Ausgangssituation, Problematik und Motivation zur Durchführung des F&E-Projekts:
Die Europäische Kommission hat 2016 einen Vorschlag zur Änderung der bestehenden Gebäuderichtlinie (EPBD 2010) vorgelegt. Ein 'Smartness Indicator' soll eingeführt werden: '... and introduces a smartness indicator to assess the technological readiness of the building to interact with their occupants and the grid and to manage themselves efficiently.' Noch 2016 wurde von der Europäischen Kommission die Konzeption eines 'Smart Readiness Indicators' (SRI) ausgeschrieben. Ein Konsortium um das Flemish Institute for Technological Research NV ('VITO') hat den Zuschlag zur Durchführung bzw. Konzeption erhalten. Sollte der Vorschlag der Kommission durch Parlament und Rat angenommen werden, dann liegt die Umsetzung bzw. Konkretisierung bei den Einzelstaaten. Die Vorbereitung einer möglichen nationalen Spezifizierung des SRI für Österreich ist Inhalt dieses Projektes. Und zwar sowohl ein Vorschlag zur nationalen Umsetzung als auch eine mögliche Einbindung in den Prozess der Energieausweiserstellung und -handhabung.
Ziele und Innovationsgehalt gegenüber dem Stand der Technik / Stand des Wissens:
Die EU möchte auf Basis des 'Clean Energy for All Europeans' Maßnahmenpakets von 2016 im Gebäudebereich intelligente Technologien mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien und mit Energieeffizienz verschränken. Dazu soll auch die Bewertung der 'smart readiness' durch einen Indikator beitragen, um die Gebäude fit für die zukünftigen Anforderungen in erneuerbaren Energienetzen und die Bedürfnisse der NutzerInnen zu machen.
Im Austausch mit dem Projekt IEA EBC Annex 67, in dem der BIEGE-Leiter eine Untergruppe leitet, und auf Basis des Auftrags der EU an das VITO-Konsortium, zu dem Kontakte bestehen, wird der Vorschlag eines SRI Austria ausgearbeitet. Österreichische Technologieanbieter, Energiedienstleister, ExpertInnen und weitere relevante Stakeholder werden zu ihren Meinungen und zu Potentialen smarter Technologien befragt, ein Technologiescreening, eine Wirkungsanalyse und Klassifikation möglicher Technologien und Services durchgeführt, und der Einfluss von/ auf nationale Regelwerke untersucht.
Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse:
Das vorliegende Projekt konzipiert einen österreich-spezifischen Smart Readiness Indikator auf EU-Basis als Bewertungsschema für intelligente Gebäude und nimmt ein Technologie-Rating mit Anforderungen an den Gebäudemarkt und als Entscheidungsgrundlage für die politische Umsetzung vor. Ein Vorschlag für eine nationale Spezifizierung des SRI auch für eine mögliche Anwendung in Energieausweisen wird in Abstimmung mit dem OIB erstellt.
1. Vorhabenziel Forschungsgegenstand ist die Verbesserung von Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit durch intelligente Gebäude- und Heimvernetzung mit einer Dual-Reality Dienst- und Assistenzplattform für autonome, vernetzte und ressourceneffiziente Wohngebäude (Smart Buildings) mit einem Höchstmaß an individueller Dienstleistungs- und Benutzerintegration. Unser Ziel ist, allen Beteiligten eines Wohngebäudes (Eigentümer, Nutzer und Dienstleister) diese Plattform anbieten zu können und so eine höhere Akzeptanz zu erreichen diese Technik einzusetzen. Dies muss, neben neu geplanten Immobilien, vor allem bei bestehenden Gebäuden (Sanierung) ohne aufwändige Eingriffe in die Bausubstanz möglich sein. Durch diese einheitliche Plattform möchten wir einen Standard erreichen, der es jedem ermöglicht nachhaltig in eine Technik zu investieren, die jederzeit quasi 'Plug and Play' herstellerunabhängig erweitern und seinen Bedürfnissen nach bedienen kann. 2. Arbeitsplanung Der Arbeitsplan in GUIDED-AB ist auf 3 Jahre angelegt und in fünf Teilprojekte und deren Arbeitspakete untergliedert. Nach der Definition der Anwendungsszenarien aus Sicht von Gebäudenutzer und -dienstleister (AP 1.6) werden Testumgebungen entwickelt (AP 3.1). Anhand dieser Vorarbeiten werden Wohngebäude ausgestattet (AP 3.4), welche daraufhin auf Usability und Akzeptanz getestet werden (AP 4.2). Über Schnittstellen wird ein Immobilienportal an das Assistenzportal angebunden (AP 2.1).