Schäden zu rechnen ist.</li> <li>Manche Schäden sind nur ein optisches Problem, zum Beispiel Blattläuse an Ziergehölzen. Hier wären die Nachteile beim Einsatz eines Pflanzenschutzmittels gegebenenfalls größer als der Nutzen.</li> <li>Es müssen nicht immer Pflanzenschutzmittel sein. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html">Grundstoffen</a> zu erreichen ist. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> dienen der allgemeinen Gesunderhaltung der Pflanzen. Das sind zum Beispiel Ackerschachtelhalmextrakt, Knoblauchspray oder Wundtinkturen. Grundstoffe sind Stoffe, die nicht in erster Linie für den Pflanzenschutz verwendet werden, aber dennoch für den Pflanzenschutz von Nutzen sind. Das sind zum Beispiel Lebensmittel wie Bier, Sonnenblumenöl oder Brennnesseln.</li> <li>Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und naturnah, um viele <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">Nützlinge</a> anzulocken.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild1_2.png"> </a> <strong> Potenzielle Umweltwirkungen von Pflanzenschutzmitteln </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> <p><strong>Halten Sie sich an die Regeln:</strong>&nbsp;</p> <ul> <li>Verwenden Sie nur <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>, die in Deutschland zugelassen sind. In der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/">Datenbank</a> des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) finden Sie alle zugelassenen Mittel und deren Anwendungsbestimmungen. Hier können Sie nach unterschiedlichen Kriterien suchen, z.B. nach Wirkstoffen, Kulturen oder Schadorganismen. Wichtig ist, dass Sie nur Mittel auswählen, die für den Haus- und Kleingarten (HuK) zugelassen sind und mit der Kennzeichnung "<em>Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig"</em>&nbsp;versehen sind.</li> <li>Pflanzenschutzmittel unterliegen dem Selbstbedienungsverbot. Verkäufer*innen sind gesetzlich verpflichtet, Sie beim Kauf von Pflanzenschutzmitteln zu beraten. Das gilt auch für den Online-Handel mit Pflanzenschutzmitteln.</li> <li>Halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung – zum Schutz der Umwelt und Ihrer eigenen Gesundheit.</li> <li>Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur in den Kulturen und nur gegen die Schaderreger, für die sie explizit zugelassen sind.</li> <li>Beachten Sie die vorgegebene Menge. Verwenden Sie nicht mehr oder weniger, als in der Packungsbeilage vorgeschrieben.</li> <li>Tragen Sie die empfohlene Schutzausrüstung.</li> <li>Halten Sie vor der Ernte die vorgegebenen <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/07_RueckstaendeHoechstgehalte/01_RueckstaendeHoechstgehalte/01_Wartezeit/psm_rueckst_und_hoechstM_Wartezeit_node.html">Wartezeiten</a> ein. Die Wartezeiten werden vom Bundesamt für Risikobewertung (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bfr">BfR</a>) so berechnet, dass die zulässigen Rückstandsgehalte nicht überschritten werden.</li> <li>Verzichten Sie auf selbst hergestellte Pflanzenschutzmittel, ihr Einsatz ist verboten.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/etikett_psm_mit_huk_hinweis_hommes_p1060387_0-2.jpg"> </a> <strong> Gebrauchsanleitung eines Pflanzenschutzmittels </strong> <br> <p>Im Hobbygarten dürfen nur Pflanzenschutzmittel mit dieser Kennzeichnung angewendet werden: "Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig."</p> Quelle: Martin Hommes </p><p> <p><strong>Grundsätzlich gilt: </strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> dürfen nur auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen angewendet werden. Der Einsatz auf befestigten Flächen (dazu zählen z.B. Hofflächen, Terrassen, Bürgersteige und Einfahrten) ist grundsätzlich verboten. Es können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden.</p> <p><strong>Die passende ⁠<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/witterung">Witterung</a>⁠:</strong>&nbsp;Zeitdruck ist kein guter Ratgeber bei der Pflanzenpflege. Wer zum Beispiel seine Pflanzen noch kurz vorm nächsten Regenschauer behandeln will, belastet die Umwelt. Der Regen wäscht die Pflanzenschutzmittel ab, bevor sie überhaupt wirken können.</p> <ul> <li>Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur an Tagen, für die keine Niederschläge angekündigt sind.</li> <li>Vermeiden Sie die Mittagssonne, die Temperatur sollte unter 25 Grad liegen. Hitze vermindert die Wirkung vieler Pflanzenschutzmittel, da die Wirkstoffe verdunsten, bevor sie wirken. Auch hohe UV-Strahlung beschleunigt den Abbau einiger Pflanzenschutzmittel.</li> <li>Achten Sie auf einen windstillen Zeitpunkt. Durch Wind kann der Sprühnebel verweht werden.</li> <li>Am sinnvollsten ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den frühen Morgen- oder Abendstunden.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/windsock_hodenhagen_aerodrome_2013.jpg"> </a> <strong> Pflanzenschutzmittel dürfen bei starkem Wind nicht ausgebracht werden. </strong> Quelle: Olaf Oliviero Riemer | www.wikimedia.org | Windsack auf dem Flugplatz Hodenhagen | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en </p><p> <p><strong>Was noch zu beachten ist:</strong></p> <ul> <li>Lagern Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> immer in der Originalverpackung in einem abschließbaren Schrank außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren.</li> <li>Entsorgen Sie Restmengen von Pflanzenschutzmitteln bei einer Sammelstelle für Sondermüll, aber niemals in der Toilette, im Garten, im Gully, im Hausmüll oder in der Natur! Das Gesetz sieht Geldstrafen bis zu 50.000 Euro vor.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2-min.png"> </a> <strong> Checkliste für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Garten </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> <p><strong>Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht: </strong>Ein Verstoß gegen das Pflanzenschutzrecht kann beispielsweise der Einsatz von Herbiziden auf befestigten Flächen sein, die Nicht-Einhaltung von Mindestabständen zu Wohngebieten, die illegale Entsorgung von Pflanzenschutzmitteln in der Natur oder die fehlende Beratung beim Kauf eines Pflanzenschutzmittels. Die wichtigsten Vorgaben des Pflanzenschutzrechts, die Hobbygärtner*innen betreffen, finden Sie in <a href="https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Flyer/nach_Themen/11_Flyer_Kleingaertner.pdf%3F__blob%3DpublicationFile%26v%3D11">DIESEM</a> Flyer. Vorgaben des Pflanzenschutzrechts, die Landwirt*innen betreffen, finden Sie in den Grundsätzen der "<a href="https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ips/dateien/ips_1a_-_gute_fachliche_praxis_im_pflanzenschutz.pdf">Guten fachlichen Praxis im Pflanzenschutz</a>". Ein begründeter Verdacht einer ordnungswidrigen Pflanzenschutzmittelanwendung kann beim <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes</a> angezeigt werden. Einige Pflanzenschutzdienste bieten auf ihren Webseiten Informationen an, die bei der Erstellung einer Anzeige helfen.</p> <p>Für den Online-Handel mit Pflanzenschutzmitteln gelten die gleichen rechtlichen Vorgaben wie im Einzelhandel. Besteht der begründete Verdacht auf eine unzulässige Vermarktung von Pflanzenschutzmitteln im Internet, kann das an die <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/060_ZOPf/psm_ZOPf_node.html">Zentralstelle Online-Überwachung Pflanzenschutz (ZOPf)</a> gemeldet werden. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Vermarktung von Pflanzenschutzmitteln, die in Deutschland gar nicht zugelassen sind, z.B. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/herbizide">Herbizide</a> aus China mit dem Wirkstoff <em>Glufosinat</em>. Nicht zugelassene <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> dürfen in Deutschland weder importiert, noch beworben oder verkauft werden.</p> <p><strong>Haben Sie noch weitere Fragen?</strong> Als Hobbygärtner*in können Sie vielfältige Informations- und Beratungsangebote nutzen, zum Beispiel:</p> <ul> <li><a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/02_Verbraucher/03_HausKleingarten/01_amtl_Auskunftsstellen/Auskunftsstellen_node.html">Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes</a></li> <li><a href="https://dgg1822.de/">Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V.</a></li> <li><a href="https://kleingarten-bund.de/der-verband/landesverbaende/">Landesverbände der Kleingartenvereine</a></li> <li><a href="https://www.hortipendium.de/Gartenakademien_Deutschland">Gartenakademien der Bundesländer</a></li> <li><a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/">NABU</a>, <a href="https://www.bund.net/umweltgifte/pestizide">BUND</a></li> <li>Gärtnereien, Baumschulen, Gartencenter und Baumärkte</li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel">Umweltbundesamt</a></li> </ul> </p><p> Hintergrund <p><strong>Gesetzeslage:</strong> Das <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/pflschg_2012/__9.html">Pflanzenschutzgesetz</a> unterscheidet zwischen beruflichen und nicht-beruflichen Anwendern. Hobbygärtner*innen dürfen nur Pflanzenschutzmittel verwenden, die für den Einsatz im Haus- und Kleingarten (HuK) zugelassen und mit der Kennzeichnung "<em>Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zulässig</em>" versehen sind. Sie sind dem Gesetz nach "nicht sachkundig im Pflanzenschutz". Landwirt*innen und andere gewerbliche Anwender müssen dagegen einen Sachkundennachweis erbringen. Der Gesetzgeber verlangt, dass sich professionelle Anwender zum Beispiel genau mit den Düsen beim Spritzen oder mit der Schutzausrüstung auskennen. Für den Haus- und Kleingarten sind lediglich solche Mittel erlaubt, bei denen die Nebenwirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier als relativ gering bewertet werden. Beispielsweise werden giftige und ätzende Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingarten nicht zugelassen. Dasselbe gilt für Substanzen, die häufig allergische Reaktionen hervorrufen. Ebenfalls keine Chance auf Zulassung im Haus- und Kleingarten haben Mittel, die einen mehr als zehn Meter weiten Abstand zum nächsten Gewässer erfordern würden, um dort die Grenzwerte einzuhalten. Detaillierte Informationen zu den Anforderungen an Pflanzenschutzmittel für nicht-berufliche Anwender finden Sie in einer <a href="http://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/04_Pflanzenschutzmittel/PSM_Haus_und_Kleingarten.pdf%3F__blob%3DpublicationFile%26v%3D5">Broschüre des BVL</a>.</p> <p><strong>Umweltsituation:</strong>&nbsp;⁠Einige Pflanzenschutzmittel, die in der Landwirtschaft angewendet werden,⁠ können der Umwelt Schaden zufügen. Wie gefährlich Pflanzenschutzmittel sind, hängt unter anderem von den Substanzeigenschaften ab, wie etwa deren ⁠Toxizität⁠, ihrer Anreicherung in der Nahrungskette sowie ihrer Mobilität in der Umwelt. Jedes Pflanzenschutzmittel muss ein aufwändiges Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor es vermarktet und verwendet werden darf. Dabei werden zuerst die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel/europaeisches-genehmigungsverfahren-fuer-wirkstoffe">Wirkstoffe</a> der Pflanzenschutzmittel auf EU-Ebene genehmigt. Danach entscheiden die einzelnen Mitgliedsstaaten über eine nationale Zulassung der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel/zonales-zulassungsverfahren-fuer">Pflanzenschutzmittel</a> mit den genehmigten Wirkstoffen und eventuellen Beistoffen. Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a> bewertet in diesem Verfahren das Risiko der Pflanzenschutzmittel für die Umwelt. Dabei wird zum Beispiel geprüft, ob ein Mittel für Insekten, Fische oder Regenwürmer gefährlich ist. Doch das Zulassungsverfahren allein kann die Umwelt nicht ausreichend schützen, denn es birgt einige <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz">Defizite</a>. Es konnte bislang auch nicht verhindern, dass Pflanzenschutzmittel am Markt bleiben, die inzwischen als <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/beispiele-besonders-problematischer">problematisch</a> erkannt wurden. Pflanzenschutzmittel können, trotz aufwändigem Zulassungsverfahren, negative Effekte auf die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/pflanzenschutzmittel-schaden-der-biodiversitaet">Biodiversität</a> und auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/bodenlebewesen-werden-durch-pflanzenschutzmittel">Bodenorganismen</a> haben. Außerdem finden sich im <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/auswirkungen-von-pflanzenschutzmitteln-auf-grund">Grundwasser</a> sowie in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/auswirkungen-von-pflanzenschutzmitteln-auf">Oberflächengewässern</a> mehr Rückstände als laut Zulassungsbericht vorhergesagt. Pflanzenschutzmittel verteilen sich zudem in der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/problematik-bei-zulassung-einsatz/pflanzenschutzmittel-vom-winde-verweht">Luft</a> und einige werden über weite Strecken transportiert. Das ist unter anderem für biologisch wirtschaftende Betriebe ein Problem.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Forschungsschwerpunkt: Umweltgerechte Nutzung und nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume - Möglichkeiten und Chancen der Einbeziehung von Substanzen mit pflanzenstärkenden und Elicitoreigenschaften in Strategien zur Gesunderhaltung von Kartoffelbeständen und Ertragsstabilisierung

Ziel des Projektes ist die Prüfung der Erfolgsaussichten für Substanzen(Hefeextrakte, Chitosan) mit pflanzenstärkenden und Elicitoreigenschaften zur Stabilisierung der Erträge und Verbesserung der Pflanzengesundheit im Kartoffelbau mit dem langfristigen Ziel der Reduktion des Einsatzes von chemischen und kupferhaltigen Fungiziden. Die Ergebnisse der in vitro, im Gewächshaus, sowie im Feld unter gemäßigten und subtropischen Bedingungen durchgeführten Forschungsarbeiten bilden die Grundlage zur Ableitung von Kriterien zur Beurteilung der Effektivität von Pflanzenstärkungsmitteln sowie zur Entwicklung von Anwendungsprotokollen. Die folgenden Zwischenergebnisse können formuliert werden: Pflanzenstärkungsmittel unterscheiden sich hinsichtlich der Wirksamkeit auf Ertragsparameter sowie gegenüber Krautfäule(Phytophthora infestans) und Dürfleckenkrankheit (Alternaria solani). Die Wirkung von Pflanzenstärkungsmitteln auf Parameter von Ertrag und Pflanzengesundheit wird durch die natürlichen Bedingungen während der Anwendung modifiziert. Der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln ist besonders aussichtsreich bei der Produktion von gesundem Kartoffelpflanzgut ausgehend von Gewebekulturmethoden.

Pflanzenschutzgesetz (PflSchG)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis Inhaltsübersicht Abschnitt 1 Allgemeine Bestimmungen §  1 Zweck §  2 Begriffsbestimmungen Abschnitt 2 Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen §  3 Gute fachliche Praxis und integrierter Pflanzenschutz §  4 Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln §  5 Mitwirkung von Bundesbehörden am Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln §  6 Pflanzenschutzmaßnahmen §  7 (weggefallen) §  8 Anordnungen der zuständigen Behörden Abschnitt 3 Allgemeine Anforderungen für Anwender, Händler und Hersteller von Pflanzenschutzmitteln sowie Pflanzenschutzberater §  9 Persönliche Anforderungen § 10 Anzeige bei Beratung und Anwendung § 11 Aufzeichnungspflichten Abschnitt 4 Anwendung von Pflanzenschutzmitteln § 12 Vorschriften für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln § 13 Vorschriften für die Einschränkung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln § 14 Verbote § 15 Beseitigungspflicht § 16 Gebrauch von Pflanzenschutzgeräten § 17 Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind § 18 Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit Luftfahrzeugen § 19 Ausbringung oder Verwendung von mit Pflanzenschutzmitteln behandeltem Saatgut, Pflanzgut oder Kultursubstrat § 20 Versuchszwecke § 21 Erhebung von Daten über die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln § 22 Weitergehende Länderbefugnisse Abschnitt 5 Abgabe, Rückgabe und Ausfuhr von Pflanzenschutzmitteln § 23 Abgabe von Pflanzenschutzmitteln § 24 Anzeigepflicht bei der Abgabe von Pflanzenschutzmitteln § 25 Ausfuhr § 26 Getrennte Lagerung § 27 Rückgabe von Pflanzenschutzmitteln Abschnitt 6 Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln, Zulassungsverfahren § 28 Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln § 29 Inverkehrbringen in besonderen Fällen § 30 Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln unter abweichender Bezeichnung § 31 Kennzeichnung § 32 Inverkehrbringen von mit Pflanzenschutzmitteln behandeltem Saatgut, Pflanzgut oder Kultursubstrat § 33 Zuständigkeit für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln § 34 Beteiligungen § 35 Grundlagen für die Verfahren zur Zulassung eines Pflanzenschutzmittels § 36 Ergänzende Bestimmungen für den Inhalt der Zulassung § 37 Neue Erkenntnisse § 38 Verlängerung der Zulassung § 39 Widerruf, Rücknahme, Ruhen der Zulassung § 40 Ergänzende Regeln zu Zulassungs- und Genehmigungsverfahren Abschnitt 7 Inverkehrbringen von anderen Stoffen, Zulassungs- und Genehmigungsverfahren § 41 Zuständigkeit für die Prüfung von Wirkstoffen, Safenern und Synergisten § 42 Zusatzstoffe § 43 Kennzeichnung von Zusatzstoffen § 44 Überprüfung genehmigter Zusatzstoffe § 45 Pflanzenstärkungsmittel Abschnitt 8 Parallelhandel § 46 Genehmigung für den Parallelhandel § 47 Kennzeichnung parallelgehandelter Pflanzenschutzmittel § 48 Ruhen der Genehmigung für den Parallelhandel § 49 Pflichten des Inhabers der Genehmigung für den Parallelhandel § 50 Rücknahme oder Widerruf der Genehmigung für den Parallelhandel § 51 Innergemeinschaftliches Verbringen von Pflanzenschutzmitteln für den Eigenbedarf Abschnitt 9 Pflanzenschutzgeräte § 52 Prüfung § 53 Betriebsanleitung Abschnitt 10 Entschädigung, Forderungsübergang, Kosten § 54 Entschädigung § 55 Forderungsübergang § 56 Gebühren und Auslagen Abschnitt 11 Behörden, Überwachung § 57 Julius Kühn-Institut § 58 Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit § 59 Durchführung in den Ländern § 60 Behördliche Anordnungen § 61 Mitwirkung von Zolldienststellen § 62 Befugte Zollstellen Abschnitt 12 Auskunfts- und Meldepflichten, Übermittlung von Daten, Geheimhaltung § 63 Auskunftspflicht § 64 Meldepflicht § 65 Geheimhaltung § 66 Übermittlung von Daten § 67 Außenverkehr Abschnitt 13 Straf- und Bußgeldvorschriften § 68 Bußgeldvorschriften § 69 Strafvorschriften Abschnitt 14 Schlussbestimmungen § 70 Unberührtheitsklausel § 71 Besondere Vorschriften zur Bekämpfung der Reblaus § 72 Eilverordnungen § 73 (weggefallen) § 74 Übergangsvorschriften

Pflanzenschutz im Ziergarten

<p> So haben Sie viel Freude an Ihrem Ziergarten <ul> <li>Pflanzen Sie widerstandsfähige, einheimische und nützlingsfreundliche Arten und Sorten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig unterstützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p>Im Ziergarten, das liegt in der Natur der Sache, geht es in erster Linie um die Optik. Dennoch ist beim Gärtnern Toleranz angebrachter als Perfektionismus. Blattläuse, beispielsweise, mögen optisch störend wirken, die befallenen Pflanzen schwächen sie jedoch nur, wenn sie in großer Zahl über einen längeren Zeitraum auftreten. Und, ohne "Schädlinge" wie Blattläuse und "Unkräuter" wie Brennnesseln wäre der Garten für die hübschen Marienkäfer genauso unattraktiv wie für zahlreiche Schmetterlingsarten. Die Natur ist kein steriler Ort, sondern Lebensraum für viele Bewohner. Konkrete Tipps, wie Sie Nützlinge in Ihren Garten locken, finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</p> <p><strong>Vorbeugen ist einfacher als heilen: </strong>Gegen viele Schädlinge und Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich dazu in Fachmedien und im Fachhandel (z.B. Gärtnereien).</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Nutzen Sie entsprechende Apps, die Sie bei der Planung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Wechseln Sie die Standorte einjähriger Zierpflanzen regelmäßig.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Schadorganismen und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am ⁠Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie Ihren Boden stets bedeckt B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Ärgernisse im Ziergarten <p>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57315">Unkräutern</a>.</p> <p><strong>Rose – Königin der Blumen: </strong>Rosen zählen, aufgrund ihrer attraktiven Blüten und dem intensiven Duft, zu den beliebtesten Zierpflanzen. Sie brauchen einen sonnigen Platz und genügend Abstand untereinander. Pflanzen Sie Rosen nicht dort, wo vorher schon Rosen standen, das kann zu Kümmerwuchs führen. Achten Sie beim Kauf auf das <a href="https://www.adr-rose.de/adr-was-ist-das/">ADR-Gütezeichen</a>, welches besonders gesunde Rosensorten auszeichnet. Bei der "Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung" (ADR) bewertet ein Gremium von Experten neue Rosensorten auf Kriterien wie Blattgesundheit, Winterhärte, Wüchsigkeit und Reichblütigkeit. Bevorzugen Sie beim Kauf grundsätzlich insektenfreundliche Rosensorten. Solche Sorten sind wertvolle Pollenlieferanten für Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Im Herbst bilden sie zudem Hagebutten, welche Vögeln als Winterfutter dienen. Rosen haben tiefe Wurzeln und können somit heißtrockene Sommer relativ gut überstehen. Wenn Sie Rosen in Gefäße pflanzen, müssen Sie auf ausreichende Tiefe achten, damit die Wurzeln darin genügend Platz finden. Rosen im Topf sind grundsätzlich empfindlicher als im Freiland. Achten Sie bei Topfpflanzen deshalb besonders auf eine gute Pflege.</p> <p>Pilzinfektionen, wie z.B. Echter Mehltau, Rosenrost, Grauschimmel und Sternrußtau, gehören zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Die meisten Pilzerreger treten in niederschlagsreichen Sommern auf, Echter Mehltau dagegen braucht trockenes, sonniges <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Das Trockenhalten der Blätter beugt Pilzkrankheiten vor. Gießen Sie Rosen deshalb nur am Wurzelbereich und vermeiden Sie Spritzwasser. Wählen Sie einen luftigen Standort, so dass die Blätter nach einem Regen schnell abtrocknen können. Befallene Pflanzenteile sollten Sie abschneiden und entsorgen. Düngen Sie Rosen maßvoll mit Kompost. Meiden Sie synthetischen Stickstoff, dieser macht das Pflanzengewebe weich und krankheitsanfällig. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt festigen das Gewebe und erhöhen die Widerstandkraft der Pflanze. Auch Grundstoffe wie Lecithin oder Kuhmilch unterstützen die natürliche Abwehr von Pilzkrankheiten.</p> <strong>Galerie: Rosen: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/adr-logo-quer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/em10rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/rost13rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/botrytis07rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/black_spot.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>Buchsbaum – gut in Form: </strong>In Gärten ist der Buchsbaum als dichte Hecke oder als Formschnittgehölz weit verbreitet. Seine heimische Wildform ist jedoch nur noch selten zu finden. Als Frühblüher liefert er wertvollen Nektar und Pollen für Wildbienen. Buchsbäume brauchen einen halbschattigen, luftigen Standort. Je weniger Einzelpflanzen auf einer Fläche vorhanden sind, desto besser ist das für deren Gesundheit. Je mehr und je dichter die Pflanzen stehen, z.B. bei Hecken und Beeteinfassungen, desto leichter übertragen sich Schädlingsbefall und Pilzinfektionen.</p> <p>Der bekannteste Schädling am Buchsbaum ist der Buchsbaumzünsler. Der aus Ostasien eingeschleppte Kleinschmetterling breitet sich seit 2007 in Deutschland kontinuierlich aus. Anfangs hatte der Zünsler hier keine natürlichen Feinde, aber inzwischen sind einige Tiere auf den Geschmack gekommen. Spatzen, Rotschwänze und Kohlmeisen haben die Raupen als proteinreiche Nahrung für sich entdeckt. Auch Spitzmäuse suchen nachts im Inneren der Buchsbäume nach den Raupen. Fördern Sie solche Nützlinge mit Wasserstellen und Nistmöglichkeiten. Damit der Schädlingsbefall gar nicht erst überhandnimmt, sollten Sie Ihre Buchsbäume schon im zeitigen Frühjahr auf Raupen kontrollieren. Die ersten Raupen finden Sie im geschützten inneren Pflanzenbereich. Solange der Befall noch gering ist, können Sie mit einfachen Maßnahmen gegenwirken. Einzelne Raupen können abgesammelt und befallene Pflanzenteile abgeschnitten werden. Gegebenenfalls können die Raupen auch mit einem Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger weggespritzt werden. Ist der Buchsbaum jedoch schon stark abgefressen, sollten Sie ihn großzügig zurückschneiden. Dann erholt er sich und treibt wieder neu aus. Die befallenen Pflanzenteile müssen gut verpackt im Hausmüll entsorgt werden, damit sich der Zünsler nicht weiter ausbreitet.</p> <p>Buchsbaumkrebs und Buchsbaumsterben sind weitere typische Erkrankungen des Buchsbaums. Beide werden durch Pilzinfektionen verursacht. Um einem Pilzbefall vorzubeugen sollten Buchsbäume nur von unten gegossen werden. Buchsbäume in Pflanzgefäßen sollten idealerweise unter ein Dach gestellt werden. Vermeiden Sie zudem Staunässe. Befallene Triebe sollten Sie großzügig zurückschneiden und über den Hausmüll entsorgen.</p> <p>Sind Ihre Buchsbäume nicht mehr zu retten, sollten sie durch andere einheimische und vogelfreundliche Gehölze ersetzt werden. Beispielsweise werden die Beeren von Liguster und Berberitze im Herbst von vielen Vogelarten gern verspeist. Liguster und Berberitze sind ähnlich gut schnittverträglich wie Buchsbaum und bieten aufgrund ihres dichten Wuchses viele Nistmöglichkeiten.</p> <strong>Galerie: Buchsbaum: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/raupe_des_buchsbaumzuensler_cydalima_perspectalis_11.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/buxus_volutella_-jki_werres_img_8287.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/cylindrocladium-buxus-424-07-2gh_0.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong>Rostpilze an Malven: </strong>Rostpilze sind weit verbreitet und befallen neben Malven, Rosen und Geranien auch zahlreiche andere Nutz- und Zierpflanzen. Die meisten Rostpilze sind auf eine oder einige wenige Pflanzenarten spezialisiert. Das ist von Vorteil, denn so kann sich der Pilz nicht auf andere Pflanzenarten ausbreiten. Zu solchen Rost-Arten ohne Wirtswechsel gehört auch der Malvenrost, der Rosenrost und der Geranienrost. Rostpilze sind leicht zu erkennen an den rostbraunen Flecken, die sich an Blättern und Stängeln ausbilden. Stark befallene Blätter vergilben und fallen ab. Das ist ein optisches Ärgernis, stellt aber für Malven, Rosen und Geranienpflanzen kein wirkliches Problem dar. Befallene Blätter sollten Sie absammeln und über den Hausmüll entsorgen. Vorbeugend gegen Rostpilze können <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt eingesetzt werden. Malven lieben sonnige Standorte, ein solcher Standort schützt auch vor Pilzbefall. Malven blühen ab dem zweiten Standjahr intensiv, was viele Insekten anlockt. Malvenrost befällt jedoch insbesondere die älteren Pflanzen, deshalb sollten die betroffenen Malven nach dem zweiten Standjahr entfernt werden. Die neuen Pflanzen sollten Sie nicht an denselben Standort setzen, an dem vorher schon Malven standen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/malvenrost_congerdesign_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Malvenrost (Puccinia malvacearum) an der Blattunterseite </strong> Quelle: congerdesign / pixabay <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Bevorzugen Sie auch im Ziergarten grundsätzlich heimische Pflanzenarten und Sorten, die für Insekten, Vögel und Fledermäuse nützlich sind. Viele Blumen blühen zwar hübsch, sind aufgrund ihrer gefüllten Blüten aber völlig wertlos für Insekten. Achten Sie deshalb beim Kauf von beispielsweise Dahlien, Chrysanthemen, Tulpen und Pfingstrosen auf Sorten mit un-gefüllten Blüten. Oder wählen Sie gleich insektenfreundlichere Arten wie Kapuzinerkresse, Ringelblume und Lavendel. Meiden Sie ökologisch "wertlose" Pflanzen wie beispielsweise Forsythien, Thuja, Bambus, Geranien (Pelargonien) und Gartenstiefmütterchen. Pflanz-Empfehlungen finden Sie z.B. im <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">Lexikon für bienenfreundliche Pflanzen des Bundeslandwirtschaftsministeriums</a>, im <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/artikel/wildbienenfreundliche-pflanzen">Blühkalender der Deutschen Wildtierstiftung</a> oder beim <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">Naturschutzbund Deutschland</a>. Übrigens, „Unkräuter“ wie Löwenzahn, Wegwarte und Steinklee übertrumpfen, was Pollen- und Nektargehalt angeht, die Zierpflanzen um ein Vielfaches!</p> <p>Meiden Sie <a href="https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html">invasive, nicht-heimische Pflanzenarten</a>. Seit 2015 gilt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN">Verordnung (EU) Nr. 1143/2014</a> über invasive Arten, inklusive der sogenannten <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html">Unionsliste</a>. Alle darin genannten Arten (z.B. Götterbaum, Riesenbärenklau, Afrikanisches Lampenputzergras) dürfen nicht gepflanzt, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht oder in die Umwelt freigesetzt werden. <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-19-management.html">HIER</a> finden Sie Informationen zu den notwendigen Maßnahmen, um gegen solche Pflanzenarten vorzugehen. Viele weitere, in Gärten beliebte, invasive Pflanzenarten (z.B. Kirschlorbeer, Rhododendron, Mahonie, Essigbaum, Sommerflieder und Kanadische Goldrute) stehen (noch) nicht in der Unionsliste. Wenn Sie solche Pflanzen bereits im Garten haben, sollten Sie diese zumindest im Wachstum einschränken. Vermeiden Sie auch deren weitere Ausbreitung, indem Sie beispielsweise die Blütenstände abschneiden. Bei Neupflanzungen sollten Sie invasive Pflanzenarten unbedingt durch heimische, nützliche Arten ersetzen. Entsorgen Sie Pflanzenteile invasiver Arten nicht auf dem Kompost und auf keinen Fall in der freien Natur. Letzteres ist übrigens für jegliche Gartenabfälle verboten, unabhängig davon, ob es invasive Pflanzen sind. Wer so etwas trotzdem tut, riskiert ein Bußgeld.</p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel nur im Notfall:</strong> Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Orangenöl: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen wie die des Buchsbaumzünslers.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> So haben Sie viel Freude an Ihrem Ziergarten <ul> <li>Pflanzen Sie widerstandsfähige, einheimische und nützlingsfreundliche Arten und Sorten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, die sich gegenseitig unterstützen.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Im Ziergarten, das liegt in der Natur der Sache, geht es in erster Linie um die Optik. Dennoch ist beim Gärtnern Toleranz angebrachter als Perfektionismus. Blattläuse, beispielsweise, mögen optisch störend wirken, die befallenen Pflanzen schwächen sie jedoch nur, wenn sie in großer Zahl über einen längeren Zeitraum auftreten. Und, ohne "Schädlinge" wie Blattläuse und "Unkräuter" wie Brennnesseln wäre der Garten für die hübschen Marienkäfer genauso unattraktiv wie für zahlreiche Schmetterlingsarten. Die Natur ist kein steriler Ort, sondern Lebensraum für viele Bewohner. Konkrete Tipps, wie Sie Nützlinge in Ihren Garten locken, finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</p> <p><strong>Vorbeugen ist einfacher als heilen: </strong>Gegen viele Schädlinge und Krankheitserreger gibt es keine zugelassenen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> für den Haus- und Kleingarten. Vorbeugende Maßnahmen sind demnach der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich dazu in Fachmedien und im Fachhandel (z.B. Gärtnereien).</li> <li>Verwenden Sie nur gesundes Saat- und Pflanzgut, auch bei eigenem Nachbau.</li> <li>Durch eine geschickt gestaltete Mischkultur können sich Pflanzen gegenseitig unterstützen. Nutzen Sie entsprechende Apps, die Sie bei der Planung von Mischkulturen unterstützen.</li> <li>Wechseln Sie die Standorte einjähriger Zierpflanzen regelmäßig.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Pflanzen an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Genügend Abstand zwischen den Pflanzen erschwert die Übertragung von Schadorganismen und lässt feuchte Blätter schneller abtrocknen.</li> <li>Das Vorziehen der Pflanzen im geschützten Bereich hilft über ein empfindliches Stadium hinweg und gewährt einen Wachstumsvorsprung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken. Wässern Sie nur direkt am ⁠Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen.</li> <li>Vermeiden Sie Verletzungen der Pflanzen, z.B. bei der Bodenarbeit, denn sie erleichtern das Eindringen von Krankheitserregern.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie Ihren Boden stets bedeckt B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Achten Sie auf bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Ärgernisse im Ziergarten <p>Beachten Sie auch unsere Artikel zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57291">Blattläusen</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57307">Schnecken</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57315">Unkräutern</a>.</p> <p><strong>Rose – Königin der Blumen: </strong>Rosen zählen, aufgrund ihrer attraktiven Blüten und dem intensiven Duft, zu den beliebtesten Zierpflanzen. Sie brauchen einen sonnigen Platz und genügend Abstand untereinander. Pflanzen Sie Rosen nicht dort, wo vorher schon Rosen standen, das kann zu Kümmerwuchs führen. Achten Sie beim Kauf auf das <a href="https://www.adr-rose.de/adr-was-ist-das/">ADR-Gütezeichen</a>, welches besonders gesunde Rosensorten auszeichnet. Bei der "Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung" (ADR) bewertet ein Gremium von Experten neue Rosensorten auf Kriterien wie Blattgesundheit, Winterhärte, Wüchsigkeit und Reichblütigkeit. Bevorzugen Sie beim Kauf grundsätzlich insektenfreundliche Rosensorten. Solche Sorten sind wertvolle Pollenlieferanten für Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen. Im Herbst bilden sie zudem Hagebutten, welche Vögeln als Winterfutter dienen. Rosen haben tiefe Wurzeln und können somit heißtrockene Sommer relativ gut überstehen. Wenn Sie Rosen in Gefäße pflanzen, müssen Sie auf ausreichende Tiefe achten, damit die Wurzeln darin genügend Platz finden. Rosen im Topf sind grundsätzlich empfindlicher als im Freiland. Achten Sie bei Topfpflanzen deshalb besonders auf eine gute Pflege.</p> <p>Pilzinfektionen, wie z.B. Echter Mehltau, Rosenrost, Grauschimmel und Sternrußtau, gehören zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Die meisten Pilzerreger treten in niederschlagsreichen Sommern auf, Echter Mehltau dagegen braucht trockenes, sonniges <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>. Das Trockenhalten der Blätter beugt Pilzkrankheiten vor. Gießen Sie Rosen deshalb nur am Wurzelbereich und vermeiden Sie Spritzwasser. Wählen Sie einen luftigen Standort, so dass die Blätter nach einem Regen schnell abtrocknen können. Befallene Pflanzenteile sollten Sie abschneiden und entsorgen. Düngen Sie Rosen maßvoll mit Kompost. Meiden Sie synthetischen Stickstoff, dieser macht das Pflanzengewebe weich und krankheitsanfällig. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt festigen das Gewebe und erhöhen die Widerstandkraft der Pflanze. Auch Grundstoffe wie Lecithin oder Kuhmilch unterstützen die natürliche Abwehr von Pilzkrankheiten.</p> <strong>Galerie: Rosen: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/adr-logo-quer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/em10rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/rost13rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/botrytis07rosa.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/black_spot.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>Buchsbaum – gut in Form: </strong>In Gärten ist der Buchsbaum als dichte Hecke oder als Formschnittgehölz weit verbreitet. Seine heimische Wildform ist jedoch nur noch selten zu finden. Als Frühblüher liefert er wertvollen Nektar und Pollen für Wildbienen. Buchsbäume brauchen einen halbschattigen, luftigen Standort. Je weniger Einzelpflanzen auf einer Fläche vorhanden sind, desto besser ist das für deren Gesundheit. Je mehr und je dichter die Pflanzen stehen, z.B. bei Hecken und Beeteinfassungen, desto leichter übertragen sich Schädlingsbefall und Pilzinfektionen.</p> <p>Der bekannteste Schädling am Buchsbaum ist der Buchsbaumzünsler. Der aus Ostasien eingeschleppte Kleinschmetterling breitet sich seit 2007 in Deutschland kontinuierlich aus. Anfangs hatte der Zünsler hier keine natürlichen Feinde, aber inzwischen sind einige Tiere auf den Geschmack gekommen. Spatzen, Rotschwänze und Kohlmeisen haben die Raupen als proteinreiche Nahrung für sich entdeckt. Auch Spitzmäuse suchen nachts im Inneren der Buchsbäume nach den Raupen. Fördern Sie solche Nützlinge mit Wasserstellen und Nistmöglichkeiten. Damit der Schädlingsbefall gar nicht erst überhandnimmt, sollten Sie Ihre Buchsbäume schon im zeitigen Frühjahr auf Raupen kontrollieren. Die ersten Raupen finden Sie im geschützten inneren Pflanzenbereich. Solange der Befall noch gering ist, können Sie mit einfachen Maßnahmen gegenwirken. Einzelne Raupen können abgesammelt und befallene Pflanzenteile abgeschnitten werden. Gegebenenfalls können die Raupen auch mit einem Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger weggespritzt werden. Ist der Buchsbaum jedoch schon stark abgefressen, sollten Sie ihn großzügig zurückschneiden. Dann erholt er sich und treibt wieder neu aus. Die befallenen Pflanzenteile müssen gut verpackt im Hausmüll entsorgt werden, damit sich der Zünsler nicht weiter ausbreitet.</p> <p>Buchsbaumkrebs und Buchsbaumsterben sind weitere typische Erkrankungen des Buchsbaums. Beide werden durch Pilzinfektionen verursacht. Um einem Pilzbefall vorzubeugen sollten Buchsbäume nur von unten gegossen werden. Buchsbäume in Pflanzgefäßen sollten idealerweise unter ein Dach gestellt werden. Vermeiden Sie zudem Staunässe. Befallene Triebe sollten Sie großzügig zurückschneiden und über den Hausmüll entsorgen.</p> <p>Sind Ihre Buchsbäume nicht mehr zu retten, sollten sie durch andere einheimische und vogelfreundliche Gehölze ersetzt werden. Beispielsweise werden die Beeren von Liguster und Berberitze im Herbst von vielen Vogelarten gern verspeist. Liguster und Berberitze sind ähnlich gut schnittverträglich wie Buchsbaum und bieten aufgrund ihres dichten Wuchses viele Nistmöglichkeiten.</p> <strong>Galerie: Buchsbaum: Krankheiten erkennen und vermeiden</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/raupe_des_buchsbaumzuensler_cydalima_perspectalis_11.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/buxus_volutella_-jki_werres_img_8287.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/cylindrocladium-buxus-424-07-2gh_0.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong>Rostpilze an Malven: </strong>Rostpilze sind weit verbreitet und befallen neben Malven, Rosen und Geranien auch zahlreiche andere Nutz- und Zierpflanzen. Die meisten Rostpilze sind auf eine oder einige wenige Pflanzenarten spezialisiert. Das ist von Vorteil, denn so kann sich der Pilz nicht auf andere Pflanzenarten ausbreiten. Zu solchen Rost-Arten ohne Wirtswechsel gehört auch der Malvenrost, der Rosenrost und der Geranienrost. Rostpilze sind leicht zu erkennen an den rostbraunen Flecken, die sich an Blättern und Stängeln ausbilden. Stark befallene Blätter vergilben und fallen ab. Das ist ein optisches Ärgernis, stellt aber für Malven, Rosen und Geranienpflanzen kein wirkliches Problem dar. Befallene Blätter sollten Sie absammeln und über den Hausmüll entsorgen. Vorbeugend gegen Rostpilze können <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a> mit Schachtelhalmextrakt eingesetzt werden. Malven lieben sonnige Standorte, ein solcher Standort schützt auch vor Pilzbefall. Malven blühen ab dem zweiten Standjahr intensiv, was viele Insekten anlockt. Malvenrost befällt jedoch insbesondere die älteren Pflanzen, deshalb sollten die betroffenen Malven nach dem zweiten Standjahr entfernt werden. Die neuen Pflanzen sollten Sie nicht an denselben Standort setzen, an dem vorher schon Malven standen.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/malvenrost_congerdesign_auf_pixabay.jpg"> </a> <strong> Malvenrost (Puccinia malvacearum) an der Blattunterseite </strong> Quelle: congerdesign / pixabay </p><p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong> Bevorzugen Sie auch im Ziergarten grundsätzlich heimische Pflanzenarten und Sorten, die für Insekten, Vögel und Fledermäuse nützlich sind. Viele Blumen blühen zwar hübsch, sind aufgrund ihrer gefüllten Blüten aber völlig wertlos für Insekten. Achten Sie deshalb beim Kauf von beispielsweise Dahlien, Chrysanthemen, Tulpen und Pfingstrosen auf Sorten mit un-gefüllten Blüten. Oder wählen Sie gleich insektenfreundlichere Arten wie Kapuzinerkresse, Ringelblume und Lavendel. Meiden Sie ökologisch "wertlose" Pflanzen wie beispielsweise Forsythien, Thuja, Bambus, Geranien (Pelargonien) und Gartenstiefmütterchen. Pflanz-Empfehlungen finden Sie z.B. im <a href="https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/pflanzenlexikon.html">Lexikon für bienenfreundliche Pflanzen des Bundeslandwirtschaftsministeriums</a>, im <a href="https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/artikel/wildbienenfreundliche-pflanzen">Blühkalender der Deutschen Wildtierstiftung</a> oder beim <a href="https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22629.html">Naturschutzbund Deutschland</a>. Übrigens, „Unkräuter“ wie Löwenzahn, Wegwarte und Steinklee übertrumpfen, was Pollen- und Nektargehalt angeht, die Zierpflanzen um ein Vielfaches!</p> <p>Meiden Sie <a href="https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html">invasive, nicht-heimische Pflanzenarten</a>. Seit 2015 gilt die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32014R1143&amp;from=EN">Verordnung (EU) Nr. 1143/2014</a> über invasive Arten, inklusive der sogenannten <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste.html">Unionsliste</a>. Alle darin genannten Arten (z.B. Götterbaum, Riesenbärenklau, Afrikanisches Lampenputzergras) dürfen nicht gepflanzt, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht oder in die Umwelt freigesetzt werden. <a href="https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-19-management.html">HIER</a> finden Sie Informationen zu den notwendigen Maßnahmen, um gegen solche Pflanzenarten vorzugehen. Viele weitere, in Gärten beliebte, invasive Pflanzenarten (z.B. Kirschlorbeer, Rhododendron, Mahonie, Essigbaum, Sommerflieder und Kanadische Goldrute) stehen (noch) nicht in der Unionsliste. Wenn Sie solche Pflanzen bereits im Garten haben, sollten Sie diese zumindest im Wachstum einschränken. Vermeiden Sie auch deren weitere Ausbreitung, indem Sie beispielsweise die Blütenstände abschneiden. Bei Neupflanzungen sollten Sie invasive Pflanzenarten unbedingt durch heimische, nützliche Arten ersetzen. Entsorgen Sie Pflanzenteile invasiver Arten nicht auf dem Kompost und auf keinen Fall in der freien Natur. Letzteres ist übrigens für jegliche Gartenabfälle verboten, unabhängig davon, ob es invasive Pflanzen sind. Wer so etwas trotzdem tut, riskiert ein Bußgeld.</p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel nur im Notfall:</strong> Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a>&nbsp;erreicht werden kann. Wenn Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel entscheiden, dann können Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe wählen. Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe sind zum Beispiel:</p> <ul> <li>Rapsöl oder Orangenöl: gegen saugende Insekten wie Blattläuse und Spinnmilben</li> <li>Schwefel oder Kaliumhydrogencarbonat: gegen Echten Mehltau</li> <li><em>Bacillus thuringiensis</em>: gegen Schad-Schmetterlingsraupen wie die des Buchsbaumzünslers.</li> </ul> <p>Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p>Informationen für...</p>

Pflanzenschutz im Obstgarten: Beeren

<p> So gelingt die Ernte in Ihrem Obstgarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und vielfältige Arten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, um früh genug Gegenmaßnahmen zu ergreifen.</li> <li>Schneiden Sie mit Schaderregern befallene Pflanzenteile ab.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> Gewusst wie <p><strong>Krankheiten vorbeugen:</strong>&nbsp;Im Beeren-Anbau sind insbesondere Pilz-Erkrankungen relevant. Vorbeugende Maßnahmen sind hier der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Sträucher an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Geben Sie den Beeren einen sonnigen, luftigen Platz, damit Feuchtigkeit schnell abtrocknen kann. So verringern Sie die Wahrscheinlichkeit für einen Pilzbefall, denn Pilze brauchen Feuchtigkeit.</li> <li>Pflanzen Sie nicht zu eng und entfernen Sie zu dicht stehende oder ins Strauchinnere hineinwachsende Äste. Das sorgt für eine gute Durchlüftung.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen, indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie den Boden stets bedeckt, z.B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Mist oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken und wässern Sie nur direkt am ⁠Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen. Feuchte Oberflächen und Spritzwasser erleichtern es Krankheitserregern, sich auszubreiten.</li> <li>Achten Sie auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln. Vor allem synthetischer Stickstoff macht das Gewebe weich und anfällig für Pilzkrankheiten.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Die wichtigsten Pilzkrankheiten im Überblick <p><strong>Grauschimmel:</strong>&nbsp;Vor allem Erdbeeren, aber auch Himbeeren und Brombeeren, werden vom Grauschimmel (<em>Botrytis cinerea</em>) befallen. An Knospen und unreifen Früchten zeigen sich braune Stellen, reife Früchte faulen. Etwas später überdeckt ein grauer Schimmelrasen die befallenen Stellen.</p> <ul> <li>Wählen Sie Erdbeer-Sorten mit Blütenständen, die über die Blätter hinausragen und dadurch rasch abtrocknen. Nach zwei Jahren sollten Sie neue Pflanzen besorgen und dabei auch gleich den Standort wechseln.</li> <li>Bauen Sie Erdbeeren auf Erddämmen an, dadurch kann Wasser besser ablaufen und Sie verbessern die Durchlüftung der Reihen.</li> <li>Vermeiden Sie dichte Bestände um ein schnelles Abtrocknen zu gewährleisten.</li> <li>Schneiden Sie befallene Pflanzenteile umgehend ab und entsorgen Sie diese.</li> <li>Legen Sie eine Mulchschicht (z.B. aus Stroh) rund um die Erdbeerpflanzen aus, so entsteht weniger Spritzwasser und die Früchte trocknen besser ab. Legen Sie das Stroh erst nach der Blütezeit aus, damit sich der Boden vorher gut erwärmen kann und entfernen Sie es nach der Ernte. Schnecken legen sonst ihre Eier in das Strohbett.</li> <li>Verwenden Sie Silikat-haltige <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a>.</li> <li>Chitosanhydrochlorid kann als <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundstoff">Grundstoff</a> bei Pilzbefall eingesetzt werden.</li> </ul> <p><strong>Lederbeerenfäule:</strong>&nbsp;Die Lederbeerenfäule (<em>Phytophthora cactorum</em>) verleiht Erdbeeren eine bräunliche Farbe und eine lederartige Oberfläche. Die Konsistenz der Früchte ist gummiartig, der Geschmack bitter.</p> <ul> <li>Vermeiden Sie Staunässe, bauen Sie Erdbeeren auf Erddämmen an.</li> <li>Bei schweren Böden können Sie vor dem Pflanzen reichlich Sand und Kompost einarbeiten, damit die Erde durchlässiger wird und sich besser erwärmt.</li> <li>Vermeiden Sie direkten Kontakt zwischen Pflanzen und Boden, zum Beispiel durch eine Mulchschicht aus Stroh oder Holzwolle.</li> </ul> <p><strong>Himbeerrutenkrankheit:</strong>&nbsp;Der Begriff Himbeerrutenkrankheit umfasst verschiedene Pilzkrankheiten mit ähnlichen Symptomen. Im Frühjahr treiben einzelne Ruten nicht richtig aus und zeigen rotbraune, blauviolette oder schwarze Flecken – oft vom Fuß der Pflanze beginnend oder im Bereich der Blätter. Rindenpartien können sich ablösen, die befallenen Ruten werden brüchig und sterben schließlich ab.</p> <ul> <li>Achten Sie beim Kauf auf gesunde Ruten ohne Flecken.</li> <li>Sorgen Sie für lichte Bestände, damit die Ruten rasch abtrocknen können.</li> <li>Versorgen Sie die Pflanzen gleichmäßig mit Wasser und suchen Sie einen hellen Platz, der aber nicht in der prallen Sonne liegt. Die Ruten der Himbeeren können bei Trockenheit aufplatzen.</li> <li>Schneiden Sie abgeerntete Ruten rasch ab.</li> </ul> <p><strong>Amerikanischer Stachelbeermehltau:</strong>&nbsp;Der Amerikanische Stachelbeermehltau (<em>Sphaerotheca mors uvae</em>) überzieht Stachelbeeren und Schwarze Johannisbeeren mit einem weißgrauen Belag. Der Pilzbefall schwächt die Pflanzen und sorgt dafür, dass die befallenen Früchte nicht ausreifen.</p> <ul> <li>Schneiden Sie Ihre Beeren regelmäßig und entfernen Sie Triebe, die ins Strauchinnere wachsen. Das sorgt für ein trockenes Mikroklima.</li> <li>Halten Sie auch umstehende Pflanzen niedrig, damit die Stachelbeeren gut abtrocknen.</li> <li>Entfernen Sie befallene Triebe und befallenes Laub.</li> <li>Kürzen Sie im Februar / März die Triebe von im Vorjahr befallenen Pflanzen um etwa ein Drittel, denn der Pilz überwintert insbesondere an den Triebspitzen.</li> <li>Lecithin kann als Grundstoff bei Stachelbeermehltau eingesetzt werden.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/beerenobst_grauschimmel.jpg"> </a> <strong> Grauschimmel (Botrytis cinerea) </strong> <br>Grauschimmel tritt vor allem in warmen Sommern mit reichlich Niederschlägen auf. Quelle: Andreas Vietmeier <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/beerenobst_lederbeerenfaeule.jpg"> </a> <strong> Lederbeerenfäule (Phytophthora cactorum) </strong> <br>Eine ledrige Oberfläche und eine gummiartige Konsistenz weisen auf die Lederbeerenfäule hin. Quelle: Christoph Hoyer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/beerenobst_himbeerrutenkrankheit.jpg"> </a> <strong> Himbeerrutenkrankheit (Didymella applanata) </strong> <br>Blauviolette Rindenverfärbungen sind ein typisches Kennzeichnen der Himbeerrutenkrankheit. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Didymella applanata an Himbeerrute | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/beerenobst_stachelbeermehltau-beeren.jpg"> </a> <strong> Amerikanischer Stachelbeermehltau (Sphaerotheca mors uvae) </strong> <br>Amerikanischer Stachelbeermehltau führt zu weißen, später filzig-braunen und unreifen Früchten. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Amerikanischer Stachelbeermehltau an Beeren | Podosphaera mors-uvae zuvor Sphaerotheca mors-uvae | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Schädlingen vorbeugen:</strong> Schädlinge können Pflanzen schwächen, indem sie zum Beispiel an den Blättern saugen oder das Fruchtwachstum verhindern. Im Hausgarten ist der Schaden meist tolerierbar. Eine Bekämpfung würde auch den Nützlingen schaden, denen sie als Nahrung dienen. Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und möglichst naturnah, so dass sich viele Nützlinge darin wohl fühlen. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</p> Die wichtigsten Schädlinge im Überblick <p><strong>Blütenstecher:</strong>&nbsp;Blütenstecher (<em>Anthonomus rubi</em>) sind auf Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren zu finden. Die schwarzen Rüsselkäfer sind zwei bis vier Millimeter groß. Sie legen ihre Eier in die Blütenknospen der Beerenfrüchte. Die weiblichen Käfer beißen nach der Eiablage den Knospenstiel an, so dass die Knospe umknickt, verwelkt und abfällt.</p> <ul> <li>Achten Sie auf abgeknickte oder abgefallene Blütenknospen und sammeln Sie diese mit den darin enthaltenen Eiern regelmäßig auf.</li> <li>Entsorgen Sie die aufgesammelten Pflanzenteile über den Haus- oder Biomüll, damit sich die Käfer nicht weiter vermehren.</li> <li>Singvögel fressen die Larven des Blütenstechers und regulieren so den Bestand. Unterstützen Sie Singvögel zum Beispiel durch das Aufhängen von Nistkästen.</li> <li>Schlupfwespen parasitieren die Larven des Blütenstechers, indem sie ihre Eier hineinlegen. Fördern Sie Schlupfwespen, indem Sie ihnen Lebensraum bieten. Die erwachsenen Tiere lieben Pollen- und Nektarpflanzen und überwintern in Baumstümpfen und unter loser Baumrinde.</li> </ul> <p><strong>Himbeerkäfer:</strong>&nbsp;Die kleinen weißen Larven des Himbeerkäfers (<em>Byturus tomentosus</em>) fressen sich in das Fruchtinnere. Die Himbeeren werden braun und hart oder zeigen Missbildungen.</p> <ul> <li>Bauen Sie Herbst-Himbeeren an, diese werden meist nicht befallen, da die Eiablage der Käfer deutlich früher erfolgt.</li> <li>Breiten Sie ab Mitte April regelmäßig am Morgen ein Tuch unter den Himbeerruten aus und klopfen die Ruten ab. Die Käfer fallen herunter und können entfernt werden, noch ehe sie ihre Eier in die Früchte legen.</li> <li>Gießen Sie mit Rainfarntee und Brennnesseljauche zur Stärkung der Pflanzen.</li> <li>Kappen Sie nach der Ernte alle Ruten fünf Zentimeter über dem Boden.</li> </ul> <p><strong>Gallmilben:</strong>&nbsp;Ist ein Brombeerstrauch von Gallmilben (<em>Acalitus essigi</em>) befallen, reifen Früchte oder Teile davon nicht aus, sondern bleiben rot oder rotgrün. Reife, normal ausgefärbte Früchte sind hart und sauer.</p> <ul> <li>Wählen Sie früh-reife Sorten.</li> <li>Geben Sie den Brombeeren einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz.</li> <li>Gallmilben bevorzugen trockene Wärme. Halten Sie den Boden deshalb feucht, z.B. durch eine Mulchschicht.</li> <li>Schneiden Sie befallene Früchte ab und entsorgen Sie diese über den Haus- oder Biomüll.</li> <li>Lassen Sie nach der Ernte keine Früchte hängen, die Gallmilben überwintern darin. Schneiden Sie abgetragene Ruten im Winter zurück.</li> <li>Nützlinge wie Schlupfwespen und Raubmilben überwintern auch an Brombeeren. Verzichten Sie deshalb auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>.</li> </ul> <p><strong>Johannisbeerglasflügler:</strong>&nbsp;Die Larven des Johannisbeerglasflüglers (<em>Synanthedon tipuliformis</em>) bohren sich in die Johannisbeertriebe und fressen das Mark. Befallene Triebe werden welk und sterben später ganz ab. Schwarze Johannisbeeren werden bevorzugt befallen.</p> <ul> <li>Wählen Sie lieber Rote oder Weiße Johannisbeeren, die werden selten befallen.</li> <li>Schneiden Sie welke Triebe direkt über dem Boden ab. Ist das Mark schwarz verfärbt sind sie tatsächlich von den Larven befallen.</li> <li>Fördern Sie Nützlinge. Die Schlupfwespenart <em>Lissonota frontales</em> parasitiert die Raupen des Glasflüglers. Vögel und Spinnen fressen die erwachsenen Falter und Laufkäfer fressen deren Eier.</li> </ul> <p>Pflanzenschutzmittel sind zur Bekämpfung des Johannisbeerglasflüglers nicht gut geeignet. Mittel, die nur bei direktem Kontakt wirken, müssten exakt zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht werden, um die Weibchen bei der Eiablage zu töten. Selbst dann würden sie wahrscheinlich nicht wie gewünscht wirken und vor allem anderen Insekten schaden. Die geschlüpften Larven fressen ohnehin im Inneren der Triebe und sind dadurch gut geschützt.</p> <p><strong>Kirschessigfliegen:</strong>&nbsp;Die <a href="https://drosophila.julius-kuehn.de/">Kirschessigfliege</a> (<em>Drosophila suzukii</em>) ist nur drei Millimeter groß, kann aber große Ernteverluste verursachen. Sie befällt nicht nur Kirschen, sondern auch Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren. Markant sind die roten Augen und der sägeartige Ei-Legeapparat, mit dem die Weibchen in die Fruchthaut eindringen. Die invasive, aus Asien stammende Kirschessigfliege wurde 2011 erstmalig in Deutschland nachgewiesen und hat sich innerhalb von nur drei Jahren bundesweit ausgebreitet. Sie wird durch befallene Früchte verbreitet, kann aber auch selbst weite Strecken zurücklegen. Unter den klimatischen Bedingungen in Deutschland kann sie bis zu acht Generationen pro Jahr zeugen. Es gibt keine Insektizide, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind. Aufgrund der hohen Vermehrungsrate und des kurzen Entwicklungszyklus würde die Kirschessigfliege wahrscheinlich schnell Resistenzen gegen Insektizide entwickeln.&nbsp;</p> <ul> <li>Kirschessigfliegen gehören zu den Taufliegen, sie mögen es dementsprechend feucht. Sonne, Wind und Frost mögen sie dagegen nicht. Sorgen Sie also dafür, dass die Beerensträucher möglichst sonnig stehen, fachgerecht geschnitten sind und Unterbewuchs kurzgehalten wird.</li> <li>Feinmaschige <a href="https://droso-demo-netz.julius-kuehn.de/index.php?menuid=41">Kulturschutznetze</a> (Maschenweite maximal 0,8 Millimeter) schützen die Früchte vor der Kirschessigfliege. Die Netze müssen die Pflanzen komplett umschließen. Kontrollieren Sie die Netze regelmäßig auf Schadstellen.</li> <li>Beachten Sie aber, dass eine Einnetzung nur bei solchen Kulturen sinnvoll ist, bei denen Blüte und Fruchtausbildung <u>nacheinander</u> erfolgen! Kulturen, die <u>gleichzeitig</u> blühen und Früchte bilden (z.B. Himbeeren, Brombeeren) sollten nicht komplett eingenetzt werden, weil durch die Netze keine Bestäuber an die Blüten gelangen können und dementsprechend keine Früchte gebildet werden können. Der Einsatz von Bestäubern aus dem Handel unter einzelnen eingenetzten Kulturen ist nicht sinnvoll. Die Bestäuber können in so einem kleinen Raum nicht lange überleben. Sie fliegen in Panik gegen die Netze, verfangen sich und sterben. Eine Befruchtung findet kaum statt.</li> <li>Natürliche Gegenspieler der Kirschessigfliege sind Ohrwürmer und parasitierende Wespen (Gallwespen, Brackwespen, Zehrwespen, Erzwespen). Fördern Sie solche Nützlinge durch eine naturnahe Gartengestaltung.</li> <li>Pflücken Sie regelmäßig alle reifen Früchte und auch solche, die von Krankheiten und Schädlingen befallen sind. Entsorgen Sie befallene Früchte, am besten gut verpackt, im Hausmüll. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompostieren</a> können Sie befallene Früchte nur, wenn vorher die Larven der Kirschessigfliege abgetötet werden. Dazu müssen Sie die Früchte entweder in einem dicht verschlossenen Behälter in die Sonne legen oder einfrieren. Auch vergraben in einer Bodentiefe von mindestens 50 Zentimetern ist eine Option.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/erdbeerbluetenstecher_welke_erdbeerknospe.jpg"> </a> <strong> Erdbeerblütenstecher (Anthonomus rubi) </strong> <br>Nach der Eiablage beißt der Blütenstecher die Blütenstiele an, so dass sie abknicken. Quelle: Robert Henschel | www.wikimedia.org | Eine vom Erdbeerblütenstecher Anthonomus rubi befallene und verwelkte Erdbeerblüte | https://en.wikipedia.org/wiki/en:public_domain <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/frambozenkever.jpg"> </a> <strong> Himbeerkäfer (Byturus tomentosus) </strong> <br>Die weißen Larven des Himbeerkäfers fressen von innen an den Beeren. Quelle: Rasbak from nl | www.wikimedia.org | zelfgemaakte foto van de larve van de frambozenkever | https://en.wikipedia.org/wiki/en:GNU_Free_Documentation_License | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/bild_35.jpg"> </a> <strong> Brombeergallmilbe (Acalitus essigi) </strong> <br>Schadbild der Brombeergallmilbe, die Beeren bleiben rot und hart. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Schadbild der Brombeergallmilbe | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/johabe_glasfluegler_larve.jpg"> </a> <strong> Johannisbeerglasflügler (Synanthedon tipuliformis) </strong> <br>Dass man die Larven des Johannisbeerglasflüglers zu Gesicht bekommt, ist selten. Meist sieht man nur die Folgen ihrer Fraßtätigkeit – das schwarz verfärbte Mark der Stängel. Quelle: Uwe Harzer DLR RP | www.greencommons.de | Johannisbeerglasflügler Larve | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/steinobst_kirschessigfliege.jpg"> </a> <strong> Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) </strong> <br>Mit einer Lupe kann man die roten Augen der Kirschessigfliege erkennen. Die Männchen haben auf ihren Flügeln einen gut sichtbaren schwarzen Punkt. Quelle: Martin Hauser Phycus | www.wikimedia.org | male of Drosophila suzukii. California | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/deed.en Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> <p><strong>Pflanzenschutzmittel nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a> erreicht werden kann. Entscheiden Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel, wählen Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> So gelingt die Ernte in Ihrem Obstgarten <ul> <li>Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und vielfältige Arten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen und einen gesunden, lebendigen Boden.</li> <li>Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, um früh genug Gegenmaßnahmen zu ergreifen.</li> <li>Schneiden Sie mit Schaderregern befallene Pflanzenteile ab.</li> <li>Ein Verzicht auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> schont die Umwelt und Ihre Gartenmitbewohner.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p><strong>Krankheiten vorbeugen:</strong>&nbsp;Im Beeren-Anbau sind insbesondere Pilz-Erkrankungen relevant. Vorbeugende Maßnahmen sind hier der effektivste Weg, Ihre Pflanzen gesund zu halten.</p> <ul> <li>Wählen Sie Sorten, die gegen problematische Krankheiten resistent bzw. generell robust und widerstandsfähig sind. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</li> <li>Sorgen Sie für optimale Standortbedingungen um den unterschiedlichen Ansprüchen der Sträucher an z.B. Licht, Feuchtigkeit, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/ph-wert">pH-Wert</a> und Bodenstruktur gerecht zu werden.</li> <li>Geben Sie den Beeren einen sonnigen, luftigen Platz, damit Feuchtigkeit schnell abtrocknen kann. So verringern Sie die Wahrscheinlichkeit für einen Pilzbefall, denn Pilze brauchen Feuchtigkeit.</li> <li>Pflanzen Sie nicht zu eng und entfernen Sie zu dicht stehende oder ins Strauchinnere hineinwachsende Äste. Das sorgt für eine gute Durchlüftung.</li> <li>Gesunder Boden – gesunde Pflanzen: Fördern Sie die Bodenlebewesen, indem Sie dem Boden organisches Material zuführen und auf das Umgraben verzichten. Halten Sie den Boden stets bedeckt, z.B. mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Mist oder Laub. Mulch fördert zudem die Humusbildung und schützt vor Austrocknung.</li> <li>Halten Sie oberirdische Pflanzenteile möglichst trocken und wässern Sie nur direkt am ⁠Wurzelbereich⁠, ohne die Blätter zu benetzen. Feuchte Oberflächen und Spritzwasser erleichtern es Krankheitserregern, sich auszubreiten.</li> <li>Achten Sie auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln. Vor allem synthetischer Stickstoff macht das Gewebe weich und anfällig für Pilzkrankheiten.</li> <li>Achten Sie auf hygienische Bedingungen damit sich Erreger gar nicht erst ausbreiten können. Desinfizieren Sie Schnittwerkzeuge mit 70-prozentigem Alkohol, wenn sie Kontakt mit kranken Pflanzen hatten.</li> <li>Entsorgen Sie befallene Pflanzen im Haus- oder Biomüll. Im Kompost können die erforderlichen Temperaturen, um die Erreger abzutöten, eventuell nicht erreicht werden.</li> </ul> Die wichtigsten Pilzkrankheiten im Überblick <p><strong>Grauschimmel:</strong>&nbsp;Vor allem Erdbeeren, aber auch Himbeeren und Brombeeren, werden vom Grauschimmel (<em>Botrytis cinerea</em>) befallen. An Knospen und unreifen Früchten zeigen sich braune Stellen, reife Früchte faulen. Etwas später überdeckt ein grauer Schimmelrasen die befallenen Stellen.</p> <ul> <li>Wählen Sie Erdbeer-Sorten mit Blütenständen, die über die Blätter hinausragen und dadurch rasch abtrocknen. Nach zwei Jahren sollten Sie neue Pflanzen besorgen und dabei auch gleich den Standort wechseln.</li> <li>Bauen Sie Erdbeeren auf Erddämmen an, dadurch kann Wasser besser ablaufen und Sie verbessern die Durchlüftung der Reihen.</li> <li>Vermeiden Sie dichte Bestände um ein schnelles Abtrocknen zu gewährleisten.</li> <li>Schneiden Sie befallene Pflanzenteile umgehend ab und entsorgen Sie diese.</li> <li>Legen Sie eine Mulchschicht (z.B. aus Stroh) rund um die Erdbeerpflanzen aus, so entsteht weniger Spritzwasser und die Früchte trocknen besser ab. Legen Sie das Stroh erst nach der Blütezeit aus, damit sich der Boden vorher gut erwärmen kann und entfernen Sie es nach der Ernte. Schnecken legen sonst ihre Eier in das Strohbett.</li> <li>Verwenden Sie Silikat-haltige <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenstaerkungsmittel">Pflanzenstärkungsmittel</a>.</li> <li>Chitosanhydrochlorid kann als <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundstoff">Grundstoff</a> bei Pilzbefall eingesetzt werden.</li> </ul> <p><strong>Lederbeerenfäule:</strong>&nbsp;Die Lederbeerenfäule (<em>Phytophthora cactorum</em>) verleiht Erdbeeren eine bräunliche Farbe und eine lederartige Oberfläche. Die Konsistenz der Früchte ist gummiartig, der Geschmack bitter.</p> <ul> <li>Vermeiden Sie Staunässe, bauen Sie Erdbeeren auf Erddämmen an.</li> <li>Bei schweren Böden können Sie vor dem Pflanzen reichlich Sand und Kompost einarbeiten, damit die Erde durchlässiger wird und sich besser erwärmt.</li> <li>Vermeiden Sie direkten Kontakt zwischen Pflanzen und Boden, zum Beispiel durch eine Mulchschicht aus Stroh oder Holzwolle.</li> </ul> <p><strong>Himbeerrutenkrankheit:</strong>&nbsp;Der Begriff Himbeerrutenkrankheit umfasst verschiedene Pilzkrankheiten mit ähnlichen Symptomen. Im Frühjahr treiben einzelne Ruten nicht richtig aus und zeigen rotbraune, blauviolette oder schwarze Flecken – oft vom Fuß der Pflanze beginnend oder im Bereich der Blätter. Rindenpartien können sich ablösen, die befallenen Ruten werden brüchig und sterben schließlich ab.</p> <ul> <li>Achten Sie beim Kauf auf gesunde Ruten ohne Flecken.</li> <li>Sorgen Sie für lichte Bestände, damit die Ruten rasch abtrocknen können.</li> <li>Versorgen Sie die Pflanzen gleichmäßig mit Wasser und suchen Sie einen hellen Platz, der aber nicht in der prallen Sonne liegt. Die Ruten der Himbeeren können bei Trockenheit aufplatzen.</li> <li>Schneiden Sie abgeerntete Ruten rasch ab.</li> </ul> <p><strong>Amerikanischer Stachelbeermehltau:</strong>&nbsp;Der Amerikanische Stachelbeermehltau (<em>Sphaerotheca mors uvae</em>) überzieht Stachelbeeren und Schwarze Johannisbeeren mit einem weißgrauen Belag. Der Pilzbefall schwächt die Pflanzen und sorgt dafür, dass die befallenen Früchte nicht ausreifen.</p> <ul> <li>Schneiden Sie Ihre Beeren regelmäßig und entfernen Sie Triebe, die ins Strauchinnere wachsen. Das sorgt für ein trockenes Mikroklima.</li> <li>Halten Sie auch umstehende Pflanzen niedrig, damit die Stachelbeeren gut abtrocknen.</li> <li>Entfernen Sie befallene Triebe und befallenes Laub.</li> <li>Kürzen Sie im Februar / März die Triebe von im Vorjahr befallenen Pflanzen um etwa ein Drittel, denn der Pilz überwintert insbesondere an den Triebspitzen.</li> <li>Lecithin kann als Grundstoff bei Stachelbeermehltau eingesetzt werden.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/beerenobst_grauschimmel.jpg"> </a> <strong> Grauschimmel (Botrytis cinerea) </strong> <br>Grauschimmel tritt vor allem in warmen Sommern mit reichlich Niederschlägen auf. Quelle: Andreas Vietmeier <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/beerenobst_lederbeerenfaeule.jpg"> </a> <strong> Lederbeerenfäule (Phytophthora cactorum) </strong> <br>Eine ledrige Oberfläche und eine gummiartige Konsistenz weisen auf die Lederbeerenfäule hin. Quelle: Christoph Hoyer <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/beerenobst_himbeerrutenkrankheit.jpg"> </a> <strong> Himbeerrutenkrankheit (Didymella applanata) </strong> <br>Blauviolette Rindenverfärbungen sind ein typisches Kennzeichnen der Himbeerrutenkrankheit. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Didymella applanata an Himbeerrute | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/beerenobst_stachelbeermehltau-beeren.jpg"> </a> <strong> Amerikanischer Stachelbeermehltau (Sphaerotheca mors uvae) </strong> <br>Amerikanischer Stachelbeermehltau führt zu weißen, später filzig-braunen und unreifen Früchten. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Amerikanischer Stachelbeermehltau an Beeren | Podosphaera mors-uvae zuvor Sphaerotheca mors-uvae | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Schädlingen vorbeugen:</strong> Schädlinge können Pflanzen schwächen, indem sie zum Beispiel an den Blättern saugen oder das Fruchtwachstum verhindern. Im Hausgarten ist der Schaden meist tolerierbar. Eine Bekämpfung würde auch den Nützlingen schaden, denen sie als Nahrung dienen. Gestalten Sie Ihren Garten vielfältig und möglichst naturnah, so dass sich viele Nützlinge darin wohl fühlen. Konkrete Tipps dazu finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57308">HIER</a>.</p> Die wichtigsten Schädlinge im Überblick <p><strong>Blütenstecher:</strong>&nbsp;Blütenstecher (<em>Anthonomus rubi</em>) sind auf Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren zu finden. Die schwarzen Rüsselkäfer sind zwei bis vier Millimeter groß. Sie legen ihre Eier in die Blütenknospen der Beerenfrüchte. Die weiblichen Käfer beißen nach der Eiablage den Knospenstiel an, so dass die Knospe umknickt, verwelkt und abfällt.</p> <ul> <li>Achten Sie auf abgeknickte oder abgefallene Blütenknospen und sammeln Sie diese mit den darin enthaltenen Eiern regelmäßig auf.</li> <li>Entsorgen Sie die aufgesammelten Pflanzenteile über den Haus- oder Biomüll, damit sich die Käfer nicht weiter vermehren.</li> <li>Singvögel fressen die Larven des Blütenstechers und regulieren so den Bestand. Unterstützen Sie Singvögel zum Beispiel durch das Aufhängen von Nistkästen.</li> <li>Schlupfwespen parasitieren die Larven des Blütenstechers, indem sie ihre Eier hineinlegen. Fördern Sie Schlupfwespen, indem Sie ihnen Lebensraum bieten. Die erwachsenen Tiere lieben Pollen- und Nektarpflanzen und überwintern in Baumstümpfen und unter loser Baumrinde.</li> </ul> <p><strong>Himbeerkäfer:</strong>&nbsp;Die kleinen weißen Larven des Himbeerkäfers (<em>Byturus tomentosus</em>) fressen sich in das Fruchtinnere. Die Himbeeren werden braun und hart oder zeigen Missbildungen.</p> <ul> <li>Bauen Sie Herbst-Himbeeren an, diese werden meist nicht befallen, da die Eiablage der Käfer deutlich früher erfolgt.</li> <li>Breiten Sie ab Mitte April regelmäßig am Morgen ein Tuch unter den Himbeerruten aus und klopfen die Ruten ab. Die Käfer fallen herunter und können entfernt werden, noch ehe sie ihre Eier in die Früchte legen.</li> <li>Gießen Sie mit Rainfarntee und Brennnesseljauche zur Stärkung der Pflanzen.</li> <li>Kappen Sie nach der Ernte alle Ruten fünf Zentimeter über dem Boden.</li> </ul> <p><strong>Gallmilben:</strong>&nbsp;Ist ein Brombeerstrauch von Gallmilben (<em>Acalitus essigi</em>) befallen, reifen Früchte oder Teile davon nicht aus, sondern bleiben rot oder rotgrün. Reife, normal ausgefärbte Früchte sind hart und sauer.</p> <ul> <li>Wählen Sie früh-reife Sorten.</li> <li>Geben Sie den Brombeeren einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz.</li> <li>Gallmilben bevorzugen trockene Wärme. Halten Sie den Boden deshalb feucht, z.B. durch eine Mulchschicht.</li> <li>Schneiden Sie befallene Früchte ab und entsorgen Sie diese über den Haus- oder Biomüll.</li> <li>Lassen Sie nach der Ernte keine Früchte hängen, die Gallmilben überwintern darin. Schneiden Sie abgetragene Ruten im Winter zurück.</li> <li>Nützlinge wie Schlupfwespen und Raubmilben überwintern auch an Brombeeren. Verzichten Sie deshalb auf <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>.</li> </ul> <p><strong>Johannisbeerglasflügler:</strong>&nbsp;Die Larven des Johannisbeerglasflüglers (<em>Synanthedon tipuliformis</em>) bohren sich in die Johannisbeertriebe und fressen das Mark. Befallene Triebe werden welk und sterben später ganz ab. Schwarze Johannisbeeren werden bevorzugt befallen.</p> <ul> <li>Wählen Sie lieber Rote oder Weiße Johannisbeeren, die werden selten befallen.</li> <li>Schneiden Sie welke Triebe direkt über dem Boden ab. Ist das Mark schwarz verfärbt sind sie tatsächlich von den Larven befallen.</li> <li>Fördern Sie Nützlinge. Die Schlupfwespenart <em>Lissonota frontales</em> parasitiert die Raupen des Glasflüglers. Vögel und Spinnen fressen die erwachsenen Falter und Laufkäfer fressen deren Eier.</li> </ul> <p>Pflanzenschutzmittel sind zur Bekämpfung des Johannisbeerglasflüglers nicht gut geeignet. Mittel, die nur bei direktem Kontakt wirken, müssten exakt zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht werden, um die Weibchen bei der Eiablage zu töten. Selbst dann würden sie wahrscheinlich nicht wie gewünscht wirken und vor allem anderen Insekten schaden. Die geschlüpften Larven fressen ohnehin im Inneren der Triebe und sind dadurch gut geschützt.</p> <p><strong>Kirschessigfliegen:</strong>&nbsp;Die <a href="https://drosophila.julius-kuehn.de/">Kirschessigfliege</a> (<em>Drosophila suzukii</em>) ist nur drei Millimeter groß, kann aber große Ernteverluste verursachen. Sie befällt nicht nur Kirschen, sondern auch Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren. Markant sind die roten Augen und der sägeartige Ei-Legeapparat, mit dem die Weibchen in die Fruchthaut eindringen. Die invasive, aus Asien stammende Kirschessigfliege wurde 2011 erstmalig in Deutschland nachgewiesen und hat sich innerhalb von nur drei Jahren bundesweit ausgebreitet. Sie wird durch befallene Früchte verbreitet, kann aber auch selbst weite Strecken zurücklegen. Unter den klimatischen Bedingungen in Deutschland kann sie bis zu acht Generationen pro Jahr zeugen. Es gibt keine Insektizide, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind. Aufgrund der hohen Vermehrungsrate und des kurzen Entwicklungszyklus würde die Kirschessigfliege wahrscheinlich schnell Resistenzen gegen Insektizide entwickeln.&nbsp;</p> <ul> <li>Kirschessigfliegen gehören zu den Taufliegen, sie mögen es dementsprechend feucht. Sonne, Wind und Frost mögen sie dagegen nicht. Sorgen Sie also dafür, dass die Beerensträucher möglichst sonnig stehen, fachgerecht geschnitten sind und Unterbewuchs kurzgehalten wird.</li> <li>Feinmaschige <a href="https://droso-demo-netz.julius-kuehn.de/index.php?menuid=41">Kulturschutznetze</a> (Maschenweite maximal 0,8 Millimeter) schützen die Früchte vor der Kirschessigfliege. Die Netze müssen die Pflanzen komplett umschließen. Kontrollieren Sie die Netze regelmäßig auf Schadstellen.</li> <li>Beachten Sie aber, dass eine Einnetzung nur bei solchen Kulturen sinnvoll ist, bei denen Blüte und Fruchtausbildung <u>nacheinander</u> erfolgen! Kulturen, die <u>gleichzeitig</u> blühen und Früchte bilden (z.B. Himbeeren, Brombeeren) sollten nicht komplett eingenetzt werden, weil durch die Netze keine Bestäuber an die Blüten gelangen können und dementsprechend keine Früchte gebildet werden können. Der Einsatz von Bestäubern aus dem Handel unter einzelnen eingenetzten Kulturen ist nicht sinnvoll. Die Bestäuber können in so einem kleinen Raum nicht lange überleben. Sie fliegen in Panik gegen die Netze, verfangen sich und sterben. Eine Befruchtung findet kaum statt.</li> <li>Natürliche Gegenspieler der Kirschessigfliege sind Ohrwürmer und parasitierende Wespen (Gallwespen, Brackwespen, Zehrwespen, Erzwespen). Fördern Sie solche Nützlinge durch eine naturnahe Gartengestaltung.</li> <li>Pflücken Sie regelmäßig alle reifen Früchte und auch solche, die von Krankheiten und Schädlingen befallen sind. Entsorgen Sie befallene Früchte, am besten gut verpackt, im Hausmüll. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompostieren</a> können Sie befallene Früchte nur, wenn vorher die Larven der Kirschessigfliege abgetötet werden. Dazu müssen Sie die Früchte entweder in einem dicht verschlossenen Behälter in die Sonne legen oder einfrieren. Auch vergraben in einer Bodentiefe von mindestens 50 Zentimetern ist eine Option.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/erdbeerbluetenstecher_welke_erdbeerknospe.jpg"> </a> <strong> Erdbeerblütenstecher (Anthonomus rubi) </strong> <br>Nach der Eiablage beißt der Blütenstecher die Blütenstiele an, so dass sie abknicken. Quelle: Robert Henschel | www.wikimedia.org | Eine vom Erdbeerblütenstecher Anthonomus rubi befallene und verwelkte Erdbeerblüte | https://en.wikipedia.org/wiki/en:public_domain <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/frambozenkever.jpg"> </a> <strong> Himbeerkäfer (Byturus tomentosus) </strong> <br>Die weißen Larven des Himbeerkäfers fressen von innen an den Beeren. Quelle: Rasbak from nl | www.wikimedia.org | zelfgemaakte foto van de larve van de frambozenkever | https://en.wikipedia.org/wiki/en:GNU_Free_Documentation_License | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/bild_35.jpg"> </a> <strong> Brombeergallmilbe (Acalitus essigi) </strong> <br>Schadbild der Brombeergallmilbe, die Beeren bleiben rot und hart. Quelle: Uwe Harzer | www.greencommons.de | Schadbild der Brombeergallmilbe | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2618/bilder/johabe_glasfluegler_larve.jpg"> </a> <strong> Johannisbeerglasflügler (Synanthedon tipuliformis) </strong> <br>Dass man die Larven des Johannisbeerglasflüglers zu Gesicht bekommt, ist selten. Meist sieht man nur die Folgen ihrer Fraßtätigkeit – das schwarz verfärbte Mark der Stängel. Quelle: Uwe Harzer DLR RP | www.greencommons.de | Johannisbeerglasflügler Larve | http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/steinobst_kirschessigfliege.jpg"> </a> <strong> Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) </strong> <br>Mit einer Lupe kann man die roten Augen der Kirschessigfliege erkennen. Die Männchen haben auf ihren Flügeln einen gut sichtbaren schwarzen Punkt. Quelle: Martin Hauser Phycus | www.wikimedia.org | male of Drosophila suzukii. California | https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/deed.en Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> </p><p> <p><strong>Pflanzenschutzmittel nur im Notfall:</strong>&nbsp;Bevorzugen Sie grundsätzlich immer nicht-chemische Maßnahmen, bevor Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/wissenswertes-ueber-pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> einsetzen. Verwenden Sie Pflanzenschutzmittel nur, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gebracht haben und wenn mit großen Ernteverlusten zu rechnen ist. Prüfen Sie, ob Ihr Ziel auch mit <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmitteln</a> oder mit dem Einsatz von <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html;jsessionid=FDBEE81656F55AB03C484996E1D3360E.internet942#doc11030656bodyText2">Grundstoffen</a> erreicht werden kann. Entscheiden Sie sich doch für ein Pflanzenschutzmittel, wählen Sie möglichst umweltverträgliche Wirkstoffe. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und halten Sie sich genau an die Packungsbeilage. Weitere Tipps zum richtigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57293">HIER</a>.</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Blattläuse: Unbeliebte Gartenbesucher

<p> So bekämpfen Sie Blattläuse ohne Chemie <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten naturnah, um Fressfeinde anzulocken.</li> <li>Wählen Sie Pflanzensorten, die bei Blattläusen unbeliebt sind.</li> <li>Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, damit sich Läuse nicht massenhaft vermehren.</li> <li>Tolerieren Sie einen geringfügigen Befall.</li> <li>Entfernen Sie Blattläuse notfalls per Wasserstrahl.</li> </ul> Gewusst wie <p>Blattläuse (<em>Aphidina</em>) zählen zu den bekanntesten Schädlingen im Garten. Allein in Mitteleuropa sind rund 850 Blattlausarten bekannt. Sie stechen die Pflanzen an und saugen den zuckerhaltigen Pflanzensaft. Meist ist der Befall harmlos und kann toleriert werden. Insbesondere an Ziergehölzen sind Blattläuse nur ein optisches Problem. Wenn sie jedoch über einen längeren Zeitraum in großer Zahl an einer Pflanze saugen, schwächen sie diese. Die zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse, der sogenannte Honigtau, sind außerdem ein idealer Nährboden für Rußtaupilze. Diese Pilze bilden einen schwarzen Belag, wodurch die Photosyntheseleistung der Pflanze sinkt. In einzelnen Fällen können Blattläuse auch Viruskrankheiten übertragen. Sie geben zum Beispiel Tabakmosaikviren an Tomaten, Gurken und Paprika sowie das Scharkavirus an Steinobst weiter. Gegen Viren gibt es keine <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>.</p> <p><strong>Blattläuse in der Nahrungskette:</strong> Viele Vogelarten, Spinnen und Insekten ernähren sich von Blattläusen und deren Ausscheidungen. Insbesondere der Marienkäfer ist ein fleißiger Blattlausräuber. Ein ausgewachsener Käfer vertilgt in seinem etwa einjährigen Leben bis zu 5.000 Blattläuse. Die Käfer werden durch bestimmte Düfte (Pheromone) angelockt, welche befallene Pflanzen abgeben. Die Weibchen legen ihre Eier in die Blattlauskolonie und nach wenigen Tagen schlüpfen die ersten Larven, welche umgehend mit der Vertilgung der Blattläuse beginnen. Damit Marienkäfer nach ihrer Winterruhe gute Startbedingungen haben, brauchen sie schnell Nahrung. Diese besteht im Frühjahr, neben Blattläusen, auch aus Pollen von Rosengewächsen. Deshalb sollten Sie insbesondere im Frühjahr auf Insektizide verzichten, wenn Ihre Rosen von Blattläusen befallen sind. Die Rosen überstehen den Befall und blühen trotzdem. Marienkäfer und Meisenbrut danken es Ihnen.</p> <p><strong>Locken Sie Fressfeinde an:</strong> Gestalten Sie Ihren Garten abwechslungsreich und naturnah und errichten Sie Versteck- und Nistmöglichkeiten für Blattlaus-Räuber.</p> <ul> <li>Bieten Sie beispielsweise Marienkäfern (<em>Coccinellidae</em>) geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li>Mit der Anlage von Blühflächen können sie gezielt Schwebfliegen (<em>Syrphidae</em>) anlocken. Die erwachsenen Tiere sind wichtige Bestäuber und ernähren sich von Nektar und Pollen folgender Pflanzen: Kamille, Kornblume, Phacelia, Nachtkerze, Margerite, Rainfarn und Vogelmiere. Die Larven vieler Schwebfliegenarten leben dagegen räuberisch. Eine Larve vertilgt bis zu 1.000 Blattläuse. Sie gehören im Frühling zu den ersten aktiven Blattlausvertilgern. Zum Überwintern brauchen Sie Verstecke in Baumstümpfen, Steinhaufen oder dichten Hecken.</li> <li>Auch Grabwespen der Gattungen <em>Pemphredon</em> und <em>Passaloecus</em> sind auf Blattläuse spezialisiert. Sie erbeuten diese in großer Anzahl und tragen sie in ihre Nester als Nahrung für die Larven. Die erwachsenen Tiere nähren sich an den Blüten von z.B. Wilder Möhre und Wiesen-Bärenklau und nisten in markhaltigen Stängeln von z.B. Holunder und Brombeeren. Als Nistplatz-Ersatz können Sie einfach ein paar Holunderäste (Markdurchmesser ca. 1 cm, Länge mindestens 30 cm) bündeln und aufrecht (vertikal) an einen sonnigen Platz hängen.</li> </ul> <p><strong>Sortenwahl:</strong> Es gibt einige Pflanzensorten, die gegen den Befall von Blattläusen resistent bzw. weniger anfällig sind. Allerdings wurden in Versuchen regionale Unterschiede nachgewiesen. In einigen Regionen Deutschlands sind zudem in den letzten Jahren die Blattlausresistenzen zusammengebrochen. Die Sauger befallen nun also auch Sorten, die sie vorher verschmäht haben. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</p> <p><strong>Übrigens:</strong> Pflanzen mit einer intensiven grünen Farbe haben eine hohe Anziehungskraft auf Blattläuse. In einzelnen Kulturen kann es daher auch hilfreich sein, auf Sorten mit anderer Blattfarbe zurückzugreifen, z.B. rotblättriger Salat statt grünblättriger.</p> <p><strong>Blattläuse im Gewächshaus:</strong> Im Gewächshaus ist es möglich, gezielt Nützlinge aus dem Fachhandel gegen Blattläuse auszubringen. Da die Tiere unter Umständen aus dem Gewächshaus entweichen können, sollten Sie nur einheimische Arten und Unterarten verwenden. Das ist sehr wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Kaufen Sie z.B. nur heimische Marienkäferarten wie den Zweipunkt (<em>Adalia bipunctata</em>) oder den Siebenpunkt (<em>Coccinella septempunctata</em>). Kaufen Sie keine Asiatischen Marienkäfer (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) und keine Australischen Marienkäfer (<em>Cryptolaemus montrouzieri</em>). Mehr dazu lesen Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/nuetzlinge-im-garten#kommerzieller-einsatz-von-nutzlingen-im-gewachshaus-und-garten">HIER</a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) <p><strong>Blattläuse meiden starke Pflanzen:</strong>&nbsp;Achten Sie schon beim Kauf eines Gewächses darauf, dass es zu den Standortverhältnissen in Ihrem Garten passt. Kümmernde Pflanzen sind ein gefundenes Fressen für Blattläuse. Dasselbe gilt für überdüngte Pflanzen, weil sie ein weiches Gewebe haben.</p> <ul> <li>Setzen Sie <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmittel⁠</a> ein, z.B. Ackerschachtelhalm-Extrakt. Gefestigtes Gewebe und Abwehrstoffe schrecken Blattläuse ab.</li> <li>Verwenden Sie Pflanzenextrakte, die für den Einsatz als <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html">Grundstoff</a> genehmigt sind, z.B. Zwiebeln, Brennnesseln.</li> <li>Pflanzen Sie Blattlaus-abwehrende Gewächse zwischen anfällige Gewächse. Abwehrende Gewächse sind z.B. Knoblauch, Oregano, Thymian, Lavendel.</li> <li>Achten Sie auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln. Vor allem synthetischer Stickstoff macht das Gewebe weich und anfällig für Krankheitserreger.</li> <li>Mulchen Sie die Gemüsepflanzen. Blattläuse finden ihre Wirtspflanzen über visuelle Anreize. Mulch verändert den Farbkontrast zwischen Boden und Pflanze, dadurch fliegen weniger Blattläuse die gemulchten Flächen an.</li> </ul> <p><strong>Mit Handarbeit gegen Lausbefall:</strong></p> <ul> <li>Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, damit sich Läuse nicht massenhaft vermehren.</li> <li>Streifen Sie befallene Triebe mit der Hand ab oder schneiden Sie diese einfach ab.</li> <li>Bei Gehölzen und robusten Stauden können Sie Blattläuse mit einem harten Wasserstrahl entfernen. Steigern Sie den Wasserdruck langsam und vorsichtig.</li> </ul> <p>⁠<strong>Blattlausarten in Obstgehölzen, im Gemüsebau und an Zierpflanzen: </strong>Oft treten an einer Pflanze mehrere unterschiedliche Blattlausarten auf. Zur Orientierung erhalten Sie in der Bildergalerie einen Überblick über wichtige Blattlausarten sowie einige artspezifische Tipps. Für Hobbygärtner*innen ist es allerdings nicht zwingend notwendig, die einzelnen Arten unterscheiden zu können. Die vorbeugenden Maßnahmen und die allgemeinen Strategien zur Befallsminderung treffen weitgehend auf alle Arten gleichermaßen zu.</p> <strong>Galerie: Blattlausarten im Obst, im Gemüse und an Zierpflanzen</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_gruene-pfirsichblattlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_mehlige-apfelblattlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_apfelfaltenlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_gruene-apfelblattlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_apfelgraslaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_schwarze-kirschenblattlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_grosse-rosenblattlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/blutlaus_10_2009.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/bohne-blattlaus2-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/nasonovia_ribisnigri.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/moehre-wurzelhalsblattlaus1-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/gurkeblattlaus1-800x600-hoyer_0.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/blattlaeuse4-slfa-nw-rw.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/mehlige_kohlblattlaus_jki_hommes_wk_2010_p1000712.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption <p><strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>⁠ nur im Notfall:</strong>&nbsp;Damit eine Bekämpfung von Blattläusen mit Pflanzenschutzmitteln erfolgreich ist, müssen die Spritzungen genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Häufig sind mehrere Spritzungen innerhalb weniger Wochen notwendig, bei denen sämtliche Pflanzenteile benetzt werden müssen. Trotzdem entwischen manche Läuse, die sich an den Triebspitzen, an Blattunterseiten und Wurzeln verstecken. Einige Pflanzenschutzmittel schaden auch Nützlingen. Wer sie trotzdem verwendet, gefährdet das Gleichgewicht zwischen Schädlingen und ihren natürlichen Feinden. Wer Blattläuse mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen will, muss sich deshalb vorher genau informieren.</p> <ul> <li>Verwenden Sie nur Produkte, die für den Haus- und Kleingarten (HuK) zugelassen und mit der Kennzeichnung „<em>Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig</em>“ versehen sind. In der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/">Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)</a> können Sie danach suchen.</li> <li>Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe gegen Blattläuse sind z.B. Rapsöl oder Kali-Seife.</li> <li>Beachten Sie genau die Packungsbeilage, zum Schutz der Umwelt und Ihrer eigenen Gesundheit.</li> <li>Behandeln Sie die Pflanzen abends oder an einem bedeckten Tag, da die Tröpfchen wie winzige Linsen wirken und Sonnenbrand an den Pflanzen verursachen können.</li> </ul> </p><p> So bekämpfen Sie Blattläuse ohne Chemie <ul> <li>Gestalten Sie Ihren Garten naturnah, um Fressfeinde anzulocken.</li> <li>Wählen Sie Pflanzensorten, die bei Blattläusen unbeliebt sind.</li> <li>Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, damit sich Läuse nicht massenhaft vermehren.</li> <li>Tolerieren Sie einen geringfügigen Befall.</li> <li>Entfernen Sie Blattläuse notfalls per Wasserstrahl.</li> </ul> </p><p> Gewusst wie <p>Blattläuse (<em>Aphidina</em>) zählen zu den bekanntesten Schädlingen im Garten. Allein in Mitteleuropa sind rund 850 Blattlausarten bekannt. Sie stechen die Pflanzen an und saugen den zuckerhaltigen Pflanzensaft. Meist ist der Befall harmlos und kann toleriert werden. Insbesondere an Ziergehölzen sind Blattläuse nur ein optisches Problem. Wenn sie jedoch über einen längeren Zeitraum in großer Zahl an einer Pflanze saugen, schwächen sie diese. Die zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse, der sogenannte Honigtau, sind außerdem ein idealer Nährboden für Rußtaupilze. Diese Pilze bilden einen schwarzen Belag, wodurch die Photosyntheseleistung der Pflanze sinkt. In einzelnen Fällen können Blattläuse auch Viruskrankheiten übertragen. Sie geben zum Beispiel Tabakmosaikviren an Tomaten, Gurken und Paprika sowie das Scharkavirus an Steinobst weiter. Gegen Viren gibt es keine <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>.</p> <p><strong>Blattläuse in der Nahrungskette:</strong> Viele Vogelarten, Spinnen und Insekten ernähren sich von Blattläusen und deren Ausscheidungen. Insbesondere der Marienkäfer ist ein fleißiger Blattlausräuber. Ein ausgewachsener Käfer vertilgt in seinem etwa einjährigen Leben bis zu 5.000 Blattläuse. Die Käfer werden durch bestimmte Düfte (Pheromone) angelockt, welche befallene Pflanzen abgeben. Die Weibchen legen ihre Eier in die Blattlauskolonie und nach wenigen Tagen schlüpfen die ersten Larven, welche umgehend mit der Vertilgung der Blattläuse beginnen. Damit Marienkäfer nach ihrer Winterruhe gute Startbedingungen haben, brauchen sie schnell Nahrung. Diese besteht im Frühjahr, neben Blattläusen, auch aus Pollen von Rosengewächsen. Deshalb sollten Sie insbesondere im Frühjahr auf Insektizide verzichten, wenn Ihre Rosen von Blattläusen befallen sind. Die Rosen überstehen den Befall und blühen trotzdem. Marienkäfer und Meisenbrut danken es Ihnen.</p> <p><strong>Locken Sie Fressfeinde an:</strong> Gestalten Sie Ihren Garten abwechslungsreich und naturnah und errichten Sie Versteck- und Nistmöglichkeiten für Blattlaus-Räuber.</p> <ul> <li>Bieten Sie beispielsweise Marienkäfern (<em>Coccinellidae</em>) geeignete Plätze für die Winterruhe an: Laubhaufen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/totholz">Totholz</a>, Steinhaufen, kleine trockene Hohlräume oder spezielle Nistkästen.</li> <li>Mit der Anlage von Blühflächen können sie gezielt Schwebfliegen (<em>Syrphidae</em>) anlocken. Die erwachsenen Tiere sind wichtige Bestäuber und ernähren sich von Nektar und Pollen folgender Pflanzen: Kamille, Kornblume, Phacelia, Nachtkerze, Margerite, Rainfarn und Vogelmiere. Die Larven vieler Schwebfliegenarten leben dagegen räuberisch. Eine Larve vertilgt bis zu 1.000 Blattläuse. Sie gehören im Frühling zu den ersten aktiven Blattlausvertilgern. Zum Überwintern brauchen Sie Verstecke in Baumstümpfen, Steinhaufen oder dichten Hecken.</li> <li>Auch Grabwespen der Gattungen <em>Pemphredon</em> und <em>Passaloecus</em> sind auf Blattläuse spezialisiert. Sie erbeuten diese in großer Anzahl und tragen sie in ihre Nester als Nahrung für die Larven. Die erwachsenen Tiere nähren sich an den Blüten von z.B. Wilder Möhre und Wiesen-Bärenklau und nisten in markhaltigen Stängeln von z.B. Holunder und Brombeeren. Als Nistplatz-Ersatz können Sie einfach ein paar Holunderäste (Markdurchmesser ca. 1 cm, Länge mindestens 30 cm) bündeln und aufrecht (vertikal) an einen sonnigen Platz hängen.</li> </ul> <p><strong>Sortenwahl:</strong> Es gibt einige Pflanzensorten, die gegen den Befall von Blattläusen resistent bzw. weniger anfällig sind. Allerdings wurden in Versuchen regionale Unterschiede nachgewiesen. In einigen Regionen Deutschlands sind zudem in den letzten Jahren die Blattlausresistenzen zusammengebrochen. Die Sauger befallen nun also auch Sorten, die sie vorher verschmäht haben. Informieren Sie sich zu passenden Sorten in Fachmedien und lassen Sie sich im Fachhandel (z.B. Gärtnereien, Baumschulen) dazu beraten.</p> <p><strong>Übrigens:</strong> Pflanzen mit einer intensiven grünen Farbe haben eine hohe Anziehungskraft auf Blattläuse. In einzelnen Kulturen kann es daher auch hilfreich sein, auf Sorten mit anderer Blattfarbe zurückzugreifen, z.B. rotblättriger Salat statt grünblättriger.</p> <p><strong>Blattläuse im Gewächshaus:</strong> Im Gewächshaus ist es möglich, gezielt Nützlinge aus dem Fachhandel gegen Blattläuse auszubringen. Da die Tiere unter Umständen aus dem Gewächshaus entweichen können, sollten Sie nur einheimische Arten und Unterarten verwenden. Das ist sehr wichtig, damit natürlich vorkommende Arten nicht beeinträchtigt oder verdrängt werden. Kaufen Sie z.B. nur heimische Marienkäferarten wie den Zweipunkt (<em>Adalia bipunctata</em>) oder den Siebenpunkt (<em>Coccinella septempunctata</em>). Kaufen Sie keine Asiatischen Marienkäfer (<em>Harmonia axyridis</em>, auch Harlekin-Marienkäfer) und keine Australischen Marienkäfer (<em>Cryptolaemus montrouzieri</em>). Mehr dazu lesen Sie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/nuetzlinge-im-garten#kommerzieller-einsatz-von-nutzlingen-im-gewachshaus-und-garten">HIER</a>.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/11906/bilder/bild2_0.png"> </a> <strong> Im Gewächshaus können zahlreiche Nützlinge eingesetzt werden. </strong> Quelle: Umweltbundesamt (2025 überarbeitet) </p><p> <p><strong>Blattläuse meiden starke Pflanzen:</strong>&nbsp;Achten Sie schon beim Kauf eines Gewächses darauf, dass es zu den Standortverhältnissen in Ihrem Garten passt. Kümmernde Pflanzen sind ein gefundenes Fressen für Blattläuse. Dasselbe gilt für überdüngte Pflanzen, weil sie ein weiches Gewebe haben.</p> <ul> <li>Setzen Sie <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/04_Pflanzenstaerkungsmittel/psm_Pflanzenstaerkungsmittel_node.html">Pflanzenstärkungsmittel⁠</a> ein, z.B. Ackerschachtelhalm-Extrakt. Gefestigtes Gewebe und Abwehrstoffe schrecken Blattläuse ab.</li> <li>Verwenden Sie Pflanzenextrakte, die für den Einsatz als <a href="https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/04_Anwender/02_AnwendungGrundstoffe/psm_AnwendungGrundstoffe_node.html">Grundstoff</a> genehmigt sind, z.B. Zwiebeln, Brennnesseln.</li> <li>Pflanzen Sie Blattlaus-abwehrende Gewächse zwischen anfällige Gewächse. Abwehrende Gewächse sind z.B. Knoblauch, Oregano, Thymian, Lavendel.</li> <li>Achten Sie auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Verwenden Sie organische Düngemittel anstatt von chemisch-synthetischen Düngemitteln. Vor allem synthetischer Stickstoff macht das Gewebe weich und anfällig für Krankheitserreger.</li> <li>Mulchen Sie die Gemüsepflanzen. Blattläuse finden ihre Wirtspflanzen über visuelle Anreize. Mulch verändert den Farbkontrast zwischen Boden und Pflanze, dadurch fliegen weniger Blattläuse die gemulchten Flächen an.</li> </ul> <p><strong>Mit Handarbeit gegen Lausbefall:</strong></p> <ul> <li>Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, damit sich Läuse nicht massenhaft vermehren.</li> <li>Streifen Sie befallene Triebe mit der Hand ab oder schneiden Sie diese einfach ab.</li> <li>Bei Gehölzen und robusten Stauden können Sie Blattläuse mit einem harten Wasserstrahl entfernen. Steigern Sie den Wasserdruck langsam und vorsichtig.</li> </ul> <p>⁠<strong>Blattlausarten in Obstgehölzen, im Gemüsebau und an Zierpflanzen: </strong>Oft treten an einer Pflanze mehrere unterschiedliche Blattlausarten auf. Zur Orientierung erhalten Sie in der Bildergalerie einen Überblick über wichtige Blattlausarten sowie einige artspezifische Tipps. Für Hobbygärtner*innen ist es allerdings nicht zwingend notwendig, die einzelnen Arten unterscheiden zu können. Die vorbeugenden Maßnahmen und die allgemeinen Strategien zur Befallsminderung treffen weitgehend auf alle Arten gleichermaßen zu.</p> <strong>Galerie: Blattlausarten im Obst, im Gemüse und an Zierpflanzen</strong> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_gruene-pfirsichblattlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_mehlige-apfelblattlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_apfelfaltenlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_gruene-apfelblattlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_apfelgraslaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_schwarze-kirschenblattlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/3111/bilder/blattlaus_grosse-rosenblattlaus.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/blutlaus_10_2009.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/bohne-blattlaus2-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/nasonovia_ribisnigri.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/moehre-wurzelhalsblattlaus1-hoyer.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/gurkeblattlaus1-800x600-hoyer_0.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/blattlaeuse4-slfa-nw-rw.jpg"> </a> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/2614/bilder/mehlige_kohlblattlaus_jki_hommes_wk_2010_p1000712.jpg"> </a> Weiter <i> </i> Vorherige <i> </i> caption </p><p> <p><strong><a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a>⁠ nur im Notfall:</strong>&nbsp;Damit eine Bekämpfung von Blattläusen mit Pflanzenschutzmitteln erfolgreich ist, müssen die Spritzungen genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Häufig sind mehrere Spritzungen innerhalb weniger Wochen notwendig, bei denen sämtliche Pflanzenteile benetzt werden müssen. Trotzdem entwischen manche Läuse, die sich an den Triebspitzen, an Blattunterseiten und Wurzeln verstecken. Einige Pflanzenschutzmittel schaden auch Nützlingen. Wer sie trotzdem verwendet, gefährdet das Gleichgewicht zwischen Schädlingen und ihren natürlichen Feinden. Wer Blattläuse mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen will, muss sich deshalb vorher genau informieren.</p> <ul> <li>Verwenden Sie nur Produkte, die für den Haus- und Kleingarten (HuK) zugelassen und mit der Kennzeichnung „<em>Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig</em>“ versehen sind. In der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/">Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)</a> können Sie danach suchen.</li> <li>Vergleichsweise umweltverträgliche Wirkstoffe gegen Blattläuse sind z.B. Rapsöl oder Kali-Seife.</li> <li>Beachten Sie genau die Packungsbeilage, zum Schutz der Umwelt und Ihrer eigenen Gesundheit.</li> <li>Behandeln Sie die Pflanzen abends oder an einem bedeckten Tag, da die Tröpfchen wie winzige Linsen wirken und Sonnenbrand an den Pflanzen verursachen können.</li> </ul> </p><p>Informationen für...</p>

Überwachung und Kontrolle

Pflanzenschutz darf nur nach guter fachlicher Praxis durchgeführt werden. Zur guten fachlichen Praxis gehört, dass die Grundsätze des Integrierten Pflanzenschutzes berücksichtigt werden müssen. Der Integrierte Pflanzenschutz stellt ein ganzheitliches, langfristig angelegtes Pflanzenschutzsystem dar. Er verfolgt das Ziel, den ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen gleichermaßen gerecht zu werden. Ziel ist es außerdem, die Risiken, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für Mensch, Tier und den Naturhaushalt entstehen können, zu verringern. Daher regeln zahlreiche nationale und europäische Gesetze und Verordnungen den Pflanzenschutz. Die Einhaltung dieser Bestimmungen wird von den Mitarbeitenden des Pflanzenschutzamtes überwacht und kontrolliert. Zu den weiteren Aufgaben zählen im Einzelnen: Die Überwachung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau Die Überwachung des Inverkehrbringens von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzenstärkungsmitteln und deren innergemeinschaftliches Verbringen Die Durchführung des Verfahrens zur Erlangung der Sachkunde im Pflanzenschutz Die Durchführung von Genehmigungsverfahren: Für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Freilandflächen, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden; Für die Anwendung eines zugelassenen Pflanzenschutzmittels in einem anderen als den mit der Zulassung festgesetzten Anwendungsgebieten; Die Durchführung von Anzeigeverfahren: Für die Abgabe von Pflanzenschutzmitteln; Für die Beratung über den Pflanzenschutz und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für andere Die Überwachung der sich im Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräte Bild: Pflanzenschutzamt Berlin Sachkundenachweis Für die berufliche Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, die Beratung zum Pflanzenschutz sowie für den Handel mit Pflanzenschutzmitteln müssen Personen nach EU-Recht sachkundig sein. Der Sachkundenachweis im Scheckkartenformat muss beim Pflanzenschutzamt beantragt werden. Weitere Informationen Bild: Pflanzenschutzamt Berlin Abgabe von Pflanzenschutzmitteln Pflanzenschutzmittel dürfen ausschließlich von sachkundigem Personal ausgehändigt werden. Vorab ist eine ausgiebige Beratung des Kunden zwingend notwendig. Die gewerbliche Abgabe von Pflanzenschutzmitteln muss in Berlin dem Pflanzenschutzamt angezeigt werden. Die Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen wird überwacht und regelmäßig kontrolliert. Weitere Informationen Bild: Pflanzenschutzamt Berlin Anwendung von Pflanzenschutzmitteln Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln müssen die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Dadurch werden negative Einflüsse auf die Gesundheit von Mensch, Tier sowie schädliche Auswirkungen auf die Umwelt verhindert. Des Weiteren finden Sie Hinweise zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind. Weitere Informationen Bild: Pflanzenschutzamt Berlin Pflanzenschutzmittel in Haus- und Kleingarten Für die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und -schädlingen stehen diverse Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Auch eine Reihe von Pflanzenschutzmitteln für nichtberufliche Anwender ist auf dem Markt erhältlich. Über einen Link vom BVL können Sie den aktuellen Stand der Zulassungen abrufen. Weitere Informationen Bild: Pflanzenschutzamt Berlin Privater Einkauf von Pflanzenschutzmitteln Im Internet werden oftmals illegal Pflanzenschutzmittel verkauft, für die in Deutschland keine Zulassung besteht. Auch werden oft die gesetzlichen Bestimmungen wie etwa zur Sachkunde im Pflanzenschutz nicht beachtet. Dies kann – wie auch die Verwendung eines so erworbenen Pflanzenschutzmittels – eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Weitere Informationen Bild: Pflanzenschutzamt Berlin Grundstoffe im Pflanzenschutz Die Anwendung von Grundstoffen im Pflanzenschutz ist äußerst nützlich. Berufliche und private Anwender erhalten hier unter anderem eine aktuelle Übersicht der genehmigten und nicht genehmigten Stoffe. Weitere Informationen Bild: Pflanzenschutzamt Berlin Bundesweites Pflanzenschutz-Kontrollprogramm Das europäische und nationale Pflanzenschutzrecht enthält umfangreiche Bestimmungen zum Verkehr und zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, deren Einhaltung von den Pflanzenschutzdiensten der Länder kontrolliert werden. Weitere Informationen

Anwendung von Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmitteln (PSM) in Haus-, Klein- und Siedlergärten (HuK)

Im Haus-, Klein und Siedlergarten dürfen nur PSM angewandt werden, die für die Anwendung durch nicht-berufliche Anwender zugelassen sind oder für berufliche Anwender zugelassen sind und für die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, BVL, die Eignung zur Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich nach § 36 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 oder Absatz 2 festgelegt hat. Diese Pflanzenschutzmittel tragen den Aufdruck “Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig”. Eine Sachkundepflicht für die Anwendung von PSM, die für nichtberufliche Anwender im Haus- und Kleingartenbereich zugelassen sind, besteht für Freizeitgärtner nicht. Berufliche Anwender, die Pflanzenschutzmittel im Haus-, Klein und Siedlergarten im Rahmen einer Dienstleistung anwenden, müssen jedoch sachkundig sein. Über Risiken für Mensch, Tier und Naturhaushalt, die von diesen Mitteln ausgehen können, sowie über die sachgerechte Anwendung wird der nichtberufliche Anwender beim Kauf durch das sachkundige Personal aufgeklärt. Die seit 2013 geltenden Regelungen für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln für nicht-berufliche Anwender und zur Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich finden sie hier: Neue Regelungen für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln für nicht-berufliche Anwender und zur Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich (BVL) Über den aktuellen Stand der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln können Sie sich auf den Internetseiten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) monatlich aktuell informieren. Informationen über in Deutschland gelistete Pflanzenstärkungsmittel werden hier ebenfalls vorgehalten. Informationen über zugelassene Pflanzenschutzmittel (BVL) Das Pflanzenschutzamt erreichen häufig Anfragen, wie mit alten Pflanzenschutzmitteln, restentleerten Packungen und Brüheresten umzugehen ist. Bei Pflanzenschutzmitteln handelt es sich um Gefahrstoffe, die nicht unkontrolliert in die Umwelt, besonders nicht in Gewässer gelangen dürfen. Merkblätter, Rat­geber und Broschüren Fortbildung Anträge und Formulare Rechtsvorschriften

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