Die ständige Überwachung der Ortsdosisleistung (ODL) in der Umgebung der Kernkraftwerke ist ein Bestandteil der Kernreaktor Fernüberwachung (KFÜ).
Im Normalbetrieb dient sie der aufsichtlichen Bewertung der Strahlenexposition der Bevölkerung. Im Stör- und Unfall trägt sie zur frühzeitigen Bereitstellung von Entscheidungshilfen durch Messergebnisse aus der Umgebung der Anlagen und deren Abgleich mit Ausbreitungsrechnungen bei.
Die landeseigenen ODL-Sonden verdichten das Messnetz des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) (siehe IMIS-ODL) um die Kernkraftwerke Emsland, Grohnde und Unterweser.
Erhoben werden 10-Minuten Mittelwerte der Ortsdosisleistung, außerdem sind die Sonden mit einem Regensensor ausgestattet. Im Normalbetrieb werden die Messwerte einmal täglich an die KFÜ-Zentrale in Hildesheim übertragen, im Intensivbetrieb findet die Übertragung im 10-Minuten Takt statt.
Im Folgenden können die aktuellen, zu Tagesmittelwerten komprimierten, plausibilisierten Messwerte der letzten 12 Monate eingesehen werden.
Zur weiteren Information sind ebenfalls die Sondenstandorte des BfS dargestellt. Beim anklicken der Symbole wird auf die entsprechende Seite des BfS weitergeleitet.
Altersbestimmungen stellen eine wesentliche Grundlage für die Interpretation der quartären Umweltdynamik dar. Das Projekt beinhaltet die Erarbeitung geochronometrischer Daten für verschiedene Teilbereiche des Gesamtprojektes 'Kohlenstoff im Permafrost' auf der Basis von Lumineszenz-Altersbestimmungsmethoden. Datiert werden Permafrostsedimente. Das erfordert Grundlagenuntersuchung zu datierungsrelevanten Parametern in Permafrostablagerungen (Radionuklidgeochemie, Lumineszenzstabilität u.a.) mit einem hohen analytischen Aufwand. Die Ergebnisse sollen sich in entsprechenden methodischen Weiterentwicklungen niederschlagen, die zu verbesserten Lumineszenz-Altern von solchen Ablagerungen führen, die sich insbes. durch ein höherer Genauigkeit auszeichnen, als bisher erreichbar war. Als Grundgrößen der Lumineszenzdatierung sollen die Lumineszenz von Quarz und Feldspat als Messgröße der akkumulierten Strahlungsdosis und die Radionuklide im Sediment als Messgröße des natürlichen Strahlungsfeldes systematisch untersucht werden. Wesentliche, bisher nur phänomenologisch erkannte Einflussgrößen im Permafrost sollen durch detaillierte Analyse und Experimente aufgeklärt und möglichst quantifiziert werden. Einzelkorn-Datierungen mit verschiedenen Lumineszenzverfahren sollen sowohl das Problem von unzureichender Bleichung bei der primären Ablagerung als auch umlagerungsbedingter Dosisinhomogenitäten näher untersuchen bzw. deren Vorteile sollen für Isochronenmethoden nutzbar gemacht werden.
Im Rahmen des Projekts PGAA-Actinide soll ein zerstörungsfreies Messverfahren entwickelt werden, das eine quantitative Bestimmung von Actiniden und anderen Atomkernen in nuklearem Abfall erlaubt. Die Entwicklung eines solchen Verfahrens ist für die Abfallwirtschaft in Deutschland von herausragender Bedeutung. Denn während nukleare Spaltprodukte wie Iod, Cäsium, Strontium, Xenon oder Krypton überwiegend innerhalb weniger Tage bis einiger Jahrzehnte zerfallen, sind die durch Neutroneneinfang aus Uran entstehenden Actinide wie Neptunium, Plutonium, Americium oder Curium äußerst langlebig sowie chemisch und radiologisch hoch toxisch und müssen daher besonders behandelt und gelagert werden. Für deren Umgang, Transport und Aufnahme in ein Endlager gibt es gesetzliche Bestimmungen, welche Kenntnisse über deren Bestandteile und Mengen notwendig macht. Bisher gibt es allerdings kein Verfahren, mit dem sich die Inhalte von nuklearem Abfall mit ausreichender Genauigkeit bestimmen lassen. Die Methode der prompten Gamma Neutronenaktivierungsanalyse (PGAA) bietet eine einzigartige Perspektive, präzise Informationen über die Art und Menge der Actinide in nuklearem Abfall zu erhalten: Denn durch Neutronen aktivierte Atomkerne emittieren beim Zerfall charakteristische Gammaquanten, an Hand dessen sie sich eindeutig identifizieren lassen. Allerdings sind die prompten Gammalinien der Actinide bisher nicht ausreichend bekannt, auch fehlen präzise Informationen über deren Intensitäten und Wirkungsquerschnitte, also die Wahrscheinlichkeiten, mit denen ein spezifische Atomkerne durch Neutronen aktiviert werden. Im Unterschied zu herkömmlichen Analysemethoden für Actinide ist die prompte Gamma Neutronenaktivierungsanalyse ein zerstörungsfreies Verfahren. Die zu untersuchenden Proben müssen vor der Analyse nicht chemisch aufbereitet werden, es entstehen keinerlei Sekundärabfälle und auch das Personal wird nicht zusätzlich durch Umgang mit radioaktivem Material belastet. Neben der Bestimmung der Actinide werden mittels PGAA auch die Strukturen sowie die Nebenbestandteile des radioaktiven Abfalls erfasst. Im Rahmen des Projektes PGAA-Actinide werden zunächst mit hoher Präzision die prompten Gammasignaturen und Wirkungsquerschnitte ausgewählter Isotope bestimmt. Dazu werden speziell präparierte Proben am Budapester Forschungsreaktor (BNC) und an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) in Garching mit langsamen Neutronen bestrahlt und gemessen. Um Nachweisgrenzen und optimierte Messparameter zu bestimmen, werden mit Hilfe dieser Daten am Forschungszentrum Jülich anschließend PGAA-Spektren simuliert. Um das Messsystem für reale Proben und Gemische zu optimieren, werden dieselben Proben dann noch einmal mit schnellen Neutronen am Instrument Nectar, FRM II vermessen. Abschließend wird ein konkreter Vorschlag für eine Messanordnung zur quantitativen Bestimmung von Actiniden in nuklearem Abfall erarbeitet.
Das Ziel des KASANDRA Antrages ist es hochauflösende Isotopenverhältnisse radioaktiver, radiogener und stabiler Elemente an einem neuartigen Thermionen-Massenspektrometer (TIMS) und einem Plasma-Massenspektrometer (MC-ICP-MS) zu bestimmen, um das Wissen über die biogeochemischen Prozesse, Stoffflüsse und Transportwege von den kontinentalen Quellen bis hin zu den marinen Senken im heutigen, als auch im Ozean der Vergangenheit zu verbessern. Dies ist wichtig, da die Ergebnisse Rückschlüsse auf gesellschaftlich relevante Prozesse an den Plattenränder und der Verteilung von Erdbeben, über biologische Prozesse und Nährstoffverteilung, sowie über die Verteilung und den Chemismus submariner silikatischer als auch gasförmiger Lagerstätten erlauben.