<p> <p>Mehr als die Hälfte der deutschen Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Dieser Anteil sinkt langsam, während der Anteil für Siedlung und Verkehr stetig steigt. Ziel einer nachhaltigen Flächennutzung ist es daher, den Flächenverbrauch durch Siedlung und Verkehr zu senken und gleichzeitig vorhandene Flächen für Siedlung und Verkehr optimal zu nutzen und ökologisch aufzuwerten.</p> </p><p>Mehr als die Hälfte der deutschen Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Dieser Anteil sinkt langsam, während der Anteil für Siedlung und Verkehr stetig steigt. Ziel einer nachhaltigen Flächennutzung ist es daher, den Flächenverbrauch durch Siedlung und Verkehr zu senken und gleichzeitig vorhandene Flächen für Siedlung und Verkehr optimal zu nutzen und ökologisch aufzuwerten.</p><p> Die wichtigsten Flächennutzungen <p>Deutschland hatte im Jahr 2024 eine Fläche von 357.683 Quadratkilometern (km²) (siehe Abb. „Flächennutzung in Deutschland“). Zur Gesamtfläche zählen unter anderem landwirtschaftlich genutzte Flächen, Waldflächen, Flächen für Siedlung und Verkehr, sowie Gewässer wie Seen, Flüsse, Kanäle und nahe Küstengewässer.</p> <p>Wie Deutschlands Fläche genutzt wird, steht in den Grundstückskatastern, wird aber auch zunehmend durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/15012">Luftbilder und Satellitendaten</a> überprüft. Grundlage der <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Flaechennutzung/Tabellen/bodenflaeche-insgesamt.html">Nutzungsdaten ab 2016</a> sind die Angaben des amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystems (ALKIS) der Länder:</p> <ul> <li>50,2 % der Gesamtfläche wurden <strong>landwirtschaftlich </strong>genutzt.</li> <li><strong>Wälder und Gehölze</strong> nahmen zusammen 31,2 % der Gesamtfläche ein, davon Wälder 29,9 %.</li> <li>Die Fläche für <strong>Siedlung und Verkehr </strong>(SuV-Fläche) ist die drittgrößte Nutzungsart. Sie nahm Ende 2024 14,6 % der Gesamtfläche in Anspruch. Zur SuV-Fläche zählen neben Flächen für Wohnen, öffentliche Zwecke oder Gewerbe auch Erholungsflächen, Friedhöfe und Verkehrsflächen.</li> <li><strong>Seen, Flüsse, Kanäle und nahe Küstengewässer</strong> nahmen 2,3 % der deutschen Fläche ein.</li> <li>Die restliche Gesamtfläche sind <strong>„sonstige Flächen“</strong>. Dazu zählen „Abbauland“ wie Kies- oder Braunkohlengruben sowie „Unland“ wie Felsen, ehemaliges Militärgelände oder ehemalige Abraumhalden, und seit 2016 auch ungenutzte Vegetationsflächen wie Heideland, Moore, Sümpfe, Gehölze und Gewässerbegleitflächen.</li> </ul> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/2_abb_flaechennutzung-d_2025-11-06.png"> </a> <strong> Flächennutzung in Deutschland </strong> Quelle: Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_abb_flaechennutzung-d_2025-11-06.pdf">Diagramm als PDF (42,87 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/2_abb_flaechennutzung-d_2025-11-06.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (29,86 kB)</a></li> </ul> </p><p> Die landwirtschaftlich genutzte Fläche schrumpft <p>Von 2016 bis 2024 sank der Anteil landwirtschaftlicher Nutzfläche um 3.058 Quadratkilometer (km²) von 51,1 auf 50,2 % der Gesamtfläche. Seit dem Jahr 2016 werden Heiden und Moore nicht mehr bei den Landwirtschaftsflächen ausgewiesen, sondern bei „sonstigen Flächen“, weshalb der Verlust rein statistisch in den vorherigen Jahren noch höher ausfällt. Diese Abnahme erfolgte besonders im Umland städtischer Verdichtungsräume. Der wichtigste Grund dafür ist die Zunahme der Fläche für Siedlung und Verkehr um 3.012 km² im gleichen Zeitraum (ohne Bergbaubetriebe und ohne Tagebau, Grube, Steinbruch). Aber auch die Zunahme der Wälder und Gehölze erfolgt zum Teil zulasten landwirtschaftlicher Flächen. Weitere Landwirtschaftsfläche fällt dem Tagebau zum Opfer und kann Jahrzehnte später nur teilweise durch <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/rekultivierung">Rekultivierung</a> zurückgewonnen werden.</p> <p>Die meisten landwirtschaftlich genutzten Flächenanteile haben die nördlichen und östlichen Bundesländer; Spitzenreiter ist Schleswig-Holstein mit einem Anteil von 68,1 % Landwirtschaftsfläche. Die geringsten Anteile haben Stadtstaaten wie Berlin mit 3,9 % landwirtschaftlich genutzter Fläche (siehe Abb. „Flächennutzung in den Bundesländern“).</p> <p>Die Art der Flächennutzung beeinflusst die biologische Vielfalt und die Umweltbelastung. Viele Tier- und Pflanzenarten profitieren etwa von einer extensiven Bewirtschaftung von Äckern und Weiden. Intensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen wiederum können die Natur belasten: Sie können Biotope stören, Gewässer im Überfluss mit Nährstoffen anreichern (eutrophieren) sowie Böden und Grundwasser weiteren Belastungen aussetzen. Auch der technische Wandel kann etwa durch große landwirtschaftliche Maschinen zu einer Ausräumung ökologisch wertvoller Landschaftsteile führen, da Knicks, Wälle oder Baumgruppen beseitigt, Gewässer begradigt, Böden verdichtet oder neue landwirtschaftliche Wegenetze angelegt werden.</p> <a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/3_abb_flaechennutzung-bulae_2025-11-06.png"> </a> <strong> Flächennutzung in den Bundesländern </strong> Quelle: Statistisches Bundesamt Downloads: <ul> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_abb_flaechennutzung-bulae_2025-11-06.pdf">Diagramm als PDF (56,12 kB)</a></li> <li><a href="https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/384/bilder/dateien/3_abb_flaechennutzung-bulae_2025-11-06.xlsx">Diagramm als Excel mit Daten (32,46 kB)</a></li> </ul> </p><p> Zunahme der Waldfläche <p>Zwischen 2016 und 2024 nahm die als Waldfläche definierte Fläche um 776 Quadratkilometer (km²) zu. Gehölze werden allerdings seit 2016 nicht mehr unter Waldfläche erfasst, sondern unter den „sonstigen Flächen“ wie zum Beispiel auch ehemalige Übungsplätze oder ehemalige Bergbauflächen und Abraumhalden. Rechnet man Gehölze dennoch dazu, so betrug die Zunahme seit 2016 real 1821 km². Auch der Anteil der Waldfläche an der Gesamtfläche nahm leicht zu, und lag 2024 bei 29,9 % (31,2 % mit Gehölzen).</p> <p>Überdurchschnittlich hohe Waldflächenanteile finden sich in siedlungsarmen, für eine intensivere Landwirtschaft weniger geeigneten Mittel- und Hochgebirgslagen, etwa dem Harz, dem Thüringer Wald, dem Sauerland, der Eifel, dem Schwarzwald, dem Bayerischen Wald und in den Alpen. In den Zentren großer Verdichtungsräume und in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten sind die Waldanteile dagegen geringer.</p> <p><a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/11220">Wälder</a> haben – ähnlich wie Gewässer, Moore und Heiden – einen besonderen ökologischen Stellenwert. Sie filtern Schadstoffe aus der Luft, schützen Böden vor <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/erosion">Erosion</a>, helfen sauberes Grundwasser zu bilden und schützen das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/klima">Klima</a>, indem sie das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/treibhausgas">Treibhausgas</a> Kohlendioxid (CO2) aus der Luft binden. Sie dienen auch – abgesehen von einigen Naturschutzgebieten – den Erholungs- und Freizeitbedürfnissen der Bevölkerung.</p> </p><p> Mehr Betriebs- und Wohngebäude, Straßen und Flugplätze <p>Die Fläche für <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/11184">Siedlung und Verkehr</a> ist die am dynamischsten wachsende Nutzungsart in Deutschland. Ihr Anteil an der Gesamtfläche wuchs von 2016 bis 2024 um 1,8 Prozentpunkte was 3.012 km² entspricht. Der Anteil von Flächen für Siedlung und Verkehr an der Gesamtfläche fällt regional sehr unterschiedlich aus. Während die Stadtstaaten hier sehr große Anteile aufweisen, sind diese in ländlich geprägten Bundesländern wesentlich geringer. Den höchsten Anteil hat Berlin mit rund 71 %, der niedrigste Anteil findet sich in Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 9 %.</p> <p>Die zunehmende Flächennutzung für Gebäude und Verkehrswege hat viele negative Auswirkungen auf die Umwelt. Nennenswert ist der direkte Verlust der vorher meist landwirtschaftlich genutzten Böden. Hinzu kommt etwa der Rohstoff- und Energieaufwand für Bau und Erhalt neuer Gebäude und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/57693">Infrastruktur</a>, ein höherer Kraftstoffverbrauch mit einem höheren Ausstoß an Schadstoffen durch mehr Verkehr sowie mehr Lärm und die Zerschneidung und Verinselung der Lebensräume für die wildlebende <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/flora">Flora</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/fauna">Fauna</a>.</p> </p><p> Leichte Zunahme der Gewässerfläche <p>Der Anteil der Gewässer an der deutschen Gesamtfläche blieb vom Jahr 2016 bis zum Jahr 2024 weitgehend konstant und stieg nur leicht um 37 Quadratkilometer (km²).</p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
Die Geburtshelferkröte ist eine westeuropäisch verbreitete Art, welche von Zentralspanien bis an den Rand der Norddeutschen Tiefebene vorkommt. Im äußersten Norden ihres Verbreitungsgebietes dringt sie entlang der Mittelgebirgsschwelle am weitesten nach Osten in kontinentalere Regionen, bis an den östlichen Harzrand, in das Thüringer Becken und den Thüringer Wald vor. Vorkommen existieren in weiten Teilen des Saarlandes, in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, im Süden Niedersachsens und dem angrenzenden Sachsen-Anhalt (Harz und Harzvorland), im westlichen Thüringen sowie im nördlichen Hessen und dem äußersten Nordwesten Bayerns. Von der Schweiz und dem Elsass aus erreicht die Geburtshelferkröte zudem den Süden Baden-Württembergs. Die TK25-Q-Rasterfrequenz (Zeitraum 2000 – 2018) beträgt 4,98 %, daraus folgt die Kriterienklasse „selten“. In zahlreichen TK25-Q wurde die Art nach dem Jahr 2000 nicht mehr nachgewiesen. Dieser Befund wird durch zahlreiche Berichte über einen rapiden Bestandsschwund bei noch vorhandenen Populationen und das Verschwinden ganzer Populationen untermauert (z. B. Kordges 2003, Böll & Hansbauer 2008, Schlüpmann 2009, Kronshage et al. 2011, Brückmann & Thiesmeier 2012, Westermann & Seyring 2015, Uthleb 2016, Wagner et al. 2019 a). Während die Art ein breites Spektrum an möglichst fischfreien Gewässern für die Larven nutzt, stellt sie an das nahegelegene Landhabitat hohe Ansprüche. Bevorzugt werden vegetationsarme bis -freie Böden, die gut besonnt sind. Diese sollten entweder gut grabfähig sein oder als Versteck geeignete Spalten und Hohlräume aufweisen. Traditionell fand die Geburtshelferkröte diese Bedingungen in ausgedehnten Hutelandschaften sowie in Dörfern und auf Höfen. Die Veränderungen in diesen Landschaftsbereichen führten im langfristigen Bestandstrend zu einem starken Rückgang. Aktuell werden die Habitatanforderungen fast nur noch in Abgrabungen erfüllt. Die Konzentration auf wenige große Abbaustellen, Veränderungen in der Abbau-Technologie sowie Rekultivierungen bedingen weitere Bestandseinbußen. Erhöhter Nährstoffeintrag führt zu verstärkter Sukzession, die den Landlebensraum entwertet und den Raumwiderstand für die zunehmend isolierten Populationen erheblich erhöht. Die Art besitzt zudem eine besonders hohe Prävalenz gegenüber dem Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis (Ohst et al. 2013, Böll et al. 2014), der insbesondere für Metamorphlinge regelmäßig letal ist (Böll et al. 2012). Dies alles führt zu der sehr starken Abnahme im kurzfristigen Bestandstrend. Insgesamt ergibt sich die Rote-Liste-Kategorie „Stark gefährdet“. Sowohl der langfristige Bestandstrend als auch der kurzfristige Bestandstrend wurden um jeweils eine Kriterienklasse schlechter eingestuft als in der letzten Roten Liste. Gründe sind verbesserte Kenntnisse durch eine bessere Datenlage sowie aktuelle Bestandseinbrüche. Damit ändert sich die Rote-Liste-Kategorie von vormals „Gefährdet“ auf „Stark gefährdet“. Die wichtigsten Gefährdungsursachen für die Geburtshelferkröte sind: Rückgang extensiver Beweidung; Verlust von Habitaten in Dörfern und auf Höfen; Fischbesatz in Reproduktionsgewässern; Verfüllung und Rekultivierung von Abbaustätten; Vernichtung von Kleinstrukturen im Offenland, die als Versteck geeignet sind (z. B. unverfugte Steinmauern); Sukzession der Landlebensräume; Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochytrium dendrobatidis durch Vektoren (z. B. durch Fischbesatz); Isolierung verbliebener Vorkommen. Wichtig für die Geburtshelferkröte ist die unmittelbare Nachbarschaft von geeigneten Landlebensräumen und Reproduktionsgewässern (Entfernung möglichst < 100 m). Die Gewässer sollten nur gelegentlich austrocknen, fischfrei sein und Versteckmöglichkeiten für die Larven enthalten. Auf den Einsatz von Agrochemikalien sollte im Umfeld verzichtet werden. Als Landlebensräume werden auch kleinflächige Böschungen und Böschungsanrisse mit lückiger Vegetation genutzt; Böschungssicherungen sollten daher im Landlebensraum möglichst unterbleiben. Analog sollten Hangrutschungen in Abgrabungen zugelassen werden. Abgrabungen sollten nach Nutzungsaufgabe nicht verfüllt werden, sondern dem Artenschutz dienen (siehe Kirschey & Wagner 2013). Durch extensive Pflegemaßnahmen (Mahd, Rückschnitt aufkommender Gehölze) muss der offene Charakter dieser Abgrabungen gewahrt bleiben. Extensive Weideprojekte sind eine hervorragende Schutzmaßnahme, soweit geeignete Gewässer vorhanden sind oder angelegt werden. In Dörfern, auf Höfen und im Wald sollten Kleingewässer mit nahegelegenen steinigen Böschungen, Steinschüttungen und Trockenmauern gefördert werden. Im Wasserbau können durch Revitalisierung von Bächen im Hügel- und Bergland Stillwasserbereiche mit angrenzenden Prallhängen und Uferböschungen geschaffen werden; bereits bestehende Stillwasserbereiche mit den genannten Eigenschaften sollten toleriert werden. Hilfreich ist das Belassen von Totholz im Gewässer. Biber (Castor fiber) schaffen vielfach geeignete Strukturen, indem sie kleine Bäche stauen und durch ihre Baumfällungen besonnte Bereiche entstehen (Dalbeck et al. 2007). Das Wirken dieses „Ökosystemingenieurs“ ist aus Autorensicht in Vorkommensgebieten der Geburtshelferkröte zu fördern.
Im Rahmen des Forstlichen Umweltmonitoring werden seit 1991 an den insgesamt 15 Thüringer Wald- und Hauptmessstationen der Einfluss von Luftschadstoffen und die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald untersucht. Neben dem Einfluss meteorologischer Parameter werden regelmäßig die Bodenfeuchte und die Art und Stärke von Stoffeinträgen mit dem Niederschlag bewertet. Die jährliche Einschätzung des Gesundheitszustandes der Bäume gehören ebenso zum Messprogramm wie Zuwachsmessungen, Untersuchungen zum Bodenzustand und zur Nährstoffversorgung, Vegetationserhebungen und Untersuchungen an Waldquellen. Aktuelle Informationen sind unter www.thueringenforst.de/waldbodenfeuchte und www.thueringenforst.de/witterungsbericht zu finden.
Auf Blatt Erfurt nimmt der Thüringer Wald den zentralen Teil ein. Er wird im Nordosten vom Thüringer Becken und im Südosten vom Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirge begrenzt. Die Horststruktur des Thüringer Waldes wurde ab dem Mesozoikum an der Fränkischen Linie herausgehoben. Das Grundgebirge ist großflächig vom Molassestockwerk (Rotliegendes) überdeckt. Nur lokal treten Gesteine des kristallinen Grundgebirges zu Tage. So stehen im Ruhlaer Kristallin Metamorphite des Kambroordoviziums (Quarzit, Amphibolit, Metapelit) und Präkambriums (Steinbacher Augengneis) sowie der postvariszisch intrudierte Ruhlaer Granit an. Durch markante Brüche wird der Thüringer Wald im Südosten vom Schwarzburger Antiklinorium des Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirges begrenzt. Variszisch gefaltete Gesteinsfolgen (Schiefer, Quarzite, Grauwacken) bilden hier eine für Deutschland einmalige vollständige Serie vom Präkambrium bis Unterkarbon. Durch die variszische Faltung entstanden Südwest-Nordost-streichende Sattel- und Muldenstrukturen, wie hier im Blatt das Schwarzburger Antiklinorium bzw. das Ostthüringische Synklinorium. Die paläozoischen Sedimente wurden dabei gebietsweise schwach metamorph überprägt (Phyllitisierung) und geschiefert. In der Umrandung der Mittelgebirge lagern Zechstein-Sedimente (u. a. Kupferschiefer), wobei besonders große Vorkommen zwischen Lauchroden und Bad Liebenstein bzw. zwischen Königsee und Bad Blankenburg aufgeschlossen sind. Die Füllung des Thüringer Beckens im Nordost-Teil des Kartenblattes besteht aus mächtigen Sedimentfolgen der Trias. Die Muldenstruktur des Beckens bedingt den Ausbiss älterer Sedimente im Randbereich der Mulde und jüngeren im Zentrum, d. h. vom Buntsandstein über Muschelkalk zum Keuper. Sie sind z. T. von pleistozänem Löss, Fließerden oder fluviatilen Lockersedimenten überlagert. Im Südwest-Teil der Karte sind die mächtigen Sedimentschichten der Trias in Südthüringen erfasst. Die Gipfel der Rhön am Südwestrand des Blattausschnitts werden von miozänen Basalten gebildet. In den Tälern des jungen Vulkanitgebietes lagern verstärkt pleistozäner Hangschutt und Fließerden. Neben der Legende, die über Alter, Genese und Petrographie der dargestellten Einheiten informiert, stellt eine tektonische Übersichtskarte die geologischen Großeinheiten des Kartenblattes anschaulich dar. Zwei Profilschnitte gewähren zusätzliche Einblicke in den Aufbau des Untergrundes. Ein Nordwest-Südost-Schnitt quert den Thüringer Wald und das Thüringisch-Fränkische Schiefergebirge. Ein Südwest-Nordost-Profil schneidet die Trias- Sedimente Südthüringens, den Thüringer Wald und das Thüringer Becken.
Der Fadenmolch wird im Gegensatz zur letzten Roten Liste von Kühnel et al. (2009) in der vorliegenden Fassung der Gattung Lissotriton zugeordnet. Zuvor wurde der Name Triturus helveticus (Razoumowsky, 1789) genutzt. Der Fadenmolch ist eine westeuropäisch verbreitete Art, deren östliche Verbreitungsgrenze im Norden bis an die Elbe reicht. In den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin fehlt die Art. Im nordwestdeutschen Tiefland (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen) tritt sie nur lokal und regional mit enger Bindung an alte Waldgebiete auf (Schlüpmann 2006). Die nördlichsten Vorkommen sind im Reichswald bei Kleve (Nordrhein-Westfalen), in Bremen und Niedersachsen in der ostfriesischen Geest, der Lüneburger Heide und den Harburger Bergen südlich von Hamburg zu finden. In Sachsen-Anhalt verläuft die Arealgrenze entlang des Harzrandes, dann weiter über Südthüringen bis in die Grenzregion Sachsens und Tschechiens (Schlüpmann et al. 1996, Berger et al. 1997, Schlüpmann & van Gelder 2004). Auch der überwiegende Teil Bayerns liegt östlich außerhalb des Verbreitungsareals. Die Vorkommen in Rheinland-Pfalz, im Saarland und nördlich der Donau in Baden-Württemberg hingegen liegen innerhalb des geschlossenen Gesamtareals und haben direkten Anschluss an das französische Kernareal der Art. Die TK25-Q Rasterfrequenz (Zeitraum 2000 – 2018) beträgt für Deutschland 10,17 % und liegt damit im oberen Bereich der Kriterienklasse „selten“. Dabei ist zu bedenken, dass die Art in den atlantisch geprägten Mittelgebirgslagen von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, dem Westen Baden-Württembergs sowie im Harz, Fichtelgebirge, Thüringer Wald, Hessischen Bergland und Spessart keinesfalls selten ist. Neben zahlreichen Kleinst- und Kleinpopulationen (z. B. Feldmann 1978) sind auch Populationen mit mehreren Tausend Individuen bekannt (z. B. Lindeiner 1992). In landwirtschaftlich geprägten Bereichen ist der Fadenmolch selten und hat durch die fortschreitende Intensivierung der Landnutzung sicher auch Bestandseinbußen erfahren. Der Verlust an Kleingewässern, Bewässerungswiesen und die Drainierung der Wiesen wie auch die Befestigung von Forstwegen und die Beseitigung von Bachstauen sowie der Fischbesatz wirken sich seit Jahrzehnten bestandsmindernd aus. Wassergefüllte Wagenspuren (Feldmann 1974) und die Anlage von Staugewässern sorgten hingegen in der Vergangenheit für eine gute Vernetzung der Populationen. Der langfristige Bestandstrend wird aus den genannten Gründen, die keine eindeutige Zuordnung zu einer Kriterienklasse begründet zulassen, mit „Daten ungenügend“ charakterisiert. Der Fadenmolch ist bei systematischen Erfassungen und Kartierungen meist unterrepräsentiert. Berücksichtigt man die vergangenen 20 Jahre zur Einschätzung des kurzfristigen Bestandstrends, so halten negative Entwicklungen der Waldbewirtschaftung und der Verlust von Wagenspuren durch die Auffüllung und Befestigung der Forstwege sowie von Staugewässern zur Erzielung einer Durchgängigkeit der Bäche an. Die Auswirkungen der zunehmenden Frühjahrstrockenheit auf die Kleinstgewässer, die als wichtige Laichplätze dienen und durch Austrocknung verloren gehen können, sind noch nicht abzuschätzen. Nach wie vor gibt es aber in vielen Gebieten große und vernetzte Populationen. Regional sind Zunahmen der Bestände zu verzeichnen. Der kurzfristige Bestandstrend wird insgesamt als stabil eingeschätzt. Insgesamt ergibt sich die aktuelle Einstufung in die Rote-Liste-Kategorie „Ungefährdet“. Auf Grundlage einer verbesserten Datenbasis wird die Art gegenüber der RL 2009 (mäßig häufig) nun in die Kriterienklasse „selten“ eingestuft. Die Datenlage für den langfristigen Bestandstrend ist gegenüber der RL 2009 (Kriterienklasse „stabil“, ehemals als „gleich bleibend“ bezeichnet) aktuell als „Daten ungenügend“ eingeschätzt worden. Eine Kategorieänderung ergibt sich nicht. Die hauptsächlich wirkenden Gefährdungsursachen sind bei der Erläuterung der Einstufung der Bestandstrends genannt. Die Gefährdungsursachen des Fadenmolchs sind zusammengefasst: Verlust von Staugewässern, Bewässerungswiesen, wassergefüllten Wagenspuren auf Forstwegen; mangelnde Wasserführung in Kleingewässern durch die zunehmende Frühjahrstrockenheit; Verlust von Landlebensräumen in der Kulturlandschaft. Viele vom Fadenmolch genutzte Gewässer wie Wagenspuren oder Staugewässer erfahren keinen besonderen Schutz (Große 2015). In weiten Bereichen sind sie aber als Sekundärlebensräume für ein Vorkommen und die Vernetzung der Populationen unverzichtbar. Unnötige Wegebefestigungen sollten vermieden, Regenwasserableiter und -sammler im Wegebereich erhalten und Staugewässer nicht entfernt werden. Allgemein sind die Extensivierung der Landnutzung und die Erhaltung von strukturreichen Landlebensräumen bedeutsam. Zusätzlicher Hinweis: Bis heute ist die Unterscheidung der Weibchen von Faden- und Teichmolch schwierig und sie dürfte ein Grund für fehlende, wie auch für falsche Meldungen sein. In Gebieten mit unsicherem Vorkommen und bei vielen abseits gelegenen Streufunden sollten Fadenmolche möglichst durch aussagekräftige Fotos und durch die Suche nach männlichen Individuen belegt werden. Hilfreiche Zusammenstellungen für die Bestimmung auch weiblicher Tiere bieten Nöllert & Nöllert (1992) sowie Schlüpmann (2005). Der Erstautor des vorliegenden Kapitels bietet in schwierigen Fällen eine Beurteilung anhand aussagekräftiger Fotos an (Aufnahmen von der Bauchseite der Tiere sind dafür erforderlich).
In der ehemaligen DDR wurden in den Jahren 1980 bis 1990 in den an der Erdoberfläche anstehenden bzw. gering von Känozoikum überdeckten präoberpermischen Grundgebirgseinheiten (Flechtingen-Roßlauer Scholle, Harz, Sächsisches Granulitgebirge, Thüringer Wald, Thüringisch-Vogtländisches Schiefergebirge, Erzgebirge, Elbtalzone/Lausitz) Untersuchungen zur Einschätzung der Rohstoffführung durchgeführt. Bestandteil dieser Untersuchungen war eine geochemische Prospektion im Bereich der genannten Grundgebirgseinheiten. Auf einer Fläche von fast 15.000 km² wurden ca. 18.000 Wasser- und ca. 17.500 Bachsedimentproben entnommen und geochemisch untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden in Teilberichten zu den einzelnen Grundgebirgseinheiten sowie im „Abschlussbericht zur vergleichenden Bewertung der Rohstofführung in den Grundgebirgseinheiten der DDR“ (Röllig et al., 1990) dokumentiert. Bei diesen Daten aus den Grundgebirgseinheiten im Südteil der ehemaligen DDR handelt es sich um eine in ihrer hohen Probenahmedichte (> 1 Probe/km²) einzigartige flächendeckende geochemische Aufnahme dieser Gebiete. Alle späteren geochemischen Untersuchungen (Geochemischer Atlas 2000 sowie im Rahmen von GEMAS und FOREGS) wurden mit einer ungleich geringeren Probenahmedichte durchgeführt. Diese wertvollen und unwiederbringlichen Daten werden nun über das Geoportal der BGR allgemein verfügbar gemacht. Ergänzend zur digitalen Bereitstellung des originalen Datenmaterials erfolgt erstmals eine Bereitstellung mit modernen computergestützten Verfahren erstellter flächendeckender Verteilungskarten. Die Downloads zeigen die Verteilung der Wolframgehalte in Bachsedimenten in vier verschiedenen farbigen Punkt- und Isoflächenkarten.
In der ehemaligen DDR wurden in den Jahren 1980 bis 1990 in den an der Erdoberfläche anstehenden bzw. gering von Känozoikum überdeckten präoberpermischen Grundgebirgseinheiten (Flechtingen-Roßlauer Scholle, Harz, Sächsisches Granulitgebirge, Thüringer Wald, Thüringisch-Vogtländisches Schiefergebirge, Erzgebirge, Elbtalzone/Lausitz) Untersuchungen zur Einschätzung der Rohstoffführung durchgeführt. Bestandteil dieser Untersuchungen war eine geochemische Prospektion im Bereich der genannten Grundgebirgseinheiten. Auf einer Fläche von fast 15.000 km² wurden ca. 18.000 Wasser- und ca. 17.500 Bachsedimentproben entnommen und geochemisch untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden in Teilberichten zu den einzelnen Grundgebirgseinheiten sowie im „Abschlussbericht zur vergleichenden Bewertung der Rohstofführung in den Grundgebirgseinheiten der DDR“ (Röllig et al., 1990) dokumentiert. Bei diesen Daten aus den Grundgebirgseinheiten im Südteil der ehemaligen DDR handelt es sich um eine in ihrer hohen Probenahmedichte (> 1 Probe/km²) einzigartige flächendeckende geochemische Aufnahme dieser Gebiete. Alle späteren geochemischen Untersuchungen (Geochemischer Atlas 2000 sowie im Rahmen von GEMAS und FOREGS) wurden mit einer ungleich geringeren Probenahmedichte durchgeführt. Diese wertvollen und unwiederbringlichen Daten werden nun über das Geoportal der BGR allgemein verfügbar gemacht. Ergänzend zur digitalen Bereitstellung des originalen Datenmaterials erfolgt erstmals eine Bereitstellung mit modernen computergestützten Verfahren erstellter flächendeckender Verteilungskarten. Die Downloads zeigen die Verteilung der Zirkoniumgehalte in Bachsedimenten in vier verschiedenen farbigen Punkt- und Isoflächenkarten.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 119 |
| Land | 62 |
| Weitere | 6 |
| Wissenschaft | 28 |
| Zivilgesellschaft | 9 |
| Type | Count |
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| Daten und Messstellen | 2 |
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| License | Count |
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| Offen | 45 |
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