Die Zielsetzung des Projektes ist es, Prozesse und Verhaltensweisen sichtbar zu machen, die sich im Spannungsfeld zwischen der Etablierung einer wissenschaftsbasierten Forstwirtschaft, einer modernen Justizverwaltung und den Akteuren einer ländlichen Gesellschaft im Übergang zur Moderne ergaben. Eine wichtige These ist, dass es sich bei dem Wandel vom frühneuzeitlichen Multifunktionswald zum modernen Holzproduktionswald keineswegs um die radikale Durchsetzung eines monostrukturellen Programms handelte, das je nach Standpunkt die Rettung des Waldes vor der vollständigen 'Devastation' oder die Unterdrückung der ländlichen Schichten im Modernisierungsprozessbedeutete. Weder wurde das Programm der Forstaufklärung schnell und radikal umgesetzt, noch blieb es vor erheblicher Modifikation gefeit, die zum großen Teil auf das aktive Handeln der ländlichen Akteure zurückzuführen ist. Waldgeschichte ist aus dieser Perspektive nicht primär Prozess- oder Strukturgeschichte sondern eine Geschichte der Aushandlung zwischen gesellschaftlichen Akteuren. Im Zentrum der Arbeit steht also die Frage: Wie zeigten neue wissenschaftliche Konzepte, die in der Aufklärung entstanden, aber auch ein neuer zentralisierter und rationalisierter Zugriff auf die natürliche Ressource Wald in der Alltagswelt ländlicher Bevölkerungsschichten Wirkung? Wie wurde das Modell des modernen Waldes rezipiert und was bedeuteten das Handeln und die Praktiken, der Frevel der ländlichen Bevölkerung, für die Implementierung dieses Modells? Was bedeuteten Waldprivatisierungen, Waldrechtsablösungen und ein entstehender regionaler Brennstoffmarkt für die ländliche Lebenswelt? Verwaltungsakten, Suppliken und Verhörprotokolle geben Einblicke in einen Prozess der Aushandlung von Reform, der teils gewalttätig teils zäh verhandelt verlief. Die forst- und verwaltungswissenschaftliche Publizistik wie auch die Parlamentsdebatten über die Forstgesetze und die ethnologischen Beschreibungen der Landbevölkerung zeigen die gesamtgesellschaftlichen Diskurse, mit denen dieser Prozess verwoben war.
Bodenökosysteme werden von Kohlenstoff-(C), Nährstoff- und Energieflüssen angetrieben, die für die biogeochemischen Kreisläufe wesentlich sind. Insbesondere die Organismen des Bodenmikrobioms beeinflussen diese Prozesse. Die interagierenden Arten sind in komplexe Netzwerke eingebettet und bestimmen je nach ihren Merkmalen die Architektur, Stabilität und Funktionalität des Mikronahrungsnetzes. Die Muster der Ressourcennutzung ergeben sich aus diesen trophischen Interaktionen zwischen den Biota innerhalb des Mikrobioms. Das Hauptziel des SPP "SoilSystems" ist es, energiebasierte Beschreibungen mit biotischen Interaktionen zu integrieren, um ein systemisches Konzept zu den Umsetzungsprozessen im Boden zu erhalten. Vor diesem Hintergrund verknüpft das beantragte Projekt den C- und Energiefluss im Bodenmikrobiom mit der Struktur und Funktion des Mikronahrungsnetzes, wobei Nematoden als Modellgruppe dienen. Der Schwerpunkt liegt auf den funktionellen Merkmalen, der Lebensstrategie und den trophischen Interaktionen der mikrobiellen Weidegänger. Die Verwendung von 13C-markierten Substraten ermöglicht die Bilanzierung von C-Pools und -Flüssen sowie die Untersuchung stabiler Isotope (Stable Isotope Probing - SIP) von Phospholipidfettsäuren (PLFA-SIP) und DNA (DNA-SIP). Metagenomanalysen werden mit DNA-SIP kombiniert, um Gene von Enzymen, welche am Substratabbau beteiligt sind, sowie die entsprechenden Stoffwechselwege zu identifizieren. Darüber hinaus dienen die metabolischen Fußabdrücke der Nematoden als merkmalsbasiertes Maß für Produktion und C-Assimilation höherer trophischer Ebenen. Drei Hauptfragen werden im Rahmen des Projekts untersucht: (1) Welchen Einfluss haben funktionelle Merkmale von bakteriellen Weidegängern (z.B. Ernährungsweise, Größe) und ihre interspezifischen Interaktionen (z.B. Ressourcenkonkurrenz, Intragilde-Prädation) auf den C- und Energiefluss im Mikrobiom? (2) Wie verändert die funktionelle Komplexität von Weidegängern (d.h. multitrophische Interaktionen) die mikrobielle Aktivität und die metabolischen Umwandlung von Ressourcen? (3) Beeinflussen veränderte mikrobielle Umsatzprozesse, z.B. verursacht durch Unterschiede im Energiegehalt von Substraten, die strukturelle und funktionelle Organisation höherer trophischer Ebenen? Die gewonnenen morphologischen, isotopischen und genomischen Daten werden mit weiteren metagenomischen (Bakterien, Pilze, Virom), biochemischen (z.B. Enzyme, Ergosterol) und thermodynamischen Ansätzen (Wärme, Kalorimetrie) kooperierender Projekte kombiniert. Dadurch wird ein umfassendes Wissen über die Struktur und Funktion des gesamten Mikrobioms und die C- und Energieflüsse gewonnen. Das beantragte Projekt wird damit die Lücke zwischen arten- und energiebasierten Nahrungsnetzen schließen und das Verständnis des Zusammenhangs zwischen Energiedynamik im Boden und Ökosystemfunktionen fördern.
a) Vergleichende Untersuchungen zur Kommunikation, Fortpflanzungsbiologie, Sozialbiologie und Populationsgenetik von Lemuren im Trocken- und Regenwald. b) Einfluss von Ressourcenangebot und Ressourcenkonkurrenz auf Sozialität und Life-History-Variablen. c) Charakterisierung der Artendiversität vom Aussterben bedrohter Primatenarten.
Das beantragte Projekt greift zentrale Fragestellungen der nachhaltigen Entwicklung urbaner und peri-urbaner Räume in Sub-Sahara Afrika auf und zielt darauf, bedeutende Versorgungsketten im Bereich Energie und Landwirtschaft zu stärken. Mali - und dabei insbesondere die Hauptstadtregion Bamako - sieht sich aus verschiedenen Gründen (klimatische Situation, Auswirkungen des Klimawandels, Bevölkerungsentwicklung, Nutzungsintensivierung, verschärfte Konkurrenz um Ressourcen innerhalb des Landes und im internationalen Niger-Flusseinzugsgebiet) mit großen Herausforderungen in Bezug auf die Entwicklung von städtischen und halbstädtischen Regionen konfrontiert, deren Bewältigung angemessene Informationen, nachhaltige Planungsansätze und die wirksame Beteiligung aller relevanten stakeholder erfordert. Der Schwerpunkt des Beitrages durch das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)/Universität Bonn liegt in der Erarbeitung von Optionen einer nachhaltigen Landwirtschaft (gestützt auf angemessene Wasserbewirtschaftung) in städtischen und stadt-nahen Bereichen.
Raw material conflict occurs in various forms: in the form of supply bottlenecks and crises, violent disputes, or even war; as well as due to the effects of environmental destruction, whereby the sources of people's livelihoods are lost. Raw material conflict is a reality in many instances, but in others is merely postulated. On the one hand, the nature, strategic importance and price of raw materials influence potential conflict constellations. On the other hand, much depends on the management and governance of raw material resources and production, material flows, value creation chains and sources of financing, across a variety of levels. Existing research into raw material conflict in the field of oil, gas and valuable minerals reveals the multi-layered complexity of the issue as well as the necessity and possibilities of avoiding such conflict in a sustainable manner over the long term. Veröffentlicht in Texte | 32/2011.
Ziel der Expertise ist es, die potenziellen Raum- und Umweltnutzungskonflikte zwischen Innenentwicklung und Klimaanpassung durch das Aufzeigen von praktischen Handlungsmöglichkeiten aufzulösen. Dabei wird gezielt auf die Komplexität des Problems (fachliche und politisch-kommunikative Herausforderung) eingegangen. Die darzustellenden Ansätze für zukünftiges Handeln sind spezifisch auf die unterschiedlichen Situationen in Nordrhein-Westfalen zugeschnitten.
Objective: The COMBIOSERVE consortium aims to identify the conditions and principles of successful community-based conservation in selected locations in Mexico, Brazil and Bolivia, working in partnership with local Civil Society Organisations (CSOs) and indigenous communities. Many Latin American and Caribbean rural and indigenous communities have historically developed strategies to regulate land use and conserve biodiversity whilst enhancing livelihoods and reducing conflicts. This has occurred while new panaceas for conservation and development, such as ecotourism, payments for environmental services, and biodiversity derivatives, have emerged and impacted community dynamics in ways that require urgent analysis. Our analysis will rely on the assessment of past and present trajectories and future scenarios of environmental change; an examination of individual and collective dependence on natural resources and ecosystem services, and analysis of peoples capacity to adapt and be resilient to multiple stressors. We will also assess the cultural traditions, knowledge systems, and institutional arrangements that have allowed communities to devise collective conservation strategies, address social tensions, and resolve resource conflicts. The development of a co-enquiry/advocacy approach will provide significant benefits to local communities and CSOs. The project outcomes will strengthen community conservation and management of natural resources through the design and provision of locally-owned methods and data, and will provide the theoretical and empirical foundations for scaling-up in similar communities and environments. We will scientifically address the opportunities and challenges of biocultural diversity conservation and its role in the resilience of socio-ecological systems, and produce documents for policy and civil society audiences at European and international levels, using varied communication platforms and strategies.
In my Phd-study, I examine the resource conflict over industrial logging in the South Moresby area on Haida Gwaii (former Queen Charlotte Islands) from 1974 to 1993. On this remote archipelago on British Columbias west-coast, a fierce dispute over logging practices, land rights, Aboriginal land claims and environmental issues had emerged in the face of devastating logging practices were not only threatening to destroy large parts of Moresby Island but also resulted in the destruction of salmon streams. The two major natural resources available on the islands were at stake during the 'war in the woods.' Together with environmentalist, the Haida First Nation successfully fought for the preservation of Gwaii Haanas (South Moresby Island) with blockades, protests, environmental campaigns, lobbying and legal action. The area is now protected as the 'Gwaii Haanas National Park Reserve.-' Using a cultural approach combining aspects of 'storytelling,' the 'cultural memory' and 'actor-network-theory' (ANT), the core question arises whether the (Western) dualisms between 'nature' and 'culture' and between 'fact' and 'fiction' should be dissolved. Latour argues that such dualisms and even the separation between the human and non-human world (i.e., the world of things) do not exist. Assmann claims that we do not necessarily remember what has really happened', but what was repeatedly told us to have happened. Along with Thomas King, J. Edward Chamberlin and William Cronon, I stress the point that stories - fictitious or based on facts - do matter. The effect of stories on the way we understand our past, might often be more important than that of 'hard' facts: Stories shape both a societys concept of the past and its present identity. Canada, with its heterogeneous population, is a particularly interesting place to conduct research about different concepts of 'nature' and culture'. Analyzing the different stories that evolved around South Moresby, and taking into account diverging messages of native and non-native stories, offers a new perspective on similar resource conflicts that continue to exist and arise all over the world.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 21 |
| Wissenschaft | 8 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 16 |
| Text | 5 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 5 |
| Offen | 16 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 13 |
| Englisch | 12 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Dokument | 5 |
| Keine | 12 |
| Webseite | 8 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 21 |
| Lebewesen und Lebensräume | 21 |
| Luft | 11 |
| Mensch und Umwelt | 21 |
| Wasser | 11 |
| Weitere | 19 |