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Untersuchung der Wirkung der Dachbegrünung Leipziger Fahrgastunterstände auf das Mikroklima und die Biodiversität sowie Entwicklung von Begrünungsstrategien in einem Reallabor - Fahrgastunterstände Leipzig Reallabor

Zielsetzung: Mit der Einführung moderner Fahrgastunterstände in Leipzig wurde ein erster Schritt in Richtung klimagerechter Stadtgestaltung getan. Allerdings blieb bislang weitgehend unbeantwortet, inwieweit diese Strukturen mit Dachbegrünung tatsächlich zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Förderung der urbanen Biodiversität beitragen. Erste Forschungsarbeiten und lokale Beobachtungen deuten darauf hin, dass Standortfaktoren wie Beschattung, Bebauungsdichte oder umliegende Vegetation erheblichen Einfluss auf die Vegetationsentwicklung und die Funktionalität der begrünten Dächer nehmen. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus anderen Städten wie Hamburg, dass begrünte Haltestellen wertvolle Rückzugsräume für Insektenarten bieten können. Vor diesem Hintergrund nimmt das Vorhaben „FaGULab - Fahrgastunterstände Leipzig Reallabor“ eine bestehende Wissenslücke in den Blick: Es fehlen belastbare Daten zur ökologischen Wirksamkeit der bereits umgesetzten Dachbegrünungen in Leipzig sowie zur Frage, wie Pflege, Nachsteuerung und Standortanpassung gestaltet sein müssten, um die Wirksamkeit dieser kleinen grünen Infrastrukturelemente langfristig zu sichern. Zudem ist bislang unklar, welche wirtschaftlichen und sozialen Potenziale ein zivilgesellschaftlich unterstützter Pflege- und Erhaltungsansatz bieten könnte - beispielsweise durch Patenschaften oder Bildungspartnerschaften. Ziel des Projekts ist es daher, in einem transdisziplinären Ansatz datenbasierte Erkenntnisse über ökologische, soziale und ökonomische Effekte begrünter Fahrgastunterstände zu gewinnen. Dabei sollen Schüler:innen, Wissenschaftler:innen, Verwaltungsakteur:innen und zivilgesellschaftliche Gruppen gemeinsam in einem Reallaborformat kooperieren. Zunächst stehen schulische Arbeitsgemeinschaften im Mittelpunkt, in denen Jugendliche unter fachlicher Anleitung Daten erheben, Biodiversität erfassen und Messreihen durchführen. Im Anschluss wird in einem Reallabor gemeinsam mit weiteren Mitwirkenden eine Strategie für eine nachhaltige Stadtbegrünung entwickelt. Das Projekt zielt darauf ab, begrünte Haltestellen nicht nur als technische Infrastruktur, sondern als ökologische Lernorte und Experimentierfelder zu begreifen - mit der Vision, dass jede begrünte Fläche zählt. Langfristig sollen daraus Handlungsempfehlungen für eine wirksamere, insektenfreundlichere und sozial tragfähige Umsetzung städtischer Begrünungsmaßnahmen abgeleitet und idealerweise in das Verwaltungshandeln integriert werden.

Bundesbehörden vertiefen Zusammenarbeit zur Klimaanpassung

<p> <p>Hitzeperioden gehören zu den zentralen Herausforderungen der Anpassung an den Klimawandel in Deutschland. Um die Vorbereitung auf klimabezogene Belastungen weiter zu stärken, arbeiten fünf Bundesbehörden (u.a. das UBA) künftig noch enger in der Strategischen Behördenallianz Klimaanpassung in Bevölkerungsschutz und räumlicher Planung zusammen.</p> </p><p>Hitzeperioden gehören zu den zentralen Herausforderungen der Anpassung an den Klimawandel in Deutschland. Um die Vorbereitung auf klimabezogene Belastungen weiter zu stärken, arbeiten fünf Bundesbehörden (u.a. das UBA) künftig noch enger in der Strategischen Behördenallianz Klimaanpassung in Bevölkerungsschutz und räumlicher Planung zusammen.</p><p> <p>Beteiligt sind das <a href="https://www.bbk.bund.de/DE/Home/home_node.html">Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)</a>, das <a href="https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/startseite/_node.html">Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)</a>, der <a href="https://www.dwd.de/DE/Home/home_node.html">Deutsche Wetterdienst (DWD)</a>, das Umweltbundesamt (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>) und das <a href="https://www.thw.de/DE/Startseite/startseite_node.html">Technische Hilfswerk (THW)</a>.</p> <p>Die Allianz baut auf einer seit 2007 bestehenden Kooperation auf und soll die gesellschaftliche Vorsorge im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels, insbesondere Extremwetterereignisse, in Bevölkerungsschutz und räumlicher Planung verbessern. Sie bündelt ressortübergreifendes Fachwissen, schafft Synergien und entwickelt Empfehlungen, die Politik und Praxis direkt nutzen können – so zuletzt im Umgang mit <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> im Bevölkerungsschutz. Ergebnisse sollen auch öffentlich zugänglich gemacht werden, etwa in Form von Positionspapieren.</p> <p>Zum Auftakt trafen sich die beteiligten Behörden am 17. Dezember 2025 in Bonn zu einem gemeinsamen Workshop. Ziel war es, Schnittstellen zwischen Bevölkerungsschutz und räumlicher Planung im Hinblick auf ihre Beiträge zur Klimaanpassung für Hitzeperioden zu identifizieren und Arbeitsziele für den Zeitraum 2025–2027 zu definieren.</p> <p><strong>Tobias Fuchs, Vorstand für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a> und Umwelt im Deutschen Wetterdienst</strong>: „Wir beobachten bereits jetzt eine Zunahme von heißen Tagen und Hitzewellen in Deutschland und die Klimasimulationen für die Mitte und das Ende dieses Jahrhunderts gehen von einer weiteren Zunahme aus. Die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassung-an-den-klimawandel">Anpassung an den Klimawandel</a> ist essentiell, um die Folgen für die Gesellschaft möglichst gering zu halten und etwaige Chancen nutzbar zu machen. Der DWD stellt hierfür wichtige <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/wetter">Wetter</a>- und Klimadaten bereit.“</p> <p><strong>Dr. Peter Jakubowski, stellvertretender Leiter des BBSR</strong>: „Hitzeperioden belasten die Menschen besonders in dicht bebauten städtischen Räumen, weil Gebäude und versiegelte Flächen Wärme speichern. Unsere Bundesbehörden arbeiten gemeinsam an Lösungen, die die gebaute Umwelt an diese Bedingungen anpassen. Das Klimaanpassungsgesetz unterstreicht dabei die Bedeutung einer vorausschauenden und integrierten Planung.“</p> <p><strong>Dr. René Funk, Vize-Präsident des BBK</strong>: „Auf den Bevölkerungsschutz muss Verlass sein – angesichts der sicherheitspolitischen Lage heute mehr denn je. Deshalb ist es wichtig, dass sich das Bevölkerungsschutzsystem an den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> anpasst. Wir brauchen eine robuste Vorsorgeplanung, um die Durchhaltefähigkeit zu sichern und das Schutzniveau für die Bevölkerung in Deutschland aufrechterhalten zu können. Das alles geht nur im Team, daher ist die behördenübergreifende Zusammenarbeit bei diesem Thema so gut und wichtig.“</p> <p><strong>Florian Weber, THW-Abteilungsleiter Einsatz</strong>: „Gefahren durch den Klimawandel sind ein wichtiger Bestandteil der Katastrophenprävention in Zeiten weltweit zunehmender Wetterereignisse. Die Folgen spüren wir im THW unmittelbar, was vor allem eines bedeutet: immer häufigere und immer komplexere Einsatzlagen. Für Deutschland sind beispielsweise Großeinsätze wie beim Hochwasser zum Jahreswechsel 2023/2024 oder nach dem Starkregen Bernd 2021 zu nennen. Im THW passen wir deshalb Ausbildung, Ausstattung und die Einsatztaktik konsequent an. Dabei sind Übungen und die Vernetzung mit Partnern in der Gefahrenabwehr und im Bevölkerungsschutz weitere wichtige Faktoren, um die Einsatzbereitschaft jederzeit sicherzustellen. Außerdem sind wir dabei, unsere THW-Liegenschaften zu modernisieren und sie dann mit dem EU-Umweltschutzsiegel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/emas">EMAS</a> zertifizieren zu lassen.“</p> <p><strong>Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des UBA</strong>: „Konsequenter <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimaschutz">Klimaschutz</a> ist die wichtigste Maßnahme, um dem Klimawandel zu begegnen. Wir müssen aber auch Vorsorge für nicht mehr vermeidbare Folgen des Klimawandels treffen. Denn extreme Wetterereignisse mit gravierenden Folgen sind auch bei uns immer wahrscheinlicher. Darum gehört die Klimawandelanpassung in alle Lebensbereiche. Mit der strategischen Behördenallianz bündeln wir unser Wissen, damit wir in Deutschland besser vorbereitet sind.“</p> <p><strong>Fachliche Schwerpunkte der beteiligten Behörden:</strong></p> <ul> <li><strong>BBK:</strong> Krisenübungen zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/duerre">Dürre</a> und Hitze (LÜKEX26), Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzes und der zivilen Verteidigung unter klimabezogenen Belastungen, Analyse von Klimarisiken für kritische Infrastrukturen.</li> <li><strong>BBSR:</strong> Strategien für klimaresiliente Stadt- und Raumplanung, Forschung zu hitzeempfindlichen Quartieren, bauliche Anpassungsmaßnahmen, Förderung praxisnaher Lösungen in Städten und Regionen.</li> <li><strong>DWD</strong>: Amtliche Hitzewarnungen, Klimadaten, -vorhersagen und -projektionen, <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bodenfeuchte">Bodenfeuchte</a>- und Trockenheitsmonitoring, Waldbrand- und Graslandfeuerindex, Stadtklima-Analysen und Beratung.</li> <li><strong>THW:</strong> Technische Hilfeleistungen bei Waldbränden, Trockenheit, Hochwasser, Sturmschäden und kritischen Infrastrukturstörungen (z. B. Damm- und Deichsicherung, Pumparbeiten, Notinstandsetzung), Rettung und Bergung von Personen, Räum- und Sicherungsarbeiten, Trinkwasserversorgung, Transport- und Logistikunterstützung, Einsatzführung und Fachberatung.</li> <li><strong>UBA:</strong> Analyse zentraler Klimarisiken, Empfehlungen zur Klimawandelanpassung inkl. Hitzeschutz und Stadtbegrünung, praxisorientierte Werkzeuge und Hilfestellungen wie Hitzeknigge, Klimalotse und Anpassungsscanner.</li> </ul> </p><p>Informationen für...</p>

Beteiligung gibt neuer Klimaanpassungsstrategie Rückenwind

<p> <p>Mit dem „Dialog KlimaAnpassung“ haben das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt im Herbst 2023 einen breiten Beteiligungsprozess durchgeführt. Bürgerinnen und Bürger sowie Fachleute unterstützen die neue vorsorgende Klimaanpassungsstrategie der Bundesregierung mit konkreten Anregungen für Ziele und Maßnahmen der Klimaanpassung.</p> </p><p>Mit dem „Dialog KlimaAnpassung“ haben das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt im Herbst 2023 einen breiten Beteiligungsprozess durchgeführt. Bürgerinnen und Bürger sowie Fachleute unterstützen die neue vorsorgende Klimaanpassungsstrategie der Bundesregierung mit konkreten Anregungen für Ziele und Maßnahmen der Klimaanpassung.</p><p> <p>Die Weiterentwicklung der Deutschen <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassungsstrategie">Anpassungsstrategie</a> wurde im Koalitionsvertrag 2021-2025 der Bundesregierung beschlossen. Mit einer komplett neu konzipierten vorsorgenden Anpassungsstrategie soll die Klimaanpassungspolitik in Deutschland vor allem an messbaren Zielen ausgerichtet werden. Die neue Strategie soll dazu beitragen, Maßnahmen des Bundes und möglichst auch weiterer Akteurinnen und Akteure noch zielgerichteter aufzusetzen. Erfolge der Klimaschaden-Vorsorge – und gegebenenfalls Lücken – sollen so besser zu bewerten sein, damit im Bedarfsfall nachgesteuert werden kann.</p> <p>Zur Entwicklung der neuen, vorsorgenden Klimaanpassungsstrategie der Bundesregierung fand frühzeitig ein umfassender informeller Beteiligungsprozess statt. Im „Dialog KlimaAnpassung“ wurden <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/stakeholder">Stakeholder</a> aus Ländern, Verbänden und der Wissenschaft sowie Bürgerinnen und Bürger aktiv einbezogen.</p> Beteiligungsformate im Dialog KlimaAnpassung <p>Mit dem Start der „Woche der Klimaanpassung“ konnten vom 18. September bis 22. Oktober 2023 bundesweit <strong>Bürgerinnen und Bürger</strong> an einem <strong>Online-Dialog</strong> teilnehmen und ihre Ideen und Anliegen zu einem klimaangepassten Deutschland einbringen. 1749 Personen nahmen die Möglichkeit wahr, eine Umfrage zu beantworten und sich frei an einer digitalen Pinnwand zu äußern. Parallel dazu fand eine <strong>Online-Jugendbeteiligung</strong> statt, die sich speziell an junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren richtete. Deren langfristige Betroffenheit durch die Folgen des Klimawandels und ihre Zukunftsvorstellungen sollten gesondert erhoben werden. An der Jugend-Umfrage und Ideenpinnwand beteiligten sich 230 Personen; die Resonanz blieb damit unter den Erwartungen.</p> <p>Im Oktober und November 2023 fanden zudem <strong>fünf regionale Dialogveranstaltungen</strong> in den unterschiedlich vom <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> betroffenen Regionen Ostseeküste (Wismar), Mittelelbe (Dessau-Roßlau), Rhein-Ruhr (Duisburg), Rhein-Main (Worms) und Bayerischer Wald (Zwiesel) statt. Jeweils zwei Tage lang erarbeiteten insgesamt 331 <strong>Bürgerinnen und Bürger</strong> Ideen und Empfehlungen dazu, wie sich ihre jeweilige Region in Zukunft an die Folgen des Klimawandels anpassen und somit lebenswert gestalten ließe. Sehr engagiert diskutierten die Teilnehmenden anhand der Leitthemen „Unser Wohnen“, „Unser Arbeiten und Wirtschaften“, „Unsere Gesundheit“, „Unsere Versorgung und Mobilität“, „Unsere Freizeit, Reisen und Naherholung“, „Unsere Lebensgrundlagen“ sowie „Unsere Bildung, Kommunikation und Beteiligung“. Bürgerdelegierte aus den verschiedenen Regionen haben die finalen Empfehlungen am 7. März 2024 dem Bundesumweltministerium übergeben.</p> <p>Im Dezember 2023 wurde die Fachwelt einbezogen: <strong>Stakeholder aus Ländern, Verbänden und der Wissenschaft</strong> gaben in einer zweitägigen <strong>Dialogveranstaltung</strong> sowie einer <strong>Online-Konsultation</strong> Rückmeldungen zu ersten Ziel- und Maßnahmenentwürfen der Bundesministerien für die neue Anpassungsstrategie und formulierten ihre Ergänzungs- und Änderungsbedarfe. Hier ging es vor allem um spezifische Ziele und Maßnahmen in den Clustern Wasser, Infrastruktur, Land &amp; <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/landnutzung">Landnutzung</a>, Gesundheit, Wirtschaft, im Cluster Stadtentwicklung, Raumplanung und Bevölkerungsschutz sowie im Cluster Übergreifendes. Auch Fragen zum Umgang mit etwaigen Zielkonflikten wurden behandelt. Ebenso wurde thematisiert, welche Beiträge Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Zielerreichung leisten können und sollten. An der Veranstaltung nahmen 60 Stakeholder teil, online nutzten 95 Akteurinnen und Akteure das Angebot.</p> Bürgerinnen und Bürger sowie Fachwelt teilen viele zentrale Anliegen <p>Die Ergebnisse aus dem umfangreichen Beteiligungsprozess werden zu einem Synthesebericht aufbereitet und durch das Umweltbundesamt veröffentlicht. Die Empfehlungen aus den unterschiedlichen Beteiligungsformaten wurden inhaltlich den einzelnen Clustern zugeordnet. Dabei ging es unter anderem um Fragen wie: Wurden im Beteiligungsprozess neue Ziele und Maßnahmen vorgeschlagen, gewichten Bürgerinnen und Bürger sowie Expertinnen und Experten Ziele und Maßnahmen anders als die Bundesministerien? Die Beteiligungsergebnisse konnten von den Bundesministerien bereits für die Weiterentwicklung der Anpassungsstrategie genutzt werden.</p> <p>Es zeigt sich: Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachleute haben bei vielen Themen – unabhängig voneinander – ähnliche Vorstellungen zu Anpassungszielen und wie diese Ziele durch Maßnahmen erreicht werden können. Die Teilnehmenden betonten zum Beispiel, dass vulnerable Personen besser zu schützen und natürliche Lebensgrundlagen zu erhalten seien. Das zeigt, dass die Folgen des Klimawandels in direktem Zusammenhang mit Umwelt- und Lebensqualität gesehen werden.</p> <p>Hier einige zentrale Anliegen aus dem Beteiligungsprozess:</p> <ul> <li>gesundheitlicher Hitzeschutz, insbesondere für vulnerable Personen wie Ältere, junge Menschen, Kinder, Erkrankte und im Freien Arbeitende</li> <li>Erhöhung der Vielfalt von Lebensräumen in der Landschaft</li> <li>mehr Stadtbegrünung</li> <li>Umsetzung einer wassersensiblen Stadtentwicklung („Schwammstadt“)</li> <li>Erhaltung und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit</li> <li>Reduzierung der Bodenversiegelung und Förderung der Entsiegelung</li> <li>Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe</li> <li>Entwicklung resilienter Mischwälder</li> <li>Förderung der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/grundwasserneubildung">Grundwasserneubildung</a></li> <li>Renaturierung von Flüssen, kleinen Fließgewässern und Mooren</li> <li>stärkere Berücksichtigung vulnerabler Gruppen bei der Kommunikation im Bevölkerungsschutz</li> </ul> Beteiligungsprozess gibt Rückenwind für die neue Klimaanpassungsstrategie <p>Wesentliche Ergebnisse der Beteiligung decken sich auch mit den Handlungserfordernissen der Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland 2021. Diese stellt eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Ausrichtung der vorsorgenden Klimaanpassungsstrategie des Bundes dar.</p> <p>Insgesamt erhalten die Bundesministerien Rückenwind für die weitere Arbeit an der vorsorgenden Klimaanpassungsstrategie. Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses weisen aber auch auf einige Themen hin, die mehr in den Blick genommen werden sollten. Vorgeschlagen wurde unter anderem, die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a> im Arbeitsschutz sowie im Küstenschutz stärker zu berücksichtigen.</p> <p>Nach der Ressortabstimmung des Strategieentwurfs folgt im Herbst 2024 das formelle Konsultationsverfahren, das die Beteiligung abschließen wird: Bundesländer und Verbände können schriftliche Stellungnahmen zu dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf der neuen Klimaanpassungsstrategie einreichen.</p> Bürgerinnen und Bürger wollen selbst anpacken <p>Anpassung an die Folgen des Klimawandels funktioniert am besten im Schulterschluss staatlicher, wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure. Durch die Beteiligung der breiten Öffentlichkeit unter dem Titel „Dialog KlimaAnpassung – Leben im Klimawandel gemeinsam meistern“ sollte die Debatte zur notwendigen Anpassung an die Folgen des Klimawandels weiter in die Gesellschaft hineingetragen werden.</p> <p>Zahlreiche Rückmeldungen von Teilnehmenden der Dialogveranstaltungen zeigen: Durch die Beteiligung fühlen sich viele Bürgerinnen und Bürger darin bestärkt, Themen der Klimaanpassung auch privat weiterzutragen und sich konkret dafür zu engagieren. Im eigenen Garten, Verein, am Arbeitsplatz oder in der Lokalpolitik. Diese Motivation deckt sich mit Ergebnissen des Online-Dialogs: 71 Prozent der Befragten gaben die Bereitschaft an, sich ehrenamtlich für die <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassung-an-den-klimawandel">Anpassung an den Klimawandel</a> einzusetzen, beispielsweise bei Hitze Nachbarschaftshilfe für vulnerable Personen zu leisten. Hierin liegt eine große Chance, um Klimaanpassung auch vor Ort umzusetzen.</p> Lessons learned für zukünftige Beteiligungsprozesse <p>Durch die verschiedenen Präsenz- und Onlineformate konnten im „Dialog KlimaAnpassung“ vielfältige Sichtweisen frühzeitig in die Erarbeitung der neuen Klimaanpassungsstrategie eingebunden werden. Die Beteiligungsangebote wurden insgesamt gut angenommen. In den regionalen Dialogveranstaltungen erarbeiteten die Bürgerinnen und Bürger fundierte Empfehlungen für die Erarbeitung einer vorsorgenden Klimaanpassungsstrategie und konnten als Multiplikatoren für die Klimaanpassung vor Ort gewonnen werden.</p> <p>In Zukunft sollte bei der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern noch stärker auf die Einbindung von Personen mit geringem Bildungsstand sowie von Jugendlichen geachtet werden. Diese Gruppen waren – trotz sorgfältiger Auswahl der Teilnehmenden und breiter Bewerbung des öffentlichen Online-Dialogs – unterrepräsentiert. Es gilt zu überlegen, welche Formate diese Gruppen noch stärker abholen könnten.</p> <p><em>Der „Dialog KlimaAnpassung“ wurde zusammen mit den externen Auftragnehmenden Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), IKU – Die Dialoggestalter, ecolo – Agentur für Ökologie und Kommunikation, Bosch &amp; Partner sowie polidia und ifok durchgeführt.</em></p> <p>&nbsp;</p> <p><em>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter Klimafolgen und Anpassung Nr. 89 veröffentlicht. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter">Hier</a> können Sie den Newsletter abonnieren.</em></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Research group (FOR) 2432: Social-Ecological Systems in the Indian Rural-Urban Interface: Functions, Scales, and Dynamics of Transition, Teilprojekt: Landwirtschaftliche Biodiversität und assoziierte Dienstleistungen entlang von rural-urbanen Landschaften: Feldstudien und Modellentwicklung

Biodiversität und Landwirtschaft sind eng miteinander verbunden, weil Biodiversität elementar zur nachhaltigen Landnutzung beiträgt. Durch die weltweit zunehmende Urbanisierung hat die Aufrechterhaltung von Landwirtschaft in Städten große Aufmerksamkeit erfahren. Urbanisierung sollte zur landwirtschaftliche Intensivierung und reduzierten Einwanderung von Arten aus der umgebenden Landschaft führen, wodurch die Bedeutung funktioneller Biodiversität verringert wird. Wir testen die Hypothese, dass die sozial-ökologische Tragfähigkeit der Produktionssysteme von der nachhaltigen Nutzung von Ökosystemdienstleistungen abhängt, wozu die funktionelle Biodiversität von Bestäubern wie auch von biologischen Antagonisten der Schädlinge zählt. Wir untersuchen die geplante und assoziierte Biodiversität in Polykulturen und Monokulturen entlang rural urbaner Gradienten (enge Zusammenarbeit mit A01, B02, C05, C02, C01). Die Untersuchungen an den landwirtschaftlichen Nutzflächen umfasst experimentelle Feldstudien, in denen die Bestäuber und Schädlingsantagonisten manipuliert werden, sowie ein räumlich zeitliches Modell, um den Beitrag der Bestäubung auf den Ertrag zu quantifizieren, unter Berücksichtigung des Beitrags der Schädlingsantagonisten. Pflanze Bestäuber sowie Bestäuber Antagonisten Interaktionsnetze, funktionell wichtige Eigenschaften der Lebensgemeinschaften und der experimentelle Ausschluss von Bestäubern und Antagonisten an Phytometerpflanzen sollen zeigen, wie Bestäubung und biologische Kontrolle den Ertrag und die Verwundbarkeit der kleinbäuerlichen Haushalte beeinflussen. Die Entwicklung von Modellregeln zielt auf die Förderung des Fruchtansatzes und des Ertrags durch Bestäubung. Einfache Simulationsmodelle sollen den Effekt urbaner Ausdehnung und ihrer assoziierten Veränderung in der Verteilung landwirtschaftlicher Flächen, städtischer Parkanlagen und Grünflächen illustrieren. Szenarien thematisieren den Einfluss zunehmender Flächenversieglung vs. zunehmender Begrünung der Stadt mit Parkanlagen und Landwirtschaft auf Bestäubung und biologische Kontrolle, die als räumliche Verbindungsglieder in sozial-ökologischen Systemen fungieren. In enger Zusammenarbeit mit den anderen FOR2432 Projekten sollen Modell-Szenarien deutlich machen, wie der sozioökonomische Kontext (Erziehung, Armut, Nahrungsmittelpreise, politische Rahmenbedingungen, Religion, Migration) Veränderungen von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen bewirkt. Von besonderem Interesses wird die gemeinsame Bewertung von Spezialisierung vs. Diversifizierung in den Produktionssystemen sowie die Bedeutung der agrochemischen Intensivierungsstrategien sein. Wir erwarten in diesem Projekt einen Überblick über die Ökosystemleistungen und fehlleistungen in urbanen vs. ruralen Produktionssystemen und zielen darauf, die ökologischen und sozialen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklungsplanung.

Heat in German cities: a study on existing and planned measures to protect human health

Aim Extreme heat events caused by climate change continue to increase in frequency, duration, and intensity. People living in cities in particular are exposed to heat as a result of the urban heat island efect. Although negative efects can be mitigated by heat health action plans (HHAPs), it remains unknown how many German cities have implemented such plans or other measures to reduce the health risks from heat. Therefore, this study surveyed the status of planned or published HHAPs and measures in German cities. Subject and methods Approximately 10% of German cities with the greatest population density were sampled for the study (n = 70 cities). A frequency analysis of city concepts and city webpages was conducted to determine whether cities have already introduced concepts for climate adaptation, climate protection or an HHAP, and which measures are planned in detail. Results Fifty-one cities have implemented measures to protect health from heat events. Forty-one cities integrated such measures into concepts, and only one city formulated an HHAP. Large cities in particular published measures. Long-term measures proved most common, for example, improved building envelope insulation and urban greening. Other than advice on individual behavior, hardly any acute heat health measures are being taken. Quelle: © The Author(s) 2023

Tackling the climate and biodiversity crises in Europe through Urban Greening Plans

To systematically bring nature back to cities, the EU Biodiversity Strategy calls upon cities with over 20,000 inhabitants to develop Urban Greening Plans (UGP). Nature based solutions (NbS) are at the centre of UGPs, addressing climate resilient infrastructures and biodiversity in cities together. They should agree with existing planning instruments. This paper points towards the need for enabling governance, regulatory and financing frameworks and guidance, accompanying future UGP, leading to five recommendations. Quelle: www.umweltbundesamt.de

Tackling the climate and biodiversity crises in Europe through Urban Greening Plans

To systematically bring nature back to cities, the EU Biodiversity Strategy calls upon cities with over 20,000 inhabitants to develop Urban Greening Plans (UGP). Nature based solutions (NbS) are at the centre of UGPs, addressing climate resilient infrastructures and biodiversity in cities together. They should agree with existing planning instruments. This paper points towards the need for enabling governance, regulatory and financing frameworks and guidance, accompanying future UGP, leading to five recommendations. Veröffentlicht in Scientific Opinion Paper.

Doppelhaushalt 2022/2023: Berlin auf dem Weg zur grünen und klimaneutralen Hauptstadt

Am 23. Juni 2022 hat das Abgeordnetenhaus den Doppelhaushalt 2022/23 beschlossen. Zentrale Schwerpunkte sind der Klimaschutz und die Mobilitätswende. Der Doppelhaushalt der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz (SenUMVK) umfasst für beide Jahre ein Volumen von mehr als fünf Milliarden Euro. Senatorin Bettina Jarasch: „Mit diesem Doppelhaushalt finanzieren wir den grünen Wandel unserer Stadt: die Transformation zur grünen und klimaneutralen Hauptstadt. Dieser grüne Stadtumbau ist kein nice to have. Er ist zwingend, um Berlin zu einer resilienten Stadt zu machen im Angesicht der Klimakrise. Dieser Haushalt schafft die Grundlage dafür, Klimaschutz und Umweltschutz entschieden voranzubringen. Wir sorgen dafür, dass die Mobilitätswende noch in dieser Legislatur einen spürbaren Unterschied für die Menschen macht – egal wo sie in Berlin wohnen.“ Der ÖPNV als Rückgrat der Berliner Mobilität wird durch die Investitionen im Rahmen der Nahverkehrsverträge deutlich ausgebaut. Im neuen Doppelhaushalt fließen rund 70 Prozent des SenUMVK-Etats in den ÖPNV und finanzieren ein ehrgeiziges Programm sukzessive weiter: Die in Berlin eingesetzte S-Bahn-Flotte wird bis zum Jahr 2035 komplett erneuert, aufgestockt und in Landeseigentum gebracht. Bei den U-Bahnen befindet sich die BVG mit bis zu 1.500 Wagen der neuen U-Bahngenerationen in der größten Fahrzeugbeschaffung ihrer Unternehmensgeschichte. Zudem wird die Straßenbahnflotte erneuert und das Streckennetz erweitert. Mit sauberen und klimaschonenden E-Bussen wird der ÖPNV bis 2030 komplett elektrifiziert sein. Und damit die Mobilitätswende auch in bisher weniger gut erschlossenen Quartieren ankommt, investieren wir in moderne Rufbusse. Für den Radverkehr beträgt der Etat in 2022 rund 30,2 Millionen Euro, für das Jahr 2023 konnte er auf rund 35,2 Millionen Euro erhöht werden. Mit diesem Haushalt wird eine klare Priorität auf den Ausbau der Radstrecken gelegt, die schnell und ohne größere Umbauten umsetzbar sind. Daher wurden dort die Mittel erhöht, wo Radwege rasch auf die Straße gebracht werden können. Dieser Haushalt schafft die Grundlage dafür, Klima- und Umweltschutz entschieden voranzubringen. Für das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) stellt der Doppelhaushalt rund 20 Millionen Euro pro Jahr für die Förderung klimaschonender Projekte zur Verfügung. Für weitere Maßnahmen zur Stadtbegrünung, Entsiegelung und Klimaanpassung stehen 2022 insgesamt 10 Millionen und 2023 insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung. Auch der Masterplan Wasser, der Berlins Trinkwasserversorgung langfristig sichern soll, wird aktiv weiterentwickelt. Im Bereich Verbraucherschutz wird die Ernährungsstrategie vorangetrieben und damit auch der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Das Leuchtturmprojekt Kantine Zukunft und die Einrichtung von Lebensmittelpunkten werden verstetigt. Auch die Einrichtung eines Standorts der Verbraucherzentrale im Ostteil Berlins kann mit dem neuen Haushalt finanziert werden.

Service Klimaanpassung: vier Jahre Deutsches Klimavorsorgeportal

<p> <p>Extreme Wetterereignisse nehmen spürbar zu, das Wissen um die Notwendigkeit, sich an den Klimawandel anzupassen, ebenfalls. Grund genug für die Bundesregierung, Know-how zu Anpassungsmaßnahmen zentral zu sammeln und zur Nachnutzung zu verbreiten. Das Deutsche Klimavorsorgeportal unterstützt seit 2018 beim Umgang mit Klimafolgen. Das Feedback zum Portal ist nach fast vier Jahren ein positives.</p> </p><p>Extreme Wetterereignisse nehmen spürbar zu, das Wissen um die Notwendigkeit, sich an den Klimawandel anzupassen, ebenfalls. Grund genug für die Bundesregierung, Know-how zu Anpassungsmaßnahmen zentral zu sammeln und zur Nachnutzung zu verbreiten. Das Deutsche Klimavorsorgeportal unterstützt seit 2018 beim Umgang mit Klimafolgen. Das Feedback zum Portal ist nach fast vier Jahren ein positives.</p><p> <p>Das von der Bundesregierung bereitgestellte Deutsche Klimavorsorgeportal „KLiVO“ bündelt mittlerweile mehr als 100 qualitätsgeprüfte Klimavorsorgedienste. Es hat sich seit seinem Start im September 2018 zu einem echten Service im praktischen Umgang mit den Folgen des Klimawandels entwickelt. Mit Such- und Filterfunktionen werden Leitfäden, Karten oder Daten empfohlen. Klimaanpassungsdienste zeigen auf, wie <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a> in Planungen berücksichtigt werden können. Darüber hinaus trägt es sowohl unter Dienste-Anbietenden wie auch Anwender*innen zur Vernetzung bei und fördert den Austausch zum Thema Klimavorsorge in Deutschland. Ergänzend hat das Umweltbundesamt bislang acht Netzwerktreffen zu unterschiedlichen Themen mit rund 450 Teilnehmenden veranstaltet, um Dienste besser bekannt zu machen und ihre Anwendung zu diskutieren Insgesamt stehen derzeit 141 Dienste in mehr als 16 Handlungsfeldern auf dem Portal zur Verfügung. Von durchweg positiven Erfahrungen bei der Anwendung ausgewählter Dienste berichten uns beispielhaft ganz unterschiedliche Akteur*innen.</p> </p><p> Vorsorge-Tipps für den Katastrophenfall <p>Neben Hitze und Trockenheit zählen Hochwasser und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/starkregen">Starkregen</a> hierzulande zu den Klimawirkungen, die besonders hohe Risiken auslösen. Das belegen wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 des Bundes. Auf dem KLiVO-Portal finden sich deshalb allein 84 Dienste zu Starkregen und Sturzfluten sowie mittlerweile 66 Dienste zu Binnenhoch- bzw. Niedrigwasser. Dr. Peer Rechenbach, früherer Leiter der Abteilung Katastrophen-, Brand- und Bevölkerungsschutz in der Behörde für Inneres und Sport in Hamburg, ist Experte für Feuerwehrangelegenheiten, Rettungswesen und Katastrophenschutz. Er referierte auf einem der Netzwerktreffen über die Herausforderungen für Einsatzkräfte bei Überschwemmungen und Hochwasser und sagt über das KLiVO-Portal: „KLiVO ist ein wertvolles Instrument, das viel genutzt werden sollte – auch von der Bevölkerung. Denn die hat sich meiner Erfahrung nach noch nicht ausreichend auf das vorbereitet, was der <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimawandel">Klimawandel</a> verursachen kann.“ Hilfsmittel bietet KLiVO sowohl für Praxiserfahrene – Vertreter*innen von Schutzorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk sowie zuständigen Behörden – aber auch für Bürger*innen.</p> <p>So wird beispielsweise Feuerwehren ihre Einsatzplanung und -vorbereitung durch einen regelmäßigen Blick auf das länderübergreifende Hochwasserportal, aufgenommen ins Deutsche Klimavorsorgeportal, erleichtert. Dabei handelt es sich um eine interaktive Deutschlandkarte, auf der tagesaktuell zu erkennen ist, an welchen Flüssen es Hochwasser gibt. Hier werden die Wasserstände an über 1.300 Pegeln angezeigt und Warnungen ausgesprochen. Ebenso empfehlenswert findet Peer Rechenbach das auf dem KLiVO-Portal hinterlegte Handbuch „Klimawandel – Herausforderungen für den Bevölkerungsschutz“. „Es gibt Feuerwehrleute, die in ihrer Region noch nie ein Hochwasser hatten. Dennoch sollten sie einen Plan für den Ernstfall haben. Der Ratgeber zeigt auf, an was gedacht werden muss, was es zu prüfen und zu berücksichtigen gilt und welche Maßnahmen im Vorfeld zu treffen sind“, erklärt er weiter.&nbsp;</p> </p><p> Von guter Praxis profitieren <p>Die Stadt Worms nutzte die Angebote des KLiVO-Portals bereits mehrfach: Seit einigen Jahren ist die Stadt in Rheinhessen besonders von extremen Starkregenereignissen betroffen. Grund genug für Reinhold Lieser und Selma Mergner aus der Abteilung Umweltschutz und Landwirtschaft der Stadtverwaltung Worms, einen durch das Umweltbundesamt geförderten Beteiligungsprozess anzustoßen und zusammen mit den Bürger*innen ein kommunales Konzept zur Starkregenvorsorge zu entwickeln. Gemeinsam mit dem kommunalen Abwasserentsorger führte die Stadt über mehrere Jahre eine Vielzahl von Veranstaltungen, Workshops und Bürgerberatungen sowie bauliche Maßnahmen durch. Neben begleitender Beratung durch Fachbüros diente das KLiVO-Portal als wichtige Informationsquelle: „Worms verfügt bereits seit 2016 über eine lokale Strategie zur <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/anpassung-an-den-klimawandel">Anpassung an den Klimawandel</a>. Doch es gibt immer wieder neue Entwicklungen und praktische Lösungsansätze. Wissen anderer, von dem wir profitieren können“, berichtet Reinhold Lieser von seinen Erfahrungen mit KLiVO.</p> <p>Mit der Absicht, auch ihre Erkenntnisse in naher Zukunft auf dem KLiVO-Portal bereitstellen und teilen zu können, forscht derzeit Dr. Susanne Böll, Diplom-Biologin bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Sie ist Leiterin im Projekt „Stadtgrün 2021“ und prüft gemeinsam mit ihrem Team, welche ausgewählten Versuchsbaumarten den derzeitigen klimatischen Verhältnissen in den bayerischen Städten Kempten, Hof/Münchberg und Würzburg erfolgreich trotzen. „Ziel ist es, dass unsere Ergebnisse und die anderer Forschungsgruppen Eingang in das Deutsche Klimavorsorgeportal finden. Auch wenn sie immer nur auf einzelne Regionen hierzulande übertragbar sind: Je mehr Daten dazu gesammelt und öffentlich zugänglich gemacht werden, desto erfolgreicher und nachhaltiger kann zukünftige Stadtbegrünung sein“, betont Susanne Böll.&nbsp;</p> </p><p> Dienste erfolgreich angewendet <p>Als eine Hilfestellung bei der Suche nach Stadtbäumen der Zukunft gibt es bereits den Dienst „citree – Gehölze für urbane Räume“ auf dem KLiVO-Portal: Dabei handelt es sich um eine Datenbank, die jenen, die Gehölze pflanzen möchten, die Auswahl von standort- und klimaangepasstem Grün erleichtert. Sie umfasst Informationen von mehr als 360 Baum- und Straucharten und schlägt für eine Vielzahl von Standorten in Deutschland mehrere passende Gehölze vor. Dienste wie diese sind laut Dr. Susanne Böll ein Gewinn für Kommunen.</p> <p>Die Kleinstadt Syke bei Bremen nutzte den Dienst bereits erfolgreich. Stadtbiologin Angelika Hanel schätzt zum Beispiel die citree-Kennzahlen zur Feinstaubabsorption, zu Frostempfindlichkeit, Astbruch- und Sonnenbrandgefahr oder zur Streusalztoleranz: „Eine für die eigene Region geeignete Art zu finden, die dann auch den Bedingungen vor Ort gerecht wird – also nicht zu hoch oder zu breit wächst, wenn wenig Platz vorhanden ist – gestaltet sich durchaus schwierig. Auch weil man das Ergebnis einer Anpflanzung erst nach vielen Jahren sieht. Und Bäume sind enorm wichtig, um die Klimakrise aufzuhalten. Sie binden <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/co2">CO2</a> und filtern Staub sowie Schadstoffe. Außerdem kühlen sie die Luft, indem sie Grundwasser über ihre Blätter verdunsten. Ein Straßenbaum versorgt durchschnittlich zehn Menschen pro Tag mit Sauerstoff.“</p> </p><p> Hilfestellung für Kommunen und Unternehmen <p>Zum Themenfeld Hitzeperioden und Trockenheit finden sich mittlerweile 89 Dienste auf dem Portal. Denn zunehmend heiße Sommer und lange Trockenperioden bedeuten nicht nur für die Natur eine große Herausforderung. Gerade in verdichteten Städten bergen sie gesundheitliche Risiken für kleine Kinder, kranke und ältere Menschen, und gehen mit einer starken körperlichen Belastung für alle Arbeitnehmer*innen einher. Kommunen, Unternehmen, Gesundheitsdienstleister*innen und Privatpersonen müssen deshalb vermehrt Gesundheitsvorsorge betreiben.</p> <p>Heme Mensen, Geschäftsführer von Der Pflegedienst Lilienthal GmbH in Niedersachsen, ist dank des KLiVO-Portals auf die Hitzewarn-App des Deutschen Wetterdienstes aufmerksam geworden. „Heiße Sommertage an sich sind ja nicht neu, aber wochenlange Hitzeperioden verlangen unseren Pflegekräften eine erhöhte Aufmerksamkeit ab und bedeuten zudem mehr Aufwand in der Pflege selbst. Bislang war in der Pflegebranche der Umgang mit den Folgen des Klimawandels noch kein großes Thema. Doch wir müssen umdenken und Arbeitsprozesse vor diesem Hintergrund optimieren und bestenfalls standardisieren.“ Einmal installiert meldet die Hitzewarn-App sich, wenn mit einer erhöhten Belastung aufgrund aufgeheizter Innenräume zu rechnen ist. So kann der Pflegedienstleiter diese Information rechtzeitig bei der Planung von Arbeitsabläufen berücksichtigen und sein Team darauf vorbereiten.</p> </p><p> Hilfreiche Impulse und Weiterentwicklung <p>Das KLiVO-Portal wird vom Umweltbundesamt gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst im Auftrag der Bundesregierung betrieben. Während das Umweltbundesamt Dienste beisteuert, die im Umgang mit den Folgen des Klimawandels unterstützen, stellt der Deutsche Wetterdienst die nötigen Klimainformationen, d.h. klimatologische und klimaabhängige Daten, bereit. Besucher*innen des Portals finden so mit wenigen Klicks wichtige Informationen, die die Klimavorsorge in Bereichen wie z. B. Stadtplanung, Landwirtschaft, Gesundheit, Wasserwirtschaft oder Bevölkerungsschutz unterstützen. Die Netzwerke „KlimAdapt“ (angesiedelt beim <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/uba">UBA</a>) und „Deutscher Klimadienst“ (angesiedelt beim <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/dwd">DWD</a>) unterstützen die Weiterentwicklung des Portals und die Anwendung der Dienste. Hilfreiche Impulse für den Ausbau des Portals zieht das Umweltbundesamt aus den regelmäßigen Netzwerktreffen, bei denen neue Dienste vorgestellt und Themen rund um Klimaanpassung sowie beispielsweise Fragestellungen zur rechtlichen Lage oder Risiko-Kommunikation von den Akteur*innen aus Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden, Verbänden und Wissenschaft erörtert werden.&nbsp;</p> <p>Autorinnen: Regan Mundhenke und Sandra Wagner, ecolo – Agentur für Ökologie und Kommunikation; Hanna Platte, Umweltbundesamt</p> <p>Dieser Artikel wurde als Schwerpunktartikel im Newsletter <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klimafolgen">Klimafolgen</a> und Anpassung Nr. 73 veröffentlicht. <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/newsletter">Hier</a> können Sie den Newsletter abonnieren.“</p> <p><a href="https://www.klivoportal.de/">www.klivoportal.de</a></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>

Wie Städte bei Hitzewellen und Starkregen reagieren können – kreative Projekte zeigen, wie es geht

Innovative Stadtentwässerung in Solingen, ein Bildungsangebot zu Klimaveränderungen für Auszubildende in Heidelberg, ein Projekt zur nachbarschaftlichen Stadtbegrünung in Köln und ein Schattenspender mit Solarmodulen der Kunsthochschule Kassel gewinnen dieses Jahr den „Blauen Kompass“.

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