Ziel des Fortsetzungsantrages ist die Rekonstruktion der Weichteile des mitteleozänen Paarhufers Anthracobunodon weigelti aus den Braunkohlen des Geiseltales bei Halle. Der Antrag baut auf einer im Rahmen des Neuantrages abgeschlossenen Skelettrekonstruktion dieses Tieres auf. Bisher entstand das erste Skelettmodell eines eozänen Säugers, das hauptsächlich röntgenologisch begründet ist. Aus den vorliegenden osteologischen Beschreibungen (Fachlicher Teil) ergeben sich funktionsmorphologische und phylogenetische Interpretationen für A. weigelti sowie für andere mitteleozäne Paarhufer. Bei den präparativen Arbeiten mußte mehr Zeit als veranschlagt in zerstörungsfreie Analysen des fragilen Originalmaterials und die technische Umsetzung der Rekonstruktion investiert werden. Der beabsichtigte Aufbau der Weichteile ist somit noch nicht abgeschlossen. Kern des Antrages ist die Weiterführung der inzwischen eingearbeiteten Präparatorin, um die Ganzkörper-Rekonstruktion abzuschließen. Neben der Bedeutung eines solchen Modells für die Öffentlichkeitsarbeit des Geiseltalmuseums werden von den beabsichtigten Untersuchungen über den Habitus des Tieres Aussagen zur Ökologie dieser für die Geiseltalfauna typischen Säugetiere erwartet. Hieraus ergeben sich Anknüpfungspunkte für biostratigraphische und paläoökologische Vergleiche innerhalb des Vorkommens als auch mit anderen eozänen Fundstellen, insbesondere zu Messel.
Das Forschungsprojekt 'BIO-OEKOPOLI' untersucht umweltpolitisch relevante Bioökonomiepolitikprozesse in verschiedenen Fallgruppen (Biokunststoffe, Biotreibstoffe, Bioenergie) auf verschiedenen territorialen Ebenen (kommunal, regional, national, EU). Ziel dieser vergleichenden Fallstudien ist es, kausale Mechanismen solcher politischer Prozesse zu identifizieren, um Handlungsoptionen für die weitere Bioökonomiepolitik zu entwickeln. Im ersten Jahr werden existierende Fälle und Fallgruppen der Bioökonomiepolitik identifiziert. Diese sind dann Gegenstand der vertiefenden Policy-Analysen mit Hilfe des AEP. Die ausgewählten Fälle und Fallkategorien sowie das zugrunde liegende Analyseraster werden in einem ersten Statusworkshop mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis diskutiert. Im zweiten Jahr steht die vertiefende Analyse der ausgewählten Policies durch weitere Quellen- und Dokumentenanalysen sowie Experteninterviews im Mittelpunkt. Bei 12-15 Fällen (= 3 Fallgruppen) werden je Fall etwa 10-15 Interviews durchgeführt. Im Rahmen eines zweiten Statusworkshops werden die Zwischenergebnisse der einzelnen Fallanalysen und deren Bedeutung für die jeweiligen Fallkategorien vorgestellt und mit VertreterInnen aus Wissenschaft und Praxis diskutiert. Im dritten Jahr stehen der Vergleich zwischen den einzelnen Fallgruppen und die Synthese der einzelnen Ergebnisse hinsichtlich der Erarbeitung der übergreifenden Gesamtprojektergebnisse im Mittelpunkt. Zudem sollen auf der Basis der herausgearbeiteten politischen Mechanismen Schlussfolgerungen hinsichtlich möglicher Konsequenzen für die deutsche Bioökonomiepolitik und die Weiterentwicklung der entsprechenden Strategien getroffen werden. Die Projektergebnisse sollen durch die Erarbeitung verschiedener Verwertungsprodukte und eine große Abschlusskonferenz im Februar 2019 breit gestreut werden.