Die Proben wurden unter verschiedenen Klimabedingungen, nämlich ansteigender Feuchtigkeit und bei verschiedenen Temperaturen inkubiert und der mikrobielle Befallsverlauf auf der Materialoberfläche und im Porenraum mikroskopisch und mikrobiologisch analysiert. Nach Abschluss der mikrobiellen Beaufschlagung wurden die bauphysikalischen Parameter Wärmeleitzahl und Wasserdampfdiffusion untersucht, um auf diese Weise eventuelle Änderungen in der Effizienz der Dämmwirkung erfassen und bewerten zu können. Es wurden 11 Dämmstoffe mineralischen, ökologischen und synthetischen Ursprungs untersucht. Die Kontamination erfolgte mittels einer Sporenlösung aus 10 Prüfpilzen, die häufig in Bauschadensfällen vorkommen. Die Inkubationen erfolgten bei 16 Grad C, 20 Grad C, 22 Grad C bzw. 24 Grad C und 40 Prozent rLF, wobei die Luftfeuchte wöchentlich um 5 Proz. bis zu einem Endwert von 90 Prozent rLF gesteigert wurde. Es wurden neben makroskopischen mikroskopische Untersuchungen durchgeführt, die Stoffwechselaktivität durch Bestimmung des ATP-Gehaltes ermittelt und ein Hemmstofftest zur Feststellung einer bioziden Beaufschlagung der Proben durchgeführt. Als bauphysikalische Parameter wurden die Wasserdampfdiffusion (nach DIN EN ISO 12572: Ausgabe 2001) und die Wärmeleitfähigkeit in unbeaufschlagtem und beaufschlagtem Zustand gemessen. Temperaturen über 20 Grad C und länger anhaltende Luftfeuchten oberhalb 75 Prozent begünstigten ein Schimmelwachstum auf den meisten ökologischen, einigen mineralischen und wenigen synthetischen Dämmstoffen. Weder die Wärmeleitfähigkeit noch die Wasserdampfdiffusion wurden durch den Bewuchs mit Schimmelpilzen derart verändert, dass dadurch eine entscheidende Änderung der Dämmeigenschaften stattfand. Besonders die ökologischen Dämmstoffe waren anfällig für Pilzbefall ab moderaten Temperaturen und erhöhten Luftfeuchten. Die Wärmeleitfähigkeit wurde bei Flachs und Holzfaser durch den Bewuchs mit Pilzen offenbar zum negativen beeinflusst, war aber auch in beaufschlagtem Zustand noch innerhalb des Rahmens der Literaturwerte. Die Wasserdampfdiffusion wurde durch den Pilzbefall offensichtlich nicht beeinflusst. Bei den mineralischen Dämmstoffen bedurfte es einer höheren Temperatur (22 Grad C) bzw. einer längeren Einwirkzeit der höchsten Luftfeuchte (90 Prozent), bis es zu einem makroskopisch sichtbaren Schimmelpilzbefall kam. Lediglich Mineralwolle und Blähton erwiesen sich hierbei als anfällig für Pilzbefall. Die Parameter der Dämmwirkung änderten sich durch den Bewuchs mit Schimmelpilzen nicht. Die synthetischen Dämmstoffe waren bei Temperaturen bis 24 Grad C weitestgehend inert gegenüber einem Pilzbefall. Bei 24 Grad C kam es jedoch schon bei niedriger Luftfeuchte (45 Prozent) zu einem Bewuchs mit Pilzen.