Verlegung der Windenschleppstrecke für den Segelflug.
Das Verbundvorhaben EnerGlider adressiert die Entwicklung einer neuartigen und in hohem Grad innovativen Höhenwindenergieanlage auf Basis eines automatisierten Starrflügelgleiters. Ziel ist es energiereiche Höhenwinde für den effizienten (Flug-)Betrieb eines Gleiters zu nutzen, um ein Seil mit konstanter Geschwindigkeit von einer Winde abzuwickeln und dabei mit einem angebunden Generator elektrische Energie zu erzeugen. Das Teilprojekt EnerG-Drone widmet sich der Auslegung und Entwicklung des vollautomatisierten Luftfahrzeugs für den kontinuierlichen Dauerbetrieb. Der Gleiter soll eigenständig mit batteriegespeisten Antrieben von einer Basis starten und bis zu seiner vorgesehen Betriebshöhe aufsteigen, ab der er in den Gleitflug entlang eines wiederkehrenden Flugbahnprofils übergeht und die Energieproduktion erfolgt. Während dieser Flugphase sind die Propellerblätter der deaktivierten Antriebe an die Motorzellen angelegt, um den Widerstand zu minimieren. Sobald das Seil vollständig von der Winde abgewickelt ist, fliegt der Gleiter wieder zurück in die Ausgangsposition des Gleitflugs und der Prozess beginnt erneut. Zusätzlich zum seilgebundenen Flug ist aber auch vorgesehen, dass das Luftfahrzeug im Notfall und für Wartungsarbeiten unabhängig vom Seil betrieben werden kann und eigenständig zu einer Wartungseinrichtung an Land fliegt. Die dazu notwendige Seiltrennung erfolgt während des Flugs durch einen steuerbaren Mechanismus. Neben der flugmechanischen und aerodynamischen Validierung des Luftfahrzeugkonzepts liegt der Fokus der Forschungsarbeiten am Institut für Flugsystemdynamik insbesondere auf der Entwicklung der automatischen Flugführung mit und ohne Seilbindung sowie der Auswahl und Integration der dafür erforderlichen Sensor- und Systemkomponenten.
Wissenschaftler haben auf der südostasiatischen Insel Borneo 123 bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Die Umweltschutzorganisation WWF berichtet darüber in ihrem am 22. April 2010 veröffentlichten Bericht „Borneo's New World - Discovered Species in the Heart of Borneo“. Die drei Staaten Brunei Darussalam, Malysia und Indonesien teilen sich die Fläche der Insel. Im Jahr 2007 haben sich die drei Staaten im Rahmen der Heart of Borneo Initiative bereit erklärt, eine 220.000 Quadratkilometer große Region im Inneren der Insel zu schützen. Insgesamt wurden 67 Pflanzen, 17 Fische, fünf Frösche, drei Schlangen, einen Vogel, 29 Wirbellose und zwei Echsen seit der Unterzeichnung der Heart of Borneo Deklaration gefunden. Außergewöhnliche Arten sind die längste Stabheuschrecke der Welt, der fliegenden Mulu- Froschs, der mit seinen Flughäuten zwischen den Zehen und Fingern kurze Gleitflüge schafft und seine Farbe je nach Tageszeit von hellgrün in der Nacht zu braun am Tag wechselt sowie die Kopstein Bronzerückennatter, die bei Gefahr im Nacken ein flammendes Rot zeigt.
Der Feldgemüsebau im Eferdinger Becken ist gekennzeichnet durch eine große Vielfalt an Gemüse für den Frischmarkt und der Verarbeitungsindustrie. Die hohe Bewirtschaftungsintensität (Düngung, Beregnung, zwei bis vier Ernten pro Jahr) führte auf den zum Teil leichten und durchlässigen Böden zu hohen Nitratgehaltswerten im Grundwasser. Zur zukünftigen Sicherung des Gemüseanbaues im Eferdinger Becken sind Maßnahmen erforderlich, die mittelfristig die Menge der Nitratauswaschung ins Grundwasser in den bedeutendsten Gebieten unter den bestehenden Schwellwert bringen. Das kulturbegleitende N-Sollwert System (KNS System) in der Integrierten Gemüseproduktion dient als Basis im Produktionssystem zur Verminderung der Stickstoffauswaschung. Im weiteren werden Varianten mit einer 30 Prozent reduzierten N-Düngung (bezogen auf das KNS System), mit standortüblicher Düngung, sowie der Anbau von abfrostender und nichtabfrostender Zwischenfrucht mehrjährig bewertet. Beurteilt werden die Maßnahmen am verkaufsfähigen Ertrag, an ausgewählten Qualitätsparametern sowie an der anfallenden Menge und der NO3 Befrachtung des Sickerwassers in eingebauten Lysimetern.
Die Untersuchung beinhaltet die Errichtung eines Messfeldes (Oisklause) im Rotwald. Dabei werden mittels Dehnmessstreifen, Temperaturmessung, mechanischer Zugwaage, Schneehöhenmessung und Datalogger die Kräfte auf die Stabilisatoren ermittelt. Die Arbeiten beinhalten die Installation der Messgeräte, die Betreuung des Messfeldes (Sommer und Winter), die Fotodokumentation der Schneegleitbewegungen sowie die Durchführung von Schneeprofilen. Im Sommer werden die Krafteinwirkungen durch Zugversuche der Stabilisatoren überprüft.
Windwürfe sind neben anderen abiotischen Ereignissen wie Schneebruch, Lawinen, Waldlawinen, Muren, Waldbrand etc. 'Katastrophenereignisse', die die Entwicklung von Wäldern auf Anfangsstadien der Waldentwicklung bzw. Sukzession zurücksetzen. Nunmehr steht nach dem Windwurfereignis des Jahres 1990 im Untersuchungsgebiet 'Rothwald' der Rothschild'schen FV Langau ein Forschungsareal zur Verfügung. Das Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft (BMLF) hat mit dem 'Schneeforschungsprojekt ROTHWALD' 1992 erstmals ermöglicht, dass die mechanischen Wechselwirkungen zwischen Schnee und Waldbestand hinsichtlich schneemechanischer Gesichtspunkte untersucht werden können. Der Rotwald (800-1800m) bildet zwischen den niederösterreichischen und steirischen Kalkalpen ein weitgehend unberührtes Waldreservat und zeichnet sich aufgrund der Nordstaulagen durch enormen Schneereichtum als hervorragendes Forschungsgebiet aus. Im Rahmen dieses Projektes wurden umfangreiche, meteorologische und schneemechanische Messstationen aufgebaut, die auch allen anderen Forschungsprojekten, die in diesem interessanten Gebiet durchgeführt werden, zur Verfügung gestellt werden können. So werden über sechs Stationen stündlich Messdaten abgefragt und etwa 7-14 tägig Schneeprofile sowie Kriechprofile erhoben und erstellt. Mittels Gleitschuhen (analog und digital) wird das Schneegleiten auf verschiedensten Hangneigungen und Expositionen überwacht. Mithilfe der gewonnen Daten konnte ein mechanisches Schneedeckenmodell (basierend auf Abaqus), das zur Untersuchung der auf die Bewegung einflussnehmenden Faktoren verwendet wird, erstellt werden. Neben der wichtigen Grundlagenforschung in der freien Natur, von der im Laufe der Jahre zahlreiche Studenten profitieren konnten, stellt das Schneedeckenmodell ein wichtiges Werkzeug für zukünftige Projekte dar. Deshalb kann das bisher gelaufene Rotwaldprojekt als eine einzigartige Forschungseinrichtung in Österreich bzw. in den Ostalpen bezeichnet werden.
Leicht haben es die Männchen der zierlichen Uferschwalbe wirklich nicht. Mindestens vier lange Tage müssen sie sich abrackern, um mit ihren Füßchen die armtiefe Brutröhre in die lehmige, sandige Steilwand zu graben. Wenn man so im Boden wühlt, braucht man kein prächtiges Gefieder: Oberseite graubraun, Unterseite weiß mit einem braunen Brustband – das muss reichen. Aber die Graberei ist ja nicht umsonst, schließlich ist der Nachwuchs so ziemlich gut vor Feinden geschützt. Dafür lauern in der Röhre andere Gefahren wie starke Regenfälle, Hochwasser oder Abrutschungen. Aber was hilft es, dann muss eben neu gebaut werden. Und das hat auch sein Gutes: Die Steilwände wachsen nicht zu, sondern bleiben immer frisch und offen. Bei der Jagd auf kleine fliegende Insekten zeigt Riparia riparia atemberaubende Flugmanöver. Mit Gleitflügen, schnellen Wendungen und plötzlichen Sturzflügen erhascht sie ihre Beute. Auch getrunken und gebadet wird im Flug. Wie können wir dieser Art helfen? Ihrem Namen kann die Uferschwalbe allerdings längst nicht mehr gerecht werden. Die angestammten Lebensräume an den steilen Uferwänden der Flüsse sind durch die Regulierungsmaßnahmen zum großen Teil verschwunden. Nur an den Meeresküsten hat sich diese Vogelart in großer Zahl halten können. Aber der Mensch hat in seinem Verlangen nach Rohstoffen unbewusst Ersatzlebensräume geschaffen: Sand- und Kiesgruben, besonders in Flussnähe, zählen heute zu den wichtigen Standorten für eine Uferschwalbenkolonie. Allerdings sind diese Lebensräume in der Brutzeit ständig gefährdet durch Abbautätigkeiten oder Störungen, die von Badegästen und Anglern verursacht werden. Aber auch die hohen Verluste bei anhaltender Dürre in den afrikanischen Überwinterungsgebieten sind für den Bestandsrückgang des „Vogels des Jahres“ 1983 mitverantwortlich. Möchten Sie aktiv werden für die Uferschwalbe? Um der Uferschwalbe langfristig und wirksam zu helfen, bietet sich eine Zusammenarbeit zwischen Rohstoffbetrieben und Naturschützern an. Während des Abbaus sollten die nicht genutzten Steilwände möglichst wenig beeinträchtigt werden – nach dem Abbau gilt es die Verfüllung der Kiesgrube zu verhindern. Für die geschaffenen Ersatzbiotope ist dann auch eine entsprechende Pflege unerlässlich: Störungen der Uferschwalbenkolonien sollten vermieden werden, indem die Abbaugruben weder als Lagerplatz missbraucht, noch zum Camping genutzt werden. - zurück zur Übersicht der Vogel-Artensteckbriefe -
<p><p>Deutschlands häufigster Greifvogel nimmt zahlenmäßig sogar auch in ganz Mitteleuropa die Spitzenposition ein und ist wohl den meisten Menschen hier bekannt. Das Bild eines majestätisch dahingleitenden oder von einem Weidezaun aus nach Beute Ausschau haltenden, bräunlichen Greifvogels formt sich in unseren Köpfen, sobald wir den Namen „Mäusebussard“ hören. Auch seine miauenden Rufe können oft vernommen werden, wenn man sich in der Natur bewegt. Der Name „Bussard“ setzt sich aus dem mittelhochdeutschen Wort „buse“, was soviel heißt wie Katze, und aus dem Wort „Aar“ (= Adler) zusammen. Man könnte also „Bussard“ mit „Katzenadler“ übersetzen. Sein Name scheint von seiner wehmütigen „katzenartigen“ Stimme her zu rühren, die etwa so klingt: „Hiäh, hiäh!“<br> Der Mäusebussard unterliegt in Deutschland dem Jagdrecht und ist in allen Bundesländern ganzjährig geschont.</p><strong>Aussehen:</strong><p>Den Mäusebussard sicher zu erkennen gestaltet sich aufgrund seiner zahlreichen Farbvarianten für viele Menschen als schwierig. Es gibt Mäusebussarde mit dunkelbraunem bis hin zu sehr hellem, ja fast weißem Gefieder. Trotz seiner Größe von 51 bis 57 Zentimetern lässt ihn sein gedrungener Körperbau immer etwas kleiner aussehen. Eine recht gute Erkennungsmöglichkeit ist sein Flugbild. Auffällig ist hierbei sein kurzer und abgerundeter Stoß, den man gut erkennen kann, wenn der Mäusebussard mit ausgebreiteten Schwingen gleitend, über Wiesen und Äcker kreist. Die Flügelspitzen sind dabei immer gespreizt. Seine Flügel sind relativ kurz, jedoch recht breit und an den Spitzen immer dunkelbraun gefärbt. Wie auch der Turmfalke macht sich der Mäusebussard den sogenannten Rüttelflug zu Nutze, wenn er nach Beute Ausschau hält. Dabei bleibt er, mit den Flügeln schlagend, in der Luft stehen. Sein Flügelschlag ist während des Rüttelflugs aber langsamer als der des Turmfalken. Der Turmfalke kann außerdem länger in dieser Position verbleiben als der schwerfälligere Mäusebussard. Dieser dreht nach wenigen Flügelschlägen meist ab, um wieder in den Gleitflug über zu gehen. Ein Männchen wird etwa 700 bis 800 Gramm schwer. Ein ausgewachsenes Weibchen wiegt 880 bis 1000 Gramm.</p></p><p><p>Der Verbreitungsraum des Mäusebussards umfasst ganz Europa mit Ausnahme von Island, Irland und dem Norden Skandinaviens. Außerdem gibt es ihn in weiten Teilen Asiens bis nach Japan sowie auf den atlantischen Inseln.<br> Als Lebensraum nimmt er bevorzugt gemischte Strukturen an, die einerseits kleinere Waldungen zum brüten und andererseits flaches Land zur Nahrungssuche bieten. </p>Verhalten: <p>Der Mäusebussard ist ein heimischer Greifvogel und lebt in Deutschland als Stand- und Strichvogel. Das heißt, dass er innerhalb seines europäischen Verbreitungsraumes in strengen Wintern zwar nach Süden oder Westen zieht, jedoch nicht während der kalten Zeit unsern Kontinent verlässt, um in Afrika zu überwintern. Unser häufigster Beutegreifer ist ein erfolgreicher Jäger mit unterschiedlichen Jagdmethoden. Einerseits kreist er in gut 100 Metern Höhe umher und hält nach Beute Ausschau. Hat er ein geeignetes Beutetier entdeckt, geht er kurz in den Rüttelflug über, um das Opfer zielgenau anzuvisieren und stürzt sich dann hinab. Sein gut ausgeprägter Sehsinn ist dafür ideal. Andererseits bedient er sich auch der Ansitzjagd, indem er sich auf einen Randbaum von Waldungen oder einen Zaunpfahl setzt und wartet bis die Beute zu ihm kommt. Das Jagdgebiet eines Mäusebussards kann sich auf bis zu 800 Hektar erstrecken.</p></p><p>Nahrung:<p>Hauptnahrung des Mäusebussards ist, wie sein Name schon teilweise vermuten lässt, die Feldmaus. Sie macht etwa 70 bis 80 Prozent der Nahrung aus. Mäusebussarde fressen mehr als 10 Mäuse pro Tag. Gewölleuntersuchungen ergaben eine Beutemenge von 5.000 bis 7.000 Mäusen im Jahr. Neben der Feldmaus werden auch Wühlmäuse, Regenwürmer, Insekten und Jungkaninchen erbeutet. Die Mäusebestände sind in Deutschland überall so hoch, dass dem Bussard wohl nie die Nahrung ausgehen wird, was ja auch die hohen Populationen dieses Beutegreifers zeigen. Allerdings kann der „Katzenadler“ bei geschlossener Schneedecke in Not geraten, da er dann unter Umständen über längere Zeit keine Mäuse erbeutet.</p>Paarungszeit und Aufzucht der Jungen:<p>Der Mäusebussard legt seinen Horst meist in Waldrandnähe an. Dort findet er einerseits Schutz und gleichzeitig, auf weiten Äckern, einen reichgedeckten „Mäuse-Tisch“. Das Bussardpaar übernimmt gerne Horste aus dem Vorjahr und baut diese immer weiter aus. Manchmal geschieht dies über mehrere Generationen hinweg. So ist es nicht verwunderlich, dass das ein oder andere Bussardnest, was die Größe betrifft, mit einem Storchennest konkurrieren kann. Mäusebussardhorste kommen in allen Baumarten vor. Außerdem nisten Mäusebussarde auch auf Felsvorsprüngen oder an Abhängen. Die Horste werden innen mit jungen, belaubten Zweigen ausgepolstert. Die Mulde, in die die Eier abgelegt werden, wird recht spät gebaut. So wird auch erst ein schützender Horstrand gebaut, wenn die Jungen bereits geschlüpft sind. Mäusebussarde benutzen mitunter auch Nester von anderen Vogelarten. Hier seien Nester anderer Greifvögel und Krähennester genannt.<br> Die eher unspektakulären Balzflüge beginnen im Februar/ März. In weiten Kreisen gleitet der Bussard in großer Höhe einher. Immer wieder gibt er dabei das für ihn so charakteristische „Hiäh!“ ab. Schließlich gehen die Männchen dann in einen Sturzflug über, ähnlich wie bei der Jagd nach Beutetieren. Mäusebussarde bleiben in unseren Breiten ihr Leben lang zusammen. Bevor die Paarung in einer Baumkrone oder im eigenen Horst stattfindet, umwirbt das Männchen seine Gattin jedes Jahr aufs Neue. Die 2 bis 4 Eier werden Mitte März gelegt. Sie sind weiß und oft auch mit braunen, rötlichen und violetten Flecken versehen.<br> Die Küken schlüpfen nach 33 Tagen aus den Eiern und sind bereits in der Lage zu sehen. Die Mutter wärmt die nur mit einem dünnen Dunenflaum versehenen Jungtiere die ersten 14 Tage lang. Das Männchen ist in dieser Zeit ausschließlich mit der Jagd beschäftigt, um seine Gattin und die Küken mit Futter zu versorgen. Ist diese intensive Pflege der Neugeborenen gemeistert, geht das Weibchen mit auf die Jagd, damit alle der immer kräftiger werdenden Jungbussarde genügend Nahrung erhalten. Im Alter von 50 Tagen sind die Jungen flügge. Sie müssen jedoch immer noch von ihren Eltern mitversorgt werden. Erst nach etwa 100 Tagen sind die Jungtiere völlig selbständig. Die Geschlechtsreife erlangen Mäusebussarde erst im 3. Lebensjahr, das jedoch bei weitem nicht alle Tiere erreichen. Nur etwa 50 Prozent der Jungtiere erreichen dieses Alter.</p></p>
<p><p>Der hebräische Name dieses Vogels bedeutet „Rufer“. Einige Menschen sind der Auffassung, dass mit dem hebräischen Namen des Rebhuhns das krächzende „girrhäk“ nachgeahmt werden soll, das der Vogel von sich gibt, wenn er aufgescheucht wird. Das Rebhuhn, das auch als Feldhuhn bezeichnet wird, gehörte in früheren Zeiten zur täglichen Jagdbeute der Menschen. Der Kurzstreckenflieger und Laufvogel ist mit dem Anstieg des Ackerbaus durch den Menschen zum Kulturfolger geworden. Das zur Familie der Fasanenvögel gehörende Feldhuhn ist allerdings durch die stark intensivierte Landwirtschaft in der heutigen Zeit und der damit verbundenen Beseitigung von Hecken und Feldgehölzen immer mehr verdrängt worden und kommt nur noch entsprechend selten in Deutschland vor. Das Rebhuhn stellt diejenige Niederwildart dar, die am stärksten von der Flurbereinigung betroffen ist. In Rheinland-Pfalz wird es entsprechend seines geringen Bestandes nur mäßig bejagt.</p><strong>Aussehen:</strong><p>Rebhühner gleichen in ihrer Größe einer starken Taube, besitzen jedoch einen kürzeren Stoß (Schwanzfedern). Ihre Länge beträgt etwa 30 Zentimeter. Sie sind von gedrungener, rundlicher Gestalt und haben kurze, kräftige Läufe.<br> Rebhühner haben eine graue Unterseite. Die Männchen besitzen am Bauch außerdem einen schwarzen, halbrunden Fleck, der bei der Henne nicht so stark ausgeprägt ist oder fehlt. Hals und Kopf sind rostbraun und das Gefieder auf dem Rücken ist hellbraun gestreift. Hahn und Henne sind etwa gleich groß und in freier Wildbahn eigentlich nicht zu unterscheiden. Das Feldhuhn wiegt 300 bis 400 Gramm.</p></p><p><p>Die Verbreitung des Rebhuhns umfasst den größten Teil des europäischen Kontinents mit Ausnahme von Spanien und Portugal. Ebenfalls kommt es bis Mittelsibirien und im südlichen Skandinavien vor. In Deutschland wurde versucht, das Rebhuhn auf einigen Nordseeinseln wieder anzusiedeln. Allerdings gilt nur der Bestand auf Sylt als gesichert. Die Zahl der Rebhühner nimmt in Deutschland insgesamt ab, weshalb das Tier in die Rote Liste für bedrohte Arten eingetragen wurde. In Rheinland-Pfalz gibt es größere Vorkommen in den Gebieten Rhein-Pfalz-Kreis, Alzey-Worms und Mayen-Koblenz.</p>Lebensraum:<p>Ursprünglich war das Rebhuhn ein Bewohner von Steppen und Waldsteppen. Heute ist es als Kulturfolger hauptsächlich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen anzutreffen. Selbst die Nacht verbringt das kleine Feldhuhn niedergeduckt auf dem Acker. Es liebt strukturreiche Feldflure mit niedrigen Hecken und Gräben. Da gerade diese Elemente jedoch durch die Landwirtschaft beseitigt wurden, muss das Rebhuhn mit dem Vorlieb nehmen, was es an Deckung findet.</p></p><p>Verhalten: <p>Rebhühner sind Standvögel. Sie bewegen sich nicht weit und auch nicht häufig von ihrem Revier fort. Die Hähne markieren früh am Morgen und abends ihr Revier mit ihren Rufen, die einem „Girrhäk", „girrhäk" oder „Girr-häää" ähneln. Rebhühner sind nicht in der Lage nachts einen Baum zum Schlafen aufzusuchen. Sie liegen meist zusammengedrängt auf dem Boden in Deckung. Bei Gefahr flieht der Laufvogel zunächst einige Meter am Boden, bevor der dann mit schnellen und ungeschickt anmutenden Flügelschlägen abhebt, um zwischendurch in einen kurzen Gleitflug über zu gehen. Tagsüber gehen die Feldhühnchen der Nahrungsaufnahme nach oder sie hudern, was soviel bedeutet, dass sie zur Gefiederpflege in Sand oder Staub baden.<br> Rebhühner und Fasane nehmen regelmäßig Sandbäder. Dabei suchen sie immer bestimmte Stellen auf, das heißt, sie haben ihre „Lieblingsbadewannen“. Die Fasane benutzen ihre „Badewanne“ so häufig, dass mit der Zeit der Sand darin ganz fein ist. Wenn sich ein Fasan in die „Wanne“ setzt und beginnt, mit den Flügeln zu schlagen, entstehen dicke Staubwolken. Bei trockenem Wetter nehmen die Rebhühner täglich ein Sandbad, und zwar auf der Straße oder an einer sandigen Stelle eines Fluss- oder Seeufers.</p>Nahrung:<p>Die Nahrung der Feldhühner besteht aus dem, was die Tiere in der Feldflur finden. Vor allem mögen sie Unkrautsamen und Insekten. Außerdem fressen sie Knospen, Getreide und junge Triebe. Rebhühner nehmen wie alle Hühner kleine Steinchen zu sich, die ihnen helfen die Nahrung im Magen zu zermahlen.</p>Paarungszeit und Aufzucht der Jungen:<p>Rebhuhnpaare finden im zeitigen Frühjahr zusammen und leben dann monogam. Ab Anfang Mai legt die Henne täglich ein Ei in eine gut versteckte Mulde am Boden. Im Durchschnitt werden 15 oliv braune bis bläulichgraue Eier innerhalb von 23 bis 25 Tagen gelegt. Wird ein Gelege durch landwirtschaftliche Maschinen oder von Fressfeinden (Fuchs, Dachs, Marder, Greifvögel) zerstört, so legt die Henne ein Nachgelege an, das jedoch aus weniger Eiern besteht. Es kann beim Rebhuhn sogar zu einem dritten Gelege kommen. Die Henne bebrütet ihre Eier 24 bis 26 Tage, während denen der Hahn immer in der Nähe ist, Wache hält und sich bei Gefahr meldet. Die Nahrung der Küken besteht aus eiweißreicher Kost, meist aus Insekten, vornehmlich Ameisen und deren Larven. Hahn und Henne führen den Nachwuchs gemeinsam. Nach etwa drei Wochen beginnen die Jungen noch etwas hilflos zu flattern. Nach vier Wochen verfärben sich die Brustfedern bei den jungen Hähnen.<br> Die Rebhuhnfamilie (Kette) bleibt bis zum Ende des Winters zusammen. Sie schließen sich oft mit anderen Ketten zu „Völkern“ zusammen.</p></p><p><p>Gefahren für das Rebhuhn bestehen in der schon genannten Flurbereinigung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Der Chemikalieneinsatz in der Landwirtschaft, belastet die Nahrung der Tiere, wodurch diese im Laufe der Zeit erkranken können und ihre Brut geschädigt wird. Durch Fressfeinde und ungünstige Witterungsverhältnisse sind die Feldhühner ebenfalls gefährdet. Nass-kaltes Wetter vertragen die Tiere nicht sonderlich gut. Besonders anfällig gegen solche Unbilden der Natur ist die Brut. Diese erliegt oft solchen widrigen Witterungsbedingungen.</p></p>
<p><p>Der Schwarzstorch ist mittlerweile wieder - zum seltenen - Bewohner unserer heimischen Wälder in Rheinland-Pfalz geworden. Der scheue und heimliche Vogel reagiert sehr empfindlich gegenüber Störungen. Brutverluste und Nestaufgaben können die Folge sein. Die Art benötigt also ruhige Waldgebiete. Nur selten kreisen die Vögel über ihrem Brutgebiet. Sie fliegen ihr Nest nicht von oben, sondern seitlich durch den Waldbestand gleitend an. Sie leben so verborgen, dass selbst Förster gelegentlich nicht wissen, dass in ihrem Revier der Schwarzstorch brütet. So ist es also kein Wunder, dass ein Geheimnis um ihn weht.</p><p>Im Jahre 1890 wurde das damals letzte Schwarzstorchpaar in Rheinland-Pfalz festgestellt. In der Folge blieb der eindrucksvolle Waldvogel für lange Zeit aus den - heute rheinland-pfälzischen - Wäldern verschwunden. Mit einer ersten Brut im Jahre 1982 in der Schneifel begann die Wiederbesiedlung unseres Bundeslandes. Es setzte eine überaus positive Bestandsentwicklung ein, die zu einem stabilen Brutbestand von derzeit 30 – 40 Schwarzstorchpaaren mit Schwerpunkt im nördlichen Rheinland-Pfalz führte. Das derzeitige Verbreitungsgebiet umfasst Westerwald, Taunus, Eifel, Hunsrück und Saar-Nahe-Bergland. Im Pfälzerwald wurde bislang noch kein Brutvorkommen bestätigt, aber es wird vermutet.</p><p>Brütete die Art in historischer Zeit in Urwäldern, findet sie heute in naturnah bewirtschafteten Wäldern geeignete Lebensbedingungen. Dies zeigt, dass die nachhaltige, pflegliche und naturnahe Bewirtschaftung der Wälder in Rheinland-Pfalz die Voraussetzung für die erfolgreiche Wiederbesiedlung in der jüngeren Vergangenheit geschaffen hat. Es ist kein Zufall, dass die Wiederbesiedlung und der Bestandsaufbau des Schwarzstorches in Rheinland-Pfalz mit der Umstellung auf die Naturnahe Waldbewirtschaftung zeitlich übereinstimmen. Näheres dazu finden Sie auf der Seite: „Naturnahe Waldbewirtschaftung durch die Förster hilft dem Schwarzstorch“.</p><p>Nachfolgende Tabelle stellt die Bestandsentwicklung in der Region Trier dar, die etwa ein Viertel der gesamten Landesfläche umfasst. Aufgelistet sind nur die tatsächlich nachgewiesenen Brutvorkommen. Die „Dunkelziffer“ nicht genau lokalisierter Brutplätze beträgt schätzungsweise 30 – 50 % des wirklichen Bestandes, so dass wir von 10 – 14 Brutpaaren in der Region Trier ausgehen können.</p>Schwarzstorchnester mit nachgewiesenen Bruten in der Region Trier<p>(Landkreise BIT, DAU, TR, WIL und Stadt Trier)</p>JahrAnzahl besetzter Nesterdavon BrutverlusteAnzahl ausgeflogener Jungvögel198210383104841048510286103870008800089102901049130119220593301094207952069620897208983179930820003090151140230903301004308054011064012075113087023097025105119<strong>Summe:</strong><strong>78</strong><strong>4</strong><strong>245</strong></p><p><p>„Black is beautiful“. Das gilt im besonderen Maße für den Schwarzstorch.</p><p>Geringfügig kleiner als der Weißstorch, besitzt ein stehender Schwarzstorch eine Länge von 90 bis 105 cm. Seine Flügelspannweite beträgt 175 bis 200 cm. Trotz dieser beachtlichen Größe beträgt sein Gewicht nur etwa 3 kg.</p><p>Zwar kann man Männchen und Weibchen äußerlich nicht unterscheiden, wohl aber die Altersstufen.</p><p>Der schwarze Kopf, Hals, Brust und die Flügel der Altvögel unterscheidet den Schwarzstorch auf den ersten Blick von seinem weißen Vetter. Die namensprägenden schwarzen Körperpartien besitzen einen grünlichen bis violetten Metallglanz. Nur im Flugbild erkennt man, dass die Flügel nicht insgesamt schwarz sind, sondern unterseits weiße Achselfedern besitzen. Diese bilden zusammen mit der weißen Bauchfärbung ein markantes, das Flugbild prägendes weißes Dreieck. Beine, Schnabel und die unbefiederte Haut um das Auge weisen eine kräftige rote Farbe auf.</p><p>Jungvögel in ihrem ersten Kalenderjahr tragen ein nicht so lebhaft gefärbtes Jugendkleid.<br> Die schwarzen Gefiederpartien der Altvögel sind bei ihnen noch mattbraun, an Kopf und Hals etwas aufgehellt. Schnabel und Beine sind grünlichgelb und nicht rot wie bei den Altvögeln.</p><p>Auch Jungvögel im zweiten Kalenderjahr haben noch ein mattbraunes Gefieder, der Schnabel ist jedoch fleischfarben bis mattrot, ebenso die Beine. Das unterscheidet sie von den Jungvögeln im ersten Kalenderjahr, das noch mattbraune Gefieder unterscheidet sie hingegen von den älteren Vögeln.</p></p><p><p>Schwarzstörche bevorzugen zum Brüten größere, naturnahe Laub- und Mischwälder im Reifestadium (alte Bäume). Zur Nahrungssuche sind zahlreiche Kleingewässer und Feuchtgebiete im näheren und weiteren Umfeld erforderlich, insbesondere naturnahe Bachläufe und Täler. <br>Als Nestbäume werden in Rheinland-Pfalz folgende Baumarten genutzt: 53 % Buche, 35 % Eiche und 12 % andere Baumarten. Es handelt sich um ältere großkronige Bäume in meist licht stehenden Altholzbeständen, die zur Nestanlage ausgesucht werden. </p><p>Zur Nahrungssuche hält er sich gerne in Bächen oder Gräben auf oder an Teichen und Tümpeln. Dort fischt er seine Nahrung aus dem seichten Wasser. Hin und wieder werden auch Waldwiesen oder waldnahes Grünland aufgesucht, um dort kleine Beutetiere zu finden. </p><p>Die Nahrungsreviere in unseren Mittelgebirgslandschaft sind sehr groß. Ein brütendes Schwarzstorchpaar benötigt ein Gebiet von 12 bis 15 km Radius um das Nest. Aufgrund ihres kraftsparenden Segelns in der Thermik sind Schwarzstörche in der Lage, aus einem solch großen Areal die Nahrung für die Jungen zu sammeln. Dieses funktioniert auch in ungünstigen Zeiten für die Nahrungsbeschaffung wie länger andauernde Regenperioden oder Hochwassersituationen. </p></p><p><p>Sicherlich wäre das zum gegenwärtigen Zeitpunkt (April 2014) zu weit gesprungen. Dass aber zwischenzeitlich einzelne Exemplare durchaus mit dem Menschen "vertraut" werden belegt ein Foto von Heike Tibes. Dazu Frau Tibes: <em>"...</em><em>ich konnte gestern Vormittag in einem Vorgarten (!) im Ortsbereich von Nettersheim einen Schwarzstorch sichten. Saß seelenruhig auf einer Mauer und putzte sich, obwohl wir mit 15 Kindern nur ca. 50 Meter entfernt standen...."</em></p>Lebensweise<p>Schwarzstörche sind Zugvögel. Mittel- und westeuropäische Brutvögel ziehen ins nördliche Afrika, zum Teil auch in den Nahen Osten. Die Rückkehr verläuft unterschiedlich in Abhängigkeit vom Alter. Erwachsene Brutvögel kehren bereits Ende Februar und im März wieder in ihre Brutheimat zurück. Nichtbrütende Schwarzstörche in ihrem zweiten, teilweise noch in ihrem dritten Kalenderjahr, erreichen Europa überwiegend im Monat Mai. Der Wegzug findet im September statt. Bei Jungvögeln kommt es nach ihrem Selbständigwerden und vor dem Wegzug zu einem nicht zielgerichteten Umherstreifen.<br><br> Schwarzstörche belegen zur Brutzeit hierzulande große Reviere, aus denen sie Konkurrenten vertreiben.<br><br> Der aktive Flug wird mit tief ausholenden langsamen Flügelschlagen ausgeführt, die Beine ragen dabei weit über das Schwanzende hinaus. Kopf und Hals werden gerade, der Schnabel leicht abwärts gehalten. Das unterscheidet das Flugbild schon in der Ferne deutlich von dem eines Reihers. Wenn immer möglich, wird der kraftsparende Gleitflug mit ausgebreiteten leicht abwärts gebogenen Flügeln ausgeübt. Wie auch beispielsweise viele Greifvögel nutzen auch Schwarzstörche dafür möglichst gute Thermik.<br> Ein selten schöner Anblick: Ein Schwarzstorch bei der Gefiederpflege; Bild: Martin HormannEin selten schöner Anblick: Ein Schwarzstorch bei der Gefiederpflege; Bild: Martin Hormann<br><br> Nahrungssuchend schreitet ein Schwarzstorch durch seichtes Wasser oder gelegentlich auch über Grünland. Dabei wird bachbegleitendes Ufergehölz zur Beschirmung der Wasserfläche ausgenutzt, um im Wasser besser die Nahrung zu erspähen. Gleichzeitig ist der sehr dunkle Vogel im Schatten der Ufergehölze gut getarnt.<br><br> Schwarzstörche zeigen in der Nestbesetzungsphase und beginnenden Brutzeit einen auffallenden Balzflug, den das Paar zusammen ausführt. Dabei spielt das sogenannte „Flaggen“ eine große Rolle, das auffallende Präsentieren der gespreizten weißen Unterschwanzdecken. Es dient sowohl der Paarbindung als auch dem Vertreiben von Rivalen.<br><br> Obwohl Schwarzstörche über verschiedene Rufe und Lautäußerungen (Schnabelklappern) verfügen, hört man diese nur äußerst selten.<br><br> Schwarzstörche sind gegenüber dem Menschen meist scheue Vögel mit 300 – 500 m Fluchtdistanz.<br> Auch Molche gehören zum Speiseplan; Bild: Thomas Bengt-GröbelAuch Molche gehören zum Speiseplan; Bild: Thomas Bengt-Gröbel<br><br> Die Nahrung besteht ganz überwiegend aus Tieren, die in Bächen, Teichen und Tümpeln leben. Fische, Frösche, Molche, Krebse und Wasserinsekten bilden den Hauptanteil. Einen geringeren Anteil im Nahrungsspektrum nehmen landbewohnende Tiere ein wie Regenwürmer, Insekten und Mäuse.</p><p>Schwarzstörche werden im Alter von ca. drei Jahren geschlechtsreif. Das sehr große Nest wird bei uns fast stets auf alten Bäumen im unteren Kronenbereich oder auf Seitenästen angelegt. Darin findet jährlich nur eine Brut statt. Die Nester können 10 Jahre und länger benutzt werden.</p><p>Die Eiablage beginnt ab Mitte April. Das Gelege umfasst 3 – 5 Eier, in den meisten Fällen 4. Es wird 32 – 40 Tage bebrütet. Beim Brüten wechseln sich die beiden Elterntiere regelmäßig ab. Die Nestlingszeit beträgt 62 bis 69 Tage. Beide Elterntiere füttern und bringen jeweils eine größere Futtermenge auf einmal mit. Die Zeit des Flüggewerdens der Jungen fällt meist in die zweite Julihälfte. Eine Bindung zum Nest besteht aber noch bis etwa Mitte August.</p><p>Der Bruterfolg ist bei den untersuchten Paaren in der Eifel und im Hunsrück mit 3,1 ausgeflogenen Jungvögeln/Brutpaar vergleichsweise hoch.</p></p><p><p>Die naturnahe Waldbewirtschaftung bindet natürlich ablaufende Prozesse der Natur möglichst weitreichend in die moderne Forstwirtschaft mit ein. Bäume werden einzeln genutzt und nicht großflächig in Kahlschlägen. Der Anteil an alten Bäumen steigt stetig. Die Althölzer verjüngen sich natürlich, es braucht also nicht gepflanzt zu werden. Mischwälder mit höheren Laubbaumanteilen und Baumartenvielfalt werden angestrebt, unter Berücksichtigung der natürlichen Waldgesellschaft und der Standortsverhältnisse. Stehendes und liegendes Totholz werden stellenweise belassen. An Bachläufen werden Nadelbäume zurückgedrängt zugunsten von natürlich dort vorkommenden Laubbaumarten, stellenweise werden offene Strukturen an Bächen und in Quellgebieten erhalten und geschaffen.</p><p>Wurde früher nur in Einzelfällen nach diesen Prinzipien gearbeitet, begann das Umdenken und die Neuausrichtung der Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz im Sinne der Naturnahen Waldbewirtschaftung in den 80er Jahren und verstärkte sich nach den Orkanen Vivian und Wiebke im Jahre 1990. Diese hatten in den mitteleuropäischen Wäldern zu verheerenden Windwürfen geführt und das Erfordernis aufgezeigt, künftig stabilere Waldbestände zu erzielen.</p><p>In diese Zeit fällt auch die Rückkehr des Schwarzstorches und das Anwachsen sowie die Ausbreitung der Brutpopulation in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus in die westlich angrenzenden Länder Belgien, Luxemburg und Frankreich. Der Gedanke liegt nahe, dass es sich um keine zufällige zeitliche Übereinstimmung dieser beiden Entwicklungen handelt. Wohl war die Neuausrichtung der Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz nicht der allein ausschlaggebende Faktor für den positiven Bestandstrend beim Schwarzstorch, sie hat diese Entwicklung aber doch sehr stark begünstigt und sogar die Voraussetzung dafür geschaffen.</p></p><p><p>Im einzelnen sind es folgende Einflüsse, die unsere Forstwirtschaft nach Umstellung auf die naturnahe Waldbewirtschaftung auf den Brutbestand des Schwarzstorches ausübt, die seine Rückkehr in die rheinland-pfälzischen Wälder überhaupt erst möglich gemacht und gefördert haben:</p><ul><li> Umwandlung zu mehr Laub- und Mischwäldern schafft geeignete Brut- und Nahrungshabitate.</li><li>Vermehren und Erhalten alter Baumbestände durch Erhöhung der Erntealter und Zielstärkennutzung, gleichzeitig Kahlschlagsvermeidung und Verbesserung des Waldgefüges: Naturnahe Waldbewirtschaftung führt zu mehr alten und dicken Bäumen im Wald und zu einem stufigen, mehrschichtigen und abwechslungsreichen Waldgefüge.</li><li>Zur naturnahen Waldwirtschaft gehört auch, dass stellenweise stehendes Totholz belassen wird (soweit dieses keine Gefahr für Menschen durch Umstürzen darstellt) sowie besondere alte Bäume oder Baumgruppen erhalten werden. Stehendes Totholz und alte Einzelbäume und Baumgruppen sind wichtige Elemente bei den Lebensraumansprüchen von Schwarzstörchen im Umfeld des Brutplatzes.</li><li>Extensive Bewirtschaftung der Talsohlen von Bachtälern im Wald, Zurücknahme des Nadelholzanteiles, Förderung der standortstypischen Laubgehölzarten, Offenhaltung bislang offener Talabschnitte. Dies fördert die Fisch- und Amphibienpopulationen der Kleingewässer und somit die Nahrungsgrundlage und –verfügbarkeit für den Schwarzstorch.</li><li>Bodenschutzkalkung verringert die Versauerung der Waldböden durch Luftschadstoffe. Dadurch verbessern sich ebenfalls die Lebensbedingungen für Amphibien und Fische in den Kleingewässern.</li></ul></p><p><ul><li>Der scheue Schwarzstorch reagiert empfindlich auf Störungen durch Menschen in Brutplatznähe, vor allem zu Beginn der Brutzeit. Unter Umständen wird der Brutplatz verlassen. Störungsursache kann z.B. unkoordinierte Freizeitnutzung sein (Reiter, Hobby-Fotografen, Radfahrer...) und unkoordinierte jagdliche und forstliche Maßnahmen</li><li>Kollision mit Freileitungen und Stromschlag an noch ungesicherten Strommasten</li><li>Horstabstürze oder Abbrüche nesttragender Äste infolge von Stürmen</li><li>Schadstoffbelastung der Beutetiere</li><li>Verluste durch Abschuss und Fang in den Winterquartieren und auf den Zugwegen</li><li>In geringem Umfang Gelegeverluste durch andere Tierarten, z.B. Kolkrabe, Uhu, Waschbär</li></ul></p><p><ul><li>Einrichtung von Horstschutzzonen von 300 m Radius um den Brutbaum reduziert Störungen durch forstliche Arbeiten zur Revierbesetzungs- und Brutzeit (Anfang März bis Ende August)</li><li>Renaturierung von Fließgewässern und Anlage von flachen Teichen verbessern die Nahrungshabitate im Brutgebiet</li><li>Anbringen von Brutplattformen im Falle von Horstabstürzen unterstützt das Brutgeschäft</li><li>Lenkung der Jagd- und Freizeitaktivitäten von Waldbesuchern sollen Störungen vorbeugen</li><li>Fortbildung der Försterinnen und Förster sowie allgemeine Informationen zum Schwarzstorch verbessern den Kenntnisstand</li><li>Jährliche Erfassung des Brutbestandes und Bruterfolges als Voraussetzung von Schutzmaßnahmen</li></ul></p><p><p>In Rheinland-Pfalz erfolgte die erste Farbberingung einer Schwarzstorchbrut im Jahre 2010. Durchgeführt wurde sie von dem Schwarzstorchspezialisten Carsten Rohde in Zusammenarbeit mit Martin Hormann von der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland und den Förstern Georg Graf von Plettenberg, Christian Ossweiler, Sebastian Heinrich und Axel Henke von Landesforsten Rheinland-Pfalz.<br> Die vier Hunsrücker Jungstörche erhielten jeweils einen schwarzen und weißen Ring der Nummernfolge T124 - T127.</p><p>Dies sollte der Auftakt für weitere Beringungsaktionen in den nächsten Jahren sein. Ringablesungen werden von Karl-Heinz Heyne, capra-ibex@gmx.de, gesammelt, weitergeleitet und ausgewertet.</p><p>Die ersten Erkenntnisse aus Farbringablesungen in Rheinland-Pfalz betreffen Schwarzstörche, die in Frankreich beringt worden waren, und sind sehr vielversprechend, da sie einiges über die Lebensgeschichte der Vögel verraten:</p><ol><li>Ein von 2008 bis 2010 – und hoffentlich auch in den kommenden Jahren - im Forstamtsbereich Birkenfeld im Hunsrück brütender Schwarzstorch trug einen roten Farbring mit der Aufschrift CH 14 (G.Graf von Plettenberg, C.Ossweiler). Wie sich herausstellte, stammte er aus Frankreich. Am 04.06.2005 beringte Paul Brossault diesen Storch als Nestling in Burgund, Raum Dijon, Département Côte d’Or. Übrigens war ein Elternteil dieses Vogels, der also dort brütete, ebenfalls nestjung beringt worden: 1999 im Norden des Großherzogtums Luxemburg, Raum Clairvaux (roter Ring, Nr. C6J).</li><li>Weiterhin brütete im Jahre 2010 ein mit rotem Ring markierter Schwarzstorch, Ring-Nr.CC 72, im Forstamtsbereich Prüm/Eifel. Das Ablesedatum war der 09.05.2010 (KH.Heyne). Die Brut war zu diesem Zeitpunkt nach Zerstörung des Geleges durch Kolkraben aufgegeben worden. Die Herkunft dieses Eifeler Brutvogels liegt in den französischen Ardennen, Raum Charleville-Maizières, wo er als Nestling am 02.06.2005 von Gérard Jadoul beringt worden war.</li></ol></p>
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