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Batterie-Bildungsnetzwerk Bayern

Erkennung landwirtschaftlicher Technologieadoption und -nutzung mithilfe von Satellitendaten und self-supervised Deep Learning

Neue Technologien und Betriebsführungssysteme gelten als entscheidend, um die Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz der Landwirtschaft zu steigern. Jedoch sind unsere Datenquellen, die Auskunft darüber geben, welche Technologien in den Betrieben tatsächlich eingesetzt werden sehr begrenzt. Das macht es schwierig zu beurteilen, ob die Technologien tatsächlich die versprochenen Umwelteffekte erzielen können und schränkt unsere Möglichkeiten ein Technologiediffusion zu untersuchen und zu verstehen. Wir argumentieren, dass Satellitendaten und neuartige Deep Learning-Ansätze derzeit ungenutzte Möglichkeiten bieten, um diese Limitationen zu überwinden. Die vorhandene Literatur hat bereits gezeigt, dass anhand von Satellitendaten Technologien auf Feldebene erkannt werden können. Bislang werden diese Datensätze jedoch nicht in vollem Umfang genutzt, um das Adoptionsverhalten oder Diffusionsprozesse zu untersuchen. Die vorhandenen Datenprodukte bieten zwar erhebliches Potential, sind aber in Bezug auf die von ihnen abgedeckten Regionen/Technologien begrenzt. Eine Ausweitung auf andere Regionen/Technologien ist nur begrenzt möglich, da für das Lernen neuer maschineller Lernmodelle oder die Erweiterung bestehender Modelle in der Regel große Mengen an gelabelten Referenzdaten (d. h. Beobachtungen mit bekannten Referenzinformationen) erforderlich sind, an denen es jedoch häufig mangelt. Die Ziele dieses Projekts sind daher zweifach. Erstens wollen wir vorhandene Datenprodukte aus Satellitendaten nutzen, um Diffusionsprozesse zu untersuchen, insbesondere die Dynamik der Adoption (“Disadoption”) und räumlich Peer-Effekte. Hier können wir einen bestehenden Datensatz für bodenschonender Bodenbearbeitung in den USA nutzen, der aus Satellitendaten abgeleitet wurde. Zweitens zielen wir darauf ab, die Anzahl der benötigten gelabelten Referenzdaten für Deep Learning-Ansätze deutlich zu reduzieren. Dazu wollen wir neuartige Lernverfahren entwickeln und insbesondere untersuchen, ob die Einbeziehung von agronomischen Domänenwissen dazu beitragen kann, die Anzahl der benötigten gelabelten Referenzdaten zu reduzieren. Wir vergleichen die entwickelten Ansätze mit den vorhandenen US-Daten und wenden sie an um neue Datenprodukte für andere Regionen (Deutschland) und Technologien (bodenschonender Bodenbearbeitung und Glyphosateinsatz) zu erstellen. Der Daten werden öffentlich zugänglich gemacht. Wir nutzen sie um die Diffusionsdynamiken von bodenschonender Bodenbearbeitung und Glyphosateinsatz in Deutschland abzuleiten, was einen wichtige Betrag für die aktuelle politische Debatte über diese Technologien liefern kann.

Recycling von Automobil-Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation zum Wiedereinsatz für elektromobile und stationäre Anwendungen, ReLiBat - Recycling von Automobil-Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation zum Wiedereinsatz für elektromobile und stationäre Anwendungen

Schwerpunktprogramm (SPP) 1708: Materialsynthese nahe Raumtemperatur; Priority program (SPP) 1708: Material Synthesis near Room Temperature, Schwerpunktprogramm (SPP) 1708: Materialsynthese nahe Raumtemperatur

Die synthetische Materialchemie steht vor enormen Herausforderungen: Die Energiewende erfordert völlig neue Materialien mit herausragenden Eigenschaften - effektive Fotokatalysatoren für die solargetriebene Wasserstoffentwicklung, effiziente Energiespeichermaterialien, Materialien für Energiekonversion und vieles mehr. Auf der anderen Seite besteht die zwingende Notwendigkeit des ressourcenschonenden Einsatzes von Rohstoffen und Energie durch effizientere Herstellung bekannter und bereits verwendeter Materialien. Hier müssen nachhaltige chemische Prozesse erdacht und entwickelt werden, die bei niedrigerer Temperatur ablaufen, höhere Reinheit und Ausbeute ermöglichen und weniger Abfall produzieren. Eine Erfolg versprechende Option hierfür ist die Nutzung von ionischen Flüssigkeiten (engl. Ionic Liquids, ILs) - organische Salze, die bereits unterhalb 100 Grad Celsius, oftmals sogar bei Raumtemperatur, als hoch polare Flüssigkeiten vorliegen. Die einzigartigen Eigenschaften dieser neuartigen 'Designer-Lösungsmittel' lassen sich durch vielfältige Variation ihrer chemischen Zusammensetzung an das jeweilige Synthesesystem adaptieren. Vielversprechende erste Forschungsergebnisse zeigen, dass unter Nutzung von ILs anorganische Materialien (Metalle, Legierungen, Halbleiter, Hartstoffe, Funktionswerkstoffe etc.) unter Umgebungsbedingungen hergestellt werden können. Dadurch lassen sich Energieeinsatz und technischer Aufwand im Vergleich zu den bisher notwendigen Hochtemperaturprozessen, wie Schmelzreaktionen, Solvothermalsynthesen oder Gasphasenabscheidungen, enorm reduzieren. Zugleich werden chemische Materialsynthesen besser steuerbar, was ebenfalls die Energie- und Rohstoffeffizienz erhöht. Unabhängig davon eröffnen Synthesen in ILs die Möglichkeit, auch völlig neue Niedertemperaturverbindungen mit noch unbekannten chemischen und physikalischen Eigenschaften erstmalig zugänglich zu machen. Tatsächlich lassen sich in diesem frühen Stadium der Forschung noch längst nicht alle wissenschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Implikationen abschätzen. Somit sind die Ziele des Schwerpunktprogramms: (1) Etablierung IL-basierter ressourceneffizienter Synthesen für bekannte Funktionsmaterialien, (2) Entdeckung neuartiger, auch unorthodoxer Funktionsmaterialien, die nur durch die Synthesen nahe Raumtemperatur in ILs zugänglich sind, (3) Verständnis der Prinzipien von Auflösung, Reaktion und Abscheidung anorganischer Feststoffe in ILs.

CO2- und kreislaufoptimierte additive Produktdesigns und LPBF-Fertigungsprozesse für ressourceneffiziente Nutzfahrzeugkomponenten, Teilvorhaben: Methoden für R-Strategien in der Produktentwicklung

Das Projekt 'COOPERATE' zielt darauf ab, die Energie- und Umweltkosten additiv gefertigter, metallischer Bauteile für Nutzfahrzeuge, insbesondere Stadt- und Reisebusse (z.B. eCitaro), zu minimieren und die Ressourceneffizienz durch Leichtbau und Kreislaufstrategien (R-Strategien) zu steigern. Es wird erwartet, dass im Rahmen des Projekts etwa 100 kg Gewicht pro Bus eingespart werden, was in der Nutzungsphase eine Energieeinsparung von 2.100 kWh pro Bus bedeutet. In der Herstellungsphase liegt das Energieeinsparpotenzial mit den verwenden Verfahren pro Bus bei ca. 13.500 kWh. Diese Einsparungen sollen durch Leichtbaudesigns, prädiktive Lebenszyklusanalysen und Prozessoptimierungen für R-Strategien erreicht werden. Im Nutzfahrzeugbereich sind Leichtbau-Ansätze ('Reduce'-Strategie) aufgrund der Elektrifizierung besonders wichtig, um die Antriebsenergie zu reduzieren. Die langlebigen Fahrzeuge bergen Potenziale für R-Strategien wie 'Repair' und 'Remanufacturing', um den Einsatz von Primärrohstoffen zu minimieren. Die prädiktive Lebenszyklusanalyse (LCA) spielt dabei eine zentrale Rolle, da 80 % der ökologischen Kosten während der Produktentwicklung bestimmt werden. Das Projekt setzt auf zwei Standorte, um additive Prozessketten mit dem Laser Powder Bed Fusion (LPBF)-Verfahren und Sensorik zur bauteilspezifischen Messung von Energie- und Materialverbräuchen abzubilden. Im Rahmen des Projektes werden ca. 25 Bauteile untersucht und fünf davon umfassend ökologisch und ökonomisch bilanziert. Folgende Themenbereiche werden adressiert: (1) R-Strategien im Produktdesign, um den Materialeinsatz zu reduzieren, (2) die Anwendung und Optimierung von AM-Bauteilen in der Nutzungsphase und (3) die Bewertung von End-of-Life-Szenarien und R-Strategien hinsichtlich ihrer ökologischen und ökonomischen Vorteile.

Energie- und materialeffiziente Trennung von aromatischen Intermediaten durch Chromatographie, Teilvorhaben: Prozessintegration mit dem Schwerpunkt Ressourceneffizienz

Umweltbewusst im Alltag: Lebensmittelverschwendung vermeiden

<p> Was Sie gegen Lebensmittelverschwendung tun können <ul> <li>Prüfen Sie Ihre Vorräte vor dem Einkauf: Kaufen Sie mit Einkaufszettel ein, nicht nach Gefühl und vermeiden Sie großzügige Vorratshaltung.</li> <li>Lassen Sie sich bei Obst und Gemüse nicht von kosmetischen Makeln leiten und wählen sie bewusst Ware ohne Klassenangaben oder der Klasse II.</li> <li>Kaufen Sie, wenn möglich, Gemüse wie Kohlrabi, Möhren und Radieschen ohne Blattgrün.</li> <li>Prüfen Sie nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, ob die Lebensmittel noch genießbar sind (Ausnahme: verderbliche tierische Produkte).</li> <li>Stellen Sie Reste kühl oder frieren Sie diese ein.</li> <li>Entsorgen Sie Essensreste über die Biotonne.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/368/bilder/gemuese_s.marahrens.jpg"> </a> <strong> Rund ein Drittel der Nahrung wird weltweit weggeworfen. </strong> Quelle: S. Marahrens / Umweltbundesamt Gewusst wie <p>Im Schnitt wirft jeder Bundesbürger pro Jahr rund 75 Kilogramm Lebensmittel weg. Hinzu kommen Lebensmittel, die bereits in der Landwirtschaft oder vom Handel entsorgt werden, da sie beispielsweise optischen Vorgaben nicht entsprechen. Die Lebensmittel wurden sozusagen für die Mülltonne hergestellt, verursachten aber trotzdem Umweltbelastungen wie andere Lebensmittel auch (z.B. Klimagase, Energieverbrauch, Gewässer- und Bodenbelastungen).&nbsp;</p> <p><strong>Überblick bewahren:</strong> Verschaffen Sie sich vor dem Einkaufen und dem Kochen einen Überblick darüber, welche Lebensmittel noch vorrätig sind. Lagern Sie Ihre Lebensmittel übersichtlich, damit diese nicht in Vergessenheit geraten und verderben. Räumen Sie neue Ware nach hinten, ältere nach vorne. Beschriften Sie Eingemachtes und Eingefrorenes mit dem Datum, an dem es hergestellt beziehungsweise eingefroren wurde. Die meisten Lebensmittel lassen sich sechs bis zwölf Monate ohne Bedenken einfrieren.</p> <p><strong>Planvoll einkaufen:</strong> Supermärkte sind Könner der Verführung. Wer sich hier zu stark von seinen spontanen Gelüsten leiten lässt, kauft schnell zu viel ein. Stellen Sie sich deshalb zum Beispiel einen wöchentlichen Speiseplan zusammen. Notieren Sie sich die benötigten Lebensmittel für den Speiseplan und gleichen Sie diesen mit Ihren Vorräten ab. Der Einkaufszettel hilft Ihnen dabei, nur das einzukaufen, was Sie auch essen können.</p> <p><strong>Planvoll einkaufen:</strong>&nbsp;Supermärkte sind Könner der Verführung. Wer sich hier zu stark von seinen spontanen Gelüsten leiten lässt, kauft schnell zu viel ein. Stellen Sie sich deshalb zum Beispiel einen wöchentlichen Speiseplan zusammen. Notieren Sie sich die benötigten Lebensmittel für den Speiseplan und gleichen Sie diesen mit Ihren Vorräten ab. Der Einkaufszettel hilft Ihnen dabei, nur das einzukaufen, was Sie auch essen können.</p> <p><strong>Ausschuss im Supermarkt vermeiden:</strong>&nbsp;Ob Gemüse und Obst gesund und schmackhaft sind, hängt nicht von ihrem äußeren Erscheinungsbild, ihrer Größe oder dem Vorhandensein von Blattgrün ab.&nbsp; Hohe optische Anforderungen des Handels können jedoch dazu beitragen, dass ein erheblicher Anteil verzehrfähiger und qualitativ einwandfreier Erzeugnisse nicht vermarktet wird. Je nach Kultur und Produktionssystem können zudem hohe Anforderungen an das äußere Erscheinungsbild von Obst und Gemüse mit einem erhöhten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln verbunden sein.&nbsp; Lassen Sie sich beim Kauf von Obst und Gemüse also nicht von kosmetischen Makeln leiten und kaufen sie auch Obst und Gemüse mit kleinen kosmetischen Mängeln oder ungewöhnlichen Formen. Bei Gemüse wie Kohlrabi oder Möhren sollte zudem auf Produkte ohne Blattgrün zurückgegriffen werden, sofern dieses für den Verzehr nicht benötigt wird. Ein bewusster Einkauf kann damit ein Signal an Handel und Lebensmittelwirtschaft senden, dass Qualität, Geschmack und Ressourceneffizienz gegenüber rein ästhetischen Kriterien stärker berücksichtigt werden sollten. Dies kann dazu beitragen, Vermarktungsstandards weiterzuentwickeln und Lebensmittelverluste sowie den damit verbundenen Ressourcenverbrauch zu reduzieren.&nbsp;</p> <p><strong>Vorräte beschränken:</strong> Jeder schöpft gerne aus dem Vollen. Doch die zu gut gemeinte Vorratshaltung ist ein wesentlicher Grund für anfallende Lebensmittelabfälle. Nutzen Sie deshalb die gut gefüllten Vorratslager der Lebensmittelmärkte und halten Sie die persönlichen Vorräte bei verderblichen Lebensmitteln klein. Greifen Sie eher zu kleinen Packungen. Mit "Sonderpreis" beworbene Großpackungen sind letztlich teurer, wenn man am Ende die Hälfte wegschmeißen muss.</p> <p><strong>Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum:</strong> Mit Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist ein Lebensmittel nicht automatisch schlecht. Vielmehr sollte jetzt die Qualität des Lebensmittels vor Verzehr genauer geprüft werden. Vertrauen Sie auf Ihren eigenen Geruchs- und Geschmackssinn und entscheiden Sie selbst. Bei leicht verderblichen tierischen Produkten dagegen, wie zum Beispiel Fleisch und Fisch, gilt es, das Verbrauchsdatum zu beachten. Ist dieses überschritten, müssen die Produkte weggeworfen werden, sonst besteht die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/7_abb_lebensmittelabfaelle_2022-05-30.png"> </a> <strong> Vermeidbare Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten, Anteile nach verschiedenen Lebensmitteln </strong> Quelle: Gesellschaft für Konsumforschung Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/7_abb_lebensmittelabfaelle_2022-05-30.pdf">Diagramm als PDF (39,71 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/7_abb_lebensmittelabfaelle_2022-05-30.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (32,69 kB)</a></li> </ul> <p><strong>Richtig entsorgen:</strong> Ungenießbare Essensreste kommen - unabhängig von ihrem Verarbeitungszustand - ohne Verpackung in die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12614">Biotonne</a>. Aus hygienischen Gründen und wegen der vor Ort verfügbaren Kompostierungs- oder Vergärungstechnik sind Essensreste nicht überall für die Entsorgung in der Biotonne zugelassen. Was vor Ort gilt, kann in den Abfallsatzungen der Städte und Landkreise oder in den Getrenntsammelvorschriften der örtlichen Abfallwirtschaftsbetriebe nachgelesen werden.&nbsp;<br>Auf den heimischen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompost</a>&nbsp;sollten tierische und gekochte Essensreste nicht geworfen werden, da diese Wildtiere wie Ratten anlocken.&nbsp;Essensreste dürfen auf keinen Fall über Toiletten oder Abwasser entsorgt werden. Grobe Abfälle können die Abwasserrohre verstopfen und sind ein gefundenes Fressen für Ratten. Außerdem machen Essensreste die Abwasserreinigung aufwendiger und damit teurer. Die meisten Kommunen haben daher in ihren Abwassersatzungen das Entsorgen fester Stoffe wie Lebensmittelabfälle, auch in zerkleinerter Form, explizit verboten.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Vermeiden Sie wo möglich das Anfassen und Drücken von losem Obst und Gemüse und kaufen Sie nicht immer das Frischeste. Das Aussortieren von z.B. Obst oder Gemüse aus der neuen Lieferung führt dazu, dass noch gute Ware der vorherigen Lieferung nicht verbraucht wird und entsorgt werden muss.</li> <li>Kaufen Sie gezielt auch Produkte mit einem kurzen Mindesthaltbarkeitsdatum, insbesondere wenn Sie wissen, dass sie die Lebensmittel ohnehin bald verbrauchen. Immer mehr Händler bieten Produkte mit kurzem MHD auch reduziert an. Informieren Sie sich in Ihrem Markt, ob es eine entsprechende Sonderfläche gibt.</li> <li>Kaufen Sie gezielt Produkte, die das Mindesthaltbarkeitsdatum schon überschritten haben, aber noch genießbar sind, oder überschüssige Lebensmittel in Bäckereien oder gastronomischen Einrichtungen. Das geht über spezielle <a href="https://www.heise.de/tipps-tricks/4-Foodsharing-Apps-im-Ueberblick-so-retten-Sie-Lebensmittel-6129455.html">Apps</a> oder über spezialisierte <a href="https://utopia.de/ratgeber/6-onlineshops-fuer-gerettete-lebensmittel_327676/">Onlineshops</a>.</li> <li>Teilen Sie überschüssige Lebensmittel mit anderen, z. B. über die von einem Verein getragene Plattform <a href="https://foodsharing.de/">foodsharing.de</a>.</li> <li>Kaufen Sie Obst und Gemüse nach ihrem persönlichem Mengenbedarf, selbst wenn Produkte verschiedener Größen den gleichen Preis haben. Wenn sie gezielt auch die kleineren Produkte kaufen, müssen diese am Ende nicht entsorgt werden und sie zeigen dem Handel, dass die Nachfrage nach unterschiedlichen Größen vorhanden ist. Ein wichtiger Anreiz für den Handel um seine Verkaufspraxis hin zu einem Verkauf nach Gewicht statt nach Stück zu ändern.</li> <li>Essensreste sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dann können Sie sie am nächsten Tag aufwärmen oder auch für neue Mahlzeiten verwerten. Alternativ lassen sich Essensreste auch einfrieren.</li> <li>Beachten Sie unsere weiteren Tipps zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/20336">Biolebensmitteln</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompost, Eigenkompostierung</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12614">Bioabfälle</a>.</li> <li>Jährlich findet die <a href="https://www.zugutfuerdietonne.de/unsere-aktivitaeten/aktionswoche-deutschland-rettet-lebensmittel">Aktionswoche "Zu gut für die Tonne!"</a>&nbsp;statt. Bürger*innen können sich an Projekten beteiligen und zu Forscher*innen in der eigenen Küche werden.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/10592/bilder/lmk_anteile_2023_kgproperson_4zu3.png"> </a> <strong> Lebensmittelabfälle in Deutschland 2023 </strong> Quelle: Umweltbundesamt Hintergrund <p><strong>Im Handel</strong></p> <p><strong>Umweltsituation:</strong>&nbsp;Kohlrabi, Radieschen und Bundmöhren werden überwiegend mit Blättern angeboten, die für Kund*innen als visuelles Frischemerkmal dienen. Verzehrt werden diese jedoch vergleichsweise selten. Die Anforderungen an ein makelloses, grünes und aufrecht stehendes Blattgrün können dazu führen, dass zusätzliche Dünge- und Pflanzenschutzmittelmaßnahmen erforderlich werden. Produkte, deren Blätter beschädigt, gelb und welk sind, werden vom Handel mitunter nicht abgenommen und verbleiben auf dem Feld oder werden einer anderen Verwertung zugeführt.&nbsp; Zudem erhöhen die Blätter durch ihre hohe Verdunstungsleistung die Wasserverluste nach der Ernte und können dadurch dazu beitragen, dass Knollen und Wurzeln schneller welken.</p> <p>Einheitliche Größenvorgaben des Handels, z.B. bei Kohlrabi oder Blumenkohl, können dazu führen, dass besonders große oder kleine Erzeugnisse nicht oder nur eingeschränkt vermarktet werden. Unterschiedliche Größen im Gemüseregal sind aber nicht nur vorteilhaft für die Umwelt, sondern auch wünschenswert für die Konsument*innen. Ein breiteres Größenspektrum ermöglicht einen bedarfsgerechten Einkauf, da unterschiedliche Haushaltsgrößen unterschiedliche Mengen benötigen.&nbsp;&nbsp;</p> <p>Erzeugnisse, die aufgrund ihrer Größe, Form oder ihres äußeren Erscheinungsbildes die Anforderungen des Handels nicht erfüllen, werden teilweise nicht geerntet, nicht vom Abnehmer übernommen oder einer Zweitverwertung, beispielsweise als Futtermittel oder für die Verarbeitung zu Saft, zugeführt. Damit gehen nicht zwangsläufig die erzeugten Lebensmittel vollständig verloren. Allerdings wurden für ihre Produktion bereits Fläche, Wasser, Energie, Dünger und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> eingesetzt. Werden die Erzeugnisse nicht für die menschliche Ernährung genutzt, bleiben die damit verbundenen Umwelt- und Klimawirkungen daher zumindest teilweise bestehen, ohne dass der angestrebte Beitrag zur Lebensmittelversorgung erreicht wird.</p> <p>Das Ausmaß und die spezifischen Umwelt- und Klimawirkungen solcher Verluste sind bislang wenig erforscht (Ebert et al. 2020). Eine Fallstudie des Thünen-Instituts in der Lieferkette eines großen Lebensmitteleinzelhändlers zeigt jedoch, dass unternehmensspezifische Qualitätsanforderungen einen relevanten Verlusttreiber darstellen. Im Durchschnitt entsprachen rund 15 Prozent der produzierten Obst- und Gemüsemenge nicht den untersuchten Anforderungen. Ein erheblicher Teil dieser Erzeugnisse konnte zwar über andere Absatzwege vermarktet werden; rund 6 Prozent der produzierten Menge wurden jedoch nicht der menschlichen Ernährung zugeführt. Davon wurden 3,4 Prozent nicht geerntet, 1,7 Prozent als Tierfutter verwendet und weniger als 1 Prozent entsorgt oder einer Non-Food-Nutzung zugeführt. Besonders häufig führten Anforderungen an das Kaliber sowie Vorgaben zu Pflanzenschutzmittelrückständen zur Nichtabnahme (Trebbin et al. 2022; Trebbin et al. 2023). Die Ergebnisse sind aufgrund des Charakters der Untersuchung nicht auf den gesamten deutschen Obst- und Gemüsemarkt übertragbar, verdeutlichen jedoch die Bedeutung privatwirtschaftlicher Qualitätsanforderungen als Ansatzpunkt zur Verringerung von Lebensmittelverlusten.</p> <p>Die Produktionsressourcen, die für die Erzeugung nicht oder nur eingeschränkt vermarktbarer Produkte eingesetzt wurden, sind bereits gebunden. Werden die Erzeugnisse nicht für die menschliche Ernährung genutzt, bleiben die damit verbundenen Umwelt- und Klimawirkungen zumindest teilweise bestehen. Eine Reduzierung unnötiger Qualitätsanforderungen kann daher nicht nur Lebensmittelverluste vermeiden, sondern auch dazu beitragen, den Einsatz von Fläche, Wasser, Energie, Dünger und Pflanzenschutzmitteln effizienter zu nutzen.</p> <p><strong>Gesetzliche Aspekte:</strong>&nbsp;Das Lebensmittelrecht (LFGB) und die EU-Vermarktungsnormen (EU-VO 543/2011 und EU-VO 1308/2013) stellen sicher, dass das in Deutschland verkaufte Obst und Gemüse gesund und von hoher Qualität ist. Darüber hinaus stellt der Handel zusätzliche unternehmensspezifische Anforderungen an Größe, Gewicht und das Aussehen.&nbsp;</p> <p>Weitere Informationen finden Sie unter:</p> <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/93153"><strong>Optisch perfektes Obst und Gemüse belastet Umwelt und Klima</strong></a>&nbsp;(<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>-Themenseite)</li> <li><a href="https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/lebensmittel/marktcheck-optisch-perfektes-obst-und-gemuese-belastet-umwelt-und-klima-65409"><strong>Marktcheck der Verbraucherzentrale</strong></a>&nbsp;zu optisch perfektem Obst und Gemüse</li> <li><a href="https://www.thuenen.de/de/fachinstitute/marktanalyse/projekte/qualitaetsanforderungen-und-lebensmittelverluste-bei-obst-und-gemuese?utm_source=chatgpt.com">Qualitätsanforderungen und Lebensmittelverluste bei Obst und Gemüse</a> (Projektseite des Thünen-Instituts)</li> </ul> <p>&nbsp;</p> <p><strong>Im Haushalt</strong></p> <p><strong>Umweltsituation:</strong>&nbsp;Fast 11 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich als Abfall entsorgt, davon entfallen etwa 6,5 Millionen Tonnen auf die Privathaushalte. Im Schnitt wirft jede*r Bundesbürger*in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/abfallwirtschaft/abfallvermeidung/lebensmittelabfaelle#datenerhebung-von-lebensmittelabfllen-in-deutschland">75 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr</a> weg. Hierdurch geht zum einen der Nährwert der Lebensmittel verloren, zum anderen werden wertvolle Ressourcen (z.B. Wasser, Energie) verschwendet. Werden Lebensmittelabfälle nicht ordnungsgemäß entsorgt, gehen zudem die enthaltenen Mineralstoffe verloren. Vor etwa 20 Jahren wurde in Deutschland begonnen, biogene Abfälle getrennt zu sammeln. Diese werden kompostiert oder in Biogasanlagen vergoren und anschließend kompostiert. Aus Bioabfällen entstehen nicht nur wertvolle Komposte, sondern sie tragen auch zur regenerativen Energieproduktion durch Biogas bei.</p> <p><strong>Gesetzliche Aspekte:</strong>&nbsp;Gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ist Abfallvermeidung prioritäres Ziel. Die Regelungen zur Verwertung von Bioabfällen finden sich in der Bioabfallverordnung und im Kreislaufwirtschaftsgesetz. Mit dem 1. Januar 2015 wurde eine flächendeckende getrennte Erfassung von Bioabfällen in Deutschland eingeführt. Die Bestimmungen zum Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum finden sich in der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV).</p> <p><strong>Marktbeobachtung:</strong>&nbsp;In den letzten Jahren ist ein genereller Trend zur verstärkten Abfalltrennung und damit zu einer Abnahme des Restmüllaufkommens zu beobachten. Dies ist nicht zuletzt auf die zunehmende Verbreitung der Biotonne zurückzuführen. Leider nutzen noch nicht alle Haushalte eine Biotonne.</p> <p>Weitere Informationen finden Sie unter:</p> <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/31916"><strong>Marktdaten: Ernährung</strong></a>&nbsp;(Daten zur Umwelt)</li> <li><a href="https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/gfk-studie.html#:~:text=Laut%20der%20Daten%20des%20Statistischen,Deutschland%20im%20M%C3%BCll%20privater%20Haushalte."><strong>GfK-Studie "Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten 2020"</strong></a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/47602"><strong>Lebensmittelabfälle beim Catering (2016)</strong></a>&nbsp;(UBA-Themenseite)</li> </ul> </p><p> Was Sie gegen Lebensmittelverschwendung tun können <ul> <li>Prüfen Sie Ihre Vorräte vor dem Einkauf: Kaufen Sie mit Einkaufszettel ein, nicht nach Gefühl und vermeiden Sie großzügige Vorratshaltung.</li> <li>Lassen Sie sich bei Obst und Gemüse nicht von kosmetischen Makeln leiten und wählen sie bewusst Ware ohne Klassenangaben oder der Klasse II.</li> <li>Kaufen Sie, wenn möglich, Gemüse wie Kohlrabi, Möhren und Radieschen ohne Blattgrün.</li> <li>Prüfen Sie nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, ob die Lebensmittel noch genießbar sind (Ausnahme: verderbliche tierische Produkte).</li> <li>Stellen Sie Reste kühl oder frieren Sie diese ein.</li> <li>Entsorgen Sie Essensreste über die Biotonne.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/368/bilder/gemuese_s.marahrens.jpg"> </a> <strong> Rund ein Drittel der Nahrung wird weltweit weggeworfen. </strong> Quelle: S. Marahrens / Umweltbundesamt </p><p> Gewusst wie <p>Im Schnitt wirft jeder Bundesbürger pro Jahr rund 75 Kilogramm Lebensmittel weg. Hinzu kommen Lebensmittel, die bereits in der Landwirtschaft oder vom Handel entsorgt werden, da sie beispielsweise optischen Vorgaben nicht entsprechen. Die Lebensmittel wurden sozusagen für die Mülltonne hergestellt, verursachten aber trotzdem Umweltbelastungen wie andere Lebensmittel auch (z.B. Klimagase, Energieverbrauch, Gewässer- und Bodenbelastungen).&nbsp;</p> <p><strong>Überblick bewahren:</strong> Verschaffen Sie sich vor dem Einkaufen und dem Kochen einen Überblick darüber, welche Lebensmittel noch vorrätig sind. Lagern Sie Ihre Lebensmittel übersichtlich, damit diese nicht in Vergessenheit geraten und verderben. Räumen Sie neue Ware nach hinten, ältere nach vorne. Beschriften Sie Eingemachtes und Eingefrorenes mit dem Datum, an dem es hergestellt beziehungsweise eingefroren wurde. Die meisten Lebensmittel lassen sich sechs bis zwölf Monate ohne Bedenken einfrieren.</p> <p><strong>Planvoll einkaufen:</strong> Supermärkte sind Könner der Verführung. Wer sich hier zu stark von seinen spontanen Gelüsten leiten lässt, kauft schnell zu viel ein. Stellen Sie sich deshalb zum Beispiel einen wöchentlichen Speiseplan zusammen. Notieren Sie sich die benötigten Lebensmittel für den Speiseplan und gleichen Sie diesen mit Ihren Vorräten ab. Der Einkaufszettel hilft Ihnen dabei, nur das einzukaufen, was Sie auch essen können.</p> <p><strong>Planvoll einkaufen:</strong>&nbsp;Supermärkte sind Könner der Verführung. Wer sich hier zu stark von seinen spontanen Gelüsten leiten lässt, kauft schnell zu viel ein. Stellen Sie sich deshalb zum Beispiel einen wöchentlichen Speiseplan zusammen. Notieren Sie sich die benötigten Lebensmittel für den Speiseplan und gleichen Sie diesen mit Ihren Vorräten ab. Der Einkaufszettel hilft Ihnen dabei, nur das einzukaufen, was Sie auch essen können.</p> <p><strong>Ausschuss im Supermarkt vermeiden:</strong>&nbsp;Ob Gemüse und Obst gesund und schmackhaft sind, hängt nicht von ihrem äußeren Erscheinungsbild, ihrer Größe oder dem Vorhandensein von Blattgrün ab.&nbsp; Hohe optische Anforderungen des Handels können jedoch dazu beitragen, dass ein erheblicher Anteil verzehrfähiger und qualitativ einwandfreier Erzeugnisse nicht vermarktet wird. Je nach Kultur und Produktionssystem können zudem hohe Anforderungen an das äußere Erscheinungsbild von Obst und Gemüse mit einem erhöhten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln verbunden sein.&nbsp; Lassen Sie sich beim Kauf von Obst und Gemüse also nicht von kosmetischen Makeln leiten und kaufen sie auch Obst und Gemüse mit kleinen kosmetischen Mängeln oder ungewöhnlichen Formen. Bei Gemüse wie Kohlrabi oder Möhren sollte zudem auf Produkte ohne Blattgrün zurückgegriffen werden, sofern dieses für den Verzehr nicht benötigt wird. Ein bewusster Einkauf kann damit ein Signal an Handel und Lebensmittelwirtschaft senden, dass Qualität, Geschmack und Ressourceneffizienz gegenüber rein ästhetischen Kriterien stärker berücksichtigt werden sollten. Dies kann dazu beitragen, Vermarktungsstandards weiterzuentwickeln und Lebensmittelverluste sowie den damit verbundenen Ressourcenverbrauch zu reduzieren.&nbsp;</p> <p><strong>Vorräte beschränken:</strong> Jeder schöpft gerne aus dem Vollen. Doch die zu gut gemeinte Vorratshaltung ist ein wesentlicher Grund für anfallende Lebensmittelabfälle. Nutzen Sie deshalb die gut gefüllten Vorratslager der Lebensmittelmärkte und halten Sie die persönlichen Vorräte bei verderblichen Lebensmitteln klein. Greifen Sie eher zu kleinen Packungen. Mit "Sonderpreis" beworbene Großpackungen sind letztlich teurer, wenn man am Ende die Hälfte wegschmeißen muss.</p> <p><strong>Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum:</strong> Mit Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist ein Lebensmittel nicht automatisch schlecht. Vielmehr sollte jetzt die Qualität des Lebensmittels vor Verzehr genauer geprüft werden. Vertrauen Sie auf Ihren eigenen Geruchs- und Geschmackssinn und entscheiden Sie selbst. Bei leicht verderblichen tierischen Produkten dagegen, wie zum Beispiel Fleisch und Fisch, gilt es, das Verbrauchsdatum zu beachten. Ist dieses überschritten, müssen die Produkte weggeworfen werden, sonst besteht die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/7_abb_lebensmittelabfaelle_2022-05-30.png"> </a> <strong> Vermeidbare Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten, Anteile nach verschiedenen Lebensmitteln </strong> Quelle: Gesellschaft für Konsumforschung Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/7_abb_lebensmittelabfaelle_2022-05-30.pdf">Diagramm als PDF (39,71 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/7_abb_lebensmittelabfaelle_2022-05-30.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (32,69 kB)</a></li> </ul> </p><p> <p><strong>Richtig entsorgen:</strong> Ungenießbare Essensreste kommen - unabhängig von ihrem Verarbeitungszustand - ohne Verpackung in die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12614">Biotonne</a>. Aus hygienischen Gründen und wegen der vor Ort verfügbaren Kompostierungs- oder Vergärungstechnik sind Essensreste nicht überall für die Entsorgung in der Biotonne zugelassen. Was vor Ort gilt, kann in den Abfallsatzungen der Städte und Landkreise oder in den Getrenntsammelvorschriften der örtlichen Abfallwirtschaftsbetriebe nachgelesen werden.&nbsp;<br>Auf den heimischen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompost</a>&nbsp;sollten tierische und gekochte Essensreste nicht geworfen werden, da diese Wildtiere wie Ratten anlocken.&nbsp;Essensreste dürfen auf keinen Fall über Toiletten oder Abwasser entsorgt werden. Grobe Abfälle können die Abwasserrohre verstopfen und sind ein gefundenes Fressen für Ratten. Außerdem machen Essensreste die Abwasserreinigung aufwendiger und damit teurer. Die meisten Kommunen haben daher in ihren Abwassersatzungen das Entsorgen fester Stoffe wie Lebensmittelabfälle, auch in zerkleinerter Form, explizit verboten.</p> <p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p> <ul> <li>Vermeiden Sie wo möglich das Anfassen und Drücken von losem Obst und Gemüse und kaufen Sie nicht immer das Frischeste. Das Aussortieren von z.B. Obst oder Gemüse aus der neuen Lieferung führt dazu, dass noch gute Ware der vorherigen Lieferung nicht verbraucht wird und entsorgt werden muss.</li> <li>Kaufen Sie gezielt auch Produkte mit einem kurzen Mindesthaltbarkeitsdatum, insbesondere wenn Sie wissen, dass sie die Lebensmittel ohnehin bald verbrauchen. Immer mehr Händler bieten Produkte mit kurzem MHD auch reduziert an. Informieren Sie sich in Ihrem Markt, ob es eine entsprechende Sonderfläche gibt.</li> <li>Kaufen Sie gezielt Produkte, die das Mindesthaltbarkeitsdatum schon überschritten haben, aber noch genießbar sind, oder überschüssige Lebensmittel in Bäckereien oder gastronomischen Einrichtungen. Das geht über spezielle <a href="https://www.heise.de/tipps-tricks/4-Foodsharing-Apps-im-Ueberblick-so-retten-Sie-Lebensmittel-6129455.html">Apps</a> oder über spezialisierte <a href="https://utopia.de/ratgeber/6-onlineshops-fuer-gerettete-lebensmittel_327676/">Onlineshops</a>.</li> <li>Teilen Sie überschüssige Lebensmittel mit anderen, z. B. über die von einem Verein getragene Plattform <a href="https://foodsharing.de/">foodsharing.de</a>.</li> <li>Kaufen Sie Obst und Gemüse nach ihrem persönlichem Mengenbedarf, selbst wenn Produkte verschiedener Größen den gleichen Preis haben. Wenn sie gezielt auch die kleineren Produkte kaufen, müssen diese am Ende nicht entsorgt werden und sie zeigen dem Handel, dass die Nachfrage nach unterschiedlichen Größen vorhanden ist. Ein wichtiger Anreiz für den Handel um seine Verkaufspraxis hin zu einem Verkauf nach Gewicht statt nach Stück zu ändern.</li> <li>Essensreste sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dann können Sie sie am nächsten Tag aufwärmen oder auch für neue Mahlzeiten verwerten. Alternativ lassen sich Essensreste auch einfrieren.</li> <li>Beachten Sie unsere weiteren Tipps zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/20336">Biolebensmitteln</a>, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15470">Kompost, Eigenkompostierung</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/12614">Bioabfälle</a>.</li> <li>Jährlich findet die <a href="https://www.zugutfuerdietonne.de/unsere-aktivitaeten/aktionswoche-deutschland-rettet-lebensmittel">Aktionswoche "Zu gut für die Tonne!"</a>&nbsp;statt. Bürger*innen können sich an Projekten beteiligen und zu Forscher*innen in der eigenen Küche werden.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/10592/bilder/lmk_anteile_2023_kgproperson_4zu3.png"> </a> <strong> Lebensmittelabfälle in Deutschland 2023 </strong> Quelle: Umweltbundesamt </p><p> Hintergrund <p><strong>Im Handel</strong></p> <p><strong>Umweltsituation:</strong>&nbsp;Kohlrabi, Radieschen und Bundmöhren werden überwiegend mit Blättern angeboten, die für Kund*innen als visuelles Frischemerkmal dienen. Verzehrt werden diese jedoch vergleichsweise selten. Die Anforderungen an ein makelloses, grünes und aufrecht stehendes Blattgrün können dazu führen, dass zusätzliche Dünge- und Pflanzenschutzmittelmaßnahmen erforderlich werden. Produkte, deren Blätter beschädigt, gelb und welk sind, werden vom Handel mitunter nicht abgenommen und verbleiben auf dem Feld oder werden einer anderen Verwertung zugeführt.&nbsp; Zudem erhöhen die Blätter durch ihre hohe Verdunstungsleistung die Wasserverluste nach der Ernte und können dadurch dazu beitragen, dass Knollen und Wurzeln schneller welken.</p> <p>Einheitliche Größenvorgaben des Handels, z.B. bei Kohlrabi oder Blumenkohl, können dazu führen, dass besonders große oder kleine Erzeugnisse nicht oder nur eingeschränkt vermarktet werden. Unterschiedliche Größen im Gemüseregal sind aber nicht nur vorteilhaft für die Umwelt, sondern auch wünschenswert für die Konsument*innen. Ein breiteres Größenspektrum ermöglicht einen bedarfsgerechten Einkauf, da unterschiedliche Haushaltsgrößen unterschiedliche Mengen benötigen.&nbsp;&nbsp;</p> <p>Erzeugnisse, die aufgrund ihrer Größe, Form oder ihres äußeren Erscheinungsbildes die Anforderungen des Handels nicht erfüllen, werden teilweise nicht geerntet, nicht vom Abnehmer übernommen oder einer Zweitverwertung, beispielsweise als Futtermittel oder für die Verarbeitung zu Saft, zugeführt. Damit gehen nicht zwangsläufig die erzeugten Lebensmittel vollständig verloren. Allerdings wurden für ihre Produktion bereits Fläche, Wasser, Energie, Dünger und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> eingesetzt. Werden die Erzeugnisse nicht für die menschliche Ernährung genutzt, bleiben die damit verbundenen Umwelt- und Klimawirkungen daher zumindest teilweise bestehen, ohne dass der angestrebte Beitrag zur Lebensmittelversorgung erreicht wird.</p> <p>Das Ausmaß und die spezifischen Umwelt- und Klimawirkungen solcher Verluste sind bislang wenig erforscht (Ebert et al. 2020). Eine Fallstudie des Thünen-Instituts in der Lieferkette eines großen Lebensmitteleinzelhändlers zeigt jedoch, dass unternehmensspezifische Qualitätsanforderungen einen relevanten Verlusttreiber darstellen. Im Durchschnitt entsprachen rund 15 Prozent der produzierten Obst- und Gemüsemenge nicht den untersuchten Anforderungen. Ein erheblicher Teil dieser Erzeugnisse konnte zwar über andere Absatzwege vermarktet werden; rund 6 Prozent der produzierten Menge wurden jedoch nicht der menschlichen Ernährung zugeführt. Davon wurden 3,4 Prozent nicht geerntet, 1,7 Prozent als Tierfutter verwendet und weniger als 1 Prozent entsorgt oder einer Non-Food-Nutzung zugeführt. Besonders häufig führten Anforderungen an das Kaliber sowie Vorgaben zu Pflanzenschutzmittelrückständen zur Nichtabnahme (Trebbin et al. 2022; Trebbin et al. 2023). Die Ergebnisse sind aufgrund des Charakters der Untersuchung nicht auf den gesamten deutschen Obst- und Gemüsemarkt übertragbar, verdeutlichen jedoch die Bedeutung privatwirtschaftlicher Qualitätsanforderungen als Ansatzpunkt zur Verringerung von Lebensmittelverlusten.</p> <p>Die Produktionsressourcen, die für die Erzeugung nicht oder nur eingeschränkt vermarktbarer Produkte eingesetzt wurden, sind bereits gebunden. Werden die Erzeugnisse nicht für die menschliche Ernährung genutzt, bleiben die damit verbundenen Umwelt- und Klimawirkungen zumindest teilweise bestehen. Eine Reduzierung unnötiger Qualitätsanforderungen kann daher nicht nur Lebensmittelverluste vermeiden, sondern auch dazu beitragen, den Einsatz von Fläche, Wasser, Energie, Dünger und Pflanzenschutzmitteln effizienter zu nutzen.</p> <p><strong>Gesetzliche Aspekte:</strong>&nbsp;Das Lebensmittelrecht (LFGB) und die EU-Vermarktungsnormen (EU-VO 543/2011 und EU-VO 1308/2013) stellen sicher, dass das in Deutschland verkaufte Obst und Gemüse gesund und von hoher Qualität ist. Darüber hinaus stellt der Handel zusätzliche unternehmensspezifische Anforderungen an Größe, Gewicht und das Aussehen.&nbsp;</p> <p>Weitere Informationen finden Sie unter:</p> <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/93153"><strong>Optisch perfektes Obst und Gemüse belastet Umwelt und Klima</strong></a>&nbsp;(<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>-Themenseite)</li> <li><a href="https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/lebensmittel/marktcheck-optisch-perfektes-obst-und-gemuese-belastet-umwelt-und-klima-65409"><strong>Marktcheck der Verbraucherzentrale</strong></a>&nbsp;zu optisch perfektem Obst und Gemüse</li> <li><a href="https://www.thuenen.de/de/fachinstitute/marktanalyse/projekte/qualitaetsanforderungen-und-lebensmittelverluste-bei-obst-und-gemuese?utm_source=chatgpt.com">Qualitätsanforderungen und Lebensmittelverluste bei Obst und Gemüse</a> (Projektseite des Thünen-Instituts)</li> </ul> <p>&nbsp;</p> <p><strong>Im Haushalt</strong></p> <p><strong>Umweltsituation:</strong>&nbsp;Fast 11 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich als Abfall entsorgt, davon entfallen etwa 6,5 Millionen Tonnen auf die Privathaushalte. Im Schnitt wirft jede*r Bundesbürger*in <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/abfallwirtschaft/abfallvermeidung/lebensmittelabfaelle#datenerhebung-von-lebensmittelabfllen-in-deutschland">75 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr</a> weg. Hierdurch geht zum einen der Nährwert der Lebensmittel verloren, zum anderen werden wertvolle Ressourcen (z.B. Wasser, Energie) verschwendet. Werden Lebensmittelabfälle nicht ordnungsgemäß entsorgt, gehen zudem die enthaltenen Mineralstoffe verloren. Vor etwa 20 Jahren wurde in Deutschland begonnen, biogene Abfälle getrennt zu sammeln. Diese werden kompostiert oder in Biogasanlagen vergoren und anschließend kompostiert. Aus Bioabfällen entstehen nicht nur wertvolle Komposte, sondern sie tragen auch zur regenerativen Energieproduktion durch Biogas bei.</p> <p><strong>Gesetzliche Aspekte:</strong>&nbsp;Gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ist Abfallvermeidung prioritäres Ziel. Die Regelungen zur Verwertung von Bioabfällen finden sich in der Bioabfallverordnung und im Kreislaufwirtschaftsgesetz. Mit dem 1. Januar 2015 wurde eine flächendeckende getrennte Erfassung von Bioabfällen in Deutschland eingeführt. Die Bestimmungen zum Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum finden sich in der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV).</p> <p><strong>Marktbeobachtung:</strong>&nbsp;In den letzten Jahren ist ein genereller Trend zur verstärkten Abfalltrennung und damit zu einer Abnahme des Restmüllaufkommens zu beobachten. Dies ist nicht zuletzt auf die zunehmende Verbreitung der Biotonne zurückzuführen. Leider nutzen noch nicht alle Haushalte eine Biotonne.</p> <p>Weitere Informationen finden Sie unter:</p> <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/31916"><strong>Marktdaten: Ernährung</strong></a>&nbsp;(Daten zur Umwelt)</li> <li><a href="https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/gfk-studie.html#:~:text=Laut%20der%20Daten%20des%20Statistischen,Deutschland%20im%20M%C3%BCll%20privater%20Haushalte."><strong>GfK-Studie "Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten 2020"</strong></a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/47602"><strong>Lebensmittelabfälle beim Catering (2016)</strong></a>&nbsp;(UBA-Themenseite)</li> </ul> </p><p>Informationen für...</p>

Lernen mit der WasserFarm - Hydroponik in der Bildung

Zielsetzung: Die auch hierzulande zunehmenden Dürreperioden und sinkenden Grundwasserstände rücken das Thema wassereffiziente Nahrungsmittelproduktion vermehrt in den Fokus. Dennoch fehlt im laufenden Schulbetrieb häufig der Bezug oder die Möglichkeit, zusammenhängende Prozesse praxisnah zu erkunden, zu erleben und zu verstehen. Schülerinnen und Schülern diese wichtigen Lernprozesse zu ermöglichen und im Sinne des BNE-Ansatzes interdisziplinäre, reflexive und forschende Gestaltungskompetenzen an Schulen zu fördern, ist wesentlicher Inhalt des vorliegenden Projekts 'WasserFarm'. Zentrale Bestandteile der 'WasserFarm' sind die Schulung von Lehrpersonal, die Vermittlung von Basiswissen der hydroponischen Kultivierung und systemspezifischer Inhalte mit MINT-Bezug sowie die Unterstützung eines partizipativen Lern- und Verständnisprozesses von Schülerinnen und Schülern bezüglich globaler Nachhaltigkeit. Hydroponik ist eine erdlose und damit standortunabhängige Anbaumethode von Pflanzen. Die Pflanzen werden dabei durch eine Nährstofflösung mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Durch die kontinuierliche Wiederverwendung des Wassers, also die Kreislaufführung dieser wasserbasierten Nährstofflösung, zeichnet sich der hydroponische Anbau durch eine hohe Ressourceneffizienz und die Vermeidung von umweltbelastenden Nährstoffüberschüssen, Pestiziden, Insektiziden und Herbiziden aus. Ziel des Projektes ist es, durch ein objektbezogenes interdisziplinäres Schulungskonzept einen Lernrahmen zu schaffen, in dem Schülerinnen und Schülern durch Partizipation und Mitgestaltung fächerübergreifende Themen wie die nachhaltige Lebensmittelproduktion, Funktionsweisen von Kreislauftechnologien, Nährstoff- und Wasserkreisläufe, Ressourceneffizienz erlernen und so ein Bewusstsein für globale Herausforderungen und Lösungsansätze im Sinne der Sustainable Development Goals entwickeln können. Darüber hinaus soll den Schülerinnen und Schülern das Wissen und die Mittel mitgegeben werden, um auch eigenständig eine Hydroponikanlage einrichten und betreiben zu können. Dadurch sollen deren Nachhaltigkeits- und Gestaltungskompetenzen gefördert und ein Bewusstsein für globale Herausforderungen und Lösungsansätze in Zeiten des Klimawandels geweckt werden. Das Projekt wird an drei Pilotschulen in zwei Bundesländern (Brandenburg, Schleswig-Holstein) durchgeführt.

Erschließung der Ressourceneffizienzpotenziale im Bereich der Kreislaufwirtschaft Bau, Untersuchung der Ressourceneffizienzpotenziale im Bereich der Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Kernanliegen des Vorhabens ist es, einen Überblick darüber zu gewinnen, wie sich Bauabfälle einer stofflichen Verwertung zuleiten lassen und dabei möglichst in gleicher oder anderer Funktionalität wieder in Bauprodukte zurückgeführt werden können, bevor sie in eine anderweitige bzw. thermische Verwertung gelangen. Ziel ist die Herbeiführung einer verbesserten Kreislaufwirtschaft im Bereich der Bauwirtschaft. Ausgangslage: Mit dem Beschluss der Bundesregierung 'Nachhaltiges Deutschland' wurde als einer der Leitindikatoren die Ressourceneffizienz bestimmt. Darin wird gefordert, die Ressourceneffizienz vom Niveau 1990 bis 2020 um 50Prozent zu steigern. Da der Indikator aus dem Quotient von BIP und Materialumsatz in Tonnen gemessen wird, hat das Bauwesen mit den eingesetzten Massenbaustoffen einen hohen Anteil (ca. 50Prozent). Die Anforderungen an Bauwerke sind maßgeblich durch die gesellschaftlichen Vorgaben definiert. Da zudem die Wertschöpfung bezogen auf die Masse der Substanz im Verhältnis zu anderen Wirtschaftszweigen gering ist, sind Ressourceneinsparungen schwieriger zu realisieren als bei anderen Produktbereichen. In Deutschland werden nach Angaben der Bauwirtschaft bereits annähernd 90Prozent des entstehenden Abfalls verwertet und ein hoher Anteil davon recycelt (Nachnutzung). Dennoch fallen am Ende des Lebenszyklus nach wie vor Bauabfälle in der Größenordnung von 32,5 Mio. Tonnen an, die nicht dem Recycling, sondern der 'sonstigen Verwertung' zugeführt werden. Ziel: Das Projekt hat das Ziel, Potenziale zur Steigerung eines hochwertigen Recyclings bei Bauschutt und Baustellenabfällen zu untersuchen. Hierfür werden die derzeitigen Stoffströme der Massenbaustoffe Beton, Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton, Gips, Holz, Mineralwolle und Hartschaumdammstoffe, Glas und Kunststoffe analysiert und zwei Szenarien für 2030 aufgestellt. Dabei sollen typische Hemmnisse bei der Steigerung der Kreislaufführung von Baumaterialien aufgezeigt werden. Für die Potenzialabschätzung werden vorab Herkunft, Zusammensetzung und Verwertungswege der genannten Materialfraktionen überschlägig ermittelt. Einen Schwerpunkt der Betrachtung bilden die technischen Möglichkeiten zur Steigerung der Kreislaufführung durch höherwertige Verwertung der Abfallströme des Bauwesens. Innovative Recycling- und Verwertungstechnologien kommen zur Bewertung. Zusätzlich zu den Verfahren zur Gewinnung hochwertiger Rezyklate und deren Optimierungspotenzialen sollen Aufnahmekapazitäten des Bauwesens für mögliche recycelbare Stoffmengen entlang der Bautätigkeit 2010 bis 2030 eingeschätzt werden.

Genetische und molekulare Grundlagen der systemischen Modulation der Architektur des Wurzelsystems von Mais (Zea mays L.) und des Mikrobioms der Rhizosphäre durch die Seminalwurzeln zur besseren Anpassung an Trockenheit

Die Architektur des Wurzelsystems von Mais hat sich während der Domestizierung und Verbesserung durch eine Kombination aus landwirtschaftlicher Selektion und Umweltanpassungen rund um den Globus erheblich verändert. Das Mikrobiom, das die Rhizosphäre um die Pflanzenwurzeln herum besiedelt, spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung der Stresstoleranz von Pflanzen. In der ersten Förderperiode dieses Projekts haben wir nachgewiesen, dass die Anzahl der Seminalwurzeln während der Domestizierung von Mais zugenommen hat, gefolgt von einem Rückgang bei lokal angepassten Sorten in Regionen mit begrenzter Wasserverfügbarkeit. Umwelt-, genetische und genomische Analysen ergaben frühere Signaturen der Domestizierung und Anpassung von Maiswurzeln und zeigten das genetische Potenzial zur Verbesserung der Trockentoleranz künftiger Nutzpflanzen auf. In der zweiten Förderperiode verfolgen wir zwei übergeordnete Ziele. Erstens soll ein tieferes Verständnis der genetischen und molekularen Grundlagen der systemischen Modulation der Wurzelmorphologie und -anatomie durch Seminalwurzeln gewonnen werden, um eine bessere Anpassung an die begrenzte Wasserverfügbarkeit zu erreichen. Zu diesem Zweck werden wir die komplexe Pflanzenreaktion auf Trockenstress und die mit diesen Merkmalen assoziierten Gene identifizieren, die an der Architektur des Wurzelsystems als Reaktion auf Trockenheit beteiligt sind. Zweitens wollen wir die genetische Rolle des Wirts bei der Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaft des von den Wurzelmerkmalen abhängigen nützlichen Mikrobioms der Rhizosphäre verstehen, um die Widerstandsfähigkeit von Mais gegen Trockenheit zu verbessern. In diesem Zusammenhang werden wir systematisch untersuchen, wie sich die genetische Variation des Wirts und die Genregulation auf die Zusammensetzung des Mikrobioms der Rhizosphäre und auf die Produktivität von Mais und die Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit auswirkt. Schließlich werden wir repräsentative Schlüsselgene und Schlüsselmikroben durch reverse Genetik und synthetische mikrobielle Gemeinschaften funktionell validieren. Diese Ergebnisse werden den Weg für eine verbesserte Pflanzenzüchtung und die Nutzung mikrobieller Ressourcen ebnen, um die künftige Nahrungsmittelproduktion und eine effiziente Ressourcennutzung in der Landwirtschaft zu sichern.

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