... ist das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte Wasser (Schmutzwasser), sowie das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen gesammelt abfließende Wasser (Niederschlagswasser) und das sonst in die Kanalisation gelangende Wasser (Fremdwasser). Als Abwasser gelten auch die aus Anlagen zum Behandeln, Lagern und Ablagern von Abfällen austretenden und gesammelten Flüssigkeiten. Die wichtigste Aufgabe der kommunalen Abwasserbeseitigung ist die Durchführung von Maßnahmen des Gewässerschutzes mit vertretbarem Aufwand und wirtschaftlich hohem Wirkungsgrad. Sie leistet außerdem einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Siedlungsgebiete vor Überflutungen, gewährleistet die örtliche Hygiene und hat damit einen bedeutenden Anteil bei der präventiven Gesundheitsfürsorge der Bevölkerung. Des Weiteren sichert und verbessert sie die kommunalen Entwicklungsperspektiven, indem sie eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe und die Erschließung neuer Wohngebiete schafft. Abwassereinleitungen aus Industrie und Gewerbe können als direkte und auch als indirekte Einleitungen erfolgen. Während bei einer direkten Einleitung das gereinigte Abwasser unmittelbar in das Gewässer gelangt, wird bei einer indirekten Einleitung das ungereinigte bzw. vorgereinigte Abwasser über eine öffentliche Kanalisation in eine öffentliche Kläranlage entsorgt. In der Abwasserverordnung zu § 57 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sind Anforderungen für das Einleiten von Abwasser aus den unterschiedlichsten Branchen festgelegt. Abwasser darf in Gewässer nur eingeleitet werden, wenn seine Schädlichkeit so gering gehalten wird, wie dies bei Einsatz von Reinigungsverfahren nach dem Stand der Technik möglich ist und die Einleitung mit den Anforderungen an die Gewässereigenschaften vereinbar ist. letzte Aktualisierung: 10.11.2021
Mit dem Projekt wird das Ziel verfolgt, ein wirtschaftlich einsetzbares Verfahren zur Schwermetallentfernung auf der Grundlage von Algenbiomasse zu entwickeln. Die Grundlage für die Antragstellung bilden die Ergebnisse, die zur Abtrennung von Schwermetallen aus der wässrigen Phase im Sonderforschungsbereich 193 der Deutschen Forschungsgemeinschaft 'Biologische Behandlung industrieller und gewerblicher Abwässer' an der Technischen Universität Berlin in der 3. und 4. Förderphase von 1997 bis 2001 unter Verwendung von Mikroalgenbiomasse erreicht wurden. Mit dem Forschungsvorhaben soll versucht werden, dem Problem der Bereitstellung preiswerter Biomasse näher zu kommen. Hierzu können marine Makroalgen, die aus dem Meer gewonnen werden oder die bereits zur Wertstoffgewinnung verwendet werden, dienen. Bisher sind in den Teilprojekten F2 und F3 des Sonderforschungsbereichs 193 der Deutschen Forschungsgemeinschaft 30 verschiedene Mikroalgen aus unterschiedlichen Bezugsquellen eingesetzt worden. Der gegenwärtige Stand der Untersuchungen im Hinblick auf Aufnahmekapazität und -geschwindigkeit der Schadstoffe lässt Rückschlüsse auf eine erfolgversprechende technische Anwendungsmöglichkeit zu. Voraussetzung dafür ist die Lösung des Problems des durch die Kultivierungsbedingungen für die Mikroalgen noch zu hohen Preises für die Biomasse. Zeigen Makroalgen im Vergleich zu den Mikroalgen ähnliche positive Eigenschaften im Hinblick auf die Aufnahmefähigkeit (Kapazität, Selektivität) für Schwermetallionen, so könnten Immobilisate auf der Basis von Makroalgenbiomasse eine Alternative darstellen. Neben den bereits im Sonderforschungsbereich 193 eingesetzten Metallen Blei, Nickel, Cadmium, Zink und Kupfer ist die Ausdehnung der Untersuchungen auf weitere Metalle geplant, die als Kontaminationen in der Abwasseraufbereitung unterschiedlicher Herkunftsquellen eine wichtige Rolle spielen. Vorgesehen ist eine Erweiterung auf die Metalle Chrom (Cr+3) und Arsen (As). Der Schwerpunkt der Untersuchungen sollte auf industriell nutzbaren preiswerten Makroalgen liegen, die in großer Menge als Biomassenquelle vorhanden sind und leicht beschafft werden können.
Bei der Fertigung von Autoteilen im Mercedes Benz Werk fallen Metallspaene und Metallschlaemme an, die mit Kuehlschmierstoffen verunreinigt sind. Im Arbeitsbereich Abfallwirtschaft sollen Untersuchungen zur biologischen Reinigung dieser Problemstoffe durchgefuehrt werden. Zeitgleich werden Reaktoren zur Behandlung dieser Problemstoffe konzipiert und angefertigt. Wegen der meist nicht festen Konsistenz, des zumeist hohen Fremdstoffgehaltes und der unterschiedlichen und oft problematischen Zusammensetzung ist die Verwertung oder Entsorgung der oelhaltigen Spaene und Schlaemme schwierig und kostspielig. Eine Moeglichkeit, einen Teil der Verunreinigung abzutrennen, ist das Zentrifugieren der Problemstoffe. Dabei kann ein Teil der Kuehlschmierstoffe (KSS) zurueckgewonnen werden, und der Transport der Abfallstoffe wird vereinfacht. Ausserdem ist eine thermische Entfeuchtung bzw. Wiederverwertung moeglich. Bei diesen Verfahren fuehrt die meist unvollstaendige Verbrennung zu Problemen in der Abluft und zur Zerstoerung von Elektrofiltern durch Glimmbraende. Eine Abgasnachverbrennung koennte hier die Probleme minimieren. Mit Wasch- und Extraktionsverfahren, bei denen mit Waschwasser und Tensiden gearbeitet wird, ist ebenfalls eine Trennung moeglich. Von Huettenwerken werden nur Metallspaene angenommen, wenn diese eine trocknende Vorbehandlung, mindestens in Form eines Zentrifugierens, erfahren haben. Ordnungsgemaess aufbereitete, fuer die schmelztechnische Verarbeitung vorgesehene Spaene sollten Restfeuchten von kleiner 0,3 Prozent aufweisen. Ein Recycling ohne vorherige Reinigung ist daher nicht moeglich. Erste Voruntersuchungen zur biologischen Reinigung der oelhaltigen Schlaemme bzw. Spaene haben gezeigt, dass die Verunreinigungen verringert werden koennen. Bei diesen anaeroben Versuchen wurde den oelhaltigen Abfallstoffen anaerobes organisches Material zum Animpfen zugegeben. Weitere Versuche mit unterschiedlichen Zuschlagsstoffen und veraenderten Milieubedingungen werden folgen.
Im Rahmen des Teilprojekts Modellierung des Forschungsverbundvorhabens 'Nachhaltige Altlastenbewältigung unter Einbeziehung des natürlichen Reinigungsvermögens' wird ein Prognoseinstrument entwickelt, das die Ausbreitung und den Abbau von Schadstoffen in der (un-)gesättigten Bodenzone in Form einer numerischen Simulation abbildet. Dazu musste in der ersten Projektphase ein existierendes Simulationswerkzeug (Richy1D) insbesondere um die Beschreibung von natürlichen Abbauvorgängen erweitert werden. Die nötigen Arbeiten auf dem Gebiet der Modellentwicklung resultierten zunächst in Implementierungen von Abbaumechanismen 0. und 1. Ordnung, die bereits lineare, irreversible Reaktionsnetzwerke mit beliebigen Reaktionspartnern abbildbar machen. Derartige Abbauketten sind etwa zur vereinfachten Beschreibung des LHKW-Abbaus weit verbreitet. Die Abhängigkeit der Reaktionsraten von Vorhandensein und Aktivität lebender Organismen, die diese Abbauvorgänge katalysieren, wird vom Monod-Modell widergespiegelt. Dieses wurde formuliert und implementiert für Umsetzungen mit beteiligter Biomasse und zwei Reaktionspartnern, dem Elektronendonator und einem Elektronenakzeptor (sog. 3-Komponentenmodell). Die Berücksichtigung des Konzepts der Redoxzonen, in welchen unterschiedliche Mikrobenspezies agieren und verschieden Abbauwege möglich sind, mündet in der Formulierung eines allgemeinen Monod-Modells mit einer beliebigen Anzahl von unterschiedlichen Biomassenspezies, Abbauwegen, Reaktionspartnern und Hemmstoffen. Um schließlich allgemeinste chemische Reaktionsgleichgewichte oder Kinetiken berücksichtigen zu können, wird derzeit an der Realisation eines allgemeinen Mehrkomponentenmodelles gearbeitet. Die Nutzung komplexer Simulationsmodelle für reale Fallstudien stellt hohe Anforderungen an die Datenlage der Standorte. Ein Hilfsmittel zur Gewinnung von Modellparametern stellt die Identifizierung dieser mittels inverser Simulation geeigneter (Säulen-) Experimente dar. Die am Lehrstuhl entwickelte Software wurde hier entsprechend den Anforderungen eines Teilprojekts einem speziellen Experimentdesign, dem sog. Kreislaufexperiment, angepasst. Desweiteren wurde eine neue Parametrisierungsmöglichkeit für die zu identifizierenden Funktionen geschaffen, welche zu verbesserter numerischer Stabiliät führt. Die Funktionen sind nun durch monotone, stückweise kubische Splines darstellbar. Die Identifizierungssoftware ist auch auf die Parameter des 3-Komponenten-Monod-Modells erweitert. Zur Erstellung einer räumlich dreidimensionalen, instationären Wasserhaushalts- und Stofftransportsimulation Richy3D wurden zunächst zweidimensionale Vorarbeiten auf die aktuellste Version des Programmbaukastens ug portiert, was sowohl die Verfolgung adaptiver Rechenkonzepte (variable Steuerung numerischer Parameter wie Zeitschrittweite und Feinheit des räumlichen Gitters) ermöglicht, als auch einen übergang zu parallelen Datenstrukturen bietet. Dazu wurde in weiten Teilen die Diskretisierung ...
Die WACKER Chemie AG ist ein weltweit tätiges Chemieunternehmen mit rund 16.000 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das geförderte Projekt „Errichtung und Betrieb einer Anlage zur Reinigung von gasförmigem Chlorwasserstoff“ wurde im Geschäftsbereich WACKER Silicones am Standort Burghausen durchgeführt. WACKER Silicones ist europäischer Marktführer und weltweit die Nummer zwei im Bereich Silikone. Silikone finden in zahlreichen Industrien Anwendung. Bei der Herstellung von Silikonen entstehen durch Hydrolyseprozesse siliziumorganische Nebenprodukte, die als gelöste Verbindungen ins Betriebsabwasser gelangen. Diese Stoffe sind in der nachgeschalteten zentralen biologischen Abwasserreinigungsanlage des Standortes Burghausen nur schwer biologisch abbaubar. Eine nachträgliche physikalische Abtrennung aus dem Abwasser ist mit verhältnismäßigen Mitteln technisch nicht umsetzbar. Die Kontrolle erfolgte bislang über den Summenparameter „Gesamter Organischer Kohlenstoff“ (TOC); spezifische Überwachungswerte für siliziumorganische Verbindungen bestehen nicht. Ziel des Projektes war die Errichtung einer neuartigen HCl-Reinigung im Methanolyse-Betrieb E2, um siliziumorganische Verunreinigungen bereits im Produktionsprozess zurückzugewinnen und so den Eintrag ins Abwasser deutlich zu reduzieren. Erwartet wurde eine Rückgewinnung von rund 90 Prozent der siliziumorganischen Verbindungen aus dem Prozessabwasser des Methanolysebetriebs, entsprechend einer Reduktion von etwa 40 Tonnen pro Jahr TOC bzw. rund 35 Prozent der im betrieblichen Abwasser der E2 enthaltenen TOC-Fracht. Das entwickelte Verfahren basiert auf einem zweistufigen Waschprozess zur Reinigung des bei der Hydrolyse anfallenden Chlorwasserstoffs. Die Waschmedien und abgetrennten Stoffe werden in den Produktionskreislauf zurückgeführt, während angereicherte C7-Kohlenwasserstoffe thermisch verwertet werden. Durch die Inbetriebnahme der HCl-Reinigung konnte die TOC-Fracht im Betriebsabwasser von ca. 113 Tonnen pro Jahr (2021) auf ca. 52 Tonnen pro Jahr (2025) und damit um über 50 Prozent gesenkt werden. Unter Berücksichtigung leicht geringerer Produktionsmengen ergibt sich eine relative Reduzierung von ca. 47,5 Prozent und damit deutlich mehr als ursprünglich erwartet. Gleichzeitig trat der prognostizierte Mehrverbrauch an Betriebsmitteln nicht ein. Durch einen geringeren Einsatz von Wasch-Methylchlorid und die Optimierung des Kondensationssystems konnten Dampf- und Kühlwasserverbrauch reduziert werden. Insgesamt führt der Betrieb der HCl-Wäsche zu Einsparungen von Betriebsmitteln in der MeCl-Anlage. Die Maßnahme dient der nachhaltigen Sicherung der Grundstoffproduktion im Geschäftsbereich Silikone am Standort Burghausen. Das entwickelte Verfahren stellt eine zukunftsfähige Lösung zur Verringerung siliziumorganischer Einträge ins Abwasser dar und besitzt Modellcharakter für andere Hersteller von Siloxanen. Die weltweite Siloxanproduktion beträgt rund 3.000 Kilotonnen pro Jahr und wächst jährlich um etwa 5 Prozent, sodass das Verfahren grundsätzlich von allen Silikonherstellern in den Teilprozessen Hydrolyse und Chlormethansynthese eingesetzt werden kann. Branche: Chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Gummi- und Kunststoffwaren Umweltbereich: Wasser / Abwasser Fördernehmer: Wacker Chemie AG Bundesland: Bayern Laufzeit: 2022 - 2026 Status: Abgeschlossen
Mit Ammonium schwach belastete Abwaesser lassen sich biologisch mit sehr einfachen Verfahren reinigen. Bei sehr hoch belasteten Abwaessern koennen sich jedoch erhebliche Schwierigkeiten ergeben. Von besonderer Bedeutung ist die Abscheidung des Ammoniums dann, wenn bei aerober Betriebsweise mit Biogasproduktion Ammonium in groesserem Umfang durch die biologische Umsetzung entsteht. Unsere Entwicklung, die sich ausgezeichnet bewaehrt hat, zielt darauf ab, das entstandene Ammonium durch Zugabe von Chemikalien abzuscheiden. Es liegen Ergebnisse von Untersuchungen vor, die ueber mehrere Jahre durchgefuehrt wurden. Anwendungsbereiche: Das Verfahren eignet sich insbesondere zur Reinigung industrieller Abwaesser mit Biogasproduktion und integrierter Abscheidung von Ammonium.
Unter thermischen Trennverfahren versteht man die Destillation, Rektifikation, Extraktion, Adsorption, Absorption und die Chromatographie. Diese Verfahren werden eingesetzt fuer: - die Trennungen von fluessigen Substanzgemischen bestehend aus organischen und anorganischen Loesungsmitteln und Wasser, - die Reinigung fester Stoffe (z.B. Mutterboeden) von fluechtigen Substanzen - die Trennung nicht-fluechtiger biologischer Substanzen sowie fuer die Abluftreinigung. Fuer diese Trennverfahren koennen die notwendigen Grunddaten ermittelt, Verfahrensvarianten im Computer simuliert und ein RI-Fliessbild erzeugt werden. Weiterhin stehen experimentelle und theoretische Methoden zur Bestimmung der Fluechtigkeit von reinen Stoffen oder Gemischen zur Verfuegung. Anwendungsbereiche: Eine moegliche Anwendung liegt z.B. in der Berechnung des maximal moeglichen MAK-Wertes in geschlossenen Raeumen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 1914 |
| Kommune | 16 |
| Land | 118 |
| Weitere | 20 |
| Wirtschaft | 19 |
| Wissenschaft | 708 |
| Zivilgesellschaft | 306 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 1901 |
| Text | 36 |
| Umweltprüfung | 1 |
| unbekannt | 9 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 47 |
| Offen | 1898 |
| Unbekannt | 2 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 1857 |
| Englisch | 184 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 1 |
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| Boden | 1380 |
| Lebewesen und Lebensräume | 1544 |
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| Mensch und Umwelt | 1943 |
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