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Die Regionale Verkehrswende beschleunigen - Digitale Planungstools, schnellere Verwaltungsprozesse und Change Management für eine effektive Umsetzung von Maßnahmen, Teilprojekt B: (Weiter-)Entwicklung digitaler Tools und Verfahren

Hochspannungsleitung „Moselkreuzung“ bei Pünderich: SGD Nord gibt grünes Licht für Neubau

Das Umspannwerk Pünderich im Landkreis Cochem-Zell wird seit dem Jahr 1977 über eine 4,3 Kilometer lange Hochspannungsfreileitung, die in der Gemeinde Bengel im Landkreis Bernkastel-Wittlich beginnt, mit Strom versorgt. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat nun den Ersatzneubau eines 1,3 Kilometer langen Abschnitts genehmigt, der teilweise über die Mosel führt. Der Beschluss sowie weitere Unterlagen sind ab dem 8. September 2025 öffentlich einsehbar. Die Westnetz GmbH, die Vorhabenträgerin, Eigentümerin und Betreiberin der Stromtrasse ist, verfolgt mit dem Neubau das Ziel, auch in Zukunft die Versorgung des Umspannwerks Pünderich sicherzustellen. Die neue Stromleitung wird die Mosel dabei weiter nördlich queren als die bestehende Trasse, da sich dort der Boden am westlichen Moselufer besser für die Errichtung eines Kreuzungsmasts eignet. Der veränderte Verlauf ermöglicht es zudem, die Anzahl der Masten in dem Teilabschnitt von fünf auf drei zu reduzieren. Öffentlichkeitsbeteiligung Die SGD Nord ist in ganz Rheinland-Pfalz zuständig für die Genehmigung von Hochspannungsfreileitungen mit einer Nennleistung von 110 Kilovolt und mehr. Das aktuelle Vorhaben der Westnetz GmbH wurde in einem Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung geprüft. Hierbei wurden zahlreiche Aspekte berücksichtigt, unter anderem aus den Bereichen Arbeitsschutz, Wasserwirtschaft, Natur- und Landschaftsschutz, Geologie, Bergbau, Abfall- und Bodenschutz, Forst, Denkmalpflege sowie Straße und Verkehr. Auch die Belange der betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer sind in die Abwägung einbezogen worden. Der Planfeststellungsbeschluss und weitere Unterlagen sind im Zeitraum 8. September 2025 bis 22. September 2025 auf der Internetseite der SGD Nord unter der Rubrik „ Bekanntmachungen “ einsehbar.

Hochspannungsleitung zwischen Idar-Oberstein und Waldböckelheim: SGD Nord gibt grünes Licht für Neubau

Die 110-Kilovolt-Hochspannungsfreileitung zwischen Idar-Oberstein und Niederhausen ist bereits über 90 Jahre alt. Sie muss erneuert werden. Um die regionale Stromversorgung und die Verteilung von Strom aus erneuerbaren Energien langfristig zu gewährleisten, hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord nun den Ersatzneubau der Stromtrasse im ersten Teilabschnitt von Idar-Oberstein bis Waldböckelheim genehmigt. Der Planfeststellungsbeschluss sowie weitere Unterlagen sind ab dem 31. März 2025 öffentlich einsehbar. Das genehmigte Vorhaben zwischen Idar-Oberstein und Waldböckelheim hat eine Länge von rund 38 Kilometern und verläuft auf den Gebieten der Stadt Idar-Oberstein sowie der Verbandsgemeinden Herrstein-Rhaunen, Kirner-Land, Nahe-Glan und Rüdesheim/Nahe. Insgesamt werden 147 bestehende Masten entfernt und 122 neue Masten errichtet. Bei dem genehmigten Neubau handelt es sich um den ersten Teilabschnitt eines Bauvorhabens der Westnetz GmbH, bei dem die Hochspannungsfreileitung zwischen Idar-Oberstein und Niederhausen erneuert werden soll. Der zweite, rund 6 Kilometer lange Teilabschnitt zwischen Waldböckelheim und Niederhausen soll zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Verfahren genehmigt werden. Umfassende Prüfung Die SGD Nord ist in ganz Rheinland-Pfalz zuständig für die Genehmigung von Hochspannungsfreileitungen mit einer Nennleistung von 110 Kilovolt und mehr. Das aktuelle Vorhaben der Westnetz GmbH wurde in einem Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung geprüft. Hierbei wurden zahlreiche Aspekte berücksichtigt, unter anderem aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Natur- und Landschaftsschutz, Geologie, Bergbau, Abfall- und Bodenschutz, Landwirtschaft, Forst, Denkmalpflege sowie Straße und Verkehr. Auch die Belange der betroffenen Eigentümer sind in die Abwägung einbezogen worden. Der Planfeststellungsbeschluss sowie weitere Unterlagen sind im Zeitraum 31. März 2025 bis 14. April 2025 auf der Internetseite der SGD Nord einsehbar: www.sgdnord.rlp.de/themen/energie/netzausbau (Seite „Netzausbau“, Rubrik „Laufende Verfahren“).

Bemessung von Zerschneidung und Barrierewirkungen in Wildnisgebieten

Um eine natürliche Dynamik in Wildnisgebieten zu gewährleisten, ist es entscheidend, dass diese Flächen möglichst großräumig und unzerschnitten sind. In unserer vielfältig genutzten Kulturlandschaft gestaltet sich dies jedoch oft als schwierig. Welche Faktoren führen zu einer Zerschneidung? Wann stellen beispielsweise Straßen, Stromtrassen oder Bahnstrecken unüberwindbare Barrieren dar? Diese wichtigen Fragen werden im folgenden gemeinsam mit den Ländern und den Verbänden erarbeiteten Papier „Bemessung von Zerschneidung und Barrierewirkungen in Wildnisgebieten“ eingehend behandelt.

Ersatzneubau Ostbayernring Abschnitt Regierungsbezirksgrenze Opf/Ofr - Etzenricht (Ltg. B160)

Die TenneT TSO GmbH, Bernecker Straße 70, 95448 Bayreuth, hat mit Schreiben vom 28.11.2018 die Planfeststellung für den Ersatzneubau des Ostbayernrings im Abschnitt zwischen der Regierungsbezirksgrenze zu Oberfranken im Markt Konnersreuth und dem Umspannwerk Etzenricht bei der Regierung der Oberpfalz beantragt. Das Vorhaben ist nach §§ 43 ff. des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) i. V. m. §§ 72 ff. des Bayerischen Verwaltungsverfahrensgesetzes (BayVwVfG) planfeststellungspflichtig. Für das Verfahren gilt das Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG). Der Ostbayernring ist eine insgesamt rund 185 Kilometer lange Stromtrasse, die vom Umspannwerk Redwitz a. d. Rodach in Oberfranken über die Umspannwerke Mechlenreuth und Etzenricht bis nach Schwandorf in die Oberpfalz führt. Die Leitung wurde in den 1970er Jahren in Betrieb genommen und ist mit einem 220 kV- und einem 380 kV-Stromkreis bestückt. Der geplante Ersatzneubau wird zwei 380 kV-Stromkreise tragen und zudem überwiegend 110 kV-Leitungen der Bayernwerk Netz GmbH im Gestänge mitführen. Der Ostbayernring ist als reine Freileitung geplant. Der vorliegende etwa 52,2 km lange Planungsabschnitt B-Süd führt von der Regierungsbezirksgrenze zu Oberfranken im Markt Konnersreuth bis zum Umspannwerk Etzenricht und verläuft dabei überwiegend parallel in enger Anlehnung an die Bestandstrasse oder die Bundesautobahn A 93. Insgesamt werden in diesem Abschnitt 149 Maste neu errichtet, die zwischen 28 und 89 m hoch sind. Die Bestandsleitung wird nach Inbetriebnahme des Ersatzneubaus vollständig zurückgebaut werden. Der Rückbau der alten Fundamente der 122 Maste soll nach den Unterlagen bis zu einer Bewirtschaftungstiefe von typischerweise 1,20 m unter Erdoberkante erfolgen.

Stromtrasse P43 Bayerische Staatsforsten

Im Bezug auf die Stromtrasse P43 bitte ich Sie um alle Gutachten, rechtliche Bewertungen, Stellungnahmen und Einschätzungen der Bayerische Staatsforsten zu diesem Thema

Stromstrasse - BBPlG, Vorhaben 6

alle Dokumente und Informationen - zum BBPlG Vorhaben 6 der Stromtrasse Merzen - Cloppenburg - zum zukünftigen Umspannwerk in Merzen

Stromtrasse P43 Bayer. Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Im Bezug auf die Stromtrasse P43 bitte ich Sie um alle Gutachten, rechtliche Bewertungen, Stellungnahmen und Einschätzungen des Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Bemessung von Zerschneidung und Barrierewirkungen in Wildnisgebieten

Um eine natürliche Dynamik in Wildnisgebieten zu gewährleisten, ist es entscheidend, dass diese Flächen möglichst großräumig und unzerschnitten sind. In unserer vielfältig genutzten Kulturlandschaft gestaltet sich dies jedoch oft als schwierig. Welche Faktoren führen zu einer Zerschneidung? Wann stellen beispielsweise Straßen, Stromtrassen oder Bahnstrecken unüberwindbare Barrieren dar? Diese wichtigen Fragen werden im folgenden gemeinsam mit den Ländern und den Verbänden erarbeiteten Papier „Bemessung von Zerschneidung und Barrierewirkungen in Wildnisgebieten“ eingehend behandelt.

Verursachen niederfrequente Magnetfelder Erkrankungen des Nervensystems?

Verursachen niederfrequente Magnetfelder Erkrankungen des Nervensystems? Neurodegenerative Erkrankungen bedeuten einen zunehmenden Verlust von Zellen im Nervensystem. Die Erkrankungen sind meist langsam fortschreitend und führen häufig zu Störungen der motorischen Bewegung oder geistigen Leistungsfähigkeit. Zu den neurodegenerativen Erkrankungen gehören Parkinson, Alzheimer, Multiple Sklerose (MS) und Amyotrophe Lateralsklerose ( ALS ). Ob ein Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und neurodegenerativen Erkrankungen besteht, wird innerhalb der Wissenschaft seit vielen Jahren untersucht. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) verfolgt hierfür die Studienlage und geht Hinweisen mit eigener Forschung weiter nach. Aktueller Stand: Epidemiologische Beobachtungsstudien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Alzheimer-Demenz und ALS und niederfrequenten Magnetfeldern Frühere epidemiologische Studien lieferten Hinweise, dass einige neurodegenerative Erkrankungen vermehrt auftreten können bei beruflicher Exposition (Ausgesetztsein) gegenüber niederfrequenten Magnetfeldern. Dies betrifft ALS und Alzheimer-Demenz. Eine Meta-Analyse von 42 Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien aus dem Jahr 2013 deutet auf einen Zusammenhang zwischen der beruflichen Exposition mit niederfrequenten Magnetfeldern und neurodegenerativen Erkrankungen hin [1] . Diese Hinweise wurden in einer Metaanalyse aus dem Jahr 2019 teilweise bestätigt. Es wurde ein um ca. zehn Prozent erhöhtes Risiko ermittelt, an ALS oder Alzheimer-Demenz zu erkranken [2] . Das Risiko an Parkinson oder Multiple Sklerose zu erkranken, war hingegen nicht erhöht. Was ist Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)? ALS ist die häufigste Motoneuronenerkrankung bei Erwachsenen mit einem meist schnellen Krankheitsverlauf. Motoneurone sind Nervenzellen, die die Muskulatur steuern. Ihr Absterben führt zu fortschreitenden Lähmungen. Ähnlich wie bei der Alzheimer-Demenz sind die Ursachen und die molekularen Grundlagen der Entstehung und des Fortschreitens der Krankheit nur ansatzweise verstanden. An der familiären Form der Krankheit sind Mutationen in mehreren Genen beteiligt, die vor allem bei der Proteinbildung, der Aufrechterhaltung des Proteingleichgewichts und bei der oxidativen Abwehr eine Rolle spielen, wie zum Beispiel das Gen für das Enzym Superoxiddismutase (SOD1), das an oxidativen Prozessen beteiligt ist. Erhöhen eine berufliche Magnetfeldexposition oder ein Wohnort nahe einer Hochspannungsleitung das Risiko an ALS zu erkranken? Ein erhöhtes Risiko , an ALS zu erkranken, zeigte sich bei Arbeitern, die beruflich niederfrequenten Magnetfeldern ausgesetzt waren. Das ergab eine Auswertung von zwanzig epidemiologischen Studien im Rahmen einer Meta-Analyse aus dem Jahr 2018 [3] . Neben der gemittelten Magnetfeldexposition gibt es Hinweise, dass auch Stromschläge, die bei beruflich Exponierten häufiger auftreten können, das Risiko für ALS erhöhen [ 4 , 5 , 6 , 7 ] . Eine gepoolte Fall-Kontroll-Studie aus dem Jahr 2019 kam zu dem Schluss, dass Magnetfelder und Stromschläge möglicherweise unabhängig voneinander das Risiko für ALS erhöhen können [8] . In dem aktuellsten systematischen Review aus dem Jahr 2021 zeigte sich ebenfalls ein schwacher, aber konsistenter Zusammenhang zwischen der beruflichen Exposition gegenüber niederfrequenten Magnetfeldern und dem Auftreten von ALS . Diese 27 Studien einschließende Meta-Analyse zeigten jedoch keinen Zusammenhang zwischen Stromschlägen und dem Auftreten von ALS [9] . Demgegenüber fand eine britische Kohortenstudie aus dem Jahr 2022 mit fast 38.000 beruflich exponierten Personen kein erhöhtes Risiko , an ALS zu erkranken [10] . Ein Zusammenhang zwischen ALS und einem Wohnort in der Nähe von Hochspannungsleitungen wurde 2018 in einer Meta-Analyse von fünf Originalarbeiten nicht gefunden [11] . Dies wurde in einer Metaanalyse von vier Originalarbeiten im Jahr 2022 bestätigt [12] . Was ist Alzheimer-Demenz? Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Form von Demenzerkrankungen. Sie ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, bei der die kognitiven Fähigkeiten über Jahrzehnte abnehmen. Sowohl die Ursachen als auch die molekularen Grundlagen der Erkrankung sind bisher nur teilweise verstanden. Die auffälligsten krankhaften Veränderungen der Alzheimer-Demenz sind Proteinablagerungen im Gehirn (amyloide Plaques). Diese setzen sich hauptsächlich aus dem Amyloid-ß-Peptid und hyperphosphoryliertem Tau-Protein zusammen. Mutationen im Gen des Amyloid-ß-Vorläuferproteins (APP) sind verantwortlich für einen Teil der familiären Alzheimer-Fälle und führen zu einer vermehrten Herstellung der Aß-Fragmente, die sich zu Plaques zusammenlagern. Neben den genannten krankhaften Kennzeichen tritt eine verstärkte Aktivierung von Gliazellen (Stützzellen im Nervensystem) auf. Zudem ist die Aufrechterhaltung des Proteingleichgewichts beeinträchtigt. Erhöhen eine berufliche Magnetfeldexposition oder ein Wohnort nahe einer Hochspannungsleitung das Risiko an Alzheimer-Demenz zu erkranken? Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2018 von zwanzig epidemiologischen Studien zeigte bei beruflicher Magnetfeldexposition ein erhöhtes Risiko , an Alzheimer-Demenz zu erkranken [13] . In einer neueren Studie aus dem Jahr 2020 wurden verschiedene berufsbegleitende Umstände im Zusammenhang mit dem Auftreten von Demenzen untersucht (Art und Komplexität der Arbeit sowie Passivität und Aktivität bei der Arbeit). Die Ergebnisse der Meta-Analyse deuteten ebenfalls auf einen möglichen Zusammenhang hin zwischen beruflicher Exposition gegenüber niederfrequenten Magnetfeldern und dem Auftreten von Demenzen [14] . Eine Schweizer Studie aus dem Jahr 2009 an der allgemeinen Bevölkerung (also nicht an beruflich Exponierten), lieferte Hinweise auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko an Alzheimer-Demenz zu sterben bei Personen mit einem Wohnort von weniger als 50 Metern Entfernung zu einer Hochspannungsleitung (220 – 380 Kilovolt). Das Risiko stieg mit der Wohndauer [15] . Eine methodisch ähnlich aufgebaute Studie aus dem Jahr 2013 konnte die Ergebnisse nicht in vollem Umfang bestätigen [16] . Eine 2019 veröffentlichte, bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie aus Italien zeigte eine sehr schwache, nicht signifikant erhöhte Wahrscheinlichkeit für das häufigere Auftreten der Alzheimer-Demenz und der Parkinson-Krankheit für Wohnorte mit einem Abstand von bis zu 50 Metern von Starkstromleitungen im Vergleich zu Wohnorten, die mehr als 600 Metern entfernt waren [17] . Ein narratives Review aus dem Jahr 2020 fand eine widersprüchliche Studienlage zum Zusammenhang von niederfrequenten Magnetfeldern und Alzheimer-Demenz. Die Ergebnisse der einbezogenen Studien reichten von krankheitsmildernden über nichtvorhandene bis hin zu verstärkenden Effekten. Das Review umfasste niederfrequente Magnetfelder sowie hochfrequente elektromagnetische Felder und ionisierende Strahlung in Bezug auf die Wirkung auf die Alzheimer-Erkrankung [18] . Unterstützen experimentelle Laborstudien die epidemiologischen Beobachtungen? Das BfS förderte im Zeitraum von 2008 bis 2013 das Forschungsvorhaben „Auswirkungen niederfrequenter Magnetfelder auf die Entstehung und den Verlauf von neurodegenerativen Erkrankungen im experimentellen Modell“ . Darin wurde untersucht, ob Hinweise aus epidemiologischen Studien in kontrollierten Laborversuchen an Mäusen bestätigt werden können. Als Hauptergebnis der molekularbiologischen, biochemischen und histologischen Analysen sowie der Verhaltensstudien konnte festgehalten werden, dass niederfrequente Magnetfelder keinen negativen Einfluss auf den Verlauf der ALS und Alzheimer-Demenz im entsprechenden Mausmodell hatten [19] . Dies stand im Einklang mit den Ergebnissen einer im Jahr 2009 noch während der Projektlaufzeit publizierten Studie aus Frankreich, die im Mausmodell ebenfalls keinen Einfluss eines Magnetfeldes auf ALS fand [20] . Auch eine 2015 veröffentlichte Studie aus China fand keinen Einfluss niederfrequenter Magnetfelder auf das Lernvermögen und auf Proteinablagerungen im Gehirn von Ratten [21] . Der Bericht zu den Ergebnissen der Studie ist in DORIS , dem Digitalen Online Repositorium und Informations-System des BfS erschienen. Fazit: Die Studienlage zu ALS und Alzheimer-Demenz ist widersprüchlich Zusammengefasst sind die Ergebnisse der einzelnen Studien für ALS und die Alzheimer-Demenz nicht konsistent. In der Gesamtschau zeigte die Mehrheit der Studien für Berufsgruppen, die im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung wesentlich höheren Magnetfeldexposition ausgesetzt sind, in dieselbe Richtung: Es scheint einen schwachen, aber konsistenten Zusammenhang zwischen der Exposition von niederfrequenten Magnetfeldern und dem Erkrankungsrisiko von ALS sowie Alzheimer-Demenz zu geben. Dieser Zusammenhang ist für ALS insgesamt stärker ausgeprägt als für Alzheimer-Demenz. Für Parkinson und multiple Sklerose wurde kein Zusammenhang mit Magnetfeldern gefunden [ 12 , 22 , 23 ] . Die Ergebnisse der epidemiologischen Studien wurden in experimentellen Tierstudien jedoch nicht unterstützt. Es bleibt unklar, ob es sich bei den beobachteten Zusammenhängen von niederfrequenten Magnetfeldern und neurodegenerativen Erkrankungen tatsächlich um Ursache-Wirkungsbeziehungen handelt. Ebenso unklar ist, welche Mechanismen zugrunde liegen könnten. Bei ALS und Alzheimer-Demenz spielen Entzündungen, oxidativer Stress und das Immunsystem wichtige Rollen. Aktuelle wissenschaftliche Arbeiten verfolgen die Hypothese, dass Magnetfelder diese Prozesse begünstigen könnten. Einen wissenschaftlichen Nachweis gibt es nicht [24] . Ausblick: Programm „Strahlenschutz im Stromnetzausbau“ führt Forschung fort Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Stromtrassen in Deutschland wird ein mögliches erhöhtes Risiko für neurodegenerative Erkrankungen unter Magnetfeldexposition erneut wichtig. Ein möglicher ursächlicher Zusammenhang soll durch weitere Forschung geklärt werden. Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen ist daher ein Themenschwerpunkt des BfS -Forschungsprogramms „ Strahlenschutz beim Stromnetzausbau “. Dazu fand 2017 in München der internationale Workshop „Zusammenhang zwischen neurodegenerativen Erkrankungen und Magnetfeldexposition – Stand des Wissens und Forschungsperspektiven“ statt. Er hatte zum Ziel, den aktuellen Kenntnisstand zu erfassen, Kenntnislücken zu identifizieren und neue Wege für weitere Forschung aufzuzeigen. Der Bericht zu den Ergebnissen des Workshops ist in DORIS , dem Digitalen Online Repositorium und Informations-System des BfS erschienen. Literatur [1] Vergara, X., L. Kheifets, S. Greenland, S. Oksuzyan, Y.S. Cho and G. Mezei, Occupational exposure to extremely low-frequency magnetic fields and neurodegenerative disease: a meta-analysis. J Occup Environ Med, 2013. 55(2): p. 135-46. [2] Gunnarsson, L.G. and L. 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Swiss National Cohort, Residence near power lines and mortality from neurodegenerative diseases: longitudinal study of the Swiss population. Am J Epidemiol, 2009. 169(2): p. 167-75. [16] Frei, P., A.H. Poulsen, G. Mezei, C. Pedersen, L. Cronberg Salem, C. Johansen, et al., Residential distance to high-voltage power lines and risk of neurodegenerative diseases: a Danish population-based case-control study. Am J Epidemiol, 2013. 177(9): p. 970-8. [17] Gervasi, F., R. Murtas, A. Decarli and A.G. Russo, Residential distance from high-voltage overhead power lines and risk of Alzheimer's dementia and Parkinson's disease: a population-based case-control study in a metropolitan area of Northern Italy. Int J Epidemiol, 2019. 48(6): p. 1949-1957. [18] Omer Dasdag, N.A.S.D., Electromagnetic radiation and Alzheimer’s disease. Biotechnology & Biotechnological Equipment, 2020. 34:1: p. 1087-1094. [19] Liebl, M.P., J. Windschmitt, A.S. Besemer, A.K. Schafer, H. Reber, C. Behl, et al., Low-frequency magnetic fields do not aggravate disease in mouse models of Alzheimer's disease and amyotrophic lateral sclerosis. Sci Rep, 2015. 5: p. 8585. [20] Poulletier de Gannes, F., G. Ruffie, M. Taxile, E. Ladeveze, A. Hurtier, E. Haro, et al., Amyotrophic lateral sclerosis (ALS) and extremely-low frequency (ELF) magnetic fields: a study in the SOD-1 transgenic mouse model. Amyotroph Lateral Scler, 2009. 10(5-6): p. 370-3. [21] Zhang, Y., X. Liu, J. Zhang and N. Li, Short-term effects of extremely low frequency electromagnetic fields exposure on Alzheimer's disease in rats. Int J Radiat Biol, 2015. 91(1): p. 28-34. [22] van der Mark, M., R. Vermeulen, P.C. Nijssen, W.M. Mulleners, A.M. Sas, T. van Laar, et al., Extremely low-frequency magnetic field exposure, electrical shocks and risk of Parkinson's disease. Int Arch Occup Environ Health, 2015. 88(2): p. 227-34. [23] Feychting, M., F. Jonsson, N.L. Pedersen and A. Ahlbom, Occupational magnetic field exposure and neurodegenerative disease. Epidemiology, 2003. 14(4): p. 413-9; discussion 427-8. [24] Mattsson, M.O. and M. Simko, Is there a relation between extremely low frequency magnetic field exposure, inflammation and neurodegenerative diseases? A review of in vivo and in vitro experimental evidence. Toxicology, 2012. 301(1-3): p. 1-12. Stand: 22.02.2024

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