Fuer besondere Beanspruchungen mineralischer Schichten in Deponieabdichtungssystemen wurde die Durchlaessigkeit und das Spannungs-Verformungs-Verhalten eines Verbundbaustoffes aus kurzen Faserbewehrungen und mineralischen Dichtungsmaterialien anhand von Elementversuchen erforscht. Dazu wurden drei Boeden (Ton, Lehm, tonmehlvergueteter Sand) mit insgesamt acht verschiedenartigen Bewehrungselementen von 0,5 Prozent bis maximal 3 Prozent hergestellt und in Proctor-, einaxialen Druck-, Triaxial-, direkten Scher-, Spaltzug- und Kompressionsversuchen sowie in Durchlaessigkeitsversuchen bei isotropen und anisotropen Spannungszustaenden bei optimalem und reduziertem Wassergehalt untersucht. Danach sind kunststoffaserbewehrte bindige und gemischtkoernige Boeden bis etwa 1,5 Prozent-Bew. und glasfaserbewehrte Boeden bis etwa 3 Prozent-Bew. herstellbar und damit im Vergleich zu den unbewehrten Boeden erheblich hoehere draenierte und undraenierte Festigkeiten zu erzielen, ohne dass die Durchlaessigkeit wesentlich beeintraechtigt wird. Waehrend bei anisotropen Spannungszustaenden bei optimalen Wassergehalten faserbewehrte Proben kaum Vorteile zeigten, konnten damit bei Proben mit reduzierten Wassergehalten signifikant kleinere Durchlaessigkeiten festgestellt werden.
Das Spannungs-Verformungs-Verhalten von Dichtwandmassen ist bis jetzt groesstenteils in einaxialen Druckversuchen untersucht worden. Da einaxiale Druckversuche keine realistische Simulation der in einer Dichtwand herrschenden Spannungszustaende zulassen, sollte im dargestellten Forschungsvorhaben mit Hilfe der bodenmechanischen Untersuchungsmethoden das Spannungs-Verformungs-Verhalten von Dichtwandmassen, insbesondere mit hohem Feststoffanteil, unter realistischen Spannungszustaenden geprueft werden. Die Untersuchungen zeigten, dass sich Dichtwandmassen unter Belastung deutlich anders als Boeden verhalten. Zur weiteren Erforschung des Spannungs-Verformungs-Verhaltens von Dichtwandmassen sollten Relaxation und Kriechen staerker beruecksichtigt werden.