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Schwerpunktprogramm (SPP) 1374: Biodiversitäts-Exploratorien; Exploratories for Long-Term and Large-Scale Biodiversity Research (Biodiversity Exploratories), Teilprojekt: Wissenstransfer 2.0 - Biodiversitätsforschung zum Schutz der Biodiversität wirksam werden lassen

Die zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Biodiversitätsverlust erhöht den Druck auf Politik und Forstwirtschaft, den Wald unter besonderer Berücksichtigung der Biodiversität zu bewirtschaften. Um Synergien oder Zielkonflikte zwischen unterschiedlichen Ökosystemfunktionen zu identifizieren, ist eine transdisziplinäre Forschung und ein beidseitiger Wissenstransfer von Forschungsergebnissen und praktischen Erfahrungen zwischen Wissenschaft und Praxis notwendig. Vor allem bei Zielkonflikten sollte die Wissenschaft die Folgen von unterschiedlichen Bewirtschaftungsoptionen für unterschiedliche Funktionen und auf unterschiedlichen räumlichen Skalen aufzeigen, um so der Praxis Entscheidungshilfen geben zu können. Das beantragte Projekt baut direkt auf den Ergebnissen der ersten Projektphase (hier Wissenstransfer 1.0) auf, in der ein beidseitiger Wissenstransfer zwischen den Biodiversitäts-Exploratorien (BE) und Wald-Akteuren in den drei BE-Regionen initiiert wurde. Diesen Transfer möchten wir in der nächsten Phase verstetigen, intensivieren und ausbauen. In Wissenstransfer 1.0 fragten wir zudem nach wichtigen praxis-relevanten Fragen der Akteure und ihren Vorschlägen zur Verbesserung eines Transfers. Darauf aufbauend wollen wir nun in enger Zusammenarbeit mit den Anwendungspartnern transdisziplinäre Forschungsprojekte etablieren, die die Wirksamkeit der BE Ergebnisse für Forstwirtschaft und Biodiversitätsschutz erhöhen:Im Einzelnen werden wir dabei erstens die Rolle von Habitatbäumen in den BE-Flächen für die Biodiversität und die Holzproduktion analysieren, Baumarten in den BE-Flächen hinsichtlich der mit ihnen assoziierten Biodiversität und ihrer Vitalität vor dem Hintergrund des Klimawandels untersuchen, und wissenschaftliche Daten, die außerhalb der BE-Flächen in Schutzgebieten von zwei BE-Regionen erfasst wurden, mit denen der BE-Flächen vergleichen. Ergebnisse der BE zeigten, dass die Waldbewirtschaftung ein wichtiger Treiber der Biodiversität auf Landschaftsebene ist. Interviews mit Akteuren in den drei Regionen in Wissenstransfer 1.0 verdeutlichten aber auch, dass Bewirtschaftungsentscheidungen häufig von naturräumlichen Gegebenheiten oder sozio-ökonomischen Faktoren bestimmt werden. Durch die Verschneidung der Vielfalt von Bewirtschaftung, Landschaftsvariablen und Besitzverhältnissen wollen wir zweitens die wichtigsten Treiber der Biodiversität in den Regionen identifizieren. Praxis-relevante Ergebnisse sollen regelmäßig der forstlichen und naturschutzfachlichen Praxis durch eine Wissenstransfer-Webseite und mit Hilfe eines Netzwerkes an Multiplikatoren zur Verfügung gestellt. Wir werden dabei Bewirtschaftungsoptionen und ihre Konsequenzen für die Biodiversität ebenso aufzeigen, wie Grenzen der Übertragbarkeit der Ergebnisse. Wichtige Fragen der Akteure sollen drittens an wissenschaftliche Experten der BE weitergeleitet werden und die Grundlage für zukünftige transdisziplinäre Forschungsprojekte bilden.

Stadt-Land-Plus Statuskonferenz 2023

Statuskonefrenz 2023 (C) Moritz von Schurer Die Statuskonferenz 2023 hat eine besondere Bedeutung für die Vermittlung der Ergebnisse der Arbeit der letzten Jahre in die Fachöffentlichkeit, da die Laufzeit der Vorhaben des ersten Stichtages bereits endet. Die Statuskonferenz wendet sich deshalb an eine breite Fachöffentlichkeit auf Bundes- und Landesebenen sowie aus Regionen und Kommunen und stellt die Präsentation und Würdigung der Ergebnisse der zwölf Verbundvorhaben des ersten Stichtages in den Mittelpunkt. Aber natürlich werden auch die „jüngeren“ Vorhaben vorgestellt und diskutiert und auch der intensiven Vernetzung der Verbundvorhaben untereinander wird wieder ausreichend Raum gegeben. Der Tagungsort in der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Bamberg bietet einen hervorragenden Rahmen für diese Veranstaltung. So bereiten wir mit Unterstützung der Geschäftsstelle der Europäischen Metropolregion Nürnberg ein sehr interessantes Exkursionsprogramm in Bamberg und in der Region vor. Am ersten Konferenztag stehen die Ergebnisse der Projekte im Mittelpunkt. Diese werden im Plenum vorgestellt und anschließend in kleineren Themeninseln vertieft. Wir freuen uns außerdem auf einen Vortrag von Prof. Dr. Davy zu dem Thema „Gerechtigkeit in Stadt-Land-Beziehungen“. In der anschließenden Diskussion im Unterhausformat haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, Position zu beziehen. Für das abendliche Get-together werden die Bamberger Bierbrauereien ein besonderes Ambiente bieten. Am zweiten Konferenztag werden die Themeninseln fortgesetzt und die Ergebnisse im Plenum diskutiert. Des Weiteren werden die Ergebnisse der Befragung zu rechtlichen Hürden für nachhaltige Stadt-Land-Beziehungen vorgestellt. Unterschiedliche Exkursionen in und um Bamberg mit einem Fokus auf Stadt-Land-Beziehungen, auf denen die vielfältigen Querverweise zu einzelnen Projekten aus Stadt-Land-Plus vertieft werden, runden den zweiten Tag ab. Der Sender TVO hier ein Video von der Konferenz bereit, das Eindrücke einer der Exkursionen bereit hält. Downloads Dokumentation | Statuskonferenz 2023 - PDF Rahmenprogrammpräsentation | Statuskonferenz 2023 erster Tag - PDF Rahmenprogrammpräsentation | Statuskonferenz 2023 zweiter Tag - PDF Begrüßung Katrin Fahrenkrug eröffnet die Konferenz und begrüßt alle Anwesenden. Sie übergibt das Wort an Dr. Vera Grimm, BMBF. Auch Dr. Vera Grimm begrüßt die Anwesenden zur fünften Stadt-Land-Plus-Statuskonferenz. In einem Rückblick kommt Frau Dr. Grimm auf die Auftaktveranstaltung von Stadt-Land-Plus in Berlin 2018 zurück - nun in 2023 ist die Statuskonferenz bereits die Abschlussveranstaltung für die zwölf Verbundvorhaben des ersten Stichtags. In der Bilanz sei die Fördermaßnahme ein Erfolg und wird gut angenommen. Frau Dr. Vera Grimm würdigt die Arbeit Ihrer Vorgängerin Frau Dr. Birgit Metz, die die Fördermaßnahme aufgestellt hat. In Stadt-Land-Plus gehe es darum, Stadt und Land gemeinsam zu denken. Metropolregionen, wie die Metropolregion Nürnberg, zu der auch Bamberg gehört, seien ein Role-Model für Stadt-Land-Partnerschaften. In Stadt-Land-Plus werden die nötigen Aushandlungsprozesse zwischen Stadt und Land durch transdisziplinäre Forschung unterstützt. Das bedeutet, dass Kommunen und Gemeinden nicht nur Forschungsthema seien, sondern auch wichtigeForschungspartner. Die Entwicklungen seit 2018, wie z.B. Corona, Krieg in Europa oder die Energiekrise, haben immer wieder zu neuen Fragestellungen und Nachjustierungen innerhalb der Verbundvorhaben geführt. Frau Grimm lobt, dass diese Neusortierung in den Verbundvorhaben gut gemeistert wurde. Die Auswirkungen der Ereignisse der letzten Jahre sind in den Kommunen enorm und werden noch lange spürbar sein. Jedoch ist zu erwarten, dass die Herausforderungen für die Kommunen und Gemeinden auch in Zukunft eher noch größer werden. So wird beispielsweise die Erarbeitung und Umsetzung kommunaler Wärmeleitpläne eine große Aufgabe sein, die entsprechende Aushandlungsprozesse erfordern. Frau Dr. Grimm schließt mit einem Verweis auf rechtliche Hürden für die Umsetzung neuer nachhaltiger Lösungen. Das BMBF sei als Forschungsministerium zwar nicht in der Position, Gesetze zu beeinflussen, sie regt aber an, die Statuskonferenz als Chance zu nutzen, die in den Verbundvorhaben identifizierten rechtlichen Hürden insbesondere den Teilnehmer:innen aus den anderen Ressorts nahezubringen, um etwaige Änderungen anzustoßen. Wie befördert Stadt-Land-Plus nachhaltige Stadt Land Beziehungen? Nadine Pannicke-Prochnow, Umweltbundesamt stellt als Leiterin des Querschnittsvorhabens mit Blick auf die zahlreichen Gäste, die nicht einem der Verbundvorhaben zuzuordnen sind, die Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus vor. Die aktuellen Themen, wie Landnutzungswende, Bauwende, Energiewende und Mobilitätswende bieten Chancen und Herausforderungen zugleich. Die Chancen liegen in einer nachhaltigeren Zukunft, die Herausforderungen dafür sind jedoch die Landnutzungsänderungen und die Flächen(neu)inanspruchnahme, die mit den Maßnahmen einhergehen können. Fruchtbare landwirtschaftliche Böden und nutzbare Flächen stehen nur begrenzt zur Verfügung. Gleichzeitig zieht eine hohe Flächeninanspruchnahme negative Folgen für die Umwelt und den Menschen nach sich, z.B. durch den Verlust von Ökosystemleistungen. Die Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus ermöglicht die gemeinsame Entwicklung innovativer Lösungen für den Interessenausgleich im Hinblick auf nachhaltige interkommunale Wohnungsmärkte, regionale Kreislaufwirtschaft und Wertschöpfung. Die Maßnahme ist in 5 Themenclustern unterteilt: Regionale Gerechtigkeit - Interessen zwischen Stadt und Land ausgleichen Regionale Integrierte Siedlungsentwicklung – Effiziente Flächennutzung stärken Dynamische Wohnungsmarktregionen – Strategisches Flächenmanagement entwickeln Regionale Stoffkreisläufe – durch Recycling Wertschöpfung erhöhen Regionale Produkte – nachhaltige Landnutzung etablieren Die Fördermaßnahme umfasst 22 Verbundvorhaben in zwei Stichtagen (2018 und 2020), deren Förderung jeweils eine dreijährige Forschungsphase und eine zweijährige Umsetzungsphase umfasst. Die Anschlussfähigkeit der Verbundvorhaben an die kommunale Praxis ist eine Besonderheit der Fördermaßnahme. Die Erkenntnisse aus Stadt-Land-Plus fließen am Umweltbundesamt unter anderem in Eigenforschungsprojekte, z.B. „UMLANDSTADT umweltschonend“, ein. Nachhaltige Stadt-Land-Beziehungen sind am UBA ein wichtiges Thema, das als Querschnittsthema in der Forschungsagenda „Urbaner Umweltschutz“ integriert ist. Dadurch wird sichergestellt, dass die Ergebnisse aus Stadt-Land-Plus auch im Umweltressort und anderen Ressorts, z.B. dem Bauressort, aufgenommen werden. Die Präsentationsfolien zum Vortrag finden Sie hier . Das Unterhausformat ist eine Diskussionsmethode, bei der zugespitzte Fragen in den Raum gestellt werden, zu dem sich die Teilnehmenden klar einer von zwei konträren Positionen zuordnen müssen und in deutlichen Statements verteidigen. Das Format ist dem englischen Unterhaus entlehnt. Die Positionierungen dürfen durch Zurufe oder Beifall unmittelbar kommentiert werden. Die hier dargestellten Meinungen dienen in ihrer Ausgestaltung ausschließlich der Verdeutlichung der polarisierenden Positionen im Diskussionsformat. Sie sind nicht als wahre Stellungnahme der Teilnehmenden zu den Diskussionsthemen zu verstehen, sondern sollen die Möglichkeit zur Reflektion des durchaus kontroversen Themas „Gerechtigkeit in der Raumordnung“ bieten. Durch das konfrontative Format können innerhalb kurzer Zeit in einem schnellen Schlagabtausch viele Argumente und Aspekte zusammengetragen werden, die in anderen Formaten zumeist nicht zur Sprache kommen würden. Ziel ist es dabei, neue Denkanstöße und Sichtweisen auf das „Für und Wider“ einer gerechten räumlichen Ordnung zu geben. Die eine Partei wird durch Dr. Michael Melzer, Institut Raum & Energie und die andere Partei durch Dr. Uwe Ferber, StadtLand GmbH, angeführt. Katrin Fahrenkrug, Institut Raum & Energie übernimmt den Vorsitz des Unterhauses. Muss räumliche Ordnung gerecht sein? Position Partei Ferber: Ja! Gerechtigkeit ist zentrale Aufgabe des Staates! Das gilt insbesondere für die räumliche Ordnung. Diesen Grundsatz anzuzweifeln unterwirft die Raumentwicklung marktliberalen Kräften und damit dem Risiko einer ungerechten Entwicklung. Über die letzten Jahrzehnte wurde erfolgreich ein System der räumlichen Ordnung aufgebaut. Dieses hat nicht nur den verfassungsmäßigen Auftrag eine gerechte Raumentwicklung zu gewährleisten, sondern hat dies schon vielfach unter Beweis gestellt. Die Raumordnung bildet somit einen wichtigen Stützpfeiler für gleichwertige Lebensbedingungen in einer Zeit des zunehmenden „Laisse faire“. Auch partnerschaftliche Kooperationen zwischen verschiedenen Städten und Landkreisen, wie sie beispielsweise in den Stadt-Land-Plus-Verbudnvorhaben NaTourHuKi, ReGerecht und Interko2 entwickelt wurden, erfordern eine starke und auf Gerechtigkeit achtende Raumordnung. Die Herausforderungen auf dem Weg zu gerechter Raumentwicklung und gleichwertigen Lebensverhältnissen kann kein Grund dafür sein, das Streben nach Gerechtigkeit aufzugeben und eine ungerechte Entwicklung zu akzeptieren. Vielmehr wird die Unerreichbarkeit von Gerechtigkeit oftmals als Vorwand von den Interessengruppen genutzt, die Raumentwicklung der Beliebigkeit überlassen und damit einen Grundsatz unserer Verfassung unterhöhlen wollen. Das dient in der Regel nur einzelnen Interessengruppen und fördert Ungerechtigkeit. Über welche Gerechtigkeit streiten wir? Der Verzicht auf eine gerechte räumliche Ordnung verwehrt den Bewohner:innen ländlicher Räume Entwicklungschancen. Eine beliebige Raumentwicklung verstärkt bestehende Ungleichheiten und Ungerechtigkeit: Strukturstarke Räume werden noch stärker, strukturschwache noch schwächer. Ein Beispiel sind die überproportional hohen Investitionen im wohlhabenden Münchener Raum, während dringend benötigte Investitionen in benachteiligten Regionen Bayerns ausbleiben. Position Partei Melzer: Nein! Räumliche Ordnung kann nicht gerecht sein! Gerechtigkeit und gleichwertige Lebensverhältnisse sind oberste Maxime für einen Rechtsstaat, können aber nicht über die räumliche Ordnung allein sichergestellt werden. Räumliche Ordnung hat es bisher nicht geschafft, Gerechtigkeit und gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen und wird es auch in Zukunft nicht schaffen. In einer ungerechten Gesellschaft kann es keine gerechte Raumordnung geben. Vielmehr braucht es die Gesamtheit aller staatlichen Leistungen. Ausgleichsleistungen sind wichtiges und notwendiges Instrument. Statt „Einheitsbrei“ in allen Lebensräumen Deutschlands zu erzeugen, sollte sichergestellt werden, dass alle Raumfunktionen im Gesamtkontext bestmöglich erfüllt werden. Dies führt zwingend bei bestimmten Funktionen zu Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, z.B. unterschiedliche Gewerbesteuern oder unterschiedlichem Wachstum von Kommunen. Allein um im internationalen Standortwettbewerb mithalten zu können, haben unterschiedliche Räume unterschiedliche Bedürfnisse, die in der räumlichen Ordnung zu berücksichtigen sind. Nicht räumliche Ordnung muss gerecht sein, sondern das für die Menschen verfügbare Angebot. Sollen schwerpunktmäßig strukturpolitische Maßnahmen verfolgt werden oder ist ein monetärer (Finanz-) Ausgleich unverzichtbar und wirksamer? Position Partei Ferber: Nur auf staatlicher Ebene sind die erforderlichen Informationen und Instrumente vorhanden, um die notwendigen Anpassungsprozesse steuern zu können. Diese wichtigen strategischen Weichenstellungen sollten nicht den Kommunen überlassen werden. „Kommunale Wolkenschlösser“ über Sonderprogramme zu finanzieren kann nicht im Interesse einer gerechten, nachhaltigen Raumentwicklung unter der Prämisse eines effizienten Mitteleinsatz sein. Allein die Beschäftigung zahlreicher Rechnungsprüfungsämter mit den zu erwartenden beihilferechtlichen Verstößen kann nicht zielführend sein. Eine zentral gelenkte Strukturpolitik berücksichtigt vielfach Aspekte, die von den Kommunen teilweise (noch) ignoriert werden, beispielsweise die demographische Entwicklung oder der Schutz von Natur oder landwirtschaftlichen Flächen. Das oftmals immer noch vom „Kirchturmdenken“ geleitete Handeln der Kommunen birgt das Risiko weiterer irreversibler Landnutzungsänderungen und Flächeninanspruchnahmen, die sich später als ineffizient und unnötig herausstellen werden. Damit wären nicht nur wichtige Ökosystemleistungen, sondern auch die Funktionalität des Raumes in Gefahr. Strukturpolitik bleibt eine zentrale Aufgabe des Staats und darf kein Fass ohne Boden werden! Position Partei Melzer: Strukturpolitische Maßnahmen sind meist Aktionismus und wenig nachhaltig. In planwirtschaftlicher Art und Weise wird dabei Geld in Massen rausgeworfen und doch nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt. Ein Beispiel dafür sind ausgebaute und beleuchtete Gewerbegebiete, in denen nichts passiert. Ein monetärer Ausgleich ist unverzichtbar. Monetäre Anreize haben schon immer besser funktioniert. Viel effektiver und effizienter wäre es, die Kommunen vor Ort monetär in die Lage zu versetzen, bottom-up ihre Entwicklung selbst zu bestimmen. Die Menschen vor Ort wissen selbst am besten, was sie benötigen. Den Kommunen wird zu oft unterstellt, dass sie das Geld nicht gut einsetzen und abrechnen können. Jedoch wird viel Geld auf Landesebene abgeschöpft und viele Fehler, die uns teuer zu stehen kommen, entstehen auf Bundesebene. Stattdessen sollte vielmehr den Kommunen ein stärkeres Vertrauen entgegengebracht werden. Bei einer Führung durch die Stadt Bamberg wird den Teilnehmenden die kulturhistorische Bedeutung Bambergs nahegebracht. Bamberg hat den Status einer UNESCO-Weltkulturerbestadt inne und ist Teil der Metropolregion Nürnberg. Die Metropolregion ist mit 23 Landkreisen und 11 kreisfreien Städten, viele davon in der Größenordnung von Bamberg mit 30.000 bis 70.000 Einwohnern, polyzentral aufgestellt und weist ein spannendes Verhältnis von städtischen und ländlichen Räumen auf. Mit ca. 540.000 Einwohnern ist Nürnberg die größte Stadt in der Metropolregion. Die Führung endet in den Haassälen in der Bamberger Altstadt, wo der Abend mit einem Vortrag und einer lokalen musikalischen Darbietung ausklingt, die das Lebensgefühl in der Metropolregion in drei Liedern vorstellt Exkursion 1: Regionalprodukte als hybrider Wanderweg? Das ReProLa-Umsetzungsprojekt „Begehbare Wertschöpfungskette“ illustriert die verschiedenen Wertschöpfungsstufen der Fränkischen Süßkirsche in der Gemeinde Pretzfeld in der Fränkischen Schweiz. Der hybride Wanderweg vermittelt ReProLa-Projekterkenntnisse über die ökonomische Dimension regionaler Produkte. Bei der Exkursion werden einzelne Stationen des hybriden, App-basierten Lehrformats angelaufen und mit einem Besuch bei einem lokalen Produzenten abgerundet. Exkursion 2: Gemüse in der Großstadt Im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen liegt eines der größten zusammenhängenden Gemüseanbaugebiete in Deutschland: das Knoblauchsland. 91 landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften die rund 1.900 ha Anbaufläche. Bei der Exkursion besuchen wir einen Erzeugerbetrieb und eine Vermarktungsgenossenschaft. Wir erfahren, wie moderne Bio-Gemüsekulturen und Kräuteranbau im Freiland- und Gewächshausanbau und deren Vermarktung funktionieren. Thematisiert werden auch die Energie- und Wasserversorgung. Exkursion 3: Malerische Gärtnerstadt Bamberg Der Status Bambergs als UNESCO Weltkulturerbe ist auch mit der Gärtnerstadt und dem Gärtnerwesen verknüpft. Bei dieser Themenführung wird der Blick auf ein Stück weniger bekanntes Bamberg gelegt und Gepräge, Tradition und Brauchtum der Gärtnerstadt nahegebracht. Neben einer Führung im Gärtnermuseum werden bei einem ausgedehnten Spaziergang durch die Gärtnerstadt deren Straßenzüge mit ursprünglicher Bebauung, weiten, freien Räumen und noch aktiven Gartenbaubetrieben unter die Lupe genommen. Eine städtebauliche Besonderheit.

ISGAN Working Group 7

The main objective of Annex 7 is to study institutional change related to the deployment of smart grids. Annex 7 is intended to initiate an international, coordinated, transdisciplinary research effort that supports technology-oriented smart grid activities. Annex 7 also aims to gather information and knowledge from the fields of innovation studies, political science, institutional economics, sociology, and energy law and make it tangible for policy makers and other stakeholders. Annex 7 specifically aims to support smart grid policy makers by focusing on the direction, effectiveness, and efficiency of the transformation to an energy system based on renewable energy. To complement other ISGAN annexes, it focuses on non-technical aspects and frameworks conducive to smart grid deployment by addressing societal needs, political governance, policy, regulatory aspects, and human behavior, taking into account the different institutional structures and governance traditions of ISGAN countries.

Optimierung der logistischen Funktion von UNESCO-Biosphärenreservaten zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele – mit Fallstudien aus Südafrika, Lesotho und der Demokratischen Republik Kongo

Dieser Beitrag untersucht das Potenzial der logistischen Unterstützungsfunktion von Biosphärenreservaten der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) in Hinblick auf ihren Beitrag zur Erreichung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG). Der Schwerpunkt liegt dabei auf Forschung, Bildung und Jugendbeteiligung. Anhand einer Analyse ausgewählter Fallstudien aus der Republik Südafrika, dem Königreich Lesotho und der Demokratischen Republik Kongo wird aufgezeigt, dass Biosphärenreservate durch die Nutzung der logistischen Unterstützungsfunktion als Reallabore (living labs) für Forschung zu nachhaltiger Entwicklung, Bildung und Jugendbeteiligung dienen können und damit einen Beitrag zur Erreichung der SDG leisten. Dieses Potenzial wird jedoch häufig nicht hinreichend genutzt, u. a. weil Mittel und Kenntnisse hinsichtlich der Funktionen von Biosphärenreservaten begrenzt sind und geeignete Bildungs- und Partizipationsansätze nicht hinreichend genutzt werden. Basierend auf diesen Erkenntnissen schlagen wir vor, die Möglichkeiten von Biosphärenreservaten hinsichtlich inter- und transdisziplinärer Forschung, integrativer Bildung und Jugendpartizipation stärker zu nutzen.

Stadt-Land-Plus Statuskonferenz 2022

Ein Blick von Oben auf die Statuskonferenz 2022 (C) Unrau Fotographie Die Statuskonferenz 2022 in der BMBF-Fördermaßnahme „Stadt-Land-Plus“ findet nach zwei Jahren im Online-Format wieder in Präsenz satt. So können sich die Beteiligten aus den Verbundvorhaben der 1. und 2. Förderrunde persönlich austauschen und der Wissenstransfer zwischen den Projekten wird gefördert. Ein „Markt der Projekte“ lädt ein, die (Zwischen-) Ergebnisse aus den Verbundvorhaben näher kennenzulernen. Schwerpunktthema war die Umsetzung und Verstetigung von Projektergebnissen. In einem interaktiven Format sollen die besten Strategien für den Verstetigungsprozess herausgearbeitet und Unterstützungsbedarfe aufgezeigt werden. Am zweiten Konferenztag wurden unterschiedliche Exkursionen in und um Leipzig mit einem Fokus auf Stadt-Land-Beziehungen angeboten, auf denen die vielfältigen Querverweise zu einzelnen Projekten aus „Stadt-Land-Plus“ vertieft werden. Das Verbundvorhaben WertVoll stellt hier ein Video von der Konferenz bereit, das Eindrücke von der Konferenz und einer der Exkursionen bereit hält. Downloads Dokumentation | Statuskonferenz 2022 - PDF Rahmenprogrammpräsentation | Statuskonferenz 2022 - PDF Anna-Luise Conrad , Bürgermeisterin der Stadt Naunhof Heike Strobel , Regionalverband Nordschwarzwald Hildegard Zeck , Abteilungsleiterin a.D. für Landesplanung im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Kora Kristof , Umweltbundesamt Holger Tschense , Geschäftsführer T&T Business Consulting GmbH & Co. KG und früherer Bürgermeister von Leipzig für Umwelt, Ordnung und Wohnen Katrin Fahrenkrug fragt zum Einstieg Frau Bürgermeisterin Conrad , ob und wie sie und ihre Kolleg:innen in den Kommunen neben ihren Pflichtaufgaben die Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen bewältigen können. Anna-Luise Conrad antwortet dazu, dass es in der Tat schwierig ist. Die komplexen Forschungsinhalte und die wissenschaftliche Sprache für die Kommunalpolitik zu übersetzen. Aber wer A sagt, also sich an dem Vorhaben beteiligt habe, müsse jetzt auch B sagen. Und die unterschiedlichen Kommunikationswege seien durchaus befruchtend und man lerne laufend voneinander. Katrin Fahrenkrug richtet sich dann an Heike Strobel vom Regionalverband Nordschwarzwald, wo der Verbandsvorsitzende und Projektleiter ausgeschieden ist und fragt, wie man solche Brüche überwinden und dennoch Verstetigung sichern kann. Frau Strobel erklärt das so: Damit Projekte nicht von Personen abhängig sind, die aus den unterschiedlichsten Gründen das Projekt verlassen können, solle an vorhandene organisatorische Strukturen angeknüpft werden. Projekte müssen in die tägliche Arbeit der jeweiligen Institution integrierbar sein und auch politisch interessant. Wichtig dafür sei es, vor oder zu Projektbeginn eine gute Stakeholder Analyse zu machen und überlegen, wo angedockt werden kann. Zur Fragestellung wie die Einbindung der Landesplanung in Forschungsprojekte aussieht (oder auch aussehen sollte) wendet sich Katrin Fahrenkrug an Hildegard Zeck , die als langjährige Abteilungsleiterin für Landesplanung sowohl über eine fundierte Expertise zum Thema Stadt-Land verfügt als auch über vielfältige Erfahrungen mit Förderprogrammen und Forschungsprojekten. Frau Zeck leitet ihre Antwort mit dem Hinweis ein, dass die Förderlandschaft aufgrund der verschiedenen Mittelgebenden auf allen Ebenen sehr bunt und vielfältig sei. Dabei fehle es oft an der nötigen Abstimmung und Transparenz. So konterkarieren der Bund, also die Bundesressorts, teilweise die Landesförderrichtlinien. Dies sollte unbedingt durch eine gezielte Abstimmung mit den Ländern oder mindestens Informationen für die Länder vermindert und verhindert werden – auch um Ressourcen zu sparen und um dichter an den kommunalen Belangen zu handeln. Wichtig sei auch, keine Widersprüche zu landesplanerischen Aussagen zu erzeugen. Denn auf diese müssten sich Kommunen verlassen können. Änderungen seinen immer möglich, müssten aber sorgfältig abgestimmt werden. Als nächstes lenkt Katrin Fahrenkrug die Diskussion auf Planungsprozesse und Projektlaufzeiten, die nur selten aufeinander abgestimmt sind und fragt dazu Kora Kristof vom Umweltbundesamt, wie hier eine Taktung geschaffen werden kann, die zumindest eine möglichst frühzeitige Berücksichtigung von Forschungsergebnissen in Planungsprozesse möglich macht. Frau Kristof erklärt dazu, dass für die Verstetigung von Forschungsprojekten und deren Ergebnissen Transdisziplinarität ein Schlüssel sei. Dabei solle in der Planung von Projekten vom Schluss rückwärts gedacht werden, also immer die Zielsetzung im Zentrum stehen. Trotzdem sollten Projektplanungen immer flexibel gestaltet werden – Adaptionen an neue Situationen können immer notwendig werden. Wichtig sei auch, die Rahmenbedingungen anzuschauen; es solle nicht nur über nachhaltige Lösungen nachgedacht werden, sondern auch über bestehende nicht-nachhaltige Lösungen und dazu geforscht werden. Als weiterer Aspekt wird diskutiert, ob Forschungsinhalte und Förderlogiken für die Wirtschaft vermittelbar sind. viele Unternehmen haben Schwierigkeiten mit den Logiken und der Ausgestaltung von Förderprogrammen, da diese nicht einfach in das Alltagsgeschäft integrierbar sind. Holger Tschense, der mit einer doppelten Brille als Wirtschaftsvertreter und als früherer Bürgermeister argumentiert, sieht die Einbindung der Wirtschaft als sehr wichtig an, wenn man über Verstetigung spricht. Viele Unternehmen haben aber Schwierigkeiten mit den Logiken und der Ausgestaltung von Förderprogrammen. So gibt es in den meisten Förderrichtlinien eine 50% Begrenzung für Mittel, die Unternehmen fordern dürfen. Dies sei schwierig, so Holger Tschense, wenn Innovationen, die mit Risiken verbunden seien, entstehen sollten. Unternehmen und andere Investoren nähmen an Projekten teil, wenn sie einen wirtschaftlichen Mehrwert durch das Projekt erwarteten. Auch sollte die Umsetzungsbegleitung durch Unternehmen von vorne herein mitgedacht werden, damit nicht umsetzbare Lösungen durch die Wirtschaft direkt ausgeschlossen werden können. Im Folgenden wird die Frage diskutiert, wie Verstetigung in den Kommunen vorangebracht werden kann. Wichtige Aspekte, die hierzu genannt werden, betreffen die Förderung von interkommunaler Zusammenarbeit kleiner Kommunen, das frühzeitige Einbeziehen der kommunalpolitischen Ebene in Projekte und die Fördermittelplanung sowie die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Ebenen. Des Weiteren wird nachdrücklich eine bessere Vernetzung der Bundesressorts gewünscht und Transferstrategien sollten in die Projektplanung einbezogen werden. Dies umfasst das dauerhafte Zugänglichmachen von Daten und Ergebnissen. Dafür sollten dauerhaft offen verfügbare Dateninfrastrukturen, wie Websites, geschaffen und gepflegt werden. Wie die von Kora Kristoff bereits erwähnte Forschung zur Unnachhaltigkeit sollten auch Mittelgeber genau schauen und mitdenken, was man nicht mehr fördert, weil es nicht nachhaltig oder sogar kontraproduktiv ist. Final diskutieren die Podiumsteilnehmenden Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Beteiligten. So wird darauf hingewiesen, dass auch Unternehmen Nachhaltigkeit für die eigene Region schaffen wollen. Grenzgänger:innen, die Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen kennen und ansprechen können, sollen in die Kommunikation eingebunden werden. Vereine und Verbände seien Sprachrohr und Feedbackschleife für Projekte. Sie müssten sich Raum schaffen in Projekten, um sich einzubringen, soweit dies ihre Möglichkeiten erlauben. Als Chance wird gesehen, Gruppen zusammen zu bringen, die vorher nicht miteinander gesprochen oder zusammengearbeitet haben. Gerade auch Konfliktgruppen an einen Tisch zu bringen, könne durchaus neue Ideen generieren und Synergien schaffen. Am Ende der Podiumsdiskussion weist Katrin Fahrenkrug noch darauf hin, dass sich eine für alle Interessierten offene Diskussionsinsel mit der Frage der Bedeutung planerischer Vorgaben befassen wird. Eine Einordnung des Themas erfolgt durch eine Videobotschaft von Dr. Wolfgang Köck, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung und durch eine Präsentation von Dr. Christian Sponagel, Fachgebiet für Landwirtschaftliche Betriebslehre der Universität Hohenheim . Die Videobotschaft können Sie hier ansehen. Hier finden Sie die Präsentationsfolien . Für das Matching vorab Zettel ausgeteilt, auf denen jede:r Teilnehmende die drängendste rechtliche Hürde notiert, die in einem SLP Workshop diskutiert werden soll. Die Hürde wird durch die Teilnehmenden den Themenbereichen a) Regionale Produkte, b). Nachhaltige Siedlungsentwicklung, c) Stadt-Land Kreislaufwirtschaft oder c) Flächenmanagement zugeordnet. Im Anschluss an die thematische Einordnung werden alle Teilnehmenden gebeten, sich willkürlich in Dreiergruppen zusammenzufinden und sich zu den jeweils notierten rechtlichen Hürden auszutauschen. Innerhalb der Dreiergruppe werden die Hürden mit vorrangig, wünschenswert, zu spezifisch oder nachrangig bewertet. Im nächsten Schritt werden willkürlich neue Dreiergruppen gebildet und es erfolgte ein neuer Vorstellungs- und Bewertungsdurchlauf. Der gleiche Schritt erfolgt ein drittes Mal. Zum Schluss werden die Zettel für eine Auswertung durch das Querschnittsvorhaben eingesammelt. Die Hürden, die dreimal mit der höchsten Relevanz bewertet werden, werden in einem Workshop zum Thema Rechtsfragen im Jahr 2023 weiter diskutiert. Eine Übersicht der zentralen Botschaften aus dem Matching ist nachfolgend aufgeführt. Botschaften Verbindliche Flächensparziele: Die Zielsetzung ist seit langem eine Forderung der Wissenschaft und es gibt mehrere Optionen (z.B. Flächenzertifikate). Es geht jetzt um eine politische Entscheidung. Enteignungserleichterung bei längeren Leerständen: Auch dies wird schon länger gefordert, um Bodenspekulation zu begegnen und Innenentwicklung zu erleichtern. Für die kommunale Handlungsfähigkeit ist dies fast unabdingbar. Vorgaben zur Bebauungsdichte in der Regionalplanung: Bebauungsdichte ist eine zentrale Stellschraube für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung und sie ist nur regional (oder auch landesweit) realisierbar. Rechtliche Sicherung landwirtschaftlicher Flächen: Die Neuflächeninanspruchnahme betrifft regelmäßig landwirtschaftliche Flächen – ohne Berücksichtigung ihrer landwirtschaftlichen Qualität und Bedeutung für die Nahversorgung. Dies ist kontraproduktiv für eine nachhaltige Entwicklung. Definition des Abfallbegriffs hinsichtlich Recyclings: Es geht darum, wiederverwertbare Reststoffe begrifflich und rechtlich von „Abfall“ abzugrenzen. Einheitliche Regelung Ökopunktekonto: Dies ist ein typisches Beispiel, wie unterschiedliche Regelungen interkommunale und regionale Ansätze erschweren. „Regionalität“ im Vergaberecht als Kriterium möglich machen: Für Resilienz und regionale Wirtschaftskreisläufe ist dies elementar. Allerdings stehen auch EU-Regelungen dagegen. Klimaschutz als kommunale Pflichtaufgabe: Viele Kommunen können ihre Ressourcen nur noch für Pflichtaufgaben einsetzen. Deshalb muss Klimaschutz Pflichtaufgabe werden. Vorgaben zur sozialökologischen Transformation im ROG oder BauGB: Dies ist eine ähnliche Situation. Ohne Vorgaben halten sich Kommunen eher zurück. Umsetzung des Green Deals im Bodenrecht: Gemeint ist vor allem Bodenrecht und die Regelungen zum Schadstoff-eintrag in den Boden und die Gewässer. Exkursion: „Grün-Blaue Infrastruktur“ Mit dem Schiff „Weltfrieden“ begeben wir uns auf eine Zeitreise entlang der dynamischen Entwicklung Leipzigs nach 1989. Von Schrumpfung und Leerstand über die Trendumkehr in der Bevölkerungsentwicklung mit Zuzug hin zu einer nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung. Die Perspektive vom Wasser schärft dabei den Blick für wassersensible Stadtentwicklung sowie die Stadt-Land-Kooperationen in Bezug auf blau-grünen Infrastruktur. „Regionale Siedlungsflächen“ & „Bergbaufolgelandschaften“ (zusammengelegt) Wie kann ein geordnetes Wachstum von Wohnstandorten in der Region durch ein zwischen Kernstädten und Umlandkommunen abgestimmtes Wohnbauflächenkonzept realisiert werden? Diese Frage wollen wir während der Exkursion beleuchten, indem wir verschiedene Neubaugebiete in Leipzig besichtigen und besonders gelungene sowie problematische Herangehensweisen und Ergebnisse aufzeigen. Im Südraum Leipzigs ist in den letzten 30 Jahren durch massive Transformationsprozesse aus Tagebaugebieten ein neuer Siedlungs- und Landschaftsraum entstanden, der neben Wohn- und Gewerbegebieten, Seen und Grünräumen auch vielerlei Freizeitaktivitäten, wie Festivals, einen Bootshafen oder den Freizeitpark Belantis aufweist. Die Exkursion wird an dem Landschaftsraum aufzeigen, wie durch ein ressourcenschonendes Landmanagement über administrative Grenzen hinweg Kulturlandschaftsgestaltung und Wohnflächenentwicklung sinnvoll miteinander verzahnt werden können. Exkursion: „Regionale Nahrungsmittelkreisläufe“ Diese Exkursion führt über Zwischenstationen der regionalen Vermarktung von Nahrungsmitteln zum Wassergut Canitz im Nordosten Leipzigs. Als Tochterunternehmen der Wasserwerke Leipzig ist das vornehmliche Ziel der Schutz der Trinkwasserressourcen im Einzugsgebiet. Daher wird dort seit 1994 auf insgesamt 750 Hektar Fläche Ökolandbau betrieben. Umweltschonung und Bodenfruchtbarkeit stehen hierbei im Mittelpunkt. Online-Reihe Im Nachgang der Statuskonferenz folgt eine vierteilige Online-Reihe, bei der thematisch vertieft Ergebnisse aus den Verbundvorhaben vorgestellt und diskutiert werden. Die Dokumentation und Präsentationen der jeweiligen Veranstaltungen finden Sie hier: 08. November 2022: Stadtregional steuern! Mit stadtregionalen Entwicklungsprozessen Interessensausgleiche erzielen 15. November 2022: Flächen managen! Durch strategisches Flächenmanagement die Nutzungseffizienz der Flächen erhöhen 22. November 2022: Regional produzieren – nachhaltige Landnutzung etablieren 29. November 2022: Kreisläufe schaffen! Durch regionale Kreislaufwirtschaft die lokale Wertschöpfung steiger

Wege zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung im pazifischen Ozean: ein integrierter Ansatz

Basierend auf der Bedeutung des SDG 14 für die pazifischen Inselstaaten (PICs) zielt unser Projekt - PACPATH - darauf ab, kostengünstige, effiziente und nachhaltige transdisziplinäre Prozesse, Methoden und Netzwerke zu etablieren, die es Stakeholdern wie Wissenschaftlern, Indigenen und zivilen Organisationen der PICs erlauben gemeinsame Ziele und Maßnahmen zur Erreichung der ökologischen Nachhaltigkeit zu teilen.In diesem Antrag schlagen wir vor, ein pazifisches Stakeholder-Netzwerk aufzubauen, welches sich auf zwei Pilotstandorte, Fidschi und Neukaledonien, stützt und die Auswirkungen des Klimawandels und anderer Stressfaktoren auf die Meeresumwelt und Ökosystemleistungen, sowie die Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und die Erreichung der SDGs untersucht. Diese Pilotstandorte werden den Rahmen und die Methodik schaffen und als Leitfaden für die Anwendung und Anpassung an andere interessierte PICs dienen.Der PACPATH-Arbeitsplan, sowie die internationale Zusammenarbeit auf Grundlage von Transdisziplinarität, Kompetenz und Fachwissen des Konsortiums werden es ermöglichen, starke Mehrwertergebnisse zu erzielen. Dies beinhaltet die Analyse der Bedeutung von SDG14 („Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen für eine nachhaltige Entwicklung“) für die Pazifikinseln. Es wird zudem die Verknüpfung von SDG14 mit den anderen SGDs, vor allem 13 und 15, quantifizieren, indem eine Vielzahl verschiedener akademischer bis lokaler Wissensformen integriert werden. PACPATH wird direkte und indirekte Indikatoren und interaktive Indikatorinstrumente unter Einbeziehung lokaler, nationaler und regionaler Interessengruppen, Umwelt- und Sozialwissenschaftler, Ökonomen und operativer Zentren (national und international) zusammenstellen. Im Rahmen des Co-Construction-Prozesses werden die Informationen, Ziele und transdisziplinären Fachkenntnisse ermittelt, die für den Aufbau von Forschungskapazitäten, die partizipative Forschung und die Erfassung / Definition von Indikatoren erforderlich sind. Abschließend wird das Projekt Strategien für die künftige Aufrechterhaltung des PACPATH-Netzwerks entwickeln, welche auf langfristigen Finanzierungsmöglichkeiten und nachhaltigen Strukturen beruhen.

Agroecological Transitions for Climate Adaptation and Mitigation

Globally, agriculture covers 40% of the earth’s surface and food systems are responsible for one-third of humanity’s contribution to global climate change. Yet, smallholder and subsistence farmers are among the most vulnerable to climate change, with extreme weather events and related food price volatility affecting livelihoods, biodiversity, and food security at multiple scales. This project builds on transdisciplinary research on agroecological transitions in vulnerable farming communities in Canada, Germany, India and Brazil. We will examine the influence of agroecological networks (farming organizations, institutional actors, and consumer groups) in promoting the perennialization of agriculture to support climate adaptation (improving resilience in livelihoods and food security) and mitigation (increasing carbon sequestration). Perennialization of agriculture integrates annual and perennial crops and trees into the same farming system. Compared to annual cropping systems which currently dominate global agriculture and markets, perennial crops show promise for climate adaptation and mitigation because of their contributions to carbon sequestration in tree biomass and soil organic carbon, and their buffering effects against soil degradation, drought, and other forms of extreme weather and climate variability. From a social wellbeing perspective, agroforestry and other diversified perennial systems offer opportunities to adapt to climate change and escape poverty traps, including higher and more stable farm incomes, balanced agricultural labour across growing seasons, improved working conditions compared to more input-intensive forms of agriculture and improved nutrition and health. Using a participatory action research approach, this project will use a novel methodology to test the relationships between personal, political, and practical leverage points driving the adoption of agroforestry and other practices supporting agricultural perennialization. We will sample farms and organizations in each case study across a diversification gradient from low-diversity farming systems to perennial and agroforestry-based management systems. We will then use qualitative and quantitative methods to assess climate resilience outcomes and estimate the potential of scaling adoption of perennial and agroforestry practices. A cross-case synthesis will take local institutional, environmental, and relational contexts into account to inform decision-making.

JUST GROW: Co-designing justice-centric indicators and governance principles to intensify urban agriculture sustainably and equitably

City regions are a major proposed site for sustainably intensifying agricultural production to meet global food needs in the 21st century. Greater investment in localizing city region food systems - combining food production in cities and their peri-urban landscapes - promises to shorten supply chains and reconnect producers with consumers, improving socio-ecological sustainability and resilience. Sustainable urban agricultural intensification (UAI) is likely to entail greater use of technologies that decouple food production from environmental constraints including seasonal climates and available land base. Proposed technological systems range from capital-intensive approaches such as vertical farms, which fully control the growing environment, to more knowledge-intensive approaches such as urban agroecology that balance environmental modification with crop diversity and agronomic adaptation. Researchers have begun to question the relative resource requirements, environmental footprints, and productivity of these technological production systems in terms of energy and land-use intensity, life cycle impacts, and yield. While conducting sustainability assessments for different food production systems along different dimensions is critical, another major gap remains largely unacknowledged: comparatively evaluating the equity and justice implications of different pathways toward a sustainable city-region food system. This project will fill the gap by conducting transnational, transdisciplinary research across six city regions - the Rhine-Ruhr Metropolitan Area (Germany), the Greater Providence Metropolitan Area (USA), the Randstad, Rotterdam-Amsterdam-The Hague Metropolitan Area (Netherlands), Keihanshin (Kyoto-Osaka-Kobe) Metropolitan Area (Japan), Trondheim-Trondelag Region (Norway), and Greater Stockholm Region (Sweden) - to produce two output streams: (1) Concise sets of credible and legitimate indicators for land access, labor equity, food security, environmental implications, and cultural sustainability that city regions can use to evaluate the equity impacts of specific UAI plans as a transition toward SSCP of food; (2) Recommendations for transformative, justice-centric policy innovations and principles that city region governance networks should adopt to steer UAI towards equitable SSCP of food.

Integriertes Hochwasserrisikomanagement in Berggebieten: Bewertung sektoraler Interdependenzen, Konflikte und Optionen für Politikkoordination (PoCo FLOOD)

Bedeutung des Projekts für die Praxis: Speziell am Beispiel der drei Sektoren Wasserrückhaltung in Quellgebieten, Landwirtschaft sowie Raumplanung wird deutlich, dass ein Hochwasserrisikomanagement nur in einer engen Zusammenarbeit funktionieren kann. Langfristige Änderungen in der Landbedeckung und der Landnutzung haben Auswirkungen auf den Wasserabfluss und den Wasserrückhalt. Neben Rückhaltebecken und Anlagen von Wasserkraftwerken sind Landwirtschaftsflächen als potentielle Ausgleichflächen von Bedeutung, um wasserabflussspitzen auszugleichen. Im Fall von Landwirtschaftsflächen sind natürlich die Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion, auf die Bodenersoion und -kontamination sowie Eingriffe in Landnutzungsrechte in der Analyse zu berücksichtigen (Klaghofer 2003, Neuwirth und Wagner 2010). Zielsetzung: Das Projekt PoCo-FLOOD untersucht die Herausforderungen und Hemmnisse sektoraler Politikkoordination, die sich aus dem gegenwärtigen paradigmatischen Wandel in der Hochwasserpolitik vom Hochwasserschutz zum integrierten Hochwasserrisikomanagement (IFRM) ergeben. Das Projekt wird gegenseitige Abhängigkeiten, Konflikte und Optionen für die Politikkoordination zwischen den Sektoren Hochwasserschutz, Wasser-kraft (Energie), Landwirtschaft und Raumplanung analysieren. Konkrete Ziele: (i) ein besseres Verständnis über die sektoralen Zusammenhänge, die sich aus dem neuen Paradigma des Integrierten Hochwasserrisikomanagements ergeben; (ii) die Schaffung einer Wissens- und Evidenzbasis über die Möglichkeiten und Grenzen von Politikkoordination sowie die Interessenkonflikte, welche einer kohärenteren Hochwasserpolitik entgegen-stehen, (iii) gemeinsam mit Akteuren und Politikvertretern Optionen für eine sektoral koordinierte Hochwasserpolitik zu entwickeln. Das Projekt adressiert diese Ziele durch einen kombinierten Forschungsansatz, der auf interdisziplinärer Forschung und dem Engagement von Entscheidungsträgern und Interessengruppen (Transdisziplinarität) basiert.

Unterstützung afrikanischer Nachwuchswissenschaftler*innen bei der Planung und Durchführung von Forschungsprojekten und bei der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen zu nachhaltiger Entwicklung am Beispiel von UNESCO-Biosphärenreservaten

Hintergrund Das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) etabliert weltweit Biosphärenreservate als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Diese verbinden Schutz-, Entwicklungs- und logistische Funktionen, indem sie Forschung, Umweltbeobachtung, Bildung und Wissenstransfer fördern. Dadurch können nachhaltige Wirtschaftsweisen erprobt, gesellschaftliche und ökologische Fragestellungen untersucht und naturbasierte Lösungen für den Erhalt von Ökosystemfunktionen entwickelt werden. Zur Unterstützung von Wissenschaft und angewandter Forschung für nachhaltige Entwicklung in afrikanischen Partnerländern schließt das Vorhaben an das internationale transdisziplinäre Projekt ‚TRANSECTS‘ (Transdisciplinary Education Collaboration for Transformations in Sustainability) der HNEE an, einem Partnernetzwerk aus Südafrika, Ghana, Kanada und Deutschland. Projekt Das Projekt fördert afrikanische Nachwuchswissenschaftler*innen (Master- und PhD-Kandidat*innen) sowie Akteur*innen aus UNESCO-Biosphärenreservaten in drei Ländern Subsahara-Afrikas, um ihre Forschungskapazitäten im Bereich transdisziplinärer, praxisorientierter Forschung zu stärken. Im Zentrum stehen Arbeiten in Biosphärenreservaten, die sich mit dem Erhalt und der nachhaltigen Nutzung von Ökosystemleistungen im Kontext des Klimawandels und dessen Folgen befassen. Durch Wissensaustausch, Vernetzung und Weiterbildung werden junge Forschende unterstützt, Lösungsansätze für gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen zu entwickeln und so das Konzept der Biosphärenreservate weiterzuentwickeln und in der Anwendung zu stärken. Im Rahmen des Projektes erfolgt zunächst ein Scoping und eine Bedarfsanalyse mit dem Ziel, konkrete Netzwerkpartner*innen zu identifizieren und deren Forschungsaktivitäten in und mit Biosphärenreservaten zu analysieren. Die dabei identifizierten Forschungsthemen sollen durch afrikanische Nachwuchswissenschaftler*innen in Zusammenarbeit mit Praktiker*innen aus ausgewählten Biosphärenreservaten bearbeitet werden, wofür sie eine Förderung erhalten. Begleitet wird die Forschungsarbeit der Studierenden durch Peer-Mentor*innen, die sie bei der Optimierung von Arbeitsprozessen und bei möglichen Herausforderungen in der wissenschaftlichen Praxis unterstützen. Zur Auswahl der Studierenden wird eine Rekrutierungs- und Förderstrategie entwickelt. Wesentlicher Bestandteil des Projektes ist die Vernetzungsarbeit zwischen den Studierenden und ihre Betreuer*innen, mit dem Ziel, eine Praxisgemeinschaft Transdisziplinäres Arbeiten zu schaffen. Im Rahmen von vier online-Workshops werden Grundlagen transdisziplinärer Forschung vermittelt und der Austausch und die Vernetzung der Nachwuchswissenschaftler*innen begleitet, um praxisrelevante Forschungsergebnisse in Biosphärenreservaten zu fördern. Um die Schnittstelle Wissenschaft-Praxis zu stärken, präsentieren die Studierenden ihre Forschung auf einer internationalen Konferenz, vernetzen sich mit Praktiker*innen der Biosphärenreservate und diskutieren gemeinsam praxisrelevante Nachhaltigkeitsherausforderungen und Synergien, die sich aus den Themen für die Managementpraxis ergeben. Zudem werden Möglichkeiten für zukünftige Kooperationen, gemeinsame Publikationen und die Pflege internationaler Netzwerke identifiziert.

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