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Was sind NORM -Rückstände?

Was sind NORM -Rückstände? Radionuklide der natürlichen Zerfallsreihen von Uran -238, Uran -235 und Thorium-232 sind in allen Gesteinen und Erzen in Spuren vorhanden. Werden Gesteine und Erze als Rohstoffe genutzt, werden daher grundsätzlich auch natürliche Radionuklide unbeabsichtigt in industrielle Prozesse eingeführt. Bei manchen Industriezweigen können sich natürliche Radionuklide in Teilstoffströmen anreichern. In der Fachliteratur werden diese Rückstände oft als "naturally occurring radioactive materials" (abgekürzt " NORM ") bezeichnet. Der Schutz von Beschäftigten und der Bevölkerung vor erhöhten Strahlenexpositionen durch natürliche radioaktive Stoffe in Deutschland ist im Strahlenschutzgesetz und in der Strahlenschutzverordnung geregelt. Radionuklide der natürlichen Zerfallsreihen von Uran -238, Uran -235 und Thorium-232 sind in allen Gesteinen in Spuren vorhanden. Natürliche Radioaktivität Wenn die spezifische Aktivität innerhalb einer Zerfallsreihe für alle Radionuklide gleich ist, spricht man von einem "radioaktiven Gleichgewicht". Durch chemische Prozesse (zum Beispiel Lösungsvorgänge mit dem Wasser) und physikalische Prozesse (zum Beispiel Ausgasung des radioaktiven Gases Radon oder Transport von Radionukliden mit Wasser) kann es zu Umverteilungen von Radionukliden kommen. Diese Umverteilungsprozesse können das Gleichgewicht stören. Als Folge sind natürliche Radionuklide in allen Umweltbereichen (Luft, Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere) vorhanden. Je nach mineralogischer Zusammensetzung der Gesteine - insbesondere bei Vererzungen - ist der Radionuklidgehalt jedoch unterschiedlich hoch. Als obere Grenze für den natürlichen Hintergrundgehalt von Uran und Thorium (beziehungsweise der Folgeprodukte) in Böden und Gesteinen gelten im Allgemeinen 0,2 Becquerel pro Gramm (entspricht 200 Becquerel pro Kilogramm), in Einzelfällen (zum Beispiel Granit) ist eine spezifische Aktivität bis 0,5 Becquerel pro Gramm dokumentiert. Spezielle thorium- und uranhaltige Minerale können auch Aktivitätsgehalte von mehreren Becquerel pro Gramm aufweisen. Die Radionuklide der Zerfallsreihen sind – mit Ausnahme des Gases Radon – durchweg Schwermetalle. Chemisch und physikalisch verhalten sie sich in der Umwelt und bei industriellen Prozessen vergleichbar zu anderen, nicht radioaktiven Schwermetallen. Rückstände mit erhöhter natürlicher Radioaktivität aus industriellen Prozessen Öl-Pipeline Bei der Nutzung von Rohstoffen (zum Beispiel Erze) werden somit grundsätzlich natürliche Radionuklide in technologische Prozesse eingeführt. In bestimmten Industriezweigen können Beschäftigte oder die Bevölkerung infolge natürlicher Radioaktivität einer erhöhten Strahlung ausgesetzt sein. Ursachen sind entweder die Verwendung von Rohstoffen mit erhöhtem Radionuklidgehalt oder Radionuklidanreicherungen in Rückständen aus bestimmten technologischen Prozessen. In der Fachliteratur werden diese Rückstände oft als "naturally occurring radioactive materials" (abgekürzt " NORM ") bezeichnet. Ein Beispiel sind die Ablagerungen in Förderrohren aus der Erdöl- und Erdgasindustrie, die - je nach Lagerstätte - hohe Gehalte des radioaktiven Elementes Radium aufweisen können. NORM -Rückstände können grundsätzlich verwertet werden, sofern bei der beabsichtigten Folgenutzung keine erhöhte Strahlenexposition für Einzelpersonen der Bevölkerung zu erwarten ist. Falls dies aus technologischer beziehungsweise wirtschaftlicher Sicht nicht zumutbar ist, müssen die Rückstände auf Deponien sicher beseitigt werden. Gesetzliche Regelungen für Rückstände Mit dem Teil 3 der Strahlenschutzverordnung ( StrlSchV ) vom 20. Juli 2001 wurden erstmals in Deutschland Regelungen zum Schutz der Beschäftigten und der Bevölkerung vor erhöhten Strahlenexpositionen durch natürliche radioaktive Stoffe getroffen. Die betrachteten Materialien werden nicht wegen ihrer radioaktiven Eigenschaften oder ihrer Eignung als Kernbrennstoff genutzt; die erhöhten Radionuklidgehalte treten vielmehr als (unerwünschte) Begleiterscheinung einiger herkömmlicher industrieller Prozesse auf. Der Gesetzgeber hat es daher als vernünftig angesehen, die Regelungen auf solche Prozesse und Stoffe zu beschränken, bei denen sich aufgrund der heute üblichen Verwertungs- oder Beseitigungswege die Strahlenbelastung deutlich erhöhen kann. Eine erhöhte Strahlenbelastung für Einzelpersonen der Bevölkerung liegt vor, wenn der Richtwert von 1 Millisievert pro Jahr für die effektive Dosis überschritten wird. Dann sind Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu ergreifen. Der Richtwert orientiert sich an der Schwankungsbreite der natürlichen Strahlenexposition und ist auch in anderen Bereichen des Strahlenschutzes etabliert. Beschäftigte, die bei ihrer Arbeit mit NORM -Rückständen umgehen, gelten dabei als Teil der allgemeinen Bevölkerung. Anfang 2014 veröffentlichte die Europäische Atomgemeinschaft ( EURATOM ) Grundnormen zum Strahlenschutz . Die EURATOM -Mitgliedsländer sind verpflichtet, diese Regelungen in nationales Recht umzusetzen. In Deutschland erfolgte dies im Jahr 2017 mit dem Strahlenschutzgesetz . Ergänzend hierzu wurde die Strahlenschutzverordnung im Jahr 2018 grundlegend überarbeitet. Beide gesetzlichen Regelungen sind seit dem 31. Dezember 2018 in Kraft. Überwachungsgrenzen Mit Hilfe umfangreicher Untersuchungen in relevanten Industriezweigen wurde eine Anzahl von Rückständen festgelegt, bei deren Beseitigung oder Verwertung Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung erforderlich sein können. Ein Bewertungsmaßstab hierfür sind die Überwachungsgrenzen in Anlage 5 der Strahlenschutzverordnung . Werden diese Überwachungsgrenzen überschritten, kann die zuständige Strahlenschutzbehörde des Bundeslandes die Rückstände auf Antrag aus der Überwachung entlassen. Hierzu ist ein Nachweis zu erbringen, dass der Richtwert von 1 Millisievert pro Jahr für die Bevölkerung bei der beabsichtigten Verwertung oder Beseitigung eingehalten wird und die geplante Verwertung oder Beseitigung abfallrechtlich zulässig ist. Da beim Umgang mit derartigen Rückständen kein plötzliches Freisetzungs- oder Unfallpotenzial besteht, hat der Gesetzgeber auf den sonst im Strahlenschutz üblichen Genehmigungsvorbehalt verzichtet. Die betroffenen Betriebe setzen die Maßnahmen weitgehend eigenverantwortlich um. Sie müssen jedoch der zuständigen Landesbehörde die Ergebnisse ihrer Prüfungen mitteilen. Diese kann dann bei Bedarf weitere Auflagen erteilen oder Kontrollen vornehmen. Auswirkungen Die Erfahrungen beim Vollzug von Teil 3 der bisherigen Strahlenschutzverordnung aus dem Jahr 2001 zeigen, dass die Regelungen das Bewusstsein aller Beteiligten um mögliche Probleme und Gefahren beim Umgang mit Stoffen, die erhöhte natürliche Radioaktivität enthalten, gestärkt haben. Folglich reduzierte sich in einigen Bereichen die Strahlenbelastung, ohne dabei die betroffenen Industriezweige übermäßig zu belasten. Hilfestellung Das Bundesumweltministerium ( BMUKN ) und das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) unterstützen die zuständigen Landesbehörden beim Vollzug der rechtlichen Regelungen zur natürlichen Radioaktivität unter anderem durch untergesetzliche Regelwerke und Empfehlungen. So hat beispielsweise die Strahlenschutzkommission ( SSK ) auf Veranlassung des Bundesumweltministeriums eine Empfehlung zur repräsentativen Beprobung von Rückständen herausgegeben. Das BfS unterstützt die Umsetzung, indem es Leitfäden zur Ermittlung der Strahlenexposition sowie Messanleitungen erarbeitet. Außerdem prüft das BfS gegenwärtig, ob die Empfehlungen und Anleitungen zum Thema Bergbauliche Hinterlassenschaften auf Rückstände nach Anlage 1 des Strahlenschutzgesetzes übertragbar sind. Stand: 05.01.2026

Presse und Öffentlichkeitsarbeit Pressemitteilungen: Geruchlos, geschmacklos – gefährlich?

Hildesheim. Es findet sich in vielen Häusern und kann in hohen Konzentrationen das Risiko von Lungenkrebs deutlich erhöhen: Das radioaktive Edelgas Radon hat ähnlich fatale Auswirkungen wie das Rauchen, ist aber als Gesundheitsrisiko deutlich weniger bekannt. Bundesweit machen deshalb zum Europäischen Radontag am 7. November Strahlenschützer auf die Gefahren durch schlecht abgedichtete Gebäudefundamente aufmerksam – und zeigen Möglichkeiten auf, das persönliche Radon-Risiko einzuschätzen und zu minimieren. Denn nicht alle Regionen Deutschlands sind gleichermaßen betroffen. Es findet sich in vielen Häusern und kann in hohen Konzentrationen das Risiko von Lungenkrebs deutlich erhöhen: Das radioaktive Edelgas Radon hat ähnlich fatale Auswirkungen wie das Rauchen, ist aber als Gesundheitsrisiko deutlich weniger bekannt. Bundesweit machen deshalb zum Europäischen Radontag am 7. November Strahlenschützer auf die Gefahren durch schlecht abgedichtete Gebäudefundamente aufmerksam – und zeigen Möglichkeiten auf, das persönliche Radon-Risiko einzuschätzen und zu minimieren. Denn nicht alle Regionen Deutschlands sind gleichermaßen betroffen. „Radon ist nach dem Rauchen nachweislich die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs“, weiß Susanne Herrmann von der Radonberatungsstelle des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Hildesheim. Das Problem: im Gegensatz zum Zigarettenrauch ist Radon unsichtbar, geschmack- und geruchlos – und damit für die menschlichen Sinne nicht wahrnehmbar. Durch Undichtigkeiten im Mauerwerk oder in der Bodenplatte, Kabel- und Rohrdurchführungen dringt das natürlicherweise in allen Böden vorkommende Gas über das untere Geschoss in Gebäude ein, kann sich ansammeln und von dort aus verteilen. Mit potenziell fatalen Folgen für die eigene Gesundheit. „Radon macht vor keiner Grenze halt – weder einer Landesgrenze, noch der Kellertür“, betont Susanne Herrmann. Die Radonberatungsstelle des NLWKN arbeitet deshalb mit weiteren deutschsprachigen Radonberatungsstellen in länderübergreifender Kooperation fortlaufend daran, an die Wichtigkeit des Radonschutzes zu erinnern. Regional stark unterschiedliche Gefahr Regional stark unterschiedliche Gefahr Die Gefahr ist dabei regional ganz unterschiedlich ausgeprägt: Vor allem Bodenbeschaffenheit und Durchlässigkeit von Böden spielen dabei eine zentrale Rolle. Die gute Nachricht für Niedersachsen: Für das zweitgrößte Bundesland gehen Experten davon aus, dass nur in wenigen Regionen mit erhöhter Radonkonzentration in der Bodenluft zu rechnen ist. Erste Anhaltspunkte, ob das eigene Heim in einem Risikogebiet liegt, bieten die öffentlich zugänglichen deutschlandweiten Radonkarten des Bundesamts für Strahlenschutz. Auch der Gesetzgeber hat auf das Radon-Risiko reagiert: Zum Schutz vor dem tückischen Edelgas haben die Bundesländer sogenannte Radon-Vorsorgegebiete identifiziert. Während Arbeitgeber in Radon-Vorsorgegebieten verpflichtet sind, die Radonkonzentration an bestimmten Arbeitsplätzen zu messen und bei Referenzwertüberschreitung zu reagieren, liegt die Verantwortung für den Schutz in privaten Wohnungen allerdings bei den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst. „Unser Anliegen als Land ist es deshalb, die Bevölkerung für das Thema Radon möglichst breit zu sensibilisieren, denn selbst außerhalb der ausgewiesenen Radon-Vorsorgegebiete können erhöhte Radonkonzentrationen auftreten“, so Herrmann. Zu diesem Zweck hat jedes Bundesland Radonberatungsstellen eingerichtet. Hier erhalten Interessierte Antworten auf Fragen zu Radon, dessen Entstehung und gesundheitsgefährdender Wirkung, gesetzlichen Regelungen sowie Unterstützung bei privaten Radonmessungen. Die Radonberatungsstelle für Niedersachsen ist unter radon@nlwkn.niedersachsen.de oder telefonisch unter 05121/509 313 sowie im Internet unter www.nlwkn.niedersachsen.de/radon erreichbar. Hintergrundinfo: Hintergrundinfo: Der Europäische Radontag am 7. November erinnert an die zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie, die am selben Tag geboren wurde. Ihre Forschungen über radioaktive Elemente leisteten einen bahnbrechenden Beitrag für die Wissenschaft.

Wie gefährlich ist das Essen kontaminierter Nahrung nach einem nuklearen Unfall?

Wie gefährlich ist das Essen kontaminierter Nahrung nach einem nuklearen Unfall? Kontaminierte Nahrungsmittel können eine Gefahr darstellen, weil dadurch radioaktive Partikel in den Körper gelangen können. Daher gibt es für Nahrungsmittel in Deutschland strenge Grenzwerte, bei deren Unterschreitung keine Gesundheitsgefahr besteht. Für Lebensmittel, die in Läden verkauft werden, ist es Vorschrift, dass diese auf Radioaktivität überprüft sind. Sie sind sicher. Sie dürfen nur verkauft werden, wenn sie die offiziellen Grenzwerte nicht überschreiten. Lebensmittel, die aus dem eigenen Garten kommen, bzw. selbst gefischt oder gejagt werden, werden normalerweise nicht von den Behörden kontrolliert. Die Gesundheitsgefahren sind daher nicht bekannt. Sollte nicht klar zu bestimmen sein, ob ein Nahrungsmittel kontaminiert ist oder nicht, ist vom Essen oder Trinken dieses Nahrungsmittels abzuraten. In den ersten Tagen nach einem nuklearen Unfall besteht ein erhebliches Risiko durch radioaktives Jod in Nahrungsmitteln, insbesondere in Milch. Neben Jod gibt es weitere radioaktive Stoffe , die mit der Nahrung aufgenommen werden können. Dazu gehören unter anderem Cäsium und Strontium. Jod hat im Vergleich zu anderen radioaktiven Elementen eine kurze Halbwertszeit . Deshalb nehmen Probleme mit radioaktivem Jod schnell ab. Cäsium und Strontium hingegen haben deutlich längere Halbwertszeiten. Radioaktives Jod gelangt in die Schilddrüse, Cäsium wird vom Körper anstelle von Kalium im Muskel eingebaut und Strontium anstelle von Calcium im Knochen. Bis sie vom Körper wieder ausgeschieden werden, geben sie Strahlung an das umliegende Gewebe ab. Aus dem häufigen Verzehr kontaminierter Nahrungsmittel, die oberhalb der Grenzwerte kontaminiert sind, können sich langfristige Gesundheits­schäden ergeben. In den von der radioaktiven Wolke betroffenen Gebieten sollen nur Nahrungsmittel verzehrt werden, deren Kontamination unterhalb der Grenzwerte liegt. Bei Nahrungsmitteln aus dem Handel wird dies durch die Behörden geprüft. Ein versehentlicher Verzehr von Nahrungsmittel mit einer geringen Kontamination über den gesetzlichen Grenz­werten ( z.B. Pilze, Wildschweinfleisch) führt zu keinen gesundheitlichen Problemen.

Was ist ein radioaktiver Stoff?

Was ist ein radioaktiver Stoff? Radioaktive Stoffe zerfallen spontan in andere Nuklide, diese können entweder selbst wieder radioaktiv sein und weiter zerfallen oder sind stabil und zerfallen daher nicht weiter. Radioaktive Stoffe senden energiereiche Strahlung , sogenannte ionisierende Strahlung , aus. Die Strahlung , die beim Zerfall radioaktiver Elemente entsteht, kann unterschiedlich stark sein und unterschiedliche Reichweiten haben. Ob ein radioaktiver Stoff künstlich oder natürlich ist, spielt für die Wirkung auf den Körper keine Rolle. Die Strahlung radioaktiver Stoffe kann lebende Zellen schädigen und diese abtöten oder Krebs hervorrufen. Ionisierende Strahlung , die von radioaktiven Stoffen abgegeben wird, wird abgeschwächt, wenn sie auf Materie trifft. In Kellerräumen ist die Abschwächung durch die angrenzende Erdschicht und die oberen Stockwerke besonders groß. Besonders gefährlich ist die Aufnahme radioaktiver Stoffe in den Körper. Dies kann durch Einatmen, Nahrungsaufnahme und die Haut (insbesondere über Wunden) geschehen. Publikationen Strahlung und Strahlenschutz PDF 7 MB

Liste aller Gammastrahlenquellen in Niedersachsen

Antrag nach dem NUIG/VIG Guten Tag, In der wortgleichen Anfrage an das Bundesumweltministerium wurde ich an Sie verwiesen. Bitte senden Sie mir eine Liste aller Gammastrahlenquellen in Niedersachsen zu. Dies umfasst: - Prüfstrahler - Medizinische Bestrahlungsgeräte, die mit radioaktiven Quellen arbeiten - Positronen-Emissions-Tomographen - Mobile Gammastrahlenquellen wie z.B. Geräte zur Untersuchung von Containerinhalten des Grenzschutzes - Geräte zur Strahlensterilisation - Kernbrennstoffe, einschließlich in abgeschalteten Reaktoren und Forschungsreaktoren sowie Einrichtungen zur Aktivierung, das heißt zur Herstellung radioaktiver Isotope durch Bestrahlung mit Neutronen - Kernwaffen, das heißt, thermonukleare Fissions- und Fusionswaffen, einschließlich sog. "Neutronenbomben", Vorrichtungen zur Auslösung elektromagnetischer Pulse, soweit sie auf Kernwaffen basieren, sowie radiologische Waffen (sog. dirty bombs), einschließlich Material das von anderen Bundesländern und ausländischen Staaten in Niedersachsen stationiert wurde - Teilchen- und Ionenbeschleuniger - sonstigen Gammastrahlenquellen Ausgeschlossen sind: - Röntgengeräte und Computertomographen, einschließlich DVT-Geräte Bitte geben Sie für jede Quelle jeweils an, soweit die Informationen vorliegen: - Standort (bei mobilen Strahlenquellen gewöhnliche Einsatzorte bzw. Einsatzgebiete) - Art der Abschirmung (Art des Materials und Dicke) - Informationen aus denen hervorgeht, wann die Strahlung abgegeben wird und werden wird, soweit bekannt - Bei allen radioaktiven Elementen und Kernbrennstoffen, einschließlich verbrauchten Kernbrennstoffen, Element und Isotop und chemische Zusammensetzung, soweit relevant aktueller Anreicherungsgrad bzw. bei Kernbrennstoffen ursprünglicher Anreicherungsgrad - Bei Reaktoren den Betriebszustand, bei gepulsten Reaktoren die Betriebszeiten, sowie bei Anlagen zur Aktivierung die Elementarzusammensetzung der aktivierten Stoffe vor und nach der Aktivierung und deren Einsatzzwecke, Lagerorte, Verbringungsorte und Endbestimmung - Bei Teilchen- und Ionenbeschleuniger die Art der beschleunigten Teilchen und Ionen und die Beschleunigungsenergie bzw. Energiespektrum - Bei Kernwaffen zusätzlich die Gesamtmasse des spaltbaren Materials - Sofern Energiespektren vorliegen, den Verlauf des Gammaspektrums (Graphische Darstellung und/oder Tabellen), Ort und Zeit der Messung - bei sonstigen Gammastrahlenquellen alle Informationen, die auf ein Energiespektrum schließen lassen Soweit bekannt ist, dass Informationen bei anderen Landes- oder Bundesbehörden vorliegen, leiten Sie meine Anfrage bitte entsprechend weiter. Dies ist ein Antrag auf Aktenauskunft nach § 3 des Niedersächsischen Umweltinformationsgesetzes (NUIG), soweit Umweltinformationen im Sinne des § 2 Abs. 3 Umweltinformationsgesetzes des Bundes (UIG) betroffen sind, sowie nach § 2 Abs. 1 des Gesetzes zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Verbraucherinformation (VIG), soweit Verbraucherinformationen betroffen sind. Sollten diese Gesetze nicht einschlägig sein, bitte ich Sie, die Anfrage als Bürgeranfrage zu behandeln. Sollte die Aktenauskunft Ihres Erachtens gebührenpflichtig sein, bitte ich, mir dies vorab mitzuteilen und dabei die Höhe der Kosten anzugeben. Es handelt sich meines Erachtens um eine einfache Auskunft bei geringfügigem Aufwand. Gebühren fallen somit nicht an. Ich verweise auf § 3 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 UIG/§ 5 Abs. 2 VIG und bitte, mir die erbetenen Informationen unverzüglich, spätestens nach Ablauf eines Monats zugänglich zu machen. Ich bitte Sie um eine Antwort per E-Mail. Sollten Sie für diesen Antrag nicht zuständig sein, bitte ich Sie, ihn an die zuständige Behörde weiterzuleiten und mich darüber zu unterrichten. Ich widerspreche ausdrücklich der Weitergabe meiner Daten an Dritte. Ich möchte Sie um eine Empfangsbestätigung bitten und danke Ihnen für Ihre Mühe! Mit freundlichen Grüßen

Gammastrahlenquellen in Niedersachsen

Eine Liste aller Gammastrahlenquellen in Niedersachsen wie: - Prüfstrahler - Medizinische Bestrahlungsgeräte die mit radioaktiven Quellen arbeiten - Positronen-Emissions-Tomographen - Mobile Gammastrahlenquellen wie z.B. Geräte zur Untersuchung von Containerinhalten des Grenzschutzes - Geräte zur Strahlensterilisation - Kernbrennstoffe, einschließlich in abgeschalteten Reaktoren und Forschungsreaktoren sowie Einrichtungen zur Aktivierung, das heißt zur Herstellung radioaktiver Isotope durch Bestrahlung mit Neutronen - Kernwaffen, das heißt, thermonukleare Fissions- und Fusionswaffen, einschließlich sog. "Neutronenbomben", Vorrichtungen zur Auslösung elektromagnetischer Pulse, soweit sie auf Kernwaffen basieren, sowie radiologische Waffen (sog. dirty bombs), einschließlich Material das von anderen Staaten in Niedersachsen stationiert wurde - Teilchen- und Ionenbeschleuniger - sonstigen Gammastrahlenquellen Ausgeschlossen sind: - Röntgengeräte und Computertomographen, einschließlich DVT-Geräte Bitte geben Sie für jede Quelle jeweils an, soweit die Informationen vorliegen: - Standort (bei mobilen Strahlenquellen gewöhnliche Einsatzorte bzw. Einsatzgebiete) - Art der Abschirmung (Art des Materials und Dicke) - Informationen aus denen hervorgeht, wann die Strahlung abgegeben wird und werden wird, soweit bekannt - Bei allen radioaktiven Elementen und Kernbrennstoffen, einschließlich verbrauchten Kernbrennstoffen, Element und Isotop und chemische Zusammensetzung, soweit relevant Anreicherungsgrad bzw. ursprünglicher Anreicherungsgrad - Bei Reaktoren den Betriebszustand, bei gepulsten Reaktoren die Betriebszeiten, sowie bei Anlagen zur Aktivierung die Elementarzusammensetzung der aktivierten Stoffe vor und nach der Aktivierung und deren Einsatzzwecke und Verbringungsorte - Bei Teilchen- und Ionenbeschleuniger die Art der beschleunigten Teilchen und Ionen und die Beschleunigungsenergie - Bei Kernwaffen zusätzlich die Gesamtmasse des spaltbaren Materials - Sofern Energiespektren vorliegen, den Verlauf des Gammaspektrums (Graphische Darstellung und/oder Tabellen), Ort und Zeit der Messung - bei sonstigen Gammastrahlenquellen alle Informationen, die auf ein Energiespektrum schließen lassen Soweit bekannt ist, dass Informationen bei anderen Landes- oder Bundesbehörden vorliegen, leiten Sie meine Anfrage bitte entsprechend weiter.

Kinder, Schwangere und stillende Mütter sollten Paranüsse meiden

Kinder, Schwangere und stillende Mütter sollten Paranüsse meiden Ausgabejahr 2023 Datum 28.11.2023 Paranüsse Quelle: jchizhe/stock.adobe.com Apfel, Nuss und Mandelkern gehören zu den traditionellen Nikolaus-Geschenken. Wer Kindern in der Vorweihnachtszeit etwas Gesundes zum Naschen geben möchte, sollte Paranüsse allerdings meiden. Denn Paranüsse können ungewöhnlich hohe Mengen an radioaktivem Radium enthalten – ein Sonderfall im Vergleich zu anderen, insbesondere heimischen Nussarten. Auch für Schwangere und stillende Mütter sind diese Nüsse nach Einschätzung des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) deshalb keine gute Wahl. Radium ist ein radioaktives Element, das natürlich in Böden vorkommt. Paranussbäume können es mit ihren Wurzeln aufnehmen und bis in die Nüsse transportieren. Die Heimat dieser Urwaldriesen sind die tropischen Regenwälder Südamerikas. Dort gibt es zum Teil Böden, die große Mengen an Radium enthalten. Wer jetzt eventuell an die Folgen des Reaktorunfalls von Tschornobyl (russisch: Tschernobyl) und an andere Nussarten denkt, kann beruhigt sein. Im Zusammenhang mit dem Unfall spielt das radioaktive Cäsium die Hauptrolle. Und das wird in Nüssen nur in geringen Mengen gemessen und unterliegt zudem einem Grenzwert . Kinder und Schwangere sollten Paranüsse meiden Quelle: Tomsickova/stock.adobe.com Radium lagert sich in Zähne und Knochen ein Für Erwachsene ist es unbedenklich, Paranüsse in Maßen zu verzehren. Die Strahlendosis , die dadurch für sie entsteht, ist gering. "Kinder, Jugendliche, werdende und stillende Mütter sollten vorsorglich auf Paranüsse verzichten" , empfiehlt BfS -Präsidentin Inge Paulini. Der Grund: Bei Kindern kann die gleiche Menge an Paranüssen zu einer deutlich höheren Strahlendosis führen als bei einer erwachsenen Person. Das liegt nicht nur daran, dass sich der menschliche Körper und sein Stoffwechsel mit dem Lebensalter ändern. Radium lagert sich wie Kalzium in Zähne und Knochen ein – und die sind bei Kindern noch im Aufbau. Über Plazenta und Muttermilch können ungeborene Kinder und Säuglinge den radioaktiven Stoff aufnehmen. Dr. Inge Paulini Quelle: bundesfoto/Bernd Lammel Kinder vor unnötiger Strahlung schützen "Wenn Kinder Paranüsse nur gelegentlich essen, geht es auch bei ihnen um vergleichsweise kleine Strahlendosen. Deswegen mag der Rat zur Vorsicht übertrieben klingen. Aber Kinder brauchen besonderen Schutz, auch vor unnötiger Strahlung ", betont Paulini. "Kinder reagieren empfindlicher auf Strahlung als Erwachsene. Anders als Erwachsene können sie sich oft auch kein eigenes Urteil über das mögliche Risiko bilden und eigenverantwortlich entscheiden." Von einem übermäßigen Verzehr von Paranüssen rät Paulini auch Erwachsenen vorsorglich ab. Strahlendosis durch Ernährung Mit der Nahrung nimmt jeder Mensch in Deutschland natürlich vorkommende radioaktive Stoffe auf. Bei durchschnittlichen Essgewohnheiten entsteht dadurch eine vergleichsweise geringe jährliche Strahlendosis von rund 300 Mikrosievert . Bereits der regelmäßige Verzehr kleiner Mengen an Paranüssen kann diesen Wert merklich erhöhen. Wer als erwachsener Mensch zum Beispiel ein Jahr lang im Schnitt täglich zwei Paranüsse isst, erhält eine zusätzliche Strahlendosis von rund 160 Mikrosievert . Würde ein Kind im zweiten Lebensjahr dieselbe Menge an Paranüssen zu sich nehmen, läge die zusätzliche Strahlendosis unter anderem wegen des deutlich anderen Körperbaus und des unterschiedlichen Stoffwechsels bei rund 1.000 Mikrosievert – also etwa sechsmal so hoch. Berücksichtigt man alle natürlich vorkommenden Strahlungsquellen, ist die Bevölkerung in Deutschland einer durchschnittlichen Strahlendosis von 2.100 Mikrosievert im Jahr ausgesetzt. Je nach lokalen Gegebenheiten und Lebensstil liegen die individuellen Werte zwischen 1.000 und 10.000 Mikrosievert im Jahr. Stand: 28.11.2023

Radon als Gesundheitsrisiko in Gebäuden kaum bekannt

Radon als Gesundheitsrisiko in Gebäuden kaum bekannt Ausgabejahr 2022 Datum 06.10.2022 3000 Personen zu Radon befragt Das radioaktive Gas Radon kann in jedem Gebäude vorkommen und dort das Lungenkrebsrisiko der Bewohner*innen oder der Menschen, die dort arbeiten, erhöhen. Dennoch ist das Wissen über die gesundheitsschädigende Wirkung von Radon und sein Vorkommen in Gebäuden gering – und über Radon-Messungen in den eigenen vier Wänden haben bisher die Wenigsten nachgedacht. Das zeigt eine aktuelle Studie zur Wahrnehmung von Radon als Risiko , die im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) im Rahmen der Ressortforschung des Bundesministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (BMUV) durchgeführt wurde. Wissen über Radon ist nur oberflächlich Für die Studie "Erfassung des Umgangs der deutschen Bevölkerung mit Radon als Grundlage für Risikokommunikation und Stärkung des Schutzverhaltens" wurden 3.000 Menschen in Deutschland über ihr Wissen über Radon online befragt. 58 Prozent der Studienteilnehmer*innen gaben an, den Begriff " Radon " schon einmal gehört zu haben: 23 Prozent waren sich sicher und 35 Prozent glaubten, schon einmal über Radon gehört oder gelesen zu haben. 39 Prozent der Befragten wählten unter mehreren vorgegebenen Auswahlmöglichkeiten korrekt aus, dass Radon ein radioaktives Element ist. Diese auf den ersten Blick beachtliche Bekanntheit von Radon erwies sich allerdings als recht oberflächlich: Von denjenigen, die schon einmal von Radon gehört hatten, gaben in einer Multiple-Choice-Auswahl mit mehreren richtigen Antwortmöglichkeiten lediglich 24 Prozent zutreffend an, dass Radon im Keller von Gebäuden vorkommen kann. Noch weniger Menschen aus dieser Gruppe war bekannt, dass das radioaktive Gas auch in Erdgeschossen (14 Prozent) und in höheren Stockwerken (5 Prozent) auftritt. Ein Zusammenhang von Radon mit der eigenen Wohn- oder Arbeitssituation wird also kaum hergestellt. Radon-Messungen sind weitgehend unbekannt Nach den ersten Fragen zur allgemeinen Bekanntheit von Radon erhielten die Studienteilnehmer*innen eine kurze Erläuterung, was Radon ist, wo es vorkommt und dass es Lungenkrebs auslösen kann. Mit diesem Grundwissen versorgt, gaben 27 Prozent der Befragten an, schon einmal davon gehört zu haben, dass man Radon in Gebäuden messen kann. 87 Prozent der Befragten hatten jedoch noch nie darüber nachgedacht, zu Hause die Radon -Konzentration zu ermitteln. Lediglich 1 Prozent hat bereits eine Messung durchgeführt. Immerhin 2 Prozent gaben an, dass jemand in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld schon einmal Radon gemessen habe. Auch über Aufwand und Kosten von Radon -Messungen ist wenig bekannt. 10 Prozent hielten Radon -Messungen für aufwendig, 12 Prozent für teuer – was beides unzutreffend ist. Die Mehrheit traute sich zu diesen Aspekten überhaupt keine Einschätzung zu. Aufklärung über Radon verstärken BfS-Präsidentin Dr. Inge Paulini Quelle: bundesfoto/Bernd Lammel "Radon ist nach dem Rauchen eine der häufigsten Ursachen für Lungenkrebs – vor der man sich gut schützen kann. Mit einer Radon-Messung lässt sich leicht ermitteln, ob man von erhöhten Radon-Konzentrationen betroffen ist und etwas dagegen unternehmen sollte" , erläutert BfS -Präsidentin Inge Paulini. "Die Studie zeigt, dass dieses Wissen noch viel zu wenig verbreitet ist." "Jede und jeder sollte eine informierte Entscheidung darüber treffen können, ob er oder sie zu Hause oder im eigenen Betrieb Radon messen lässt oder nicht. Voraussetzung dafür ist, dass Radon als Gesundheitsrisiko und die Möglichkeit, Radon einfach und kostengünstig zu messen, allgemein bekannt werden" , betont Paulini. "Dies ist ein Auftrag insbesondere an Bundes- und Landesbehörden, ihre Aufklärungsarbeit über Radon fortzuführen und weiter auszubauen. Denn die Studie zeigt auch, dass staatlichen Institutionen beim Thema Radon im Vergleich mit anderen Informationsquellen ein besonderes Vertrauen entgegengebracht wird." Radon erhöht Lungenkrebsrisiko Kellerraum Quelle: annebel146/stock.adobe.com Radon ist ein radioaktives Gas, das überall in Deutschland in unterschiedlichen Mengen im Boden vorhanden ist. Über Undichtigkeiten in Gebäudeteilen, die den Boden berühren, kann es in Häuser eindringen und dort in die Atemluft gelangen. Hält man sich über Jahre oder Jahrzehnte regelmäßig in Räumen mit erhöhter Radon -Konzentration in der Atemluft auf, steigt das Risiko , an Lungenkrebs zu erkranken. Ob die Radon -Werte in einem Gebäude erhöht sind, lässt sich mit wenig Aufwand mit einer Messung feststellen. Wie das funktioniert, erklärt das BfS unter www.bfs.de/radon-messen . Als Erstmaßnahme bei erhöhten Radon -Werten hilft häufiges Lüften . Mit baulichen Maßnahmen lässt sich die Radon -Konzentration dauerhaft senken. Über die Studie Für die aktuelle Studie wurden im Zeitraum vom 5. Oktober 2021 bis 15. November 2021 3.000 in Deutschland lebende Personen online befragt. Die Befragung ist repräsentativ für die internetnutzende Bevölkerung ab 18 Jahren. Die Untersuchung wurde im Auftrag des BfS im Rahmen der Ressortforschung des BMUV von GIM, Gesellschaft für Innovative Marktforschung, durchgeführt. Stand: 06.10.2022

BfS koordiniert europäisches Radon-Forschungsprojekt

BfS koordiniert europäisches Radon-Forschungsprojekt Projekt RadoNorm soll Schutz von Arbeitnehmer*innen und Bevölkerung verbessern Ausgabejahr 2020 Datum 12.03.2020 Unter der Federführung des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) werden in den kommenden fünf Jahren 56 europäische Institutionen zusammenarbeiten, um den Schutz von Arbeitnehmer*innen und Bevölkerung vor dem radioaktiven Gas Radon und vor Rückständen aus industriellen Prozessen mit erhöhter natürlicher Radioaktivität ( NORM ) zu verbessern: Die Europäische Union ( EU ) hat angekündigt, ein vom BfS initiiertes und geleitetes Forschungskonsortium mit insgesamt 18 Millionen Euro zu fördern. Wichtiges Signal für den Strahlenschutz BfS-Präsidentin Dr. Inge Paulini Quelle: bundesfoto/Bernd Lammel "Die Förderzusage der EU ist ein großer Erfolg für das BfS und seine Partner" , betonte BfS -Präsidentin Inge Paulini. "Sie ist ein wichtiges Signal, das den Stellenwert des Strahlenschutzes und der Strahlenschutz-Forschung in der EU unterstreicht." "Das Projekt RadoNorm bietet die einzigartige Chance, Verbesserungen des Strahlenschutzes in den Bereichen Radon und NORM ganzheitlich anzugehen: Die Vielzahl der beteiligten Partner ermöglicht es, Kompetenzen, Erfahrungen und Infrastrukturen aus verschiedenen Disziplinen, Nationalitäten und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zusammenzubringen und gemeinsam zu nutzen" , sagte Paulini. Radon und NORM Wege des Radons aus dem Boden an die Oberfläche Etwa die Hälfte der durchschnittlichen natürlichen Strahlenbelastung in Deutschland wird durch das radioaktive Gas Radon verursacht. Radon entsteht im Boden. Von dort kann es in Gebäude gelangen und sich in der Raumluft anreichern. Erhöhte Radon -Konzentrationen in der Atemluft erhöhen das Lungenkrebsrisiko . Die Abkürzung NORM steht für " naturally occurring radioactive materials " – Rückstände aus industriellen Prozessen mit erhöhter natürlicher Radioaktivität . Ein Beispiel sind Ablagerungen in Förderrohren aus der Erdöl- und Erdgasindustrie. Je nach Lagerstätte können die Ablagerungen verhältnismäßig hohe Gehalte des radioaktiven Elementes Radium aufweisen. Strahlenschutz für Alltagssituationen Das multidisziplinäre Forschungsvorhaben RadoNorm soll das Wissen über die Wirkungen niedriger natürlicher Strahlendosen sowie über Alltags- und Arbeitssituationen verbessern, in denen sie vorkommen. Darauf aufbauend wollen die beteiligten Institutionen wirksame Schutzmaßnahmen und wissenschaftsbasierte Empfehlungen für Regulierungsmaßnahmen entwickeln. Neben naturwissenschaftlichen Ansätzen liegt ein Forschungsschwerpunkt auf der gesellschaftlichen Akzeptanz und Umsetzbarkeit der Maßnahmen. Einen hohen Stellenwert für eine erfolgreiche Verbesserung des Strahlenschutzes hat darüber hinaus die Verbreitung der Erkenntnisse aus dem Forschungsvorhaben unter Stakeholdern und in der Bevölkerung. Dies soll auch die Akzeptanz von Maßnahmen zur Minderung der Strahlenexposition , zum Beispiel in Wohngebäuden, erhöhen. Die Untersuchungen der Strahlenwirkungen berücksichtigen beruflich exponierte Personen und Personen aus der Bevölkerung einschließlich strahlenempfindlicherer Gruppen wie Frauen, Kinder und Schwangere. Mit Doktoranden- und Post-Doc-Programmen ist eine gezielte Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vorgesehen, um die Kompetenzen im Strahlenschutz in Europa langfristig zu erhalten und, wo nötig, auszubauen. RadoNorm im Detail An dem multidisziplinären Forschungsvorhaben RadoNorm " Towards effective radiation protection based on improved scientific evidence and social considerations – focus on radon on NORM " beteiligen sich 56 Strahlenschutz -Institutionen, Forschungszentren und Universitäten aus 22 EU -Staaten sowie aus assoziierten Staaten. Darüber hinaus soll mit Partnern in den USA und Kanada zusammengearbeitet werden. Die Laufzeit des Projektes beträgt fünf Jahre. RadoNorm wird aus dem EU -Rahmenprogramm Horizont 2020 finanziert. Die entsprechenden Förderverträge werden in den kommenden Wochen geschlossen. Arbeitspakete und deren Leitung Die Steuerung von RadoNorm liegt beim BfS . Mitarbeiter*innen des BfS sind darüber hinaus an allen weiteren Arbeitspaketen beteiligt. Insgesamt umfasst RadoNorm acht Arbeitspakete: Koordination und Management des EU -Projektes einschließlich wissenschaftlicher und finanzieller Administration: Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ), Deutschland Detaillierte Charakterisierung der Radon - und NORM - Exposition : Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire ( IRSN ), Frankreich Optimierung der Dosimetrie für spezifische Expositionsszenarien: Hungarian National Nuclear Research Programme ( MTA-EK ), Ungarn Bewertung der Auswirkungen und Risiken von Radon und NORM für Mensch und Umwelt: Radiation and Nuclear Safety Authority ( STUK ), Finnland Verbesserung der technischen Maßnahmen zur Verringerung der Exposition : Státní ústav radiační ochrany, v.v.i. ( SÚRO ), Tschechische Republik Einbeziehung sozialer und gesellschaftlicher Aspekte in wissenschaftliche Empfehlungen und Risikokommunikation : Studiecentrum voor Kernenergie - Centre d'Étude de l'énergie Nucléaire ( SCK - CEN ), Belgien Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Stockholms universitet ( SU ), Schweden Verbreitung der Erkenntnisse unter Stakeholdern und Bevölkerung: Elektroinštitut Milan Vidmar ( EIMV ), Slowenien Horizont 2020 Horizont 2020 ist das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation. Als Förderprogramm zielt es darauf ab, EU -weit eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen. Die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung wird durch gezielte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie durch Bereitstellung geeigneter Infrastrukturen gewährleistet. RadoNorm wird unter Horizont 2020 im Rahmen des Forschungs- und Ausbildungsprogramms der Europäischen Atomgemeinschaft – Euratom gefördert. Stand: 12.03.2020

Nachweis von Kernwaffentests wird präziser

Nachweis von Kernwaffentests wird präziser Schauinsland: BfS beendet Testphase für neues Messsystem Ausgabejahr 2022 Datum 01.02.2022 Messstation des BfS auf dem Schauinsland bei Freiburg Mit einem neuen Messsystem wird es künftig möglich sein, noch besser geheime unterirdische Kernwaffentests nachweisen zu können. Ende Januar beendete das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) im Auftrag der Organisation zur Überwachung des Internationalen Kernwaffenteststoppabkommens ( CTBTO ) die sechsmonatige Testphase eines neuen Systems zur Messung von radioaktiven Edelgasen in der Luft. Damit sollen noch geringere Konzentrationen erfasst werden können als es bislang der Fall war. Die Messungen werden damit noch präziser. Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz , Inge Paulini, verweist auf die internationale Bedeutung: "Seit dem Aufbau des internationalen Überwachungssystems Ende der 1990er Jahre sind mit Ausnahme von Nordkorea weltweit keine Atombomben mehr getestet worden. Dies ist ein großer Teilerfolg für das Ziel der nuklearen Abrüstung. Damit dies so bleibt, muss das Kontrollsystem ständig weiterentwickelt werden. Mit der Erprobung eines neuen Messsystems auf dem Schauinsland hat das BfS in den letzten Monaten einen Beitrag hierzu geleistet." Neues Messsystem auf dem Schauinsland ermöglicht genauere Messungen Geheime Kernwaffentests aufzuspüren ist Aufgabe der CTBTO . Mehrere Dutzend untereinander vernetzte, internationale Messstationen können geringste Spuren von Radioaktivität in der Luft erfassen. Andere Stationen messen seismische Signale. Das BfS betreibt auf dem Schauinsland bei Freiburg die einzige Messstation in Mitteleuropa, die hochempfindliche Radioaktivitätsmessungen für die CTBTO durchführen kann. Einen besonderen Stellenwert hat die Messung der radioaktiven Isotope des Edelgases Xenon, da dieses Edelgas auch nach unterirdischen Kernwaffen-Tests in die Atmosphäre gelangen und so gemessen werden kann. Auch jetzt schon gibt es auf dem Schauinsland ein System zur Messung von radioaktiven Edelgasen. Täglich werden dort Luftproben genommen und mit hochempfindlicher Messtechnik analysiert. Messung radioaktiver Edelgase Nun wurde ein neues Messsystem auf dem Schauinsland getestet. Es soll im internationalen Messnetz der CTBTO zum Einsatz kommen. Das neue System entnimmt alle sechs Stunden Proben aus der Luft, vier Mal häufiger als das aktuelle System auf dem Schauinsland. Gleichzeitig ist es noch empfindlicher als das alte. Damit soll es künftig noch einfacher werden, den Ursprung radioaktiver Stoffe zu ermitteln. Netzwerk zur Erfassung von radioaktiven Luftpartikeln und Edelgasen Weltweit sind im Rahmen der CTBTO 80 Stationen zur Überwachung von Radioaktivität in der Atmosphäre geplant. 40 von diesen sollen auch einen Nachweis radioaktiver Edelgase erbringen können. Aktuell sind 72 Stationen in Betrieb, 25 davon auch zum Nachweis radioaktiver Edelgase. Bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg hatten Freiburger Forscher*innen damit begonnen, auf dem 1.200 Meter hohen Schauinsland bei Freiburg die kosmische Höhenstrahlung zu messen. Im März 1953 stießen sie dabei auf ungewöhnliche Werte, die sich als Spuren von radioaktivem Fallout eines Atombombentests in der Wüste von Nevada ( USA ) herausstellten. Den Forscher*innen war es damit erstmals gelungen, radioaktive Stoffe aus Atombombentests anderer Staaten in Deutschland nachzuweisen. Die letzte oberirdische Atombombenexplosion im Oktober 1980 in China konnte ebenfalls auf dem Schauinsland nachgewiesen werden. Auch die radioaktive Wolke, die nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl im Frühjahr 1986 über Europa hinweg zog, und radioaktive Elemente aus dem Unfall in Fukushima wurden auf dem Schauinsland registriert. Stand: 01.02.2022

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