API src

Found 189 results.

Similar terms

s/plaike/plaice/gi

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 3934 Magdeburg

Auf Blatt Magdeburg ist das Norddeutsche Tiefland beiderseits der Elbe (Altmark, Fläming, Colbitz-Letzlinger Heide) erfasst - mit der Flechtinger-Rosslauer-Scholle und der Subherzynen Senke im Südwesten. Die Morphologie des Norddeutschen Tieflandes ist eiszeitlich geprägt, wobei sich mehrere glaziale Serien (Grundmoräne, Endmoräne, Sander, Urstromtal) überlagern. In der Karte ist die Saale-kaltzeitliche Hochfläche von Altmark und Fläming erfasst, die das Gebiet Nordwest-Südost quert. Zudem treten großflächige Überlagerungen durch äolische Sande der Weichsel-Kaltzeit auf. In den Niederungen von Elbe und Havel sowie ihrer Nebenflüsse lagern neben den fluviatilen bzw. glazifluviatilen Sanden des Pleistozäns auch holozäne Moor- und Auesedimente. In der Südwestecke des Kartenblattes, in der Umgebung von Magdeburg, ragen einige lokal eng begrenzte Aufbrüche älterer Gesteine (Karbon bis Trias) unter der quartären Deckschicht zu Tage. Bei Gommern sind die ältesten Gesteine des Kartenblattes aufgeschlossen (Quarzite des Unterkarbons). Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, fasst ein Überlagerungsschema alle oberflächennahen Überlagerungen übersichtlich zusammen. Zwei geologische Schnitte gewähren zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Ein Profil beginnt in der Subherzynen Senke und kreuzt die Flechtingen-Roßlauer Scholle bis zum Wittenberger Abbruch, die Altmark-Fläming-Senke und den Prignitz-Lausitz-Wall. Der zweite Schnitt verläuft weiter im Nordwesten, quert ebenfalls die Subherzyne Senke und die Flechtingen-Roßlauer Scholle. Letztere wird durch den Haldenslebener Abbruch von der Calvörder Scholle getrennt, bevor am Gardelegen-Wittenberger Abbruch die Altmark-Senke beginnt.

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 8734 Rosenheim

Auf Blatt Rosenheim werden Teile des Alpenvorlandes und der Alpen abgebildet. Im Vorland der Alpen erstreckt sich das Molassebecken, das als Schutttrog der Alpen mit tertiären Sedimenten verfüllt ist. Die ungefaltete Vorlandmolasse am Nordrand der Karte geht in Höhe des Chiemsee in verstellte Faltenmolasse über. Während die tertiären Schichten im Bereich der Vorlandmolasse großflächig von quartären Lockersedimenten überlagert werden, sind sie im Bereich der Faltenmolasse aufgefaltet und treten verstärkt zu Tage. Die Alpen dominieren den Kartenausschnitt. Erfasst sind Teile der Ostalpen wie Chiemgauer, Tuxer und Kitzbüheler Alpen sowie Wendelgebirge, Mangfallgebirge und Kaisergebirge. Von Nord nach Süd lassen sich folgende alpine Einheiten unterscheiden: Helvetikum- und Flysch-Zone sind in einem schmalen Streifen ausgeprägt, der südlich an die Molasse grenzt und größtenteils von quartären Deckschichten überlagert ist. Südlich des Chiemsees sind beide Zonen von den Decken der Nördlichen Kalkalpen überschoben. Das Kalkalpin grenzt hier direkt an die subalpine Molasse. Die Nördlichen Kalkalpen werden von Sedimentgesteinen der Trias (z. B. Wettersteinkalk, Hauptdolomit) und des Juras (Kiesel- und Kalkgesteine) aufgebaut. Durch diverse Auf- und Überschiebungen charakterisieren ineinander greifende bzw. aneinander grenzende Schollen und Decken diese Zone. Im Kartenblatt sind drei Deckenbausteine zu unterscheiden: Tirolische Schubmasse, Lechtal- und Inntal-Decke. Nach Süden schließen sich die paläozoischen Gesteine (Ordovizium - Devon) der Grauwackenzone an. Die Grauwackenzone erstreckt sich nur im Osten des Kartenblattes. Im Südwest-Abschnitt wird die Inntal-Decke der Kalkalpen direkt von metamorphen Gesteinen der Zentralalpen (Unterostalpin) begrenzt. Das Unterostalpin setzt sich aus präkambrischen und altpaläozoischen Phylliten und Quarziten zusammen. Am Südrand des Kartenblattes sind Teile der Tauern-Schieferhülle erfasst, die zum Penninikum der Zentralalpinen Zone zählt. Paläozoische und mesozoische Metamorphite (Phyllite, Schiefer, Marmor, Gneise und Quarzite) bilden ihren Gesteinsverband. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, gewährt ein geologischer Schnitt Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Das Nord-Süd-Profil kreuzt die ungefaltete und gefaltete Molasse, die Helvetikum- und Flysch-Zone, die Decken der Nördlichen Kalkalpen, die Grauwacken-Zone und die metamorphen Gesteine der Zentralalpen (Unterostalpin und Penninikum).

Geologische Übersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:200.000 (GÜK200) - CC 7102 Saarbrücken

Blatt Saarbrücken zeigt einen Ausschnitt des linksrheinischen Mesozoikums, das sich zwischen den Grundgebirgsaufbrüchen des Rheinischen Schiefergebirges und der Vogesen erstreckt. Flach lagernde Schichten der Trias und des Unteren und Mittleren Juras lagern westlich des Oberrheingrabens dem Rhenoherzynikum, Saxothuringilum und Moldanubikum des variszischen Grundgebirges auf und bilden so das Gegenstück zum Deckgebirge der Süddeutschen Scholle. Die Störung von Metz, die sich Nordost-Südwest quer über das Kartenblatt verfolgen lässt, markiert die Grenze zwischen Rhenoherzynikum und Saxothuringikum der Varisziden. Am Nordrand des Kartenblattes sind die südlichen Ausläufer des Hunsrück mit variszisch verfaltetem und verschiefertem Schichten des Unterdevons erfasst. In Südost-Richtung schließt sich die Saar-Nahe-Senke an. Die hier lagernden Molassesedimente (Konglomerate, Sand- und Schluffstein) und Vulkanite (Rhyolith, Tholeyit, Kuselit, Andesit) des Perms reichen bis an die Oberkarbon-Schichten des Saarbrückener Hauptsattels. Im Oberkarbon bildeten sich in und um das variszische Gebirge Rand- und Binnensenken heraus, die sich mit Gebirgsschutt füllten. Eingelagerte Kohleflöze sind charakteristisch für diese Becken, die an der Grenze Oberkarbon/Perm von erneuter tektonischer Deformation erfasst und aufgefaltet wurden. Das Saargebiet war Teil einer solchen Binnensenke im ehemaligen variszischen Gebirge. Ihre Oberkarbon-Schichten (Sand-, Schluff- und Tonstein mit eingelagerten Kohleflözen) sind im Saarbrücker Hauptsattel aufgeschlossen. Die Sattelstruktur setzt sich nach Südwesten im Lothringer Sattel fort, im Südosten ist sie durch die Saarbrücker Hauptüberschiebung begrenzt, die den Übergang zur Pfälzer Mulde bzw. dem Nancy-Pirmasens-Becken markiert. Überlagerungen durch quartäre Lockersedimente, wie pleistozänem Lehm oder fluviatilen Sanden und Kiesen, sind in den Beckenlandschaften weit verbreitet. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, gewährt ein geologischer Schnitt zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Das Profil schneidet in seinem Nordwest-Südost-Verlauf die Unterdevon-Schichten des Hunsrück, das Perm der Saar-Nahe-Senke, das Oberkarbon des Saarbrückener Hauptsattels und das Mesozoikum der Pfälzer Mulde bzw. des Nancy-Pirmasens-Beckens.

Tumorgenese bei Fischen und Abwasserbelastung natuerlicher Gewaesser

Untersuchungen an epidemisch verbreiteten Fischtumoren (derzeit vor allem: Papillomatose des europaeischen Aals und Hauttumoren der nordpazifischen und nordatlantischen Plattfische) 1) Epidemiologie: Regionlae Befallsrate, saisonale Fluktuationen. 2) Pathologie: Histologie der Tumorgenese, Struktur und Wachstum der Geschwulste unter verschiedenen Umweltbedingungen. 3) Aetiologie: Beziehung zwischen Befallsrate und Gewaesserbelastung, Suche nach eventuellen beteiligten Viren, experimentelle Beeinflussung des Tumorwachstums, Versuche zur experimentellen Tumorgenese. 4) Therapie: Versuche zur Wachstumshemmung und Redifferenzierung der Tumoren mittels Stoffwechselinhibitoren/aktivatoren, Versuche zur selektiven Schaedigung des Tumorgewebes.

Änderungsverfahren des Braunkohlenplans Garzweiler II für das aufgrund des vereinbarten Kohleausstiegs geänderte Tagebauvorhaben Garzweiler II einschließlich der im Bereich Frimmersdorf erfolgten Anpassungen

Der Braunkohlenausschuss hat in seiner 176. Sitzung am 26.09.2025 die öffentliche Auslegung des Braunkohlenplans „Braunkohlenplan Garzweiler II für das aufgrund des vereinbarten Kohleausstiegs geänderte Tagebauvorhaben Garzweiler II einschließlich der im Bereich Frimmersdorf erfolgten Anpassungen“ auf der Grundlage des Vorentwurfes (Stand: September 2025) einschließlich der zeichnerischen Festlegung (Stand: September 2025) beschlossen und die Regionalplanungsbehörde der Bezirksregierung Köln beauftragt, die Beteiligung gemäß § 9 Abs. 2 ROG durchzuführen (vgl. Sitzungsvorlage BKA 0863). Einordnung des Verfahrens Als Anschlussplanung an den Tagebau Frimmersdorf wurde der Braunkohlenplan Garzweiler II am 31.05.1995 durch das damalige Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen genehmigt. Auf einer Fläche von etwa 48 km² sah dieser für eine sichere Energieversorgung vorrangig den Abbau von Braunkohle vor. Der Tagebau entwickelte sich im Geltungsbereich von Garzweiler II ab 2006, die Auskohlung der Lagerstätte war bis 2044 vorgesehen. Am 03.03.2017 stellte der Braunkohlenausschuss auf Grundlage der Leitentscheidung des Landes Nordrhein-Westfalen von 2016 die wesentliche Änderung der Grundannahmen fest und leitete ein Braunkohlenplanänderungsverfahren ein. Nachdem das Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG) für den Tagebau Garzweiler II zunächst eine Beendigung der Kohlegewinnung im Jahr 2038 vorsah, verständigten sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und die RWE Power AG am 04.10.2022 auf einen vorgezogenen Kohleausstieg im Jahr 2030. Vor diesem Hintergrund fasste der Braunkohlenausschuss am 25.11.2022 den Beschluss, die bisherigen Arbeiten zur Anpassung des Braunkohlenplanes Garzweiler II an die Leitentscheidungen 2016 und 2021 einzustellen und das Änderungsverfahren neu zu starten. Der Braunkohlenausschuss beauftrage die Regionalplanungsbehörde darüber hinaus zu prüfen, wie die sich für den räumlichen Bereich des Braunkohlenplanes Frimmersdorf ergebenden Änderungen für die Wiedernutzbarmachung planerisch und möglichst in einem Verfahren bearbeitet werden können. Auch fasste der Braunkohlenausschuss am 25.11.2022 den Beschluss, die Umweltprüfung und die Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß § 27 Abs. 1 Satz 1 LPlG NRW in einem Verfahren durchzuführen. Durch das Gesetz zur Beschleunigung des Braunkohlenausstiegs im Rheinischen Revier vom 19.12.2022 erfolgten Änderungen des KVBG, u.a. im Hinblick auf § 48 Abs. 1 KVBG: Die energiepolitische und energiewirtschaftliche Notwendigkeit und der vordringliche Bedarf zur Gewährleistung einer sicheren und zuverlässigen Energieversorgung werden für den Tagebau Garzweiler II nunmehr in den Grenzen der Leitentscheidung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen vom 23.03.2021 festgestellt. Ein Erhalt der Ortschaften des dritten Umsiedlungsabschnittes (Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath sowie der Holzweiler Höfe (Eggerather Hof, Roitzerhof, Weyerhof)), jeweils mit einem angemessenen Abstand, soll bei der weiteren Tagebauführung sichergestellt werden. Am 17.03.2023 beschloss der Braunkohlenausschuss, die Änderung des Braunkohlenplans Garzweiler II und des Braunkohlenplans Frimmersdorf in einem gemeinsamen Verfahren durch die Änderung des Braunkohlenplans „Garzweiler II und seine Erweiterung um die Änderung der Wiedernutzbarmachung im Bereich des Braunkohlenplanes Frimmersdorf“ durchzuführen. Auf der Grundlage von überschlägigen Umweltangaben der Bergbautreibenden (RWE Power AG) wurden im September 2023 die betroffenen Öffentlichen Stellen frühzeitig unterrichtet und ein Scoping durchgeführt. Die Bergbautreibende wurde am 18.03.2024 über den Rahmen des Untersuchungsumfangs der Umweltverträglichkeitsprüfung unterrichtet. Am 19.09.2023 wurde die Leitentscheidung 2023 des Landes Nordrhein-Westfalen veröffentlicht und damit wesentliche landesplanerische Vorgaben für den Tagebau Garzweiler II vorgegeben. So gilt es insbesondere, die Flächeninanspruchnahme auf das erforderliche Maß zu beschränken. Dabei soll die zukünftige Abbaugrenze zu den Erkelenzer Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath den Feldhöfen Eggeratherhof, Roitzerhof und Weyerhof sowie den Ortschaften Mönchengladbach-Wanlo und Titz-Jackerath einen Abstand von mindestens 400 m und zur Ortschaft Erkelenz-Holzweiler einen Abstand von 500 m einhalten. Die Rekultivierung soll insgesamt hochwertig und flächenschonend erfolgen und dabei die regionale Wasserversorgung gesichert und die Entwicklung eines naturnahen Gewässers sichergestellt werden. Die Leitentscheidung 2023 schreibt darüber hinaus ein vorzeitiges und sozialverträgliches Ende der Umsiedlungen der fünf Ortschaften Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath sowie der Holzweiler Höfe vor. Es gilt, die fünf Ortschaften zu Dörfern der Zukunft zu entwickeln. Die vorgenannten landesplanerische Vorgaben werden mit dem vorliegenden Änderungsverfahren umgesetzt. Nach Beauftragung eines ergänzenden Massengutachtens im November 2023 legte die Bergbautreibende am 18.01.2024 eine aktualisierte Vorhabenbeschreibung vor, auf deren Grundlage mit Beschluss vom 15.03.2024 die Regionalplanungsbehörde mit der Erarbeitung eines Vorentwurfs beauftragt wurde. Aufbau des Braunkohlenplans Der Vorentwurf legt - nach einem einführenden Kapitel 0 - in Kapitel 1 und in der zeichnerischen Festlegung Ziele für die räumliche und zeitliche Ausdehnung der Abbaumaßnahmen fest. Die Kapitel 2 bis 8 erläutern die Themen rund um den Wasserhaushalt, den Naturhaushalt, die Emissionen, Kultur und sonstige Sachgüter, Umsiedlung, Verkehr und die Grundzüge der Oberflächengestaltung einschließlich der Anpassungen im Bereich des Braunkohlenplans Frimmersdorf. Kapitel 9 stellt die Umweltverträglichkeitsprüfung einschließlich Umweltprüfung gemäß § 27 Abs. 1 Satz 1 LPlG NRW in einem gemeinsamen Verfahren dar und enthält damit die Inhalte des Umweltberichts i.S.v. § 8 Abs. 1 ROG. Abschließend folgt in Kapitel 10 die Sozialverträglichkeitsprüfung des hiesigen Braunkohlenplanänderungsverfahrens. Neben der zeichnerischen und verbindlichen Festlegung des Braunkohlenplans Garzweiler II sind in vier informatorischen Erläuterungskarten die zukünftigen Nutzungsschwerpunkte, mögliche Zwischennutzungen, der Vergleich zwischen den Abbaugrenzen und den Sicherheitslinien des aktuell rechtsverbindlichen Braunkohlenplans von 1995 und der nunmehr im vorliegenden Änderungsverfahren geplanten Abbaugrenzen und Sicherheitslinien sowie der Bestand als auch die Planung der überörtlichen Straßen im Abbaugebiet dargestellt. Umweltverträglichkeitsprüfung und Umweltprüfung Bei dem zu ändernden Braunkohlenplan handelt es sich um einen Raumordnungsplan (§ 2 Abs. 1 LPlG NRW). Für die Änderung eines Raumordnungsplans ist gemäß § 35 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. Anlage 5, Nr. 1.5 UVPG eine Strategische Umweltprüfung (Umweltprüfung) durchzuführen. Die Umweltprüfung wird gemäß § 48 S. 1 UVPG nach dem Raumordnungsgesetz (ROG) durchgeführt. Die Anforderungen an die Umweltprüfung ergeben sich insbesondere aus den §§ 8 ff. i.V.m. § 7 Abs. 7 ROG sowie den §§ 27 ff. i.V.m. § 30 Abs. 1 S. 2 LPlG NRW. Des Weiteren erfordert die Änderung des Vorhabens Tagebau Garzweiler II unter Be-rücksichtigung der §§ 52 Abs. 2c, 2a, 2b, 57c BBergG in Verbindung mit § 1 Nr. 1b) bb) und cc) UVP-V Bergbau sowie § 27 Abs. 1 LPlG NRW eine vorhabenbezogene Umweltverträglichkeitsprüfung (vgl. § 7 Abs. 3 S. 1 UVPG und bestätigt durch Bezirksregierung Köln sowie Beschlüsse BKA v. 25.11.2022 (165. Sitzung) und v. 17.03.2023 (166. Sitzung)). Die verfahrensrechtlichen Anforderungen ergeben sich insoweit aus den §§ 4 ff. UVPG. Der Braunkohlenausschuss hat in seiner 165. Sitzung am 25.11.2022 beschlossen, dass die Umweltprüfung und die Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß § 27 Abs. 1 LPlG in einem gemeinsamen Verfahren durchzuführen sind. Sowohl die Umweltprüfung als auch die Umweltverträglichkeitsprüfung sind unselbständige Teile des Braunkohlenplanänderungsverfahrens (§ 27 Abs. 1 LPlG i.V.m. §§ 4, 33 UVPG). Die Anforderungen an das im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführende Beteiligungsverfahren ergeben sich aus den §§ 18 ff. UVPG. Diese Anforderungen reichen teilweise weiter als die Anforderungen an eine Umweltprüfung nach § 48 S. 1 UVPG i.V.m. § 9 ROG. Insbesondere sind für die Umweltverträglichkeitsprüfung längere Äußerungsfristen und die Durchführung eines Erörterungstermins vorgesehen. Für das vom Braunkohlenausschuss beschlossene gemeinsame Verfahren werden vorliegend vorsorglich jeweils die strengeren Anforderungen herangezogen, um so eine möglichst umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung zu gewährleisten. UVP-Bericht, Angaben zur Umweltprüfung, entscheidungserhebliche Berichte und Empfehlungen und zweckdienliche Unterlagen Die RWE Power AG hat einen UVP-Bericht gemäß § 16 Abs. 1 S. 1 UVPG vorgelegt, der zugleich Angaben enthält, die von der Bezirksregierung im Rahmen der Erstellung des Umweltberichts gemäß § 40 Abs. 1 S. 1 UVPG, § 8 Abs. 1 S. 1 ROG herangezogen werden können (kombinierter UP/UVP-Bericht). Darüber hinaus hat die RWE Power AG u.a. die folgenden Fachunterlagen, teils mit weiteren Anlagen, vorgelegt: • Fachbeitrag Natur & Landschaft • Artenschutz terrestrisch • Artenschutz aquatisch • FFH Venloer Scholle • FFH schollenübergreifend • Klimaökologische Bewertung • Archäologischer Fachbeitrag (Abbaubereich) • Bau- und Bodendenkmale im Untersuchungsgebiet (Wasser) • Lärmprognose • Staubniederschlagsmessungen • Standsicherheitsnachweis • Fachbeitrag Wasserrahmenrichtlinie • Übersicht Grundwasserentnehmer • Grundwassermodell – Bericht 2024 • Prognose zur Grundwassergüte im Kippen-Abstrombereich • Prognose zur limnologischen Entwicklung des Tagbebausees • Übersicht zu den Oberflächengewässern • Transparenzvereinbarung • Jahresbericht Bergschäden 2023 • Absichtserklärung Ersatzpachtland 1992 • Gewährleistungsvereinbarung Neulandböden Öffentliche Auslegung / Veröffentlichung Der Entwurf des Braunkohlenplans einschließlich der zeichnerischen Festlegung und einschließlich der Angaben zum Umweltbericht i.S.v. § 8 Abs. 1 ROG, der von der Bergbautreibenden (RWE Power AG) vorgelegte kombinierte UP/UVP-Bericht mit den Angaben der Bergbautreibenden (RWE Power AG) zur Umweltprüfung einschließlich der Umweltverträglichkeitsprüfung und die vorgelegten vorstehend aufgeführten Fachunterlagen können im Zeitraum vom 27.10.2025 bis einschließlich 19.12.2025 über die nachfolgende Internetadresse eingesehen und heruntergeladen werden: https://url.nrw/braunkohlenplanverfahren Auch liegen die Unterlagen im o.g. Zeitraum bei der Bezirksregierung Köln Raum W1.04.140 Scheidtweilerstr. 4 50933 Köln Dezernat 32 – Regionalentwicklung, Braunkohle Montag bis Donnerstag 09:00 Uhr bis 11:30 Uhr 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr Freitag 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr öffentlich aus. Für die Einsichtnahme vor Ort wird um telefonische oder schriftliche Anmeldung unter der 0221/147-3395 (Frau Bartsch) oder -3066 (Herr Wigger) oder braunkohlenplanung@bezreg-koeln.nrw.de gebeten. Hinweis: Die Unterlagen werden auch von denjenigen Gemeinden nach Maßgabe der einschlägigen Vorschriften zugänglich gemacht, die unten unter „Weitere wichtige Informationen“ unter Nr. 6 genannt sind. Zusätzlich werden die Unterlagen in der vorgenannten Auslegungsfrist in Papierform nach § 27b Abs. 1 VwVfG in folgenden Gemeinden und Städten ausgelegt: Bedburg, Erkelenz, Jüchen, Mönchengladbach, Titz und Viersen. Einzelheiten zur Auslegung – insbes. zum konkreten Ort und zu den Zeiten der Einsehung – sind bitte den Bekanntmachungen dieser Gemeinden und Städte zu entnehmen.“ Äußerungen Äußerungen (Einwendungen oder Stellungnahmen) zum Plan/Vorhaben können vom 27. Oktober 2025 bis einschließlich zum 19. Januar 2026 • elektronisch über das Beteiligungsportal „Beteiligung NRW“ unter dem folgenden Link: https://beteiligung.nrw.de/k/1016837 (Die Stellungnahme sollte möglichst in das Inhaltsfeld eingetragen und nicht als PDF hochgeladen werden. Dies erleichtert die technische Weiterverarbeitung erheblich.), • per Mail an die E-Mail braunkohlenplanung@bezreg-koeln.nrw.de, (Stellungnahme bevorzugt als Text und nicht als Anhang im pdf Format.) • per Post an die Bezirksregierung Köln, Dezernat 32, 50606 Köln, • per Fax der Bezirksregierung Köln: 0221/147-2905, • oder zur Niederschrift bei der Bezirksregierung Köln, Dezernat 32, Dienstgebäude Scheidtweilerstraße 4, 50933 Köln (mit der Bitte um telefonische oder schriftliche Anmeldung unter den o.g. Kontaktdaten) vorgebracht werden. Es wird darauf hingewiesen, dass die Stellungnahmen der öffentlichen Stellen über das Portal „Beteiligung NRW“ erfolgen sollen; deren Stellungnahmen können in begründeten Fällen schriftlich vorgebracht werden. Einwendungen und Stellungnahmen sollten unter Angabe des vollständigen Namens und der Anschrift des Einwendenden / Stellungnehmenden abgegeben werden. Bei Eigentumsbeeinträchtigungen sind möglichst die Flurstücknummer und die Gemarkungen der betroffenen Grundstücke anzugeben. Eine gesonderte Benachrichtigung über den Eingang der Einwendungen und Stellungnahmen erfolgt nicht. Die fristgerecht eingegangenen Einwendungen und Stellungnahmen werden im weiteren Verfahren in die Abwägung durch den Braunkohlenausschuss einbezogen. Mit Ablauf der Äußerungsfrist sind Einwendungen und Stellungnahmen, die nicht auf besonderen privatrechtlichen Titeln beruhen, ausgeschlossen. Durch Einsichtnahme in die Planunterlagen und Abgabe von Einwendungen / Stellungnahmen, Teilnahme an einem Erörterungstermin (bzw. Onlinekonsultation, Video- oder Telefonkonferenz) oder Vertreterbestellung entstehende Aufwendungen werden nicht erstattet. Weitere wichtige Informationen 1. Bei der Abgabe von Einwendungen oder Stellungnahmen seitens der Beteiligten werden zum Zwecke der Durchführung des Verfahrens persönliche Daten erhoben. Alle persönlichen Daten werden von der Bezirksregierung Köln in Erfüllung ihrer Aufgaben gemäß den geltenden Bestimmungen zum Datenschutz verarbeitet. 2. Die rechtzeitig erhobenen Einwendungen und die rechtzeitig abgegebenen Stellungnahmen werden an die Bergbautreibende weitergeleitet und in einem Termin erörtert, der noch bekannt gemacht werden wird (Erörterungstermin). Diejenigen Personen, die Einwendungen oder Stellungnahmen erhoben haben bzw. – bei gleichförmigen Einwendungen oder Stellungnahmen – deren Vertreter oder Bevollmächtigte werden von dem Erörterungstermin gesondert benachrichtigt. Falls mehr als 50 solche Benachrichtigungen vorzunehmen sind, sollen diejenigen, die Einwendungen oder Stellungnahmen erhoben haben, von dem Erörterungstermin durch öffentliche Bekanntmachung benachrichtigt werden. Die Vertretung durch eine bevollmächtigte Person ist möglich. Die Bevollmächtigung ist durch eine schriftliche Vollmacht nachzuweisen. Bei Ausbleiben von Beteiligten in dem Erörterungstermin kann auch ohne diese verhandelt werden. Anstelle eines Erörterungstermins kann eine Online-Konsultation oder mit Einwilligung der zur Teilnahme Berechtigten eine Video- oder Telefonkonferenz nach § 27c VwVfG durchgeführt werden. Auch in diesen Fällen wird der Termin vorab bekannt gemacht. 3. Die Träger öffentlicher Belange werden gesondert beteiligt. Auch deren Stellungnahmen werden im weiteren Verfahren in die Abwägung durch den Braunkohlenausschuss einbezogen. 4. Nach Feststellung durch den Braunkohlenausschuss bedürfen die Braunkohlenpläne der Genehmigung der Landesplanungsbehörde im Einvernehmen mit den fachlich zuständigen Landesministerien und im Benehmen mit dem für die Landesplanung zuständigen Ausschuss des Landtages. Zur Herstellung des Benehmens leitet die Landesregierung den Entwurf der Genehmigung dem Landtag mit einem Bericht über das Genehmigungsverfahren zu (§ 29 Abs. 1 S. 1 und S. 2 LPlG NRW). 5. Es erfolgt auch eine elektronische öffentliche Auslegung der Planunterlagen in den folgenden Gemeinden und Städten: Hückelhoven, Erkelenz, Titz, Wassenberg, Wegberg, Mönchengladbach, Bedburg, Bergheim, Jüchen, Grevenbroich, Rommerskirchen, Dormagen, Neuss, Korschenbroich, Kaarst, Niederkrüchten, Schwalmtal, Viersen, Brüggen, Willich, Nettetal, Meerbusch. Die dortigen Auslegungen werden ebenfalls vorher nach Maßgabe der einschlägigen Bestimmungen bekannt gemacht. Im Rahmen der dortigen Beteiligung können bei den Gemeinden und Städten ebenfalls Einwendungen erhoben und Stellungnahmen vorgelegt werden. Eine mehrfache Äußerung ist jedoch nicht erforderlich. Vielmehr werden alle fristgerecht entweder bei der Bezirksregierung oder bei den genannten Gemeinden und Städten eingehenden Einwendungen und Stellungnahmen in die Abwägung durch den Braunkohlenausschuss einbezogen. 6. Es wird darauf hingewiesen, dass etwaige Einwendungen oder Stellungnahmen von Vereinigungen, die auf Grund einer Anerkennung befugt sind, Rechtsbehelfe nach der Verwaltungsgerichtsordnung gegen die Entscheidung einzulegen, bei den oben genannten Stellen (Beteiligungsportal „Beteiligung NRW“, Bezirksregierung Köln, Gemeinden) innerhalb der oben unter „Äußerungen“ genannten Frist vorzubringen sind. Bei Fragen zu den Möglichkeiten der Beteiligung, wenden Sie sich bitte an die Regionalplanungsbehörde telefonisch unter der 0221/147-3395 (Frau Bartsch) oder -3066 (Herr Wigger), unter der E-Mail an braunkohlenplanung@bezreg-koeln.nrw.de oder schriftlich an die Bezirksregierung Köln, Dezernat 32, 50606 Köln. gez. Wigger

Ganzheitliche Rübenderbrüssler Bekämpfung im Zuckerrübenbau mit dem entomopathogenen Pilz Metarhizium brunneum (CURCUCONT)

Zielsetzung: In Ermangelung an wirksamen, umweltfreundlichen, zugelassenen chemischen Insektiziden, soll eine ganzheitliche, direkte Bekämpfung bzw. der Populationskontrolle sowohl der Rüsselkäferlarven als auch der adulten Käfer mit dem biologischen Wirkstoff M. brunneum (GranMetTM)-Pilzgerste bzw. wasserdispergierbarem Sporenprodukt (beide Produkte von der Firma Agrifutur s.r.l.) ausgetestet werden. Mit einem mehrjährigen Monitoring soll abgesichert werden, dass die Bothynoderes - Population in den Behandlungsflächen unter der wirtschaftlichen Schadschwelle gehalten werden kann. Es soll besonders auch das Hauptaugenmerk auf i) die Austestung von neuen Pilz-Dipersionsformulierungen gerichtet sein, welche im Projekt INBIOSOIL (FP7-ENV-2011-3.1.9.-1; No. 282767) und DIACONT (BMLFUW 101111) entwickelt wurden; ii) zusätzlich sollen die Versuche zur Präventionswirkung des entomopathogenen Pilzes BIPESCO 5, formuliert auf steriler Gerste, fortgeführt und ausgedehnt werden. Dazu sollen stark befallene Zuckerrübenfelder mit dem Produkt GranMetTM behandelt werden und iii) soll auf Grundlage von Sprühversuchen mit dem entomopathogenen Pilz M. brunneum (BIPESCO 5) die oberirdische Käferbehandlung auf Praxistauglichkeit entwickelt werden (Laboraustestungen und in-situ Feldapplikationen - Applikation mit Sattelspritzgerät; Persistenzuntersuchung von Metarhizium auf Blattoberfläche zur Bestimmung optimaler Applikationszeitpunkte bzw. -Häufigkeit). Sollte sich erhärten, dass M. brunneum tatsächlich Populationsregulierend auf den Rübenderbrüssler wirkt, sollte es keine Schwierigkeit sein, auf Grundlage der EU-Verordnung (1107/2009), in naher Zukunft ein registriertes Metarhizium-Präparat auf den Markt zu bringen. Mit einem mehrjährigen Monitoring soll nun bestätigt werden, dass sich in den Behandlungsflächen die Derbrüsselkäfer-Population unter der wirtschaftlichen Schadschwelle gehalten werden kann. Einsatz von Metarhizium spp. auf Blattoberflächen: Bekanntlich kann Metarhizium, primär ein typischer Bodenpilz, auch auf Blattoberflächen und bei pflanzensaugenden Insekten als indigenes Pathogen nachgewiesen werden. Seit wenigen Jahren werden bereits Metarhizium Dispersionsformulierungen gegen Blattschädlinge (z.B. Spittlebugs, Termiten, Blattläuse, Thrips) mittels Sprühapplikation auf Kulturpflanzen geprüft bzw. angewendet (VEGA et al. 2009, STRASSER et al. 2017, MWEKE et al, 2018). Es besteht großes Interesse an der Verbesserung der Formulierungs- und Anwendungstechnologien in der Blattspritzanwendung (BUTT 2002). So wird beispielsweise der Einsatz von Additiven wie Haftmittel in Sporensuspensionen für die Sprühanwendung empfohlen, um hohe Sporenkonzentrationen auf Blattoberflächen und damit eine gute Persistenz auf den Pflanzen zu gewährleisten (INGLIS et al. 2001). Notwendige Informationen bezüglich Umwelt- und Blattpersistenz von M.spp. sollen erarbeitet werden und sind somit auch Gegenstand unserer Untersuchungen.

Ecology and Population Biology of Armillaria mellea s.l.

The basidiomycete Armillaria mellea s.l. is one of the most important root rot pathogens of forest trees and comprises several species. The aim of the project is to identify the taxa occurring inSwitzerland and to understand their ecological behaviour. Root, butt and stem rots caused by different fungi are important tree diseases responsible for significant economic losses. Armillaria spp. occur world-wide and are important components of many natural and managed forest ecosystems. Armillaria spp. are known saprothrophs as well as primary and secondary pathogens causing root and butt rot on a large number of woody plants, including forest and orchard trees as well as grape vine and ornamentals. The identification of several Armillaria species in Europe warrants research in the biology and ecology of the different species. We propose to study A. cepistipes for the following reasons. First, A. cepistipes is dominating the rhizomorph populations in most forest types in Switzerland. This widespread occurrence contrasts with the current knowledge about A. cepistipes, which is very limited. Second, because the pathogenicity of A. cepistipes is considered low this fungus has the potential for using as an antagonist to control stump colonising pathogenic fungi, such as A. ostoyae and Heterobasidion annosum. This project aims to provide a better understanding of the ecology of A. cepistipes in mountainous Norway spruce (Picea abies) forests. Special emphasis will be given to interactions of A. cepistipes with A. ostoyae, which is a very common facultative pathogen and which often co-occurs with A. cepistipes. The populations of A. cepistipes and A. ostoyae will be investigated in mountainous spruce forests were both species coexist. The fungi will be sampled from the soil, from stumps and dead wood, and from the root system of infected trees to determine the main niches occupied by the two species. Somatic incompatibility will be used to characterise the populations of each species. The knowledge of the spatial distribution of individual genets will allow us to gain insights into the mode of competition and the mode of spreading. Inoculation experiments will be used to determine the variation in virulence expression of A. cepistipes towards Norway spruce and to investigate its interactions with A. ostoyae.

Ausstellung natürlich BERLIN! Berlins Naturschätze entdecken und schützen

Die Ausstellung besteht aus 30 Tafeln. Zu allen Ausstellungstafeln finden Sie auf den nachfolgenden Seiten eine Hörfassung mit den Texten, ausführlichen Bildbeschreibungen und teilweise Tierstimmen. Sounddesign: picaroMedia Tierstimmen: Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde Berlin Die Museumsinsel, das Brandenburger Tor oder das Schloss Charlottenburg sind als Berliner Kostbarkeiten bekannt. Doch nur wenige wissen, dass Berlin eine der artenreichsten Städte Europas und eine der wald- und seenreichsten Metropolen der Welt ist. Über 42 Prozent der Landesfläche sind Wälder, Gewässer, Agrarflächen und öffentliche Grünanlagen. Gerade in Zeiten des Klimawandels mit einhergehenden trockenen und heißen Sommern entscheiden die grünen Oasen zunehmend über die Attraktivität einer Stadt. In Berlin gibt es zahlreiche Möglichkeiten die Natur in ihren vielfältigen Ausprägungen unmittelbar zu erleben, sich in ihr zu erholen und auf diese Weise ihren Wert schätzen zu lernen. Die Ausstellung bietet Blicke auf die vielen und oft unbeachteten Naturschönheiten in Berlin regt durch beeindruckende Fotos von ausgezeichneten Naturfotografen an, die urbanen Wildnisse Berlins zu entdecken vermittelt Wissen, weil man nur das sehen und schützen kann, was man kennt zeigt, dass Stadt und Natur keine Gegensätze darstellen. Im Gegenteil: Natur eine große Bereicherung für die Stadt ist und die Zukunftsfähigkeit Berlins fördert wirbt für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist als Wanderausstellung konzipiert und kann beim Freilandlabor Britz ausgeliehen werden. Bild: Josef Vorholt Metropole der StadtNatur Berlin hat weitaus mehr zu bieten als seine Sehenswürdigkeiten. Die Stadt zählt zu den artenreichsten Europas. Die Ausstellung „natürlich BERLIN!“ zeigt, dass Stadt und Natur keine Gegensätze sind. Metropole der StadtNatur Weitere Informationen Bild: Bruno D´Amicis Grüne Schätze entdecken Berlin bietet echte Naturerlebnisse nur einen Steinwurf von der Innenstadt entfernt. Ausgedehnte Park-, Wald- und Seenlandschaften laden sowohl zum Sport als auch zur Erholung ein. Grüne Schätze entdecken Weitere Informationen Bild: Florian Möllers 6.000 Hektar für Europa Das europaweite Netz der Schutzgebiete soll den Fortbestand von natürlichen Lebensräumen und wildlebenden Arten sichern und die biologische Vielfalt in Europa bewahren. 6.000 Hektar für Europa Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Stadt der Artenvielfalt Mit mehr als 20.000 Tier- und Pflanzenarten ist die Hauptstadt überaus artenreich. Welche besonderen und gefährdeten Tiere und Pflanzen zu entdecken sind, erfahren Sie hier. Stadt der Artenvielfalt Weitere Informationen Bild: Bruno D'Amicis Verbindung halten – Brücken bauen Für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist es wichtig, dass Lebensräume eng miteinander verbunden sind. Verbindung halten – Brücken bauen Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Vom Ursprung unserer Landschaft Das heutige Landschaftsbild Berlins ist durch die Eisschmelze entstanden. Flüsse und Seen, Binnendünen, Moore und Kalktuffquellen wurden durch den Rückzug der Gletscher geschaffen. Vom Ursprung unserer Landschaft Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Alles Schiebung Man muss nur genau hinschauen, die eiszeitliche Formung der Landschaft im Stadtgebiet ist auch heute noch gut zu erkennen. Alles Schiebung Weitere Informationen Bild: SenUVK Mehr als eine Schippe Sand Nach der Eiszeit verteilte der Wind feinen Sand über Teile der noch vegetationsarmen Landschaft. An einigen Stellen entstanden Binnendünen. Mehr als eine Schippe Sand Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Wo Steine wachsen Die Kalktuffquellen im Natura 2000-Gebiet „Tegeler Fließtal“ sind eine geologische Besonderheit. Wo Steine wachsen Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Moore – Augen der Landschaft Kesselmoore sind Überbleibsel der letzten Eiszeit. Die Erhaltung von Mooren spielt eine bedeutende Rolle beim Klimaschutz. Moore – Augen der Landschaft Weitere Informationen Bild: Dirk Laubner Stadt am Wasser Die Seen, Flüsse und Fließe sind ein Qualitätsmerkmal unserer Stadt, welches es zu bewahren gilt. Mit der Wasserrahmenrichtlinie werden Maßnahmen zum Erhalt der Ressource Wasser umgesetzt. Stadt am Wasser Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Leben am Wasser Die Berliner Gewässerlandschaft ist Wassersportrevier und Rückzugsgebiet vieler Tier- und Pflanzenarten zugleich. Leben am Wasser Weitere Informationen Bild: Doron Wohlfeld Fluss + See = Flusssee An flachen Ufern und Buchten von Dahme, Havel und Spree wachsen Röhrichte, finden Drosselrohrsänger und Hecht Lebensraum. Auch europaweit geschützte Arten wie Fischotter, Biber und Seeadler sind zurück. Fluss + See = Flusssee Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Fließe – klein und vielfältig Fließe speisen Flüsse und Seen. An ihren Ufern blühen Schwertlilie, Sumpfdotterblume und Gilbweiderich. Fließe – klein und vielfältig Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Kleingewässer ganz groß Die Kleingewässer der Stadt sind besonders wichtig als Laichplatz für stark gefährdete Amphibienarten wie Erdkröte, Teichfrosch und Knoblauchkröte. Kleingewässer ganz groß Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Leben in Wald und Flur Berlin ist eng mit seinem Umland verbunden und auch innerhalb der Stadtgrenzen gibt es ausgedehnte Waldflächen und Erholungslandschaften. Leben in Wald und Flur Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Waldstadt Berlin – Erholung und Entspannung Bereits 1915 wurde mit dem “Dauerwaldkaufvertrag” der Grundstein für den heutigen Waldreichtum der Hauptstadt gelegt. Waldstadt Berlin – Erholung und Entspannung Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Wald naturnah Mit den Waldbaurichtlinien setzen die Berliner Förster bundesweit Maßstäbe für die ökologische Bewirtschaftung und naturnahe Entwicklung. Wald naturnah Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Neue Landschaften Auf den ehemaligen Rieselfeldern um Berlin entstand durch behutsame Sanierung eine neue Erholungslandschaft. Neue Landschaften Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Janz weit draußen? Die abwechslungsreiche Feldflur am Stadtrand bietet Braunkehlchen, Grauammern und Feldlerchen ideale Lebensbedingungen. Janz weit draußen? Weitere Informationen Bild: Partner für Berlin / FTB-Werbefotografie Grüne Inseln im Häusermeer Parkanlagen, Kleingärten und Friedhöfe prägen das grüne Berlin. Sie bieten Erholungsmöglichkeiten und zahlreichen Pflanzen- und Tierarten einen unverwechselbaren Lebensraum. Grüne Inseln im Häusermeer Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Parks aus fürstlichen Zeiten Die Pfaueninsel und der Landschaftspark Klein Glienicke gehören zum UNESCO Weltkulturerbe. Gleichzeitig sind sie wegen ihrer Naturausstattung als Natura 2000-Gebiet geschützt. Parks aus fürstlichen Zeiten Weitere Informationen Bild: Josef Vorholt Volkspark Vielfältige Parkanlagen mit Wiesen, waldartigen Bereichen und Gewässern schätzen nicht nur Erholungssuchende. Sie bieten auch vielen Tieren Rückzugsmöglichkeiten und Nahrungsangebote. Volkspark Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Ruhe und Vielfalt Einst vor der Stadt gelegen, befinden sich heute viele Friedhöfe mitten im Zentrum. Sie sind Orte der Stille und Naturoasen. Ruhe und Vielfalt Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Auf kleiner Scholle Kleingärten stehen heute hoch im Kurs, je naturnäher sie gestaltet sind, desto eher finden auch Wildtiere hier ein kleines Paradies. Auf kleiner Scholle Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Lebendige Innenstadt – Leben zwischen Stein und Glas Immer mehr Tier- und Pflanzenarten entdecken Berlin als Lebensraum. Wo liegen die Gründe und wie können wir dazu beitragen, dass sie sich auch in Zukunft hier wohlfühlen? Lebendige Innenstadt – Leben zwischen Stein und Glas Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Verstädterung – auf Tuchfühlung mit dem Wildschwein Warum die Stadt eine große Verlockung für Wildtiere darstellt und wir lernen müssen, mit Wildtieren auszukommen, erfahren Sie hier. Verstädterung – auf Tuchfühlung mit dem Wildschwein Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Mut zur Lücke Durch die Sanierung von Gebäuden geraten einige Vogelarten in akute Wohnungsnot. Der Einbau von Nistkästen an sanierten Gebäuden trägt dazu bei, Nistplätze zu erhalten. Mut zur Lücke Weitere Informationen Bild: Florian Möllers Hotel Berlin Berlin ist auch für Fledermäuse eine Reise wert: Sie überwintern in unterirdischen Gängen der Zitadelle Spandau, im Fort Hahneberg und in alten Wasserwerken. Hotel Berlin Weitere Informationen Bild: Konrad Zwingmann Stadtbrachen – Treffpunkt für Arten der Roten Liste Ehemalige Industrie- und Verkehrsflächen, wie das einstige Flugfeld Johannisthal, der stillgelegte Verschiebebahnhof Tempelhof oder der ehemalige Flughafen Tempelhof werden zum Anziehungspunkt für gefährdete Arten. Stadtbrachen – Treffpunkt für Arten der Roten Liste Weitere Informationen

LSG Fallstein Gebietsbeschreibung Landschafts- und Nutzungsgeschichte Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Pflanzen- und Tierwelt Entwicklungsziele Exkursionsvorschläge

Das LSG liegt in der Landschaftseinheit Nördliches Harzvorland nördlich von Osterwieck. Nach Norden schließt sich das LSG „Großes Bruch“ an. Der Große Fallstein stellt einen fast vollständig bewaldeten sanft aufragenden Muschelkalkrücken eines von Norwest nach Südost streichenden salztektonischen Breitsattels dar, der sich über den Huy fortsetzt. Der Kleine Fallstein ist ein westlich des LSG gelegener Höhenzug. Die Wälder des Großen Fallsteins sind nahezu vollständig von Ackerflächen umgeben. Lediglich am südwestlichen Rand und östlich vom Waldhaus grenzen Grünlandflächen an, teilweise umgeben von Wald. Vorwiegend am südlichen Rand des Fallsteins bilden zumeist kleinflächige Streuobstwiesen den Übergang zur offenen Landschaft. Das sehr abwechlungsreiche Relief und eine Vielzahl von Erdfällen beleben das Gebiet. Die höchste Erhebung auf dem Kamm des Fallsteins liegt bei 288 m über NN, der Hohe Fallstein erreicht 286,7 m über NN. Das nördliche Harzvorland wurde bereits vor zirka 7500 Jahren von den Bandkeramikern besiedelt, die aus den Donaugebieten einwanderten und als Pflanzenbauer und Viehhalter seßhaft wurden. Um Flächen für den Ackerbau zu gewinnen, wurden Wälder gerodet. Der heranwachsene nacheiszeitliche Waldbestand konnte sich somit nur in Räumen entwickeln, in denen die Besiedlung aufgrund der ungünstigen naturräumlichen Gegebenheiten erschwert wurde. Ein derartiges zusammenhängendes Waldgebiet erstreckte sich, den Fallstein einschließend, zwischen Oker und Ilse und setzte sich weiter im Harz fort. Diese Waldgebiete waren von Siedlungen umgeben, so auch der Fallstein. Dies trifft bereits für die Linienbandkeramikkultur zu, wie Siedlungen bei Veltheim, Hessen, Deersheim und Osterwieck belegen, Gebiete, die auch später immer besiedelt blieben. Die Schnurkeramikkultur dagegen drang erstmals auch nach Osterode und Rhoden vor, in Gegenden, die im Rahmen des herrschaftlichen Landesausbaus entwaldet wurden, wie ihre Namen besagen. Die letzte und einschneidenste Rodungsperiode zu Beginn des 11. Jahrhunderts ließ den Fallstein als eine der wenigen ”Waldinseln” verschont. Die Ortsnamen mit der Endung ”-rode”, zum Beispiel Göddeckenrode, Wülperode, Suderode und Lüttgenrode entstanden zu dieser Zeit. Im Mittelalter wurden die Wälder zunehmend zur Streugewinnung und als Waldweide genutzt, so daß Niederwaldbetrieb vorherrschte. Die am Nordwestrand des Mitteldeutschen Trockengebietes gelegenen Lößböden galten als Vorzugsgebiete für Siedlungs- und Wirtschaftsstandorte. Hier wurde der Ackerbau zur Haupterwerbsquelle, auf deren Grundlage sich viele agrarorientierte Wirtschaftszweige entwickelten. Zur Zeit der Industrialisierung, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, entwickelte sich neben dem zentralen Wirtschafts- und Kulturzentrum Halberstadt auch die Stadt Osterwieck zu einem Handelszentrum. Geologisch liegt das LSG in der Struktur des Subhercynen Beckens, das aus mesozoischen Sedimentgesteinen und Salzgesteinen im Untergrund, das heißt Zechstein, aufgebaut ist. Im Norden wird das Becken vom paläozoischen Grundgebirge der Flechtingen-Roßlauer Scholle und im Süden vom Harz begrenzt. Der oberflächennahe Strukturbau wird durch Fließprozesse der Salzgesteine und durch dadurch verursachte Verformungen und Brüche in den Deckschichten der Salzgesteine, also durch Salztektonik, bestimmt. Tertiäre Sedimente sind an lokale Senkungsbereiche gebunden. Die quartäre Schichtenfolge beinhaltet sowohl voreiszeitliche Schotter als auch durch die Vereisung gebildete Geschiebelehme beziehungsweise -mergel und Schmelzwassersande. Zu den jüngsten Ablagerungen gehören Fließerden, seltener Schutte und Löß. Sie sind zwar relativ geringmächtig, aber überall verbreitet. Der Große Fallstein ist eine durch salztektonische Hebung gebildete, uhrglasförmige Aufwölbung der Schichten des Muschelkalkes mit herzynischer Streichrichtung seiner Kammlinie. Der Große Fallstein erhielt seine Form durch den bevorzugten Abtrag der ihn verhüllenden weicheren Ton- und Schluffsteine des Keupers. Neben der mechanischen Erosion unterliegt der Kalkstein in stärkerem Maße der Lösung durch Wasser, das heißt der Verkarstung. Die Stärke der Verkarstung ist von der Wasserwegsamkeit des Gesteins wie Porosität, Klüftigkeit und Bankung abhängig. Erdfälle gaben dem Fallstein seinen Namen. Sie kommen im gesamten LSG vor, häufen sich aber auf den niederschlagsreichen Kuppenlagen zwischen Stüh und Breitem Stein. Die Erdfälle und die Kalksinterbildungen am nördlichen Fuße des Fallsteins sind Erscheinungen des Kalkkarstes. Die rezenten Quellkalkbildungen der Karstquelle an der Steinmühle am Nordhang des Fallsteins zeigen das Andauern dieses Prozesses bis heute. Bodengeographisch gehört der Große Fallstein zu den Muschelkalkaufwölbungen des Ostbraunschweigischen Löß-Hügellandes. Aufgrund seiner Höhenlage empfängt er einen Jahresdurchschnittsniederschlag von 600-700 mm. Die Niederschläge und die damit verbundene Bewaldung sind die Ursachen für die Vormacht der Lessivé-Böden, die im Kontrast zu den Pararendzinen und Tschernosemen der umgebenden Landschaften stehen. Auf den Hanglagen des bewaldeten Großen Fallsteins sind schwach stauvernässte Fahlerden und erodierte Fahlerden aus Löß über schuttführendem, schluffigem, olivgrünem Ton weit verbreitet. Darunter folgen Kalksteine und Kalkstein-Mergel-Wechsellagerungen des Mittleren und Unteren Muschelkalkes. In Mulden und Rinnen sind Pseudogley-Fahlerden bis Pseudogleye ausgebildet. Die höhere Lößmächtigkeit auf den nordöstlichen Hanglagen ist dabei bemerkenswert. Im Kuppenbereich ist der Löß geringmächtig und durch Umlagerungs- und pedogenetische Prozesse schutthaltig und tonig. Hier sind flach entwickelte Fahlerden, erodierte Fahlerden und Braunerden bis Kalkbraunerden vorhanden. Im Osteroder Holz wird Kalkstein und Mergel des Mittleren Muschelkalkes durch drenthestadiale Ablagerungen, das heißt Schmelzwassersande und selten Geschiebelehm, überlagert. Diese Ablagerungen sind von einer Lößdecke verhüllt, die in den Rinnenbereichen über 2 m mächtig sein kann. Im Löß und sandunterlagerten Löß sind Fahlerden entwickelt. Lokal kommen Parabraunerde-Braunerden aus Sandlöß über Schmelzwassersand und umgelagertem Sandlöß vor. Über Geschiebelehm sind Pseudogleye und Pseudogley-Fahlerden entwickelt. Am Waldhaus, auf dem südlichen Hangfuß des Großen Fallsteins, besteht der geologische Untergrund aus Schiefertonen und Schluffsteinen mit Mergelsteinbänken des Mittleren Keupers, der im Südteil transgressiv von Ablagerungen der Unteren Kreide, Tonen mit einzelnen Lagen aus Brauneisenstein-Konglomerat, überlagert ist. Darüber lagern im Norden dieses Gebietes Geschiebelehme und Schmelzwassersande. Die Lößdecke erreicht teilweise eine Mächtigkeit von einem Meter. Die größte Fläche nehmen Fahlerden und erodierte Fahlerden ein. In geringmächtigen Lößdecken sind Braunerden bis Braunerde-Rendzinen und Pelosole entwickelt. Selten sind die Täler beständig wasserführend. Hier kommen Gleye und Anmoorgleye vor. Das Grundwasser liegt als Kluftwasser oder Porenwasser im karbonathaltigen Festgestein des Fallsteins vor. Eine Grundwasserscheide erstreckt sich entlang des Kammes, so daß das Grundwasser in südwestliche Richtung zur Ilse und in nordöstliche Richtung zum Großen Bruch hin fließt. Während die Grundwasserflurabstände südlich der Grundwasserscheide 100 m betragen, nehmen sie nordöstlich davon auf weniger als 20 m ab. Trinkwasserschutzgebiete befinden sich im westlichen und nordöstlichen Bereich des LSG. Vor allem an den westlichen bis südlichen Hängen führen die Täler Wasser, das sich am Rande des Fallsteins in Bächen, zum Beispiel im Mühlgraben, ansammelt, die in Richtung Ilse entwässern. In nördliche Richtung, zum Großen Bruch hin, entwässern beipielsweise der Steinbach und der Zieselbach. Die jährlichen Niederschläge liegen am Großen Fallstein bei über 600 mm, das Mittel der Lufttemperatur beträgt 8,5°C. Teilweise flächenhafte Kaltluftströmungen fließen überwiegend vom Fallstein in südwestliche Richtung ab. Die potentiell natürliche Vegetation des Fallsteins ist der Haargersten-Buchenwald, der in Teilen des LSG noch in seiner natürlichen Ausprägung vorhanden ist. Das LSG ist nahezu vollständig bewaldet und wird von großflächigen Laubmisch- und Laub-Nadelwäldern eingenommen. Die Übergangsstellung des Gebietes zwischen dem östlichen und dem westlichen subherzynen Harzvorland kommt durch Arealüberschneidungen von subkontinental verbreiteten Arten, zum Beispiel Frühlings-Adonisröschen, Diptam oder Weißes Fingerkraut, und subatlantisch orientierten Buchenwaldpflanzen wie Erdbeer-Fingerkraut, Waldgerste oder Wald-Schwingel zum Ausdruck. Neben verschiedenen Buchenwaldformen tritt besonders an den südexponierten Hängen ein Traubeneichen-Hainbuchenwald auf. Hier sind der Baumschicht Feld-Ahorn und Elsbeere beigemischt, und in der Bodenflora treten eindrucksvoll Türkenbund-Lilie und Vielblütige Weißwurz in Erscheinung. Weit verbreitet in der Strauchschicht des Gebietes ist der Seidelbast. Im Süden des LSG befindet sich ein Ahorn-Eschen-Gründchenwald, der einen besonders schönen Frühjahrsaspekt aufweist. Hohe Schlüsselblume, Hohler Lerchensporn, Märzbecher, Bären-Lauch und Aronstab bilden dann einen dichten Blütenteppich. Zahlreiche weitere bemerkenswerte Pflanzen, viele davon zählen in Sachsen-Anhalt zu den gefährdeten Arten, sind am Fallstein zu betrachten. So kommen Geflecktes, Stattliches und Purpur-Knabenkraut, Fliegen-Ragwurz, Gemeine Akelei, Weiße Waldhyazinthe und Fransen-Enzian vor. Die Wälder des Fallsteins werden von einer artenreichen Kleinvogelwelt bewohnt und zeichnen sich durch eine hohe Greifvogeldichte aus. Hier ist besonders der Rotmilan zu erwähnen, der im nördlichen Harzvorland weltweit seinen Verbreitungsschwerpunkt hat. In den Abendstunden kann man bei etwas Geduld auch den "Schnepfenstrich" beobachten, den Balzflug der Waldschnepfe. An den wenigen feuchten Stellen des Gebietes kommen Erdkröte, Gras- und Teichfrosch vor. Auch Blindschleiche und Zauneidechse gehören zu den Bewohnern des LSG. Besonders die oberen Lagen des Fallstein-Höhenzuges sind durch forstliche Nutzungen sehr eintönig geworden. An anderen Stellen setzten bereits umfangreiche Maßnahmen zur Förderung der Buchenverjüngung ein. Die bestehenden Laub-Nadelmischbestände sowie die kleinflächigen Nadelforste sind langfristig in naturnahe Laubwälder umzuwandeln. Die Waldgebiete des Fallsteins sind besonders für die Naturbeobachtung geeignet. Erforderliche infrastrukturelle Maßnahmen verlangen eine besondere Rücksichtnahme. Sie bedürfen vor allem einer Abstimmung mit dem erforderlichen Ausbau von Wander- und Radwanderwegen. Durch das Waldgebiet des Fallstein führen Wanderwege, die auch mit dem Fahrrad befahren werden können. Der Verbindungsweg der Ortschaften Hessen und Rhoden durchquert das LSG im nördlichen Bereich. Den höchsten Abschnitt des Weges legt man durch das NSG „Großer Fallstein“ zurück, wo man am Fuß des Hohen Fallsteins vorbei bis auf 278 m über NN gelangt. Je nach Fahrtrichtung verläßt man bei zirka 210 m über NN am östlichen Rand beziehungsweise bei 220 m über NN am westlichen Rand das Waldgebiet und damit das Landschaftsschutzgebiet. Eine andere Möglichkeit, das LSG zu durchwandern oder mit dem Fahrrad zu erkunden, bietet sich in Nord-Süd Richtung von Veltheim nach Osterwieck. Vorbei am Veltheimer Friedhof erreicht man auf diesem Weg die Wald- und gleichzeitig LSG-Grenze, überquert bei 278 m über NN den Kamm des Fallsteins, der gleichzeitig Kreuzungspunkt mit dem Fahrradweg Hessen-Rhoden ist, und benutzt diesen in westliche Richtung, bis nach etwa 30 m ein Weg in südliche Richtung nach rechts abzweigt. Nach zirka 150 m verläßt man den Weg und begibt sich in südliche Richtung. Jetzt führen mehrere Wege deutlich abwärts, bis man schließlich Osterwieck erreicht, eine Stadt, in welcher sich ein Spaziergang durch den Stadtkern lohnt. Osterwieck Neben Goslar und Halberstadt liegt Osterwieck als eine der bedeutendsten Städte dieser Region zirka 2 km südlich des LSG an der Ilse. Vermutlich ist die Stadt, an der alten Handelstraße zwischen Halberstadt, Braunschweig und Hildesheim liegend, identisch mit dem um 780 unter Karl des Großen eingerichteten Missionsbistum Seligenstadt. Der Name Osterwieck wurde erstmals im Jahr 1073 urkundlich erwähnt. Obwohl das Bistum kurz nach 800 nach Halberstadt verlegt wurde, spielte Osterwieck wirtschaftlich weiter eine wichtige Rolle. Anfang des 13. Jahrhunderts gab es in der Stadt zwei Kirchen, die Stephanikirche und die Nikolaikirche, um welche sich jeweils eine Siedlung etablierte. Ende des 15. Jahrhunderts wurde eine Mauer um diesen Stadtkern errichtet, die heute nur noch in kleinen Resten erhalten ist. Neben Goslar oder Quedlinburg gehört Osterwieck zu den Städten, in denen das niedersächsische Fachwerk des 16. und 17. Jahrhunderts noch an vielen Gebäuden erhalten ist. Anlaß für den Bau dieser Fachwerkhäuser war im Jahr 1511ein Brand. Der gesamte Stadkern steht unter Denkmalschutz. Von den 328 Gebäuden gelten 118 als Einzeldenkmal. Besucht man zum Beispiel Eulenspiegels Osterwiecker Adresse, Schulzenstraße Nr. 8, steht man vor einem Fachwerkhaus des Jahres 1534. Die närrische Bilderschrift vor dem Eingang versetzt den Besucher in die sagenhafte Welt des Till Eulenspiegel, der von der Magdeburger Ratslaube fliegen wollte, in Bernburg ein querulanter Turmwächter war und vor dem Halberstädter Dom mit Brot und in Quedlinburg mit Hühnern handelte. In der sachlichen Deutung der geschnitzten Bilder kann man auf dem Wappen eine Schere erkennnen, die auf die Schneiderherberge im Eulenspiegelhaus hindeutet. Ein weiteres Zeichen in Osterwieck nahe des Marktes zeigt Zweige, einen Warenballen, ein Faß, einen Ankter und den geflügelten Merkurstab, das Symbol der Kaufleute. In der heutigen Rössingstraße erbaute im Jahre 1579 Ludolph von Rössing den ”Bunten Hof”, von dem leider nur noch ein Flügel mit einem Treppentürmchen erhalten geblieben ist. Der Name erinnert an den Brauch, Fachwerkfelder ursprünglich mit Malereien zu verzieren. Die Wendeltreppe im Turm führt hinauf zum ”Rittersaal”, der nicht nur die Wohlhabenheit des Besitzers, sondern auch die Meisterschaft der Zimmerer zeigte. Doch darf der Besucher von den Fachwerkhäusern Osterwiecks keine allzubunten Farben erwarten, da damals Erdfarben wie dunkles Balkenbraun oder Schwarz, Lehmgelb und verhalten wirkendes Blau und Rot verwendet wurden. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts; © 2000; Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt; ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband; © 2003; Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt; ISBN 3-00-012241-9; LSG "Waldgebiet Fallstein" Letzte Aktualisierung: 18.11.2025

LSG Harbke-Allertal Gebietsbeschreibung Landschafts- und Nutzungsgeschichte Geologische Entstehung, Boden, Hydrographie, Klima Pflanzen- und Tierwelt Entwicklungsziele Exkursionsvorschläge Verschiedenes

Das LSG liegt am westlichen Rand des Ohrekreises und im nordwestlichen Bördekreis. Große Teile gehören zur Landschaftseinheit Ohre-Aller-Hügelland, der Rest zur Landschaftseinheit Börde-Hügelland. Von Everingen im Norden bis Sommersdorf im Süden erstreckt sich das LSG auf 24 km Länge in Nord-Süd-Richtung. Die Ausdehnung in Ost-West-Richtung beträgt 4-7 km. Die westliche und nördliche Begrenzung des LSG ist mit der Landesgrenze zu Niedersachsen weitgehend identisch. Im Nordosten grenzt es an das LSG „Flechtinger Höhenzug“. Durch die tektonische ”Allertalstörung” entstand der in Süd-Nord-Richtung verlaufender Grabenbruch des Allertals, der den bewaldeten Höhenzug des Lappwaldes im Westen von der sowohl ackerbaulich als auch forstlich geprägten Weferlinger Triasplatte im Osten trennt. Das stark bewegte Hügelland wurde im Bereich seiner höchsten Erhebungen bei Harbke in früheren Zeiten auch als ”Magdeburger Schweiz” bezeichnet. Das LSG wird von der Bundesautobahn A2 zwischen Morsleben und Marienborn in west-östlicher Richtung durchzogen. Südlich dieser Verkehrstrasse liegt das Teilgebiet Harbke mit den großflächigen Buchenwäldern des Harbker Forstes. Hier liegen auch mit dem Rodenberg und dem Heidberg die mit 207 m über NN beziehungsweise 211 m über NN höchsten Erhebungen des LSG. Im Süden tritt die Aller, von Osten kommend, in das Gebiet ein und verläuft in dem reizvoll gewundenen, schmalen Allertal nach Norden. Erst bei Weferlingen weitet sich das Tal zu einer gering reliefierten Ebene. Die Wälder des Lappwaldes werden als Nadel- und Laub-Nadelmischforsten genutzt. Es bestehen größere Laubwälder im Bischofswald bei Weferlingen, im Streitholz bei Schwanefeld und im Harbker Forst. Östlich der Aller sind Hagholz, Rehm und Bartenslebener Forst größere naturnahe Laubmischwälder. Größere ackerbaulich genutzte Flächen bestehen zwischen Sommersdorf und Marienborn, östlich Bartensleben und Walbeck sowie nördlich Weferlingen. Die Niederung der Aller wurde traditionell als Grünland genutzt. Nach Meliorationen entstanden auch hier größere Ackerflächen. An den Osthängen des Allertals erstrecken sich auf flachgründigen Kalksteinverwitterungsböden extensiv beweidete, magere Hutungen, die sich teilweise in Sukzession zu Trockengebüschen befinden. Das Gebiet wird von zahlreichen kleinen Fließgewässern durchzogen. Die im Bereich der Waldflächen verlaufenden Gewässer, wie Wirbkebach, Mühlenbach und Riole, sind naturnah erhalten. Im Bereich der landwirtschaftlichen Flächen sind die Aller und ihre Zuflüsse mehr oder minder stark begradigt und verbaut. Bei Weferlingen wird die Landschaft durch großflächigen Gesteinsabbau beeinträchtigt. Am Ortsrand von Morsleben stellen die Gebäude des atomaren Endlagers optische Störfaktoren dar. Südlich Morsleben ist die breite Trasse der Bundesautobahn A2 eine die Landschaft zerschneidende Linie mit optischer und akustischer Störwirkung. Während der Jungsteinzeit lag der Schwerpunkt der Besiedlung zwischen Sommersdorf und Bartensleben, doch auch von Siestedt sind Fundstellen bekannt. Dabei wies die Hochfläche zwischen Marienborn und Harbke bevorzugt Grabanlagen, das heißt Grabhügel und Großsteingräber, auf. Während der Bronzezeit und Eisenzeit verlagerten sich die Siedlungsaktivitäten stärker auf die Gegend um Beendorf und Hödingen. Die Siedlungsnachweise der römischen Kaiser- und Völkerwanderungszeit beschränken sich demgegenüber auf die unmittelbare Umgebung der Ortschaften Weferlingen, Morsleben und Sommersdorf. Die Linienbandkeramikkultur als das älteste Volk von Ackerbauern ist im Allertal mit nur einer Fundstelle bei Marienborn belegt. Danach schien die Besiedlung in der frühen Jungsteinzeit abzubrechen. Sie setzte erst in der mittleren Jungsteinzeit wieder mit der Tiefstichkeramikkultur ein. Dieser folgten dann die Kugelamphoren- und die Schönfelder Kultur. Die Bevölkerung der Tiefstichkeramikkultur errichtete den Toten mächtige Grabhügel mit steinernen Grabkammern, wobei sich bei Harbke noch vier, bei Marienborn fünf Großsteingräber erhalten haben. Eine Siedlung dieser Kultur bestand in Beendorf. Der 0,8-1,0 m tief liegende jungsteinzeitlichen Siedlungshorizont bildete noch während der späten Bronzezeit die gewachsene Oberfläche, als sich an dieser Stelle Siedler niederließen, die ihre Toten in Steinkisten beisetzten. Das Gräberfeld blieb bis in die frühe Eisenzeit hinein bestehen. Auch ein Grab der Glockenbecherkultur ist von dort bekannt. Grabhügel der Bronze- und Früheisenzeit haben sich bei Harbke erhalten. Sie besitzen einen Durchmesser von 11 m und eine Höhe von 2 m und werden von Steinkränzen umschlossen. Die Grabhügelfelder bei Marienborn befinden sich über den steil abfallenden Talhängen der Aller und stellen mit mehr als 100 Grabhügeln einen der größten Bestattungsplätze dieser Art in Mitteldeutschland dar. Aus Hödingen stammt ein Hortfund der Bronzezeit, der ein Hängebecken und damit ein Meisterwerk nordischer Gießerkunst aufweist. Der Hort umfaßt neben Schmuckstücken auch Gußrückstände und ist damit als Gießerdepot zu interpretieren. Dies läßt eine Werkstatt in der Umgebung vermuten und, verbunden mit einem zweiten Bronzehortfund bei Weferlingen, auf die Bedeutung des Allertales während der Bronzezeit schließen. Während der Früheisenzeit siedelte im Allertal die Hausurnenkultur. Die Nutzungsgeschichte wird aufgrund des hohen Waldanteils im LSG seit langem von der Forstwirtschaft und anderen Nutzungen dieser Wälder geprägt. Bereits im Mittelalter entstanden auf den fruchtbareren Böden Rodungen zur Anlage von Ackerflächen. Noch im 18. Jahrhundert wurden in einer letzten Rodungsphase Wälder bei Weferlingen, bei Bartensleben und im Allertal in Äcker umgewandelt. Andere ehemalige Ackerflächen wurden wieder aufgeforstet. So bezeugen Wölbäcker im Hagholz bei Weferlingen die ehemalige Ackernutzung. Die grundwassernahen Böden des Allertals befanden sich traditionell in Grünlandnutzung. Die Melioration ermöglichte die Umwandlung von Grünland in Ackerflächen. Noch im Jahre 1990 wurden im Raum Schwanefeld und Morsleben größere Grünländer umgebrochen. Die flachgründigen Rendzinen auf Kalkstein am Osthang des Allertals konnten ackerbaulich nicht genutzt werden. Vielerorts entstanden durch extensive Schafhutung artenreiche Halbtrockenrasen, die heute von besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung sind. In diesem Jahrhundert wurde die Landschaft vor allem durch Abbau von Hartgesteinen, Sand, Eisenerz und Kalisalz geprägt. Bei Weferlingen entstanden im Rahmen des Kalkstein- und Quarzsandabbaus große Tagebaue. Bei Walbeck wurden in der Alleraue kleine Tonvorkommen ausgebeutet. Südlich Sommerschenburg wurde bis in das Jahr 1954 Eisenerz gewonnen. Ein Restloch dieses Abbaues wurde in späteren Jahren als Badeanstalt genutzt. Westlich Harbke entstanden außerhalb des LSG riesige Braunkohlentagebaue. Bei Morsleben wurden die im Bereich der Allertalstörung nach oben getriebenen Zechsteinsalze zum Abbau von Kalisalzen genutzt. In den letzten Jahrzehnten fand die Umwandlung der alten Salzstöcke in ein Endlager für radioaktiv schwach und mittel belastete Abfälle statt. Es ist derzeit das einzige Endlager auf dem Gebiet der Bundesrepublik. Die Wälder um Harbke waren in früheren Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel der Bürger von Magdeburg und Helmstedt. Bedingt durch die grenznahe Lage konnte das Gebiet nach dem II. Weltkrieg von beiden Seiten nicht mehr erreicht werden. Durch die Lage im ehemaligen Grenzgebiet erfolgte die forstliche Nutzung der Wälder westlich des Allertals nur in geringer Intensität. Es konnten sich ruhige und naturnahe Lebensräume entwickeln. Die 1 bis 2 km breite tektonische Struktur der Allertalzone quert das LSG von Alleringersleben bis südwestlich von Weferlingen. Die Begrenzung der Struktur erfolgt durch herzynisch streichende Tiefenstörungszonen, die das LSG in drei unterschiedliche geologische Einheiten zerlegen. Die Allertal-Struktur wird von der sich nordöstlich anschließenden Weferlingen-Schönebecker Trias-Platte durch eine Störungszone begrenzt, die über Groß Bartensleben, Schwanefeld und Walbeck verläuft und vom steilen Ostufer der Aller markiert ist. Mittels einer anderen Störungszone im Südwesten, die entlang der Linie Morsleben-Beendorf und westlich Walbeck im Relief kaum auffällt, grenzt sich die Allertal-Struktur gegen die Lappwald-Mulde ab. Der geologische Bau des Gebietes wird von Formationen des Tafeldeckgebirges geprägt, die sich ab oberem Perm vor etwa 250 Millionen Jahren bildeten. Die ältesten Gesteine, die Zechstein-Gruppe, treten nirgends zutage. Im Untergrund der Weferlingen--Schönebecker Trias-Platte sind sie als Mergelschiefer und Anhydrite, in der Nähe der Allertal-Struktur mit Resten der Salzeinlagerungen erhalten geblieben. Auch in der Lappwald-Mulde sind die Mächtigkeiten des Zechsteins erheblich reduziert worden. Der Grund dafür ist die Abwanderung der Stein- und Kalisalze zur Allertal-Struktur, wo sie sich bis Ende der Unterkreide vor zirka 110 Millionen Jahren mit großer Mächtigkeit in einem langgestreckten, die gesamte Struktur ausfüllenden Salzstock (Spaltendiapir) angestaut haben. In der Zeit von 1897-1969 wurden die Salze unter Tage in Morsleben und Bartensleben abgebaut. Am Nordostrand der einer extremen Zerrung und Erweiterung ausgesetzten Struktur sind die Gesteine des Muschelkalks und des Keupers einbezogen worden. Heute treten sie als Schollen teilweise hart an das Ostufer der Aller heran. Das sind zum Beispiel langgestreckte, nach Westen sich steil heraushebende Wellenkalkzüge zwischen Weferlingen und Walbeck, bei Schwanefeld sowie zwischen Groß Bartensleben und Alleringersleben. Innerhalb der Allertal-Struktur gibt es sowohl Schollen aus Sandsteinen/Mergelsteinen des Keupers als auch aus Jura-Tonen. Sie sind wahrscheinlich in einem Scheitelgraben, der sich nach der Jura-Zeit durch die Zerrung und/oder Auslaugung über dem durchgebrochenen Salzstock gebildet hat, eingesunken. Als Schollen kommen die Jura-Tone auch entlang der südwestlichen Begrenzung der Allertal-Struktur vor. Auslaugung der Salze im oberen Bereich führte zur Bildung des Gipshutes, der heute von maximal 300 m mächtigen Ablagerungen der Kreide, des Tertiärs und des Quartärs bedeckt ist. Aufgrund der örtlich weiter anhaltenden Bewegungen der Deckschichten können einzelne geologische Einheiten fehlen, andere dafür sehr mächtig werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß zum Beispiel quartäre Bildungen im Bereich der jungen Subrosion stratigraphisch nahezu vollständig mit über 100 m Mächtigkeit vorhanden sind und direkt dem Caprock aufliegen. Bis an die Oberfläche reichen die tertiären Quarzsande, die bei Walbeck für die Glasproduktion abgebaut werden. Der tektonischen Struktur folgend, formte die Aller ein breites Tal aus, das mit weichselkaltzeitlichen und holozänen fluviatilen Sanden und Auenlehmen, manchmal Torfen und Anmooren, gefüllt ist. Die Lagerung der Gesteine im Bereich der Weferlingen-Schönebecker Trias-Platte ist relativ ruhig. Die flach zur Allertal-Struktur geneigten Schichten wurden nur in unmittelbarer Nähe zum Strukturrand in die Randsenkenbildung einbezogen. Teile einer Einmuldung stellen zum Beispiel Muschelkalk-Plateaus nordöstlich Walbeck, die hier zur Splittherstellung abgebaut werden, und bei Alleringersleben dar. Die Täler der kleinen Bäche folgen dem allgemeinen Südwest-Fallen der Schichten. Hier können weitere, nach Nordosten immer ältere Gesteine der Trias-Abfolge beobachtet werden. Nördlich Bartensleben stehen rote Ton- und Schluffsteine (Letten) des Oberen Buntsandsteins (Röt) an, die Einschaltungen von Gips enthalten. Die Gipse sind im Ausstrichbereich meist ausgelaugt. Die Subrosion wird im Gelände durch eine parallel dem Schichtstreichen von Nordwest nach Südost verlaufende Zone von Erdfällen und Geländeeinsenkungen nachgezeichnet. Viele der Erdfälle im Bartenslebener Forst sind mit Wasser und Schlamm ausgefüllt. Südlich des Schäferberges bilden sich in einem kleinen Bach durch austretendes Wasser rezente Kalktuffe. Die Schöllecke, die das LSG im Nordwesten begrenzt, folgt zum Teil den Störungszonen von Südost nach Nordwest und durchfließt mit relativ steilen Hängen die Schichten des unteren Buntsandsteins bei Hörsingen und des mittleren bei Eschenrode. Zwischen Hödingen und Siestedt folgt sie einer durch Auslaugung von Gips und Salz an der Basis des Röts entstandenen Senke. Die Trias-Schichten sind gelegentlich von geringmächtigen oligozänen Tonen, saalekaltzeitlichen Schmelzwassersanden und Geschiebemergeln sowie von weichselkaltzeitlichen Fließerden (insbesondere auf Röttonen) und in flachen Mulden von Löß überlagert. Der Südwesten des LSG gehört zur Lappwald-Mulde, einer primären Randsenke. Sie wird meist durch nordwestlich gerichtete, langgestreckte Höhenzüge aus Keuper (Rhät)-Sandstein/Schieferton und durch flach in die dunklen Jura-Tone eingesenkte Depressionen gegliedert. In vielen kleinen Steinbrüchen westlich Walbeck und südlich Beendorf sind die Rhät-Sandsteine für Bauzwecke abgebaut worden. Der höchste Berg bei Marienborn (Rodenberg, 207 m über NN) besteht aus eisenhaltigen Kalksandsteinen des Jura (Arietenlias), die oolithische Eisensteine enthalten und zwischen Sommerschenburg und Badeleben der Eisengewinnung dienten. Sowohl Quellwasseraustritte als auch tiefe, quer zum Streichen der Festgesteinsschichten eingeschnittene Täler sind im Lappwald meist an tektonische Störungen gebunden. Die Riole enthält zum Beispiel bei Walbeck vermoorte Quelltöpfe und durch Hangdruckwasser bedingte Quellbereiche. Solche Moore und Quellwasser werden in Bad Helmstedt für Heilzwecke genutzt. Die Keuper- und Jura-Schichten des Lappwaldes werden gelegentlich von Löß, wie beispielsweise südlich Beendorf und von Geschiebemergel, südlich Morsleben, überlagert. Das Gebiet zwischen Helmstedt, Harbke, Marienborn und Sommersdorf befindet sich bereits im Bereich des Tertiärbeckens des Oscherslebener Sattels. Hier sind Kuppen aus kohleführendem Eozän, örtlich aus marinem Oligozän, zu beobachten, die oft von Löß und Geschiebemergel umhüllt sind. Die tertiäre Kohle wurde bis vor kurzem noch im Tagebau bei Harbke abgebaut. Das LSG liegt fast vollständig in der Bodenlandschaft Nördliches Bördevorland. Im Norden wird die Etinger Geschiebelehmplatte erfaßt und im äußersten Südwesten bei Harbke reicht das LSG in das Ostbraunschweigische Löß-Hügelland hinein. Das Allertal selbst enthält durchgehend Gley-Tschernitzen und randlich Gley-Kolluvisole aus umgelagertem Löß, durchgehend tiefhumose, dunkle Auenböden mit ersten Wassermerkmalen zwischen 0,4–0,8 m unter Flur. Die bodenkundlichen Verhältnisse außerhalb des Allertals werden durch die sehr wechselhaften geologischen Verhältnisse bestimmt. Im südlichen bis mittleren Teil (etwa südlich Marienborn bis Groß Barthensleben) finden sich in weiter Verbreitung Parabraunerden aus Löß, zum Teil von Geschiebemergel unterlagert. Dort, wo karbonathaltige Gesteine oberflächennah anstehen, finden sich unterschiedliche Pararendzinen aus skeletthaltigem Löß und Sandlöß über Lehmfließerden beziehungsweise Pararendzinen aus skeletthaltigem Löss über schluff-tonigem Gesteinszersatz. Über Sand und Sandsteinen treten überwiegend Braunerden auf, so als Braunerden aus sandig-lehmigem Geschiebedecksand über Schmelzwassersand als Braunerden aus skelettführendem, lehmigen Sand über Keupersandstein bzw. dessen Zersatz. Im Buntsandstein-Verbreitungsgebiet können aus den Braunerden durch tonigen Untergrund und stauende Nässe Pseudogley-Braunerden werden. Im nördlichen Abschnitt auf der Etinger Geschiebelehmplatte dominieren Pseudogley-Braunerden bis Pseudogley-Fahlerden aus lehmigem Geschiebedecksand über Geschiebemergel. Das Gebiet entwässert über die Aller in nördliche Richtung. Der Aller fließen von Osten und Westen verschiedene kleinere Bäche zu, zum Beispiel die Riole, der Salzbach, bei Harbke der Wirbkebach und der Mühlenbach. Natürliche Stillgewässer sind nur in Form von Erdfällen im Gips des Bartenslebener Forstes vertreten. Künstliche Stillgewässer entstanden durch Festgesteinsabbau bei Weferlingen, durch Tonabbau bei Walbeck, durch Eisenerzabbau bei Sommersdorf/Sommerschenburg oder Stau von Bächen, zum Beispiel Schwarzkuhlenteich am Harbker Schloß. Das Grundwasser ist im Festgestein vorwiegend an Kluft- und Karstgrundwasser gebunden und liegt in Tiefen zwischen 90 m (im Kalkgestein) und 10 m vor. Nur in den Bachauen steigt es auf wenige Meter Tiefe oder kleinflächig bis an die Bodenoberfläche an. Die Niederschläge liegen im langjährigen Mittel im Lappwald bei 550 bis 600 mm. In den östlichen Teilen des LSG gehen sie leicht auf 525 bis 550 mm zurück. Die Jahresmitteltemperatur wird mit 8,5°C angegeben, wobei das Julimittel bei 18°C und das Januarmittel bei -1 °C liegt. Die potentiell natürliche Vegetation des LSG wird auf Buntsandstein überwiegend von bodensauren bis mäßig bodensauren Buchenwäldern vom Typ des Flattergras-Buchenwaldes gebildet. Staunasse Standorte auf Keuper tragen einen Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald. Reichere Standorte auf Muschelkalk und auf dem Röt des Oberen Buntsandstein sind mit Platterbsen-Buchenwald bestanden, wie er im Naturschutzgebiet „Rehm“ und am Kleppersberg anzutreffen ist. Auf Parabraunerden im Süden des Gebietes ist ein Mullbuchenwald vom Typ des Waldmeister-Buchenwaldes entwickelt. Schmale Bachtälchen tragen einen Winkelseggen-Eschenwald und an ihrem Unterlauf auch Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald und Erlenbruchwald. Im Bereich der lößbeeinflußten Tälchen im Süden des Gebietes ist auch ein reicher Waldziest-Eichen-Hainbuchenwald zu erwarten. Die aktuelle Vegetation entspricht auf Teilflächen, so im Harbker Forst, in den Naturschutzgebieten „Rehm“, „Bartenslebener Forst“ und „Bachtäler des Lappwaldes“ sowie am Kleppersberg noch weitgehend der potentiell natürlichen. Im Rehm ist ein reicher Platterbsen-Buchenwald ausgebildet. In der Baumschicht dominiert die Rot-Buche, vereinzelt treten Trauben- und Stiel-Eiche, Hainbuche und auf trockenen Kuppen Feld-Ahorn und Elsbeere auf. In der Strauchschicht sind Pfaffenhütchen und Seidelbast typische Arten. Die Krautschicht wird von einer reichen Geophytenflora mit Leberblümchen u.a. geprägt. Daneben sind Frühlings-Platterbse, Einblütiges Perlgras, Waldgerste, Wald-Zwenke, Violette Sitter und Erdbeer-Fingerkraut typische Arten. Feuchtere, staunasse Mulden tragen Berg-Ahorn und Esche sowie Ausdauerndes Bingelkraut und Giersch. Im Bartenslebener Forst spiegeln die unterschiedlichen Waldtypen die differenzierte geologische Situation wieder. Auf den mäßig armen Standorten ist ein Flattergras-Buchenwald mit Rot-Buche und Trauben-Eiche ausgebildet. Die Krautschicht wird von Wald-Flattergras, Schattenblümchen und Maiglöckchen geprägt. Ärmere Standorte tragen einen bodensauren Buchenwald mit Draht-Schmiele, Heidelbeere, Heidekraut und Pillen-Segge. Grundwassernahe Standorte tragen einen Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald, dessen Krautschicht aus Roter Heckenkirsche, Feld-Ahorn, Hasel und Hartriegel gebildet wird während Wald-Primel, Erdbeer-Fingerkraut, Rasen-Schmiele und Sumpf-Pippau die Krautschicht kennzeichnen. In den durch Auslaugungsvorgänge des Gipses entstandenen Erdfällen sind teilweise Kleingewässer, Flach- und Zwischenmoore entwickelt. Zwischenmoorstadien weisen Igel-Segge, Fieberklee, Scheidiges Wollgras, Rundblättrigen Sonentau und Moosbeere auf. Der Kleppersberg bei Schwanefeld trägt artenreiche Kalkbuchenwälder vom Typ des Platterbsen-Buchenwaldes auf den Muschelkalkstandorten. Der Bärlauch tritt hier in großen Beständen auf. Die Baumschicht wird fast vollständig von der Rot-Buche beherrscht. Frischere Standorte tragen Hainbuche, Berg-Ahorn, Spitz-Ahorn und in der Strauchschicht Pfaffenhütchen, Roten Hartriegel und Hasel. In der Krautschicht treten Gelbes Buschwindröschen und Hohler Lerchensporn auf. Die tonigen Böden des Keupers tragen buchenreiche Eichen-Hainbuchenwälder mit Echter Sternmiere, Wald-Labkraut, Wald-Flattergras und Sauerklee in der Krautschicht. Auf nährstoffärmeren Sanden sind auch am Kleppersberg bodensaure Buchenwälder ausgebildet. Im Harbker Forst finden sich Vorkommen verschiedener Orchideenarten wie Nestwurz, Braunrote und Breitblättrige Sitter, Bleiches und Rotes Waldvöglein und Großes Zweiblatt. Im Lappwald haben sich in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Grenze weitgehend ungestörte Bachtäler erhalten, die mit naturnahen Vegetationstypen bestanden sind. Einige von ihnen sind im Naturschutzgebiet „Bachtäler des Lappwaldes“ geschützt. Auf den Röt-Sandsteinen sind bodensaure Buchenwälder entwickelt. Wo der Sandstein unmittelbar ansteht, ist die Krautschicht von Heidelbeere, Draht-Schmiele und Schattenblümchen geprägt. Staunasse Standorte in den Bachtälern tragen Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald. Unmittelbar an den Bachläufen stocken Winkelseggen-Eschenwälder und kleinflächige Erlenbruchwälder. Wo der Bachlauf der Riole in das Allertal eintritt, sind feuchte Standorte in Bachnähe mit Schlankseggen-Ried, Engelwurz-Waldsimsenwiese, Schilf-Röhricht und Grauweidengebüsch bestanden. Individuenreiche Vorkommen des Breitblättrigen Knabenkrautes und kleine Flachmoorgesellschaften mit Fieberklee unterstreichen die Schutzwürdigkeit dieser Bereiche. Die kleinen Bäche, wie die Riole, sind Lebensraum von Bachforelle und Elritze. In den Quellgebieten kommen Bergmolch, Feuersalamander und Springfrosch vor. Die Wälder im Bereich des Lappwaldes sind reich an Totholz und weisen zahlreiche Spechthöhlen auf. Schwarz-, Mittel- und Kleinspecht kommen vor. Die Talränder des Allertals werden von Weideflächen eingenommen, auf denen zum Teil Trockengebüsche mit Weißdorn und Schlehe stocken. Neuntöter, Sperbergrasmücke und Gartengrasmücke sind hier charakteristische Vogelarten. Nach Ende der deutschen Teilung wurde das LSG als Erholungsgebiet wiederentdeckt. Daneben sollten aber auch die zwischenzeitlich entstandenen, ungestörten Lebensräume in Grenznähe geschützt und von Störungen freigehalten werden. Für die Waldflächen ist die Umwandlung der naturfernen Nadelholzforsten in standortgerechte Laubmischwälder anzustreben. Die im Randbereich des Hartgesteinsabbaus bei Weferlingen geschädigten Wälder sind zu sanieren. Daneben ist auch eine Vergrößerung der Waldflächen zur Herstellung größerer zusammenhängender Wälder möglich. Die Bachtälchen und Quellbereiche, insbesondere die Gewässerränder, sind von einer Bewirtschaftung auszunehmen. In der Alleraue sind grundwassernahe Standorte zum Schutz des Bodens und des Grundwassers als Grünland zu bewirtschaften. Die in den letzten Jahren umgebrochenen Flächen sind wieder zu Grünland zu entwickeln. Die feuchtesten Flächen sollten nur extensiv bewirtschaftet werden. Die Fließgewässerschonstreifen sind generell nur extensiv zu bewirtschaften oder von Nutzung freizuhalten. Die Ackerlandschaft sollte durch Anlage von Feldgehölzen und Hecken stärker gegliedert sowie ökologisch und landschaftsästhetisch aufgewertet werden. Ein durchgehender Verbund aus Gehölzstrukturen zwischen dem Kleppersberg und dem Bartenslebener Forst ist zu entwickeln. Aufgelassene Bergbaufolgelandschaften sind zu rekultivieren, mit geeigneten Holzarten aufzuforsten oder der Sukzession zu überlassen. Im Lappwald bietet sich die Anlage eines Wanderweges im Bereich des ehemaligen Grenzstreifens an. Sensible Bereiche wie die Quellen der Waldbäche sind dabei jedoch zu umgehen. Die kulturgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten des Allertals sind durch die ”Straße der Romanik” erschlossen. Harbke-Marienborn Die hügelige Landschaft zwischen Marienborn und Harbke ist zu jeder Jahreszeiten ein reizvolles Ausflugsziel. Über die Bundesautobahn A2 oder auch per Eisenbahn und den Bahnhof Marienborn ist das Gebiet von östlicher oder westlicher Richtung gut zu erreichen. Die ausgedehnten Buchenwälder laden zu langen Wanderungen ein. Anschließend kann in Sommerschenburg das Schloß des Generalfeldmarschalles von Gneisenau besichtigt werden. Botanisch Interessierte werden den Landschaftspark in Harbke mit seinen zahlreichen Baumarten aufsuchen. Bartenslebener Forst Der Bartenslebener Forst bildet mit dem außerhalb des LSG gelegenen Erxlebener Forst ein zusammenhängendes Waldgebiet von mehr als 10 Quadratkilometer Fläche. Er lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Im Naturschutzgebiet „Bartenslebener Forst“ sind die naturnahen Buchen- und Eichen-Hainbuchenwälder von besonderer landschaftlicher Schönheit. Sehenswerte Zeugen der Erdgeschichte sind hier die großen Erdfälle, die durch Auslaugungen des unterliegenden Gips entstanden. Walbeck und Rehm Ein Besuch des LSG darf nicht ohne Besuch der Ruine der ottonischen Stiftskirche zu Walbeck beendet werden. Das Gebäude aus dem 10. Jahrhundert zählt zu den wertvollsten architektonischen Kostbarkeiten im Land. Der Burgberg bietet einen schönen Blick über das Allertal. Unweit von Walbeck liegt auf der östlich angrenzenden Hochfläche das Naturschutzgebiet „Rehm“. Hier kann auf einem Spaziergang ein Einblick in die artenreichen, naturnahen Kalkbuchenwälder gewonnen werden. Das Naturschutzgebiet kann auch mit der Bundesbahn über die Nebenlinie Haldensleben-Weferlingen angefahren werden. Ein Haltepunkt befindet sich unmittelbar am Rande des NSG. Das LSG ist reich an baulichen Zeugen der Kulturgeschichte. Die sachsen-anhaltische ”Straße der Romanik” durchquert das Allertal von Morsleben bis Seggerde. In Walbeck steht auf einem steil über dem Allertal aufragenden Burgberg die Ruine der ehemaligen Stiftskirche der Benediktiner. Graf Lothar II. von Walbeck hatte in seiner Burg das Stift bereits im Jahre 964 einrichten lassen. Wesentliche Teile dieses Baus sind in der Ruine noch erhalten, die zu den wenigen Zeugnissen ottonischer Architektur in Sachsen-Anhalt zählt. Eine besondere Kostbarkeit ist auch die sarkophagförmige Grabplatte von dem Grab des im Jahre 964 gestorbenen Stifters. Sie ist in der Dorfkirche von Walbeck aufbewahrt. In Weferlingen besteht mit dem ”Grauen Hermann” noch der aus dem 13. Jahrhundert stammende Bergfried einer ansonsten zur Ruine gewordenen Burg. Prinz Friedrich von Hessen-Homburg lebte hier im 17. Jahrhundert und hatte die Anlage restaurieren lassen. Am südlichen Schiff der Dorfkapelle zu Weferlingen befindet sich die Grabkapelle des Markgrafen Friedrich Christian von Brandenburg aus dem Jahre 1766. In Seggerde am Nordrand des LSG besteht in der feuchten Allerniederung ein weitläufiger, wenig gepflegter Park. Die ehemaligen Wiesenflächen wurden zum Teil mit Pappeln aufgeforstet. Auch in Groß Bartensleben gibt es einen Landschaftspark, der aus einer barocken Anlage entstanden ist. Die historischen Raumstrukturen sind durch unterlassene Pflege beeinträchtigt. Im zeitigen Frühjahr bietet die Blüte des Winterlings hier einen optischen Reiz. Ganz im Süden des LSG steht in Sommerschenburg eine alte Burganlage, die bereits seit dem 11. Jahrhundert bekannt ist. Im Jahre 1814 wurde sie von König Friedrich Wilhelm III. dem Generalfeldmarschall von Gneisenau für seine Verdienste in den Befreiungskriegen geschenkt. Die Gneisenaus ließen die alten Befestigungen abtragen und ein Wohnschloß erbauen. Vom Turm der Burg bietet sich ein weiter Rundblick auf das im Norden anschließende Allertal, den Höhenzug des Elm zwischen Königslutter und Schöningen im Westen, die Vorberge des Harzes und den Harz im Süden. Neben der Burg wurde ein englischer Park eingerichtet, der in den letzten Jahrzehnten mangels Pflege seinen ursprünglichen Charakter weitgehend verloren hat. Im Jahre 1841 wurde von der preußischen Armee ein Mausoleum für den verstorbenen Generalfeldmarschall errichtet, wo dieser bis heute bestattet liegt. In Harbke wurde die Burg im 18. Jahrhundert von Baumeister Martin Peltier aus Braunschweig erneuert und mit herrlichen Renaissanceportalen versehen. Ebenfalls in dieser Zeit wurde ein Landschaftspark angelegt, der für seinen artenreichen Baumbestand weithin berühmt war. Sogar Goethe soll hier im Jahre 1805 botanisiert haben. Bedingt durch die nahe Grenzlage sowie die Ausbeutung und Verfeuerung der Braunkohle aus den nahen Lagerstätten sind Schloß und Park in den letzten Jahrzehnten einem starken Verfall ausgesetzt gewesen. Gleiches gilt für den Ort Harbke, der mehrere Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert wie zum Beispiel den Gasthof ”Zum Goldenen Pudel” und den ”Grauen Hof”, besitzt. Marienborn geht auf eine Quelle zurück, deren Umkreis als Heiliger Hain schon zu heidnischen Zeiten ein Ort der Verehrung war. Nach der Christianisierung wurde von dem Ort eine Marien-Erscheinung berichtet, die Ende des 12. Jahrhunderts die Errichtung einer Kapelle nach sich zog. Daneben entstand ein Hospital und im 13. Jahrhundert ein Augustinerstift. Von letzterem bestehen heute noch zwei spätgotische Flügel der Klausur. Die Stiftskirche St. Marien, ursprünglich ein gotischer Bau, wurde 1885 nach Plänen von Carl August Stüler umfangreich verändert. Original ist noch die spätromanische Priesterpforte in der Nordwand des Turms. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025

1 2 3 4 517 18 19