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Entwicklung eines Simulationsverfahrens zur Minderung von Schmutzfrachtausträgen aus mittleren bis großen Kanalisationsnetzen durch Einsatz moderner Steuerungselemente - Phase II

Das übergeordnete Ziel dieses F&E Projektes war die Minderung der Schmutzfrachtausträge unter Beibehaltung des Entwässerungskomforts. Das Vorhaben sollte der Bedeutung präziserer Abschätzungen von Schmutzfrachtausträgen und Überflutungen im Bereich der Stadtentwässerung Rechnung tragen. Nach langjähriger Pionierarbeit der Antragsteller beim Einsatz von Multiprozessor-Technologien in der hydrodynamischen Kanalnetzberechnung, war es das Ziel, diese in den Dienst eines quantitativen Nachweises der Emissionen aus Misch- und Trennsystemen mittlerer und großer städtischer Einzugsgebiete zu stellen. Dadurch sollte die Einbeziehung zunehmend genauerer, multidimensionaler geographischer und meteorologischer Daten zu diesem Zwecke besser bzw. überhaupt erst möglich werden. Dies sollte nicht nur wegen des zwingenden Einsatzes von entsprechenden Nachweisen aufgrund europäischer DIN-Normen geschehen, sondern vor allem im Rahmen einer notwendigen und sinnvollen Ergänzung praktischer Ingenieurstätigkeit in Zeiten national wie international gestiegener Ansprüche infolge (klimabedingt) gehäufter Extremniederschläge. Um die geforderten Ziele zu erreichen, wurden in den letzten Jahren von den Projektpartnern innovative Komponenten entwickelt, um die Abflüsse in den Kanalnetzen zu steuern und die im Kanal vorhandenen Volumina zu aktivieren und für eine Misch- bzw. Regenwasserbehandlung zu nutzen, ohne die Sicherheiten zu beinträchtigen. Als Ergebnis dieses F&E Projektes kann den Partnern, Genehmigungsbehörden, Hochschulen, Betreibern, planenden und ausführenden Ingenieurbüros ein wirksames, auf Multiprozessortechnologie und auf dem komplexen Parallelschrittverfahren basierendes Instrument (FLOW++) zur präzisen, aber auch einfachen Abschätzung und Beurteilung der hydraulischen und ökologischen Situation im Kanalnetz bzw. im Gewässer zur Verfügung gestellt werden. Das Verfahren eignet sich sowohl zur Bestimmung des IST-Zustands als auch für den Vergleich verschiedener Planungszustände zur Optimierung der hydraulischen und ökologischen Auswirkung geplanter Netzerweiterungen und Optimierung mit den im Verfahren berücksichtigten Steuerkomponenten.

Entwicklung und Erprobung von Strassenablaeufen mit verbesserter Abscheidung mineralischer Stoffe

In den Kanaelen des Mischsystems kommt es zu stabilen, bleibenden Ablagerungen, weil die Strassenablaeufe einen ungenuegenden Rueckhalt von mineralischen Partikeln, die mit dem Regenabfluss eingeschwemmt werden, aufweisen und in den Entwaesserungskanaelen keine ausreichende Fliessgeschwindigkeit bzw Schleppspannung vorhanden ist, um diese mineralischen Partikel bei Trockenwetterabfluss zu transportieren. Eine wirksame und dauerhafte Loesung des Ablagerungsproblems kann es nur geben, wenn die Ursachen bekaempft und ausgeschaltet werden. Der Eintrag an mineralischen Partikeln in das Entwaesserungsnetz muss verhindert werden. Es ist deshalb ein Ziel des Vorhabens, die Bemessung der Strassenablaeufe so zu veraendern, dass eine moeglichst hohe Abscheidung der mineralischen Partikel des Oberflaechenabflusses erreicht wird. Der Transport organischer haeuslicher Abwasserfeststoffe wird dann nicht mehr beeintraechtigt und kann problemlos erfolgen. Parallel zur Entwicklung eines effektiven Abscheiders fuer mineralische Feststoffe werden Langzeitversuche mit haeuslichem Schmutzwasser unter Zugabe von definierten Mineralkoernungen durchgefuehrt, um unter praxisnahen Bedingungen den Transportzustand fuer den ablagerungsfreien Kanal zu ermitteln. Die Ergebnisse dieser Messungen fliessen direkt ein in die Entwicklung des fuer die neue Kanalkonzeption erforderlichen Abscheiders.

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