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BfS unterstützt WHO weiter mit Strahlenschutz-Expertise

BfS unterstützt WHO weiter mit Strahlenschutz-Expertise BfS ist Kooperationszentrum der Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) BfS ist weiterhin WHO-Kooperationszentrum Die Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) hat das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) erneut als WHO -Kooperationszentrum benannt. Damit wird das BfS die WHO für weitere vier Jahre mit seiner Expertise im Strahlenschutz unterstützen. Die deutsche Behörde wertet diesen Schritt als Anerkennung der hochwertigen BfS -Arbeit im internationalen Vergleich. "Der Schutz vor Strahlung ist für die Gesundheit der Menschen überall auf der Welt relevant. Entsprechend wichtig ist der Austausch darüber, wie dieser Schutz optimal ausgestaltet wird. Dafür ist die WHO eine zentrale Plattform. Das BfS wird hier gerne weiter seine Expertise einbringen" , sagt BfS -Präsidentin Inge Paulini. Paulini: "Internationale Zusammenarbeit fördert wissenschaftliche Exzellenz" BfS-Präsidentin Dr. Inge Paulini Quelle: bundesfoto/Bernd Lammel "Der russische Angriffskrieg hat die Risiken nuklearer Unfälle wieder verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt" , erläutert Paulini. " Strahlenschutz ist aber auch für viele Bereiche des alltäglichen Lebens von Bedeutung: zum Beispiel in der Medizin, bei der Einführung neuer Funktechnologien oder bei der Bewertung der Qualität des Trinkwassers. Die internationale Zusammenarbeit fördert wissenschaftliche Exzellenz, Innovation und Problemlösung durch den Zugang zu vielfältigem Fachwissen. Als WHO -Kooperationszentrum kann das BfS zur Bewältigung globaler und nationaler Herausforderungen beitragen." Die erneuerte Zusammenarbeit mit der WHO als "Collaborating Centre" – so der englische Begriff - umfasst vier Kooperationsbereiche. Dabei bringt sich das BfS zum Beispiel beim Ermitteln und Bewerten von Strahlenrisiken und ihrer Kommunikation ein. Es werden internationale Sicherheitsstandards und technische Leitlinien entwickelt. Außerdem geht es bei der Kooperation um internationale Workshops und Ausbildungsprogramme. WHO -Kooperationszentren Die Kooperationszentren der WHO sind vom Regionaldirektor ernannte Forschungseinrichtungen oder Institute, die der WHO als Teil eines internationalen Kooperationsverbundes in Gesundheitsfragen zuarbeiten. Das BfS ist als " WHO -Kooperationszentrum für ionisierende und nichtionisierende Strahlung und Gesundheit" eines von weltweit 21 Zentren im Themenbereich Strahlung . Zwei davon haben ihren Sitz in Deutschland. Weitere Informationen über die Kooperation mit der WHO stellt das BfS in seinem Internetauftritt bereit. Stand: 03.02.2026

Umsetzung internationaler Regelwerke bei der Zwischenlagerung

Die Western European Nuclear Regulator Association (WENRA), bei der Deutschland Mitglied ist, hat vereinbart, gemeinsame Sicherheitsstandards für die Lagerung radioaktiver Abfälle einzuführen und deren Einhaltung zu überprüfen. In diesem Projekt für das Bundesumweltministerium begleitet das Öko-Institut die Arbeiten zum Self-Assessment der regulatorischen Rahmenbedingungen und der Lageranlagen. Schwerpunkte der Arbeiten sind Abgleiche der WENRA-Regeln mit dem Regelwerk der IAEA und Zuarbeiten bei der Einschätzung der Regelwerkskonformität bei Anlagen für die Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen (LAW/MAW-Lager).

Co-creation nachhaltiger Transformationen von Lebensmittelversorgungsketten durch kooperative Geschäftsmodelle und Governance

Der Klimawandel, die COVID-19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine machen deutlich, dass die konventionellen, globalisierten Lebensmittelversorgungsketten nicht nachhaltig sind. Hinzu kommen erhebliche Treibhausgasemissionen, Ernährungsunsicherheit, hohe Lebensmittelpreise, Ungerechtigkeiten gegenüber Arbeitnehmern und die Abhängigkeit von Handelspartnern, die die Menschenrechte verletzen. Es wurden verschiedene Anstrengungen unternommen, um die Lebensmittelversorgungsketten in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern, indem Transporte reduziert, faire Preise gezahlt, die Wertschöpfung in der Herkunftsregion erhöht, Sicherheitsstandards für Arbeitnehmer eingeführt und die Rechenschaftspflicht entlang der gesamten Versorgungskette von der Produktion bis zum Verbrauch verbessert werden. Kooperative Geschäftsmodelle, wie Arbeiter- oder Verbrauchergenossenschaften, sowie kooperative Governance, wie zum Beispiel Ernährungsräte oder solidarische Landwirtschaft, übernehmen viele dieser nachhaltigen Praktiken. Dennoch gibt es wenig empirische, vergleichende Forschung darüber, wie nachhaltige Lebensmittelversorgungsketten durch genossenschaftliche Modelle umgesetzt werden können. Dieses Projekt koordiniert transdisziplinäre Forschungsaktivitäten von sechs Teams in Deutschland, Schweden, der Türkei, Thailand, den USA und Taiwan, die mit lokalen Gruppen verschiedener Interessengruppen zusammenarbeiten, um zu erforschen, wie Lebensmittelversorgungsketten in unterschiedlichen soziokulturellen und politischen Kontexten erneuert, umgestellt und gestärkt werden können. Während alle Studien ganze Versorgungsketten untersuchen, unterscheiden sich sind die Fälle hinsichtlich der spezifischen Probleme der Versorgungskette, der Phase der Versorgungskette, die für die Umwandlung offen ist, der Bandbreite der Lebensmittelprodukte und der Steuerungselemente des unterstützenden unternehmerischen Ökosystems. Alle Teams stützen sich auf einen theoretischen Rahmen, der Nachhaltigkeitstransformation, kurze Lieferketten und alternative Lebensmittelnetzwerke miteinander verbindet, und verwenden eine Forschungsmethodik, die Nachhaltigkeitsbewertung, Visionsbildung, Strategieentwicklung, reale Experimente und Evaluierungsmethoden in transdisziplinärer Zusammenarbeit mit Akteuren der Lieferkette und der Unternehmensführung kombiniert. Die Ergebnisse dieser Forschung sollen Wissenschaft und Praxis Anhaltspunkte bieten, wie Lebensmittelversorgungsketten erfolgreich in Richtung Nachhaltigkeit umgestaltet werden können.

Vertiefte Untersuchungen von Betriebserfahrungen aus Kernreaktoren

Nach Brandereignis - Antrag auf Wiederinbetriebnahme der Brennstoffanlage in Bernburg genehmigt

Für die Wiederinbetriebnahme der Brennstoffanlage in Bernburg gab es jetzt Grünes Licht vom zuständigen Landesverwaltungsamt. Die Anlagenbau Umweltprojekt GmbH bereitet die Wiederinbetriebnahme ihrer Anlage zur Brennstoffproduktion am Standort Bernburg vor. Das Unternehmen hatte dazu am 12. März 2026 einen entsprechenden Antrag beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt eingereicht. Nach Auswertung der Unterlagen sind keine nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten. Die Anforderungen des BImSchG werden weiterhin erfüllt. Die Anlage dient der mechanischen Behandlung nicht gefährlicher, heizwertreicher Abfälle zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen und ist für eine Jahresdurchsatzleistung von bis zu 66.000 Tonnen genehmigt. Die angezeigten Maßnahmen führen zu keiner Änderung von Kapazität, Lagermengen oder Durchsatz. Einzelne technische Anpassungen betreffen unter anderem die Anlagentechnik, etwa die Integration emissionsarmer Verladeprozesse für separierte Stoffströme. Zusätzliche Umweltbelastungen sind dadurch nicht zu erwarten. Brandereignis im April 2025 Am 8. April 2025 war es gegen 3:50 Uhr im Inputbereich der Produktionshalle zu einem Brand gekommen. Rund 200 Tonnen Mischkunststoffe waren betroffen. Große Teile der Halle sowie die Anlagentechnik und Förderbänder wurden beschädigt. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg stellte das Ermittlungsverfahren zur Brandursache im Juli 2025 ein. Wiederaufbau im genehmigten Bestand Nach dem Brand wurden umfassende Prüfungs-, Reinigungs- und Sicherungsarbeiten durchgeführt. Auf Grundlage einer Standsicherheitsprüfung sind bauliche Maßnahmen erforderlich, darunter der Austausch einzelner Tragteile und Schraubverbindungen sowie eine großflächige Erneuerung der Hallenfassade. Nach Abschluss dieser Arbeiten steht das Gebäude wieder für den Einbau der Anlagentechnik zur Verfügung. Der Wiederaufbau erfolgt weitgehend im bestehenden, genehmigten Anlagenkonzept. Verbesserter Brandschutz und neue Infrastruktur Ein besonderer Fokus liegt auf der Weiterentwicklung des Brandschutzes. Geplant sind unter anderem Damit sollen die Sicherheitsstandards über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus verbessert werden. Impressum: Landesverwaltungsamt Pressestelle Ernst-Kamieth-Straße 2 06112 Halle (Saale) Tel: +49 345 514 1244 Fax: +49 345 514 1477 Mail: pressestelle@lvwa.sachsen-anhalt.de

RadoNorm - Risikomanagement von Radon und NORM

RadoNorm - Risikomanagement von Radon und NORM Das RadoNorm-Projekt unterstützte die europäischen Staaten und die EU -Kommission bei der Umsetzung der Richtlinie 2013/59/ EURATOM (Festlegung der grundlegenden Sicherheitsnormen, BSS, zum Schutz vor Gefahren durch ionisierende Strahlung auf gesetzlicher, exekutiver und operativer Ebene). Das Projekt befasste sich mit den Risiken natürlicher radioaktiver Strahlung – insbesondere durch Radon sowie durch sogenannte natürlich vorkommende radioaktive Stoffe (NORM). Das Projekt trug dazu bei, das Verständnis natürlicher Strahlenbelastung zu verbessern, den Gesundheitsschutz zu stärken und eine fundierte Grundlage für politische Entscheidungen sowie praktische Maßnahmen in Europa zu schaffen. Hintergrund Die Richtlinie 2013/59/ EURATOM fordert die Festlegung grundlegender Sicherheitsnormen (BSS) zum Schutz vor Gefahren durch ionisierende Strahlung auf gesetzlicher, exekutiver und operativer Ebene. Das multidisziplinäre Forschungsvorhaben RadoNorm " Towards effective radiation protection based on improved scientific evidence and social considerations – focus on radon on NORM " wurde konzipiert, um die Umsetzung der Richtlinie auf europäischer und nationaler Ebene zu unterstützen. Mit den Ergebnissen der Forschung sollen die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, assoziierte Länder und die Europäische Kommission befähigt werden, grundlegende Sicherheitsstandards für den europäischen Strahlenschutz umzusetzen. Zielsetzung Stärkung der wissenschaftlichen und technischen Basis in der Risikovorsorge von Radon und NORM (natürlich vorkommende radioaktive Stoffe - Naturally Occurring Radioactive Materials ) Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses Stärkung der Kommunikation mit Interessengruppen im Bereich Strahlenschutz Förderung der Bürgerwissenschaften ( Citizen Science ) Das RadoNorm-Projekt unterstützte die europäischen Staaten und die EU -Kommission bei der Umsetzung der Richtlinie 2013/59/ EURATOM (Festlegung der grundlegenden Sicherheitsnormen, BSS, zum Schutz vor Gefahren durch ionisierende Strahlung auf gesetzlicher, exekutiver und operativer Ebene). Projektziele von RadoNorm waren u.a. die Stärkung der wissenschaftlichen und technischen Basis in der Risikovorsorge von Radon und NORM , die Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die Stärkung der Kommunikation mit Interessengruppen im Bereich Strahlenschutz, die Förderung der Bürgerwissenschaften, auch Citizen Science genannt, die wichtige Impulse für Forschungsfragen und Rückmeldungen zur Relevanz und Anwendbarkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen geben können. Im Ergebnis sollten am Ende offene Fragen im Zusammenhang mit der Radon- und NORM -Exposition von Mensch und Umwelt beantwortet sein sowie solide, praktikable und anwendbare Lösungen zur Reduzierung des Strahlenrisikos bereitgestellt sein. Die Ergebnisse von RadoNorm sollten direkt für die weitere Umsetzung in Empfehlungen und Gesetzgebung zur Verfügung stehen. Die Zusammensetzung des RadoNorm-Konsortiums garantiert hier die bestmögliche Verbreitung und Verwendung der Projektergebnisse, sowohl für Entscheidungsträger und Regulierungsbehörden als auch für verschiedene Interessengruppen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Durchführung Um diese Ziele zu erreichen, war das RadoNorm-Projekt in acht Arbeitspakete (WP) unterteilt: Koordination und Management des EU -Projektes einschließlich wissenschaftlicher und finanzieller Administration: Ulrike Kulka, Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ), Deutschland Detaillierte Charakterisierung der Radon- und NORM -Exposition: Laureline Février, Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire ( IRSN ), Frankreich Optimierung der Dosimetrie für spezifische Expositionsszenarien: Balázs Madas, Hungarian National Nuclear Research Programme (MTA-EK), Ungarn Bewertung der Auswirkungen und Risiken von Radon und NORM für Mensch und Umwelt: Sisko Salomaa, Radiation and Nuclear Safety Authority (STUK), Finnland (bis August 2022); Päivi Roivainen, University of Eastern Finland , Finnland (ab September 2022). Verbesserung der technischen Maßnahmen zur Verringerung der Exposition: Aleš Froňka, Státní ústav radiační ochrany, v.v.i. (SÚRO), Tschechische Republik Einbeziehung sozialer und gesellschaftlicher Aspekte in wissenschaftliche Empfehlungen und Risikokommunikation: Tanja Perko, Studiecentrum voor Kernenergie - Centre d'Étude de l'énergie Nucléaire (SCK - CEN), Belgien Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Andrzej Wojcik, Stockholms universitet (SU), Schweden Verbreitung der Erkenntnisse unter Stakeholdern und Bevölkerung: Nadja Železnik, Elektroinštitut Milan Vidmar (EIMV), Slowenien Ergebnis Das Projekt RadoNorm befasste sich mit den Risiken natürlicher radioaktiver Strahlung – insbesondere durch Radon sowie durch sogenannte natürlich vorkommende radioaktive Stoffe (NORM). Diese Stoffe kommen beispielsweise im Boden, in Baumaterialien oder an bestimmten Arbeitsplätzen vor und können sowohl die menschliche Gesundheit als auch die Umwelt beeinflussen. Obwohl einige Risikogebiete in Europa bereits bekannt sind, bestehen weiterhin Wissenslücken: Wie genau entsteht diese Strahlung? Wie stark sind Menschen ihr tatsächlich ausgesetzt? Und welche gesundheitlichen Auswirkungen sind damit verbunden? Gleichzeitig ist das öffentliche Bewusstsein für diese Themen bislang noch begrenzt und häufig von Unsicherheiten geprägt. Ziel von RadoNorm war es, diese Wissenslücken systematisch zu schließen. Dazu untersuchte das Projekt die Wirkung von Strahlung auf verschiedenen Ebenen – von molekularen Prozessen im Körper bis hin zu Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen und auf ganze Ökosysteme. Betrachtet wurden sowohl Wohnräume als auch Arbeitsplätze, insbesondere in Industrien mit NORM sowie an belasteten Altstandorten. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung und Verbesserung von Schutzmaßnahmen. Dazu gehörten unter anderem Strategien zur Messung und Verringerung der Radonbelastung sowie Konzepte für den sicheren Umgang mit radioaktiven Materialien. Gleichzeitig wurden gesundheitliche Risiken genauer analysiert, indem Modellrechnungen, experimentelle Studien und bevölkerungsbezogene Untersuchungen miteinander kombiniert wurden. Darüber hinaus untersuchte das Projekt, wie Menschen Risiken durch Radon und NORM wahrnehmen. Auf dieser Grundlage wurden gezielte Kommunikationsansätze entwickelt, um verständlich zu informieren und zu eigenem Handeln zu motivieren. Die Ergebnisse wurden aktiv mit der Öffentlichkeit, den Medien und verschiedenen Interessengruppen geteilt. Nicht zuletzt legte RadoNorm großen Wert auf Aus- und Weiterbildung, um Fachwissen im Strahlenschutz langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Insgesamt trug das Projekt dazu bei, das Verständnis natürlicher Strahlenbelastung zu verbessern, den Gesundheitsschutz zu stärken und eine fundierte Grundlage für politische Entscheidungen sowie praktische Maßnahmen in Europa zu schaffen. Finanzierung RadoNorm wurde mit insgesamt 18 Mio. EUR aus dem das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 ergänzenden Programm der Europäischen Atomgemeinschaft ( EURATOM ) für Forschung und Ausbildung (2019–2020) finanziert. Das Projekt begann Anfang September 2020 und hatte eine Laufzeit bis August 2025. RadoNorm wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz koordiniert und umfasste 57 Partner aus 22 EU -Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern. Darüber hinaus erfolgte eine Zusammenarbeit mit Gruppen in den USA und Kanada. Projektdaten Koordination: Bundesamt für Strahlenschutz Projektbeginn: September 2020 Projektende: August 2025 Beteiligung: 57 Partner aus 22 EU -Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern Finanzierung: 18 Mio. Euro ( EU -Rahmenprogramm Horizont 2020) Stand: 16.04.2026

Was würde man heute anders machen als 1986 in Tschornobyl

Was würde man heute anders machen als 1986 in Tschornobyl Textfassung des Videos " Was würde man heute anders machen als 1886 in Tschornobyl " 1986 ereignete sich das bis heute schwerste Kernkraftwerksunglück der Geschichte. Was genau damals passiert ist, haben wir im letzten Video beschrieben. Wir stellen euch den Link noch einmal in die Videobeschreibung. Heute, 40 Jahre später, hat sich sehr viel verändert, sowohl bei den Sicherheitsstandards der Kernkraftwerke als auch im radiologischen Notfallschutz. Was macht man heute also anders? Der Unfall von Tschornobyl im Jahr 1986 war das Ergebnis einer fehlerhaften Reaktorkonstruktion in Verbindung mit unzureichender Ausbildung und schwerwiegenden Fehlern des Reaktorpersonals. Im Kernkraftwerk Tschornobyl wurde ein Reaktortyp eingesetzt, den es nur in der Sowjetunion bzw. im sowjetischen Einflussbereich gab. Dieser Reaktortyp hat Konstruktionsmängel, die zu einer Instabilität, insbesondere  beim Hoch- und Runterfahren des Reaktors, führen. Außerdem gab es keinen Sicherheitsbehälter um den Reaktorkern. Aus diesem Grund wäre dieser Reaktorkern im damaligen Westen nicht zum Einsatz gekommen und wird auch nicht mehr gebaut. Es sind allerdings noch Reaktoren dieses Typs in Russland im Einsatz. Die Sicherheitsstandards wurden aber nach 1986 erhöht. Es gab natürlich auch 1986 schon Sicherheitsstandards. Zuvor schon und bis heute wird aus jedem Störfall und Unfall gelernt und die Sicherheitsstandards werden stetig weiterentwickelt und verbessert. Seit 1986 wurden sie also enorm verbessert. Bei der Katastrophe von Tschornobyl wurden allerdings die auch damals schon geltenden Sicherheitsvorschriften missachtet und ganze Sicherheitsverfahren außer Kraft gesetzt. Dies lag einerseits daran, dass das Personal nicht ausreichend geschult wurde und mit den Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichend vertraut gewesen ist. Es scheint außerdem zu diesem Zeitpunkt keine Fehlerkultur gegeben zu haben, sodass das Personal Bedenken nicht offen äußern konnte. Die Notfallpläne für den Schutz von Mensch und Umwelt nach einem schweren Kernkraftwerksunfall waren damals aus - heutiger Sicht - unzureichend. Das gilt sowohl für die frühen Schutzmaßnahmen, die sofort ergriffen werden müssen. wie Evakuierung, Aufenthalt in Gebäuden oder Einnahme von Jodtabletten, wie auch für Vorsorgemaßnahmen wie Überwachung der Kontamination von Nahrungsmitteln und Trinkwasser, die nach dem Tschernobyl-Unfall auch noch in Gebieten hätten ergriffen werden müssen, die mehr als 1000 Kilometer vom Unfallort entfernt lagen. Zum Beispiel in Süddeutschland. Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen kam nicht nur wegen mangelnder Planung schleppend in Gang, sondern auch, weil die sowjetischen Behörden die Schwere des Unfalls massiv heruntergespielt haben. Die zuständigen Behörden führten die Evakuierung der umliegenden Gebiete nur zögerlich über mehr als zwei Wochen durch, sodass teilweise die betroffene Bevölkerung hohen Strahlendosen ausgesetzt war. In weiter entfernt gelegenen Gebieten, die trotzdem wegen des Unfalls stark kontaminiert waren, wurden weitere Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung viel zu spät ergriffen. Das wäre vor allen Dingen eine Warnung an die Bevölkerunggewesen, Lebensmittel wie zum Beispiel Feldfrüchte, zum Beispiel Blattgemüse, oder auch Milchprodukte, nicht zu verwenden. Dies ist einer der Hauptgründe, neben der nicht erfolgten Ausgabe von Jodtabletten für die über 10.000 Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern und Jugendlichen, die in den folgenden Jahren in Belarus, der Ukraine und Russland aufgetreten sind. Heutzutage gibt es weltweit Notfallpläne, in denen die schnelle Reaktion auf radiologische Notfälle umfassend vorbereitet wird. In Deutschland werden sie im Allgemeinen Notfallplan des Bundes zusammengefasst. Zum Zeitpunkt des Unfalls gab es in Europa und der Sowjetunion noch keine flächendeckende Überwachung der Umweltradioaktivität und schon gar nicht einen internationalen Austausch dieser Messdaten, wie es heute üblich ist. In Europa gibt es heute nahezu flächendeckend Radioaktivitätsmessnetze mit mehr als 5000 Messsonden. In Deutschland umfasst das Messnetz des BfS 1.700 solcher Sonden. Über dieses Messnetz haben wir eine eigene Videoserie. Wir verlinken sie euch auch. Weil es ein solches flächendeckendes Messnetz damals noch nicht gab, konnte das Ausmaß des Unfalls damals nur sehr langsam bestimmt werden. Und so wurden auch Schutzmaßnahmen zu spät ergriffen. Eine Ausnahme bildete zwar Deutschland, das schon damals über ein dichtes Radioaktivitätsmessnetz verfügte. Allerdings war dieses für deutlich höhere Strahlungslevel ausgelegt, wie sie nach einer Nuklearexplosion in Deutschland hätten auftreten können. Und die Daten wurden damals noch nicht unverzüglich an einer zentralen Stelle zusammengeführt, so wie das heute der Fall ist. Neben der Überwachung durch Sonden gibt es heute auch die Möglichkeit, in vielen spezialisierten Laboren Umwelt- und Nahrungsmittelproben zu messen. Ein weiteres Problem war, dass es keine Zusammenarbeit bzw. Warnung an die Nachbarländer gab. Wie gesagt spielte die Sowjetunion auch die Schwere des Unfalls systematisch herunter. Heutzutage gibt es international bindende Verträge und regelmäßig getestete Verfahren, die eine unverzügliche Warnung an die Nachbarländer sicherstellen. In Deutschland waren damals die Zusammenarbeit und die Zuständigkeiten der verschiedenen Behörden bei einem radiologischen Notfall nicht geregelt. Das führte zum Beispiel zu langen Verzögerungen und widersprüchlichen Entscheidungen, die zu einer großen Verunsicherung der Bevölkerung führten. Heute ist auch durch die intensive Arbeit an Notfallplänen in den letzten Jahren in diesem Bereich eine erhebliche Verbesserung erreicht worden. 1986 gab es in Deutschland keine Vorbereitungen für die schnelle Einschätzung der radiologischen Situation. Das heißt für die Erstellung eines radiologischen Lagebilds. So dauerte es damals Monate, bis die radiologische Lage in Deutschland charakterisiert werden konnte. Heute ist dies eine Hauptaufgabe des Radiologischen Lagezentrums des Bundes, das es seit 2020 gibt. Die Fähigkeit dazu wird bei uns im BfS seit Jahren kontinuierlich ausgebaut und regelmäßig geübt, sodass innerhalb von Stunden die radiologische Lage deutschlandweit erfasst und bewertet werden kann. Das war der letzte Teil unserer Serie rund um das Thema Notfallschutz. Den Link zur Playlist mit allen Videos findet ihr in der Videobeschreibung. Wir sehen uns hier auf dem Kanal demnächst wieder zu anderen Themen des Strahlenschutzes. Bis dahin: Bleibt gut geschützt. Stand: 02.02.2026

Überprüfung des Sicherheitsstandards der Landessammelstelle für radioaktive Abfälle in Roßberg/ Hessen

Sichere Tierarzneimittel und Verbraucherschutz – Experten aus ganz Deutschland tagen in Halle

Seit gestern und noch bis morgen ist das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt Treffpunkt für Fachleute aus ganz Deutschland: Die Expertenfachgruppe „Immunologische Tierarzneimittel“ kommt zu ihrer 46. Sitzung in Halle (Saale) zusammen. Ziel der Tagung ist es, die Standards für Qualität und Sicherheit von Tierarzneimitteln sicherzustellen – ein Thema, das auch für Verbraucherinnen und Verbraucher von großer Bedeutung ist. Tierarzneimittel-Sicherheit bedeutend Immunologische Tierarzneimittel oder einfacher Tierimpfstoffe werden zur Prophylaxe gegen weit verbreitete Tierkrankheiten bei Haus-, Nutz- oder Wildtieren eingesetzt. Sie enthalten abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger. Schutzimpfungen stellen kontrollierte künstliche Infektionen dar, mit deren Hilfe der Körper eine Abwehr gegen spätere natürliche Infektionen entwickelt. Auswirkungen für Verbraucher Die Vorschriften für Herstellung und Inverkehrbringen von Tierimpfstoffen sind besonders streng, da es darauf ankommt, die Qualität und Sicherheit dieser Tierarzneimittel in Produktion und Vertrieb zu gewährleisten. Bei Nutztieren auftretende Tierkrankheiten können über von diesen gewonnene Lebensmittel auf Verbraucherinnen und Verbraucher übertragen werden. Bei Haustieren ist eine Übertragung auf den Menschen besonders über unmittelbare Kontakte möglich. Darüber hinaus wird in der Herstellung der Tierimpfstoffe mit lebenden und teilweise auch mit gentechnisch modifizierten Krankheitserregern gearbeitet, so dass eine Verschleppung dieser Erreger aus den Herstellerbetrieben wirksam verhindert werden muss. Die Fachgruppe, die im Landesverwaltungsamt tagt, besteht aus den GMP-Inspektoren der Länder und arbeitet seit Jahren an gemeinsamen Standards für die Überwachung von Herstellung und Inverkehrbringen der Tierimpfstoffe. So soll im Interesse der Arzneimittelsicherheit und Verbraucherschutz sichergestellt werden, dass in Deutschland überall dieselben hohen Anforderungen gelten und eingehalten werden. Auch neue internationale Vorgaben, etwa der EU oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO), fließen fortlaufend in diese Arbeit mit ein. Insoweit trägt die Arbeit der Expertenfachgruppe dazu bei, nicht nur die Gesundheit der Tiere zu verbessern, sondern darüber hinaus die der Menschen zu schützen. Auch Sachsen-Anhalt ist mit verschiedenen hier angesiedelten Herstellern ein bedeutender Standort für die Tierarzneimittelproduktion in Deutschland. Einen besonderen Programmpunkt der aktuellen Tagung stellt daher die Besichtigung der Serumwerk Bernburg AG, einem maßgeblichen Produzenten von Tier- wie auch Humanarzneimitteln, dar. Dort werden die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer exemplarische Einblicke in die Praxis moderner Arzneimittelproduktion erhalten. Der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye: „Dass diese wichtige Fachgruppe bei uns in Halle tagt, zeigt die hohe Anerkennung für unsere Arbeit im Bereich der Arzneimittelüberwachung. Die Ergebnisse dieser Tagung tragen dazu bei, dass Tierarzneimittel sicher und wirksam sind – und damit auch unsere Lebensmittel. Das ist ein direkter Beitrag zum Verbraucherschutz, den wir als Landesverwaltungsamt mit großer Verantwortung unterstützen.“ Impressum: Landesverwaltungsamt Pressestelle Ernst-Kamieth-Straße 2 06112 Halle (Saale) Tel: +49 345 514 1244 Fax: +49 345 514 1477 Mail: pressestelle@lvwa.sachsen-anhalt.de

Bidirektional integrierte (mobile) Speicher für Sektorkopplung und Ersatzstromversorgung in wohnungswirtschaftlichen und gewerblichen Quartieren (Micro Smart Grids), Teilvorhaben: Energie, Kommunikation und bidirektionale Ladepunkte im Micro Smart Grid

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